Samstag, 27. Februar 2010

Kleine Krise

Irgendwann hat man das Gefuehl, dass die Kraft zuende geht. Und gerade dann, wenn man glaubt, endlich sei alles soweit geregelt kommt eine Information: Du hast aber noch das und das nicht uebersetzen lassen, und diese Dokumente nicht anerkennen lassen.
Das mit dem Erziehungsministerium hat mich irgendwie zurueck geschlagen. Ich habe den Shabbat nicht sehr geniessen koennen (zumal es so geschuettet hat, dass nun zwar die Leitungen dicht sind nach der Reparatur, dafuer aber mehrere feuchte Flecken auf der Wand in der Ecke auftauchten. Selbst mich darueber aufzuregen, fehlt mir die Kraft) Und auch Purim scheint, - wenn ich nicht auf mich achte - an mir vorbeizugehen.
Ein Riesenberg scheint vor mir zu stehen, statt hinter mir. Und dabei hatte ich gedacht, ich haette schon so viel geschafft.
Ein schwacher Trost ist, dass man im Krankenhaus auf mich warten will, und ich von der Seite keinen Druck habe, alle Papiere endlich zusammen zu bekommen.

Nun werde ich mich morgen um ein neues Zeugnis aus Deutschland kuemmern, das ich evtl. per Fax erhalten koennte. Das alte war viel zu lang. Es muss uebersetzt werden und soviel Geld habe ich nicht, ein 4 Din-A-4 Seiten langes Dokument uebersetzen zu lassen. In Israel wird eh nicht soviel wert darauf gelegt, was das jetzt genau fuer eine Einrichtung ist, denn mehr als die Haelfte ist die Beschreibung meines Arbeitsplatzes.
Kurze Empfehlungsschreiben sind hier ueblich.
Nun muss ich noch auf das Dokument warten, was beim Minister zur Unterschrift liegt. (Anerkennung meiner Universitaet). Mit diesem sollte es doch hoffentlich etwas leichter sein, das naechste Dokument zu bekommen, oder?
Ehrlich? Ich mache eine kleine private Feier fuer mich, wenn ich alle Dokument zusammen habe und endlich anfangen kann, zu arbeiten und etwas mehr Geld zu verdienen.
Es war aber auch alles etwas viel in den letzten Monaten und ich komme nicht zur Ruhe. Ich denke, diese Krise ist normal zu diesem Zeitpunkt und hoffe, bald Land in Sicht zu haben.
Halevai!

Freitag, 26. Februar 2010

Purim - ein paar Gedanken

Gerade zu Zeiten der hoechstmoeglichen Assimilation waren Juden von ihrer "Ausloeschung" bedroht.
Der Hass auf Juden ist keinesfalls mit ihrer "Andersartigkeit" oder ihrer Neigung, sich von anderen Voelkern abzusondern zu erklaeren. Es gibt Menschen, die, wenn es um das Thema Shoa geht, einwerfen: "Mann kann sich aber auch vorstellen, dass es merkwuerdig war, wie Juden sich kleiden oder ihren Gebraeuchen nachgehen." Aber schwarze Huete, Schlaefenlocken oder Tefillin (Gebetsriemen) waren es nicht, die Misstrauen hervorriefen. Im Gegenteil. Zu Zeiten der Shoa waren die meisten Juden viel zu sehr an das deutsche Leben angepasst, sie waren zum grossen Teil assimiliert. Viele Juden konnte man gar nicht als Juden identifizieren, so sehr hatten sie sich angeglichen. Nicht viel mehr unterschied sie von Nichtjuden, schon gar nicht in der Oeffentlichkeit.
Es war fast immer zu Zeiten der Assimilation, dass Juden dem Hass der anderen Voelker ausgesetzt waren, eben einfach "nur" aus einem Grund: Weil sie Juden waren.
Wir feiern Purim, erinnern uns an die Zeiten von Esther und Achashwerosch. Die Juden nahmen unter anderem an den Festlichkeiten des Koenigs teil, auf denen keine kosheren Speisen gereicht wurden. Das heisst, sie hatten sich an das saekulare Leben angeglichen, profitierten davon, hatten ihre besondere Lebensweise, ihr "juedischsein" fast abgelegt. Nicht viel mehr unterschied sie vom persischen Volk. Dennoch gab es auch damals schon einen hasserfuellten Plan, das gesamte juedische Volk auszuloeschen, ohne Unterschied ob Mann, Kind oder Frau.
In der Megillat Esther gibt es unter anderem eine Besonderheit: der Name G-ttes taucht nicht einmal darin auf. Und doch spueren wir seine Gegenwart in dieser Geschichte staendig. Er ist anwesend, wenn auch verborgen. Er leitet die Geschicke des Volkes und als Esther das Volk dazu aufruft, sich zu besinnen, als Volk zusammenzuruecken, zu fasten und zu beten, ist die Rettung nahe.
Das Volk hat sich besonnen, dass es etwas gibt, was es verbindet. Alles, was uns trennt, sollte in den Hintergrund ruecken, denn wir sind ein Volk, ob orthodox oder liberal, ob sephardisch oder ashkenasisch, ob aus Aethiopien oder Australien. Und nur wenn wir zusammen ruecken, als Volk, koennen wir unsere ganze Staerke mobilisieren und allen Gefahren "von aussen" trotzen.
Purim Sameach!

Der "innere Altar"

Auf den Seiten von "Chabad" habe einen sehr schoenen Artikel ueber die Paraschat haShavua gefunden. (HIER nachzulesen) zum Thema "Stilles Gebet".
Der "kleine goldene Altar im Inneren des Heiligtums", wird mit dem inneren Altar verglichen, den jeder von uns in seiner Seele pflegen sollte.
Ist es sehr wichtig, dem G-ttesdienst beizuwohnen, im Minjan zu beten so ist unser inneres Gebet doch der Ausgangspunkt fuer unsere Beziehung zu G-tt. Niemand, ausser ihm, weiss von dieser Beziehung, wie sie sich gestaltet, welche Krisen wir durchlaufen, wie stark unsere Liebe zu G-tt ist. Niemand hoert unser leises Flehen, in ausweglosen Situationen, unsere persoenlichen Bitten um Gesundheit, ein wenig Glueck und Frieden. Niemand, ausser ihm weiss um unser Band, das die Seele fest mit dem Einzigen verbindet, der uns bleibt, wenn alle Menschen uns verlassen.
Aber auch Freude duerfen und sollen wir mit ihm teilen, unseren Dank zum Himmel schicken. Unser Lachen an gluecklichen Tagen wird ihm genauso "zu Ohren" kommen, wie unser Leid.
Die Post zum Himmel wird naemlich - G-tt sei Dank - immer, Tag und Nacht zugestellt und kennt keine Streiks.

Regen, Sturm und Gewitter


















Die ganze Nacht hat es in Stroemen geregnet. Gut fuer das Land, schlecht fuer die Stimmung. Meine Wohnung ist trocken. Nachdem die Umwicklung der Leitungen, die aussen an der Hauswand entlangfuehren, ausgetauscht wurden, scheint der Schaden doch behoben. Ich kann es noch gar nicht glauben, und habe immer noch Schaelchen unter den Stellen aufgestellt, die sonst immer tropften.
Ausnahmeweise muss ich heute zwei Stunden bei Sharon arbeiten und kann mir jetzt gerade gar nicht vorstellen, aus dem Haus zu muessen. Es ist ein Wetter, bei dem man "keinen Hund vor die Tuer schickt". Gut, dass ich mir vor einiger Zeit einen richtig starken Schirm gekauft habe, der zwar schwer ist, aber einen Vorteil hat gegenueber den Mini-knirpsen, die man fuer 10 Shekel kaufen kann: er schlaegt nicht so schnell um bei Sturm.
Ich denke, dies wird ein Shabbat werden, an dem ich zuhause lesen werde. Rausgehen wird nicht moeglich sein, denn es soll bis zum Wochenanfang weiter regenen.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Bin ich zu alt (oder zu schwach) fuer dieses Land?

Wird es eine Zeit geben, in der ich einfach nur leben und arbeiten kann? Irgendwie hat man doch immer von Zeit zu Zeit mit Behoerden zu tun. Eine Freundin, die im Land geboren ist, ist seit einigen Monaten Rentnerin, und hat aehnliche Probleme. Nur um die Rente zu bekommen, die ihr nach so vielen Arbeitsjahren zusteht, bedarf es immer neuer Formulare, staendig wird sie wieder woanders hingeschickt, um noch ein Dokument einzureichen, welches fehlt. Bis alle Dokumente vorliegen, gibt es selbstverstaendlich auch nicht die volle Rente. Wenn sie nicht verheiratet waere, waere sie wohl schon verhungert.
Das macht nicht gerade Mut. Bin ich vielleicht zu alt fuer dieses Land mit seiner undurchsichtigen Buerokratie? Denn - was bis heute galt, kann morgen schon ueberholt sein, daher gibt es wohl auch immer wieder die Aussagen: " Es gibt seit ein paar Wochen ein neues Gesetz, und zwar.... " oder "Gerade gestern wurden die Bestimmungen dafuer geaendert und zwar folgendermassen..."
Auch diese Saetze habe ich schon gehoert, nachdem ein hilfsbereiter Freund mir Punkt fuer Punkt erklaert hatte, was ich genau wofuer benoetige. Vieles, was heute galt, ist morgen schon ueberholt. Auch das ist eines der Probleme hier.
Nutzt es aber andere Menschen genauso ab wie mich? Oder verfuege ich einfach nur ueber weniger Energien als meine Umwelt?
Kann es sein, dass ich in den letzten Monaten um Jahre gealtert bin?

It seems, as if the story never ends....

Kurz vorweg: Wie soll ein normaler Neueinwanderer all das wissen, was noetig ist, um ein Diplom aus dem Ausland anerkennen zu lassen?
Wissen andere all das, was ich erst jetzt schrittweise erfahre?

Heute bekam ich mittags, bei einem erneuten persoenlichen Besuch bei der Sachbearbeiterin, ein Schreiben ausgestellt. (Ohne Worte, weil ich sie so sehr nerve, dass sie kaum noch mit mir spricht). Darin stand, dass meine Universitaet anerkannt wurde und ich auf den Stempel des Ministers warte. Dieser sei in ein paar Tagen zu erwarten. Von seiten des Sozialministeriums sei nichts dagegen einzuwenden, dass ich anfange zu arbeiten, aber der Buerokratie halber - quasi technisch gesehen - muesse man sagen, dass ich bis der Stempel unter meinem Dokument erscheint, so zu behandeln sei, als sei ich Studentin.
(????????) Dieses Schreiben sollte mir helfen. Wie man sich denken kann, hilft das natuerlich ueberhaupt nicht. Die Personalabteilung sagte mir, so etwas haetten sie im Leben noch nie gesehen, ob ich denn nun Sozialarbeiterin sei, oder nicht? Aus diesem Schreiben jedenfalls koenne man gar nichts herauslesen.
Verstaendlich.
Der naechste Schock aber kam kurz darauf: "Haben Sie schon ihr Diplom pruefen lassen? Welcher akademische Grad wurde Ihnen zuerkannt und wo ist das Dokument dafuer?"
"Nun, " antwortete ich, "das ist doch meine Diplom-anerkennung, um die es hier geht."
"Nein, nein, " antwortete die nette Dame der Personalabteilung, "dies ist lediglich die Anerkennung der Universitaet, an der sie studiert haben. Die war hier vorher nicht bekannt. Toll, dass sie anerkannt wird, aber sie haben doch sicher parallel dazu einen Prozess beim Erziehungsministerium eingeleitet, wo ihr Diplom anerkannt werden muss und der akademische Grad ihres Studiums zuerkannt wird."
Was?????? Erziehungsministerium?
Niemand, aber auch wirklich niemand hat mir je etwas davon gesagt, dass es weitere Stellen gibt, an die ich mich wenden muss.
"Sie muessen sich nun ans Erziehungsministerium wenden, einen Antrag auf Anerkennung eines akademischen Grades aus dem Ausland stellen. "
"Wo ist das Erziehungsministerium?"
"Das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich glaube in Kyriat Shaul oder so.... finden Sie das heraus."
Erst einmal habe ich mich in eine Ecke gesetzt um zu heulen. So langsam gehen mir meine Energien verloren. Fast jeden Tag (oft vergeblich) ins Sozialministerium zu fahren, gescheiterte Versuche, die zustaendige Frau X per Telefon zu erreichen, Hilfe suchen bei einem Rechtsanwalt, bei Bekannten.... all das zieht Energie, die ich fuer andere Dinge haette brauchen koennen. Beispielsweise, um Unterlagen beim Erziehungsministerium einzureichen. Wenn ich das nur frueher gewusst haette....
Nun heisst es wieder 100 Dokumente einreichen, Diplom und Diplomzeugnis uebersetzen lassen (was nicht billig ist) und sicher auch wieder - WARTEN.

Was dann noch positiv bei all dem Balagan war, war Professorin XX. Sie hat mir gesagt: "Nein, keine Sorge. Wir warten auf dich. Nun habe ich mich so ins Zeug fuer dich gelegt und den Kollegen, die eine andere bevorzugten gesagt: Wenn Noa nicht hier anfaengt, dann haben wir eben keine Sozialarbeiterin. Mach dir keine Sorgen. "
Das ist ein grosser Trost, der mir vielleicht ein wenig Kraft gibt fuer den naechsten - bestimmt nervenaufreibenden Prozess.
Und Purim? - Wie schade, dass ich zurzeit von den spirituellen Dingen so sehr abgelenkt werde...

Mittwoch, 24. Februar 2010

GAP - jetzt auch in Tel Aviv


















Eine neue Filiale von GAP hat in Tel Aviv im Azrieli Center eroeffnet, nach der Filiale in der Mamilla-Shopping mall in Jerusalem bereits die zweite in Israel.
Obwohl das Wetter am nachmittag immer diesiger und windiger wurde, habe ich doch die Zeit in Tel Aviv genossen. Tel Aviv ist Strand, Fun und Grossstadt, Autos, Werbung, Shuk und Sand, bummeln und Cafe trinken, junge Menschen und Lachen.
Ist Jerusalem schon hektisch und laut, so begleitet einen der Grossstadtlaerm in Tel Aviv auf Schritt und Tritt, ausser am Strand. Dort bei einem Cafe aufs Meer zu schauen, ist immer wieder ein Genuss und regelrechte Entspannung.
Die Menschen in Tel Aviv sind nett, offen und familiaer. Manche Ecken jedoch gruseln mich regelrecht, z.B. der Teil um den zentralen Busbahnhof herum. Dort zu wohnen kann kein Genuss sein, es sei denn, hinter den haeufig verfallenen Fassaden verbergen sich bewohnbare Zimmer.
Das Dolphinarium ist ein Schandfleck am Strand und warum man dieses Gebaeude, was von aussen eher einer Baracke gleicht nicht einfach abreisst oder renoviert, kann ich nicht nachvollziehen. Ob dort immer noch getanzt wird, ist mir nicht bekannt.

Dienstag, 23. Februar 2010

Perspektiven

Eine Tragoedie erschuettert die Bevoelkerung

Eine schrecklicher Unfall loescht eine gesamte Familie aus und schockiert uns alle. Gestern mittag, auf der Strasse von Eilat nordwaerts sind eine 57-jaehrige Frau, ihre Tochter, der Sohn, die Schwiegertochter und die 5-Monate alte Enkelin unterwegs zur Hochzeit von Verwandten in Haifa. Auf einer der gefaehrlichsten Strassen Israels, weil sehr eng und ohne Begrenzung, kommt ihnen ein Laster entgegen, prallt gegen ihr Fahrzeug und schleift es 30 m mit sich. Das Fahrzeug geht in Flammen auf und Menschen, die helfen wollen muessen mit ansehen, wie die Familie lebendig verbrennt. Niemand kann etwas tun. Der Lastwagen kippt um, der Fahrer ueberlebt leicht verletzt und wird nach der Behandlung im Krankenhaus festgenommen.
Noch weiss man nicht genau, wie das Unglueck geschehen konnte, da der Fahrer sich mit seiner Aussage in Widersprueche verwickelt hat. Es sei ihm etwas im Fahrerhaus auf den Kopf gefallen, ist eine der Versionen. Heute spricht man davon, dass viele der Lastwagenfahrer von ihren Chefs zu Wahnsinnsfahrten, ohne ausreichenden Schlaf gezwungen werden, oder freiwillig zu lange fahren, um ausreichen Geld zu verdienen.
Einen - wie ich finde - sehr makabren Beigeschmack bekommt das Unglueck dadurch, dass man bei der Hochzeit in Haifa natuerlich auf die Angehoerigen wartete. Ein Sohn, der zurzeit Soldat ist, hatte die Mutter gebeten, ihm Kleidung fuer die Hochzeit mitzubringen. Als die Familie auf dem Weg war, rief er auf dem Handy an, und bekam keine Antwort. Es war ihm klar, dass etwas passiert sein muss und er erfuhr von einem schrecklichen Unglueck ueber die Medien. Seine Familie - sie existierte mit einem Schlag nicht mehr.
Man befragte den Rabbi, was nun zu tun sei. Schliesslich ist es gemaess der Halacha verboten, eine Hochzeit abzusagen. Die Braut soll erfreut werden, das ist eine Mizwa (ein Gebot).
Der Rabbi empfohl den Angehoerigen, die von dem Unglueck wussten (etwa 50 von 300 Gaesten) nichts zu sagen, zu versuchen, sich jeweils fuer ein paar Minuten zurueck zu ziehen, um den Traenen freien Lauf zu lassen. Ansonsten sollte die Feier "wie geplant" stattfinden.
So geschah es und die Braut erfuhr erst gegen Morgen von der Tragoedie.
Wie grausam, wenn man nach einer solchen Schreckensnachricht auch noch Freude vorspielen muss.
Man kann es den Angehoerigen nur hoch anrechnen, dass sie erreicht haben, dass der schoenste Tag im Leben des Paares nicht zum schrecklichsten wurde. Obwohl es spaetestens heute kein Entrinnen vor den Ereignissen gab.
5 Personen wurden heute beerdigt, darunter ein Saeugling, den die Familie den Angehoerigen stolz praesentieren wollte.
Nach einer solchen Tragoedie fragt man sich immer: Konnte G-tt solch ein Unglueck zulassen? Kann es einen hoeheren Sinn hinter diesem grausamen Unglueck geben? Ich bin jedes Mal ratlos und habe viele Fragen.

Montag, 22. Februar 2010

Die Post kam heute nicht.....

Fuer mich keine wirkliche Neuigkeit, dass die Post nicht ankommt, was aber neu ist, ist die Tatsache, dass die Post, die heute im ganzen Land nicht zugestellt hat, ausnahmsweise einen wahrhaft guten Grund hat. Es wurden Umschlaege mit Sprengstoff gefunden.
Nun - da kann ich nur sagen, am heutigen Tag verstehe ich, dass "nichts mehr geht." Aber fuer das naechste Dokument, was mir nicht zugestellt wird, muss es schon eine aehnliche Begruendung geben.

Ministry of Social Affairs - die hundertste

Wie so oft in letzter Zeit war ich heute erneut beim Ministry of Social Affairs. Frau X., die zustaendige Sachbearbeiterin hatte mir gesagt, vielleicht gaebe es eine Moeglichkeit, ein Dokument auszustellen, was darueber Auskunft gibt, dass ich meine Papiere bekomme, nur nicht wann.
Ich solle Sonntag oder Montag vorbeikommen, dann sei sie den ganzen Tag da. Um 12.30h erschien ich wieder, um zu hoeren, dass Frau X. bereits nach Hause gegangen war. Noch einmal ging ich - dieses Mal nicht so freundlich bittend wie beim letzten Mal - nebenan zur Sekretaerin und fragte sie, wo ich die Vorgesetzte finden koenne. Hiess es letzte Woche noch, es gaebe gar keine Vorgesetzte, wies sie heute kalt laechelnd auf die Tuer nach nebenan.
Ich klopfte an und schaute in ein sehr ablehnendes Gesicht. (Wow, es scheint immer eine Stoerung zu sein, wenn die Oeffentlichkeit an die Tuer klopft). Frau Vorgesetzte sass mit jemandem im Gespraech und ich fragte, ob sie - selbstverstaendlich NACH dem Gespraech - Zeit habe fuer mein Problem.
"Wenn es sein muss, dann danach, ja..."
Ich wartete vor der Tuer der Sekretaerinnen. Als die andere Dame das Zimmer verliess, stuermte ich nicht gleich hinein. Eine der Sekretaerinnen kam hinaus und fragte mich, ob ich warte. Das wuerde sich nicht lohnen, denn Frau Vorgesetzte sei in einem Meeting dort in ihrem Zimmer. Ich antwortete ihr, dass niemand mehr im Zimmer sei und mir gesagt wurde ich solle warten.
Sie beharrte darauf, dass dort noch weitere Leute saessen und man bis nachmittags nicht stoeren duerfe.
Dann oeffnete sie die Tuer, da ich mich nicht abwimmeln liess und sagte erstaunt: " Oh, sorry, ist ja doch niemand mehr drin.."
Ehrlich gesagt, vielleicht kann ich ueber diese Slapstick-nummern irgendwann einmal lachen, jetzt jedoch noch nicht.
Als ich der abweisend blickenden Vorgesetzten meine Geschichte erzaehlte, und auch den Rechtsanwalt ganz nebenbei erwaehnte, wurde sie sehr freundlich und versprach zu helfen.
Wirklich weiter bin ich in der Tat jedoch noch nicht, da sie mich nun wieder vertroestet haben.
Heute abend las ich die Antwort auf meine mail von Frau X. (der eigentlich zustaendigen Sachbearbeiterin), dass es sich fuer mich nicht lohnen wuerde, vorbeizukommen, da ihr Gespraech mit dem zustaendigen Menschen, der ein Ersatzdokument ausstellen koennte, auf fruehestens Donnerstag verschoben wurde.

Sonntag, 21. Februar 2010

Vorfreude

Heute war ich in den Mittagsstunden auf dem Har HaZofim (Skopusberg), im Hadassah Hospital, um mich nach der medizinischen Einstellungsuntersuchung zu erkundigen, die ich noch hinter mich bringen muss, bevor ich anfange zu arbeiten. Bei der Gelegenheit konnte ich gleich in der Personalabteilung meine Daten angeben und bekam eine Liste mit Unterlagen, die ich noch vorbeibringen muss. Mit der Liste, welche Blutuntersuchungen gemacht werden muessen, bin ich dann zur Krankenkasse, um fuer heute abend einen Termin beim Arzt zu machen. Es laeuft in der Regel etwas anders als in Deutschland. Viele Aerzte sind direkt in der Filiale der Krankenkasse und empfangen dort ihre Patienten.
Ein wenig misstrauisch war ich schon, da selbst in Deutschland gute Aerzte fast nur ueber Mundpropaganda zu finden sind und ich seit mehr als 20 Jahren einen Arzt meines Vertrauens hatte.
Nun - vom ersten Eindruck her, war Dr. M. auesserst nett und hat mir einen Bogen fuer das Labor mitgegeben. Morgen frueh werde ich dann Blut abnehmen lassen koennen, und ein EKG schreiben lassen.
Morgen werde ich auch wieder vor der Tuer der Sachbearbeiterin beim Ministry of Social Affairs sitzen, um nachzufragen, wie es aussieht mit meinem Dokument.
Ansonsten freue ich mich sehr auf die Arbeit, es soll nun auch endlich losgehen! Auf dem Skopusberg bin ich gern, es ist ein angenehmer Platz, in direkter Naehe der Universitaet. Von dort oben gibt es wunderbare Ausblicke ueber die Stadt und auch in die Judaeische Wueste.
Das Krankenhaus selbst wirkt freundlich und einladend. (Wie das aus der Sicht der Patienten ist, vermag ich noch nicht zu beurteilen)

Freitag, 19. Februar 2010

Donnerstag, 18. Februar 2010

Gut gemeinter Rat an alle, die in Zukunft einwandern wollen....

Mein einziger Rat, an alle, die in Zukunft in Israel einwandern, und Dokumente pruefen lassen o.Ä. ist folgender: Bitte lasst euch nicht mit dem Satz: "Das dauert jetzt ca. einen Monat" oder Aehnlichem vertroesten. Fragt mindestens alle paar Tage nach, wo sich das Dokument befindet, in welchen Haenden und wielange. Kommt es euch spanisch (oder hebraeisch) vor, setzt euch jeden Tag vor die Tuer eures Ansprechpartners, und fragt notfalls nach dem Vorgesetzten.
Mein Rat resultiert aus dem heutigen Update.
Man hatte mir gestern gesagt, meine Ansprechpartnerin sei um 13h da, ich solle sie dann anrufen. (anrufen hat noch nie geklappt, niemand hebt den Hoerer ab).
Ich war bereits um 12.30h persoenlich vor ihrer Tuer, da war sie schon quasi auf dem Heimweg. (Sie studiert "nebenbei" oder sollte ich sagen, sie studiert und arbeitet nebenbei?..weshalb sie manchmal nur fuer eine Stunde im Buero ist, an manchen Tagen gar nicht.
Sie hatte bereits von den Kolleginnen gehoert, dass ich gestern da war, und sehr "aufgeregt" war. Nun hat sie sich dahinter geklemmt und dort nachgefragt, wohin sie das Dokument zur Unterschrift weitergeleitet hatte. (Zur Erinnerung, es kam eine email auf meine staendigen Nachfragen mit dem Inhalt: Es befindet sich schon nicht mehr in meinen Haenden. .....damit schien fuer sie die Sache erledigt zu sein.)
Dort sagte man ihr, es sei gar nichts angekommen. Das bedeutet im Klartext, dass seit Mitte Januar nichts, aber auch gar nichts passiert ist mit diesem Dokument. Ich musste nach Luft schnappen, hoerte mir aber ihre Ausfuehrungen weiter an.
Nun habe sie das ganze Dokument erneut geschickt, der Notar, der dafuer zustaendig ist, hat aufgehoert, und fuer ihn ist ein neuer mit der Aufgabe betraut, der aber muss erst EINGEARBEITET werden, was erneute Verzoegerungen verspricht.
Sie hat mir ihre mail an ihn gezeigt, in der sie darum bittet, die Sache als "eilig" zu behandeln.
Ich habe mir dennoch die Telefonnummer desjenigen geben lassen und ihr gesagt, mein Rechtsanwalt wuerde mir in dieser Angelegenheit jetzt helfen.
Sie schlug dann vor, falls bis Montag nichts passiert ist, solle ich erneut anrufen (=vorbeikommen). Sie wird dann einen Bevollmaechtigten im Hause bitten, mir ein Dokument mit Stempel auszustellen, aus dem hervorgeht, dass ich die Urkunde auf jeden Fall bekomme. Dies koenne ich dann notfalls dem Krankenhaus vorlegen.
Warum eigentlich nicht gleich?

Waere ich nicht so penetrant gewesen und haette mich ziemlich unbeliebt gemacht gestern, haette ich nicht staendig nachgefragt, wuerde ich wohl in 4 Wochen noch auf etwas warten, was nie bei den zustaendigen Stellen ankam. Dazu kommt, dass ich in Folge dessen meine Arbeit nicht bekaeme.
Nun werde ich versuchen, ein wenig herunter zu kommen von meiner Wut und dafuer ist ein kleiner Ausflug nach Haifa zu Freunden das richtige Mittel. Bei fast 30 Grad am Meer sitzen, essen, Rotwein trinken...

Mittwoch, 17. Februar 2010

Der Alltag hat mich wieder...

"Kaum ist sie wieder hier, hat sie was zu meckern..." werden einige sagen, die meine Berichte als "Anspruchsdenken der verwoehnten Einwanderer" abtun.
Aber kann es sein, dass mir eine Teilzeitstelle in meinem Beruf durch die Lappen geht, nur weil die Behoerde es nicht schafft, rechtzeitig ein Dokument auszustellen, aus dem hervorgeht, dass mein Diplom anerkannt ist?
Seit Dezember wartet man nun im Hadassah-hospital darauf, dass ich dieses Dokument einreiche.
Mitte Dezember war ich fuer das Gremium vorgesehen, das die auslaendischen Diploma auf Anerkennung prueft. Man teilte mir kurz darauf mit (auch nur nach mehrmaligem Nachfragen und persoenlichem Erscheinen beim Ministry of Social Affairs) das Gremium habe es nicht geschafft, alle vorgesehenen Diploma an diesem Tag zu pruefen, man haette mich auf Mitte Januar verschoben.
Im Krankenhaus akzeptierte man den Aufschub und fragte Mitte Januar nach, wie das Ergebnis ausgegangen ist.
Meine emails, Telefonate und mein mehrfaches persoenliches Erscheinen fuehrte nach einer Woche dazu, dass ich das Ergebnis muendlich bekam: Mein Diplom wurde anerkannt. Aber - die Ausstellung der Urkunde wuerde etwas dauern, zwischen einem und zwei Monaten.
Leider stellte man im Krankenhaus fest, dass ohne das Vorliegen der Urkunde ein Beginn nicht moeglich ist und bat mich, sobald wie moeglich dafuer zu sorgen, dass ich es bekaeme.
Nun - alles was ich tun konnte bisher, war mehrfach persoenlich dort aufzutauchen, um fast jedes Mal zu erfahren, dass die (EINZIG) zustaendige Sachbearbeiterin, die nebenbei studiert und nicht Vollzeit arbeitet, nicht da ist. Ich solle anrufen. Meine Anrufe werden aber nicht beantwortet, bzw. meldet sich niemand, lediglich ein Band laeuft.
Per e-mail erfuhr ich vor meiner Deutschlandreise von ihr, dass das Dokument nicht mehr in ihren Haenden sei, sie koenne "nichts versprechen".
Heute war ich wieder dort, um wieder zu erfahren, dass sie nicht im Buero ist. Ich solle anrufen, oder morgen mittag versuchen, sie zu erreichen, so die Kolleginnen im Nebenzimmer.
Auf meine Anfrage, ob es einen Vorgesetzten gibt, sagte man mir: "Nein, gibt es nicht. Nur X. ist fuer diese Sache zustaendig."
Kann es sein, dass X. keinen Vorgesetzten hat? Arbeitet sie selbststaendig in einer Behoerde vor sich hin?
Ich habe den Kolleginnen von X. noch einmal meine Lage dargestellt, dass es sehr wichtig ist, da ich dem Staat Israel moeglichst nicht allzu lange auf der Tasche liegen will, und dass ich bereit bin zu arbeiten, dass man mich auch lieber heute als morgen einstellen wuerde usw. usw.
Es scheint keine Loesung zu geben ausser zu warten. Gibt es wirklich keine andere Loesung?
Heute habe ich einen befreundeten Rechtsanwalt gefragt, und er hat mir versprochen, sich einzuschalten, falls ich morgen beim persoenlichen Nachfragen nichts erreiche.
Es ist und bleibt sehr muehselig, hier bei den Behoerden irgendetwas zu erreichen. Oder haben andere da bessere Erfahrungen? Bin ich die Einzige, die sich in Geduld ueben muss?
Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, wenn endlich all das geregelt ist, was am Anfang noetig ist, um einen "normalen Alltag" zu leben.

Zurueck in Jerusalem

Seit gestern abend bin ich zurueck, vom verschneiten Deutschland ins 25 Grad warme Jerusalem.
Endlich ist die Feuchtigkeit ein wenig aus meiner Wohnung und man kann ohne zu frieren unter die Dusche.
Heute werde ich gleich den Alltag wieder zu spueren bekommen, denn ich muss mich um mein Dokument kuemmern, die Urkunde, dass mein Diplom in IL anerkannt ist. Vor meinem "Urlaub" hatte ich nichts erreicht, man sagte mir einfach:"Es dauert.." Ich werde mich heute dahinter klemmen, wo das Dokument liegt, denn die Dame, die dafuer zustaendig war, sagte mir bei meiner letzten Nachfrage, dass es nicht mehr in ihren Haenden ist.
Die Voegel zwitschern laut und es fuehlt sich nach Fruehling an. Ist es nicht so, dass das Land einen ganz eigenen Geruch hat? Man riecht ihn schon am Flughafen, wenn man ins Sherut-taxi steigt. Ein leicht muffiger Geruch, der aber wundervoll ist. Wie es schon auf einem Schild am Flughafen, bei meiner Abreise stand:
כיף לנסוע ואחלה לחזור
Es ist ein Vergnuegen zu verreisen, und wunderbar, zurueck zu kommen.

Dienstag, 9. Februar 2010

Wo liegt die Heimat?

Ich gehe durch die Strassen der Umgebung, kaufe noch einige Zeitungen fuer den Flug und ploetzlich wird mir doch sehr klar, dass es nicht Deutschland ist, was mich zieht, sondern die Kinder.
Ich stelle mir vor, ich muesse nun zurueckfliegen, um zu bleiben, aus welchen Gruenden auch immer und diese Vorstellung laesst mich fast weinen.
Nein, trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse bin ich doch hier zuhause, wenn auch noch nicht hundertprozentig eingelebt. Der Alltag bekommt eine gewisse Routine, viele buerokratische Dinge sind erledigt. Das hilft bei der Verwurzelung. Dennoch wird es noch eine ganze Weile dauern, wie man es bei vielen anderen Neueinwanderern hoert, bis man ueber eine "gelungene Integration" sprechen kann. Ich hoffe sehr, sie ueberhaupt zu erreichen.
Doch noch etwas ist klar. Es wird immer ein wenig "Zerrissenheit" in mir leben, denn die Kinder sind ein Teil von mir und sie leben in einem anderen Land. Einfach ist das nicht und wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit.
Aber es ist auch so, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss.
Ich hoffe sehr, dass die Kinder eines Tages auch mich besuchen, damit ich ihnen zeigen kann, was ich meine, wenn ich von "Israel" spreche.

Montag, 8. Februar 2010

Wertvoller Tipp von der Vermieterin...

"Ich sage immer, am besten nirgendwo anfassen, dann kann auch nichts kaputtgehen..." Mit diesen Worten ueberraschte mich heute morgen meine Vermieterin. Sie liess meine Rollade reparieren, die dadurch, dass sie schief eingehaengt war, an einer Lamelle gerissen war. Bei starkem Regen ist es ratsam, die Rolladen ganz herunterzulassen, denn die Fenster sind nicht dicht.
(Fuer das Protokoll: Die Wasserleitung, die von aussen vom Sonnenboiler auf dem Dach kommt und in meine Wohnung fuehrt, wurde ausgewechselt, bzw. die Ummantelung. Vor ein paar Tagen hat es bei Regen nur noch bei sehr starkem Regenguss hereingetropft.)
Nichts anfassen, dann kann auch nichts kaputt gehen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen in meiner nicht sehr grossen Wohnung zu "leben" und das schliesst mit ein, dass ich manche Dinge anfasse, nicht nur anschaue. Wahrscheinlich muss ich mir eine andere Lebensweise angewoehnen.... demnaechst..

Sonntag, 7. Februar 2010

"Urlaub"


















Uebermorgen werde ich also "auf Urlaub" nach Deutschland fliegen. Die Kaelte dort schreckt mich ein bisschen ab, aber ich hoffe auf umso mehr menschliche Waerme, besonders wenn ich die Kinder treffe.
Ausserdem hat Deutschland einen Vorteil bei Kaelte: Es ist alles gut organisiert, es gibt potente Heizungen (die nicht nur am Abend von 5h - 10h pm angestellt werden) und die Moeglichkeit, auch einmal in ein heisses Wannenbad zu steigen, ohne vor lauter schlechtem Gewissen wegen des Wasserverbrauchs den Genuss zu vergessen. Ja, es gibt auch Vorteile in Deutschland.
Ich bin gespannt wie ich es erlebe, mit einem Rueckflugticket in der Tasche nach Deutschland zu reisen und ich freue mich auf meine Kinder.

Freitag, 5. Februar 2010

שבת שלום לגלעד ,היקר שלנו


















לא שכחנו אותך, גלעד ולא נשתוק עד שתחזור הביתה בריא ושלם. רוב האנשים שבעולם אפילו לא יודעים שיש עדין חייל בשבי של החמאס, אבל אנחנו חושבים עליך, גם בשבת הזו. מה אתה עושה עכשיו, איך אתה מרגיש? אתה רעב? וקר לך אולי? על מה אתה חולם שם, איפה אתה נמצא? אתה לפעמים בוכה בלילות? אנחנו עמוק בליבינו איתך, בוכים איתך ומחכים איתך ליום, שבו אתה תחזור הביתה. בינתים אנחנו מחזקים אותך מרחוק, אבל כל כך קרוב אלך בנשמותינו. גלעד, אתה לא לבד. שבת שלום לך! הקדוש ברוך הוא תמיד איתך

Donnerstag, 4. Februar 2010

"Wenn ich dich (je) vergesse, Jerusalem, vergesse ich meine Rechte (Hand)...


















Im Zentralen Busbahnhof von Jerusalem.

Schnee-Graupel am Morgen in Jerusalem


















Ein junges Maedchen strahlte mich heute morgen an, als ich durch die Innenstadt ging, um mir meine Zeitung zu besorgen. Es begann zu graupeln, von richtigem Schnee konnte keine Rede sein. Dennoch meinte sie lachend: "Toll, oder?"
Naja, als Einwanderin aus Deutschland bin ich wohl die Einzige, die genau dieses Wetter ziemlich ungemuetlich findet und so gar nichts Tolles daran finden kann.

Das heiss begehrte Giurdokument im Original

... befindet sich nun endlich in meinem Besitz. Nach einem kurzen Besuch beim verantwortlichen Rabbiner in Bnei Brak, habe ich endlich die Urkunde bekommen, verspaetet um fast 2 Jahre. (Im Mai 2008 war der Uebertritt mit Mikwe, Uebernahme der Mizwot und allem drum und dran..)
Nach wie vor stelle ich mir die Frage, warum man Menschen selbst nach ihrem Uebertritt noch warten laesst. Die Begruendung, die man ueberall zu hoeren bekommt ist, man will verfolgen, wie der Uebergetretene lebt. Laesst er nach dem Uebertritt alle Mizwot fallen und lebt sein Leben wie vor dem Giur weiter?
Ich habe keine Ahnung ob es das wirklich so oft gibt. Vielleicht, wenn man einem Partner zuliebe uebertritt...
Warum aber sollte man als alleinstehende Person 2 1/2 Jahre auf sich nehmen (in manchen Faellen ja noch laenger), nur um Juedin zu sein?
Der gesamte Prozess ist wirklich nicht einfach, doch kann ich die Pruefungen und Verzoegerungen irgendwie nachvollziehen.
Waehrend des Giur-prozesses wissen zu wollen, ob der Kandidat es ernst meint, ist sinnvoll und vielleicht erforderlich. Nach einem ordentlichen Giur jedoch sollte es keinen Unterschied mehr geben, (bis auf wenige Ausnahmen..) zwischen geborenen Juden und uebergetretenen, wie es ja auch geschrieben steht.
So heisst es: man darf einen zum Judentum uebergetretenen nicht einmal daran erinnern, dass er einmal kein Jude war.
Nun, bei aller Kontrolle, finde ich, gibt es keine Garantie, dass der Uebergetretene es nicht doch auf die leichte Schulter nimmt, denn wer kennt schliesslich als Einziger unsere Gedanken?
Er, der uns auch ohne das, was wir nach aussen tragen, anerkennt und liebt. Und IHM gilt es an jedem Tag und zu jeder Stunde zu danken.

Meine Vermieterin....

...rief heute morgen an, um nachzufragen, wie die Nacht war. Ich sagte ihr, es sei nach wie vor Wasser, lediglich habe es dieses Mal erst bei starkem Regen angefangen. Die letzten "Fachmaenner", die in meinem Beisein da waren, hatten ihr gesagt, die ganze Leitung muesse ausgewechselt werden. Sie kommt vom Dach und hat eine Eintrittsstelle in meine Wohnung, neben der Haustuer. Dort an der Eintrittsstelle scheint auch der Regen hereinzukommen, da es nicht dicht ist.
Nun hat sie sich entschlossen - so ihre Worte am heutigen Morgen - diesem Rat nachzugeben. Aber - sie moechte mich nur daran erinnern, dass wir auf trockenes Wetter warten muessen und dass das alles "sehr sehr teuer" fuer sie wird. Im uebrigen mache sie das nicht fuer mich, sondern fuer sie selbst.
Na, das ist doch mal ne nette Nachricht, oder?

Wasserleitungstagebuch: Eintrag 4.Febr.

Ich versuche, mich nicht aufzuregen, denn sonst kann ich fuer heute den Schlaf vergessen. Es tropft.
Nach vielen Stunden Regen, und jetzt, da es richtig schuettet, tropft es wieder in meine aufgestellten Schalen.
An der dritten Stelle, wo ein Aufstellen nicht moeglich ist, liegt ein Handtuch.
Jetzt versuche ich, noch etwas zu schlafen, wobei das schwierig ist, denn alle 15 sec. faellt ein Tropfen, weshalb man in Versuchung kommt, statt Schaefchen, Tropfen zu zaehlen.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Wasserleitungstagebuch

Eintrag: 3. Februar
Es regnet seit heute morgen und es ist immer noch trocken bei mir. Sollte es tatsaechlich moeglich sein, dass alles fachgerecht repariert wurde? Ich wage kaum aufzuatmen. Lieber warte ich noch die Nacht ab, in der sich der Regen noch verstaerken soll, um morgen frueh dann in Schnee ueberzugehen.

Warten auf den Schnee....das Erlebnis fuer Jerushalmis

... es ist schon fuer jemanden, der aus Deutschland kommt, zum Schmunzeln. Alles steht bereit fuer den Schnee, der morgen sogar Jerusalemer Hoehen erreichen soll. Immerhin befinden wir uns auf ca. 800 m Hoehe.
Es ist in aller Munde, in den Nachrichten wird von den Vorbereitungen berichtet, dabei ist noch keine einzige Schneeflocke gefallen.
Viele freuen sich auf ein absolut einzigartiges Erlebnis - ein oder zwei Tage Schnee. Darueber koennen die Menschen in Europa in diesen Tagen wohl wirklich nur den Kopf schuetteln.
Aber irgendwie lustig ist es schon, was bereits das Wort "Schnee" hier ausloesen kann.

Dienstag, 2. Februar 2010

Nichts normal....


















"In diesem unserem Staat ist nichts normal....." mit diesen Worten eroeffnete heute morgen Avi Razon, der Radiomoderator seine Sendung.
Und ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Ja, irgendwie habe ich diesen Vorgeschmack schon mitbekommen, dass seine Worte wahr sein koennen.
Oft - nicht immer - ist es aber auch eine liebenswerte Unnormalitaet, die unseren Alltag begleitet.
Und ich wuerde den Satz unterstreichen, und etwas veraendern, den ich einmal in einem Buero las: " Es ist keine Voraussetzung, ein wenig verrueckt zu sein, um hier zu leben, aber es hilft ungemein."