Donnerstag, 10. Juni 2010

Blog - Urlaub

Liebe LeserInnen!
Ich ziehe eine kleine Bilanz, bevor ich mich in den verdienten "Blog-Urlaub" begebe. Seit Februar 09 schreibe ich, und es hat mir zu jeder Zeit riesigen Spass gemacht. Eure Rueckmeldungen kamen sehr schnell nach Beginn des Blogs und haben mich weiter angespornt.
Einiges ist seitdem passiert und man kann nicht behaupten, dass es langweilig war, sowie mein ganzes bisheriges Leben auch eines niemals war, naemlich langweilig. Ich erhoffe mir aber doch, nach der OP ein wenig Ruhe und "Langweiligkeit", hier in diesem schoenen Land, denn ich habe den Eindruck, mein Alter fordert ein wenig Ruhe und Gleichmaessigkeit.
Vielen Dank fuer Eure bisherige Treue und Eure Anteilnahme an den unterschiedlichen Stationen meiner Einwanderung.
Danke auch fuer alle persoenlichen e-mails und Kritiken, positiv oder negativ, und letztlich fuer eine wirklich ueberwaeltigende Anteilnahme an meiner Erkrankung. Viele Gebete will man fuer mich sprechen und an mich denken. Das ruehrt mich und freut mich sehr.
Ich hoffe, mich sehr schnell wieder bei Euch melden zu koennen, um euch weiter zu berichten.
Geht weiter Eure Wege, lasst Euch von niemandem entmutigen und versucht, herauszufinden, welcher EUER Weg ist. Wir erhalten immer Zeichen am Weg, mit Hinweisen, nur haeufig sind wir nicht aufmerksam genug, sie zu registrieren. In diesem Sinne wuensche ich Euch ein offenes Herz und offene Ohren und Augen. Lasst Euch nicht verunsichern, denn so manches Mal ist es moeglich dass wie bei den Meraglim (den Kundschaftern, die Moshe nach Israel schickte..) eine Mehrheit der Umgebung Euch weissmachen will, dass Eure Entscheidung nicht richtig ist. Aber wie wir schon durch die Kundschafter erfuhren, heisst es nicht immer, wenn eine Mehrheit der Menschen anderer Meinung ist, dass es auch stimmen muss. Nicht immer hat die Mehrheit Recht!
Goennt Euch an diesem Shabbat mal ein wenig mehr Ruhe als sonst, selbst wenn dann nicht alles so "perfekt" ist wie ihr es euch wuenscht. Schliesslich sollten wir nicht den eigentlichen Sinn des Shabbat vergessen. Die Shabbatruhe.
Und kauft, auch wenn Ihr nicht viel Geld zur Verfuegung habt, eine kleine Besonderheit, die den Shabbat ehrt, ein besonderes Gebaeck, eine Frucht, die Ihr sonst nicht kauft, oder einen Strauss Blumen!
Shabbat shalom und bis bald!!!

Anruf vom Misrad HaPnim - mal erfreulich

Die nette Dame am Telefon, die mir mitteilte, wann ich mir meine israelische Staatsbuergerschaft abholen kann, wurde noch netter, als ich ihr mitteilte, dass ich das leider verschieben muss, wegen einer Operation. Sie wuenschte mir "Refua Shlema" (gute Genesung) und sagte mir, dass der israelische Pass nicht einfach nur so ueberreicht wird, sondern es eine "kleine Zeremonie" geben wird.
Ist doch nett, dass letztlich alles geklappt und ich nun bald im Besitz von zwei Staatsbuergerschaften bin.
Nun waere es wirklich jammerschade, wenn ich diesen Augenblick nicht mehr erleben duerfte. (Zwinker! Nicht allzu ernst nehmen)

Countdown laeuft..

Nun ist es hoffentlich am Sonntag endlich soweit. Um 8 Uhr morgens (7h MEZ) werde ich in den OP gefahren, falls nicht noch was dazwischen kommt.
Ich habe mich fuer die biologische Klappe entschieden, auch wenn ich grosse Angst habe vor weiteren OPs, die dann u.U. nach 6,10 oder 15 Jahren noetig waeren.
Die staendige lebenslange Einnahme von gerinnungshemmenden Mitteln stoesst mich aber mehr ab und wuerde mir bei Verletzungen und Unfaellen schaden koennen.
Der Koerper scheint ja diese mechanische Klappe staendig als Fremdkoerper zu identifizieren und das erscheint mir rein vom Gefuehl her, sehr unnatuerlich. Was mich noch davon abhaelt, mich fuer eine kuenstliche zu entscheiden, ist das Klick-Geraeusch, was man als Patient hoeren kann. Daher soll es auch psychologische Probleme geben, da man staendig daran erinnert wird. Ich kenne mich, ich wuerde mich garantiert jeden Abend vor dem Einschlafen so darauf konzentrieren, dass das mit Sicherheit nicht gesund fuer mich waere.
Also werde ich lieber dann einen "Teil Schwein" in mir tragen. Sieht mir aehnlich, oder?

Nach der OP wird es in die Intensiv-medizin gehen und eine Woche spaeter (spaetestens nach 10 Tagen) wird man entlassen. In der Reha-Phase, die man hier ambulant in Anspruch nehmen kann, (zweimal in der Woche zur Reha-Abteilung fahren) wird man lernen mit der neuen Situation umzugehen, bzw. Uebungen an die Hand bekommen, wie man sich wieder aufbaut.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Von "ganzem Herzen"...

Das Herz erscheint uns als Mittelpunkt des Menschen. Es pumpt von der ersten Sekunde auf dieser Welt unermuedlich das Blut durch den Koerper, in jeder Minute 60 - 80 mal, 32 Millionen mal im Jahr (!!!). Bis zu 3 Milliarden Schlaegen schafft das Herz in einem Menschenleben. (Hier ein Video ueber das Herz) und - kennt ihr noch die Kinderserie "Es war einmal das Leben"? (HIER die Herzsendung, TEIL 2 und TEIL 3)

Aber das Herz symbolisiert auch den Sitz unserer Gefuehlswelt. Wir haben "Herzschmerz" oder leiden an "gebrochenem Herzen", wir haben jemanden von Herzen gern oder wuenschen von "ganzem Herzen" alles Gute.
Das Herz steht fuer Mittelpunkt, wir sagen "im Herzen der Stadt" und meinen damit im Zentrum.
Das Herz ist gleichzusetzen mit dem Leben und Metapher fuer Freude, grosse Trauer und Liebe in der Poesie. "Dein ist mein ganzes Herz" ist sicherlich nicht woertlich gemeint.
"Mit unserem ganzen Herzen..." sollen wir G-tt lieben, so steht es im Shma Israel (bechol levavcha).
Die enorme Symbolkraft des Herzens laesst sich schwer durch etwas anderes ersetzen und sobald das Herz nicht ganz gesund ist, wird uns auch die zentrale Bedeutung und Wichtigkeit wieder sehr bewusst.
Wir sind hilflos einer Herzdiagnose ausgeliefert und werden uns bewusst, wie wenig wir doch "im Griff" haben. Denn der Schlag des Herzens ist nicht dem Willen unterworfen.

"Hand auf's Herz!", ist es nicht eine Wahnsinnserfindung, unser Herz und hat nicht seine Leistung unseren hoechsten Respekt verdient?

Jesselson Heart Center

Das Jesselson Heart Center in der 10. Etage des Shaarei Zedek Hospitals, Jerusalem, ist ein 70.000 Quadratfuss grosser Bereich, in dem es nur um "Herz(ens)angelegenheiten" geht. OP-Raeume der Herz-Thorax-Chirurgie, Kardiologie, Intensiv-herzmedizin usw. sind auf einer einzigen riesigen Etage untergebracht.
Im Eingangsbereich befindet sich die wunderschoene Skulptur von Michael Katz, "Lev of Hearts" genannt. (Herz der Herzen). Das hebr. Wort "Lev" bedeutet Herz und hat den Zahlenwert 32. Wie vielleicht einige wissen, hat jeder hebr. Buchstabe auch einen Zahlenwert.
Michael Katz hat in seiner Skulptur 32 Zitate aus dem Tanach (Bibel), die sich mit dem Herzen beschaeftigen, in einer zirkulaeren Bewegung angeordnet, die die zentrale Stelle des Herzens und des Blutflusses symbolisieren sollen. Die Saetze sind aus Metallbuchstaben und wirklich eine aesthetische Augenweide.
Einige der Zitate

"Zerbrochene Herzen heilt er....." (Psalm 147.3)

"...der aufrichtigen Herzen hilft.." (Psalm 7.11)

"G-tt gab ihm ein anderes Herz..." (Samuel 10.9)

"Und Wein erfreut das Herz des Menschen..." (Psalm 104.15)

"Sei stark und lass dein Herz mutig sein..." (Psalm 27.14)

"Ich habe dir ein weises und verstaendiges Herz gegeben.." (Koenige I 3.12)

"Ich werde das steinerne Herz aus deinem Fleisch nehmen..." (Ezekiel 36.26)

"Ein neues Herz werde ich dir auch geben, und einen neuen Geist werde ich in dich geben.." (Ez. 36.26)
"Nimmer werde weich euer Herz, fuerchtet euch nimmer..." (5.Buch Mose 20.3)

"Ich werde dir danken mit meinem ganzen Herzen.." (Psalm 138.1)

"...und mache dir ein neues Herz und einen neuen Geist.." (Ez. 18.31)


Dienstag, 8. Juni 2010

Wichtigkeiten oder "alles ist relativ..."

Wie sich Wichtigkeiten und angestrebte Ziele immer wieder verschieben koennen....
Zurzeit ist mein Wunsch, in eine etwas groessere Wohnung umzuziehen natuerlich wieder stark in den Hintergrund getreten. Aufgrund meiner bevorstehenden OP wuensche ich mir zurzeit nur eines: Diese Operation gut zu ueberstehen und wirklich ganz gesund zu werden, die frueheren Energien und Kraefte wieder zurueck zu erhalten und mit der "Ersatz-klappe" irgendwie klar zu kommen. Und nun freue ich mich eher daran, dass jetzt - im Sommer - doch ein paar Stunden die Sonne in mein Fenster scheint und ich so meine Licht-"gier" stillen kann. Auch wenn ich mir wuenschen wuerde ueber kurz oder lang endlich ein richtiges Bett zu haben (der Ruecken meldet sich doch ab und zu auf der Schlafcouch...) und ein Zimmer mehr, oder einfach mehr Platz in der Kuechen-pseudo-ecke, sowie weniger feuchte Kaelte im Winter.
Das jedoch steht jetzt erstmal ganz hinten an. Zurzeit bin ich froh, wenn ich mit meinen Ersparnissen ueber den Krankenhausaufenthalt hinaus und ein paar eingeplante Reha-tage auskomme. Danach muss ich - aufgrund des doch viel zu kleinen Verdienstes im Krankenhaus mit einer dritten Arbeit unbedingt noch etwas dazu verdienen. Aber darum werde ich mich nach der Entlassung verstaerkt - und hoffentlich mit neuen Kraeften - kuemmern.

Freitag, 4. Juni 2010

Ein Geschenk kurz vor Shabbat...

Diesen wunderschoenen Stein habe ich gerade geschenkt bekommen. Die Inschrift lautet: "El na refa na la" und bedeutet " Ach G-tt, bitte heile sie doch!" Ein Zitat aus dem Buch Bamidbar der Tora, als Moshe G-tt bittet, Miriam von ihrem Aussatz zu befreien, der sie aufgrund "lashon haRa" (uebler Nachrede) befallen hat. (4.Buch Mose, 12.13) Und G-tt erhoerte die Bitte.
Es ist in meinen Augen eine starke Bitte zum Himmel um Heilung! DANKE

Entscheidungen

Wir Menschen haben den freien Willen, koennen, duerfen und sollen Entscheidungen treffen.
Immer wieder weist die Tora auf die Tatsache hin, dass wir uns entscheiden koennen, ob wir das Gute oder das Boese waehlen, das Leben oder den Tod.
Nun gibt es Entscheidungen, die man wieder rueckgaengig machen kann, wenn man realisiert, dass es doch eine falsche Richtung war. Es gibt aber Entscheidungen, mit deren Konsequenzen man dann ein Leben lang weiter leben muss.
So teilte mir der Chirurg gestern mit, dass ich allein entscheiden muss, welche Art von Herzklappe ich eingesetzt bekommen moechte. Ein biologische (das waere dann vom Schwein oder Rind, in der Regel nimmt man Schweineherzklappen) oder eine kuenstliche.
Da medizinisch gesehen in meinem Falle beide Moeglichkeiten machbar sind, muss der Patient entscheiden.
Die Konsequenzen traegt er danach fuer den Rest seines Lebens.
Beide Klappen haben Vor-und Nachteile, die - meines Erachtens - eine grosse Tragweite haben, und die Entscheidung nicht leicht machen.
Die kuenstliche Klappe
Vorteil: lebenslange Haltbarkeit
Nachteil: lebenslange Einnahme von Antikoagulantien (Gerinnungshemmern), da das Material als "fremd" vom Koerper erkannt wird. Die Einnahme von blutverduennenden Medikamenten ist nicht ungefaehrlich, man wird sozusagen zum "Bluter". Das kann bei Unfaellen zum Verbluten fuehren und bei zahnaerztlichen Eingriffen gefaehrlich werden usw..
Die biologische Herzklappe

Vorteil: Wird gut vom Koerper vertragen, nicht abgestossen, also keine Gerinnungshemmer noetig.
Nachteil: Sie muss nach 10-15 Jahren (manchmal schon nach 6-8) ausgetauscht werden. So wuerden bei einer OP an jungen Menschen (unter 60) evtl. noch zwei OPs noetig.
Eine Hoffnung gibt es: durch die Forschung ist es schon gelungen, eine Herzklappe durch den Herzkatheter einzufuehren und auszutauschen, ohne Oeffnung des Brustkorbes und OP am offenen Herzen. Die Hoffnung geht dahin, dass in einigen Jahren mehr Erfahrungswerte vorliegen und so ein Austausch einfacher stattfinden kann. Das ist jedoch nicht sicher!
Wie der Chirurg mir mitteilte, gibt es Menschen, die ganz klar sagen, dass sie auf keinen Fall lebenslang gerinnungshemmende Mittel nehmen wollen. Daher ist die Entscheidung dann sehr klar.
Ich jedoch scheue mich auch vor einer oder zwei erneuten OPs. Was, wenn die Herzkatheter-methode nicht moeglich ist?
"Sie muessen mit dieser Entscheidung dann leben, daher muessen allein sie entscheiden!"
Manchmal sind Entscheidungen auch eine Buerde, denn wie leicht waere es, wenn ich mich einfach auf das Fachwissen des Arztes verlassen koennte und keine Wahl haette.....

G-ttesnaehe

Ein guter Freund brachte es wieder auf einen Punkt, der mir gar nicht so bewusst war. Er sagte: "Sie es doch einmal so, dadurch dass die OP verschoben wurde, kannst du dieses "Naehegefuehl" noch ein bisschen mit dir tragen.."
Und er hat recht. In meinem Denken, es doch moeglichst schnell nun hinter mich zu bringen, haette ich das fast vergessen.
Gestern im Krankenhaus hatte ich einen sehr bewegenden Moment. In einer Doppler-Sonografie wurden meine Gefaesse am Hals dargestellt, um moegliche Verengungen zu entdecken, am Bildschirm war der Fluss des Blutes rot dargestellt, auch der Ton des Pulses war laut hoerbar.
Als ich diesen "Fluss des Lebens" (wenn auch nur computerisiert..) so sehen konnte, musste ich ploetzlich meine Traenen zurueckhalten. Es war ein Stueck Schoepfung, was ich da beobachten konnte, ein Teil SEINER ueberwaeltigenden Kreation.
Es hat mich tief geruehrt, dass wir jeden Tag leben duerfen, dass jedes Teil ins andere fasst, alles aufeinander abgestimmt ist und seinen Sinn hat. Wer koennte auch nur etwas annaehernd Perfektes kreieren?
Viele unserer Fortschritte werden "von der Natur" abgeschaut und versucht, nachzubauen.
Aber das Judentum lehnt auch Fortschritt, Technik und Forschung nicht ab. Es sagt nicht, wenn du nicht ohne Maschinen oder OPs weiterleben kannst, dann ist das g-tt gegeben, dann wollte er nicht, dass du weiterlebst.
Es lehrt uns, dass G-tt uns den Verstand gegeben hat, um Zusammenhaenge herauszufinden.
Durch diesen Fortschritt darf ich auch nun weiterleben. Vor vielen Jahren haette es keine Moeglichkeit gegeben, mich am offenen Herzen zu operieren, eine Ersatz-maschine gab es nicht, und wenn eine Herzklappe krank war, dann musste man sich mit einem verkuerzten Leben abfinden.
Daher darf ich dem Schoepfer danken, auch dafuer, dass er den Menschen den Verstand fuer Fortschritt und Forschung gegeben hat. Nur dank dieses Fortschrittes darf ich weiterleben.
Shabbat shalom!

Donnerstag, 3. Juni 2010

So ein Mist!

Heute war mein Aufnahmetag im Krankenhaus, vollgestopft mit weiteren Untersuchungen, zur Vorbereitung der OP.
Der OP-Plan fuer naechste Woche steht auch schon, und man teilte mir mit, dass ich - eigentlich! - am Sonntag bereits operiert werden sollte. Seit gestern morgen nun hat sich puenktlich ein grippaler Infekt eingestellt, mit laufender Nase, Halsweh und Husten. Klar, dass man mich so jedenfalls nicht operieren kann. Nun wurde der OP-Termin erstmal auf den Sonntag darauf verschoben. Schade, denn ich haette es jetzt wirklich gern einfach irgendwie hinter mich gebracht. Nun muss ich eine weitere Woche den Gedanken mit mir rumtragen.
Noch etwas hat mich in den letzten Tagen regelrecht schockiert. Es gibt tatsaechlich Menschen in Deutschland, die meinen Kindern noch zusaetzliche Angst um ihre Mutter in den Kopf pflanzen. Einer davon behauptete, es waere doch Israelis eh egal, was aus "einer Deutschen" wuerde, und es koenne sein, dass man nur "Versuche an mir" macht.
Dummheit? Nein, das ist Antisemitismus in seiner reinsten Form, meiner Meinung nach. Wie kommt man auf so etwas?
Heute dann gleich das zweite Telefonat - aehnlich klingend. Als ich von meiner Diagnose erzaehlte, hiess es : "Hoffentlich stimmt das ueberhaupt!"
Haette man das in Deutschland wohl auch angezweifelt? Wohl eher nicht.
Ja, ich denke, hier in Israel hat man wohl nur auf mich gewartet, dass endlich eine Deutsche einwandert, an der man was "ausprobieren" kann, vielleicht aus Rache wegen der medizinischen Versuche von Dr. Mengele?
Wenn es um Israel und Israelis (sprich: Juden) geht, kennt die Phantasie nicht weniger Menschen anscheinend keine Grenzen.
Mich macht das Ganze nur traurig und ich schaeme mich dafuer. Warum kenne ich solche Menschen?

Mittwoch, 2. Juni 2010

Politisch anderer Meinung...

Freunde aus Deutschland wollen unsere Version der Geschehnisse nicht hoeren. Sie sagen: " Ach, lass uns nicht ueber die Politik reden. Wir fuerchten, dass wir da nicht auf einen Nenner kommen mit dir..."
Ich muss nicht politisch mit den Freunden auf einem Nenner sein, aber ich moechte nur eine Frage stellen:
"Erscheint es Euch logisch, dass auf einem Friedensschiff mit Hilfslieferungen Waffen auftauchen?"

Dienstag, 1. Juni 2010

"Man hasst uns....... schon wieder, immer noch oder perse?

Waehrend in Deutschland und wohl auch anderswo in der westlichen Welt behauptet wird, in Israel gaebe es kaum Stimmen die sich gegen die gestrige Aktion im Mittelmeer erheben, kann ich nur sagen: Woher nimmt man diese Feststellungen? Wir, die wir hier leben, hoeren sehr wohl auch anderslautende Statements, z.B : "Man hasst uns in der Welt, kein Wunder...?"
Auch hier geht man auf die Strasse, auch hier gibt es anderslautende Meinungen, die ihren Platz haben duerfen, ohne Frage.
Oder aber zumindest eines, naemlich das Entsetzen und die grosse Besorgnis darueber, wie unvorsichtig die israelische Armee in diese Aktion hineinging. Unbewaffnet (!!), lediglich mit privaten Waffen gewappnet, begaben sich die Soldaten auf das Schiff, voll mit Menschen, die schon vorher ihre Einstellung gegen Israel kundgetan haben. Wie kann das sein? Es war schon eine gehoerige Portion Naivitaet dabei, - oder muss man Dummheit sagen? - nicht mit harter, unvorhersehbarer Gegenwehr zu rechnen.
Das sind die Stimmen, denen ich mich anschliessen kann, denn es macht nicht nur mir Angst, dass unsere Soldaten in diese Gefahrensituationen geschickt werden, ohne genau zu wissen, was sie erwartet.
Dass das "Sfinat haSHalom", das Friedensschiff keines sein wuerde, war doch sicher nicht nur ein paar paranoiden Buergern klar.
Ueber die Welt, die nun einhellig gegen Israel demonstriert kann man sich auch nicht mehr wundern, denn wer sich informiert, der weiss, dass regelmaessig auf dem Landweg Hilfslieferungen nach Gaza von seiten Israels zugelassen werden. Das alles scheint man zu ignorieren, und nun sollen diese Friedenschiffe scheinbar zu den einzigen Hilfslieferungen gehoeren, die ueberhaupt nach Gaza gelangt waeren.

Sehr schnell wird "Tod Israel" gerufen, auf den Strassen Europas. Zu schnell, wie ich finde.
Und ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass niemand bei Raketenangriffen auf Israel seine Stimme laut erhebt oder palaestinensische Flammen in Brand setzt. (Nicht, dass ich solche Aktionen fuer gut heissen wuerde, aber es gibt sie auch einfach nicht)
Fuer Aktionen, Terroranschlaege und Raketen auf Israel scheint man in der uebrigen Welt dagegen immer und zu jeder Zeit Verstaendnis zu haben, denn "das hat ja seinen guten Grund...."