Sonntag, 28. Juni 2009

Armer reicher Mann!

Soll ich auch noch etwas zum Thema Michael Jackson schreiben?
Mein erster Gedanke am Fruehstueckstisch, als ich im Internet ueber den Tod des 50-jaehrigen las: Tragisch!
Oliver Kahn sprach meine Gedanken aus: Was hatte er letzten Endes von seinem Leben?
Trotz aller bizarren Lebensumstaende, die ihn umgaben war er doch mit grosser Sicherheit ein einsamer Mensch, unzufrieden mit seinem Gesicht und seinem Koerper hat er sich wahrscheinlich nie wohl "in seiner Haut" gefuehlt, die sich ja auch zusehens veraenderte und fuer unsere Verhaeltnisse wie "entstellt" wirkte.
Gab es einen echten Sinn in seinem Leben, der ihn zutiefst in seiner Seele erfuellte? Wohl kaum.
Wird es jemanden geben, der wirklich mit ihm tauschen wollte?
Uri Geller, der anscheinend ein guter Freund von ihm war, sagte, dass Michael als Privatperson ein zerbrechlicher, liebenswuerdiger Mensch war, "wahrhaft menschlich" soll er nach seiner Einschaetzung gewesen sein.

Was an den Vorwuerfen der "sexuellen Uebergriffe Kindern gegenueber" wirklich dran war, wissen wir alle nicht, niemand von uns war dabei.
Auch dazu sagt Uri Geller: "Er hat nichs dergleichen getan. Ich habe ihn einmal mit seinem Einverstaendnis hypnotisiert, um ihm ein paar tiefe Fragen zu seinem Leben zu stellen. Bisher durfte ich darueber nicht sprechen. Er hat die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen mit einem ganz klaren "nein" beantwortet. Und warum er dann diese Zahlungen getaetigt hat, habe ich ihn gefragt. Er hat geantwortet, er sei einfach muede gewesen von all den Vorwuerfen."

Nun, wie gesagt, wir wissen es nicht, und wenn selbst einem irdischen Richter die Beweise fuer ein Urteil fehlten, so vermoegen wir, die wir nicht einmal naeher bekannt mit ihm waren, erst recht kein Urteil zu faellen. Dort, wo er jetzt ist, wird er sich fuer alles verantworten muessen.
Mich hat nur immer eines sehr verunsichert, das war eine Mutter, die Geld dafuer nimmt, dass ihr Sohn (angeblich) missbraucht wurde. Wie glaubwuerdig bin ich als Mutter noch, wenn dieser Vorwurf mit Geld zum Schweigen gebracht werden kann? Sorge ich damit nicht selbst dafuer, dass die Oeffentlichkeit denkt, es sei von anfang an nur um Geld gegangen?
Man kann jemanden durch "Lashon haRa" zerstoeren, wie der Talmud sagt "toeten", und das ist schlimmer als der Tod durch ein Messer, weil Vorwuerfe dieser Art , auch wenn sie sich spaeter als unwahr herausstellen, immer an ihm kleben werden.
So sagen auch Bekannte von Michael Jackson, das habe ihn in den letzten Jahren "zerbrochen".

Noch einmal - ob etwas an den Vorwuerfen war oder nicht, wir wissen es nicht. Aber da wir es nicht wissen, ist es umso wichtiger, uns zurueckzuhalten mit eigenen Urteilen.
Fest steht: Michael hatte kein einfaches Leben. Es war gepraegt von Gewalt und Drill seitens des Vaters (Vater von Michael: "Ich habe ihn nie mit der Hand geschlagen, sondern mit dem Guertel"), und all das aus einem Grund : Geld! Es ging darum, mit einem hochtalentierten Kind zu Geld zu kommen, egal wie sehr die kindliche Seele schrie.
Nicht umsonst hat er sich seine nie erlebte "Kinderwelt" in Form der Neverland-Ranch eingerichtet.

Er war ein einzigartiges Talent, nicht nur als Saenger, sondern auch als Taenzer und Performer, als Songschreiber und Komponist. Es ist sicher nicht uebertrieben, sein taenzerisches Talent mit dem von Fred Astaire zu vergleichen.

Aber wahre und ehrliche Liebe - ob er sie jemals erlebt hat?
Armer reicher Mann. Moege er nun in Frieden ruhen.

(HIER noch einmal ein Song von ihm, den ich sehr mochte)

Aus dem Buch: "Dies sind meine letzten Worte"...Briefe aus der Shoa















Ein Buch, herausgegeben von Walter Zwi Bacharach i. A. der Gedenkstaette Yad Vashem, (deutsche Ausgabe Wallstein Verlag) mit Abbildungen aus dem Archiv von Yad Vashem bereichert uns um Dokumente erschuetternder Realitaet, den letzten Zeilen von Menschen, die dem Tod ins Auge schauten, die nicht wussten, warum sie umgebracht werden sollten.

Unterschiedlich ist die Umgehensweise mit dem schrecklichen Schicksal. Aus den meisten Briefen spricht noch Sorge um die Kinder, von denen man getrennt war, aber auch Verzweiflung und Hoffnung sind zu finden. Testamente und das Beduerfnis, den Nachkommen seine eigene Yahrzeit mitzuteilen stehen genauso im Mittelpunkt der Briefe wie der Wunsch, der Welt mitzuteilen, was in den Ghettos und Konzentrationslagern wirklich geschah, in ueberwaeltigender Offenheit und Einzelheit. Auch Rachegefuehle, sowie selbst in den letzten Augenblicken geaeussertes G-ttvertrauen werden zu Papier gebracht. Wir duerfen sie lesen, weil sie in unbeobachteten Momenten aus Waggons geworfen wurden, oder Menschen mitgegeben wurden, die sie den Liebsten ueberbrachten.
Hier einige Zeilen aus dem Buch:

...wir sind keine Menschen mehr, wir sind Tiere. Wir haben jedes menschliche Gefuehl verloren. Die Kinder brachten ihre Eltern an den Toetungsort, Vaeter ihre Soehne, Frauen versuchten zu fliehen und liessen dabei ihre Saeuglinge zurueck...(..) ..und wenn die Verurteilten in Zuegen transportiert werden, gelingt Einzelnen stets die Flucht aus den Waggons. Jetzt besteht auch diese Moeglichkeit nicht mehr. Meiner Meinung nach ist solch ein Tod leichter, als noch zwei, drei Tage zu fahren, im Bewusstsein, dass man in seinen Tod faehrt. Das ist sicherlich furchtbar. Jetzt wird das wenigstens schnell erledigt.
In Piotrkow sieht das so aus: Man zieht sich vor dem Grab aus. Die Menschen knien nackt nieder und erwarten den Schuss. Die anderen sind bereit und warten, bis sie an die Reihe kommen. In der Zwischenzeit muessen sie die Toten in den Graebern ordnen, damit der Raum optimal genutzt werden kann. das dauert nicht lange. Nach einer halben Stunde befindet sich die Kleidung Tausender Getoeteter im Lager.
Meine Nerven besitzen nicht die Kraft, dies alles auszuhalten. Haette mir jemand zuvor gesagt, dass ich so viele Qualen aushalten koennte, so haette ich mir dies nicht vorstellen koennen. Woher nimmt man die Kraft fuer all das, wissend, dass alles umsonst ist? Es gibt keine Rettung. Es ist sinnlos, das Herz zu taeuschen, als waere ein Entkommen von diesem Massenmorden moeglich. ....(..)
...ich muss hinzufuegen, dass dem "Judenrat" nach den "Aktionen" eine Rechnung ueber 30 000 Zloty praesentiert wurde, die er fuer "gebrauchte Kugeln" zu bezahlen hatte. Interessant, nicht? Wir, die Leute im Lager muessen nach einem vollendeten Arbeitstag in die Wohnungen der Getoeteten gehen und ihre Hausratsgegenstaende stehlen. Wie ekelhaft, wie furchtbar ist das! Die Ueberbleibsel eines ganzen Volkes...(..)
Warum muss es so sein? Warum koennen wir nicht schreien, warum koennen wir uns nicht Waffen besorgen und uns verteidigen? Wie kann man zusehen, wie so viel reines Blut vergossen wird und nichts sagen....(..)

..Man lebt - wenn man das Leben nennen moechte - und die Welt weiss, dass wir so sterben und nichts geschieht. Niemand will uns helfen, es ist niemand da, der uns retten will.

Aus einem anderen Brief:

"Ermordet jeden (aus dem deutschen Volk), der Euch unter die Haende kommt, Maenner, Frauen und Kinder, denn so sind sie mit uns verfahren.... Rache! Rache! Rache!...


Das unbeschreibliche Gegenteil von Rache las ich von Etty Hillesum, deren Tagebuecher "Das denkende Herz" nach ihrem tragischen Tod in Auschwitz erschienen.
Sie schreibt:

"Und wenn nur noch ein anstaendiger Deutscher existieren wuerde, da waere dieser es wert, gegen die ganze barbarische Bande in Schutz genommen zu werden, und diesem einzigen anstaendigen Deutschen zuliebe sollte man es dann unterlassen, seinen Hass ueber ein ganzes Volk auszugiessen..."

Ich muss gestehen, dass ich mir schwer vorstellen kann, in dieser Zeit zu solch differenzierter Aussage faehig gewesen zu sein.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Parashat "Korach"

Beim letzten Wochenabschnitt begegneten wir den Kundschaftern, die nach ihrer Erkundungstour im Lande Israel schlecht ueber das Land sprachen, den Menschen Angst einfloessten und behauptet hatten, man koenne dort nicht leben.

Nicht nur aus Boshaftigkeit sprachen sie so, auch, weil ihnen bei ihrer Reise deutlich wurde, dass eine Menge Schwierigkeiten auf das Volk zukommen wuerde. Auch wuerden sie sich nicht mehr - wie waehrend des Aufenthaltes in der Wueste - ausschliesslich dem Torastudium und ihrer Spiritualitaet widmen koennen. Ein ganz normaler Existenzkampf im ploetzlich materiellen Alltag eines Jeden wuerde auf sie zukommen. Dies soll auch ein Grund gewesen sein, warum die Spione davon abrieten, nach Israel zu gehen.

Im Wochenabschnitt von dieser Woche, "Korach" geht es um das Gegenteil. Korach hatte erfahren, dass G-tt nicht nur ein Leben des Tora lernens fuer uns vorgesehen hat, vielmehr sollen wir uns auch im taeglichen Miteinander bewaehren in dieser - auch materiellen - Welt.
Hier sieht er seine Chance, denn auch wenn Moshe als spirituelle Fuehrungsperson unschlagbar war, und niemand groessere Torakenntnisse besass, so gab es doch etliche Menschen, in Korachs Augen, die die alltaeglichen Herausforderungen gut bestreiten wuerden, allen voran wahrscheinlich er selbst.

Korach beschwerte sich. Es heisst, dass er vom Stamme Levi war, und sogar "ruach hakodesh" (einen heiligen Geist) besass, und dennoch war seine Einschaetzung falsch. Faehigkeiten in der Welt zu bestehen, sind ohne die Weisheit und Spiritualitaet der Tora gleichermassen ohne Wert.

Wir benoetigen beides. Daher wird auch die Vermessenheit des Korach bestraft. Der Boden tut sich unter ihm und seinen Anhaengern auf - die Erde verschlingt ihn.

Oft genug spueren wir, dass das taegliche Miteinander, selbst wenn wir es menschlich zur Zufriedenheit bestreiten, nicht ausreicht. Eine Zeit des Rueckzuges, der Beschaeftigung mit der Tora steht dann an. Wir muessen allein sein mit uns, um uns wieder unserer Spiritualitaet bewusst zu werden, um die Worte der Tora auf uns wirken zu lassen, um den Kontakt zum Himmel wieder zu intensivieren.
Doch leicht kann es dabei auch zum Extrem kommen, wir vergraben uns in unsere Studien, vergessen und vernachlaessigen die Umwelt.
Vielmehr koennen wir versuchen, das erlernte Wissen aus der Tora mit in unseren Alltag hinein zu nehmen, denn die Tora gibt dem, der sie aufmerksam liest und zu sich sprechen laesst, eine einzigartige Betriebsanleitung fuer unseren profanen Alltag. So werden auch wir in der Lage sein, einen Funken der Tora in diese Welt zu bringen, wo unser Platz ist, zu handeln.

Drei Minuten fuer Gil'ad Shalit

Denkt ihr noch an Gil'ad Shalit, der vor mehr als drei Jahren von der Chamas entfuehrt wurde?
Noam Shalit, der Vater Gil'ads wuenscht sich heute von jedem Buerger Israels, dass er fuer drei Minuten die Augen schliesst und an seinen Sohn denken moege. (Galei Zahal, heute)
Auch in der Galut sind wir es Gilad, einem Bruder unseres Volkes, schuldig, immer noch auf seine baldige Befreiung zu hoffen und dafuer zu beten.
Noam Shalit: schliesst eure Augen und denkt daran, dass er sich wirklich nichts sehnlicher wuenschen wird, als endlich nach Hause zu kommen. Vergegenwaertigt euch, dass sich Gil'ad nicht drei Minuten, nicht drei Stunden, nein, auch nicht drei Tage, sondern drei lange Jahre nun in Gefangenschaft befindet.
Lasst uns gemeinsam mit "Am Israel" heute diese drei Minuten fuer ihn finden.

(HIER koennt ihr immer die genaue Zeit - Time in Captivity - einsehen, die Gil'ad nun fern der Heimat ist,
HIER die Stimme von Gil'ad hoeren, der aus der Gefangenschaft spricht)

Mittwoch, 24. Juni 2009

Juedischer Witz

Wie lautet ein juedisches Telegramm? - Mach dir schon mal Sorgen, Erklaerung folgt.

Dienstag, 23. Juni 2009

Man hoert "Kol Israel" (die Stimme Israels) - auch im Iran

Berichten über den "Feind"

"Kol Israel" informiert glaubwürdig

von Ulrich W. Sahm

Geschätzte zwei bis sechs Millionen Iraner hören regelmäßig die persischen Sendungen von "Kol Israel". Sogar die iranischen Politiker informieren sich dort, um zu erfahren, was in ihrem Land eigentlich passiert....

....lest HIER mehr ueber den israelischen Sender. Ein interessanter Bericht von Ulrich W. Sahm.

Montag, 22. Juni 2009

Iran - Kann man Freiheit totpruegeln?

Der Bericht eines iranischen Schriftstellers heute abend in der ARD hat mich sehr beruehrt. Er ist gestern zurueck gekehrt aus dem Iran, nachdem er die Freitags"predigt" von Chamenei miterlebt hat und die darauf folgenden Demonstrationen am Samstag.
Er schilderte seine Eindruecke wie folgt: Menschenschlangen auf den Buergersteigen, die demonstrieren, die Miliz, die auf Motorraedern auf die Gehsteige faehrt, mitten in die Massen. Der Beifahrer pruegelt auf die Demonstranten ein. Unfassbare Brutalitaet, Todesgefahr. Er selbst fluechtet sich mit einigen anderen Demonstranten in Hauseingaenge, Toreinfahrten, um sich von Haus zu Haus weiter vorwaerts zu wagen.
Nach einer Stunde hat er von der erlebten Brutalitaet, mit der das Militaer auf die Menschen einpruegelt, vom eingesetzten Traenengas genug. Er kann nicht mehr.
Der Schriftsteller berichtet von aelteren Menschen, die zur Arbeit gehen und anschliessend aus Angst nur auf den Daechern "G-tt ist gross" rufen, um sich wenigstens leise und in Gedanken mit den meist jugendlichen Demonstranten zu solidarisieren. Sie haben Todesangst, wollen nicht ihr Leben fuer die so kostbare Freiheit opfern. Verstaendlich.
"Was ist das fuer ein Staat?", fragt anschliessend ein Kommentator, in dem die Unabhaengigkeit und die Freiheit, die doch waehrend der islamischen Revolution angestrebt wurden, so niedergepruegelt werden.
Und allen Berichten ist eine Schlussfolgerung gemeinsam: selbst wenn es das Regime nun schaffen sollte, mit Hilfe von Inhaftierungen und einer Brutalitaet ungekannten Ausmasses die Demonstranten zum Schweigen zu bringen, der Iran wird nicht mehr derselbe Staat sein, wie vor den Wahlen.

Juedischer Witz

Pfarrer zum Rabbi: "Habt ihr schon einmal Schweinefleisch gegessen?" Der Rabbi zoegernd: "Ja, einmal, waehrend des Studiums, aus reiner Neugier. Und habt ihr schon einmal mit einer Frau geschlafen?" Der Pfarrer entruestet. " Nein. Niemals!" Der Rabbi: " Ganz im Vertrauen, ich habe beides ausprobiert, und ich muss sagen: kein Vergleich."

Sonntag, 21. Juni 2009

Aus dem "Fuehrer der Unschluessigen" - מורה נבוכים( Viertes Kapitel)

Um euch einen kleinen Einblick in mein neues Buch zu erlauben, hier ein Zitat aus dem Vierten Kapitel von Mose ben Maimons "Fuehrer der Unschluessigen", 1. Teil: Biblische Aussagen in Zusammenhang mit G-tt.

Viertes Kapitel

Die drei Woerter ראה (ra' a, sehen), הביט (hibbit, betrachten) und חזה (chaza, schauen) werden zunaechst auf das Sehen des Auges angewandt, jedoch alle auf das Begreifen durch das Denkvermoegen uebertragen. Hinsichtlich des Wortes ראה (ra'a) ist dies allgemein bekannt. An der Stelle: "Er blickte auf (וירא, wajjar) und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde" (Gen. 29.2) ist eine Gesichtswahrnehmung durch das Auge gemeint. Eine andere Stelle lautet: "Mein Herz sah (raa) viel Weisheit und Wissenschaft" (Kohel. 1.16), worunter eine Vernunfterkenntnis zu verstehen ist.
In dieser uebertragenen Bedeutung ist jeder Ausdruck des Sehens zu verstehen, der in Beziehung auf G-tt gebraucht wird.
(Anm.: Sowohl wenn von Menschen ausgesagt wird, dass sie G-tt sehen, als auch, wenn von G-tt ausgesagt wird, er sehe, bedeutet dies ausschliesslich eine Vernunfterkenntnis, wenn auch die Vernunfterkenntnis des Menschen nicht mit der G-ttes vergleichbar ist).
z.B.: "Ich sah (ראיתי, raiti) den Herrn" ( 1.Koen. 22.19; II.Chronik. 18.18); "Der Herr erschien (וירא, vajjera) ihm" (Gen.18.1; Ex. 3.2); "Gott sah (וירא, vajjar), dass es gut war" (Gen. 1.4); "Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen"(הראני, har'eni) (Ex.33.18).
Alle diese Stellen bedeuten eine Vernunfterkenntnis, keineswegs ein Sehen vermittels der Augen, denn die Augen nehmen nur Koerper wahr und zwar nur von einer Seite und nur manche ihrer akzidentiellen Beschaffenheiten, naemlich die Farbe eines Koerpers, seine Gestalt u. dgl. Ebenso erkennt man G-tt, wie gezeigt werden wird, nicht durch ein Werkzeug....

"Zusammen" - (Video ) יחד

VIDEO

"Jachad" ( יחד = zusammen) nashir laAhava (lasst uns fuer die Liebe singen)

"Fuehrer der Unschluessigen" - מורה נבוכים

Moses ben Maimon hat von Haus aus eine solide traditionelle juedische Schulung mitbekommen (sein Vater war Rabbiner und Richter) und war ein wahrer Experte der Halacha (des jued. Gesetzes), - siehe auch sein Werk "Mischne Tora" - hat jedoch auch viele Jahre als Mediziner gearbeitet. Die Wichtigkeit des Zusammenspiels von Koerper und Seele war ihm schon klar und somit duerfte er ein sehr frueher Entdecker der Psychosomatik genannt werden.
Herausragende Kenntnisse der Astronomie werden ebenfalls ueber ihn berichtet.
Uebrigens: Die "Dreizehn Grundlehren des Maimonides" sind ins juedische Gebetbuch aufgenommen worden.

Der RaMba"M ( wie Moses ben Maimon haeufig genannt wird - Abkuerzung von Rabbi Moshe ben Maimon) stellte sein bedeutendes Werk "Fuehrer der Unschluessigen" ( hebr.: "More Nevuchim" מורה נבוכים = "Lehrer der Beschaemten") Stueck fuer Stueck fertig und liess seinem Schueler Josef ben Jehuda, fuer den er diese Ausfuehrungen begann, jeweils den neuesten Abschnitt zukommen.
Aus diesem Grund ist das Werk auch meist in Briefform mit direkter Anrede geschrieben.
Das Buch wurde fuer Menschen geschrieben, die Philosophie, Naturwissenschaften und Tora nicht vereinen koennen, wodurch eine starke Verunsicherung entsteht. Maimonides schrieb es, um die scheinbaren Widersprueche aufzuloesen.
Die Aufteilung des Werkes:

I. G-tteslehre und Sphaerenwelt
1.Bibl. Aussagen in Zusammenhang mit G-tt
2.Existenz, Einheit u Unkoerperlichkeit G-ttes
3. Prophetie
4. Ma'aseh Märkabah (Thronwagenspekulation)

II. Die sublunare Welt mit den Menschen in ihrem Verhaeltnis zu G-tt
5. (Individuelle) Providenz

III. "Praktische Philosophie" bzw. "Politik" und "Ethik"
6. G-ttes Gebote
7. G-ttliche Gebote, Vorsehung und menschliche Vervollkommnung


Ein Auszug aus der Einleitung:

Mose ben Maimon an R. Joseph ben Jehuda!

Seitdem du vom Ende der Erde (Ceuta in Nordwestafrika) zu mir kamst, von dem Wunsche beseelt, bei mir zu lernen, habe ich Dich hochgeschaetzt wegen Deines ausserordentlichen Forschungseifers, nicht minder aber wegen Deines lebhaften Verlangens nach der spekulativen Erkenntnis, die ich in Deinen Gedichten bemerkte.

Dies war bereits der Fall, als Deine Briefe und Makamen aus Alexandrien an mich gelangten, ehe ich noch Dein Denkvermoegen pruefen konnte. Allerdings dachte ich damals, dass vielleicht Dein Wollen Dein Koennen uebertreffe. Als Du aber unter meiner Leitung Astronomie und Mathematik studiertest, in der Du schon solche Vorkenntnisse besassest, welche als Grundlage fuer jene Wissenschaft unentbehrlich sind, hatte ich noch mehr Freude an Dir wegen Deines richtigen Urteiles und Deiner raschen Auffassung. Ich sah, dass Du Dich zu den mathematischen Wissenschaften sehr hingezogen fuehltest, und ueberliess Dich ihrem Studium, da ich wohl wusste, wohin Du schliesslich gelangen wirst.

Als Du aber bei mir die Logik studiertest, knuepfte sich meine Hoffnung an Dich, und ich erachtete Dich als wuerdig, Dir die Geheimnisse der Buecher der Prophetie in der Weise zu offenbaren, dass du darin dasjenige schauen koenntest, was die Tuechtigen darin schauen sollen. Ich machte Dir anfaenglich nur einige Andeutungen, sah aber bald, dass Du eine eingehendere Erklaerung von mir fordertest......(..)
.. der erste Gegenstand dieser Abhandlung ist, die Bedeutung gewisser Woerter zu erlaeutern, die in den Buechern der Prophetie vorkommen. Von diesen sind einige homonym (dasselbe Wort kann in mehreren Bedeutungen gebraucht werden), die aber die Unwissenden nur in einer ihrer homonymen Bedeutungen anwenden..(..) andere wiederum sind figuerlich....(..) und noch andere zweifelhaft (doppelsinnig), die man bald als Synonoyme, bald als Homonyme betrachtet. Es ist nun keineswegs die Tendenz dieses Werkes, alle diese der grossen Menge verstaendlich zu machen, so wie auch nicht denen, die Anfaenger im Studium sind, oder denen, die sich bloss mit dem Studium der G-tteslehre, naemlich mit ihrer traditionellen Auslegung befassen.; vielmehr ist der Gegenstand dieses Buches im Ganzen und in allen seinen Teilen das Verstaendnis der Tora nach der Wahrheit, und es hat zum Zwecke, demjenigen eine Anleitung zu geben, welcher der Religion kundig und mit dem Gesetze vertraut ist, der an die Wahrheit der Tora glaubt und in seinem Glauben und Charakter untadelig ist, der aber Philosophie studiert hat und ihre Probleme kennt, und den die menschliche Vernunft angezogen hat, um ihn in ihrem Bereiche wohnen zu lassen.

Ein solcher wird durch die woertliche Auffassung des Schriftwortes und dadurch, dass er, weil er nun einmal entweder aus eigener Einsicht oder durch Belehrung von anderer Seite immerfort an den woertlichen Bedeutungen dieser homonymen, metaphorischen und zweifelhaften Woerter festhaelt, in Unruhe versetzt und verbleibt darueber in Ungewissheit und Ratlosigkeit.
Entweder folgt er seiner Vernunft und verwirft das, was er von dem Sinne dieser Woerter weiss, und dann denkt er, er habe die Grundlehren der Religion preisgegeben, oder er wird bei seiner Auffassung bleiben, die er bisher festgehalten hatte, und seiner Vernunft nicht folgen, sie vielmehr hinter sich werfen und sich von ihr abkehren; dann wird er gewahr werden, dass er sich selbst einen Entgang und der Heiligen Schrift einen Nachteil zugezogen hat. Er wird, wenn er bei diesen eingebildeten Meinungen bleibt, ihretwegen in Furcht und in gedrueckter Gemuetsverfassung sein und unaufhoerlich Herzeleid und arge Verlegenheit empfinden.

...(..) ich behaupte nicht, dass dieses Buch denen, die es verstehen, alle Zweifel bannen wird, wohl aber, dass es die wichtigsten zum groessten Teil beseitigen wird.



Freitag, 19. Juni 2009

Buchtipp: "Fuehrer der Unschluessigen" - Maimonides















Das Wochenende ist gesichert!!
שבת שלום

"Schlach" - Shabbat Shalom!















In unserer Parasha "Shlach" schickt Moshe die "Meraglim", die Spione, oder Kundschafter nach Israel, um das Land zu erkunden, wohin es gehen soll.
Sie kommen wieder, und 10 von ihnen berichten Schlechtes, machen den Menschen Angst vor Eretz Israel.
Nur zwei, Jehoshua und Kaleb sagen, dass das Land gut sei.

Die Kinder Israel sind schockiert, denn schliesslich ist es die Mehrheit, die schlecht spricht und es entsteht eine Panik. "Wie sollen wir das nur schaffen? Es ist unmoeglich, in Eretz Israel zu leben!"
So die Auswertung des Volkes. Fuer ihr fehlendes Vertrauen werden sie daraufhin von G-tt bestraft.

Meistens verlassen auch wir uns auf die Einschaetzung der Mehrheit, doch nicht immer muss das richtig sein.
Nicht immer sollten wir uns entmutigen lassen, sondern den Weg, den G-tt uns weist, weiter gehen, egal wie viele Menschen uns davon abbringen wollen.
Gerade wenn es um Eretz Israel geht, sind zumindest in der Diaspora viele Menschen der Meinung, dass man dort schlecht oder gar nicht leben kann. Die Hindernisse scheinen unueberwindlich, finanziell stehen wir uns - wenigstens in Deutschland - doch viel besser und die Sicherheitslage ist in Israel auch instabil. Was wollen wir also in Israel?

Es sind in den meisten Faellen nicht die finanziellen Beweggruende, die zur Alyia (Einwanderung nach Israel) fuehren. Und es kann tatsaechlich sein, dass wir fuer viel weniger Geld viel mehr zu kaempfen haben werden. Dafuer jedoch werden wir auf spiritueller Ebene reich belohnt und sollten abwaegen, was uns denn letzten Endes wichtiger ist, finanzielle Sicherheit bis zur Rente und meist noch darueber hinaus, oder aber ein bescheidenes Leben im Land unseres Volkes mit reicher Spiritualitaet auf hohem Niveau. (natuerlich nur, wenn wir bestaendig daran arbeiten)

Es lohnt sich auch in der heutigen Zeit nicht immer, und schon gar nicht wenn es um Eretz Israel geht, auf die Mehrheit zu hoeren.
Shabbat shalom!
שבת שלום

Dienstag, 16. Juni 2009

Iran - gemeinsam ohne Angst

Gemeinsam sind sie auf jeden Fall eines, naemlich stark. 2 Millionen Menschen sind im Iran auf den Strassen und demonstrieren Tag fuer Tag mutiger und entschlossener fuer mehr Demokratie.
Daran koennen selbst die Einschuechterungsversuche der Regierung Achmadinedschad nichts aendern. Das Verbot an auslaendische Medien, aus dem Iran Bilder des Aufstandes in die Welt zu senden, wird mit selbstgedrehten Handyvideos, die auf youtube oder facebook erscheinen, umgangen.
Wie es ein Reporter des deutschen Fernsehens auf den Punkt brachte: Sobald die Menschen keine Angst mehr haben, und erkennen: Wir sind viele, ist auch vieles moeglich.
Man hat auch fuer morgen wieder Demonstrationen geplant und laesst sich nicht den Mund verbieten.
Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, wie wichtig es in jedem Falle ist, keine Angst zu haben und zusammen zu halten.
Taeglich werden es mehr Menschen, die sich anschliessen und mutig Stellung beziehen. Laengst sind es nicht mehr nur Intellektuelle, Studenten oder Frauen, die gegen das anscheinend manipulierte Wahlergebnis den Aufstand wagen, sondern es gesellen sich vermehrt nun auch aeltere Menschen dazu. Einen kleinen Erfolg hat man bereits mit dieser Entschlossenheit erreicht, der Waechterrat hat sich zumindest bereit erklaert, die Stimmen einiger Regionen neu auszuzaehlen.
Egal wie erfolgreich dieser Aufstand letzten Endes sein wird, eines zeigt er in aller Deutlichkeit: Auch in groesster Unterdrueckung kann man durch ein entschlossenes mutiges Handeln unter Umstaenden viel erreichen, in jedem Falle aber die Regierung in ihrer Macht stark erschuettern und sie vor ein Problem zu stellen.

"Fuehrer der Unschluessigen" - Moshe ben Maimon

Gestern abend erzaehlte mir eine befreundete Frau, sie habe sich den "Fuehrer der Unschluessigen" von Moshe ben Maimon - auch als "Maimonides" oder RaMbaM - רמב"ם bekannt, bestellt.
Daraufhin bin ich so neidisch geworden, dass ich mir heute morgen kurzerhand dieses wunderbare Werk auch bei Amazon bestellt habe. Nun warte ich gespannt darauf, dass es ankommt.
"Man goennt sich ja sonst nichts...."

Support for the people of Iran!!

HIER gibt es Support-budgets fuer die mutigen Menschen im Iran!
Wir sind mit Euch fuer Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit!
Ich bewundere Eure Staerke und Euren Mut.

Der "boese Nachbar" oder "Das Judentum als gesunde Lebensweise"

3 Stunden hingen wir gestern abend wieder beim Shiur an den Lippen unseres wunderbaren Rabbiners.
Er schafft es, mit Witz und Freude, auch die jungen Leute zu fesseln, die so interessiert und gespannt bei der Sache sind, dass ich immer wieder das Gefuehl habe, meine Seele laechelt den ganzen Abend.
Unter all den vielseitigen Themen, die wir gestern diskutierten, hat mich eines in besonderem Masse innerlich befreit.
Wir haben einen Abschnitt der Pirkei Awot (Sprueche der Vaeter) studiert, in dem es heisst:

נתאי הארבלי אומר:הרחק משכן רע,ואל תתחבר לרשע
Nitai aus Arbel sagt: Halte dich fern von einem boesen Nachbarn; verbinde dich nicht mit einem Boesen....
(1.Kapitel, Nr.7 Pirkei Awot)
Dazu haben wir zunaechst einmal ueber den Begriff "boese" nachgedacht, und sind zu dem Schluss gekommen, dass all das als "boese" zu bezeichnen ist, was einen schlechten Einfluss auf uns und unser Leben nimmt.
Das Judentum erwartet, dass wir unseren "Naechsten lieben", jedoch nicht um den Preis, dass es uns schlecht geht, oder unsere Seele Schaden nimmt.
Es kann auch sein, dass wir uns selbst schuetzen muessen vor einem Mitmenschen, in dessen Gegenwart wir leicht unseren eigenen Weg vergessen, der uns in eine Richtung beeinflusst, in die wir nicht gehen wollten.
Was das genau fuer jeden Einzelnen von uns ist, das wird auesserst unterschiedlich und sehr individuell sein. Wichtig ist dabei, sehr gut auf sich selbst zu achten, denn meist ist doch ein Gespuer dafuer in uns vorhanden.
Ich selbst habe mich mit dieser Frage in den letzten Monaten herum getragen, denn es gab und gibt solche Menschen um mich herum, bei denen ich das Gefuehl habe, dass ein Treffen mir nicht gut tut.
Ich hatte bereits vor, zu diesen Fragen den Rabbiner um ein Gespraech zu bitten, um um seine Meinung zu bitten, wie ich damit umgehen sollte und was das Judentum von uns erwartet oder verlangt.

Wir duerfen - um uns selbst zu schuetzen - solche Menschen meiden.
Fuer jeden von uns wird es andere "Versuchungen" oder Beeinflussungen geben, die er tunlichst meiden sollte.
Bei mir waren es in der letzten Zeit entweder Nicht-juden, die mir bei jedem Ablehnen eines Lebensmittels den Satz "Davon wirst du jetzt aber nicht sterben" entgegenbrachten, oder aber sehr persoenliche Erlebnisse in meiner Familie aus der Jugendzeit, die mich veranlassten, Abstand zu nehmen von aehnlich gearteten pathologischen Verhaltensweisen.
Ich wusste dann, es tut mir nicht gut, habe mich aber gezwungen, aus Mitleid, schlechtem Gewissen oder dem Gefuehl, ich sei vielleicht zu "unsozial", solchen Treffen zuzustimmen.
Das Gefuehl des "Unsozialen" tauchte auf, da nicht sehr viele Menschen hier in Deutschland mir gut tun.
Es bleiben juedische und nicht-juedische Mitmenschen, die mein Verhalten verstehen und respektieren, ohne es staendig kommentieren oder abwerten zu muessen, jedoch ist ihre Zahl nicht sehr gross.

Es wurde schliesslich von einem jungen Menschen die Frage in den Raum gestellt, was passiert, wenn das "Boese", was uns negativ beeinflusst, bei den eigenen Eltern liegt.
Eine sehr schwere Aufgabe fuer den Rabbiner, die richtigen Worte zu finden. Aber er hat es geschafft, uns klarzumachen, dass das Judentum einerseits sagt "Du sollst Vater und Mutter ehren", dieses Gebot andererseits Grenzen hat. Die Grenze liegt dort, wo wir als muendige Menschen unsere eigenen Wege gehen, Entscheidungen treffen, die die Eltern nicht gut heissen muessen.
Wir koennen die Eltern ehren, sie achten und ihnen helfen, muessen aber unter Umstaenden einen gesunden Abstand halten, um bei sehr unterschiedlichen Positionen, die von ihnen nicht respektiert werden, unseren Weg weiter gehen zu koennen.

Mir ist an diesem Abend noch einmal mehr klargeworden, wieviel mehr an Unterstuetzung, Input, spiritueller Begleitung und Verstaendnis ich doch in Israel bekommmen habe und - b"h - bald auch wieder geniessen werden kann.
In der Diaspora zu leben, als Jude, kann auch einsam machen.
Bei all den Schwierigkeiten ist es aber wichtig, den eigenen Weg und die eigenen Werte nie aus den Augen zu verlieren und an seinem Weg, so man denn von ihm ueberzeugt ist, festzuhalten, egal was die Umwelt davon halten mag.


Sonntag, 14. Juni 2009

Netanyahus Rede

Die Rede von Netanyahu war nach meinem unbedeutenden, politisch nicht sehr versierten Empfinden voellig zufriedenstellend. Er hat betont, dass er generell einem palaestinensischen Staat an der Seite Israels zustimmt - uebrigens das erste Mal, dass dieses Wort ueber seine Lippen ging - , aber unter eindeutigen Bedingungen. Ein Palaestinenserstaat soll entmilitarisiert sein, denn die Sicherheit Israels hat absolute Prioritaet und die Buerger Israels wollen ebenso wie die eines kuenftigen Palaestinenserstaates in Frieden leben.
Unter der Voraussetzung, dass die Palaestinenser Israel als juedischen Staat anerkennen, wird Israel auch der Errichtung eines Palaestinenserstaates neben sich zustimmen.
"Die Menschen in Israel wollen keinen Krieg", so betonte Netanyahu und dass es Friedensgespraeche mit den Palaestinensern in naher Zukunft geben koenne.
Er wolle keine neuen Siedlungen entstehen lassen, aber innerhalb der bestehenden Siedlungen solle das natuerliche Wachstum weiter gehen.
Wie wird Washington auf die Rede reagieren, und vor allem, wie werden die Leute in seiner Partei die Rede einschaetzen?
Zufriedenheit der Palaestinenser wird man wohl nicht erwarten koennen.
Es war mit Sicherheit keine leichte Aufgabe fuer Netanyahu, den Balanceakt einer derartigen Rede zu meistern, unter dem Druck der Forderungen von Obama und den Erwartungen der Parteikollegen.

Lashon HaRa - "Tratsch" - לשון הרע















Im letzten Wochenabschnitt erzaehlt uns die Tora von Miriam, Moshes Schwester, die mit ihrem Bruder Aaron schlecht ueber Moshe redete.
Waehrend es fuer uns fast normal ist, ueber andere zu sprechen, macht uns die Tora klar, wie sehr dieses Verhalten von G-tt verurteilt wird.
"...Mund zu Mund rede ich in ihn, ansichtig, nicht in Raetseln, meine Abgestaltung erblickt er. Weshalb scheutet ihr euch nicht, wider meinen Knecht, wider Moshe zu reden!" Sein Zorn flammte sie an, und er ging. Wie aber die Wolke von ueber dem Zelt wich, da war Mirjam aussaetzig wie Schnee. (4.Buch Mose, 12.6 - 13)

Er straft Mirjam hart fuer ihre ueble Nachrede.
Der Talmud sagt, dass die Zunge ein solch gefaehrliches Werkzeug ist, dass sie hinter zwei Schutzmauern (Mund und Zaehne) versteckt werden muss, um moeglichst Schaden zu vermeiden.
Und eine chassidische Geschichte berichtet uns von den Folgen, die "Lashon haRa" anrichtet.
Ein Mann verbreitete Luegen ueber seinen Rabbiner im ganzen Dorf. Spaeter am Abend fuehlte er sich doch schuldig, und merkte, dass das, was er getan hatte, nicht richtig war. Er ging zum Rabbi und bat ihn: "Rabbi, ich habe etwas Schlechtes getan, ich habe ueber dich im Dorf Luegen verbreitet. Wie kann ich es wieder gut machen? Ich will alles tun, was du mir sagst!"
Der Rabbi antwortet: " Nun, geh nach Hause, oeffne ein Daunenkissen und verstreue die Daunen im Wind."
Der Mann ist erleichtert, die Aufgabe scheint merkwuerdig, aber nicht allzu schwer.
Nachdem er alles so getan hat, wie der Rabbi ihm aufgetragen, kehrt er zu ihm zurueck. "Und nun", so sagt der Rabbi, "sammle alle Daunen wieder sorgfaeltig auf. Weder wirst du den Schaden, den deine ueble Rede verursacht hast, wieder gutmachen koennen, noch jede der Federn aufsammeln koennen."
Die Welt ist durch "Sprache" (..es werde Licht) entstanden und kann durch Sprache zerstoert werden. So wie ein Mensch erschaffen werden konnte durch die Sprache, so kann er getoetet werden.
Daher sagen viele Weisen, dass es fuer ueble Nachrede - Lashon haRa - keine Vergebung gibt. Einen gestohlenen Gegenstand kann man zurueck geben, aber der Schaden, der durch Lashon HaRa verursacht wird, kann nicht zurueck genommen werden.
Zwei Mitzwot in der Tora weisen auf ueble Nachrede hin. "Trage nicht Verleumdung unter deinen Volkleuten feil.." (3.Buch Mose, 19.16) und ..."nicht sollt ihr placken, ein Mann seinen Gesellen..." ( 3.Buch Mose, 25.17).
Auch die Person, die zuhoert, wenn jemand schlecht ueber seinen Naechsten spricht, ist nicht unschuldig, denn "wo niemand zuhoert, kann auch keine schlechte Rede gesprochen werden."
Der Talmud sagt: " Lashon haRa (Ueble Nachrede) toetet drei Menschen, die Person, die boese spricht, die, die zuhoert und die, von der die Rede ist. (Talmud, Arachin 15b).

Es heisst, die Rede ueber jemanden ist generell eine Nichtbeachtung dieser Mizwa, selbst wenn sie wahr ist, selbst wenn sie nicht negativ ist, und selbst wenn derjenige, ueber den gesprochen wird, von sich aus erzaehlen wuerde.

Rabbi Israel Meir haCohen - bekannt als "Chafetz Chaim" (was "begehrt das Leben " heisst), hat der ueblen Nachrede , von uns als Klatsch und Tratsch bezeichnet, ein ganzes Werk gewidmet. (Sefer Chafetz Chaim)
Er bezieht sich u.a. auf Psalm 34 ( ... wer ist der Mensch, der Leben begehrt und gern gute Tage haette... 13ff behuete deine Zunge vor Boesem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Boesen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach...)
Auch wenn es die schwierigste Aufgabe im Judentum ist, koennen wir doch jeden Tag neu versuchen, diese schlechte Eigenschaft zumindest zu reduzieren.

Don't forget! (שלא נשכח)

Ohne Worte, nur damit wir nie vergessen!

VIDEO

Freitag, 12. Juni 2009

Der Wochenabschnitt - "Behaalotcha"















Im Wochenabschnitt des morgigen Shabbat ( 4. Buch Moses 8.1 - 12.16) gibt es eine Stelle, die in ihrer ganzen Tiefe zu mir spricht. Es geht um die Kinder Israel, die von G-tt den Weg durch die Wueste geleitet werden.
Es heisst hier: ..
so war es stetig: die Wolke huellte sie und Feuersicht nachts. Nach Geheiss des Aufsteigens der Wolke herauf vom Zelt, alsbald zogen die Soehne Israels, und an der Stelle, da die Wolke wieder einwohnte, da lagerten die Soehne Israels.
Auf SEIN Geheiss zogen die Soehne Israels,
auf SEIN Geheiss lagerten sie. .... auf SEIN Geheiss lagerten sie, auf SEIN Geheiss zogen sie...ob Tags oder Nachts: stieg die Wolke auf, zogen sie, ob ein Tagpaar ob eine Mondneuung ob Jahr und Tag: wann die Wolke auf der Wohnung saeumte, auf ihr zu wohnen, lagerten die Soehne Israels, sie zogen nicht, aber wann sie aufstieg, zogen sie. Auf SEIN Geheiss lagerten sie, auf SEIN Geheiss zogen sie.
Was fuer eine tiefe Bedeutung diese Saetze doch haben. Nur wenn ER, der sie geleitet hat, es wollte, dann zogen sie weiter. Welch absolut tiefes Vertrauen mussten sie doch haben, sie gingen nur weiter, wenn ihr G-tt es ihnen gebot, anhand seiner Zeichen. Ob es einen Tag oder mehrere oder gar Wochen dauerte, sie verliessen sich auf IHN. G-tt war der, der sie fuehrte, der sie behuetete, der ihnen in der Wueste den Weg wies.
Wie oft fuehlen wir uns allein gelassen, in den Wuesten unserer Zeit. Doch es gibt immer einen, der ueber uns wacht. Er ist da. Er gibt uns Zeichen, wann wir wohin gehen sollten, welche Wege wir einschlagen muessen, um seinen Auftrag zu erfuellen. Nur hoeren wir ihn leider nicht immer. Nicht deshalb, weil er nicht zu uns spricht, sondern weil wir die Botschaften nicht hoeren, oder gar nicht hoeren wollen.
Manchmal ist es ein Satz eines Mitmenschen, ein anderes Mal vielleicht ein Bild in einem Buch, was zu uns spricht. Es ist nicht immer einfach, hinzuhoeren, den Wegweiser zu erkennen. Und es ist nicht immer die Wolke, die uns fuehrt oder die Feuersaeule.
Aber dass es Hinweise gibt, wie wir unser Leben fuehren sollten, das ist gewiss. Wenn wir offen sind und wachsam, werden wir die Wegweiser entdecken und koennen den richtigen Weg nehmen.
Shabbat shalom.
שבת שלום



Donnerstag, 11. Juni 2009

Noch ein wenig Musik aus Israel - תהנו

Und nun muesst ihr euch noch einen meiner absoluten Lieblingssaenger gefallen lassen.
Mosh ben Ari mit "Derech" (Weg)
Hier ist das VIDEO

Und gleich noch was von Mosh: "Masa uMatan" (Verhandlung)
Das VIDEO hier.

Als Zugabe bekommt ihr noch Din Din Aviv mit Mosh ben Ari. Sie singen: "Baleilot ani cholemet" ( In den Naechten traeume ich)

Das VIDEO

Projekt Idan Raichel - "Mi maAmakim" (Aus den Tiefen..)

Idan Raichel mit seinem Projekt. Eine meiner Lieblingscds aus Israel.
Kategorie: Hoerens- und liebenswert!

Hier ist das VIDEO!

Sinnloser Mord durch einen 88 jaehrigen Neonazi

Im Holocaust Memorial Museum in Washington hat ein 88-jaehriger Neo-nazi einen Wachmann erschossen.
Einige der Besucher sind durch Hinterausgaenge geflohen.
Ich bin nachdenklich und frage mich, ob der Hass auf Juden niemals aufhoeren wird?
Und gleichzeitig ist in mir grosse Sprachlosigkeit.

Mittwoch, 10. Juni 2009

"HODS" - Organspende im Einklang mit der Halacha

In der letzten Ausgabe der "Juedischen Allgemeinen" (Nr.23/09) gab es einen interessanten Artikel von Detlef Kauschke ueber die im Judentum sehr umstrittene Frage der Organspende. Hin-und hergerissen zwischen dem Wunsch, helfen zu wollen und der Frage, wie das Judentum dazu steht, habe auch ich bislang keinen Organspendeausweis.

Robert Berman aus New York, der Gruender der "Halachic Organ Donor Society" (HODS) beklagt den sehr niedrigen Anteil an juedischen Spendern. Nur 8 Prozent der israelischen Bevoelkerung sind beispielsweise als Organspender registiert, in der Orthodoxie gehen die Zahlen gen null.
Berman nennt es "Chillul haShem" (eine Verunglimpfung des g-ttlichen Namens), denn "man nimmt, ist aber nicht bereit, zu geben". Die juedische Bevoelkerung ist zur Not bereit, eine Organspende anzunehmen, spendet aber selbst hoechst ungern, und das meist aus "religioesen Gruenden".
Der Grund, den die meisten religioesen Juden angeben, dass "ein Koerper nach juedischem Glauben vollstaendig sein muesse fuer die Wiederauferstehung" bezeichnet Berman als "Bloedsinn", denn was geschehe dann mit Soldaten,deren Koerper im Krieg zerfetzt wurde, oder mit den unzaehligen Shoaopfern, die in Oefen verbrannt wurden?

Berman sagt, es gaebe in keiner klassischen juedischen Quelle einen Hinweis darauf, dass der Koerper vollstaendig begraben werden muesse.
Er zitiert hingegen die Tora fuer eine Organspende: "Du sollst nicht untaetig beim Blute deines Naechsten stehen " (3. Buch Moses 19,16) oder "Ich rufe heute gegen euch Himmel und Erde zu Zeugen an, dass ich dir das Leben und den Tod, den Segen und den Fluch vorgelegt habe; so waehle denn das Leben..." (5. Buch Moses, 30,19). Fuer Berman ist eine Organspende gleichbedeutend mit der Wahl "fuer das Leben".
Nach den Angaben von Berman sind bereits 200 juedische Geistliche, wie Rabbi Moshe Tendler von der New Yorker Yeshiva University, der Chefrabbiner von Haifa Shear Yeshuv Cohen, oder Rabbi Yehuda Meshi Zahav von der israelischen Hilfsorganisation Zaka bei HODS als Spender gemeldet.
Auch habe ich auf der Internetseite von HODS Rav Benni Lau entdeckt, den ich sehr schaetze und in dessen Gemeinde ich in Jerusalem haeufig zum Shabbat war. Er ist der Neffe von Israel Lau, dem Oberrabbiner von Tel Aviv.

Ein Spenderausweis von HODS weist eine Besonderheit auf. Es gibt die Moeglichkeit anzukreuzen, wann man mit einer Spende einverstanden ist, beim Eintritt des Hirntodes oder wenn das Herz seine Funktion aufgibt.
Die Halacha sagt, dass ein Sterbender nicht beruehrt werden darf. Wie eine flackernde Kerze koennte sein Leben durch eine falsche Handbewegung "ausgeloescht" werden.

Einige rabbinische Autoritaeten weigern sich, bei noch schlagendem Herzen Vorbereitungen zur Organentnahme vorzunehmen.
Das soll durch den speziellen Ausweis von HODS vermieden werden.

Wie ich finde, eine akzeptable Loesung, denn auch mein Wunsch ist es, nicht nur bereit zu sein, ein Organ anzunehmen, sondern - wie Berman es beschreibt - mit einer letzten Mizwa Leben zu retten.

G-ttesnaehe und geistiges Niveau

Ein "Nasir" ist ein Mensch, der sich durch ein Geluebde darauf verpflichtet, eine Zeit lang zurueck gezogen von der Welt in sich zu gehen, um noch mehr G-ttesnaehe zu erreichen. Er trinkt waehrend dieser Zeit keinen Wein und laesst Haare und Bart wachsen.
Nach seiner "Nesirut" sollte er waehrend der Zeit des Tempels ein Opfer bringen, da es eigentlich nicht ganz richtig ist, sich von der Welt zurueck zuziehen.
Die Uebersetzung des Wortes Nasir lautet im Woerterbuch "Moench", was nicht richtig ist, so erklaerte uns der Rabbiner am Montag. Er vertrat die Ansicht, man koenne dieses Wort nicht ins Deutsche uebersetzen.
Er legte dar, wie hoch das geistige Niveau eines Menschen sein musste, um solch ein Nesirut als angebracht zu befuerworten.
" Ich behaupte, alle die hier am Tisch sitzen, einschliesslich meiner Person, sind nicht auf dem Niveau, bereit zu sein fuer ein Nesirut."
In den heutigen Zeiten sei es sehr unwahrscheinlich, dass ueberhaupt jemand dieses Niveau erreichen kann.
Unser Auftrag ist in der Regel hier auf Erden, mit den Menschen um uns herum. Wir sollen ein wenig Licht in diese Welt bringen und uns nicht von ihr entfernen.
Es macht Sinn, wenn wir uns zurueckziehen, um uns in unsere Studien und Gedankengaenge zu vertiefen, aber nur, um danach das Gelernte "in die Welt" einzubringen.
Die Zeit, mit mir allein zu sein, um weiter in der Tora zu lesen und nachzudenken, die Geraeusche des Alltags leiser werden zu lassen, um eine hoehere Konzentration zu finden, brauche ich dringend, um die Voraussetzung in mir zu schaffen, das Spirituelle wieder zu "hoeren", oder anders formuliert um G-ttes Stimme nicht zu "ueberhoeren".

Dienstag, 9. Juni 2009

Die Welt kann nicht so schlecht sein...

12-14 junge Menschen, im Alter von 17-25 lernen Tora mit ihrem Rabbiner. Dazwischen sitzen wir 3 oder 5 "Alten". Sie stellen interessierte Fragen ueber den Wochenabschnitt, ein juedisches Leben, den Tod, Kinder und Heirat.
Manche von ihnen kommen aus den ehemaligen GUS-Staaten und ihre Eltern haben nie ein religioeses Leben gefuehrt. Sie sind selbst auf einem anderen Weg und manch einer wird seinen eigenen Eltern etwas von den Stunden vermitteln. Eine 19-jaehrige sprach gestern ihre Bat Mizwa an, die sie nie gefeiert hat. Demnaechst will sie dies aus sich heraus nachholen. (Im Leben von religioes lebenden Juden findet die Bar Mizwa und Bat Mizwa mit 13, bzw. 12 Jahren statt. Der junge Mensch nimmt die Gebote des juedischen Lebens nun eigenverantwortlich auf sich und feiert dies in einer Zeremonie).

Mit viel Humor und Freude, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu vernachlaessigen unterstuetzt der Rabbiner die Studierenden.
Wenn ich in die Runde schaue und beobachte, wie interessiert sie bei der Sache sind, denke ich oft, dass die Welt so schlecht nicht sein kann, solange noch so viele junge Menschen sich mit Tora beschaeftigen und darueber diskutieren, wie man ein wahrhaft menschliches Leben fuehren kann.

Montag, 8. Juni 2009

Schliesse die Augen - dann siehst du mehr!

Wie immer nach einem Shiur (Unterricht) bei unserem Rabbiner komme ich erfuellt mit vielen Inputs und gleichzeitig voller neuer Fragen, die sich auftun, nach Hause.
Eines hat mich heute besonders tief beruehrt. Der Rabbiner sprach mit uns darueber, warum wir beim "Shma Israel" ("Hoere Israel..") die Augen schliessen.

Er erzaehlte, dass einmal der Rabbiner Shlomo Karlebach gefragt wurde: "Rabbi, warum legen die Menschen Tausende von Kilometern zurueck, um an der Kotel (Klagemauer) zu beten, um dem Ort nahe zu sein, der - wie man sagt - dem Himmel am naechsten ist, und wenn sie schliesslich davor stehen lehnen sie ihre Stirn gegen die Mauer und schliessen die Augen? Muessten sie nicht vielmehr die Augen oeffnen, um das zu sehen, wonach sie sich so lange gesehnt haben?"
Der Rabbi antwortete: "Nun, wenn ein Kind sich in die Arme der Eltern wirft, weil es sie so sehr liebt, und sie dann kuesst, was tut es? Es schliesst dabei die Augen fuer einen Moment. Warum? Weil man bei geschlossenen Augen mehr sieht!"
Wir sehen in diesem tiefen Moment alles, was die Augen nicht sehen koennen, wir sehen mit der ganzen Seele.
Und so geht es uns manchmal auch mit Menschen, die ein hohes geistiges Niveau innehaben. Wir sitzen bei ihnen und hoeren zu, ohne viele Worte zu benoetigen hoeren wir mehr, nehmen wir mehr wahr, auf allen Ebenen, mit dem ganzen Geist, der ganzen Seele.
Solche Momente kenne ich, ich habe sie in einem meiner Artikel ueber "Spirituelle Katalysatoren" beschrieben und sie beruehren mich immer wieder tief in meiner Seele.
Manchmal erfuellt es mehr, als der Inhalt eines ganzen Buches.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Obama - auch ich habe eine Meinung

Eigentlich wollte ich nicht auch noch meinen Senf zu Obamas Rede dazu tun. Doch die einseitig abwertenden Reaktionen locken mich hinter meinem Ofen hervor, muss ich gestehen. Ich habe mir heute abend die Rede angehoert und hatte mich vorher schon aufgeregt, was alles von ihm "gefordert" wurde, in Richtung Israel. Mir fehlte ein klares Statement gegen den Terror.
Das habe ich heute jedoch deutlich vernommen. Obama hat sich klar gegen die Gewalt und den Krieg im Namen der Religionen ausgesprochen, er hat fuer Toleranz und Religionsfreiheit plaediert und den Teil der muslimischen Welt angesprochen, der sich auch wie alle anderen Menschen nach Frieden, Freiheit und Sicherheit sehnt.
Er hat betont, dass unsere heiligen Buecher, egal aus welcher Religion, im Grunde genommen den Frieden predigen und die Botschaft "liebe deinen Naechsten wie dich selbst" verkuenden.

Er hat darauf aufmerksam gemacht, dass wir alle, der Westen und die muslimische Welt einen gemeinsamen Feind haben, den Terror und die Gewalt, ausgeuebt durch Extremisten.

Bisher ist nicht viel passiert im Friedensprozess und ich denke, dass es fast schlimmer nicht mehr kommen kann, ausser der Iran kommt doch noch dazu, seine Atombombe fertig zu stellen, aber auch gegen nukleare Waffen hat Obama sich ausgesprochen.
Es kann nicht schaden, meiner Meinung nach und man sollte nicht vorschnell alles verurteilen, was Obama bisher von sich gegeben hat. Wollen wir ihn doch mal machen lassen.....
Wer weiss, vielleicht wird er ja sogar der erste sein, der den Frieden, dem wir alle nachjagen sollten, ein Stueckchen naeher kommt, falls er nicht vorher von Fanatikern umgebracht wird.
Ist Obama naiv? Oder ein Freund der Muslime, nur weil er die gemaessigten Stroemungen des Islam anspricht und zum gemeinsamen Miteinander einlaedt?
Bin ich naiv, weil ich diese Rede nicht verwerflich fand?
Wir werden sehen, was passiert und ich kann mich immer noch der Meinung der Obamakontrahenten anschliessen, wenn die Mehrheit der muslimischen Welt seine Aufforderung zum Frieden mit Fuessen tritt.
Solange werde ich naiv weiter fuer den Frieden und fuer die Verwirklichung von Obamas Vision beten.

Dienstag, 2. Juni 2009

Mein Kummer und das Judentum

Wieder einmal habe ich grossen Kummer wegen einer meiner Toechter. Und wie schon beim letzten Mal bin ich fast unfaehig, weiter zu machen, so sehr beschaeftigt und blockiert mich dieser Schmerz. Ich kann kaum schlafen und habe Magenschmerzen und wundere mich, dass es noch immer Traenen gibt.
Zur Arbeit zu gehen, nach wenigen Stunden Schlaf und mit geschwollenen Augen, scheint mir morgens dann fast unmoeglich und ich muss alle Energien aufbringen, um nicht zuhause zu bleiben.
Auch bei den letzten Schwierigkeiten hat mir die Tora geholfen, meine Gebete und der Kontakt zum Himmel.
Aber eine Frage ist auch immer in mir: "Warum tust du mir das an? Was ist der Grund dafuer, dass du mir immer wieder diesen Kummer schickst, G-tt?"
Ich weiss, dass ich ohne das Judentum tief in meiner Seele, mit Kummer dieser Art kaum fertig werden wuerde und die Verzweiflung mein bester Freund waere. Und ich weiss, dass ich nicht die Kraft haette, in dieser schwierigen Situation auf die Suche zu gehen, nach etwas was mir die Energie zurueck gibt, z.B. nach dem Judentum. Ich bin in solchen Lagen nur froh, dass ich laengst diese Heilung gefunden habe, die dann so bitter noetig ist. Das Judentum begleitet mich und ist tief in mir verankert. Und dennoch faellt es mir schwer, das zu tun, was wir selbst bei schlechten Nachrichten tun sollten, zu sagen: "Baruch ata haShem, Elokeinu melech haOlam, Dajan haEmet"
(Gelobt seist du Ewiger, unser G-tt, Koenig der Welt, der in Wahrheit richtet.)
Nein, ich tue das, was nicht richtig ist, ich rufe weinend : "Was willst du von mir?" und bin oft nicht einmal mehr in der Lage, ein Gebet zu formulieren, um mir Kraft zu holen. Aber den Kontakt habe ich, ich spuere die Verbindung und ein verzweifelter hilfesuchender Blick nach oben ist manchmal das einzige "Gebet", um seiner Naehe sicher zu sein und auf seine Hilfe zu hoffen.

Montag, 1. Juni 2009

VIDEO - "Morning of Yehuda's Wedding" oder Im Eshkachech Yerushalaiym

Eines meiner Lieblingsvideos koennt ihr HIER sehen.
Viel Spass!!

Buchtipp: "Im Auftrag fuer Israel" von Ruth Zucker

Ich lese zurzeit ein sehr spannendes Buch. Ruth Zucker schrieb: "Im Auftrag für Israel" - meine Jahre als Spionin.
Die Autorin ist 1914 in Bonn geboren, 1934 wanderte ihr Verlobter nach Palaestina aus. Ruth Zucker folgte ihm illegal, da die Briten niemanden mehr ins Land lassen wollten. Sie arbeitete im damaligen Palaestina, sowie in Israel als Graphologin, Psychologin und Astrologin.
Nach 1945 setzte sie sich aktiv fuer die deutsch-juedische Versoehnung ein.
Hier schreibt sie ueber ihre Agententaetigkeit fuer die Untergrundorganisation "Hagana", die zu Zeiten des britischen Mandats vor arabischen Ueberfaellen auf Juden schuetzen sollte.
Ein weiteres bekanntes Buch von Ruth Zucker ist ihre Autobiographie "Meine sieben Leben"