Donnerstag, 31. Dezember 2009

EIN GUTES, GESUNDES NEUES JAHR 2010!


















In Israel wird es nicht gefeiert, dennoch gibt es hier und da private Feten. Im Radio spricht man vom " Shana Esrachit" (das sogen. buergerliche Neue Jahr), was ja im Kalender auch nicht ignoriert wird.
In Tel Aviv sollen Feiern stattfinden und es soll sogar Feuerwerk geben. Sicher nicht so wie in Westeuropa oder dem Rest der Welt.
Dennoch - das juedische neue Jahr hat schon Ende September begonnen und hier ist morgen kein Neujahr, sondern Yom Shishi.
Meinen Toechtern, den Freunden, Verwandten und Bekannten, wuensche ich ein gesundes neues Jahr. Moegen alle eure Wuensche fuer 2010 in Erfuellung gehen.
Ich selbst werde heute abend wie jeden Donnerstag zum Shiur (Parashat haShawua, Wochenabschnitt) in der Synagoge von Benni Lau gehen.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Meine Wasserleitung


















So sieht es aus, wenn die Lecks "repariert" sind. Das dicke ist meine Wasserleitung, die durch den Flur geht und daneben ist die Stromleitung zum Aussenlicht.
Das, was da herumgeschmiert wurde, ist Silikon. So erhofft sich meine Vermieterin nun, dass der Regen nicht mehr an der Wasserleitung von aussen nach innen laeuft. Die Eintrittsstelle von aussen wurde auch in dieser Weise zugekleistert.
Fachmaennisch sieht das nicht gerade aus, oder denke ich wieder zu deutsch?

יום גשום Ein Regentag....


















Das sieht doch arg nach Herbst aus, oder?
Ja, so ein Regentag ist auch hier nicht sehr beliebt, obwohl es immer noch nicht ausreichend geregnet hat. Nun - gute zwei Monate sind ja noch Zeit, um den Kinneret aufzufuellen.
Nun hat meine aeltere Dame abgesagt, da sie krank ist und ich haette Zeit, Freunde zu treffen. Nur - ausgerechnet jetzt scheint niemand Zeit zu haben. So habe ich mir ein grosses Stueck Kuchen gekauft, und werde den Regentag zuhause verbringen. Das ist auch eine gute Gelegenheit, mal wieder nach Jobs zu schauen, denn einer der Jobs scheint mir nicht auf Dauer zu sein. Die nette Dame ist leider sehr unzuverlaessig, Absprachen scheinen nicht verbindlich zu sein, es kann sein, dass ich vor der Tuer stehe und sie ist nicht da, da sie unser Treffen vergessen hat. (Und das ist nicht die Dame mit der Alzheimer-erkrankung!).
Daher schaue ich mich schon einmal nach etwas anderem um, wo es so klare Abmachungen gibt wie ich es von dem ersten Job gewohnt bin.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Das Land wo die Orangen bluehen....


















Ich kann die Orangen und Zitronen vom Baum pfluecken. Das ist fuer jemanden wie mich, der in Deutschland nur importierte Fruechte essen durfte einfach ein Paradies. Man kann es kaum fassen, dass einem die Weintrauben und Granataepfel quasi vom Wegrand in den Mund wachsen.
Ja, es ist das Land, wo Milch und Honig fliesst. Das Land, in dem man sich von dem ernaehren kann, was waechst.

החיים יפים Das Leben ist schoen

Kennt ihr den Film: Das Leben ist schoen? (Roberto Benigni)
Ein traurig-schoener Film ueber einen Vater, der mit dem Sohn im KZ ist, ihm aber jeden Tag vormacht, das alles sei ein Spiel. Die Regeln muess man sehr genau beachten, denn am Ende des Spieles gibt es einen echten Panzer zu gewinnen.
Hier ist die Titelmelodie, die ich sehr mag, gesungen von Achinoam Nini. "Life is beautiful"

Montag, 28. Dezember 2009

Anerkennung des Diploms - 2. Teil

Nach unzaehligen Nachfragen - der Termin an dem die Ueberpruefung der auslaendischen Diploma stattfinden sollte war schliesslich schon am 17. Dezember - per e-mail, unzaehligen Telefonaten, die nie beantwortet wurden, schliesslich zweimaligem persoenlichem Aufsuchen ohne Erfolg, bekam ich heute eine Antwort. Ich muesse mich leider noch gedulden, da der Ausschuss einige der Antraege nicht bearbeiten konnte. Darunter (natuerlich) auch meiner.
Daher wurde die Ueberpruefung der restlichen Diploma auf einen neuen Termin verschoben, den 17. Januar.
Es taete ihr leid, so die Sachbearbeiterin, aber ich sei nicht die einzige Enttaeuschte. Na, das aendert doch gleich meine Ungeduld.
Also auf in die naechste Runde.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Staatsangehoerigkeitsangelegenheiten - erste Reaktion aus Deutschland

Nach meinem Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsangehoerigkeit im Falle der Annahme der deutschen St. bekam ich nun eine erste Reaktion per e-mail.
Man schreibt mir vom Bundesverwaltungsamt in Koeln, man habe meinen Antrag ueber die Deutsche Botschaft, Tel Aviv erhalten und ich moege bitte meinen "Vortrag ergaenzen, und Kopien und Nachweise zur beruflichen Qualifikation schicken, wie Diplome, Arbeitszeugnisse, etc. "
Was geht das Bundesverwaltungsamt mein Diplom, bzw. meine Arbeitszeugnisse an? Ich kann es mir nur so erklaeren, dass mein Hauptargument, die israelische St. annehmen zu wollen war, bei einer eventuellen Arbeitsaufnahme im oeffentlichen Dienst in Israel kaum Chancen zu haben, wenn ich nicht die israelische Staatsbuergerschaft vorweisen kann.
Warum sonst sollte man meine Qualifikationen pruefen, wenn ich meine deutsche Staatsbuergerschaft beibehalten moechte?
Es war mir klar, dass es von dieser Seite wieder Schwierigkeiten gibt.

HaTikwa - die Hoffnung

Gestern - nach einer Veranstaltung in der Synagoge - habe ich zum ersten Mal in Israel die "HaTikwa" mitgesungen.
Es war ein sehr erhebender Augenblick, der mich zutiefst bewegt hat. Inmitten meiner juedischen Brueder und Schwestern stand ich und konnte kaum singen, weil der Kloss im Hals so gross war. Nun ist sie auch meine Nationalhymne.

HIER koennt ihr Euch die HaTikwa anhoeren.

As long, as in the heart, within
A Jewish soul still yearns
And towards the end of the East
an Eye still watches
toward Zion
Our hope is not yet lost
the hope is two thousand years old

to be a free nation
in our own land
the land of Zion and Yerushalaiym.

Motzei Shabbat im "Hamaabada"

Ein wunderbares Konzert von Eti Ankri im "Hamaabada", Jerushalaiym an diesem Motzei Shabbat hat mich wahrhaft in andere Sphaeren getragen. Es lohnt sich, einmal hineinzuhoeren, in ihre Songs, die sie alle selbst schreibt. Heute auf dem Programm: Songs von Jehuda haLevi.

Freitag, 25. Dezember 2009

Was fuer ein wunderbarer Sonnentag - Shabbat shalom


















Dort - bei Cafe Hillel - habe ich gerade in der Sonne gesessen, Zeitung gelesen und einen Cafe mit Brownie genossen. Die Sonne tut gut. Es ist wieder fast 20 Grad, und die kommenden Tage sollen genauso werden. Also erstmal kein Regen in Sicht.
Am Freitag gehe ich einer Art Ritual nach. Ich geniesse es, laenger schlafen zu koennen, fruehstuecke dann in Ruhe und fange an, meine (Riesen-)Wohnung zu putzen. Dabei hoere ich Radio Yerushalaiym oder Reshet Gimel.
Einkaufen, - falls ich das nicht schon donnerstags erledigen konnte - und irgendwo in der Sonne einen Cafe trinken.
Spaeter dann bereite ich mich fuer den Shabbat vor, schaue mir im Tv den Kommentar zu Parashat haShawua (Wochenabschnitt) von Benni Lau an, dem Rabbiner aus der Beit Knesset Ramban, in meiner Naehe.
Ich wuensche allen einen ruhigen, friedlichen Shabbes!!

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Frohe Weihnachten!


















Ich wuensche allen, die dieses Fest feiern, ganz besonders aber meinen Kindern, der restlichen Familie und Freunden ein ganz friedvolles, schoenes Weihnachtsfest.
Liebe Toechter!
Mit ganz tiefer Dankbarkeit denke ich heute abend auch an die Weihnachtsabende mit Euch zurueck, die wir alle immer sehr genossen haben. Ich denke an den Spass, den wir hatten, das Lachen und so manche Pannen, wie noch klebende Preisschildchen auf Geschenken, und das stundenlange Essen mit Euch!
Ich denke daran, dass wir oft die mickrigsten Weihnachtsbaeume gekauft haben, die niemand wollte.
Immer werde ich diese Abende im Herzen behalten. Dafuer moechte ich Euch danken.
Feiert eine schoene Weihnacht!

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Shalit- Deal - immer noch kein "Land in Sicht"

Der neue Kompromissvorschlag von seiten Israels wird der Hamas heute morgen durch den deutschen Vermittler ausgehaendigt. Darin wird unter anderem stehen, dass einige der schlimmsten Verbrecher, die auf der Liste stehen (die hinter grausamen Anschlaegen auf Israels Bevoelkerung stehen) nur dann freigelassen werden, wenn sie nicht zurueckkehren in die Westbank, sondern nach Gaza oder ins Ausland. Es kann nicht sein, dass sie weiter Israels Bevoelkerung bedrohen, zumal sie nie dem Terror abgeschworen haben, sondern jederzeit wieder derartige Taten planen wuerden.
Langsam duerften die Nerven der Eltern von Gilad, Noam und Aviva, wirklich bis aufs Aeusserste strapaziert sein. Man spricht von noch einmal ein paar Tagen.
Von seiten Israels duerfte das das letzte Angebot sein.
Der deutsche Vermittler fliegt erst einmal ueber Weihnachten nach Hause, und wird naechste Woche wieder kommen, wenn die Hamas zu einer Entscheidung gekommen sind. Ich denke, sie waeren dumm, wenn sie das Angebot ausschlagen. Aber was ich denke, ist ziemlich unerheblich.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Meine Tante und Weihnachten

Beim letzten Telefonat erwaehnte meine Tante so ganz nebenbei, dass ich ja einmal Christin gewesen bin. Daher sei es fuer sie so ganz unverstaendlich, dass ich GAR KEIN Weihnachten mehr feiere.
"Schliesslich kannst du doch noch ein bisschen an uns denken, in diesen Tagen, du hast doch auch mal Weihnachten gefeiert."
Ja, denken werde ich sicher an Weihnachten. Nicht an die religioese Bedeutung, nicht an die unzaehligen Geschenke, sondern an das gemeinsame Essen, besonders mit meinen Toechtern.
Es hatte immer etwas ganz Besonderes, wenn wir zusammen sassen, jenseits von Religioesitaet. Wir hatten Spass, nicht immer viel Geld fuer riesige Geschenke, aber dennoch ein Gemeinschaftsgefuehl. Es wurde Fondue gemacht, was allen ermoeglichte am Tisch sitzen zu bleiben, ohne grossartige Kochkuenste.
Freunde meiner Toechter waren auch fast immer dabei und wir verbrachten einen wahrhaft schoenen Abend, den, - da bin ich sicher - jeder von uns fuer immer im Gedaechtnis behalten wird.
Auch fuer diese Erinnerung bin ich dankbar.

Was erwaehnte meine Tante noch? " Schliesslich ist doch Jesus auch Jude gewesen!" meinte sie, als Begruendung dafuer, wie logisch es ist, Weihnachten zu feiern.
Nun, das wiederum finde ich nicht logisch, denn - Jesus kannte kein Weihnachtsfest. Wahrscheinlich hat er mit seinen Eltern 8 Tage lang Chanukka gefeiert.

Was ist so besonders daran, als Jude in Israel zu leben?

Meine aeltere Dame, die ich betreue, wollte heute morgen unbedingt fernsehen. Wir schalteten uns in ein Programm, was eine Unterrichtsstunde zum Thema "Judentum in Israel und in der Galut (Diaspora)" uebertrug.
Dort wurde den Schuelern die Frage gestellt, warum es so besonders ist, in Israel leben "zu duerfen" als Jude.
Das sogen. Rueckkehrrecht ermoeglicht jedem Juden auf der ganzen Welt, zu jeder Zeit "nach Hause" zu kommen. Jeder Jude soll in Israel eine Heimat haben, eine Zuflucht vor allen Anfeindungen, die es leider ueberall auf der Welt immer noch gegen Juden gibt.
Was ist so besonders daran, in Israel zu leben? Wurden die Schueler gefragt. Der Lehrer erzaehlte von einem Erlebnis in Europa. " Es wurde extra ein Mensch vor die Synagoge gestellt, " so seine Schilderung, " der alle Maenner daran erinnern sollte, auf dem Heimweg die Kippa wieder abzunehmen."
Das Judentum sagt, man muss sich nicht in Gefahr begeben. Sich als Jude zu erkennen zu geben, in der Galut, kann eine Gefahr bedeuten. Noch immer gibt es Judenhass und Antisemitismus.
Das Besondere an Israel ist, dass wir hier "unter uns" leben koennen. Hier sind wir einer unter vielen. Hier ist eine Kippa kein "Hingucker", in welcher Art auch immer, hoechstens fuer nichtjuedische Touristen.
Wir haben ein eigenes, wenn auch sehr sehr kleines Land. Und selbst dieses kleine Land - wirklich nicht der Rede wert, wenn man es auf der Weltkarte im Vergleich sieht - wird immer noch staendig von Hassern mit Raketen, oder mindestens mit attackierenden Worten angegriffen. Selbst in diesem winzigen Land kann man Juden nicht in Ruhe leben lassen.
Einmal, so der Sprecher, sei er in Amerika gewesen und ein befreundeter Nichtjude habe ihn zu seinem Globus gebeten. " Ich mag die Juden!" sagte er, "aber, kannst du mir bitte einmal auf dem Globus zeigen, wo ihr lebt? Wo liegt Israel eigentlich? Ich kann es beim besten Willen nicht finden..."
Sein Freund zeigte hilfsbereit auf das kleine Fleckchen, was Israel heisst, aber - sobald er dorthin zeigte, war es bedeckt mit dem Teil des Zeigefingers, und so musste er mehrmals dorthin zeigen, bis sein Gegenueber entdeckte, wo Israel zu finden ist.
Ist es nicht merkwuerdig, dass das kleine Fleckchen Erde, auf das sich Juden zurueckgezogen haben, um in Frieden zu leben, immer wieder in den Schlagzeilen der Welt zu finden ist, obwohl es auf der Weltkarte von einem Bruchteil des Zeigefingers bedeckt werden kann?

Montag, 21. Dezember 2009

Gilad Shalit

Wenn ich die Visagen von den Typen betrachte, um die es unter anderem in den Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas geht, die seit mehr als 1275 Tagen den Soldaten Gilad Shalit als Geisel haelt, wird mir ganz schlecht.
Harte Verhandlungen finden zurzeit statt, die - so die Hamas - "letzte Liste" wurde praesentiert. Auf dieser Liste stehen ein paar richtig schwere Verbrecher, verantwortlich fuer den grausamen Tod von 40, 60 oder 80 Israelis, verantwortlich fuer Selbst mordanschlaege wie den auf die Buslinie 18 oder das Cafe Moment in Jerusalem.
(HIER koennt ihr noch einmal ueble Details des Anschlags auf "Sbarro's Pizzeria" nachlesen)
Moerder, die nicht nur in Kauf nahmen, sondern eiskalt planten, dass Kinder und Jugendliche auf grausame Weise in den Tod gerissen wurden, stehen nun auf der Liste zur Freilassung, mit anderen, insgesamt ca. 1000 (!!!) Inhaftierten.
Das Leben des Soldaten Gilad Shalit, seine Freilassung nach mehr als drei Jahren soll also mehr als 1000 palaestinensische Menschenleben wert sein.
Man spielt seit Jahren mit den Gefuehlen der Eltern von Gilad.
Die meisten die ich spreche, sind fuer die Freilassung von egal wie vielen Schwerverbrechern. Die meisten wuenschen sich einfach nur eines : dass Gilad endlich freikommt.
Deutsche Medien berichten uebrigens - soweit ich das sehen konnte - nicht ausfuehrlich ueber die Verhandlungen um Gilads Freilassung. Die Menschen, die ich aus Deutschland spreche, wissen oft nicht einmal, dass es seit 2006 einen israelischen Soldaten gibt, den die Hamas brutal als Pfand handelt.
Und das, obwohl seit geraumer Zeit ein deutscher Vermittler an den Verhandlungen massgeblich beteiligt sein soll.
Heute haben die Eltern noch einmal einen verzweifelten Bittbrief an den Ministerpraesidenten geschrieben.
Wer von uns - der Kinder hat - kann sich nicht hineinversetzen, in die seit Jahren ausweglos erscheinende Situation der Eltern von Gilad.
Ich hoffe nur eines, dass Gilad endlich koerperlich unversehrt nach Hause kommt. Die psychischen Folgen seiner Gefangenschaft lassen sich sicher kaum abschaetzen.


Der Tag ist geschafft - sogar mit Arbeit

Irgendwie habe ich den langen Tag heute mit Arbeit geschafft.
Heute morgen um 9h hatte ich zunaechst einen Termin beim "Berater" im Mercaz Klita, um mich zu erkundigen, wieviel mir abgezogen wird, wenn ich einer Arbeit wie der im Hadassah-Hospital nachkomme. Im ersten Jahr also wird mir keine Steuer abgezogen, wenn der Verdienst nicht mehr als 2000 NIS brutto ist. Das einzige, was man abzieht, ist die Bituach Leumi. (Sozialversicherung)
Anschliessend von 10 - 12 bei meiner Sharon, nach einer kurzen Pause von 13.30h bis kurz vor 4 noch einmal dort. Ab 4 dann bei der anderen Dame bis um 7.
Und nun freue ich mich auf eine heisse Dusche (wer laedt mich zu einem heissen Vollbad ein? Es fehlt mir so, und bei Erkaeltung muss es der Himmel sein) und mein Sushi aus dem Supermarkt.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Krank

Da habe ich es gerade noch bis nach Hause geschafft, von der Arbeit. G-tt sei dank, dass sich diese Gliederschmerzen gestern abend noch in Grenzen hielten, so dass ich das Konzert geniessen konnte, wenn auch mit laufender Nase.
Heute aber - freue ich mich nur noch auf einen Fernsehabend, Kerzen, heissen Tee und Nana-minze plus Waermflasche.
Herrlich.
Eigentlich wollte ich heute abend ein paar Strassen weiter zum Shiur gehen, aber es geht irgendwie so gar nichts mehr.
Gut, es gibt noch viele Shiurim - b"h - und die Gesundheit ist schliesslich die Grundlage fuer alles, Arbeit, Geld verdienen, sich gut fuehlen und lernen.
Laila tov an alle.

Samstag, 19. Dezember 2009

Ich Glueckliche...


















Da sitze ich wahrhaftig in dieser Wahnsinnsstadt, im Theatron, und kann ein Konzert von Idan Raichel und seinem Projekt miterleben. Wie es war? Nun - mir fehlen die Worte fuer Superlative.
HIER noch einmal eine Kostprobe von youtube.

Freitag, 18. Dezember 2009

Shabbat shalom und Chag Chanukka Sameach!


















Auch wenn es seit heute Nacht wieder an denselben drei Stellen bei mir in der Wohnung aus der Wasserleitung tropft - versuche ich, mich nicht zu aergern und die letzte Kerze und den Shabbat zu geniessen.
Shabbat shalom!

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Ein Blick in den Himmel....

Die Chanukkia am Kikar Safra

Chanukka in der Jeshiwa


































Eine Strasse von mir entfernt ist diese Jeshiwa. Wenn man auf die Bilder klickt, kann man sie vergroessert sehen und auch die einzelnen Chanukkiot erkennen. Ein Anblick, der mir sehr gefallen hat.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Am Samstag abend bei Idan Raichel

...Idan Raichel und sein Projekt - das ist Musik, die mich schon ein paar Jahre fasziniert. Bislang habe ich es nicht geschafft, im Land zu sein, wenn einer seiner Auftritte stattfand.
Aber jetzt - am Motzei Shabbat werde ich im Theatron Jerushalaiym sein, wenn er auftritt. Ich bin wahnsinnig gespannt und aufgeregt, denn die Musik von Idan Raichel ist mit nichts vergleichbar. Er mischt Klaenge aus dem Mittleren Osten mit afrikanischen und suedamerikanischen Rhythmen und Gesaengen. Es ist ein grosser Genuss, eine seiner CDs anzuhoeren und eine Karte fuer ein Live-Konzert zu besitzen ist einfach Wahnsinn!

Meine Freundin Chana hat mir erzaehlt, dass sie ihn persoenlich kennen gelernt hat bei einem Auftritt in privater Atmosphaere.
Er war sehr smart und schuechtern und hat sie gefragt, ob sie sich einmal um hoeren koenne, wer Interesse hat, ihn zu einem Auftritt bei einer Familienfeier zu engagieren. Ein Jahr spaeter dann - woom.... kannte ihn ganz Israel.
HIER koennt ihr einen kleinen Vorgeschmack auf seine Musik bekommen und HIER ein wenig mehr erfahren.
Der Mann mit den Rasta-locken ist ein wahres Genie in meinen Augen.

Das hat mich geruehrt heute...

Ich sitze mit einer meiner beiden Damen im Cafe und wir unterhalten uns ueber "die Reichen in der German Colony".
" Es gibt Dinge, die man sich nicht mit Geld kaufen kann," sagt E. " und dazu gehoert deine freundliche Seele."
Das hat mich sehr geruehrt, vor allem, weil mir in der letzten Zeit aufgefallen ist, wie viele aeltere Menschen Geld dafuer ausgeben, einfach Gesellschaft zu haben.
Eigentlich ist das traurig und ich fuehle mich fast ein wenig schlecht, weil ich Geld damit verdiene.
Aber - irgendwie muessen wir doch alle ueberleben...

Weihnukka



















Gesehen an der "Christlichen Botschaft in Jerusalem", der Weihnachtsbaum mit Chanukkia. Laut eigenen Aussagen zeigt die Botschaft ihre Verbundenheit mit den Juden. Sie erkennen ihre Wurzeln und sehen sich in der Pflicht, Juden bei der Rueckkehr in ihre Heimat (auch finanziell) zu unterstuetzen.
Meine Befuerchtungen, dass dahinter eine "Bestechung" mit Missionscharakter stecken koennte, haben sich nicht bestaetigt.

Busfahrt mit spanischem Flair


















In Israel laueft fast immer das Radio im Autobus. Vor ein paar Wochen hat sogar in der Zeitung gestanden, dass ein Busfahrer eine Geldstrafe bekam, weil er das Radio, trotz Aufforderung einiger Fahrgaeste nicht leiser stellen wollte.
Ich steige nun heute nach der Arbeit in den Bus und - es empfaengt mich wundervolle spanische Gitarrenmusik. Ein neues Radioprogramm am Abend? Ich frage den Busfahrer, ob diese angenehme Musik aus dem Radio kommt. "Nein," laechelt er geheimnisvoll, "es ist meine Musik. Das ist Psychologie! Nur mit dieser Art von Musik bringt man die Menschen in dieser Stadt zur Ruhe. Alles ist friedlich und geniesst die Melodien."
Also - das gibt es nur in Israel, wie ich finde. Ich geniesse tatsaechlich mit einem Laecheln die Fahrt, auch wenn wir - wie fast immer - wie die Sardinen vorne beim Fahrer stehen.
An meiner Haltestelle bedauere ich, dass ich aussteigen muss, sage "Danke" und " gute Nacht".
"Alles Liebe, Motek!" sagt der Busfahrer und ich steige aus.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Etwas traurig ....

Heute bin ich etwas enttaeuscht und traurig.
Ich war im Hadassah Hospital, um dort der Professorin ueber die Schulter zu schauen. Die Menschen mit der seltenen Krankheit, die gehaeuft bei Ashkenasischen Juden auftritt, waren in der Sprechstunde, zur Ueberpruefung ihrer Blutwerte und Kontrolle des Krankheitsverlaufes. Einer der chronisch kranken Patienten lag auf der Station, da er gestern abend mit einer akuten Krise eingeliefert worden war.
Je mehr ich mich interessierte und je mehr ich gelernt habe an diesem Morgen, desto trauriger wurde ich, da ich mir einfach nicht leisten kann, diesen Job anzunehmen. Der Skopusberg ist fuer mich nur mit dem Autobus erreichbar und ich muesste die Arbeit bei den beiden Damen drastisch reduzieren, um noch rechtzeitig im Krankenhaus anzukommen.
All das nur fuer zwei Stunden Arbeit pro Tag, die ich leider nicht anders aufteilen duerfte, da mich die leitende Aerztin an jedem Tag zum Meeting benoetigen wuerde. Bei diesem Meeting kommt das gesamte Team zusammen (Diaet-assistentin, Physiotherapeut, Krankenschwester, Aerztin und Sozialarbeiterin) und beraet mit dem Patienten, wie es weiter geht, welche Medikation wie veraendert werden soll.
Auch nachdem ich anfing, als Sozialarbeiterin zu arbeiten, hat mich die Krankenhaus-atmosphaere nie ganz losgelassen und ich fuehlte mich wirklich heute morgen in meinem Element. Beides vereinbaren zu koennen, die Krankenschwester-Vergangenheit und die soziale Arbeit ist optimal.
Nur - mann muss es sich auch leisten koennen, eine Viertel-stelle anzunehmen. Wuerde ich das tun, muesste ich, um irgendwie ueber die Runden zu kommen, insgesamt drei Jobs behalten und wuesste nicht, wie schnell ich von einem zum anderen komme.
Das sieht nach heftigem Stress aus, und ich werde es nicht koennen.
Zurzeit komme ich mehr als gut aus, mit den beiden Jobs. Das ist meine Grundlage, auf der ich weiter suchen werde.
Wirklich schade. Ein bisschen muss ich noch dieser wunderbaren, interessanten Arbeit hinterher trauern.

Montag, 14. Dezember 2009

Viele Möglichkeiten ...

...tun sich im Moment auf. Die Frau, die eine Hilfe fuer einige Stunden am Tag suchte, betreue ich seit gestern. So, wie es aussieht, werde ich mich durch diesen zusaetzlichen Job komplett finanzieren koennen. Nun springe ich zwischen den beiden Damen hin und her, nur gut, dass sie nur ein paar Strassen voneinander entfernt wohnen. Von 10-12h die eine Dame, mittags zur anderen bis um 3. , danach wieder zur ersten, oder aber zum Ulpankurs.
Was letztlich dabei rauskommt, werde ich abwarten, denn es haben sich schon ein paar Aenderungen ergeben.
Finanziell sieht es aber ganz gut aus, selbst wenn es nicht soviele Stunden werden sollten, wie vorgesehen.

Heute hatte ich noch dazu ein "richtiges" Vorstellungsgespraech, im Hadassah-hospital am Skopusberg.
Eine Abteilung, die Menschen mit "Dysautonomia Mishpachtit" - einer sehr seltenen Gen-erkrankung - behandelt, sucht eine Sozialarbeiterin fuer eine Viertelstelle. Es ist eine unglaublich interessante Arbeit und die zustaendige Aerztin war schon deshalb geneigt, mich einzustellen, weil ich in meinem ersten Beruf Krankenschwester bin. Da ich seit 10 Jahren nicht in diesem Beruf gearbeitet habe, wird mein Examen hier nicht anerkannt. Dennoch - mit diesem Hintergrund bin ich fuer diese Arbeit wirklich geeignet.
Ob mein Diplom als Sozialarbeiterin hier anerkannt wird, weiss ich fruehestens am Donnerstag, wenn das Gremium getagt hat.
Finanziell ist es keine grossartige Verbesserung, da ich einen Teil meiner jetzigen Arbeit aufgeben muesste, und dafuer taeglich eine Busfahrt von einer halben Stunde (eine Fahrt) auf mich nehmen muss, nur um fuer 2 Stunden meiner Arbeit nachzukommen.
Das alles gilt es zu ueberdenken, bevor meine Euphorie mit mir durchgeht. Fuer eine interessante Arbeit wuerde ich naemlich durchaus auf etwas Geld verzichten, aber wenn es so eng wird, dass das Ueberleben nur mit 3 oder 4 Jobs gleichzeitig funktioniert, muss ich versuchen, vernuenftig zu sein.
Schliesslich haben sich bisher wirklich mehr als genug Moeglichkeiten aufgetan, so dass ich mit meinen jetzigen Jobs auch weiter auf die Suche gehen kann.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Ich distanziere mich

Ich distanziere mich als Mensch und als Juedin entschieden von den verabscheuungswuerdigen Vorkommnissen in einem Dorf in der Westbank. Gewalttaetige Siedler haben eine Moschee verwuestet und angezuendet. So wollten sie ihren Unmut zum Ausdruck bringen, gegen die Entscheidung, die Bautaetigkeiten in den Siedlungen fuer Monate einzufrieren.
Nichts rechtfertigt solch eine Tat.
G-tt sei dank gibt es noch viele Menschen, die diese Tat verurteilen. So auch eine grosse Gruppe von Siedlern, die heute eine Kopie des Korans an Palaestinenser uebergeben wollten, als Zeichen dafuer, dass sie diese
Tat verurteilen und als Geste. HIER kann man den Artikel und die Hintergruende nach lesen.

Chanukka - 3. Kerze


















Auf dem Weg von der Arbeit nachhause begegnen mir in diesen Tagen viele dieser wunderschoenen Chanukkiot in Glaskaesten vor den Tueren. Im naechsten Jahr werde ich mir auch solch eine Chanukkia zulegen. Zurzeit muss es noch eine preiswerte Version mit Mini-kerzen tun.
Nichtsdestotrotz bedeutet mir das Fest sehr viel, da es das erste Fest war, welches ich auf meinem Weg zum Judentum gefeiert habe, und jetzt das erste im Land.
Und - dass immer wieder kleine Wunder geschehen, habe ich in den letzten 2 Monaten am eigenen Leib erfahren.
Chag sameach!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Parashat haShavua und CHANUKKA


















Unser woechentlicher Vortrag von Rav Benni Lau zur Parashat HaShavua ist zu lang, um ihn wiederzugeben, aber ich versuche ein paar Aspekte aufzugreifen und zusammenzufassen.
Gibt es eine Verbindung zwischen Parashat Vajeshew und Chanukka?
Rabbiner Benni Lau riet uns, den Namen G-ttes in der Parasha zu suchen. Wann erscheint zum ersten Mal G-tt in unserer Parasha?
Nicht in Anwesenheit von Josefs Bruedern, nicht beim Vater, sondern mit Josef. Josef ist immer von G-tt umgeben, er lebt mit G-tt, als Begleiter.
Als die Brueder sich erschrecken, als sie Angst haben, erst da rufen sie: " Was hat G-tt uns da getan?" Vorher kein Wort von G-tt.
Sie verbinden die Angst mit G-tt, fuer sie ist G-tt, wenn er erscheint ein strafender G-tt. Josef sagt zu ihnen: " Ich fuerchte G-tt."
Aber er meint nicht dieselbe "Furcht". Er fuerchtet G-tt, er hat grosse Ehrfurcht. Und diese Ehrfurcht gibt ihm Sicherheit. Aus seiner Sicherheit heraus kann er leben. Wer aengstlich ist, lebt nicht. Wer aengstlich ist, ist blockiert, Energien zu entwickeln, Energien fuer andere Dinge, Energien zu leben.
Wer aengstlich ist, ist bereits wie tot.
Josef sagt seinen Bruedern mit anderen Worten: " Entdeckt in euch die (Ehr-) Furcht vor G-tt, eure Verbindung zum Ebenbild G-ttes. Wenn ihr diesen Funken findet, mag er noch so klein sein, wird er euch weiter fuehren, wird zu einer Flamme und gibt euch unerschoepfliche Energien und Kraefte. "
Ein kleiner Tropfen, ein Rest von G-ttesfurcht, den wir in uns wieder entdecken, kann uns - wie das kleine Krueglein reines Oel, was die Juden im Tempel fanden - ueber Meilensteine hinweg tragen, gibt uns Energien und Sicherheit, denn wir sind nicht allein.
Das, wovon wir denken, dass es niemals reichen wird, kann uns laenger tragen als jede weltliche Sicherheit, wenn wir an das Wunder in uns glauben.
Chag Chanukka Sameach und Shabbat shalom!

Einkaeufe


















Morgen werden noch die letzten Einkaeufe getaetigt vor dem Shabbat, und dieses Mal auch vor Chanukka.
Der Shuk Machane Yehuda in Jerusalem ist besonders am Freitag in den Nachmittagsstunden, kurz vor Eintritt des Shabbat, ein Erlebnis. Es wird geschrien und angepriesen, um die letzten Fruechte oder Gemuesesorten unter die Menschen zu bringen. Zu dieser spaeten Marktstunde werden die Preise drastisch nach unten gesetzt und es kann sein, dass man mit einer vollen Tasche, mit Tomaten, Obst, Paprika, Zwiebeln, Oliven nach Hause faehrt, und doch sehr wenig Geld ausgegeben hat.
Aber auch ohne Einkaeufe ist der Shuk einen Ausflug wert. An jeder Ecke riecht es anders, die Atmosphaere ist wirklich einzigartig und es lohnt sich, die Menschen von einem der kleinen Cafes aus zu beobachten.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

"Peace is not like IKEA furniture"

...so offizielle Stellen in Israel, als Reaktion auf den Vorschlag von Schweden, Jerusalem zu teilen. Den ganzen Artikel koennt ihr HIER BEI HAARETZ nachlesen. Mal eben Jerusalem wieder teilen? So einfach duerfte die Sache nicht sein, genauso wenig, wie all die Forderungen, welche Gebiete denn nun an die Palaestinenser abgetreten werden sollten. Die Welt wartet darauf, dass sich "die Parteien endlich an einen Tisch setzen", so ist es haeufig zu hoeren. Man solle doch endlich Frieden schliessen, damit die restliche Welt aufatmen kann. Kann sie es dann wirklich? Oder - will sie, die restliche westliche Welt tatsaechlich, dass Frieden ist? Ich bin nicht sicher, ob sich jeder dazu Gedanken macht, was seit dem (einseitigen!) Rueckzug aus Gaza dort passiert ist. Ich bin nicht sicher, ob jeder in Schweden oder Deutschland mitverfolgt hat, wieviele Raketen von Gaza aus den Frieden in der Region verhindert haben, und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt haben, BEVOR der Krieg in Gaza begann. Wer das nicht weiss, kann sich einmal nach Sderot begeben, dort wurden alle aufgefundenen und eingeschlagenen Geschosse gesammelt und ergeben eine beeindruckende, traurige und fuer sich sprechende Sammlung.
Nein, so einfach wie das Aufbauen eines Ikea-Schrankes duerfte der Frieden hier nicht sein. Oder doch? Wie jeder weiss, sind die meisten Gegenstaende von IKEA fehlerhaft. Entweder es fehlen Schrauben, oder die Anleitung zum Aufbau ist unverstaendlich. Hat man es endlich geschafft, koennte es sein, dass das Moebelstueck doch noch zusammenfaellt.
Wenn so der Frieden aussehen soll, ist der Vergleich doch gar nicht so unpassend.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Impressionen aus Tel Aviv







































































































































































Deutsche Botschaft Tel Aviv - 19. Stock!



































Heute war mein Termin bei der Deutschen Botschaft in Tel Aviv. Die freundliche Dame, die meinen "Fall" bearbeitet und meinen Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbuergerschaft unterstuetzen wird, hat mit mir besprochen, wie es weiter geht.
Dass in Deutschland mein Antrag abgelehnt werden sollte, konnte sie nicht verstehen, auch die Begruendung nicht ( dass es "rein private Interessen seien, die dafuer sprechen, dass ich die deutsche behalten moechte.."). Sie meinte, da habe jemand absolut keine Ahnung gehabt.
Es ist aber noch komplizierter als ich dachte. Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Bundeslaendern. Fuer Bayern beispielsweise ist die Annahme der israelischen St. ein Grund fuer die Entziehung der deutschen.
Nordrhein-Westfalen sieht das zum Glueck nicht so.
Daher besteht doch eine begruendete Hoffnung, dass ich sie behalten darf. Ohnehin haette mir niemand meinen Reisepass wegnehmen duerfen, der noch bis 2015 gueltig ist. Was danach gewesen waere, wenn ich in der Zwischenzeit die israelische angenommen haette, kann man nicht so genau sagen.
Es waere auf alle Faelle noch komplizierter geworden und es waeren weitaus mehr Dokumente noetig ( Geburtsurkunde, Geburtsurkunde der Kinder!, Ausbildungsnachweise aus Deutschland, Nachweise, bzw. Arbeitszeugnisse, die belegen, dass ich in Deutschland gearbeitet habe, usw, usw)
Nun heisst es ca. 2-3 Monate auf die Entscheidung warten.
Und bitte keine Nachfragen mehr, warum ich denn unbedingt meine deutsche St. behalten moechte, ob ich eine "Rueckversicherung" brauche, etc.
Denjenigen, die mir solche Fragen stellen sei gesagt: Ich bin ueber 50, und suche in einem neuen Land Arbeit ( das ist schon in Deutschland schwierig), weiter habe ich eine alte Mutter und zwei Kinder, die in Deutschland sind. Ihnen kann auch einmal etwas passieren, was erfordern wuerde, dass ich zurueck nach Deutschland muss/will.
Man kann nie wissen, ob man nicht ploetzlich schwer krank wird, und mehr. Es gibt unzaehlige Gruende, die dazu fuehren, dass man die deutsche Staatsbuergerschaft eben nicht einfach so wegwirft mit den Worten einer Bekannten: "Ich will nichts mehr von Deutschland, Deutschland kann mich mal.."
Ich fuehre keinen inneren Krieg mit Deutschland, auch wenn dort einiges schwieriger ist, wenn man ein juedisches Leben fuehren will. Ich bin in Deutschland aufgewachsen und durch das deutsche Sozialsystem bereits im letzten Jahr aufgefangen worden, nach meiner nicht geplanten fruehen Rueckkehr aus Israel.
Alles in allem waere es ziemlich dumm, so leichtfertig die deutsche St. aufzugeben, wo es genug Menschen hier in Israel gibt, die einiges dafuer geben wuerden, einen europaeischen Pass zu besitzen.
Ich hoffe, damit sind alle interessierten Fragen einigermassen beantwortet. Verstehen muss man meine Entscheidung aber nicht.







Montag, 7. Dezember 2009

Abends auf der "Emek Refaim"





Chanukka steht vor der Tuer


















Nicht, dass ihr denkt, wir haetten kein kitschiges Lichterfest zu bieten, hier in Jerusalem.

Fernsehanschluss und Telefon!


















Ich kann fernsehen! Wie herrlich. Nun kann ich Nachrichten, Dokumentarfilme oder einfach nur "Soaps" verfolgen, und auch ueber diesen Weg ein wenig Sprache lernen.
Mein Telefon funktioniert auch, nach einem kurzen Aussetzer gestern abend, so dass man mich auch von Deutschland aus ueber eine guenstige Vorvorwahl erreichen kann.
Bis es soweit war, muss ich gestehen, gab es erhebliche sprachliche Huerden. Es fing alles so einfach an. Ich rief bei HOT an und erklaerte der netten Dame, dass ich einen Anschluss haben moechte, fuer TV, Internet und Telefon. Dann ging es ans "Eingemachte", d.h. sie erzaehlte mir etwas von Paketen und Modems, ohne dass ich wusste, wovon sie sprach. Erst spaeter, als ich aufgab und eine Freundin in Haifa einschaltete, die fuer mich dann die Bedingungen des Vertrages aushandelte und in Erfahrung brachte, kamen wir weiter. Wichtig war mir 1. mich nicht ueber zuviele Jahre festlegen zu muessen (3 sind normal, Mindestlaufzeit sind 2 Jahre), 2. einen guenstigen Tarif fuer Auslandsgespraeche zu bekommen.
Jeder weitere Schnickschack (Musiksender, spezielle auslaendische Sender oder Kinderkanaele) ist fuer mich ueberfluessig.
Nachdem meine Freundin alles abgeklaert hatte, die wichtigsten Fragen geklaert hatte, sprach ich selbst wieder mit der Dame von HOT. Die Frage des "Abbuchens" meiner Rechnung warf neue Probleme auf. Da ich bei der Bank noch nicht berechtigt bin, eine Kreditkarte zu bekommen, musste ich stattdessen eine Art "Genehmigung" von der Bank einholen, damit meine Rechnung abgebucht werden darf.
Das Dokument, was auszufuellen war, wurde mir per Fax zugesendet. (Da ich kein Faxgeraet habe, liess ich es zum "Ergun Oleh Mercaz Europa" schicken) Mit diesem Vordruck ging ich zur Bank, in der Erwartung, dass alles nun sehr schnell gehen wuerde.
Aber es stellte sich heraus, dass dieses Dokument nicht von der Zweigstelle abgesegnet werden darf, die Bankangestellte musste es zu einer dafuer vorgesehenen Stelle schicken. Der ganze Vorgang wuerde eine Woche dauern.
Vorher aber durfte mir die Dame von HOT keinen Termin fuer den Anschluss machen.
Nach dieser Woche ging es relativ schnell. Gestern kamen die Mechaniker und legten mir einen Anschluss.
Mit der Firma, die die Kabelnutzung zur Verfuegung stellt, macht man einen gesonderten Vertrag. Das ist verwirrend.
Was mich etwas stoert ist, dass bei meiner Mini-wohnung enorm viel Platz fuer Modem, noch ein Modem, Kabelsalat draufgeht.

Aber einfach gemuetlich mit einer Decke auf der Couch sitzen und bei einer Tasse Tee und Kerzenlicht das abendliche Programm auf sich einplaetschern zu lassen, war ein Fest!


Samstag, 5. Dezember 2009

Kultur - und Freizeitangebote mehr als Zeit!

Shavua tov! Ich kann gar nicht ueberall dort hingehen, wo es mich hinzieht. Es fehlt einfach die Zeit. An Angeboten mangelt es nicht.
Heute gehe ich mit meiner Freundin Chana in die Cinemateque, dort gibt es gleich zwei Filme, fuer die wir uns interessieren. Mal sehen, ob wir Karten bekommen. Danach werden wir in eine Chabad-Familie gehen. Dort gibt es einen Shiur zur spaeten Stunde, eine Art Melawe Malka. Eigentlich wollte ich zum Kulturzentrum, dort gibt es von 8.30 pm bis 1.30 Rikudej Am (Volkstaenze) zum Mitmachen. Leider reicht die Zeit nicht fuer alles, ansonsten muss ich auf viel Schlaf verzichten.
Also wird die Tanzstunde warten muessen bis dienstag.

Freitag, 4. Dezember 2009

Shabbat shalom! שבת שלום


















Shabbat shalom, ein ruhiges Wochenende fuer alle Leser aus dem sonnigen Jerusalem.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

" Je schuldiger die Juden, desto unschuldiger die Deutschen"

Auf diese heisse Diskussion moechte ich meine Leser hinweisen. Bei Spiegelonline nachzulesen sind Auszuege aus dem Briefwechsel zwischen Erich Follath und Henryk M. Broger, die urspruenglich nicht zur Veroeffentlichung vorgesehen waren.
Unter anderem nannte Follath in einem Essay den iranischen Praesidenten Mahmud Achmadinedschad und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in einem Atemzug. Er nannte die beiden "Zwillinge im Geiste", "beide gefangen in der Absolutheit ihres Anspruchs, beide besessen von einer messianischen Mission."
Noch ein Zitat aus dem Briefwechsel, geschrieben von Follath:
"(..).was wir doch alle empfinden, die wir dieser Tage sehenden Auges durch Israel reisen, naemlich dass das Land selbstmoerderisch nach rechts rueckt, dass die Gleichgueltigkeit gegenueber dem Leid der Palaestinenser staendig waechst...(..)"
Aber der Leser moege sich selbst ein Bild machen und sich den Beitrag moeglichst bis zum Ende zu Gemuete fuehren.
Ich fuer meinen Teil werde diesen Artikel nicht kommentieren, sondern denke mir meinen Teil.

Grosspackungen!


















Wahrscheinlich ist der Kinderreichtum der Grund dafuer, dass ich nirgends kleine Packungen mit Toilettenpapier entdecke. Alles wird "en gros" gekauft, so muss ich als Einzelhaushalt mir gleich immer 32 Rollen Toilettenpapier kaufen.
Nun ja - so kann nichts schiefgehen.

Endlich warmes Essen moeglich!


















Endlich habe ich mir eine kleine Kochplatte und einen Topf gekauft. Mein wirklich unglaubliches Nachholbeduerfnis nach warmem Essen fuehrte dazu, dass ich sofort Nudeln gekocht habe und sie anschliessend mit Pesto buchstaeblich in mich hineingestopft habe.
Herrlich! Nun kann ich mir auch wieder fuer den Shabbat-salat Eier kochen.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Meine ersten Deutschschueler - unglaublich nett!

Durch eine Freundin habe ich meine ersten Schueler! Sie lernen an der Hebrew-University deutsch und wollen ihre Faehigkeiten beim Schreiben und Lesen der deutschen Sprache verbessern.
Wir habe uns soeben im Cafe getroffen, um die Modalitaeten abzustecken. Ich weiss, wie schwer es ihnen faellt, das Geld fuer die Deutschstunden locker zu machen, und wenn ich nicht selbst mein Brot verdienen muesste, waere ich ihnen noch mehr entgegen gekommen mit dem Preis. Es ist so schoen zu sehen, dass junge Menschen Geld fuer Bildung ausgeben, fuer Bildung, die ueber das normale Mass hinausgeht. Das beeindruckt mich.
Soll ich ehrlich sein? Diese Art zu leben faengt an, mir Spass zu machen. Wenn nicht das Sicherheitsdenken auch seinen Platz einnehmen wuerde, wuerde ich fast sagen, es ist spannend und enorm interessant, so zu leben. Es passiert immer etwas, staendig tun sich neue Moeglichkeiten auf, Geld zu verdienen. Es ist nie das grosse Geld, aber wahnsinnig abwechslungsreich.
Wir werden uns nun einmal pro Woche fuer 1 1/2 Stunden treffen und deutsch lernen.
Viele kleine Jobs sind manchmal viel erfrischender und motivierender als alles andere. Zumindest fuer eine Zeitlang.
Es ist wirklich schoen, auch diese Art des Lebens in meinem Alter noch kennen zu lernen.

Weiter auf Arbeitssuche

Nach einem Seminar beim Arbeitsamt, das ueber zwei Tage lief, und nach mehreren Gespraechen mit Freunden, habe ich die Arbeit im Kindergarten doch nicht angenommen.
Der Hauptgrund ist die Bezahlung, die sehr nahe am Mindestlohn ist und die Erwartung, am Freitag zu arbeiten, was hier niemand will.
Die Seminarleiterin vom Arbeitsamt hat mir noch einmal eindringlich klargemacht, dass mir diese Zeit dann verloren geht, um weiter Arbeit zu suchen.
Wenn es das ist, was ich schon immer machen wollte, so sagte sie, dann wuerde sie mir dazu raten, aber wenn ich noch etwas Zeit habe, auch noch Geld im Ruecken, so dass ich nicht sofort verzweifelt alles annehmen muss, was sich bietet, dann wuerde sie an meiner Stelle weiter suchen.
Ein Freund von mir hatte mir bereits am Donnerstag das Gleiche gesagt.
Das Seminar war, obwohl ich die Inhalte bereits kannte, doch noch einmal sehr aufschlussreich. Wir haben ausfuehrlich Lebenslaeufe besprochen und wie wir unsere Berufserfahrungen formulieren. Auch, ob wir etwas erwaehnen, und wo, war Thema.
Das Ziel war, zu einem Vorstellungsgespraech eingeladen zu werden und nicht mit dem Lebenslauf direkt im Abfall zu landen.
Eine Frau mit fuenf Kindern, meinte, gerne wuerde sie ihr Alter und ihre Kinderzahl nicht erwaehnen, da sie weiss, was sich im Kopf eines Arbeitgebers abspielt. (kranke Kinder, Fehlzeiten usw..)
Die Seminarleiterin nahm uns erst einmal den Zwang alles erwaehnen zu muessen. Weder die Kinderzahl, noch unser Familienstand muss zwingend in den Lebenslauf, es sei denn, das wuerde uns weiterbringen.
Mein deutsches Gehirn war gar nicht so flexibel, ueberhaupt in Erwaegung zu ziehen, etwas wegzulassen.
Alles in allem sehr aufschlussreich.
Morgen reiche ich alle Unterlagen beim Ministry of Social Affairs ein, die fuer die Beantragung der Anerkennung noch fehlen.
Eines habe ich durch die Moeglichkeit im Kindergarten jedenfalls gemerkt. Vieles ist moeglich, sollte es in absehbarer Zeit finanziell eng werden. Daher schiebe ich meine Panik mal noch eine Zeitlang zurseite.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Theaterabend in Jerusalem

Ein Theaterabend der besonderen Klasse. Das Orchester "Kamerata" stand heute auf dem Programm. Ich bekam von einer "Mitschuelerin" meines Ulpankurses eine Freikarte, da sie im Orchester Geige spielt.
Es gab einen besonderen Leckerbissen. Edmar Castenada mit seiner elektrischen Harfe war da und hat die Zuschauer mitgerissen durch sein Talent! HIER koennt ihr eine Kostprobe seines Koennens erleben.

Montag, 30. November 2009

Wieviel muss man sich gefallen lassen?

Wieviel an Demuetigung muessen sich "Ueberlebende der KZs" gefallen lassen? Denn nur als Demuetigung kann ich die Aussage des Verteidigers von Demjanjuk werten. (Im Spiegel-online nachzulesen) Er sagt dreist : "Demjanjuk steht auf gleicher Stufe wie die KZ-Ueberlebenden, da er auch auf deutschen Befehl in Sobibor habe arbeiten muessen."
Darf man solche Saetze ungestraft von sich geben? Noch dazu als Verteidiger? Wie fuehlt man sich wohl, wenn man jemanden verteidigt, der am Tod von mehr als 27.000 Menschen beteiligt war?
Rechtsanwaelte verteidigen oft Menschen, von dessen Unschuld sie nicht immer ueberzeugt sind. Das ist ihr Beruf und ich beneide sie daher wahrhaftig nicht.
Aber in diesem Falle?
Warum verteidigt man solch einen Mann? Doch nicht, weil man von seiner Unschuld ueberzeugt waere... Ist es nicht eher so, dass einem Verteidiger in einem derartigen Prozess, der von der Oeffentlichkeit minutioes verfolgt wird, grosse Aufmerksamkeit zuteil wird? Womoeglich wird er nach dem Prozess ein gemachter Mann sein, jeder wird ihn kennen, auch wenn diese "Beruehmtheit" einen sehr bitteren Beigeschmack hat.
Muss man als Verteidiger sein Gewissen hinten anstellen?
Gab es nicht einen Satz : "Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen moechte.." So fuehlt es sich jedenfalls fuer mich an, wenn ich so etwas lese.

Kaum zu glauben!

Ich kann es kaum glauben, was da ueber den "Demjanjuk-Prozess" bei Spiegel-online berichtet wird.
Kann es sein, dass Demjanjuk fuer verhandlungsunfaehig erklaert wird? Kann es sein, dass aufgrund der jahrelangen Schlamperei der Justiz nun aus dem gross angekuendigten Prozess eine riesige Enttaeuschung wird? Vor allem wohl fuer die Nebenklaeger, die Nachkommen derjenigen, die durch Demjanjuks Mithilfe umkamen. Spiegel-online zeigt auf, dass die Fakten bereits seit Jahren vorlagen, die Aktenlage sich keinesfalls ploetzlich geaendert hat, sondern eher deshalb auf Demjanjuks Abschiebung gepocht wurde, weil die "Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklaerung nationalsozialistischer Verbrechen" in Ludwigsburg kurz vor den Feiern zum 50-jaehrigen Bestehen stand. Es folgte Beifall aus aller Welt und die Befoerderung des Behoerdenleiters zum leitenden Oberstaatsanwalt.
Niemand hat sich all die Jahre dafuer interessiert, bzw. wurden auch andere Verbrecher, die aehnliches wie Demjanjuk auf dem Gewissen hatten, nicht strafrechtlich verfolgt.
Was sagt das ueber uns, ueber Deutschlands Einstellung zu den Nazi-Verbrechen aus?

Der Shalit "deal" - was wir erfahren

... ist zurzeit nicht viel, ausser, dass etwa 980 Gefangene im Gegenzug fuer Gilads Heimkehr freigelassen werden. Die Liste wird nicht veroeffentlicht, jedenfalls nicht in diesem Stadium der Verhandlungen. (HIER bei Haaretz nachzulesen)
Ehrlich gesagt, wird es langsam Zeit, dass etwas passiert. Man kann so gar nicht glauben, dass der Tag wirklich nahe sein soll, an dem Gilad, der entfuehrte Soldat endlich nach Hause kommt. Und immer noch wird diskutiert, ob der Preis nicht zu hoch ist, denn schliesslich geht es nicht nur um die unglaubliche Zahl von fast 1000 Gefangenen, sondern auch darum, weswegen sie in israelischen Gefaengnissen sitzen. Die Planung von vielen Terroranschlaegen mit zahlreichen Opfern, Kindern, Frauen, Jugendlichen geht auf ihr Konto.
Und noch einmal - beide Seiten sind abzuwaegen, immer wieder fragen die Moderatoren im Radio Menschen, die gegen den hohen Preis sind: "Und wenn es Ihr Kind waere, das da seit 3 Jahren in Gefangenschaft sitzt?"

Samstag, 28. November 2009

Shabbat in Alon Shwut

Es war ein angenehmer Shabbat mit vielen Menschen, die von innen strahlen. Alon Shwut ist eine religioese Siedlung, bzw. Jeshuw.
Wie immer war es bei der Rabbinerfamilie angenehm zwanglos. Eine Tochter kam mit Mann und ihren drei Kindern zum Shabbatessen.
Dort werde ich jedes Mal herzlich empfangen, wohl auch, weil der Rabbiner Mitglied eines Beit Din ist und sich sehr fuer Menschen einsetzt und interessiert, die Giur machen oder hinter sich haben. "Es ist jedes Mal eine andere Geschichte, die dahinter steckt, und jede ist interessant." sagt er.
Er hat eine hohe Meinung von Menschen, die konvertieren und hilft gern, wo er kann. Etwas abseits, auf einem Huegel befinden sich etwa 20 Karawane. Dort wohnt zurzeit ein junges Paar, das ich ueber eine Freundin kennen lernte. Beide kommen urspruenglich aus Lettland und sind seit einem Jahr verheiratet. Der Giurverlauf des Mannes ist unglaublich steinig gewesen.
Er hat hier in Israel angefangen, in einer Jeshiwa zu lernen, die Behoerden habe ihm jeden Stein, den es gibt in den Weg gelegt, das begehrte Visum, was fuer einen Giur benoetigt wird, um im Land bleiben zu koennen, immer wieder hinausgeschoben, bis er dann des Landes verwiesen wurde, zurueck nach Lettland. Er solle nach ein paar Monaten wieder kommen, dann waere "bestimmt alles geregelt". Nichts war geregelt als er einige Zeit spaeter voller Hoffnung wieder eingereist ist. Seine Akte war "verschwunden" mit allen Papieren in Originalausfuehrung. Erst, als er sich verzweifelt an den Rabbiner wendete, der mit ihm zum Innenministerium ging, um dort beherzt nachzufragen, ging es langsam vorwaerts. Vorwuerfe wurden ihm auch noch gemacht, er habe schlecht ueber die Behoerde geredet.
Als er endlich seinen Giur hatte, konnten die beiden heiraten und leben nun in einem der Karawane, sehr einfach, aber auch sehr gluecklich.
Heute mittag war ich bei ihnen zum Essen eingeladen. Sie waren sehr stolz auf ihr kleines Reich.
Ich habe beim Gang zurueck zur Familie des Rabbiners darueber nachgedacht, was fuer ein Gesicht die meisten Menschen in Deutschland machen wuerden, wenn sie diese Einfachheit sehen wuerden. Es waere fuer viele nicht fassbar, wie man solch ein Leben fuehren kann, jenseits jeglicher Luxusgueter. Sogar mein kleines bescheidenes Heim ist dagegen Reichtum.
Die Ruhe in Alon Shwut hat gut getan. Weit reicht der Blick ueber das wunderbare Land.
Wieder zurueck im "pulsierenden Leben" hier in der Moshava Germanit nehme ich die Bilder der urspruenglichen Natur mit in die neue Woche.

Freitag, 27. November 2009

Shabbat shalom - שבת שלום


















Die Sonne scheint, es ist ein wunderbarer Tag und ich werde mich gleich auf den Weg nach Alon Shwut machen.
Ausser der Rabbinerfamilie, von der ich eingeladen bin, werde ich noch ein junges Paar besuchen, die sich dort niedergelassen haben.
Shabbat shalom!

Totmuede aber heute reich beschenkt

Totmuede komme ich von einem Konzert im "Schrein des Buches", im Israelmuseum. Es gab eine wundervolle Darbietung von Piutim (gesungene Gebete, Psalme, Shabbatgesaenge) mit sehr oestlichen Melodien.
Der Chor, in dem meine Freundin Chana auch mitsingt, stand direkt vor den " Rollen vom Toten Meer. Die Akustik war hervorragend und das Publikum trotz der spaeten Stunde zahlreich.
Vorher habe ich in einer Reform-gemeinde ein Konzert mit Chassidischen Klaengen und Gesaengen besucht.
Es war fast fuer einen Abend zuviel des Guten.
Morgen mittag fahre ich nach Alon Shwut. Dort wohnt ein Rabbiner, den ich seit einem Jahr kenne und der mir stets Hilfe angeboten hat. Er haelt sehr viel von Menschen, die Giur machen und war selbst in einem Beit Din als Rabbiner taetig. Nachdem ich im letzten Jahr wieder zurueck nach Deutschland geflogen bin, hat er und seine Familie mir sehr regelmaessig durch Mails "Staerkungen" aus Israel geschickt. Ich bin ihm und seiner Frau, die mich schon oft zum Shabbat eingeladen haben, sehr dankbar. Es sind einfach sehr menschliche Menschen.
So bin ich auch morgen eingeladen, den Shabbat dort zu verbringen. Am Motzei Shabbat werde ich wieder nach Hause, nach Yerushalaiym zurueckkehren.
Shabbat shalom an alle meine juedischen Leser. Den anderen ein wundervolles Wochenende und einen geruhsamen Sonntag!

Donnerstag, 26. November 2009

Zusaetzliche Arbeit?

....von wegen Babysitter. Vor lauter Bewerbungen weiss ich schon gar nicht mehr, wem ich e-mails mit meinem Lebenslauf geschrieben habe.
So kam ich heute morgen in einen kleinen privaten Kindergarten. Eine Gruppe von ca. 25 Kindern erwartete mich. Die Kindergartenleiterin schickte mich gleich zu den Kindern, um zu sehen, wie ich mit ihnen umgehe.
Sie waren wirklich suess, haben gerade Kreisel fuer Chanukka gebastelt und waren sehr schnell warm mit mir.
Nun habe ich eine Entscheidung zu treffen. Die Leiterin will mich einstellen. Es koennte richtige versicherungspflichtige Arbeit werden, nur leider schlecht bezahlt. In der Stunde bekommt man netto 26 NIS. ( Ich habe in Bekleidungsgeschaeften nachgefragt, dort ist die Bezahlung aber noch schlechter, ca. 21 oder 22 NIS). Ich wuerde 20 Stunden in der Woche arbeiten.
Nachteil 1 : Auch am Freitag muesste ich arbeiten, von 9.30h bis 13h.
Nachteil 2: Ich werde viel schlechter bezahlt als bei der alten Dame. (bei ihr bekomme ich 40 NIS)
Nachteil 3: Es wird auf keinen Fall leichte Arbeit mit so vielen Kindern.

Vorteil 1: Es ist nur 2 Strassen weiter.
Vorteil 2: Ich kann noch an 4 Tagen vormittags weiter die Arbeit bei der alten Dame machen.
Vorteil 3: Es ist versicherungspflichtige Arbeit.
Vorteil 4: Ich haette zusammen mit der anderen Arbeit 3200 NIS.
Mit meinen Sal - Klita- Zahlungen, ( nochmal 1300 NIS) die noch bis Juni laufen, koennte ich mich so komplett finanzieren, muesste nur fuer Luxus meine Ersparnisse anruehren.
Noch ein Vorteil: Falls ich mich in der Zukunft irgendwo anders bewerbe, koennte ich Erfahrung vorweisen, zumindest fuer diesen Bereich.

Also denke ich, dass ich - wenn ich heute abend mit der Leiterin die Einzelheiten besprochen habe - zusagen werde.

Mittwoch, 25. November 2009

Kino - Erster Film in Jerusalem

Heute war ich zu meinem ersten Film in Jerusalem eingeladen. "5 Stunden entfernt von Paris" heisst er auf hebraeisch. "Five hours from Paris", mit Dror Keren, einem meiner Lieblingsschauspieler.
Wer hineinschnuppern moechte, hier ist ein Trailer mit englischen Untertiteln.
Ein Film ohne Happyend, mit witzigen Szenen, eine Liebesgeschichte der besonderen Art mit guter Filmmusik.
Empfehlenswert!

Babysitter - Kindermaedchen

Morgen frueh stelle ich mich in einem Haushalt ganz in meiner Naehe vor. Ich hatte mich auf eine Anzeige beworben. Man sucht eine Art "Kindermaedchen". Die Mutter hat mich gerade angerufen und eigentlich sucht sie jemanden, der Erfahrung vorzuweisen hat.
Nun - ich hatte mich deshalb beworben, weil ich denke, eine Mutter von 2 Maedels, - auch wenn sie jetzt erwachsen sind - hat genug Erfahrung mit Kindern.
Daher werden wir uns morgen frueh treffen, um zu schauen, ob es passt. Einen zweiten Job koennte ich gut gebrauchen.

Fachhochschule in Bochum

Eine freudige Ueberraschung auf dem Weg zur Anerkennung. Ich habe per e-mail meine Fachhochschule angeschrieben, um die erforderlichen Bestaetigungen der Praktika zu erhalten.
Man hat mir sofort nach einem Tag geantwortet, die Unterlagen zusammen getragen und schon auf den Postweg gebracht. Wow!
Nun warte ich und hoffe sehr, dass es nicht regnet, wenn die wichtige Post kommt, da mein Briefkasten nicht sehr dicht ist und direkt vor der Tuer im Freien haengt, ungeschuetzt vor Wasser von oben.
Nun werde ich noch 240 NIS zahlen muessen (Verwaltungsgebuehr), meine Originale einmal beim Ministry of Social Affairs vorzeigen und dann heisst es, auf den Termin am 17. Dezember warten.
Es waere schon toll, auch hier in Israel anerkannt zu sein als Dipl.Sozialarbeiterin, denn ich habe von jemandem eine Internetseite gezeigt bekommen, auf der es nur Jobangebote fuer Sozialarbeiter gibt. Und das sind nicht wenige. Wahrscheinlich zu einem Hungerlohn, aber damit hatte ich ja gerechnet.
Haeufig sind es auch keine Ganztagsstellen.

Umfrageergebnis von "Israel hajom"

Laut Umfrageergebnis von "Israel hajom" sind 73% der Befragten fuer den Gilad-Deal, 18% dagegen, 9 % "haben keine Meinung".
Geht es um den Austausch mit Terroristen die "Blut an den Haenden haben", sind noch 52 % dafuer, 25% dagegen und 23 % "haben keine Meinung".
Interessant finde ich, dass bei der Frage, ob Terroristen mit Blut an den Haenden freigelassen werden sollten, die Prozentzahl derer enorm ansteigt, die keine Meinung haben.
Es ist ja auch keine leichte Entscheidung. Schliesslich haben wir immer Gilad, den jungen Mann und seine Eltern vor Augen.
Gesagt werden sollte aber auch, dass es Menschen gibt, die Angehoerige durch einen Terroranschlag verloren haben, und dennoch dem "Deal" zustimmen.
So eine junge Frau, die ihren Vater beim Terroranschlag 2003 im "Cafe Hillel" in Jerusalem verlor.
Sie schrieb einen Brief an die Regierung, dass sie sogar zustimmen wuerde, die Moerder ihres Vaters auf freien Fuss zu setzen im Gegenzug zur Befreiung von Gilad.
"...Mein Vater wird nicht mehr zurueckkommen.Gilad Shalit lebt und wir muessen ihn zurueck nach Hause holen!"

"Shalit Deal" - dafuer oder dagegen?

Die Radios laufen sich heiss mit Sendungen, die zum Inhalt haben, den Hoerer nach seiner Meinung zum "Shalit-Deal" zu befragen. Zurzeit hoert es sich so an, als sei ein nicht geringer Teil der Bevoelkerung gegen den "Deal".
Es ist schwierig, sich von den Emotionen zu loesen, die der seit 3 Jahren in der Gefangenschaft der Hamas sitzende Gilad wohl in jedem von uns ausloest. Auch und gerade mit den Eltern kann man sich sofort identifizieren. Was fuer eine Hoelle, das Kind ueber eine so lange Zeit in den Klauen der Terroristen zu wissen. Wie lebt er? Hat er Hunger? Muss er frieren? Wie behandelt man ihn? Was denkt und fuehlt er wohl nach einem Jahr, zwei Jahren, drei Jahren? Was fuer eine Art Beziehung hat er mit denen, die ihn versorgen, ihm Essen bringen, ihn "bewachen" muessen? Mich interessiert auch diese psychologische Komponente der Entfuehrung, denn es ist erwiesen, dass Entfuehrungsopfer sich nicht selten mit den Entfuehrern - oder mit einem Teil von ihnen - identifizieren koennen.
Seit drei Jahren ist der "Alltag" fuer Gilad ein anderer, wir koennen uns das auch mit groesster Anstrengung nicht vorstellen.

Der andere Aspekt des Deals ist der Preis, den Israel zahlen wird, um Gilad freizubekommen. Die, die freigelassen werden, werden Terroristen sein, die den Tod vieler Menschen auf dem Gewissen haben, brutal geplant. Ich habe gestern mit einer Freundin ein Buch angeschaut und die Bilder noch einmal angesehen, von einigen der Anschlaege in Jerusalem. Die Terroristen kamen nicht selten mit vielen Kilogramm Sprengstoff, die Bomben enthielten tausende von Naegeln, die sich dann bei der Explosion in der Koerper, den Kopf der Opfer bohrten, die Opfer sind teilweise lebendig auf ihren Sitzen in Autobussen verbrannt. Die Taeter hat nicht interessiert, ob sie Frauen, Saeuglinge oder Kinder treffen, nein, auch das war bewusst geplant, nicht nur in Kauf genommen.
Diese Menschen sollen nun freikommen. Zumindest ein Teil von ihnen. Der Effekt ist jetzt schon vorauszusehen. Es ist effektiv, israelische Soldaten zu entfuehren, denn Israel wird grosse Opfer bringen, um sie freizubekommen.
Dieses Fazit, was die Hamas zweifellos ziehen wird, kann und wird sehr gefaehrlich sein fuer die Zukunft aller, besonders der israelischen Soldaten.
Kann man es denen verdenken, die in diesem Fall gegen den "Deal" sind?

Dienstag, 24. November 2009

Shlomo Artzi wird 60!

.... und ich - dachte ich doch, ich bin schon recht alt - habe noch etwas Zeit, bis ich sein Alter erreiche. Wo ich wohl sein werde, wenn ich 60 bin? Wo werde ich wohnen, wo arbeiten? Bin ich gesund mit 60 und kann ueberhaupt arbeiten? Habe ich Israel hinter mir und abgehakt oder mich hier eingelebt?
Um noch einmal auf Shlomo zurueck zu kommen, auch wenn viele ihn und seine Musik nicht moegen, mir hat er einige leichte Stunden bereitet mit seiner Musik, die mir immer ein Gefuehl von Freiheit, Leichtigkeit und purem Leben vermittelt hat. Begleitet von seiner Musik bin ich in den Norden Israels gefahren, und habe in Deutschland wehmuetig an die sonnigen Tage dort gedacht.
HIER koennt ihr eine Kostprobe hoeren und auch HIER
Ich sage: Mazal tov, Shlomo und ad mea veEsrim! Bis 120!
Danke fuer das Lebensgefuehl in deinen Songs!

Montag, 23. November 2009

Terroristen bald auf freiem Fuss

Die letzten Schlagzeilen reden immer wieder vom "Shalit-Deal", der in den naechsten Tagen, mit Hilfe eines deutschen Vermittlers, stattfinden soll. Vieles findet hinter den Kulissen statt, wir erfahren nicht viel, ausser, dass es eine neue Liste von Gefangenen geben soll, die die Hamas praesentiert. Diese sollen im Gegenzug fuer die Freilassung von Gilad (irgendwie glaubt man schon gar nicht mehr daran, dass er wirklich bald bei seinen Eltern ankommen koennte....) aus den israelischen Gefaengnissen freigelassen werden. Sie freuen sich auf ihre Freilassung. Es sind unter anderem Menschen, die schwere Terroranschlaege in Israel veruebt haben.
Falls sie freikommen, werden sie sich unbehelligt neue Anschlaege ausdenken und planen koennen, die unser Leben und unseren Alltag bedrohen. Kein schoener Gedanken, auch wenn ich mir wirklich wuensche, dass Gilad endlich freikommt. Es wird - besonders in Kriegszeiten - immer sehr viel ueber die "Auge um Auge"-Mentalitaet der Israelis gesprochen (besonders in Deutschland kann man diesen Vorwurf hoeren...). Hoffentlich wird auch darueber berichtet, wieviele Gefangene denn am Ende fuer einen entfuehrten Soldaten in die Freiheit gehen. Muss der Deal nicht auch fuer die Palaestinenser seltsam anmuten? Ist ein israelisches Menschenleben so viel wert wie 70, 100, 300, 500 Leben der Palaestinenser?

Laestige Spam-Kommentare

In der letzten Zeit bekomme ich fast taeglich ueber die Kommentarfunktion franzoesische oder englische Kauderwelschkommentare, mit Links zu irgendwelchen Seiten. Eines taucht immer wieder auf: Viagra. Ich finde es ziemlich nervig und loesche sie natuerlich sofort. Hat jemand eine andere Idee, wie ich das von vornherein verhindern kann? Der Absender ist selbstverstaendlich Anonym. Vielleicht sollte ich die Anonym-moeglichkeit ausschalten.

Sonntag, 22. November 2009

Deutsches Diplom in Israel

Seit Monaten, also bereits weit vor meiner Einreise nach Israel, stehe ich im Kontakt mit dem Ministry of Social Affairs. Es gibt dort eine Abteilung, die fuer die Anerkennung auslaendischer Diplom-abschluesse zustaendig ist. Um "keine Zeit zu verlieren" hatte ich aus Deutschland zunaechst per e-mail mit der zustaendigen Sachbearbeiterin Kontakt aufgenommen. Sie hatte mir geschrieben, dass einige Dokumente eingereicht werden muessen, und ich mich entscheiden soll, ob ich das von Deutschland aus machen will oder erst in Israel diesen Prozess beginnen will. Damit ich noch die Moeglichkeit habe, erforderliche Dokumente persoenlich bei der Fachuni abzuholen, bat ich darum, den Prozess bereits in Deutschland zu beginnen. Sie versprach mir, eine Akte fuer mich anzulegen und mir mitzuteilen, was benoetigt wird. Zunaechst hiess es, ich benoetige eine Beschreibung des Diploms mindestens in englischer Uebersetzung. Bei der Fachuni haendigte man mir ein sogenanntes "Diploma Supplement" aus, was inzwischen jeder Absolvent ungefragt bekommt. Es ist ein Anhang zum Diplom in englischer Sprache, was in der EU anerkannt ist.
Ich schickte ihr dieses Dokument, zusammen mit einer hebraeischen Uebersetzung meines Diplomzeugnisses. Ich hatte es vom Ergun Jotzei Mercaz Europa schon ein halbes Jahr vorher uebersetzen lassen.
Ich bekam die Antwort es fehle ein "Tochnit Limudim" eine Art Lehrplan, welche Pflichtfaecher ich belegt habe, und mit welcher Stundenzahl.
Das gab es nicht bei der Fachuni, sondern lediglich ein Lehrplan, der aussagt, was zu dieser Zeit - vor 11 Jahren - belegt werden musste.
Ich schickte dieses Dokument per Post, da es mehr als 10 Seiten umfasste, mit der Frage, ob dies ausreicht oder ob ich die gesamten 10 Seiten uebersetzten muss.
Darauf bekam ich keine Antwort mehr, genauso wenig wie auf unzaehlige Nachfragen per e-mail oder per Post.
Es schien keine Kontakt mehr zu geben.
Nun habe ich mich zum wer-weiss-wie-vielten Male an die Sachbearbeiterin gewendet, und habe mich heute auch persoenlich auf den Weg gemacht, da gibt es ploetzlich wieder ein Lebenszeichen.
Ich war heute dort, und erfuhr, dass ich unbedingt eine Bescheinigung der Fachuni benoetige ueber die Anzahl der Stunden, die ich in Praktika taetig war waehrend des Studiums.
Haette ich das vorher gewusst, haette ich mich schon von Deutschland aus darum kuemmern koennen.
So bin ich nicht einmal sicher, dass ich solch eine Bescheinigung bekomme. Ich muss den Lehrplan zum Teil uebersetzen, genau gesagt den Teil, den ich belegt habe.
Das alles bis zum 17. Dezember, da sich an diesem Tag ein Gremium trifft, was nur alle 3 Monate zusammenkommt, und ueber die Antraege auf Anerkennung entscheidet.
Ehrlich gesagt - viel Hoffnung habe ich nicht in dieser Hinsicht.

Mein Krankenschwestern-examen ist auch kaum noch etwas wert, 1. weil ich seit 10 Jahren nicht mehr als Krankenschwester gearbeitet habe, und 2. weil ich die erforderlichen Dokumente fuer eine Anerkennung auf keinen Fall mehr bekomme. Meine Nachfrage in Deutschland ergab, dass es ueber ein Examen, was 30 Jahre her ist, keinerlei Lehrplaene mehr gibt.

Freitag, 20. November 2009

Shabbat Shalom - שבת שלום מירושלים


















Aus dem sonnigen, wieder etwas waermeren Jerusalem wuensche ich allen juedischen Lesern Shabbat shalom und den anderen ein gutes erholsames Wochenende.

Donnerstag, 19. November 2009

Idan Raichel

Am 19. Dezember wird Idan Raichel mit seinem Projekt hier im Jerusalemer Theatron auftreten. Wenn ich es schaffe, werde ich mir eine Karte besorgen. Ich bin schon sehr lange ein grosser Fan von ihm und seinem sehr vielseitigen Projekt.
Wer mag, kann sich HIER eine Kostprobe ansehen.
Oder HIER noch ein Stueck. Und HIER.

Mein Alyiatagebuch in der "Jüdischen Zeitung"

Heute habe ich von der Jüdischen Zeitung die November-Ausgabe der seit Oktober in Deutschland wieder monatlich erscheinenden Zeitung per Post erhalten. Dort ist der erste Artikel meines "Alyia-tagebuchs" enthalten. Jeden Monat wird es nun ein Update meiner ersten Eindruecke und Erlebnisse in Israel geben. Da ich dort nicht soviel Platz zur Verfuegung habe, wird es auf meinem Blog weiterhin ausfuehrlichere Berichte geben.
Leider ist die Internetpraesenz der Novemberausgabe um einiges verzoegert, so dass ich mir erst heute den Artikel ansehen konnte.

Mein soziales Netz...

...weitet sich aus. Heute habe ich eine Frau aus Deutschland getroffen, die seit mehr als 20 Jahren hier in Israel lebt. Den Kontakt hat mir ein Mann vorgeschlagen, den ich durch einen anderen Mann aus der Gemeinde kenne. Ihm wiederum wurde ich von einer Frau vorgestellt, die mir von einer anderen Frau vorgestellt wurde.
Kompliziert?
Nein, auesserst wichtig. Nur mit einem moeglichst weit verzweigten sozialen Netz kann ein Einstieg in die israelische Gesellschaft gelingen. So schaetze ich die Lage ein, was mir auch von einigen Einheimischen bestaetigt wurde, die durch Freunde oder Bekannte z.B. ihre Arbeit gefunden hatten oder bessere Chancen hatten, eine Wohnung zu bekommen.

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine Jahreskarte bei der Cinemateque geleistet. Ich habe noch einen Preisnachlass fuer Neueinwanderer bekommen, so dass ich nur 235 NIS zahlen musste. ( ca. 42 EUR)
So werde ich auch im Laufe der Zeit etwas Kultur mitbekommen. Weiter habe ich jetzt erst die Zeitung "Israel hajom" (Israel heute) entdeckt, die UMSONST verteilt wird. Das ist wunderbar, nachdem ich schon oft 5 NIS fuer eine Tageszeitung wie "Jediot Acharonot" oder "Maariv" ausgegeben habe.

Durch einen Bekannten erfuhr ich auch, dass man jeden Montag im Theatron Jerusalem Kammermusik erleben kann, ohne etwas zu zahlen.
Und - ich warte immer noch sehr ungeduldig auf meinen Fernsehanschluss. Auch mit relativen "Schund-serien" oder "Israel sucht den Superstar" kann man Sprache lernen. Ausserdem macht es mehr Spass.
Bei den Einzelheiten des Vertrages ist mir die Schwester eines Freundes behilflich. Daher werde ich mich noch in Geduld ueben muessen.

Mittwoch, 18. November 2009

Tel Aviv und IZI-flow

Wow! Ich bin noch ganz aufgekratzt vom Tag. Meinen Ulpan habe ich heute geschwaenzt, dafuer gab es eine andere Art des Sprachkurses. Ein guter Freund von mir hat in Tel Aviv auf der Messe sein Produkt vorgestellt. Ihn habe ich besucht, und ich haette nicht gedacht, dass ich sogar ein wenig hilfreich sein kann. Eine Zeitlang habe ich neben ihm gestanden, wenn er interessierten Kunden sein Produkt vorstellte, schnell aber tummelten sich die, die Wasser sparen wollen um den Messestand, so dass ich gefragt wurde. Nach kurzem Zoegern habe ich einfach drauflos geredet. Es hat geklappt und sogar richtig Spass gemacht. Bei der Gelegenheit moechte ich auch hier noch einmal auf sein Produkt aufmerksam machen, ein Ventil, das vollstaendig mechanisch funktioniert (was sogar die Datiim (die religioesen Messebesucher) unter Gesichtspunkten des "Shomer shabbat" anlockte!), die gewuenschte Wassermenge per Pedal punktgenau durchlaesst und zu jedem bestehenden Wasserhahn montiert werden kann. Dazu ist es sehr preiswert und sozusagen wartungsfrei. In punkto Hygiene sei gesagt, dass es handfrei zu bedienen ist. Fuer interessierte Wassersparfuechse (die werden wohl nicht in Deutschland, sondern mehr in Israel zu finden sein) HIER der Link zu seiner Seite.
Mit vielen Menschen konnte ich sprechen, die meisten waren interessiert und humorvoll. Und ich habe gedacht, wie wundervoll es waere, wenn ich solch einen Job bekaeme. Ich liebe die Sprache und was fuer ein Gewinn muesste es sein, jeden Tag sprechen zu MUESSEN. In "null-komma-nichts" koennte man so ein Level erreichen, fuer das man sonst Jahre braeuchte.

Und Tel Aviv - was soll ich sagen? Der Grenzgaenger hat es ja schon mehrfach gesagt, es sind einfach verschiedene Welten. Und - wow! Tel Aviv ist immer ein Erlebnis. Manche, die meinen Blog verfolgen werden jetzt anmerken: Aber vor nicht langer Zeit hat sie sich noch gewehrt, dort zu wohnen....?
Richtig. Dort zu wohnen, kann ich mir (zurzeit) nicht vorstellen. Aber ich liebe es, dorthin zu fahren, die Luft, das Licht der Sonne, die Temperatur, ja sogar das Lebensgefuehl ist voellig anders als in Jerusalem, fuer mich nicht besser oder schlechter, einfach anders.
Aber dann - auf dem Weg hinauf nach Jerusalem - freue ich mich wie ein kleines Kind, nach Hause zu kommen.
Im Vergleich mit Tel Aviv komme ich dann in ein gewisse vertraute Beschaulichkeit, die mir gut tut.

Dienstag, 17. November 2009

Der Muezzin

Heute nacht habe ich zum ersten Mal in dieser Gegend den Muezzin gehoert. Ich habe keine Ahnung, woher die Stimme kam. Was man wahrnimmt, haengt sehr davon ab, wie der Wind steht.
Da ich den Ruf nur von Weitem hoerte, hat er mich nicht gestoert und in der Regel finde ich, dass sowohl der Muezzin, als auch das Laeuten der Kirchenglocken zur Jerusalemer "Szenerie" dazu gehoert. (ich muss zugeben, dass ich nicht direkt neben einer Moschee wohnen moechte. Jede Nacht durch einen derart durchdringenden Gesang geweckt zu werden, noch dazu sehr frueh, waere nicht nach meinem Geschmack). Von weitem aber hat es durchaus etwas, was Jerusalem ausmacht.
Hier trifft alles aufeinander. Hier lebt der Christ und der Moslem "neben" dem Juden. Sie leben kein Miteinander, aber die meiste Zeit der 365 Tage des Jahres doch ohne grosse Vorkommnisse ein Nebeneinander.
Wer mehr erwartet, wird enttaeuscht. Aber - muss es denn unbedingt ein "Miteinander" geben?
Ich finde, bei all den wirklich grundlegenden Unterschieden der Religionen ist ein relativ friedliches "Nebeneinander" schon fast ein kleines Wunder.
Niemand aber nimmt das wahr. Niemand beachtet das kleine Jerusalem in seiner Multi-kulti-kunst, es sei denn, es passiert mal wieder ein schreckliches Ereignis. Dann jedoch ruft alle Welt, wie aus einem Mund: Jerusalem! Wie kann man dort ueberhaupt leben?

Anna Ticho Haus


Das "Anna-Ticho-Haus" ist heute ein bekanntes Gartenrestaurant in Jerusalem. Dort finden kulturelle Veranstaltungen statt und im Haus befindet sich eine Ausstellung der Werke von Anna Ticho.
Anna Ticho, Kuenstlerin und Frau von Dr. Albert Awraham Ticho, einem beruehmten Augenarzt in Jerusalem, eroeffneten in diesem Haus eine Augenklinik, die fuer reich und arm gleichermassen offenstand.
Anna studierte Kunst in Wien, Awraham Augenmedizin. Als beide 1912 nach Jerusalem kamen, heirateten sie.
Anna und Awraham waren aktiv am sozialen und kuenstlerischen Leben Jerusalems beteiligt.

Das Haus von Rav Kook


















































Abraham Isaac Kook war der erste ashkenasische Oberrabbiner waehrend des Britischen Mandates ueber Palaestina, Gruender der zionistischen Jeshiwa "Mercaz haRav", (dort hat "mein" Rabbiner gelernt) Halachist, Kabbalist.... alles in Kuerze HIER nachzulesen.


Ein Video ueber Rav Kooks Biographie koennt ihr HIER ansehen.