Freitag, 24. Juni 2011

Shabbat shalom

Parashat Korach in dieser Woche handelt von einem zerstoererischen Gefuehl, dem Neid. Jeder von uns kennt dieses Gefuehl, jemanden um seine Stellung, seinen Reichtum, seine Faehigkeiten zu beneiden. Was uns die Parasha jedoch lehren will ist eigentlich ziemlich einfach. Statt unsere Energie in ein Neidgefuehl zu investieren, koennen wir versuchen, unsere eigene Aufgabe im Leben zu finden. Vielleicht gibt es verborgene Talente und Faehigkeiten, die uns zur "eigentlichen" Lebensaufgabe fuehren. Es erfordert genug Energie, den eigenen Lebensweg so gut wie moeglich zu gestalten. Neidgefuehle behindern uns nur auf dem Weg und fuehren zu nichts. Jeder von uns hat seine Aufgabe im Leben, seine ureigene "Bestimmung", wie es manche nennen wuerden. Zufriedenheit mit dem, was wir haben, laesst Frieden in unser Leben einkehren.
Shabbat shalom!

Donnerstag, 23. Juni 2011

Chabad

An dieser Stelle seien mir ein paar Worte ueber Chabad erlaubt.

Chajm hat bereits auf ein Buch ueber die Chabadniks hingewiesen, in seinem Blogeintrag "Chabad unter die Lupe genommen".

Ja, warum gibt es bei vielen Menschen einen "merkwuerdigen Unterton", wenn sie ueber diese chassidische Bewegung sprechen? (HIER ein paar Infos zu Chabad)

"Chabad missioniert!" wird entruestet festgestellt. Aber stimmt das tatsaechlich so? Ist Mission in der eigenen Religion wohlgemerkt, eine "echte" Mission? Chabad wuerde sicher nicht bei Christen fuer einen Uebertritt zum Judentum missionieren, im Gegenteil, Chabad bestaerkt Christen beispielsweise, in ihrem Glauben zu bleiben, und die sieben Noachidischen Gebote einzuhalten.

Die Menschen der Chabad-Bewegung stehen aber an vielen oeffentlichen Plaetzen und bieten jungen juedischen Maennern an, einmal Tefillin zu legen. Wohlgemerkt, sie bieten es an. Man kann es tun, aber auch lassen. Ich sehe darin nichts Schlimmes.

Junge Chabad-ehepaare werden in alle Teile der Welt "geschickt", um dort wirklich wichtige, unvergleichbare Arbeit zu leisten. Fern von der Heimat bauen sie dort Chabad-Zentren auf, Anlaufstellen fuer jeden Juden. Und das ist das Entscheidende, was mir sehr gefaellt an Chabad. Jeder Jude ist ihnen wichtig, es gibt keine Erhebung ueber anders lebende Juden.

Immer wieder wird von Chabad betont, dass niemand das Recht hat, einen anderen Juden als "schlechteren Juden" zu bezeichnen. Dennoch leben die Chabadniks streng orthodox. Befindet sich aber ein Jude z.B. in Katmandu auf Urlaub, so kann er auch dort eine Chabad-vertretung finden. In Anbetracht der Tatsache, wie wenige Juden es auf der Welt im Gegensatz zu Christen und Moslems gibt, (zum Vergleich: 13 Millionen Juden, aber 2,3 Milliarden Christen und 1,4 Milliarden Moslems gibt es auf der Welt!) kann das sehr angenehm sein, da man dort auch praktische Hilfe findet, bei der Suche nach kosherer Nahrung. Auch den Shabbat wird man gern dort verbringen.

Bei meiner Rueckkehr nach Deutschland war es die Chabad-Bewegung, die mir als einzige ueberhaupt geantwortet hat, bei meiner Kontaktaufnahme. Ich hatte mich von Jerusalem aus bereits mit einer Kontaktanfrage gemeldet, sowohl bei der "normalen juedischen Gemeinde", als auch bei Chabad. Von Chabad bekam ich ein "herzliches Willkommen" zurueck, und wurde ab sofort in die Liste derer aufgenommen, die den Newsletter ueber Veranstaltungen und Lernzeiten erhalten, waehrend sich die juedische Gemeinde auch auf zweimalige Anfrage per mail nicht antwortete und bei meinem ersten Besuch dort eher um die Sicherheit bangte. Chabads Rabbiner rief mich persoenlich kurz vor Pessach an, um sich zu erkundigen, ob ich auch einen Platz am Sederabend habe.

Eine groessere Gastfreundschaft habe ich in Deutschland nur selten erlebt.

Das Buch, auf das Chajm hinweist "Das Heer des Rebben" von Sue Fishkoff, scheint aber eine Anschaffung wert zu sein, wenn man etwas ueber diese besonderen Menschen wissen will, die jeden Juden so vorbehaltslos mit offenen Armen empfangen.

Auch gibt es ein paar Artikel aus dem Buch online. (HIER)