Donnerstag, 23. Oktober 2014

Psalm 122 soll mein Lied zur Nacht sein, und meine Bitte bevor ich einschlafe

Vielleicht koennt ihr ja auch diesen Psalm beten, und mit ihm fuer unsere Sicherheit und unseren Frieden beten. Ich wuerde mich freuen.
Aus dem Psalm:
Bittet für den Frieden Jerusalems! Es soll denen wohlgehen, die dich lieben!
Friede sei in deinen Mauern und sichere Ruhe in deinen Palästen!
Um meiner Brüder und Freunde willen sage ich: Friede sei in dir!
Um des Hauses des Herrn, unsres Gottes, willen will ich dein Bestes suchen!
(HIER der unblocker fuers Video)

Intifada - das boese Wort - Pery spricht es aus

Minister Pery, frueherer Innengeheimdienst-leiter (Shabak) wagt die Worte auszusprechen. Er sagt in einem Interview mit Galej Zahal, dass man in der stufenweisen Eskalation der Gewalt in Jerusalem Funken eines Volksaufstandes erkennen kann. Die Eskalation in Jerusalem ist am Rande einer beginnenden Intifada."

Gewaltsame Ausschreitungen bei illegaler Demo am Tatort von gestern

Inzwischen haben sich rechte Demonstranten versammelt am Tatort von gestern, zunaechst verlief die Demo anscheinend relativ friedlich, geriet jedoch vor kurzer Zeit ausser Kontrolle. Es gab Konfrontationen von Polizei und Demonstranten, als die Demonstranten die Fahrt der Rakevet stoeren wollten.

Die Lage in Jerusalem verschaerft sich

Obwohl der gestrige Anschlag, bei dem die kleine Chaya Sissel ums Leben kam, wohl fuers erste der Hoehepunkt von tagtaeglichen Unruhen und Zwischenfaellen in unserer Hauptstadt war, geht es weiter mit Gewalt und Steinewuerfen. 
Heute morgen um 5h schon wieder Steine gegen die Leichtbahn in der Gegend Shoafat, einige Stunden spaeter flogen Steine in einen KINDERGARTEN (waehrend die Kinder sich dort befanden), die Taeter fluechteten. 
In der Altstadt kam es zu Zusammenstoessen mit den Sicherheitskraeften, sowie im Osten und Norden Jerusalems, in Silwan und auch an der Schnittstelle Armon haNaziv. 
Der Boden hier wird heiss, Buerger haben Angst an der Haltestelle zu warten seit gestern, schauen sich um, ob nichts Verdaechtiges zu sehen ist. 

In den Stadtteilen, wo ich mich im Allgemeinen bewege, ist davon (noch?) nichts zu spueren, ich vergesse die schrecklichen Ereignisse waehrend des Tages sogar oft. 

Der Terrorist vom gestrigen Anschlag ist im Krankenhaus in der Nacht seinen Verletzungen erlegen, die Eltern behaupten, es war ein "Unfall" (wer das Video der Ueberwachungskameras sieht, kann dazu nur muede laecheln und sich an die Stirn fassen..)
Es sei genauso ein Unfall wie vor einiger Zeit, als ein arabisches Kind auf der Strasse von einem Auto erfasst wurde, und ueberfahren wurde. Nur - dies war eine Strasse und tatsaechlich ein Unfall (mit juedischem Fahrer). Der gestrige Fall lag so, dass ein Auto mit Vollgas in eine Haltestelle vor und in die Menschenmassen, die gerade warteten oder aus der Bahn ausstiegen.
Die komplette Familie sind Chamas-leute, der Polizei bekannt. Der Onkel war in Anschlagsplaene fuer einen Terroranschlag verwickelt.
Die Chamas - uebrigens gemeinsam mit Fatach - begruessen und loben das Attentat (also den Mord an einem 3 Monate alten Baby!!) und rufen zu weiterer Gewalt auf. 

Die Menschen, mit denen ich spreche, lachen darueber, wenn zurzeit in den Medien und von den Politikern maximal von einer "stillen Intifada" gesprochen wird, es ist doch schon laengst eine Intifada in vollem Gange. 
Nur - jeder scheut sich, das laut auszusprechen. 

Morgen ist Freitagsgebet auf dem Tempelberg, dem Har HaBayt, das ist immer ein heisser Tag in Bezug auf Gewalt dort. 
Oft  - und so sicher auch morgen - werden auf dem Tempelberg nur Araber ueber 50 zugelassen. 
Warum?
Nun - ganz einfach. Die Unruhestifter, Molotow-cocktail-werfer und Steinewerfer sind fast ausschliesslich Maenner unter 50. Frauen gar nicht, und fuer sie gibt es auch keine Beschraenkungen. 

Wie das alles weitergehen soll ist eine gute Frage. 
Im Moment kann man hier in Jerusalem nur von Tag zu Tag schauen. 
Und wenn es eben geht, Ostjerusalem, sowie den Norden, die Altstadt und die Gegend um A-tur, Silwan und Armon haNaziv meiden. Die Bahnfahrten mit der Rakevet kann der Normalbuerger, der sich kein Auto leisten kann, leider nicht vermeiden. Und Leute, die in Pisgat Zeev wohnen, muessen schliesslich irgendwie dorthin kommen. Auf dem Weg dorthin liegt Shoafat, von wo massive Gewalt ausgeht. 
Unser Premierminister beteuert: "Wir werden die Ruhe wieder zurueck nach Jerusalem bringen."
Tja, schoene Worte, nur so recht glaubt ihm das keiner, denn die Lage scheint ausser Kontrolle und irgendwie scheint keiner eine Ahnung zu haben, was man tun kann.