Die Bilanz der Woche in Israel ist traurig und erschuetternd.
Es gab viele toedliche Verkehrsunfaelle und die Bewohner von Yehuda und Shomron sehen sich taeglicher Gewalt (fliegende Flaschen, Steine) gegenueber, die sehr zurueckhaltend vonseiten der Soldaten beantwortet werden. Es gibt anscheinend Anweisungen mit SEHR viel Zurueckhaltung zu handeln. Mit Recht sehen sich die Anwohner so zu wenig geschuetzt.
Es gab einen furchtbaren Vorfall in einer Filiale der Bank HaPoalim in Beer Sheva. Ein Kunde der Bank richtete ein Blutbad an, lief Amok und vier unschuldige Menschen mussten ihr Leben dabei lassen, unter anderem der Filialleiter, der erst seit einer Woche dort war.
Der Amoklaeufer hatte zuletzt kein Geld mehr vom Automaten ziehen koennen, man hatte ihm die Kreditkarte gesperrt. Das soll der Ausloeser fuer seine grausame Tat gewesen sein. Schon wurden Stimmen laut, wie die Banken denn Menschen zu solchen Verzweiflungstaten treiben koennen. aber auch Gegenstimmen, die sagen, dass eine derartige Tat mit nichts, aber auch gar nichts, zu rechtfertigen ist. Viele Menschen leben am Rande des Existenzminimums oder gar darunter, und werden nicht zu Amoklaeufern. Was koennen die Kunden der Bank dazu? Und - was hat er jetzt damit gewonnen?
Am Ende des Amoklaufes, nachdem er seine Geisel freiliess, die 50 min. Todesaengste ausstand in seiner Gegenwart (er hielt die gesamte Zeit ueber seine Waffe auf ihren Kopf gezielt), erschoss er sich selbst.
Die kleine Filiale war nicht besetzt mit Sicherheitsbeamten, daher konnte der Taeter mit seiner Waffe ungestoert seinen Rachezug vollenden. "Jetzt zeig ich es euch!" soll er gerufen haben.
Ein junger Soldat ist in den Golanhoehen beim Raeumen von Panzerminen auf tragische Weise umgekommen. Bisher ist nicht bekannt, warum die Mine explodierte und wieder werden Proteststimmen laut, wie man solche "Kinder" auch eine derartig gefaehrliche Arbeit machen lassen kann. Der junge Mann war noch nicht lange bei der Army.
Ein frueherer Kommandant der IDF verstoert uns mit seiner Aussage: "Sollte das Regime Assad fallen, muessen wir innerhalb von wenigen Stunden auf Krieg gefasst sein und moeglichst schnell die Luftoberheit gewinnen." Waffen sind unterwegs von Russland zum Assadregime mit deren Hilfe Extremisten sich weniger bedroht fuehlen koennten und so Dinge tun koennten, die sie ohne nicht wagen wuerden.
Diese Aussage haben einige meiner alten Menschen falsch verstanden und wurden in unnoetige Panik versetzt. Eine alte Dame empfing mich mit den Worten: "Weisst du, dass wir uns in ein paar Stunden im Kriegszustand befinden mit Syrien? Ich habe gehoert, die Bevoelkerung soll sich in Sicherheit bringen. Aber wie?"
Alle Kriegsszenarien machen unnoetig Angst, vor allem alten hilflosen Menschen. Warum handelt man nicht und ist wachsam (wie es sowieso geschieht) aber spricht nicht laut darueber?
Assad hat angekuendigt bei einem erneuten Angriff auf Waffenlieferungen werde er ohne Gnade uns gegenueber handeln. Sicher wird sich Netanyahu durch solche Drohungen nicht erpressen lassen.
Die Woche war heftig in Israel und wir muessen jeden Tag G-tt danken, dass wir leben, dass der kleine juedische Staat und jeder einzelne Mensch in ihm lebt.
Grenzt es nicht sowieso an ein Wunder, dass es das juedische Volk ueberhaupt noch gibt?
Wir sprechen ueber die Bedrohung mit chemischen Waffen und die wiederholten Angriffe auf Grenzpatrouillen von Syrien aus.
Wir haben Gasmasken - aber die Mehrheit meiner Bekannten weiss gar nicht, wie sie im Ernstfall aufzusetzen sind. Meine Freundin Esti hatte eine Bekannte, die waehrend des Golfkrieges in Tel Aviv ein wenig panisch die Maske aufsetzte, anscheinend einige Fehler machte und darunter erstickte.
Wir sollen das Paket mit der Maske nicht oeffnen, bevor wir tatsaechlich von Pikud haOref (dem Zivilschutz) dazu aufgefordert werden, aber viele Menschen wuerden doch einfach gern VORHER wissen, wie sie diese handhaben muessen.
Theoretisch ist es in etwa klar, aber praktisch?
Der Shabbat kehrt langsam ein, es ist noch einiges an Zeit, aber wir werden ruhiger und lassen die Probleme hinter uns, hoffen auf einen friedlichen Shabbat fuer das ganze Land und Ruhe an den Grenzen.
Wir tun das, wozu wir von G-tt aufgefordert werden, lassen alles fuer 25 Stunden liegen, als ob es vollendet waere und beschaeftigen uns mit geistigen Themen, staerken unsere Spiritualitaet und unsere Verbindung zum Himmel. Der Shabbat ist ein Bindeglied, ein fester Bund, der die Kinder Israel mit G-tt verbindet auf einzigartige Weise.
ביני ובין בני ישראל אות היא לעולם
(zwischen mir und den Kindern Israel ist er (der Shabbat) ein Zeichen auf ewig...)
so singen wir jeden Shabbat in der Synagoge.
Fuer mich ist dieser Satz seit meinem Giur mit tiefer Dankbarkeit und Aufregung verbunden. Ich schaue mich bei diesem Satz jedes Mal um, sehe die Menschen, die neben mir stehen und weiss: Dies ist mein Volk, und durch dieses Zeichen sind wir alle miteinander verbunden, und gemeinsam sind wir an IHN gebunden. Ein wunderbares Gefuehl, dass ich dieses Geschenk erhalten durfte.
Shabbat shalom