Freitag, 30. Dezember 2011

Hat auch das seinen Sinn?

Nach dem Schreiben des letzten Eintrags zur Parasha, fiel mir ein, dass vielleicht an den ganzen, zurzeit in Israel sehr hochkochenden Vorkommnissen zwischen Saekularen, und extremistischen Charedim doch auch etwas liegen koennte, was langfristig wichtig und positiv fuer das Volk Israel sein koennte.

Frauen zu demuetigen, Kinder zu bespucken und zu beschimpfen, Woerter zu gebrauchen, die wir als glaeubige Juden sicher nicht benutzen sollten, kann nicht im Sinne der Halacha, (der religioesen Gesetze) sein, darin sind sich inzwischen die meisten glaeubigen Menschen einig.

Diese Extremisten, die sich Charedim nennen, beschmutzen den Ruf aller Charedim, was traurig ist, denn die meisten Charedim benehmen sich nicht so. Das ist Fakt, doch diese Tatsache geht leider im Eifer des Gefechtes in der Berichterstattung schnell und gern unter.

Diese Extremisten, die behaupten, dass die Halacha ihnen das Recht gibt, in dieser haesslichen, menschenverachtenden Art zu handeln, sind keine Charedim, so drueckte es auch ein Rabbi in einem Interview aus. Er sagte, sie seien einfach "Verbrecher", und nicht etwa "besonders ultra-fromme". Wer Menschen beschimpft und bespuckt, Steine auf Polizeikraefte wirft und randaliert, kann kein Torafuerchtiger Mensch sein.

Mehr und mehr Rabbiner, die einen Namen in der national-religioesen, und auch in der charedischen Welt haben, stellen sich offen gegen eine Diskriminierung von Frauen und erst recht gegen diese Art von Gewaltausuebung im Namen der Halacha.

Und gerade das ist meines Erachtens das Gute und das Wichtige an der Eskalation. Das "Boese" hat sein Gesicht gezeigt, hat sich geoutet. Und wie heisst es doch so oft in der Tora :"Und merze das Boese in deinem Innern aus, Israel".

Wir sind gefragt, als Am Israel zu jeder Zeit das Boese, das was uns nicht aufsteigen laesst und veredelt, sondern schadet, zunaechst einmal zu identifizieren und anschliessend aus unserem Innern auszumerzen. Dadurch, dass sich immer mehr religioese, charedische, orthodoxe und nationalreligioese Menschen, von diesen haesslichen Ereignissen in einer oeffentlichen Form distanzieren, und uns erinnern, was man im Namen der Tora in keinem Falle tun sollte, dadurch entfernen wir uns innerlich und aeusserlich vom "Boesen", von Korach und seiner Gemeinde, die, wenn wir ihnen nur nahe genug kommen - was G-tt verhueten moege - uns mit in den seelischen Abrund reissen koennen, und die Erde wird uns mit verschlingen.

Das Gute an dieser derzeitigen Erscheinung ist die Tatsache, dass sich das, was so kontraer zu allem verlaeuft, was die Tora uns lehrt, outet, uns sehr einfach erkennen laesst, wovon wir uns moeglichst weit distanzieren sollten, innerlich und ganz sicher auch (das gilt fuer Rabbiner, die wichtige Vorbilder sind) in aller Oeffentlichkeit.

"Merzt das Boese aus deinem Innern, Israel!"

Es kann eine Reinigung von "falschen" Kraeften sein, eine Befreiung von einem falschen Verstaendnis des Judentums hin zu einem "sauberen, moralischen, respektvollen Judentum".

Denjenigen Saekularen, die die Situation ausnutzen, um ihre Abneigung allen religioesen Menschen gegenueber zu rechtfertigen, sei auch gesagt, dass es - selbst wenn man nichts mit der Tora zu tun hat - keineswegs menschlich gerechtfertigt ist, einem Charedi ins Gesicht zu spucken (was heute passiert ist) und zu rufen: "Charedim stinken". Wir sind alle ein Volk und auch jemand, mit saekularem Hintergrund darf sich moralisch die Frage stellen, wen er da "bekaempft und anfeindet", oder ob er die Situation fuer seinen eigenen kleinen persoenlichen Krieg ausnutzt, der sich gegen religioese Menschen richtet, und nun durch die juengsten Vorkommnisse gerechtfertigt erscheint. Auch von jemandem, fuer den die Tora nicht viel bedeutet, kann verlangt werden, sich menschlich und moralisch zu verhalten und nicht zu verallgemeinern.

Merzt das Boese also auch aus EURER Mitte, Saekulare Juden, vielleicht muesst auch ihr euch von etwas befreien, reinigen, denn letzten Endes sind wir alle EIN Volk mit EINEM Herzen. Alle Wunden, die uns zugefuegt werden, werden bei jedem von uns schmerzen!

Parashat haShavua - vajigasch

Josef gibt sich in diesem Wochenabschnitt seinen Bruedern zu erkennen. Es sind viele Jahre vergangen, seit sie ihn verkauft haben und er musste mehr als zwanzig Jahre in der Fremde verbringen, ja, sass sogar im aegyptischen Gefaengnis.

Und doch bringt er es fertig, seine Brueder zu beruhigen, als sie sich - nachdem er sich offenbart als ihr Bruder - erschrecken und schaemen, weil sie ihm dies angetan haben. Er sagt ihnen in etwa "Nicht ihr habt mich verkauft, sondern G-tt wollte, dass ich euch voraus nach Aegypten gehe, um diese Aufgabe zu erfuellen, und auch euch letzten Endes vor der Hungersnot retten zu koennen. Alles hatte also im nachhinein einen Sinn."

Die Chassidim sagen, dass Josef auf einer sehr hohen spirituellen Ebene war. Er begriff schon in jungen Jahren, dass alles was passiert, nach einem g-ttlichen Plan geschieht, und dass es so sein musste, dass er in diesen Jahren leiden musste. Andere waeren vielleicht in Rache und Wut geraten, beim Anblick der Brueder, die ihm soviel angetan hatten.

Auch wird von ihnen betont, dass zwar die Brueder, dadurch dass sie alle Hirten waren, die Zeit hatten, sich mehr um ihr spirituelles Wachstum zu kuemmern, den Weg ihrer Vaeter Awraham, Jitzchak und Jaakov fortfuehrten, und staendig in Kontakt mit G-tt standen, dass jedoch Josef, obwohl er sich Tag fuer Tag in Aegypten mit materiellen Problemen beschaeftigen musste, eine noch hoehere Ebene erreicht hatte. Er konnte materielle und spirituelle Ebene verbinden und fuer ihn gab es keine Grenze. Die Verbindung zu G-tt hatte Josef stets, auch in materiellen Dingen sah er den g-ttlichen Plan. Und auch im Gefaengnis, in scheinbar auswegloser Lage, riss Josefs Verbindung mit G-tt nie ab.

Das soll auch der Grund gewesen sein, warum gesagt wird, dass die Brueder ihn "nicht erkannten", denn schliesslich haetten sie ihn erkennen muessen, hatten sie doch 17 Jahre mit ihm verbracht. Das Erkennen ist, wie so oft in der Tora, ein psychologisches Erkennen. Er war ihnen fremd geworden, da er sich nach ihrer Einschaetzung doch ausschliesslich um Materielles kuemmern musste, als Stellvertreter des Pharao.

Wir haben es da wesentlich schwerer, denn in der Regel brauchen wir die Ruhe und den Abstand zu den alltaeglichen Problemen, um eine Verbindung zu G-tt zu spueren. Aber manchmal, wenn wir uns bemuehen, koennen wir auch in den vermeintlich profanen Dingen des Lebens die Verbindung spueren. Mehr und mehr werden wir dann erkennen, dass nicht nur die grossen Geschehnisse gelenkt werden von einem, der mehr weiss als wir, sondern dass auch unser kleines Schicksal in seinen Haenden liegt, unser Weg genau so, wie er ist, verlaufen musste, um dahin zu gelangen, wo es wichtig ist, dass wir dort sind.

Im Rueckblick gelingt es uns daher so manches Mal eher, Zusammenhaenge zu erkennen, wo wir uns in der Vergangenheit gefragt hatten: Warum muss das jetzt passieren? Wozu musste ich mich von dieser Frau, oder diesem Mann trennen? Warum war mir nicht vorher klar, dass dies und das passieren muss, warum bin ich erst diesen langen Weg gegangen, um eine bestimmte Erkenntnis zu gewinnen, war nicht der Irrweg ueberfluessig? Haette G-tt mich nicht sofort diesen Weg fuehren koennen?

Nicht immer, aber doch das eine oder andere Mal gibt uns G-tt diesen Erkenntnis-einblick in sein Wirken, dass naemlich der Irrweg oder gewisse Fehlentscheidungen sehr wohl wichtig waren. Waeren wir nicht zu einer bestimmten Zeit an bestimmten Orten gegenwaertig gewesen, waeren einige Erkenntnisse uns nicht zuteil geworden, haetten wir vielleicht mit bestimmten Menschen nicht ein (fuer ihn oder fuer uns) wichtiges Gespraech gefuehrt oder andere Dinge.

Nicht immer offenbart sich der Weg als "logisch" fuer uns, auch nicht im Rueckblick. Doch auch dann sollte uns das Vertrauen an die g-ttliche Fuehrung und Fuegung nicht verlassen, sollten wir eine innere Gewissheit behalten, dass in allen "Irrwegen", in allem Leid und Schmerz doch noch das Gute im Keim verborgen liegt und dass nichts ohne Sinn und Zweck geschieht.

Diese Aufgabe jedoch ist sicher eine der schwersten im Leben eines Menschen. Versuchen wir doch hin und wieder, ein wenig "Josef zu sein".

Shabbat shalom!


Montag, 26. Dezember 2011

הדרת נשים וכמה הרהורים

אף על פי שהדיון בתקשורת על "הדרת נשים" כבר די מגעיל אותי, אני חייבת להוציא כמה מילים עליו מפי
הרהרתי על מה שקורה עכשיו באוכלוסיה ישראלית, ואני רוצה לומר גם לחרדים הקיצוניים האלה, שהם מסוגלים לרוק על אנשים ולזלזל כנראה בבני אדם, מכיוון שהם לא חיים את חייהם כמו שזה מוצא חן בעיניהם, שאני די מתפלאת. אני מתפלאת וכואב לי הלב, כשאני חושבת על כך, מה שלמדתי מהרב, שגייר אותי לפני כמה שנים. הוא לימד אותי, שהאדם נברא מהקב"ה ואם - חס וחלילה - אנו מעיזים, לזלזל בזולת או - חס ושלום שבעתיים - לרוק או לפגוע בזולת, הן באופן פיזי והן באופן נפשי, הרי זה זילזול בהקב"ה, כי היה לכאורה טוב בעיניו, לברוא את הבן אדם הזה, והוא - ככה למדנו כבר בספר בראשית - ברא את האדם בצלם אלוקים. דהיינו, אנו מזלזלים בקב"ה, ברגע שאנו מזלזלים בשכן כל שהו. גם לחילונים צריך לומר שלא כל החרדים תומכים בתופעה זו, ההפך הוא הנכון, יש רק בודדים, שיש להם גישה כזו קיצונית אך הבעיה היא, שהם עלולים לגרום לנזק כבד דווקא לאוכלוסיה החרדית עצמה, שביניה יש אנשים כל כך טובים לפי נסיוניי
ואהבת לרעך כמוך" זה לא סתם משפט ללא משמעות, אלא הוא דווקא היסוד של כל התורה כולה, כפי שכבר למדנו מהלל . שלא נשכח את זה לעולם וננהג בהתאם בסייעתא דשמיא

Deutsche.Leben in Israel - im Januar in Israel!!!

Jetzt wird der Dokumentarfilm von Helmut Simon ueber Deutsche, die aus unterschiedlichen Gruenden in Israel leben, bei dem ich die Ehre hatte, auch mitwirken zu duerfen und ueber den ich HIER schon ausfuehrlicher berichtet habe, endlich auch in Israel gezeigt werden.
Die Daten sind wie folgt:
Jerusalem, Goethe Institut, 25.1.2012 um 19h
Tel Aviv, Goethe Institut, 26.1.2012 um 19h
Es ist sinnvoll, Karten vorzubestellen, unter der Telefonnummer: 030 6060 500/508

פרסום : הסרט "גרמנים.חיים בישראל" יוקרן במכון גתה בינואר

הסרט על "גרמנים, שחיים בישראל" יוקרן אוטוטו גם בישראל, אמנם במסגרת קטנה, במכון גתה בירושלים, וגם בתל אביב. התאריכים הם

במכון גתה, ירושלים: ב25 בינואר 2012 בשעה 7 בערב
במכון גתה בתל אביב: ב26 בינואר 2012 בשעה 7 בערב

מומלץ להזמין כרטיסים מראש
להזמנת כרטיסים : 036060500 או 036060508

Samstag, 24. Dezember 2011

Wem dient unser Gebet?

Am heutigen Shabbat Chanukka, habe ich mir u.a. wieder das Buch "Tfilat Jesharim", Betrachtungen ueber das Gebet, von Eli Adler, vorgenommen.
In den ersten Kapiteln geht es darum, fuer wen das Gebet wichtig ist. Scheint es nicht in der heutigen Zeit laecherlich, ueberhaupt das Wort an "Jemanden" zu richten, ueber den wir nicht mit Gewissheit wissen, ob es ihn gibt? Wofuer koennte G-tt unser Gebet "brauchen"? Benoetigt er unser Gebet wirklich, oder ist es wichtig fuer uns selbst?
Awoda shebaLev (Arbeit des Herzens), nennt man das Gebet auch. Und wieso Arbeit? Es heisst, das Gebet ersetzt das fruehere "Opfer", als der Tempel noch stand. Opfer heisst auf hebraeisch "korban" und die Wurzel des Wortes ist "karev", was "sich naehern", oder nahe bedeutet. Wir haben ein Ziel, wenn wir Opfer bringen, naemlich uns G-tt zu naehern, ihm nahe zu sein. Da wir keine Opfer mehr bringen, naehern wir uns heute im Gebet, das Gebet soll eine Naehe zu G-tt herstellen, die wir sonst nur schwer erreichen koennen.
Die einfache Vorstellung, wir koennten im Gebet den Willen G-ttes beeinflussen und veraendern, ist gepraegt von der Idee, dass ueberhaupt irgendetwas den "Willen" G-ttes beeinflussen kann, was ueberhaupt nicht moeglich ist. Niemand und nichts kann G-tt zu etwas bewegen.
Das Gebet dient uns selbst, es soll unseren eigenen Willen beeinflussen und "erhoehen", auf eine andere Ebene erheben. Auf dieser hoeheren Ebene kann es sein, dass wir etwas ganz anderes "wollen" als ohne das Gebet.
Es wird der Vergleich hergestellt zu einer anderen Mitzwa, das Geben von "Zdaka" (Wohltaetigkeit, Spenden..). Wir geben Zdaka, weil wir uns um den Armen kuemmern, damit er das bekommt, das er ohne uns nicht bekaeme, wir gleichen gewissermassen das aus, was an Mangel in der Welt ist.
Ist das wirklich so? Falls das stimmen sollte, waere der Arme, der, der im Fokus steht, der der etwas erhaelt.
Auch das ist eine Vorstellung, die so nicht zu stimmen scheint. In Wirklichkeit, so steht es im Sefer haChinuch, ist der Arme fuer uns da, um uns in den Eigenschaften Chessed und Rachamim (Gnade und Barmherzigkeit) zu ueben.
Der Arme tritt in Erscheinung, um in uns das Gute zu wecken, uns zu verbessern in den g-tt gefaelligen Eigenschaften.
Eine hoehere Ebene noch erreichen wir, wenn wir diese Mizwa mit Freude ausfuehren und mit Guete im Herzen, und nicht rein "mechanisch", weil es so von uns verlangt wird. Fuer den Armen wuerde das auf das Gleiche herauskommen, nicht jedoch fuer uns selbst und unser geistig-seelisches Wachstum.

Mich erinnert das an einen Satz, den eine (nicht religioese) Nachbarin in Jerusalem zu mir sagte, als ich nach meiner OP aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Sie ermahnte mich, zu fragen, wenn ich etwas brauche, denn "anderenfalls", so sagte sie, "hinderst du uns daran, eine gute Tat zu tun!"
Meine Freunde sagten mir zum Abschied etwas ganz Aehnliches, als ich mich bei ihnen fuer all das Gute bedankte, was sie mir getan hatten. Sie sagten: "Du bist zu uns gekommen, um in uns bestimmte Eigenschaften neu zu wecken, unter ihnen vor allem "Ohev et haGer" (liebe den "Fremden"), "Hachnassat Orchim" (Gastfreundschaft) und "Bikur cholim" (der Krankenbesuch).

Freitag, 23. Dezember 2011

Ein frohes Weihnachtsfest

fuer alle Leser, die Weihnachten feiern. Manche tun es - wie nicht religioese Juden Pessach feiern - nur aus traditionellen Gruenden und vielleicht wegen der schoenen Atmosphaere und den Geschenken, manche, weil sich die Familie mal wieder sehen laesst, andere dann aber doch mit Kirchgang und dem Bewusstsein, was dieser Tag fuer Christen bedeutet.
Bei dieser Gelegenheit frage ich mich immer wieder: Woher kommt eigentlich die Weihnachtsbaum-tradition? Einen religioesen Hintergrund kann er ja nicht haben, oder? Vielleicht kann mir ja ein Leser in diesem Jahr auf die Spruenge helfen.
Bis vor ca. 5 Jahren habe auch ich das Weihnachtsfest gefeiert. Meine Kinder und ich hatten wirklich immer einen schoenen Heiligen Abend, wobei weder die riesigen Geschenke, noch das Jesuskind im Vordergrund standen, sondern das gemeinsame Essen, oft mit Freunden meiner Toechter, oder manchmal auch mit Oma und Tante. Keiner musste unnoetig in der Kueche stehen, denn es gab immer Fondue, was die Familie um den Tisch vereinte. Wir hatten viel Spass und ich blicke auf diese Weihnachtsfeiern mit den Kindern mit einer warmen Erinnerung zurueck.
Auch spaeter noch gab es ein Beisammensein an diesem Tag, zwar etwas komplizierter mit mitgebrachtem Einmalgeschirr und unterschiedlichem Fleisch, aber es hat dennoch geklappt.
An alle, die heute noch hektisch durch die Gegend laufen und Vergessenes einkaufen muessen, ich wuensche allen Frieden am Weihnachtstisch und viele warme Begegnungen, Frieden und Gesundheit. Geniesst das Beisammensein und vergesst teure Geschenke, denn sie sind doch das nebensaechlichste bei diesem Fest.
Habt nicht zu hohe Erwartungen an das Fest, es kann nicht all das reparieren, was im Laufe des Jahres nicht gestimmt hat in der Familie. Erste Traenen habe ich gestern schon bei einer Kollegin erlebt, die kurz vor dem Fest schon Stress in der Familie hatte. Je gelassener ihr an diesen Tag herangeht, umso schoener, stressfreier und friedlicher wird er sich gestalten. Lasst den Familienangehoerigen ihren Freiraum und verdonnert nicht alle, am Tisch zu sitzen. Auch Kinder moechten sich manchmal von der dichten Atmosphaere mit der (eventuell) ganzen Familie zurueckziehen und werden von Zeit zu Zeit in ihren Zimmern verschwinden.
Ein paar schoene besinnliche Tage und danke fuer die Treue, die mir auch christliche Leser gehalten haben, wuenscht euch Noa!
HIER ist nur fuer euch speziell von mir Katie Melua

Dienstag, 20. Dezember 2011

חנוכה שמח Frohes Chanukka!

חנוכה שמח לכולם! שיהיה הרבה אור בחייכם ושיתרחשו המון ניסים וניפלאות בימינו

Frohes Chanukka-fest! Moege es viel Licht in eurem Leben geben und uns viele Wunder in diesen Tagen geschehen!

Samstag, 17. Dezember 2011

חנוכה שמח

כשהאחות בבי"ח שערי צדק שמעה את השם שלי, היא אמרה : "את חייבת לדעת, שפרושו של השם שלך, הוא "נסים ונפלאות עשה השם, נועה" כמה התרגשתי ובימים אלו, אני מהרהרת הרבה על הניסים שעשה השם איתי בפרט בשבע שנים האחרונות, מאז, שנהייתי יהודיה. בנסיעה הראשונה לארץ נתקלתי בחג החנוכה, שעליו לא ידעתי כלום. כמה זמן לאחר מכן, התחלתי ללמוד על היהדות, על השפה העברית ועל התורה הקדושה
נס גדול עשה הקב"ה איתי ובסופו של דבר הצלחתי בבית הדין והדיינים האמינו בי ואחרי שטבלתי במקווה, נולדתי מחדש כיהודיה. ב2009 עליתי לארץ ונסי ניסים - אחרי שבוע ימים היתה לי עבודה ודירה קטנטנה. תמיד חשתי את ההשגחה הפרטית של הקב"ה וכשגילו הרופאים בירושלים, שאני צריכה להתנתח בלבי, חתפתי הלם, אך בדיעבד אני משוכנעת, שהדרך שלי היתה מתוכננת מלכתחילה מאת הקב"ה. בסופו של דבר היה לי נס גדול, ששרדתי ורק מכיוון שעליתי לארץ ישראל
ניסים ונפלאות אין ספור יש בעולם שלנו, רק צריך לשים לב להם. בתוך כל יהודי בוערת להבה קטנה ויש לנו החובה להאיר את כל פינות שבעולם עם האש של התורה. חנוכה שמח לכל בית ישראל

Chanukka - immer wieder Wunder

In der letzten Zeit beschaeftigen mich die kleinen und groesseren Wunder unserer Zeit. Abgesehen von der Chanukka-geschichte, gibt es immer wieder kleine stille Flaemmchen, die zu grossen lodernden Feuern werden.
Man sagt, in jedem Juden, egal ob er religioes oder weniger religioes sein Leben ausrichtet, brennt ein kleines Licht, das das ganze Volk vereint. Sind wir in Israel, wird es oft zur grossen Flamme, wenn wir gemeinsam trauern und uns gemeinsam freuen. In der Galut trifft unser bescheidenes Flaemmchen manchmal auf ein anderes, und auch dann ist die Freude gross, oder die Trauer ueber Geschehnisse in Israel, vereint uns, wir koennen darueber sprechen, wie mit sonst kaum einem anderen Menschen.
Als ich gestern durch unsere Einkaufsstrasse ging, und in jedem Geschaeft die Schilder und den Schmuck mit "Froehliche Weihnachten" sah, stolperte mein Blick mit einem Mal ueber ein Schild, auf dem "Chanukka sameach" in hebraeischer Sprache stand. Im Schaufenster einer Apotheke war das Schild angebracht, und darueber hing ein Blatt mit der Erklaerung, was Chanukka bedeutet, und warum wir Juden es feiern.
Fuer mich ein kleines Wunder, dass es moeglich ist, wieder Schilder in hebraeischer Sprache anzubringen, in Deutschland, nur etwas mehr als 60 Jahre nachdem andere Schilder die Schaufenster schmueckten, wie "kauft nicht beim Juden", oder "Juden unerwuenscht" oder "Zutritt fuer Juden verboten".
In der naechsten Woche werden die Chabadniks in aller Oeffentlichkeit in der Stadt auf einem grossen Platz das zweite Licht an der riesigen Chanukkia entzuenden, um mit einem Saenger aus den USA, Tanz und Musik und Sufganiot, das Fest wie selbstverstaendlich vor den Augen aller zu begehen.

Aber auch ich bedanke mich ueber unzaehlige kleine und groessere Wunder, die mir in den letzten sieben Jahren zuteil wurden.
Chanukka ist das erste juedische Fest, ueber das ich stolperte, bei meiner allerersten Reise nach Israel, eine Reise, die ich fuehlte, machen zu MUESSEN, warum auch immer und die mein komplettes weiteres Leben veraenderte.
Ich wusste so gut wie nichts vom Judentum und erst recht nicht, warum in der Halle des Guesthouses ein grosser Kerzenstaender errichtet war, an dem nur eine mittlere und die ganz rechte Kerze brannte. Das war in Tel Aviv. Ein paar Tage spaeter fuhr ich weiter nach Jerusalem und als ich durch die Altstadt ging, musste ich laecheln beim Anblick der vielen Glaskaesten vor den Haustueren, in denen ebenfalls die Lichter brannten, die an das Wunder von Chanukka erinnern sollten.
Chanukka war dann auch das erste Fest, was ich ein Jahr spaeter ganz bewusst mit meiner Gemeinde in Deutschland feierte.

All die Wunder, die mir dann zuteil wurden, sind immer noch sehr praesent in meiner Seele und in meiner Erinnerung. Das Lernen - Wollen, der Erfolg bei der Suche nach einem Rabbiner, der mir helfen koennte, die Gemeinde, die Menschen, die mir begegneten und die hebraeische Sprache.
Es ist fuer mich im Nachhinein ein Wunder, dass mein Wunsch, einmal die Tora in Originalsprache lesen zu koennen, sich Schritt fuer Schritt erfuellt, und ich immer noch faehig bin, voller Begeisterung weiterzulernen.
Das Judentum als Geschenk im fortgeschrittenen Lebensalter - mehr als ein kleines Wunder! Und es begleitet mich Tag fuer Tag, Stunde um Stunde. Seitdem ich dieses Geschenk bekam, ist mir vieles deutlich geworden, habe ich einiges ueber das Leben dazu gelernt, und blicke anders auf jeden Tag der Woche.
Immer wieder Israel, und dort das Judentum als selbstverstaendlich zu erleben, - auch ein Wunder, dass es heute einen Staat gibt, der jedem Juden Zuflucht ist, wann immer er sich unter die schuetzenden Fluegel des Staates fluechten will.
Meine Einwanderung und die damit verbundenen Anfangsproblemchen, alles in allem ein Wunder fuer sich. Ich wurde mit weit geoeffneten Armen empfangen von Menschen, die mir bis heute in der Galut die Freundschaft halten. Ich hatte wie durch eine Wunder nach einer Woche ein Dach ueber dem Kopf und eine Arbeit. Immer war ich "knapp bei Kasse", aber stets geschah mir auch das Wunder, dass ich jeden Tag zu essen hatte, weitermachen konnte, wenn auch so manches Mal durch Spenden, zum Beispiel waehrend meiner Krankheit.
Der grosse Schock bei der Nachricht, am Herzen operiert werden zu muessen, und nichts mehr "in der Hand" zu haben, ausser der tiefe Glaube daran, dass der, der uns die Huerden und Schwierigkeiten schickt, uns gleichzeitig auch die Kraft und Faehigkeit zuteil werden laesst, mit ihnen fertig zu werden und staerker daraus hervor zu gehen.
Wenn ich eine Bilanz ziehe und die letzten sieben Jahre an mir vorbeiziehen lasse, kann ich nur immer wieder feststellen, dass es die besten sieben Jahre waren, die ich persoenlich hatte, abgesehen von meinen wunderbaren Kindern, die eines der groessten Geschenke des Lebens sind.
Ich habe in den letzten Jahren nur Gutes erfahren und die meisten meiner Wuensche sind erfuellt worden. Flehen und Bitten, Gebet und Traenen sind letzten Endes von einem, der groesser ist als wir uns vorstellen koennen, erhoert worden und so manches Mal war es mir fast unheimlich, wenn ich die g-ttliche Vorsehung so ganz persoenlich zu spueren bekam. Ja, ER begleitet uns, ER ist wirklich immer da, stellte ich nicht nur einmal fest. Und er hat mich zu einem Volk gefuehrt, dass jetzt meines ist und von dem ich noch eine Menge lernen kann, jeden Tag.
Fuer all die Wunder, die mir zuteil wurden, fuer all die Menschen, die ich treffen durfte und von denen ich lernen konnte, verneige ich mich in Demut und freue mich auf die kleinen und grossen Flaemmchen, die wir in dieser kommenden Woche entzuenden.
Chanukka Sameach! Moegen die Flaemmchen der Freude und des Ueberlebens alle Winkel der Erde mit ihrem Licht erhellen.

Montag, 12. Dezember 2011

Bewegung, Vitamin D und Ernaehrung

Ich habe zuviel gegessen und mich zuwenig bewegt. Trotz Winter, der mich nicht gerade herauslockt, habe ich nun angefangen, ein paarmal in der Woche wieder 20-25 min. langsam zu laufen. Die Suessigkeiten muessen unbedingt weg oder weniger werden und mein sowieso hoher Obst-und Gemuesekonsum laesst sich noch aufbauen. Mein Vitamin D -Wert ist wieder im Keller, da ich nicht weiter Vitamin D zugefuehrt hatte, seit Juni. Und endlich habe ich einen Arzt in Deutschland gefunden, der nicht zoegert, auch sehr hohe Einheiten von Vitamin D zum schnellen Auffuellen der Speicher zu verordnen.
Seine Adresse habe ich von Prof. Dr. Spitz, der im Bereich Vitamin D viel geforscht hat und Autor des Buches "Krebszellen moegen keine Sonne" (sowie auch des Buches "Krebszellen moegen keine Himbeeren") ist. Schreibt man ihm eine mail, bekommt man sofort eine ausfuehrliche Antwort, das Beste aber ist es, sein Buch zu lesen. Dann wird auch der Zusammenhang vieler Krankheiten mit Vitamin D - Mangel klar. Nicht nur, wie man frueher dachte, im Bereich Osteoporose, Knochenaufbau, Zaehne, sondern eine grosse Rolle soll das Vitamin D auch im Bereich von Depressionen, Herzkrankheiten, Alzheimer, Krebs spielen.
HIER koennt ihr euch ein Video von Prof. Spitz zum Thema anschauen.
In Israel, nach meiner OP, bin ich durch die Aerzte dort zum ersten Mal auf das Thema Vitamin aufmerksam gemacht worden und nach einer Testung erfuhr ich, dass mein Wert mehr als zu wenig ist, wie es uebrigens in der gesamten Bevoelkerung zu wenig zu sein scheint. Wir leben und arbeiten in geschlossenen Raeumen, und selbst in Israel, wo die Sonne mehr als 330 Tage im Jahr scheint, leiden 80 % der Bevoelkerung an Vitamin-D Mangel. Die Sonne nuetzt nicht viel, wenn man sie nur von innen durch die Fenster scheinen sieht.
Ein Gesamtkonzept von mehr Bewegung, einer guten Gemuese-und Obstreichen und Brot armen Ernaehrung gemeinsam mit Substitution von Vitamin D scheint einen erfolgreichen Schutz gegen viele Krankheiten zu bieten, vor allem fuer aeltere Menschen.
HIER ein wunderbares Video der ARD Mediathek, das mir Dr. Teutemacher aus Wuppertal empfohlen hat, zum Thema "Wir sind Steinzeitmenschen, in moderner Verkleidung" oder wie wenig wir an das moderne Leben angepasst sind.

Samstag, 10. Dezember 2011

Entscheidungen - Verurteilungen, oder "wissen wir immer genau um die Wege, die G-tt mit einem Menschen vorhat?"

Vor einiger Zeit stolperte ich in einem anderen Blog ueber Kritik an mir und meinen Entscheidungen.(Alyia, dann zurueck nach Deutschland) Hier ein Zitat

So ein Hin und Her braucht man doch auch nicht, oder? Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich Aliyah machen soll, hab mich aber dagegen entschieden. Da bin ich eher so wie Du vorgegagen, habe genau überlegt, was ich erwarte und ob meine Erwartungen auch erfüllbar sind. Ich sehe nämlich keinen Sinn darin, hier alle Zelte abzubrechen, Wohnung und festen Arbeitsplatz aufzugeben, nur um dann in Israel bald wieder alles aufzugeben und in Deutschland wieder alles neu aufzubauen. Ich fände es auch nicht richtig, in Israel Aliyah-Geld gezahlt zu bekommen, wenn ich dann das Land doch wieder verlasse. Oder hier Hartz IV in Anspruch nehmen zu müssen, wenn ich nach der Rückkehr nicht so schnell wieder einen Job finde, von dem ich mich ernähren kann
meine erste Reaktion war es, mich zu aergern. Da die Kommentarfunktion der Bloggerin laengst gesperrt war, konnte ich zu den Punkten nichts sagen, ausser mich bei einer der Kommentatorinnen, die ich durch Mailkontakte "kenne", zu bedanken fuer ihre Fuersprache. Sie schrieb naemlich

warum äußerst du dich nicht direkt bei Noa? Das wäre nämlich das normale. Das hier ist kein guter Stil.
Außerdem denke ich, dass man alles in der Theorie durchdenken kann, die Realität ist dann oft eine ganz andere. Ich finde es sehr legitim, nach Israel zu gehen und dann vielleicht erst dort zu bemerken, dass man sich vielleicht etwas vorgemacht hat, obwohl man überzeugt ist, das richtige zu tun. Ein Wiederneuanfang in Deutschland ist auch kein Zuckerschlecken und auch das erfordert Mut. Alles immer vorher wissen zu können, ist unrealistisch.
Was hatte mich eigentlich so geaergert? fragte ich mich spaeter. Koennen und sollen doch andere von mir denken, was sie wollen.

Aber das war es gar nicht. Es war etwas, was mir immer wieder auch selbst passiert. Es ist das schnelle (Ver-)urteilen ueber die Entscheidungen anderer Mitmenschen, ohne alle Details seiner Abwaegungen zu kennen. Wenn ich spaeter Einzelheiten darueber erfahre, was den Menschen zu seiner Entscheidung bewogen hat, und wie dann die Entscheidung de facto umgesetzt wird, bin ich haeufig erstaunt und schaeme mich ueber meine erste Reaktion, in der ich meine, genau zu wissen, was ich an der Stelle des anderen getan oder gelassen haette.

Es heisst im Judentum: Urteile nicht ueber den anderen, bevor du nicht selbst in seine Lage gekommen bist.

Ich musste schon oft an diesen Satz denken, wenn ich selbst in eine Lage kam, in der ich dann im Nachhinein dem anderen beipflichtete, und ihn verstand. Ja, auch mir konnte DAS passieren, was ich nie fuer moeglich gehalten hatte.

Um noch einmal auf die Vorwuerfe zurueckzukommen, sei gesagt, dass ich genau das, naemlich "von Hartz IV leben" nicht wollte, daher hatte ich mich noch in Jerusalem an den Computer gesetzt, um die Arbeitsangebote in Deutschland in der Stadt, in der ich beabsichtigte, mich niederzulassen, zu durchforsten. Tag fuer Tag sass ich dort, schrieb Bewerbungen und verschickte Lebenslaeufe, und es gab - oh Wunder - tatsaechlich Reaktionen, bis eines Tages sogar von mir vorgeschlagene Vorstellungsgespraeche per Skype akzeptiert wurden und ich schliesslich noch in Jerusalem einen Arbeitsvertrag in einem Altenheim als Krankenschwester in den Haenden hielt, was sicher nicht meine erste Wahl war, da ich lange Zeit nicht als Krankenschwester gearbeitet hatte. Doch hier hiess es, wie umgekehrt auch anfangs in Jerusalem, "nimm jede Arbeit an, die sich dir bietet, um dich ueber Wasser zu halten."

Das Unmoegliche wurde moeglich, sogar eine voruebergehende "Musterwohnung" bot man mir an, fuer die Zeit, in der ich noch keine richtige Wohnung gefunden hatte.
Ich kam nach Deutschland am 3. April 2011 und konnte direkt in diese Wohnung, am 5. April war mein erster Arbeitstag. Ich musste also dem geneigten Leser, der Steuerzahler ist, keinen Tag auf der arg gehueteten Tasche liegen, was mich sehr freute, denn meine Muehen hatten sich ausgezahlt. Was dann folgte, war nicht lustig, denn mein gesundheitlicher Zustand auch noch nach fast einem Jahr nach einer Herzoperation war keineswegs so stabil, um 8-9 Stunden lang im Renntempo pflegebeduerftige Menschen zu heben, zu wenden und zu waschen. Ich habe es getant, weil ich mich irgendwie ernaehren wollte. Erst nach 3 Monaten haertester Arbeit gelang mir der Sprung zurueck in die Sozialarbeit, wo ich mich Schritt fuer Schritt koerperlich erholen konnte. Wussten das alles die Kritiker? Sicherlich nicht.
Ich beabsichtige hier nicht, mich zu beklagen, nein, im Gegenteil. Erstens hatte ich diese Entscheidungen alle selbst und eigenverantwortlich getroffen, daher musste ich meiner Meinung nach auch nun einige Dinge "ausbaden", zweitens hatte mir der, der uns allen stets zur Seite steht, auf so unglaubliche Art geholfen, dass es fast unheimlich war.
Natuerlich - um auf die zweite Anschuldigung zurueckzukommen - habe ich Alyia-Unterstuetzung vom Staat Israel bekommen, eine finanzielle Unterstuetzung, die jedem Neueinwanderer zusteht, egal ob er irgendwann das Handtuch wirft oder aus sonstigen wichtigen Gruenden zurueck in seine vorherige Heimat geht. Diese Unterstuetzung werde ich kein zweites Mal bekommen. Ob andere nach Jahren wieder auswandern, bekommt man - wenn sie nicht gerade darueber bloggen - nicht immer mit.

Was ist die Intention meines Blogeintrags? Mich reinzuwaschen, oder den warnenden Zeigefinger zu erheben?
Mitnichten. Vielmehr ist es so, dass ich an mich selbst adressiere, wenn ich einen Gedankenanstoss in Bewegung setzen moechte.
Wie wenig wissen wir ueber die Hintergruende einer Aktion, einer Entscheidung, es genuegen uns oft ein oder zwei Aspekte, die uns zum Urteil fuehren.

Weiter hiess es in einem der Kommentare zur selben Sache

So ein Hickhack – heute hier und morgen dort – wäre nichts für mich. Wenn ich mich entscheiden würde, nach Israel zu gehen, dann wäre es für immer. Und da ich mich dazu nicht entschließen kann, bleibe ich eben hier.

Auch dazu kann ich etwas beitragen. "Wenn ich ...dann wuerde ich" gibt es nicht. Niemand von uns weiss, was waere, wenn ich.....und ob ich dann wuerde, steht erheblich in Frage.
Ich freue mich einerseits fuer andere Menschen, die immer so genau wussten, was sie taten, die stets ihre Entscheidungen bis ins allerletzte abwaegen und sich dann doch lieber entscheiden, gar nichts zu tun. Ja, es stimmt, gar nichts zu tun, ist nie falsch, zumindest nicht von aussen betrachtet. Aber es hindert uns auch daran, Erfahrungen zu machen, selbst wenn sie von einem Risiko begleitet sind. "Schiffe im Hafen koennen nicht untergehen", heisst es, "aber dazu sind Schiffe nicht gemacht."

Die Wege, die G-tt uns fuehrt - und ich bin fest davon ueberzeugt, dass ER es ist, der uns fuehrt, sind manchmal sehr merkwuerdig und nicht selten fuehren sie uns scheinbar zeitweilig in eine "falsche" Richtung, oder ueber einen Umweg. Spaeter, im nachhinein betrachtet, kann es sich jedoch als durchaus sinnvoll erweisen, dass wir diesen Umweg gegangen sind, ohne ihn waeren wir sicher nicht da, wo wir jetzt stehen, und ohne ihn waeren uns wichtige Erfahrungen entgangen.
Auch unsere Wochenabschnitte, die von den Vorvaetern handeln, zeigen uns, wie G-tt seine Kinder hin-und herschickt, ohne dass sie immer wissen, wozu das gut sein soll. Er hat mit uns etwas vor, mit jedem von uns etwas anderes, und wir tun gut daran, uns um unseren eigenen Weg zu kuemmern, bevor wir kopfschuettelnd den Weg der anderen verurteilen.
Wir tun ebenfalls gut daran, nicht die wichtigen Hinweise zu verpassen, die G-tt uns durch andere Menschen gibt, die, die uns den Hinweis geben, wohin unser Weg fuehren soll. Das muss fuer die meisten Menschen nicht bis nach Israel und zurueck heissen, sondern kann eine ganz andere Wegstrecke beinhalten, eine neue Arbeitsstelle, ein anderer Partner, ein Losloesen von Konventionen und Selbsteinschraenkungen, ein persoenliches Jetziat Mizraim (Auszug aus Aegypten, aus der Sklaverei, die wir uns manchmal selbst auferlegen) oder einfach ein neues Hobby, was uns erfuellt.
Oft sind wir so beschaeftigt, dass wir die leisen Hinweise nicht hoeren, oder auch nicht hoeren wollen, weil das Hinhoeren und Befolgen uns zuviel Mut abverlangen koennte, den wir (noch) nicht haben oder die Ueberwindung existentieller Aengste erfordern wuerde.
Jeder von uns hat seinen Weg und sollte hin und wieder ueberpruefen, ob dieser Weg, den er gerade geht, noch passt, oder ob er ihn nur aus Gewohnheit und Bequemlichkeit noch weitergeht. Vielleicht hat er laengst die Hinweise auf eine Abzweigung uebersehen, oder die Augen davor verschlossen, weil die Abzweigung zuviele Unsicherheiten barg.
Nur Mut! Wer nichts wagt, kann auch keine neuen Erfahrungen machen, und nicht immer sind diese Erfahrungen so negativ, wie ihr befuerchtet.
Zu meiner Person muss ich nun den Kritikern noch "einen drauf setzen", denn die letzten Monate haben mir persoenlich gezeigt, dass mein Weg auf keinen Fall in Deutschland weitergehen kann, ja, auch wenn es fuer die meisten unvorstellbar klingt, ich werde zurueck nach Israel gehen.
In meinem kurzen Urlaub in Jerusalem, hatte ich zwei Vorstellungsgespraeche bei deutschen Firmen.
Ich hatte mich dort beworben, nachdem mir eine Bekannte unaufgefordert Arbeitsangebote geschickt hatte. Auf zwei dieser Angebote hatte ich mich "nur mal so" beworben und oh Wunder, bekam ich am naechsten Morgen bereits Einladungen zu Vorstellungsgespraechen, die ich, da ich diese Reise geplant hatte, sogar wahrnehmen konnte.
Glaubt ihr immer noch, eure Wege werden NICHT von G-tt bereitet?
Aus einem dieser Angebote scheint etwas zu werden, aber selbst wenn nicht, ist mir klar, dass mein schlechter Zustand in den letzten Monaten und diese Angebote Hinweise darauf sind, dass es doch noch einen Weg zurueck gibt, geben muss fuer mich, um wieder im Einklang von Koerper und Seele zu leben.
Ueber meine weisen Kinder habe ich mich am meisten gewundert. Nein, sie hatten mich nicht gebeten, Israel aufzugeben. Das, was mich zurueck gefuehrt hatte, war ein schlechtes Gewissen, das Gefuehl, keine gute Mutter zu sein, wenn ich sie hierlasse und meinen eigenen Weg gehe. Sie haben gespuert, dass ich mich nicht wohlfuehle hier, doch ich meinte, ein "Opfer" bringen zu muessen.
Ich hatte grosse Angst, ihnen nun zu sagen, dass ich es nicht schaffe, dass ich, um nicht ernsthaft krank zu werden an Leib und Seele, doch dahin muss, wo die Seele immer geblieben ist.
Die Angst war unnoetig und als ich erwaehnte, wie oft ich schon gesagt hatte: "Wie dumm bin ich gewesen, alles in Israel aufzugeben, wie konnte ich so eine falsche Entscheidung treffen" sagten sie, dass sie gar nicht denken, es sei so falsch gewesen, sondern eher der Weg, den ich gehen musste, um mich 1. persoenlich davon zu ueberzeugen, dass sie ihr Leben beide, trotz manchmal schwieriger Umstaende, eigenverantwortlich leben koennen und um 2. zu spueren, dass ich meinen ureigenen Weg gehen muss und dass dieser Weg, trotz relativem Luxus, einer kleinen feinen Wohnung und einem Job, der mir (im Gegensatz zu Israel) viel Geld einbringt, auf Dauer nicht in Deutschland weitergehen kann.
Mag das den meisten Menschen als Wirrwarr vorkommen, so kann ich nur sagen, ich bin demuetig in Ehrfurcht vor den Wegen, die wir gehen muessen, auch den (scheinbaren!) Irrwegen. Und ich bin fest in dem starken Glauben daran, dass alle Pfade durch IHN vorgeplant und bereitet sind.

Freitag, 9. Dezember 2011

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Eine Woche in Israel

Es war eine volle, reiche Woche mit vielen endlosen Gespraechen. Ich habe all das, was moeglich war, nachgeholt, nach Monaten der fehlenden geistigen Inputs hier in Deutschland . Um 8 Uhr mit Ayala und Yair fruehstuecken, um 10.30h dann mit Rachel in einem anderen Cafe. Sie schimpft mit mir, weil ich nicht mehr viel bestelle, ausser einem Nanatee. Am Nachmittag zu Shulamit und Sammy, die sich freuen, mich wieder zu sehen. Shulamit hoert nicht auf, in die Kueche zu rennen, um immer neue Koestlichkeiten aufzufahren. Kraecker mit Tchina, Orangenkuchen und heisse Suppe. "Egal, wann immer du kommst", sagt Sammy ," du musst wissen dass das Haus für dich stets auf ist!" Esti schreibt eine SMS , wann ich "nach Hause" komme und ich schreibe zurueck, dass ich schon zu Abend esse, sie soll nicht auf mich warten.
Ich kaufe Granatapfel und Yoghurt und werde dafuer von Esti mit Kopfschuetteln gestraft "Wenn ich mal bei dir zu Gast bin, dann kannst du dich revanchieren, aber lass das Einkaufen jetzt!"
Man wartet auf mich in der Teamsitzung meines alten Arbeitsplatzes im Hadassa-Hospital und ist enttaeuscht, weil ich den Besuch nicht mehr schaffe zum Schluss.
Jonathan und seine Angestellten jubeln, als ich der Kanzlei einen Besuch abstatte. Fuer ihn habe ich des oefteren Urkunden vom hebraeischen ins deutsche uebersetzt. Was fuer ein Empfang. Fast fuehle ich mich beschaemt. Ob ich soviel Freude verdient habe?
Meine Sharon kann ich, bevor ich mit Freda ins Cafe Hillel gehe, auch noch sehen. Ihre Philippinin oeffnet die Tuer und meint :"Als ob du erst gestern hier raus gegangen waerest " und als ich Sharon umarme, fuehle ich dasselbe. Freda wartet auf mich am Gan haPaamon und kann es nicht fassen, mich zu sehen.
Am Freitag kehrt nachmittags Ruhe ein und Esti fragt mich, wen ich einladen möchte. Sie begleitet mich zur Jakar Synagoge und als wir singen, muss ich weinen . Gabi und Chawa, Mark und Ilana, Ayala und Yair warten schon zuhause mit Roni, wir singen Shalom Aleichem und Eshet Chail, das Loblied auf die tuechtige Ehefrau . Gabi spricht tief versunken den Segen fuer all seine Kinder, deren Ehepartner und die Enkel. Die wohl geformte Challe kommt auf den Tisch und wir machen Kiddush.
Am naechsten Morgen geht es zur Synagoge Yehuda haLevi, wo wir anschliessend Nechama und Amos, Miri und Shoshana mit zum Kiddush mir zu Ehren mitnehmen. Es ist so warm, dass wir auf der Terrasse in der Sonne sitzen koennen und ich muss mich nun beeilen, da ich zum Essen bei Ayala sein soll. Was fuer ein Segen, dieser Shabbat.
2 Tage spaeter geht es mit Esti auf einen langen Spaziergang zur Tayelet. Ich frage nach 1967 und 1973. Wo war sie als die Kriege ausbrachen. Bei Estis Erzaehlungen werde ich still. Viele Freunde hat sie verloren.
Ein Abend im Theatron steht noch an. Die Darsteller sind alle ueber 50, und haben Gesang, das Spielen eines Instrumentes und Tanz erst im fortgeschrittenen Alter erlernt. Esti singt im Chor und freut sich dass ich Photos mache
Und als ich am Flughafen stehe, ist der Zauber vorbei. Der Zauber einer Woche in Israel !
Danke fuer die grosse Liebe und Gastfreundschaft!

Dienstag, 29. November 2011

Raketen auf Nordisrael

Heute nacht ist der Westen Galilaeas mit 4 Raketen beschossen worden. Auch die Tagesschau berichtet schon. Schaemen kann man sich nur fuer den allerersten Kommentar, der schon wieder kam.
".....irgendwelche Heuschober beschaedigt, wahrscheinlich hat auch niemand was mitbekommen....falls es ueberhaupt zu Raketenangriffen kam..."

Montag, 28. November 2011

שמחתי

שמחתי, באומרים לי, בית ה" נלך
עומדות היו רגלינו בשעריך, ירושלים

לבי כבר שם, ואפילו אף פעם ירד מהארץ וגופי יסע מחר לנופש. ככה שניהם מאוחדים לאורך שבוע שלם

Sonntag, 27. November 2011

עם אחד עם לב אחד - או פער גדול בציבור הישראלי

עם ישראל חי! כן, גם אני רוצה, מעומק לבי, שעם ישראל חי לנצח. באמת! אבל, כשאני מסתובבת את ראשי, אני עוקבת אחרי התפתחות לא בריאה, או יותר חזק, אפילו מסוכנת. כבר חוויתי, שיש יהודים, שהם טוענים, שהם, ורק הם היהודים ה"נכונים" ושאחרים לא חיים כרצונו של הקב"ה. איך הם יודעים את זה? שאלתי את עצמי לא פעם. הם אולי מדברים כל יום באופן אישי איתו, כמו משה רבינו, ז"צל? בעת האחרונה, יש יותר התרחשויות, שהן גורמות לי להרהר עוד יותר על המשמעות של היהדות
מדובר על איסורים כלשהם, שכמה חבר"ה רוצים לקבוע, גם לאלה, שהם לא חיים חיים יהודיים דתיים. אני לא רוצה להכנס לתוך פרטים, אבל התחושה שלי היא, שהפער בציבור הישראלי הולך וגדל. לדעתי, כל כפיה רק יכולה להוביל להתנגדות נוספת ועלולה לגרום לעם היהודי אך ורק נזק עצום. תכיף אני חושבת על "שנאת חינם" שגרמה לנו כבר לכאב גדול. מעבר לזה, אנו מאפשרים לאויבינו - ויש כרגע כמה מהם, לא רק את איראן גרעינית - לנצח אותנו, חס ושלום
יש הדרדרות נוספת, שיהודים מזלזלים ביהודים אחרים, עד כדי כך, שאינם מהססים לירוק בזילזול עמוק בפני הזולת. יכול להיות, שהתנהגות הזו היא קשורה ליהדות? מה הקשר לאמונה באלוקים? אפשר להאמין בקב"ה ובעת ובעונה אחת לזלזל בשכן? לדעתי חד משמעי לא. הלא הקב"ה "ברא את האדם בצלמו?" כמו שכתוב בתורה. האם העובדה, שהוא ברא אותנו בצלמו, היא לא מחייב אותנו עד מאד? כשאנו מזלזלים באחרים, זה לא עלבון כלפי הקב"ה? לכל אחד מאיתנו יש את הדרך משלו, ולדעתי, עלינו. לתת לקב"ה לעשות את התפקיד שלו, ולהפסיק, להתערב. יש לנו עוד מספיק לשפר, יש תמיד לנסות, להפוך ליהודי יותר טוב, יום על גבי יום, ולא לעצור. אם אנו עוקבים אחרי המטרה הזו, לא נותר הרבה זמן, כדי לזלזל באחרים. יש לא לשכוח, שאנו עם אחד עם לב אחד

"Typischer" und "richtiger" Jude - Gefahr durch Vorurteile oder innerjuedische (unnoetige) Kaempfe

"Das war ein typischer Jude, mit Schlaefenlocken und Hut!" hoerte ich in der letzten Zeit eine Frau von ihren Erlebnissen in Israel erzaehlen.
Ist das der typische Jude, der mit den Schlaefenlocken, dem man von weitem ansieht, dass er Jude ist, glaeubiger Jude?
Keinesfalls. Die Vielfalt an Juden, habe ich im Land kennen gelernt und ich behaupte, dass viele Menschen in Deutschland nicht wissen, wieviele verschiedene "Typen" von Juden es gibt und in welcher Auspraegung.
Es gibt Juden mit schwarzer Haut, aus Aethiopien zum Beispiel und weisshaeutige Ashkenasim aus Russland, Deutschland und Osteuropa, es gibt sphardische Juden, die aus Spanien und Portugal.
Auch in Israel ist die Mehrzahl der Juden (noch!) saekular, d.h. sie glauben entweder gar nicht an G-tt, oder leben das Judentum mehr oder weniger traditionell aus, zuenden aus Gruenden der Tradition Chanukka-kerzen oder feiern Pessach, wie auch nichtreligioese Christen Weihachten feiern, ohne tiefergehende Bedeutung, und ohne in die Synagoge zu gehen, lediglich als grosses Familienfest.
Es gibt aber auch innerhalb des Judentums unendlich viele Abstufungen, von ultra-orthodox oder "charedi" (besagte von aussen erkennbare Juden mit Schlaefenlocken, Hut und vorwiegend schwarzer Kleidung, die Frauen zuechtig gekleidet mit kniebedeckten Roecken und langaermeligen Oberteilen und Kopfbedeckung). Sie bezeichnen sich genauso als Orthodox, wie andere, denen man dieses nicht von aussen ansieht.
Ich habe scheinbare Widersprueche erlebt in der israelischen Bevoelkerung, die mich ganz schnell wieder das Gegenueber aus der Schublade herausziehen liess, in die ich es gerade vor ein paar Minuten hineingesteckt hatte.
Da sass z.B. ein junges Maedchen an einer Falafelbude neben mir mit ihren Freundinnen, von mir aufgrund der legeren Kleidung mit Jeans und Top, in die saekulaere Schublade gesteckt, als ich sie ploetzlich nach dem Essen ihren Siddur (Gebetbuch) herausziehen sah, und sie begann, das Birkat HaMason (das Gebet nach dem Genuss von Brot, das Tischgebet nach dem Essen) zu beten.
Nun, in welcher Auspraegung auch immer sie ihr Judentum auslebte, weiss ich nicht, aber dass sie religioes war, war klar. Keiner meiner nicht religioesen Freunde wuerde auf die Idee kommen, dieses Tischgebet zu sprechen.
Es gibt religioese juedische Frauen, die niemals in eine andere Synagoge als eine orthodoxe gehen wuerden, und dennoch im Alltag Hosen tragen, und als Verheiratete auch die Kopfbedeckung ablehnen. Interessanterweise koennen sie (in gewissen Gemeinden jedenfalls) gleichberechtigt neben denen sein, die fuer sich entschieden haben, Kopftuch oder Hut zu tragen. Keiner von beiden wuerde der anderen mit Missachtung begegnen oder gar behaupten, sie sei keine "richtige" Juedin.
Es gibt Jeshiwa (Toraschulen), fuer saekulare Juden, die aus welchen Beweggruenden auch immer, fuer sich entschieden haben, die Tora intensiver zu lernen, die sogar versuchen, die Texte der Tora fuer sich und ihr eigenes Leben zu nutzen, eine Botschaft fuer sich suchen.
Es gibt Juden, die so links eingestellt sind, dass sie keine Probleme damit haben, das Land Israel lieber heute als morgen zu teilen und grosse Teile "abzugeben", und extreme Rechte, die illegale Siedlungen bauen und sogar Grabsteine von Arabern schaenden, oder in Moscheen Feuer legen.
Fuer beide, die extrem Linken, sowie die extrem Rechten, schaeme ich mich ehrlich gesagt.
Und auch fuer die, die zurzeit all der Pluralitaet Israels am liebsten einen Riegel vorschieben wuerden, indem sie versuchen, ihren Standard anderen - auch den gar nicht Glaeubigen - aufzudruecken. (Busse, mit fuer Frauen und Maenner getrennten Sitzordnungen, getrennte Strassenseiten fuer beide Geschlechter, oder die Entfernung von Frauengesichtern in der Werbung usw.).
Ich kann selbst die, die so extrem leben wollen, respektieren, in ihrer Lebensweise, obwohl diese geschlossene Gesellschaft grosse Gefahren in sich birgt, beispielsweise bei Taten wie Missbrauch oder Misshandlungen, soll alles "unter sich" geregelt werden und man hat grosse Schwierigkeiten, will man sich mit einem Hilferuf an die Oeffentlichkeit wenden.
Viele dieser Menschen jedoch - respektieren mich umgekehrt nicht, oder meine Freunde, denn wir verstehen in ihren Augen, die Tora nicht "richtig", und leben falsch!
Dieses Verhalten, das zurzeit immer mehr um sich greift ist eine Gefahr von innen heraus und dem "Sin´at chinam" (Hass ohne Grund) gleichzusetzen, was das juedische Volk schon einmal in grosse Gefahr brachte, bei der Zerstoerung des Tempels.
Gleichzeitig wird das juedische Volk anfaelliger fuer Gefahren von "aussen", Feinde werden ein leichtes Spiel mit uns haben, wenn das Volk Israel bereits von innen her tief gespalten ist.
Allen denen, die nun versuchen, den Nachbarn dazu zu zwingen, so zu leben, wie man selbst, sei zu bedenken gegeben, dass jeder Jude (wie auch jeder Nichtjude) seinen ganz eigenen Weg (oder Irrweg) mit G-tt hat, und noch dazu in seinem eigenen Tempo. All denen sei gesagt, dass es immer noch mehr an sich selbst zu verbessern gibt, als dass man diese Energie verschwendet an eine Art "Mission unter Juden".
Im Gegenteil - durch erzwungene Veraenderungen, wie etwa das Verbot, auf einer bestimmten Strassenseite zu gehen, wird man eher Ablehnung und Entfernung als ein Annaehern oder eine Hinwendung zu den juedischen Wurzeln bewirken.
Lassen wir doch G-tt seine Arbeit machen, und pfuschen ihm nicht hinein, in seine Planung, die er mit jedem von uns privat und persoenlich durchfuehrt.
Jeder dieser unserer Wege kann wichtig sein, selbst der Irrweg kann ein Teil unseres "richtigen" Weges sein, was sich oft erst im Nachhinein erweist.
Was wir tun koennen, ist, demjenigen, der sich an uns wendet und Hilfe auf seinem Weg benoetigt, diesem soweit es uns moeglich ist, zu helfen. Auch vorleben koennen wir das, was wir als "richtig" erachten, was vielfach eher dazu fuehrt, dass sich der Andere interessiert, als ein Zwang.
Gewalt und Zwang koennen meiner Meinung nach nichts mit Religion und dem Glauben an den EINEN zu tun haben, sie sind die Feinde - nicht nur des juedischen Glaubens.
"Bezelem Elokim assa otam", nach g-ttlichem Ebenbild schuf er sie, so steht es ganz am Anfang unserer Tora, und wenn wir stets darauf achten, ein Ebenbild G-ttes zu sein, was wohl in seiner Absicht lag, und was uns wie ich finde sehr verpflichtet zum Nachdenken, bevor wir handeln, dann koennen Gewalt und Zwang, genauso wie Beschimpfungen und Verachtung nicht zu diesem Ebenbild gehoeren. Dies waere eine Beleidigung des grossen G-ttes!

Freitag, 25. November 2011

אוטוטו הביתה, לארץ ישראל

עלייה אומרים, כשבאים ארצה, כדי לגור בו, לעומת זאת הכינוי לנטישת הארץ הוא ירידה. בתחום נפשי ורוחני מרגישים היטב, למה הכוונה, אם חווים את זה על בשרם,או יותר נכון, על נפשם. בחו״ל ,ככה אני טוענת, לא ניתן לקבל את אותו העושר הרוחני מאשר בארץ ומעבר לזה, צריך להתאמץ בלי די, כדי להגיע לרמה רוחנית יחסית טובה, ואילו בארץ לא צריך שום מאמץ, על מנת להתקדם ולצמוח באופן נפשי ורוחני. שפע של הצעות לשיעורים, למשל, מתקבלים כמעט כמובן מאליו.
בשבוע הבא, ב״ה ,אסע בפעם הראשונה בתור ״אורחת״לישראל ומהתחושה הזו אני קצת מפחדת. מאידך, אני שמחה לקראת הפגישות האין ספור, שקבעתי כבר מראש. אותה השבת, כשאשהה בארץ, החברים הכי טובים יפגשו איתי וזה פיצוי של ממש לכל השבתות הבודדות פה בגרמניה, שחוויתי בחודשים האחרונים.
שבת שלום לכל בית ישראל

Shabbat shalom!

Am Shabbat, bevor ich am Dienstag "in die Heimat" fliege, denke ich darueber nach, wie es wohl sein wird, nicht in meine Wohnung zu gehen, sondern Gast zu sein, wenn auch bei sehr sehr guten Freunden. Man sagt, der Weggang aus Israel ist eine Jerida (ein Abstieg , waehrend die Einwanderung als "Aufstieg" bezeichnet wird. Gemeint ist wohl die geistig-seelische Ebene. Das mag befremdlich erscheinen, eventuell sogar ueberheblich klingen. Hat man dies aber einmal am eigenen Leib (in diesem Falle an der eigenen Seele) erlebt, weiss man, warum es diese Bezeichnungen gibt. Es ist unmoeglich, in Deutschland diesen geistigen Reichtum zu finden und die Nahrung fuer die Seele zu bekommen, die man in Israel als fast selbstverstaendlich erlebt .
Und - man muss sehr viel dafuer tun, um nur einen Bruchteil dessen zu erreichen, waehrend einem in Israel die Trauben und Granataepfel in den Mund wachsen, im Voruebergehen , im woertlichen, wie auch im geistigen Sinne.
Ich blicke mit gemischten Gefuehlen der Woche in Israel entgegen, und habe ein wenig Angst vor der Rueckkehr. Der Shabbat, den ich mit vielen Freunden dort verbringen werde, wird eine immense Entschaedigung fuer unzaehlige allein verbrachte Shabbatot in Deutschland sein und darauf freue ich mich.
Shabbat shalom an alle!

Sonntag, 20. November 2011

גרמנים. חיים בישראל


איך מסתדרים גרמנים, שהם חיים בישראל, עם התרבות הישראלית ועם הישראלים בעצמם וכיצד הם מתמודדים עם המציאות היומיומית? איך הוא היחס בין האנשים, שעלו ארצה לבין הציבור הישראלי? הם התקבלו בחום לב? או יש התנגדות כלפי החבר"ה האלה, אולי אפילו עקב הרקע ההיסטורי?
על כל השאלות האלה, יש מענה בסרט הקטן של הלמוט סימון, במאי גרמני צעיר,שבכוונתו היה להקליט סרט "אחר" על ישראל, ולאו דווקא להראות את ה"מצב הגרוע" כמו שאנו מכירים כבר הרבה מדי . לדעתי הוא הצליח בגדול. הוא ראין 12 אנשים גרמנים, עם רקע מאד שונה שהם חיים כבר כמה שנים בארץ. גם אני התראינתי ואחרי שצפיתי בסרט השלם, אני צריכה לומר, שכדאי גם לציבור הישראלי, לראותו. הסרט שנקרא "גרמנים. חיים בישראל" יוקרן מ21 בינואר עד ה26 בינואר גם בארץ, לכאורה לעת עתה עם כותרות באנגלית בחיפה, בירושלים ובתל אביב. הלמוט סימון הגיש אותו כבר בפסטיבל הסרטים היהודיים בזארבריקן, גרמניה, עם הצלחה גדולה. אז, תלכו לקולנוע או לסינמטק, כדאי לכם מאד

Deutsche. Leben in Israel - ein Filmtipp!!

Filme ueber Israel, den "Mazav" (die Situation dort) und die politischen Verhaeltnisse, gibt es genug, und stets habe ich mir gewuenscht, jemand moege sich einmal der "anderen" Seite annehmen, darueber berichten, wie Menschen dort ihren Alltag bestreiten, einfach einen positiven Film ueber das Land machen.
Helmut Simon, einem jungen Filmemacher, ist dies meiner Meinung nach zu hundertprozent gelungen. Vor mehr als einem Jahr, kam er durch einen gemeinsamen Bekannten auf mich zu, und fragte mich, ob ich mich interviewen lassen wuerde. Er war auf der Suche nach Deutschen, die in Israel leben, mit unterschiedlichen Hintergruenden. Wie sie leben, was sie erfuhren, wie ihr Alltag verlaeuft. Ich erklaerte mich dazu bereit, aber ein wenig Zweifel blieb in mir, ob es nicht wieder nur in eine bestimmte Richtung gehen wuerde.
Gestern bekam ich die DVD und war begeistert.
Helmut Simon und seinem Filmteam ist es gelungen, einen ausgewogenen Film ueber den Alltag von Deutschen in Israel zu machen.
12 Menschen - unter anderem ich - die sich nicht untereinander kennen, beschreiben in den Interviews ihre Gruende, warum sie in Israel leben, ihre Schwierigkeiten und ihren Alltag. Und bei allen steht die tiefe Liebe zum Land ins Gesicht geschrieben. Eine liebevolle Ode an das kleine Land Israel, mit unglaublich schoenen Perspektiven und Einblicken, mit einer Filmmusik, die genau zur Stimmung passt. Trotz der spuerbaren Israelliebe von allen Protagonisten ist der Film nicht von "Naivitaet" gepraegt. Jeder der Interviewten ist sich durchaus der grossen Probleme bewusst, die es in Israel jeden Tag zu bewaeltigen gilt, und doch lieben sie es, dort zu leben.
Es kommen die Konvertiten zu Wort, sowie ein Arzt, der schon Jahre im Hadassah-Hospital Ein Kerem arbeitet, und sich nicht vorstellen kann, wieder eines Tages zurueck zu gehen, eine gleichgeschlechtliche Beziehung einer Deutschen mit ihrer israelischen Partnerin und eine Austauschstudentin in Haifa, eine Frau aus Oesterreich und eine Deutschlehrerin in Jerusalem.
Noch nie habe ich einen solch authentischen Film zum Thema "Leben in Israel" gesehen.
Und das Beste - der Nachwuchsregisseur hat den Film auf dem juedischen Filmfestival in Saarbruecken vorstellen koennen, das Kino war bis auf den letzten Platz besetzt und die Zuschauer waren erstaunt und hocherfreut, dass sich jemand einmal dieses Themas annimmt, Deutsche, die mit Israelis zusammen wohnen.
Es gibt konkrete Plaene, den Film im Januar (zwischen dem 21.- 25. 2012) in Israel zu zeigen, in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv. Darueber hinaus kann man nur hoffen, dass er auch in einem deutschen Fernsehsender gezeigt wird.
Alle Achtung, Helmut! Du hast einen wunderbaren Beitrag zum Thema Israel (wie es die Menschen nicht oft gezeigt bekommen) hinbekommen! Und ich bin stolz, dabei gewesen zu sein.


Freitag, 18. November 2011

Shabbat shalom

Shabbat Shalom an alle Leserinnen und Leser. Ich wuensche allen ein besonders spirituelles Shabbatvergnuegen, mit gutem Essen, interessanten bereichernden Gespraechen und lieben Menschen.
Und falls sich jemand nicht in Gesellschaft befindet, so soll er daran denken, dass ein Jude nie allein ist, dass G-tt immer dort zu Gast ist, wo man ihn am noetigsten braucht, um eine gesegnete Shabbatstimmung zu erleben. Ein sehr intimes Beisammensein nur mit IHM, kann so bereichernd und trostreich sein, wie ein festliches Essen bei Freunden.
Ich wuensche uns einen Shabbat voller Frieden, fuer das Volk Israel und fuer die ganze Welt.
Moege der Ruhetag, der mehr als nur ein Ruhetag ist, uns innerlich staerken, und uns zu uns selbst zurueckfuehren.
Shabbat shalom!

Donnerstag, 17. November 2011

Die beliebtesten Vornamen in Israel

Die fuenf beliebtesten Vornamen, die Eltern ihren Kindern in Israel zurzeit geben, sind wie folgt

bei Maedchen

1. Noa
2. Shira
3. Maaya
4. Tamar
5. Yael

bei Jungen

1. Noam
2. Itai
3. Uri
4. Yehonatan (Jonathan)
5. Daniel

wie heute die israelische Zeitung "Israel hayom" veroeffentlicht.

Dienstag, 15. November 2011

Es lohnt sich, zu hoeren, was dieser Mann zu sagen hat!

Ich moechte euch bitten, dieses Video anzuschauen. Ihr werdet nicht glauben was ihr hoert und seht.
Es handelt sich um einen Vortrag auf dem Israel-kongress in Frankfurt. Und der Sprecher - einer, der Israel unterstuetzt, aber auch der Sohn eines der Gruender der Chamas, Scheich Chassan Yussuf.

Viel Staunen beim Hoeren.

HIER ist der Link

Samstag, 12. November 2011

Macht der Glaube an G-tt unfrei?

Sind wir, die wir an die Hand G-ttes glauben, die uns fuehrt, schwache Persoenlichkeiten? Oder gar einfaeltig und dumm?
In den letzten Jahren habe ich unzaehlige Behauptungen von nicht religioesen Menschen hoeren muessen, die mich stets erstaunt zurueckliessen.
Jemand sagte mir vor langer Zeit, seiner Meinung nach, benoetige man, wenn man eine starke Persoenlichkeit hat, keinen Glauben an G-tt.
Interessant sind fuer mich die Formulierungen besagter Menschen und die Umkehrschluesse, die ich dann daraus zog. Denn so direkt moechte einem dann doch keiner an den Kopf werfen, man sei eine schwache Persoenlichkeit.
So auch der Umkehrschluss, den ich aus der letzten Aussage zog. Wenn alle diejenigen, die starke Persoenlichkeiten sind, nicht an G-tt glauben "muessen", sind wir, die wir an G-tt glauben dann alle schwache Persoenlichkeiten, die sich an etwas festhalten muessen?
Die naechste Aussage lautete: Menschen, die an G-tt glauben, sind oft einfaeltig, gebildete Menschen "erkennen", dass es keinen G-tt geben kann.
Nachdem ich diese Aussage hoerte, achtete ich besonders auf intelligente Menschen, und habe Oberaerzte vor ihrem Dienst beten sehen, und Astrophysiker, die nun wirklich Grund genug haetten, G-tt und das unendliche Weltall nicht vereinbaren zu koennen, hoerte ich sagen, dass gerade sie sich die Welt ohne G-ttes Eingreifen nicht vorstellen koennen.
Einer der sehr gebildeten Menschen des fruehen Mittelalters, Moshe Ben Maimon, der "Maimonides", versuchte, Philosophie und Religion (das Judentum) harmonisch zu verbinden, und bewies dies in seinem Buch "Fuehrer der Unschluessigen" auf wunderbare Weise.
Die dritte Behauptung, Menschen, die das Judentum religioes ausleben, seien unfrei, (wohl aufgrund der vielen Ge-und Verbote) habe ich mehrfach gehoert und erst in der letzten Woche sprach ich mit einer Frau, die mir auf die Frage, ob sie an G-tt glaube, folgendes sagte: "Nein, ich glaube immer weniger an G-tt. Je freier ich werde, desto weniger brauche ich eine Religion, einen G-tt. In hohem Masse bin ich von meinem Mann beeinflusst worden, denn stets habe ich seine grosse Freiheit bewundert. Er war frei von jeglicher politische Einstellung, jeder Bindung an eine Religion. Und ich - ich habe dann zu mir selbst gefunden, im Laufe der Zeit, und brauchte dafuer keine Religion."
Soll heissen, manche Menschen finden mit Hilfe der Religion zu sich selbst, und andere sind so starke Persoenlichkeiten, dass sie das "nicht noetig haben"?
Und wie frei kann man sich fuehlen ohne G-tt?
Ich versuche mich hineinzudenken, in diese Sichtweise, und natuerlich faellt mir das schwer. Die grosse Freiheit, ohne G-tt. Ich kann tun und lassen, was ich will, ich bin niemandem Dank schuldig, denn alles, was ich erreicht habe, habe ich durch meiner Haende Werk erreicht. Ich habe aber auch niemandem, zu dem ich in grosser Not flehen kann. Aber das brauche ich auch nicht. Denn jeder kann sich schliesslich selbst helfen.
Es gibt nichts ueber mir und niemanden, der die Geschehnisse lenkt, aber auch keine Hoffnung. Ausser der Hoffnung auf meine eigenen Kraefte.
Ich kann nur sagen, dass ich mich keinesfalls unfrei fuehle, oder als schwache Persoenlichkeit, und wenn ich immer wieder von geistigem Reichtum spreche, dann ist das auf das Judentum bezogen, was mich in den letzten Jahren nicht gerade beschraenkt hat, im Gegenteil.
Sicher muss ich die Einstellung nicht religioeser Menschen respektieren, ich kann mir nur fuer mich nicht mehr vorstellen, so zu leben. Fuer mich wiederum waere das Leben dann um ein Vielfaches "aermer".
Eine Frage stelle ich mir jedoch dennoch: Warum koennen Mensche, die nicht an G-tt glauben, dies nicht einfach ohne Kommentar so sagen?
Ich glaube nicht an G-tt. Punkt.
Warum muessen sie hinzufuegen, wie frei und persoenlichkeitsstark sie doch sind und dass sie Religion und G-tt "nicht brauchen?"
Steckt nicht in diesen Aussagen versteckt auch eine (Ab-)Wertung?

Eine gute Woche wuensche ich, die fuer mich jedenfalls nicht anders als mit IHM weitergehen wird. G-tt sei Dank!

Freitag, 11. November 2011

Gastfreundschaft - Hachnassat Orchim

Die Parasha dieser Woche handelt von der grossen Gastfreundschaft Awrahams. Seine Gastfreundschaft war auf der hoechsten Stufe, die es geben kann, denn, als er im Eingang seines Zeltes sass, nach seiner Beschneidung, so erzaehlt die Tora, hatte G-tt ihm ein wenig Ruhe goennen wollen, um sich zu erholen. Da er aber eine so unglaubliche Freude hatte, Gaeste zu bewirten, fehlten diese ihm und er hielt Ausschau nach moeglichen Vorbeiziehenden. Da schickt ihm G-tt die drei Engel, verkleidet als Araber. Als er sie sieht, laeuft er ihnen entgegen und laedt sie ein. Er wartet nicht, ob sie zu ihm kommen, sondern er holt sie zu sich hinein.
Das zeigt uns, welch eine grosse Mizwa die Gastfreundschaft ist. Und - wie es auch heisst, - ist diese Mizwa vor allem eine fuer den Gastgeber. Wie kann das sein, der Gast profitiert doch davon?

Ich selbst bin in Israel der hoechsten Stufe der Gastfreundschaft begegnet, die ich jemals erlebt habe.
Immer wurde gefragt, ob ich auch versorgt bin am Shabbat, ob ich nicht alleine sein muss. Stets hatte ich drei oder mehr Einladungen gleichzeitig, und musste oft absagen.
Und nach meiner Operation sprach ich mit meiner nicht religioesen Nachbarin, die mich bat, ihr einen Einkaufszettel zu machen, damit sie mir etwas mitbringen kann.
Als ich sagte, ich wuerde das schon versuchen, und kaeme auf sie zurueck, wenn es noetig sei, stellte sie sich empoert vor mich hin:" Du sollst wissen, " so sagte sie, " dass du UNS davon abhaeltst, eine Mizwa zu tun (eine gute Tat), wenn du uns nicht fragst, gib uns also bitte die Gelegenheit dazu!"
Ich war platt. So hatte ich das noch nicht gesehen.
Und heute steht im Wochenblatt von Juefo das Gleiche im Bezug auf Gastfreundschaft, die in erster Linie sogar, dem Gastgeber "nuetzt". Auf diese Weise kann er die Mizwa befolgen, die eine der groessten im Judentum darstellt.
Eine Freundin aus Jerusalem sagte mir, sie habe schon im Elternhaus erfahren, was Gastfreundschaft ist, aber auf eine ganz natuerliche Weise, denn fuer sie als kleines Kind schon war es normal, dass immer jemand mit am Shabbattisch der Eltern sass, Soldaten, die niemanden hatten, bei denen sie essen konnten, oder auch Neueinwanderer, die sie in der Synagoge mitgenommen hatten.
Auch heute ist es in den meisten Synagogen so, dass nach dem Gebet die Familien genannt werden, die sich an diesem Shabbat bereit erklaert haben, zu bewirten. Man kann sich dann - falls man noch keine Einladung hat - draussen an einem Treffpunkt mit ihnen treffen und geht gemeinsam dann zum Gastgeber nach hause.

An der Kotel gibt es einen Rabbiner, Machlis, der den spaetesten Minjan hat, ca. gegen Mittag macht er Kiddush fuer alle, sagt ein paar Worte zur Parasha und laedt dann alle ein, mit ihm nach Hause zu gehen. Wirklich ALLE, die wollen. Er fragt nicht nach Religion, oder ob jemand Jude ist, es gibt an seinem vollen Tisch nur eine Bedingung, dass nicht ueber Politik gesprochen wird und gegenseitiger Respekt herrscht.
Er hat das Gebot Chessed leOrchim auch verinnerlicht.

An meinem letzten Shabbat im Kreise der Freunde, bedankte sich eine Freundin bei mir, dass alle durch mich, als Neueinwanderer wieder verstaerkt das Gebot der Gastfreundschaft ausfuehren DURFTEN.
Dies ist gleichzeitig, wie ich finde, eine angenehme Art, dem Gast nicht das Gefuehl zu geben, dass er staendig "nimmt". Auf diese Weise gibt er sogar dem Gastgeber etwas.
Shabbat shalom!

Donnerstag, 10. November 2011

Das Lied der Graeser - שירת העשבים

Ein wunderschoenes Lied, komponiert von Naomi Shemer nach dem Text von Rabbi Nachman, findet ihr HIER, sowie den hebraeischen Text dazu.



Wisse, dass jeder einzelne Hirte seine eigene Melodie hat,
wisse, dass ein jedes Gras seine ganz eigene Melodie hat,
und aus dem Lied der Graeser, ist die Melodie der Hirten gemacht.

Wie schoen,
wie schoen und wie angenehm ist es,
wenn man ihr Lied hoert,
sehr gut ist es, zwischen ihnen zu beten
und mit Freude G-tt zu dienen.
und das Herz fuellt sich mit dem Gesang der Graeser,
und sehnt sich

und wenn das Herz sich mit dem Gesang fuellt,
und sich sehnt nach Eretz Israel
wird ein grosses Licht angezogen und
kommt zu ihm von der Heiligkeit des Landes

und aus dem Lied der Graeser
wird eine Melodie des Herzens gemacht.

ביקור בירושלים - הביתה לשבוע

כמעט 8 חדשים חלפו, מאז שירדתי מהארץ ועדיין אני חשה ניכור גדול. הרבה דברים חסרים לי פה, אם זה האווירה המסוימת, שבירושלים או החברים שהם נאמנים עד עתה. אנו מדברים כל יום בטלפון או מתכתבים במייל. זו נחמה מאד משמעותית עבורי. יתרה מזו, בגרמניה מאד קשה, לקנות אוכל כשר. יש בקהילה חנות קטנה, שבה ניתן להשיג כמה דברים, אבל ביוקר. כתוצאה מכך מומלץ, לקנות הרבה ירקות ופרות, אך לא תמיד מתחשק לי. בעבודה גם צריך איכשהו להסתדר. אני לוקחת את הכלים משלי לעבודה. אבל כשמחליטים, לצאת לאיזשהי מסעדה יחד, צריך לעשות פשרה, לאכול סלט קטן או משהו אחר לפחות ללא בשר. ללכת למסעדה לצמחונים זה גם פשרה. אבל כמו בירושלים, סתם ללכת לסופר - זה לא ניתן בגרמניה, בשום עיר. גם בברלין, אומנם יש שם הרבה יותר אפשרויות לקנות מוצרים כשרים, זה לא מקובל בשום מקום בשום סופר. אבל נעזוב לרגע את האוכל, ונפנה אל המזון הרוחני. זה לדעתי העיקר, כמו שנאמר :"לא על הלחם בלבדו יחיה האדם"
אכן, יש שיעורים בודדים, בפרט אצל החב"דניקים, והם עושים מאמץ גדול, על מנת לתת לנו את האפשרות ללמוד ולהתקדם בלימוד תורה. אבל - בהשוואה לירושלים זה כמובן כלום.
ואם אתה תרצה לשוחח עם מישהו על ההתרחשויות בארץ, תחפש בחינם, עם אנשים בגרמניה בדרך כלל אי אפשר לדבר בצורה רגילה. אתה תכיף תרגיש את ההתנגדות כלפי ישראל. עדיף לשתוק ולדבר אך ורק עם האנשים בקהילה על כך. זה חוסך לך את האכזבה. לאמיתו של דבר, צריך גם להדגיש, שמבחינה כלכלית נוח לחיות דווקא בגרמניה. דירות יפות תמורת שכירות ממש הוגנת, החיים היומיומיים הם בדרך כלל גם הרבה יותר זולים והמשכורות יותר גבוהות מאשר בישראל. בלבד הנסיעות באוטובוס או ברכבות הן הרבה יותר יקרות בגרמניה.
או טוטו אני עומדת לנסוע לישראל, בסוף החדש ומצד אחד אני מאד שמחה, להתראות עם כל החברים שלי ולנשום את האוויר שבירושלים, מאידך אני קצת מפחדת מהתחושה לשהות שם כמעט כמו "תיירת". הייתי שם איכשהו חלק מהמציאות בירושלים, ועכשיו אני לא יותר שייכת, רק שייכת בליבי.

Iran voller Hass - und die Welt schaut weg

Der Iran faehrt fort, Israel mit "Vernichtung" zu drohen. Israel hat es nun schwarz auf weiss, was immer schon klar war: Der Iran baut an der Atombombe. Wer jetzt, nach dem Bericht der IAEA erstaunt ist, war vorher naiv. Einerseits in einer derartigen Art wiederholt Hass zu predigen, und immer wieder mit der Zerstoerung des "zionistischen Freindes" zu drohen, und andererseits Urananreicherung zur ausschliesslichen Energiegewinnung nutzen zu wollen - das muss doch auch dem Blindesten merkwuerdig vorgekommen sein. Aber die Welt vergisst, dass der Iran nicht nur Israel gedroht hat, nein, der gesamte Westen ist der Feind und Raketen koennen inzwischen auch Europa erreichen. Die Welt hofft, so meine Annahme, dass der Iran sich erstmal auf Israel konzentriert, und sie (die Welt)sich im Fernsehsessel zuruecklehnen kann, um bei Chips und Bier der Zerstoerung der restlichen Juden zuzuschauen. Nicht selten habe ich von Arabern in Israel den Satz gehoert: "Hitler hat seine Arbeit nicht gruendlich genug gemacht. Aber wir moegen die Deutschen doch, denn sie hatten die richtige Idee!"
Nur, der Fernsehsessel wird nicht lange so gemuetlich bleiben, denn schnell wird der Iran sich auch daran machen, den suendigen Westen zu vernichten. Wir sehen es ja jetzt schon am "arabischen Fruehling", der uns mittlerweile schon bei zwei Laendern zeigt, dass es nicht etwa in Richtung Demokratie und Freiheit geht, sondern eher Richtung Islam. Selbst diese Laneder selbst haben Angst, dass nun die Sharia auf den Strassen regiert.
Was also soll man nun tun, da der Bericht der IAEA vorliegt? Ihn ignorieren und die Augen ganz fest zumachen? Hoffen, dass es "nur" Israel trifft? Oder sich zusammentun, als freie demokratische Gesellschaften, sich nicht durch Oel erpressen lassen und einen Militaerschlag zumindest nicht so wegzubuegeln, wie es Westerwelle tat?
Ich meine Krieg ist das letzte Mittel, aber selbst bei haerteren Sanktionen spielt ja bereits Russland nicht mit. Auch dort sieht man, wer im Ernstfall den Iran unterstuetzen wuerde, um Kampf gegen den Westen.
Was genau zu tun ist, weiss sicher niemand, aber den Kopf so tief in den Sand zu stecken, dass man erstickt, wird auch nicht helfen.

Mittwoch, 9. November 2011

9.November

Kristallene Nacht

Kalt ist die Nacht
Und das Herz
Kalt
So kalt ist geplant,
Was flammenhell lodert.
Scherben,
Feuer und ein Schrei
Angst in den grossen Augen
Wovor?

Niemand weiss, wohin,
Und warum?
Es gibt kein weil,
Oder weil du bist?

Was ist anders an dir?
Du lebst,atmest
Du rennst
Wohin?
Niemand weiss.

Kalt ist die Nacht
Und die Herzen so kalt.

(Noa A.)

Erinnerung an den Mord an Rabin - und wie sieht es heute aus?

Heute morgen hoerte ich ein Interview, was von Galei Zahal mit Jitzchak Rabin gefuehrt wurde am Tag vor seinem Mord. Er wurde gefragt:" Haben Sie in diesen Tagen keine Angst? Sie hoeren die Reaktionen, die Bedrohungen"
"Nein, ich habe keine Angst, ich habe alle Leute, die mir gegenueber etwas zu sagen hatten, sprechen lassen und sie angehoert. Aber ich lasse mich nicht zum Schweigen bringen. Nein, ich habe keine Angst."

Wie furchtbar. Ein paar Tage spaeter bringt ihn einer seiner juedischen Brueder zum Schweigen. Fuer immer.

Sinat chinam (grundloser Hass, auch "ueberfluessiger Hass") unter uns Juden. Sinat chinam war wohl auch der Grund der Zerstoerung des Tempels. Und Sinat chinam sehe ich wachsen in der israelischen Bevoelkerung zurzeit, gleichzeitig mit der Bedrohung von Aussen, aus Richtung Iran.
Unsere Feinde haben es immer leichter mit uns gehabt, wenn wir nicht wie ein Block dastanden, beieinander, miteinander, ein Volk mit einem Herzen. Einer der Buerge fuer den anderen.
So sollte es sein, so ist es nicht.
Stattdessen beschimpfen sich Juden, nicht richtige Juden zu sein, fangen an extremer gegen die nicht religioese Bevoelkerung einen Kampf anzuzetteln, der nicht sein muss, der diejenigen, die vielleicht zarte Schritte in Richtung Religion gehen wollten, eher zurueckschreckt.
Statt zu kaempfen dafuer, dass eine Strassenseite nicht von Frauen benutzt werden darf, sollten wir uns nicht selbst fragen, ob wir schon die Forderung erfuellt haben, die an uns gestellt wird? Den naechsten zu lieben wie uns selbst?
Entgegen christlicher Behauptungen, dass dieser Satz von Jesus erfunden wurde, steht dies schon in der Tora und ist ein oberstes Gebot im Judentum.
Respekt vor dem anderen Menschen, Achtung, weil das Gegenueber auch ein Geschoepf G-ttes ist. Auch dieser Mensch neben mir wurde erschaffen von G-tt. Er ist genauso wichtig wie ich.
Aber stattdessen wird darum gekaempft, dass mein Standard zum allgemeinen Gebot im Staate Israel wird. Gekaempft.
Ein wenig Gelassenheit und Vertrauen, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg hat vor und mit G-tt, wuerde uns mehr zu uns selbst fuehren. Es gibt bei jedem von uns noch genug zu verbessern, ein ganzes Leben reicht nicht dazu aus, unsere Eigenschaften zu verbessern.
Fangen wir gleich heute damit an, einmal nur das Gute im Anderen zu suchen.
Amen!
Und so wird uns der Iran auch nichts anhaben koennen!

Mittwoch, 2. November 2011

Antisemitismus? Nicht bei uns - oder etwa doch?

Freunde und Bekannte behaupten, das kann nicht sein. Es gibt keinen Antisemitismus in Deutschland, Juden sind paranoid, was das angeht.

Nun haben wir es also doch schwarz auf weiss, denn ein Expertenkreis, der im Jahre 2009 von der Bundesregierung eingesetzt wurde, um verstaerkt gegen Antisemitismus vorzugehen, veroeffentlicht seinen ersten Bericht. (HIER der Bericht bei n-tv)

Demnach seien "Judenfeindliche Einstellungen in erheblichem Umfang in der deutschen Gesellschaft verankert" und der "Hass auf Juden bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitet".

Auf dem Fussballplatz schon selbstverstaendlich, dass man jemanden mit "Jude" beschimpfen kann und tatsaechlich juedische Spieler beleidigt werden.

Nach Einschaetzung der Experten basiert dieser Hass auf Juden auf Unwissen, Vorurteilen und tief verwurzelten Klischees.

Deutschland haelt jedoch "nur" den Mittelplatz, im europaweiten Vergleich, erreicht aber hoehere Werte als z.B. Grossbritannien, die Niederlande und Frankreich und das, obwohl sich Deutschland scheinbar immer wieder mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit aktiv auseinandersetzt.

Das scheint nicht davor zu schuetzen, nicht auch weiterhin seinen eigenen Vorurteilen nachzugehen.

Unwissen in der deutschen Bevoelkerung, was Juden und juedisches Leben betrifft, kann ich nur immer wieder bestaetigen. Aber auch vielfach ein Nicht wissen wollen, oder nicht umdenken wollen. Man hat es sich so bequem in seiner Position gemacht, dass es schwer scheint, den Blickwinkel zu veraendern, oder mindestens etwas mehr darueber zu erfahren, was denn Judentum eigentlich bedeutet.

Dabei gehen - nach meiner Einschaetzung und meiner Erfahrung - noch viele davon aus, dass es "den Juden" gibt, der mit Schlaefenlocken und Hut durch die Stadt laeuft. Dass zunaechst einmal eine Mehrheit der Juden gar nicht religioes lebt, wissen die wenigstens und dass man es Juden meistens nicht ansieht, dass sie Juden sind, ist ebenfalls nicht bekannt. Dass es Juden gibt, die Schweinefleisch essen, und normale Geschaeftsleute sind, auch dass es - man hoere und staune - sogar arme Juden gibt, die nicht das Glueck hatten, Rothschild zu heissen, ist wenig bekannt.

Dass es weisse Juden gibt, aus Deutschland, Polen und Russland, und dass es schwarze Juden aus Aethiopien gibt, ja sogar Juden, die arabisch sprechen und aus dem Iran, dem Jemen und Aegypten stammen, ist ebensowenig bekannt, wie die Tatsache, dass es nicht "das" typische juedische Gericht gibt, sondern dass viele Juden aus unzaehligen Laendern der Erde ihre Essensgewohnheiten mit nach Israel brachten, um sie dort zu einem unvergleichlichen Reichtum und "Gemisch" zu vereinen.

Nicht jeder Jude kennt die Tora in-und auswendig und nicht jeder Jude ist ein guter Mensch. Juden sind Menschen wie jeder andere auch, und seine Charakterzuege variieren von bescheiden, hilfsbereit und gastfreundlich bis hin zu cholerisch, wuetend, ungerecht und sogar gewalttaetig. Ja, Juden sind Menschen.

Juedische Frauen tragen manchmal Kopfbedeckungen und manchmal auch Minirock und tiefe Ausschnitte. Nicht jeder Jude traegt einen langen Bart und hat eine Kippa oder einen Hut auf dem Kopf, nein, es ist sogar die Minderheit.

Im letzten Monat hoerte ich von einem Bekannten einen Satz, der wohl mehr ueber Vorurteile Juden gegenueber sagt, als alle anderen Meinungen.

Er sagte: "Ich habe durch Zufall in meinem Bekanntenkreis auch einen Juden. Ist aber ganz nett."

Dienstag, 1. November 2011

Gilad Shalit und Birkat haGomel?

Ein Rabbiner schrieb in der letzten Woche einen Kommentar zur Rueckkehr von Gilad Shalit im Zusammenhang mit der Parashat HaShavua.
Er brachte seine "Enttaeuschung" zum Ausdruck darueber, dass es nach erfolgter Rueckkehr von Gilad, der Familie bislang nicht fuer richtig erschien, eine Art symbolische Geste an unser - wie er es nennt - "juedisches Erbe, zu widmen, wie z.B. ein "Kuss" an der Kotel, oder das Birkat Gomel (ein Segensspruch, den man sagt, wenn man aus Lebensgefahr gerettet wurde, Frauen, die ein Kind geboren haben, sprechen ihn, oder auch nach einem Flug wird er gesprochen, nach einer schweren Operation usw...). Auch ein Shehechejanu waere denkbar gewesen. (...ein Segensspruch, ...."der uns diesen Tag hat erleben lassen...").
Die Eltern sind nicht religioes, Gilad auch nicht, also warum sollte Gilad einen Segensspruch oder einen Dank zum Himmel schicken?
Besagter Rabbiner fuehrt weiter an, er komme ueberhaupt erst auf diese Idee, aufgrund einer Veroeffentlichung, wonach Noam Shalit, der Vater von Gilad, als "Seelenfreund" von Rabbiner Ovadia Josef bezeichnet wird.
Haette dieser Seelenfreund nicht auf die Familie Shalit einwirken koennen, dass sie eine Geste dieser Art ausfuehren, nach erfolgter gluecklicher Rueckkehr des Sohnes?
Oder ist die Tatsache, dass eben in dieser Hinsicht nichts dergleichen bekannt wurde, nur ein Ausdruck absoluter Ehrlichkeit? Man glaubt nicht an G-ttes Eingreifen in unsere Welt oder an seine Hilfe und will auch nichts vorheucheln. Der Rabbiner drueckt dies als "Echad bePe uechad balev", aus, was soviel heisst wie "Was im Herzen ist und was aus dem Mund kommt, ist eines.." Das, was ich denke udn glaube, stimmt mit dem ueberein, was ich von mir gebe und dort ist kein Platz fuer Heuchelei.
Ist dies Ignoranz oder einfach Ausdruck dessen, woran die Menschen glauben oder eben nicht?
Was meinen die Leser dazu?

Ich selbst denke, dass die "Seelenfreundschaft" zu Ovadia Josef wohl aus einer absoluten Hilflosigkeit geboren wurde, aus einer ausweglosen Situation, in der man jeden Wuerdentraeger, der irgendeinen Einfluss haben koennte auf den "Deal", um Hilfe bittet. Dort mag die Familie Shalit auf Verstaendnis und auf Hilfsbereitschaft gestossen sein, was sie aber nicht nun ploetzlich zu glaeubigen Menschen macht, die zur Westmauer rennen, um dort einen Dankeskuss auf die Mauern zu druecken.
So ist das Leben, die einen glauben an G-tt, die anderen denken, dass es ausschliesslich die Menschen sind, die an Entscheidungen und Schicksalswendungen beteiligt sind und die sich gegenseitig unterstuetzen und helfen, oder sich zerstoeren auf die grausamste Art und Weise.
Man sollte es einfach respektieren, und falls man als glaeubiger Mensch das Beduerfnis verspuert, ein eigenes Gebet zum Himmel schicken, um fuer die Rettung des Soldaten Gilad Shalit aus groesster Gefahr, zu danken.
Auch das geht aber - meiner Meinung nach - in Privatheit und Bescheidenheit, ohne es an die grosse Glocke zu haengen.

Mein Eintrag vom 22.12.09 "lief mir ueber den Weg"

Was ist so besonders daran, als Jude in Israel zu leben?
Meine aeltere Dame, die ich betreue, wollte heute morgen unbedingt fernsehen. Wir schalteten uns in ein Programm, was eine Unterrichtsstunde zum Thema "Judentum in Israel und in der Galut (Diaspora)" uebertrug.
Dort wurde den Schuelern die Frage gestellt, warum es so besonders ist, in Israel leben "zu duerfen" als Jude.
Das sogen. Rueckkehrrecht ermoeglicht jedem Juden auf der ganzen Welt, zu jeder Zeit "nach Hause" zu kommen. Jeder Jude soll in Israel eine Heimat haben, eine Zuflucht vor allen Anfeindungen, die es leider ueberall auf der Welt immer noch gegen Juden gibt.
Was ist so besonders daran, in Israel zu leben? Wurden die Schueler gefragt. Der Lehrer erzaehlte von einem Erlebnis in Europa. " Es wurde extra ein Mensch vor die Synagoge gestellt, " so seine Schilderung, " der alle Maenner daran erinnern sollte, auf dem Heimweg die Kippa wieder abzunehmen."
Das Judentum sagt, man muss sich nicht in Gefahr begeben. Sich als Jude zu erkennen zu geben, in der Galut, kann eine Gefahr bedeuten. Noch immer gibt es Judenhass und Antisemitismus.
Das Besondere an Israel ist, dass wir hier "unter uns" leben koennen. Hier sind wir einer unter vielen. Hier ist eine Kippa kein "Hingucker", in welcher Art auch immer, hoechstens fuer nichtjuedische Touristen.
Wir haben ein eigenes, wenn auch sehr sehr kleines Land. Und selbst dieses kleine Land - wirklich nicht der Rede wert, wenn man es auf der Weltkarte im Vergleich sieht - wird immer noch staendig von Hassern mit Raketen, oder mindestens mit attackierenden Worten angegriffen. Selbst in diesem winzigen Land kann man Juden nicht in Ruhe leben lassen.
Einmal, so der Sprecher, sei er in Amerika gewesen und ein befreundeter Nichtjude habe ihn zu seinem Globus gebeten. " Ich mag die Juden!" sagte er, "aber, kannst du mir bitte einmal auf dem Globus zeigen, wo ihr lebt? Wo liegt Israel eigentlich? Ich kann es beim besten Willen nicht finden..."
Sein Freund zeigte hilfsbereit auf das kleine Fleckchen, was Israel heisst, aber - sobald er dorthin zeigte, war es bedeckt mit dem Teil des Zeigefingers, und so musste er mehrmals dorthin zeigen, bis sein Gegenueber entdeckte, wo Israel zu finden ist.
Ist es nicht merkwuerdig, dass das kleine Fleckchen Erde, auf das sich Juden zurueckgezogen haben, um in Frieden zu leben, immer wieder in den Schlagzeilen der Welt zu finden ist, obwohl es auf der Weltkarte von einem Bruchteil des Zeigefingers bedeckt werden kann?

In einer Synagoge, irgendwo in Haifa...

In einer Morgensendung berichtet der Moderator folgendes:

In einer Synagoge in Haifa erscheint ein Mann, den niemand zuvor dort gesehen hat zum Gebet. Zum Zeitpunkt, bei dem die Tora aus dem Aron haKodesh genommen werden soll, bittet er darum, den Schrank öffnen zu dürfen. Die Umstehenden sagen, dass das nicht geht, weil er "kein Jude" sei. Er sagt, er sei doch Jude. Er wird gebeten sich als Jude "auszuweisen", und da das alles sozusagen im Gebet stattfindet, hat er selbstverstaendlich kein Dokument dabei, um sich als Jude auszuweisen. Dann oeffnet er seine Hose, und was er damit "beweisen" will, ist klar, oder?

Die Umstehenden holen die Polizei und er wird wegen "unanstaendiger Handlungen" mitgenommen.

Der Moderator gibt den Umstehenden Recht, sagt, es sei voellig klar, dass man diese Handlung unterbinden muss, gibt aber zu bedenken, ob das, was die Umstehenden vorher verlangt haben, nicht vielleicht auch eine "unanstaendige" Handlung war. Mitten im Gebet, vor allen Leuten ihn blosszustellen? Anzuzweifeln dass er Jude ist, wo er bis dahin dem Gebet folgte, und auch wusste, dass der Toraschrank geoeffnet werden sollte? Er kam zum beten. Punkt.

Und hat nicht etwa "Allah huAkhbar" gerufen und sich verdaechtig benommen.

Ich kann dem Kommentar des Moderators nur zustimmen. Wo werden wir noch hinkommen, auf diese Weise?

Ich wurde uebrigens in Jerusalem in keiner einzigen Gemeinde nach einem "Nachweis" ueber mein Judentum gefragt, und das, obwohl ich "nur" konvertiert bin. Im Gegenteil, es wurde anerkannt, gewuerdigt, - nach meinem Geschmack sogar ueber die normalen Masse - und tief bewundert, dass ein Mensch sich freiwillig dem juedischen Volk anschliesst.

Es kann aber doch auch sein, dass ein bis dahin nicht Glaeubiger einmal das Beduerfnis hat, in eine Synagoge zu gehen, mitzubeten, oder sich einfach dort inmitten der Betenden aufzuhalten, was auch immer. Und - was ist schlimm daran, dass eben nicht jeder regelmaessig die Synagoge besucht, weil er an einem anderen Punkt im Leben steht. Steht nicht schon in unseren "Spruechen der Vaeter" (Pirkej Awot) dass wir jeden "besever Panim jafot" empfangen sollen? (mit einem freundlichen Gesicht)

Schade finde ich es insbesondere, falls solch ein Mensch einen zaghaften Versuch gemacht haben sollte, in Richtung Glauben, und so eine aeusserst unangenehme Erinnerung von Ausgrenzung und Angezweifeltwerden an diese Annaeherung behaelt. Sein Volk, zu dem er wie auch immer gehoert, hat ihn nicht mit einem einladenden Gesicht empfangen und ihn ermutigt.

Das ist eine traurige Entwicklung, die die Menschen eher weiter vom gelebten Judentum entfernt, anstatt sie zusammen zu holen und einzuladen.