Sonntag, 30. Januar 2011

Donnerstag, 27. Januar 2011

Ein Film ueber Channa Szennez

Soeben habe ich einen sehr beruehrenden Film ueber Channa Szenes gesehen, die beruehmte juedische Widerstandskaempferin.

In Budapest geboren, schloss sie sich, als der Antisemitismus in Budapest an Einfluss gewann, einer zionistischen Jugendbewegung an.

1939 verliess sie Budapest nach Palaestina, das unter britischem Mandat stand. Sie besuchte eine Landwirtschaftsschule und wohnte im Kibbutz Sdot Yam.

1943, als bekannt war, was mit den europaeischen Juden passierte, meldete sie sich freiwillig, um Juden zu retten, unter anderem wollte sie ihre Mutter nach Palaestina in Sicherheit holen. Mit 32 anderen Ausgewaehlten sprang sie 1944 mit dem Fallschirm ueber Jugoslawien ab. Nachdem sie Ungarn erreicht hatten, wurde sie verhaftet und gefoltert, um den Code der geheimen Rundfunkverbindung preiszugeben. Sie verriet ihn selbst dann nicht, als die ungarische Polizei ihre Mutter in die Zelle brachte, und damit drohte, auch sie zu foltern.

Vor Gericht gestellt, verweigerte sie eine Entschuldigung und stand zu dem, was sie getan hatte.

Sie wurde am 7. November 1944 hingerichtet. Eine Augenbinde lehnte sie ab, um ihren Moerdern in die Augen zu sehen. Sie starb im Alter von 23 Jahren.

"Es gibt zwei Lieben in mir" sagte sie einmal, "die Liebe zum Land Israel, und die Liebe zu meiner Mutter.."


Nach ihrem Tod wurden ihre literarischen Werke entdeckt, Gedichte und ihr Tagebuch, das sie seit dem 13. Lebensjahr schrieb.

Es wurden mehrere Gedichte vertont, unter anderem dieses schoene Lied (HIER zu hoeren)

Mein G-tt, mein G-tt,

dass niemals enden moege der Sand und das Meer, das Rauschen des Wasser, der Blitz am Himmel und das Gebet des Menschen..

(Eli, Eli, shelo jigamer leOlam

haChol vehaJam, rishrush shel haMajm, Berak haShamajm, Tfilat haAdam...)


Eines ihrer schoensten Gedichte schrieb sie im Gefaengnis:

Gesegnet das Streichholz, das sich verbraucht, indem es die Flamme entzündet.
Gesegnet die Flamme, die immer brennt in den innersten Winkeln des Herzens.
Gesegnet das Herz, das Würde bewahrt auch in seiner letzten Stunde.
Gesegnet das Streichholz, das sich verbraucht, indem es die Flamme entzündet.

Und noch ein Musikvideo von Yizhar Cohen

HIER noch ein musikalischer Leckerbissen von Yizhar Cohen: Ha Krav haAcharon, die letzte Schlacht.

Viel Spass beim Hoeren!

Ilanit - Ruach azuv

HIER koennt ihr eines meiner Lieblingssongs hoeren, aus alten Zeiten, die ich nie erlebt habe, deren Stimmung mich aber so beruehrt, als koenne ich mich erinnern.

Ruach azuv, trauriger Wind.

Maariv - Abo-angebot Nr. 2

Mein zweites Angebot von Maariv liegt vor. Die Wochenend-ausgabe, nach Deutschland geschickt, soll fuer ein halbes Jahr 890 Shekel kosten, das sind ein paar EUR weniger als bei Haaretz.

Meine Vermutung: die Verzoegerung durch die Verschickung wird wohl wesentlich mehr als eine Woche sein, wenn ich bedenke, wie lange die Post zu meinen Kindern unterwegs ist.

Zeitungen und Buecher in hebraeischer Sprache - was ist moeglich in Deutschland?

Heute habe ich erste Informationen eingeholt, was ein Zeitungs-abo einer israelischen Zeitung nach Deutschland betrifft.

Meine erste Antwort bekam ich von Haaretz (eine linksgerichtete isr. Zeitung). Es gibt die Moeglichkeit des Abos ins Ausland. Kostenpunkt fuer die Wochenend-ausgabe 168 Shekel im Monat (das sind ca. 33 EUR). Die Ausgabe wuerde mit einer Verspaetung von ca. 5-6 Tagen, max. einer Woche bei mir ankommen.

Ein taegliches Abo ist sehr teuer. Es wuerde ca. 600 Shekel (ca. 120 EUR) kosten.

Alle Zeitungen haben ja eine Internetpraesenz, weshalb bei einem Wunsch nach Aktualitaet ein Abo ins Ausland keinen Sinn macht. Bei mir ist jedoch der Wunsch da, eine Zeitung unterwegs mitnehmen zu koennen, und weiterhin moeglichst viel hebraeisches zu lesen. (Ab und zu eine "richtige" Zeitung in den Haenden zu halten, ist schon ein anderes Gefuehl, als vor dem Bildschirm zu "hocken". Dabei ist die Wochenendausgabe meist sehr ergiebig, so dass man schon mehrere Tage etwas zu lesen hat. )

Die Sprache der Zeitung unterscheidet sich dabei schon von der Sprache in der Belletristik oder bei religioesen Buechern.

In Punkto Buecher bin ich auch weiter gekommen. Stimazki hat eine Internetpraesenz, wo man etwas ueber neu erschienene Buecher herausbekommt. Und man kann sich diese dann auch nach Deutschland schicken lassen. Bei einem kleinen Buchhaendler wurde mir gesagt, er verschickt nach Deutschland Buecher zu einem Preis von 9 EUR pro Kilo.

Zurzeit bin ich in meiner Freizeit viel mit Stift und Block unterwegs in den Buchhandlungen. Ich schaue mir neu erschienene Buecher an, lese den Inhalt auf der Rueckseite, und wenn mich ein Buch interessiert, schreibe ich mir Autor und Titel auf. So habe ich bereits mehr als 10 Buecher bisher "gesammelt". Entweder werde ich sie mir in Deutschland dann nach und nach bestellen, oder aber Freunden, die mir eine Freude machen wollen (soll es ab und zu geben...) ein Buch aus meiner Liste mitteilen, worueber ich mich riesig freuen wuerde. Auch als "Mitbringsel" aus Israel fuer mich eignet sich solch eine Liste.

Mehr als ein oder zwei Buecher von hier mitzunehmen, wird keinen Sinn machen, da ich eh nicht weiss, wie ich alles in einen Koffer bekommen soll. Einiges wird erst einmal hier bei Freunden bleiben muessen.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Arabische Welt entdeckt ihr Selbstbewusstsein

Zur Abwechslung scheint sich die arabische Welt jetzt mal um sich selbst zu kuemmern, und nicht immer wieder vorzubeten, dass das groesste Uebel der Welt der Staat Israel ist, und dass, wenn er untergeht, alles gut wird.

Denn das ist es wohl, was die Machthaber ihren Buergern eintrichtern, der Feind ist Israel, befindet sich nicht im eigenen Volk. Ein Ablenkungsmanoever, was aber keine hungrigen Muender fuellt, leider.

Nein, die Unterdrueckung findet im eigenen Land statt, es gibt nichts mehr abzulenken. Die Menschen koennen die Augen nicht mehr schliessen davor, was in unmittelbarer Umgebung passiert. Da nuetzen auch keine Comics mehr, die den Leuten von morgens bis abends den Feind praesentieren, der angeblich kleine arabische Kinder schlachtet.

Es wurde Zeit, und ich freue mich sogar am meisten fuer die Menschen selbst, die jetzt auf die Strasse gehen, gegen Folter, Machtherrschaft, Armut und Arbeitslosigkeit. In Kairo gehen, nach Tunesien, nun auch Menschen auf die Strassen. Stimmen wie: "Bisher waren wir ein Volk voller Angst, es wird Zeit sich das nicht mehr gefallen zu lassen..."

"Der Geist ist aus der Flasche.." so koennte man sagen, und es wird fuer die "Herr-schaften" immer schwerer werden, ihn wieder in die Flasche zu pressen.

Ich hoffe nur, dass die Menschen auf der Strasse einen laengeren Atem haben, als die Machthaber und die Polizei, die gewaltsam versucht, die Aufstaende einzudaemmen.

Mut, Hoffnung und Durchhaltevermoegen - das wird es sein, was die arabische Bevoelkerung brauchen wird in der naechsten Zeit. Und der Lohn ? Freie Menschen in einem freien Land.... aber bis dahin wird noch viel Wasser den Nil herunter fliessen.


Dienstag, 25. Januar 2011

Meine Entscheidung - zurueck nach Deutschland!

Die letzten Wochen waren gepraegt von Gedanken und Ueberlegungen, die nun zu einer Entscheidung gefuehrt haben.

Ich werde Israel im April verlassen, zurueck nach Deutschland gehen, um in der Naehe meiner Kinder zu leben.

"Und was ist mit deinem Traum?" fragt eine Freundin aus Deutschland. Mein Traum, nun, ich habe ihn gelebt, habe gesehen, dass (fast) alles moeglich ist, wenn man nur genug Energie investiert und etwas wirklich will. Ich habe ihn - wenn auch nur kurz - verwirklicht, und bin im Reinen mit meiner Entscheidung.

Meine Kinder haben beide zu Bedenken gegeben, dass sie es nicht gut finden, wenn ich "wegen der Kinder" zurueck komme. Falls ich hier nicht klarkaeme, dann waere das ein Grund. Dazu kann ich nur sagen, ich faende es fast schlimmer, "gescheitert" das Land zu verlassen. Was kann es fuer einen schoeneren Grund als die Kinder geben, und somit 1. aus freien Stuecken diese Entscheidung zu treffen und 2. keinerlei schlechte Erinnerungen oder gar Groll und Frust mit zu schleppen?

Es ist mir unvorstellbar geworden, die Kinder dauerhaft "verlassen" zu haben, auch wenn sie bereits erwachsen sind. Ja, ich weiss, "das weiss man doch vorher!". Anscheinend musste ich es richtig fuehlen, um zu verstehen, was es bedeutet, eben nicht in der Naehe zu sein, wenn eines der Kinder Probleme hat, wobei man gern helfen wuerde.

Ich habe die Kinder nicht gefragt, wie sie dazu stehen, dass ihre Mutter nach Israel geht. Sie hatten kaum eine Chance, sich dazu zu aeussern. Ich habe entschieden und bin ausgewandert. "Die Kinder sind ja erwachsen.." sagten einige Menschen in meiner Naehe.

Gestern sagte mir eine Freundin, dass es bei den chassidischen Juden so etwas wie "letaken" gibt, reparieren, und dass wir doch Zeit unseres Lebens damit beschaeftigt sein sollte, etwas zu reparieren.

Dieser Gedanke kommt dem nahe, was ich fuehle bei meiner Entscheidung. Ich moechte nicht am Ende meines Lebens zurueckblicken und vielleicht gestehen muessen, dass ich alles falsch gemacht habe, dass ich das, was ich geschenkt bekam, die Kinder, nicht wuerdig behandelt habe, dass ich bei der Hauptaufgabe bisher in meinem Leben, naemlich Mutter zu sein, klaeglich versagt habe. Ich moechte versuchen, solange es noch geht, Dinge in Ordnung zu bringen, etwas auszugleichen, wobei ich mir dessen bewusst bin, dass man nichts "ungeschehen machen" kann. Aber das ist auch nicht meine Illusion.

Bereuen kann ich jedoch nicht, dass ich hierher gekommen bin. Ich habe unendlich viel bekommen hier, mir ist gesundheitlich wohl "das Leben gerettet" worden und auch seelisch habe ich eine Menge Unterstuetzung erfahren. Das, was ich in dieser Zeit hier gelernt habe, von der Sprache bis zur Spiritualitaet, von der Kultur bis dahin, mit wenigen Guetern im Leben auszukommen, kann mir sicher niemand wieder nehmen. Ich trage es in mir und nehme es mit.

Und wer weiss - vielleicht hat mich ER, an den ich mit allen Fasern meines Herzens glaube, ja hierher gefuehrt, damit ich in der "Ferne" erkenne, was mir wirklich im Leben das Wichtigste ist.

Es wird eine Menge Dinge geben, die ich sehr vermissen werde. Die Natur, die Voegel und die Baeume, das selbstverstaendliche Ausleben des Judentums und der kosheren Lebensweise, die Menschen hier und die Sonne, das vielseitige widerspruechliche Land und die Schoenheit der Landschaft und der Meere. Und nicht zu vergessen, die hebraeische Sprache. Ich werde versuchen muessen, mir das, was am Wichtigsten ist, auf irgendeine Art mit mir zu nehmen nach Deutschland, in Form von Zeitungen und Buechern in hebr. Sprache, von israelischen Radio-und Fernsehsendern ueber das Internet und natuerlich durch eine schnelle Anbindung an die juedische Gemeinde.

Nicht zu vergessen ist aber auch, dass es Dinge gibt, die ich hier vermisst habe und die ich in Deutschland wieder geniessen kann. Dazu gehoeren der viel geregeltere Alltag, der Umgang mit Wasser, der es erlaubt, auch einmal ausgiebig zu baden, die Tatsache, dass man mehr verdient und bei der Wohnungsfrage weniger ausgeben muss, um gut zu leben.

Ich rechne damit, sicher nicht nur einmal in Deutschland zu sitzen, und in Sehnsucht meinem Israel "hinterher zu jammern", aber das ist auch normal. Um diese Zeiten gut zu ueberstehen, moechte ich mir noch einiges einfallen lassen, wie ich Israel mit in meinen Alltag nehmen kann.


Sonntag, 23. Januar 2011

Freitag, 21. Januar 2011

Sonia Peres ist tot

Die Gattin des Praesidenten Shimon Peres, Sonia Peres ist gestern in ihrem Haus in Tel Aviv tot aufgefunden worden, nachdem auffiel, dass sie nicht wie ueblich die Zeitung vor ihrer Tuer hereinholte und sie Stunden nicht gesehen wurde. Die feine und bescheidene Frau war mit 87 Jahren an einem Herzschlag verstorben.

Laut Aussagen von Freunden, habe sie gewollt, dass Shimon sich aus der Politik zurueckzieht und sich geweigert, mit ihm im Praesidentenpalast in Jerusalem zu wohnen. Ihr gesamtes Leben hat sie sich erfolgreich von Journalisten ferngehalten und nur sehr vereinzelt und nur in einem Interview ein wenig von ihrer Persoenlichkeit und ueber ihr Leben preisgegeben. Sie sprach damals auch ueber ihren Dienst bei der britischen Armee in den 40er Jahren.
Heute frueh um 11h wird sie auf dem Friedhof von Cfar HaNoar in Ben Shemen ihre letzte Ruhe finden.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Sonntag, 16. Januar 2011

Verdächtiges Objekt im Bus...

Ich sitze in der Linie 4a zum Skopusberg, um zur Arbeit zu fahren. Ploetzlich ruft ein Mann: "Fahrer! Moment mal, hier steht ein Einkaufswagen, der zu niemandem gehoert. Der Mann ist ausgestiegen und der Wagen ist hier."
Der besagte Wagen, voll mit irgendwelchem Krimskrams und Flaschen steht in der Mitte des Busses, quasi vor der Tuer.
Der Fahrer steht vor einer Ampel, einige Leute meinen, er solle die Tueren oeffnen. Ich wundere mich, wie ruhig es doch ist, obwohl gemurmelt wird. Einige steigen aus, ich will aufstehen, da haelt mich meine Sitznachbarin zurueck: "Ach, das ist nichts. Ich kuesse jeden Morgen, wenn ich aus dem Haus gehe, die Mesusa, und bete, dass ich in heile ankomme und heil wieder nach Hause komme. Nur - in unserem Land ist es wirklich ein Jammer, dass man sich immer gleich erschrickt, wenn ein Gegenstand herumsteht, der keinem gehoert."
Ploetzlich kommt die Polizei in den Bus - ich kann gar nicht glauben, woher sie so schnell kommen, keine zwei Minuten kann das gedauert haben - und gibt bekannt: "Es koennen alle aussteigen, wir fahren eh nicht weiter, bis die "Fachleute" kommen.
Die Fachleute - wohl die Bombenspezialeinheit...

Wir steigen aus und suchen uns einen anderen Bus und ich muss darueber nachdenken, wie das Ganze wohl in Deutschland abgelaufen waere. Ich wundere mich sehr ueber die Wachsamkeit der Buerger und die Schnelligkeit, mit der hier die Polizei am Start ist.

Freitag, 14. Januar 2011

Beshalach - Shabbat shalom

Die Parasha der Woche ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafuer, wie sehr wir Menschen Bequemlichkeit und Sicherheiten lieben. So sehr, dass wir dafuer sogar auf die Freiheit verzichten.
Das Volk Israel kann endlich aus der Sklaverei ziehen, unter der Fuehrung von Moshe. Schnell sehnen sie sich nach den "Fleischtoepfen der Aegypter" zurueck. Schliesslich hatten sie zu Zeiten der Sklaverei wenigstens immer ein geregeltes Essen. Das ist ploetzlich vorbei. Man konzentriert sich auf die Flucht und weiss nicht, was kommen wird.
Die Gedanken kreisen darum, ob es nicht doch besser war, als sie Sklaven waren. Sklaven - aber ein geregeltes Leben ohne Sorge um das taegliche Essen.
Dass man manchmal Opfer bringen muss, und Unsicherheiten in Kauf nehmen muss, um dann aber in Freiheit entscheiden zu koennen, was man wirklich will, ist wahr, aber nicht einfach.
Das Volk Israel murrt. Es gibt ploetzlich kein Wasser mehr. Wasser - das Wichtigste im Leben, ohne das wir kaum ein paar Tage ueberleben koennen. Panik kommt auf, wie ich mir vorstelle.
Das Vertrauen fehlt.
Aber ist es wirklich so einfach, Vertrauen zu haben, dass "schon alles gut wird"? Es ist eine lebensbedrohliche Situation, die keiner aus dem Volk kennt.
Was wir nicht kennen, ist fuer uns doppelt bedrohlich. Wir muessen alle Kraft sammeln, um solche Situationen zu ueberstehen und die Angst zu ueberwinden. Was uns dann erwartet, ist die Freiheit.
Die Freiheit, selbst Dinge entscheiden zu koennen, Verantwortung fuer uns selbst zu tragen und weiter unseren (dann wirklich ureigenen) Weg zu gehen.
Shabbat shalom!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Wireless LAN in Cafes und Restaurants

In Israel ist es schon lange ueblich, dass so gut wie alle Cafes und Restaurants Wireless LAN haben, so dass man sich gemuetlich irgendwo bei einer Tasse Cafe ins Internet begeben kann. Und das immer umsonst!!!
Der komplette Strand von Haifa (bei Tel Aviv weiss ich es nicht) bietet ebenfalls die Moeglichkeit, egal, an welcher Stelle man sich befindet, ins Netz zu gehen.

Wie ist das inzwischen in Deutschland? Ich erinnere mich an meine letzten Versuche in Hagen, ueberhaupt ein Cafe mit Wireless LAN zu finde, und wenn dann war es meist mit einer Gebuehr verbunden.
Es gab ein Eiscafe, wo man sich ständig umsetzen musste, um eine einigermassen stabile Verbindung zu bekommen.
In Duesseldorf dagegen bin ich in einem Cafe gewesen, wo es sogar Netzstecker gab, die in einem Tisch verborgen waren. Ob es dort gebuehrenpflichtig war, weiss ich nicht mehr.

Enorme Preisunterschiede beim Scannen

Wer seinen Dokument einscannen will und keinen eigenen Scanner besitzt (so wie ich), der tut gut daran, die Preise zu vergleichen.
Im Print-shop in Jerusalem zahlt man fuer EIN Blatt 5 Shekel = 1 EUR.
Bei acht Dokumenten habe ich also 40 Shekel bezahlt.

Ein paar Meter weiter, in einem useligen russischen Internetshop kann man die Dokumente selbst einscannen (es gibt einen Platz, an dem auch ein Scanner steht), und zahlt lediglich die Zeit, die man im Internet verbracht hat.
So habe ich heute 8 Dokumente eingescannt fuer sage und schreibe 6 Shekel (=1.20 EUR).

Dienstag, 11. Januar 2011

Ein unschoenes Erlebnis

Ich befinde mich in der Wohnung von meiner alten Dame. Ploetzlich klingelt es an der Tuer. Ich springe auf, und schaffe es, eher als sie zur Tuer zu kommen, denn meist bringt es unglaublich viel Verwirrung, ehe ich den Leuten irgendwie klarmachen kann - ohne dass sie es mitbekommt selbstverstaendlich - dass sie nicht auf gleicher "Augenhoehe" mit ihr diskutieren koennen. Auch hat sie die Angewohnheit, alle hereinzubitten.
Wir stehen also beide an der Tuer. Ein Mann fragt uns, wer von uns Gveret Levi ist. Ich frage ihn, wozu er das wissen will und er spricht zu Sharon, beachtet mich gar nicht.: "Ich habe gefragt, wer Gveret Levi ist. Sie sind es, oder?"
Um weiteres Unheil zu verhindern, frage ich ihn erneut, was er denn genau will. Irgendwie scheint mir, dass er etwas geistig zurueck geblieben ist.
"Canes, adoni" (treten Sie ein, mein Herr), sagt sie und weist ihm den Weg. Mir wird schon ganz schwindlig und ich sage: "Nein! Was moechten Sie denn nun?"
Er wolle von Gevert Levi ein paar Informationen, er sei der Nachbar von unten.
Gefaehrlich nahe lehnt er in der Tuer und mir wird es zu bunt. Ich will die Tuer zumachen, da stoesst er sie auf und stellt sich in die Tuer,drueckt mich in Richtung Wohnung. Ich will ihn nach draussen draengen, und da mir das nicht gelingt, rufe ich laut in den Hausflur um Hilfe. Nachdem der Mann weiter auf Sharon einredet, und immer noch unklar ist, um was es geht, kommt ein anderer Nachbar die Treppe hinauf und meint, es sei alles in Ordnung, der besagte Mann waere nicht gefaehrlich. Er nimmt sich seiner an und ich kann - wirklich zitternd - die Tuer schliessen. Sharon fragt mich, warum ich denn die Tuer abschliesse, schliesslich wolle sie doch wenn jemand klingelt, aufmachen. Erklaerungen helfen nicht, sie weiss nicht, wovon ich spreche.
Irgendwann klingelt es erneut. Ich reagiere nicht, schaue aber durch den Spion. Da steht ein Polizist, der nun an der gegenueberliegenden Tuer klingelt und fragt, wer ihn gerufen hat. Die Frau sagt, jemand habe um Hilfe gerufen und daher habe sie die Polizei benachrichtigt.
Ich oeffne die Tuer und erklaere dem Polizisten, was war. Er kennt den Mann offenbar und holt ihn von unten hoch. Er soll mit mir sprechen und mir erklaeren was er wollte. " Der X. ist ein ganz netter. Er versteht nur nicht alles."
(O.k., aber jemanden daran hindern, die Tuer zuzumachen, kann er trotzdem...)
Der Mann erklaert in Gegenwart des Polizisten etwas von Heizung und Fragen an Frau Levi usw.. und will nicht verstehen, warum er nicht mit Frau Levi sprechen kann, bzw. dass es nicht viel bringt, weil sie nicht versteht.
Der Polizist sagt irgendwann, als auch er merkt, dass wir nicht weiterkommen: "Dies ist jetzt fuer dich Frau Levi!" und zeigt auf mich.
"Das glaube ich nicht, dass das Frau Levi ist. Sie wollte mich hindern, mit Frau Levi zu reden..." Das Ganze ging noch ein wenig so weiter, bis ich schliesslich die Tuer schliessen konnte, und der Polizist mit Herrn X. die Treppe hinunter ging.
Jedenfalls fand ich eines wirklich gut, naemlich, dass die Nachbarn es nicht ignorieren, wenn jemand um Hilfe ruft.
Sharon hat einen Vorteil: Sie weiss und wusste absolut nicht, um was es ging. Erschrocken war sie auch nicht, obwohl es zwischenzeitlich sehr laut war.

Grippe-impfung

Zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich mich gegen Grippe impfen lassen. Bisher war ich immer dagegen und die Nebenwirkungen, die teilweise beschrieben wurden, haben mich auch nicht gerade motiviert.
Die Bilder aus dem Fernsehen, von ueberfuellten Krankenhausfluren wegen der steigenden Anzahl von Grippeerkrankten und meine Herzoperation vor ein paar Monaten haben mich doch zu dieser Entscheidung gefuehrt. Staendig bewege ich mich mehrmals am Tag mit Autobussen durch die Stadt, in denen mich die Menschen anhusten und ich dicht gedraengt stehen muss, um zur Arbeit zu kommen.
Kurz vor meiner Impfung warnte mich noch eine Kollegin: "Meine Freundin hatte hohes Fieber und war richtig krank nach der Impfung! Mach das nicht!"
Unsere Kinderaerztin meinte dann beruhigend: "Ja, das KANN sein, muss es aber nicht. Im uebrigen dauern solche Nebenwirkungen dann auch nur einen Tag an."
Seit meiner Impfung in unserer Gesundheitsabteilung fuer Angestellte habe ich jedoch keines dieser Symptome erlebt. Es scheint also alles gut gegangen zu sein. Besrad Hashem.

Montag, 10. Januar 2011

So kann es hier gehen...

Kurz vor meinem geplanten Anfang in der Praxis bei der Chirurgin, rief ich an, um sie zu fragen, zu welcher Uhrzeit ich erscheinen soll. Nach einem Tag erreichte ich sie endlich, um zu erfahren, dass sie ihrer Sekretaerin, der sie kuendigen wollte, noch eine "last chance" gegeben hat. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet, denn ich hatte bereits Stunden bei Sharon (meiner alten Dame) dafuer abgegeben. "Also, meiner Meinung nach hatten wir beim letzten Treffen nichts endgueltig vereinbart! Das war wohl ein Missverstaendnis."
Nun, wir hatten darueber gesprochen, dass sie just an diesem Tag der Sekretaerin "ade" sagen wollte. Ich hatte ihr auch gesagt, dass ich fair sein will mit meiner Sharon, bzw. der Tochter als "Chefin". Ich wollte frueh genug (3-4 Wochen vorher) Bescheid sagen, um sie nicht von heute auf morgen vor die Tatsache zu stellen, dass ich nicht mehr so oft komme.
Ich konnte ihr noch sagen, dass ich mir schon einen einzigen Anruf gewuenscht haette, um mich upzudaten, eben fair zu sein.
Inzwischen kenne ich aber diese Art von einigen Menschen hier, viel reden und dann kommt nicht viel dabei herum. Nur hatte ich nicht gedacht, dass sie dazu gehoert.
Sofort rief ich bei der Tochter meiner Sharon an, der ich auch noch eine andere Frau empfohlen hatte, dir evtl. fuer mich als Ersatz einspringen koennte.
Sie nahm mich sofort zurueck und so konnte ich erleichtert bei ihr weitermachen.
Am naechsten Tag rief die Chirurgin an. Die Sekretaerin habe die neuen Bedingungen (an einem zweiten Tag auch mit ihr nach Tel Aviv zu fahren, zur Behandlung...) nicht akzeptiert und die Stelle waere somit jetzt frei.
Ich habe mich freundlich bedankt, und ihr gesagt, ich habe g-tt sei dank zu Sharon zurueck gehen koennen.
Nein, meine Erfahrung mit Menschen hat gezeigt, dass - wenn ein Arbeitsverhaeltnis schon auf solch eine Art beginnt - es meist auch in dieser Art weitergeht.
Nun bleibt erst einmal alles beim Alten und ich habe das Hadassah hospital mit einer Viertelstelle plus Sharon.

Eine andere halbe Stelle, die mir angeboten wurde beim Ergun Jotzei Mercaz Europa (europaeische Einwanderer, meist aelteren Semesters), wage ich mich nach einiger Ueberlegung nicht anzunehmen, da ich dafuer an drei Tagen sowohl bei Sharon kuendigen muesste, als auch im Krankenhaus. Es waeren ein paar hundert Shekel mehr, fuer viel Aufwand und Aerger (meine Chefin im Hadassah wuerde aufschreien, weil sie dann erstmal niemanden haette. Wer will schon fuer 10 Std. in der Woche durch die ganze Stadt fahren?)
Und wenn ich dann die Anforderungen nicht erfuellen wuerde, staende ich ohne Arbeit da. So fahre ich jetzt lieber kein Risiko und suche mir noch einen kleinen Nebenjob.

Freitag, 7. Januar 2011

Shabbat Shalom!

Ich habe in der letzten Zeit einige Fragen zum Thema Neuanfang erhalten und mich an ein wunderschoenes Gedicht von Hermann Hesse zu diesem Thema erinnert. Es geht um Neuanfaenge und gibt Trost und Mut. In diesem Sinne Shabbat shalom!


Hermann Hesse

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Donnerstag, 6. Januar 2011

Reis und Tomaten - mal wieder etwas Warmes auf dem Speiseplan

Meist bin ich zu faul, den Topf herauszuholen und mir etwas Warmes zuzubereiten. Ich ernaehre mich in der Hauptsache von frischem Obst und Gemuese (und ehrlich gesagt auch von Kuchen, oder Gebaeck im Cafe gekauft...). Gestern bekam ich eine Shiatsu-Massage von der Tochter meiner alten Dame geschenkt, und die Masseurin regte mich an, doch wieder einmal warm zu essen. So habe ich mir vollwertigen Reis gekauft, Tomaten, Zwiebeln und Sojasauce habe ich sowieso immer im Haus und jetzt freue ich mich sehr auf meine warme Mahlzeit!(scharfgemacht mit gruenem Sschuk!)