Montag, 29. August 2011

שיר למעלות - אשא עיני אל ההרים

מאין יבוא עזרי?

HIER bitte geniessen.... (Psalm 121)

Sonntag, 28. August 2011

Parashat haShavua - der "Zehnte"

"Zehnten sollst du, verzehnten allen Ertrag deiner Saat...."
So heisst es unter anderem in unserer Parasha von dieser Woche "Reeh" (Siehe!)
Es geht um Zdaka, Spenden, die ein jeder von uns verpflichtet ist, zu geben. In welcher Form wir sie geben, bleibt uns ueberlassen, wir koennen dem Armen ein Brot, einen Becher Kaffee kaufen, oder ihm einen Euro in die Hand druecken, wir koennen in die Spendendosen der Synagogen Geld stecken, denn dort wird sehr genau ueberprueft, wer das Geld WIRKLICH dringend benoetigt.
Und - jeder von uns, nicht nur der offensichtlich "bettelnde" auf der Strasse, kann in die Lage kommen, auf eine Spende angewiesen zu sein.
Ich denke da ganz besonders an meine Zeit im Krankenhaus in Israel. Laenger als geplant, musste ich der Arbeit fern bleiben und da ein grosser Teil meiner Arbeit nicht versicherungspflichtig war, bedeutete dies : Keine Arbeit, kein Geld!
Haette es nicht die Menschen von der Gemeinde Yehuda haLevi gegeben, die sofort und ohne Zoegern beschlossen, mir eine groessere Summe Geldes zu spenden, aus Ihrer Zdaka-Kasse, dann waere es wohl darauf hinausgelaufen, dass ich noch halb krank zur Arbeit gekrochen waere.
Zusaetzlich gab es beim Ergun Jotzei Mercaz Europa einen Menschen, der mich fuer eine Spende vorschlug. Dort wurden meine Einkommensverhaeltnisse ueberprueft und ich bekam mehrere Monate einen Zuschuss zu meinen Einkuenften.
All diese Spenden haben mir enorm das Leben und die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben erleichtert, und ich bin bis heute mehr als dankbar dafuer.
Spenden ist wichtig und das Judentum sagt, dass sogar der, der selbst auf Gaben angewiesen ist, spenden sollte, selbstverstaendlich in seinen bescheidenen Grenzen. Jeder so, wie er kann.

Dazu hoerte ich von Freunden in der letzten Zeit eine wunderschoene Geschichte, die von guten Beispielen handelt, die manchmal mehr bewirken als der erhobene Zeigefinger.
Ein Mann, der nie Zdaka gab, vielleicht ja nie darueber nachdachte, dass Spenden vielen helfen kann, ging durch die Stadt, in der er wohnte. Ploetzlich sah er einen kleinen Jungen, der vor einem Bettler stand. Schon wollte er vorbeigehen, da sah er, wie der kleine Junge in seinen Hosentaschen kramte, und einen Euro hervorholte, den er dem Bettler in seinen Hut legte. Der Mann erzaehlte spaeter, er habe sich auf einmal so sehr geschaemt, dass dieser kleine Junge, der doch sicher kaum Geld besass, dem Bettler etwas von seinem eigenen Geld abgab, dass er sich sagte: Wenn doch dieser kleine Junge, der nur ein Taschengeld besitzen kann, etwas davon abgibt, dann muss ich erst recht einen Beitrag leisten. Er habe dann auch dem Bettler etwas abgegeben, so berichtete er.
Wie ich finde, ein sehr eindrucksvolles Beispiel dafuer, wie sogar kleine Kinder Erwachsenen etwas beibringen koennen.
Wie steht es in den Spruechen der Vaeter: "Wer ist weise? Weise ist, wer von JEDEM lernt...."

Der Monat Elul

In ein paar Tagen beginnt der juedische Monat Elul. Er fuehrt uns langsam auf das Neue Jahr zu, auf die grossen Feiertage, mit Yom Kippur, 15 Tage spaeter.
Vom Monat Elul wird gesagt, es sei der Monat, indem G-tt seinem Volk so nahe ist wie nie sonst im Jahr. Immer koennen wir zu ihm beten, und immer wird er auch unsere Gebete hoeren. Wir koennen zu ihm flehen, ihn bitten und mit ihm sprechen, wie wir zu einem guten Freund sprechen. Das Tor der Traenen, so sagt man, ist immer geoeffnet.
Im Monat Elul jedoch ist der "Koenig auf dem Feld". Vergleicht man G-tt mit einem Koenig, der das Jahr ueber im Palast sitzt, so befindet er sich im Monat Elul auf dem Feld. Wollen wir mit ihm sprechen, so gibt es ein paar Huerden, wenn wir in den Palast wollen, die es zu ueberwinden gilt, man denke nur an die Sicherheitsvorkehrungen, die in solch einem Palast herrschen. Geht der Koenig aber hinaus auf das Feld, so kann man ihn ganz persoenlich treffen und ihm seine Wuensche und Bitten vortragen, bei ihm weinen und um Erbarmen flehen.

Der bevorstehende Monat Elul loest auch bei mir starke Erinnerungen und Gefuehle aus. Sowohl im letzten Jahr, zu Rosh Hashana, wie auch im vorletzten, war mir nicht klar, was mich im Neuen Jahr erwarten wuerde.
Am staerksten habe ich dies wohl im letzten Jahr erlebt, als es ploetzlich zur Herz-OP ging. Beim Neuen Jahr hatte ich - wie alle - darum gebetet, ins "Buch des Lebens" eingeschrieben zu werden, und diese Bitte ist dann auch - trotz schwerer OP - erhoert worden. Ich durfte weiterleben, wurde gerettet. Es gilt zu danken. Immer wieder und wieder.
Nichts ist selbstverstaendlich und niemand von uns weiss, was ihn im kommenden Jahr erwartet an Veraenderungen, Erlebnissen und Schicksalsschlaegen, aber auch an Herzensfreuden und Ueberraschungen.
Daher beten wir, wie vor jedem neuen Monat:

Es sei dein Wille, Ewiger, unser G-tt und G-tt unserer Vaeter, diesen Monat zum Guten und zum Segen zu erneuern. Gib uns ein langes Leben, ein Leben des Friedens, des Guten, des Segens, ein Leben des Auskommens, der Staerkung der Glieder, ein Leben voller Ehrfurcht vor G-tt und Furcht vor der Suende, ein Leben ohne Scham und Schande, ein Leben des Reichtums und der Ehre, ein Leben erfuellt von Liebe zur Tora und Ehrfurcht vor G-tt, ein Leben, in welchem all unsere Herzenswuensche zum Guten erfuellt werden. Amen, Sela.
HIER noch etwas zum Anhoeren

Happy birthday, Gilad!

Gilad Shalit - wer von der deutschen Bevoelkerung weiss noch, wer das ist? Ist es noch in den Koepfen, dass er vor 1890 Tagen (oder in Jahren: vor FUENF Jahren) von der Chamas entfuehrt wurde, und seitdem im Gazastreifen irgendwo gefangen gehalten wird?
Der 25.6.2006 war fuer ihn und seine Familie der schwaerzeste Tag, und weder diplomatische Verhandlungen, noch die Hilfe eines deutschen Vermittlers, konnten ihn bisher zurueck nach Hause bringen. Es gibt Forderungen, die sich immer verrueckter anhoeren, da ist von 1000 Gefangenen die Rede, viele in die schrecklichsten Terrorattacken verwickelt, die in Israel je stattgefunden haben, und durch die viele Menschen ihr Leben verloren.
Nur fuer ein Video, das Gilad gesund darstellt, und in dem er ein paar Saetze sagt, wurden etliche Gefangene freigelassen.
Dem internationale Rote Kreuz (und roter Halbmond) war es bisher verwehrt, den entfuehrten Soldaten zu besuchen.
Heute feiert Gilad seinen 25. Geburtstag. Wie jeden Tag ist in Jerusalem das Protestzelt nahe dem Regierungssitz offen und jeder kann sich informieren, in Listen eintragen, die dafuer plaedieren, Gilad schnell nach Hause zu bringen, egal wie hoch der Preis ist.
Hat ihn die Welt schon vergessen? Israel jedenfalls vergisst seine entfuehrten Soldaten nicht. Wer eine Weile in Jerusalem gelebt hat, der weiss, dass bei jeder Veranstaltung, in Kinos, im Theater, ein Stuhl freigehalten wird, auf dem steht: fuer Gilad Shalit.
Seine Eltern ziehen durch die Welt, und bitten um Hilfe bei den Verhandlungen mit der Chamas, aber nichts hat bisher Wirkung gezeigt.
Wie muss man sich fuehlen, wenn man 5 Jahre seinen Alltag bei der Chamas verbringt? Wie wird es sein, wenn er eines Tages zu seinen Eltern, seiner Familie zurueckkehrt? Schafft er es, die Erlebnisse auf irgendeine Weise hinter sich zu lassen, oder haben sie ihn fuer immer gepraegt?
Gilad - wir gratulieren dir zum Geburtstag und staerken deine Familie wenigstens seelisch!
Wer nachlesen will, HIER ist die Seite von Gilad, mit einem Video, welches seine Kindheit zeigt.

Samstag, 27. August 2011

Shabbat in meiner Erinnerung...

Wenn ich am Shabbat abend die Kerzen zuende, schaue ich mir die Fotos von den Freunden an. Ich stelle mir vor, bei Esti zu Besuch zu sein, an ihrem Tisch zu sitzen und mit ihr und ihrer Familie und ein paar gemeinsamen Freunden den Segen ueber den Wein zu sprechen, anschliessend das Brot zu segnen und ihr dabei zu helfen, das Essen zu verteilen. Ein Dvar Tora - ein Wort zum Wochenabschnitt der Tora - von ihrem Mann und der Gesang der Enkelkinder klingen mir in den Ohren, als saesse ich tatsaechlich dort. Ich denke an Ayala und Chava, die unermuedlich Gaeste bewirten, und niemals muede werden, neue Bekanntschaften aus aller Welt zu machen. Zurzeit bewirten sie gerade ein paar Soldaten, die ihren Giur machen und zum Judentum uebertreten. Zwar haben diese juedische Vaeter, aber gemaess der Halacha ist man nur Jude, wenn man von einer juedischen Mutter geboren wurde, also sind sie gezwungen, offiziell zum Judentum ueberzutreten, wenn sie Juden sein wollen. Es scheint aber auch gut zu sein, da sie in ihrer Jugend keine juedische Erziehung kannten und alles "Neuland" fuer sie ist. Sie haben in Ayala und ihrem Mann sicher eine wunderbare "Adoptivfamilie" mit ganz besonderer Atmosphaere. Ich denke an Miri, die mich im Krankenhaus umsorgt und umhegt hat, die mir stets zur Seite stand und mich gemeinsam mit Esti mit dem "Noetigsten" (was in ihren Augen sicher sehr viel mehr war als nur noetig...) versorgte.
Ich laufe durch die sonnigen Strassen, in der Naehe meiner Wohnung und hoere die Kolibris mit ihrem unvergleichlichen Schnalzen.
Auf dem Spielplatz tummeln sich die Kinder mit ihren Vaetern oder Grosseltern und ich setze mich auf eine Bank, um die Nachmittagssonne auf dem Gesicht zu spueren. Ein wenig spaeter mache ich mich auf zur Jakar-Gemeinde, wo es in den Raeumen der oberen Etage eine "Seuda Shlishit" (eine kleine dritte Mahlzeit) gibt, wobei das Singen dort wichtiger ist als die Mahlzeit. Der Gesang - schon im Halbdunkel des ausklingenden Shabbat - ist die Mahlzeit fuer die Seele, ein Reichtum, den wir nicht mit Geld erwerben koennen. Wir bekommen ihn geschenkt.
Nachdem der Shabbat verklingt, und ich meine Hawdala (die Trennung von Shabbat und Alltag... eine Zeremonie) mit Freunden oder allein celebriert habe, wird Freda mich anrufen, um mit mir unsere Art der "Melawe Malka" zu feiern, ein Treffen bei "Tal Bagels", um miteinander zu reden und zu essen.
So verklingt der Shabbat in meiner Erinnerung...

Sonntag, 21. August 2011

Wieder Raketen im Sueden Israels

Kassam-und Gradraketen ueber Ashkelon und Beer Sheva. Die Menschen dort kommen nicht zur Ruhe und obwohl gesagt wird, die Chamas haben zurzeit kein Interesse, die Lage eskalieren zu lassen, so eskaliert sie leider wohl dennoch. Zuletzt wurde am Morgen eine Schule in Beer Sheva direkt getroffen. G-tt sei dank war sie leer. Die Menschen im Sueden muessen wieder mit dem Alarm leben, und die Angst haben, wo schlaegt die Rakete ein? Ich gruesse hiermit Ruth, vom Blog "Blick auf die Welt - von Beer Sheva aus", die sicher keine ruhigen Zeiten erlebt. Ruth, ich bin mit dir, und viele andere sicher auch, die nervoes zum Sueden Israels schauen.

Wer interessiert ist, HIER sind die Seiten von Haaretz zu finden und HIER die von Galej Zahal. Bei Haaretz gibt es links oben die Moeglichkeit, auf die englische Version umzuschalten (Haaretz.com)

Freitag, 19. August 2011

Man wird nicht arm vom Geben...und: es ist nicht schlimm, reich zu sein!

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr manchmal das taegliche Leben und die Parashat haShavua (der Wochenabschnitt) zusammen passen und zusammentreffen.
Rabbiner Benni Lau erzaehlte heute im israelischen Fernsehen (Arutz Rishon) vom Reichtum, von dem die Rede ist in dieser Woche. Die Fuelle, der Reichtum, der die Kinder Israel erwartet, wenn sie die Gebote im Lande Israel halten. Dann naemlich wird G-tt sie in allem segnen.
In der Wueste gab es nichts ausser Abhaengigkeit. Die Kinder Israel lebten in den Tag hinein, brauchten sich um nichs zu kuemmern, denn das tat ihr G-tt. Er sorgte fuer das "Man" (das Wuestenbrot), das vom Himmel fiel, ohne dass jemand etwas dafuer tat. Er begleitete sie durch die Wueste bei Tag und bei Nacht, wies ihnen durch die Wolke und die Feuersaeule, wann sie lagern sollten oder wieder losziehen. Er gab ihnen Wasser und liess sie nie allein. Sie mussten sich um keine Kleidung kuemmern denn ER gab allen, was sie brauchten.

Der Unterschied zum Land Israel, in das sie einziehen wuerden, ist die Verantwortung, die nun jeder traegt. Auch und unter anderem fuer das, was man bekommt.
Es ist wichtig, wenn man reich ist, sein Geld als "nicht meines" zu betrachten. Alles was ich bekommen habe, ist nicht meins, und ich kann es dem, der es braucht, weitergeben. Reichtum ist keineswegs eine Schande, und ein Jude muss nicht arm sein, auch wenn das Bild von einem "armen Juden" den Juden und Nichtjuden besser ins Konzept passt.
Man sagt, dass "Geben" nicht arm machen kann. Und heute musste ich etwas schmunzeln, als ich fuer den Besuch bei meiner Mutter etwas kaufte, und 5 Minuten spaeter fast dieselbe Summe, die ich ausgegeben hatte, im Lotto gewann, als ich meinen Schein abgab.
Es war kein Reichtum, aber auch in diesem Falle bin ich durch Geben nicht aermer geworden.
Ich wuensche uns allen, und vor allem den Freunden in Israel, einen ruhigen, und sicheren Shabbat, voll von geistigem Reichtum, denn - auch dies steht in unserer heutigen Parasha - "der Mensch lebt nicht vom Brot allein!"

Mikwe

Endlich habe ich es geschafft, mit meinem neu angeschafften Geschirr zur Mikwe zu gehen, und dort Besteck, Schuesseln, Teller, Tassen und Backblech unterzutauchen. Von Nichts nun auf eine Basis-minimal-ausstattung angewachsen, zog ich mit dieser - verstaut in einem Einkaufstrolli in Richtung Synagoge. Da ich am Rhein wohne, waere auch ein Untertauchen im Rhein denkbar gewesen, da ich jedoch kein Auto habe, waere es doch eine zu grosse Aktion geworden.
So konnte ich ein paar Strassen weiter die Mikwe der Gemeinde fuer Geschirr in Anspruch nehmen. Die Menschen unterwegs hielten mich wahrscheinlich fuer eine Vagabundin, da es in meiner Tasche und dem Einkaufstrolli klapperte.
Der Rabbiner zeigte mir die Gegebenheiten und stattete mich mit einer Art Fischernetz (fuer das Besteck) und dem groesseren Netz fuer das Geschirr aus.
Vor dem Eintauchen spricht man die Bracha

ברוך אתה ה" אלוקינו, מלך העולם, אשר קדשנו במצוותיו וציוונו על טבילת כלים
(Gelobt seist du Ewiger, unser G-tt, Koenig der Welt, der uns durch seine Gebote geheiligt hat und uns befohlen hat, Geraete (Geschirr) unterzutauchen. )

Jedes Mal, wenn man das Netz neu fuellt, um es nach der Bracha DREIMAL komplett unterzutauchen, spricht man die Bracha von neuem.
Es ist ganz deutlich spuerbar, dass das, was man da tut, ein heiliger Akt, eine heilige Handlung ist, und am Ende kommt es einem vor, als sei dies ploetzlich "anderes" Geschirr, etwas ist damit passiert. Es ist nicht dasselbe, wie zuvor.
Wenn man nachhause kommt, sollte man das Geschirr selbstverstaendlich gruendlich spuelen.
Wenn spaeter immer mal wieder ein oder zwei Teile dazukommen, ist die Variante mit dem Rhein gar nicht schlecht.
In jedem Falle gehe ich zurzeit anders mit dem Geschirr um, eine Art von achtsamer.

(Ein Nachtrag zur Richtigstellung: Nach eingehender Befragung einiger anderer Rabbiner, scheint EINE Bracha vor dem Tauchvorgang zu genuegen, und man muss das Geschirr auch nur EINMAL eintauchen, dabei kann man mehrere Geschirrteile zusammen in ein Netz stecken, wenn man darauf achtet, es beim Tauchen etwas hin-und her zu bewegen, damit an jede Stelle Wasser kommt)

Was mir in letzter Zeit immer wieder bewusst wird, ist die Tatsache, dass man solche Handlungen der nichtjuedischen Umwelt einfach nicht erklaeren kann und ich stelle mir oft vor, wie sie uns beobachten und sich sagen: "Die spinnen, die Juden!" Was soll denn das dreimal untertauchen von einem Teller bewirken? Warum reicht es nicht, wenn man einen Teller, der fuer Fleisch benutzt wurde, gut abspuelt, um ihn dann fuer milchiges zu benutzen? Warum soll es wichtig sein, am Shabbat keinen Lichtschalter zu betaetigen? Das kann doch nur verrueckt sein.

Ja, und das ist es wohl aus der Sicht von aussen auch. Genau diese Dinge aber fuehren und fuehrten schon seit tausenden von Jahren dazu, dass man sich ganz klar von Nichtjuden trennt. Nicht im Sinne von "ich will mit dir nichts mehr zu tun haben", sondern auf eine ganz natuerliche Weise. Vieles kann man als glaeubiger Jude nicht mitmachen und immer wieder gibt es eine "Sonderwurst". Wer von den Freunden und der Familie das akzeptiert und sich darauf einlaesst, wird im Kontakt bleiben, und einige Besonderheiten hinnehmen, viele werden dies aber nicht sein.
So fuehrte schon in frueheren Zeiten diese Lebensweise zur "Trennung", oder gar zur Isolation.
Das einzige Land, wo es nicht schwerfaellt, so zu leben, und wo es immer jemanden geben wird, der so lebt wie man selbst, ist Israel, die Heimat der Juden.
Dort ist man kein Exot, man muss sich nicht rechtfertigen oder erklaeren, und das gesellschaftliche Leben ist auch auf ein "kosher einkaufen" eingestellt. Der Supermarkt ist voll mit kosheren Produkten, man muss sich nicht wie hier mit der Kosherliste der ORD durch die Regale kaempfen.
Ein Leben in der Galut - in jedem Falle einfacher in finanzieller Hinsicht, aber arm, wenn es um ein spirituelles Umfeld geht.

Nacht von 12 (?) Raketen ueber Israel

Haaretz berichtet ueber 4 Grad- und 3 Kassamraketen, auf den Seiten von Galej Zahal ist die Rede von 4 Gradraketen, und in den Nachrichten um 8h (israelischer Zeit) spricht man von 12 Raketen, im Laufe der Nacht ueber Israel abgeschossen wurden.

Unter anderem bei Beer-sheva und Ashdod, Yavne, und sogar bis in die Shfela. Das ist das Weiteste, was je mit Raketen erreicht wurde.

Wie es immer so schoen heisst: es ist niemand verletzte worden und kein Schaden entstanden.

Die Angst und der Schrecken der Bewohner sind dennoch da.

Hoffen wir auf einen "ruhigeren" Shabbat fuer alle. Am Israel Chai.


Donnerstag, 18. August 2011

Vor einer Stunde - zwei Raketen ueber Ashkelon

Es geht weiter. Zwei Raketen ueber Ashkelon. Keine Verletzten.
Moshe Naftali, 22 Jahre alt, ist eines der Opfer der Anschlaege. Er kommt aus Ofra und ist aus der Golani-Einheit. Die Attentaeter hatten ein Bombe platziert, ueber die die Militaerpatrouille gefahren war.
Im Bus, der beschossen wurde, gab es etliche Verletzte aufgrund der umherfliegenden Glassplitter der zerberstenden Fensterscheiben. Es wurde ueber eine sehr beherzte Soldatin im israelischen Fernsehen berichtet, die sich ihre Pinzette nahm, und von einem Verletzten zum anderen ging, um ihnen die Splitter aus den Koerpern zu ziehen. Einer der Verletzten blutete stark, musste dringend verbunden werden. Die Soldatin zog sich ihre Unterwaesche aus und benutzte sie als Verband.
Ich bin immer wieder erneut erstaunt, wie Menschen in absoluten Notsituationen handeln.

Das israelische Militaer ist als Reaktion einen Luftangriff ueber Gaza geflogen.

Dreifacher Terroranschlag in meiner Heimat

Es tut sowieso schon weh. In der Naehe von Eilat wurde auf einen Bus geschossen, und auf mehrere Fahrzeuge, sieben Menschen Menschen starben, viele sind verletzt.
Als ob das nicht schon schlimm genug waere, ist dann der allererste Kommentar, den ich auf einer deutschen Nachrichtenseite dazu lese: "Das kommt von der Siedlungspolitik Israels.."
Ich weiss nicht, ob es einen anderen Staat gibt, irgendwo auf der Welt, bei dem man DIREKT nach einem Terroranschlag sagt: "Das kommt davon!"

Der Schock ist noch gar nicht richtig verdaut, da treffe ich eine Bekannte aus der Gemeinde, Israelin. Sie ist unterwegs mit ihrer "Bekannten". Wir kommen auf die Anschlagsserie zu sprechen, da wirft die "Bekannte" ein: "Aber wirklich, tut mir leid, aber die Israelis sind ja immer so, (macht eine Geste mit der Nase nach oben...), so, uns kann sowas nicht passieren!"
Ich frage nochmal nach, weil ich denke, ich habe mich verhoert, die Israelis denken also "uns kann das nicht passsieren?" Ich wuerde eher sagen, das passiert doch seit Jahrzehnten....
Frage sie, ob sie wirklich "die Israelis" meint. "ja klar" sagt sie, " die denken doch wer weiss wer sie sind. Und wenn ich schon die Soldaten sehe..." (macht wieder eine Geste mit der Nase nach oben, und die Haende in die Hueften gestemmt..."

Die grosse Verachtung in ihrer Stimme bringt mich dazu, mein Paket ganz schnell zu schnappen und mit den Worten "ich muss hier weg, da will ich nicht mehr mitreden, sonst werd ich böse..." regelrecht zu fliehen.
Ich kann es nicht mehr, ich schaffe nicht mehr, auch nur den Versuch zu machen, zu erklaeren, zu fragen, ob die Menschen wissen, wovon sie reden, und ob sie auch andere Voelker so schnell verurteilen, selbst schuld zu sein, wenn sie gerade einen Anschlag hinnehmen mussten, ob sie vielleicht nur eine Minute lang an die Opfer denken und mit den Angehoerigen fuehlen. Das scheint mir ein ganz eigenes Israel-Phaenomen zu sein.

Es bringt mich nur dazu, wegzugehen und mich allein zu fuehlen, denn so wie diese Dame scheinen ja doch nicht wenige Deutsche zu denken.
Jedenfalls fuehle ich mich auf Tiefste verbunden mit meinem Volk und bin in diesen Stunden mit dem Herzen sicher eher dort, als hier.

Mittwoch, 17. August 2011

Namensrecht

Seit heute bin ich im Besitz der Urkunde ueber die Aenderung des Vornamens. Ich bin ziemlich erstaunt gewesen, dass es sogar eine komplette Aenderung geworden ist, nicht nur ein Hinzufuegen des juedischen Namens.
Ein paar Tage vorher hatte mich die Sachbearbeiterin per mail gefragt, ob ich mir bewusst sei, dass der Name Noa in Deutschland nicht eindeutig weiblich sei, und ich daher mit Verwechslungen rechnen muesse. Ob ich das in Kauf nehmen wolle, oder den Namen der Klarheit halber zusammen mit meinem bisherigen fuehren wolle.
Sie bemerkte, dass es in diesen Faellen meist so sei, dass der bisherige (wenn eindeutig geschlechtsspezifische) Name mitgefuehrt wird.
Ich antwortete ihr, dass es mir sicherlich am liebsten sei, wenn ich ausschliesslich den juedischen Namen fuehren wuerde, und ich dann auch Verwechslungen und Nachfragen in Kauf nehmen wuerde. (das ist sowieso Alltag, wenn ich meinen Namen nenne...). Falls es aber dann eine Ablehnung geben wuerde, waere ich bereit, den juedischen Namen hinzuzufuegen.
Zu meiner grossen Ueberraschung stand dann heute morgen auf meiner Urkunde .
.... "fuehrt an Stelle des bisherigen Vornamens XY, den Vornamen Noa"
Juna schrieb in ihrem Blog, sie habe "mal eben ihren juedischen Namen eintragen lassen". Das scheint nicht zu gehen, und es soll auch Unterschiede in verschiedenen Bundeslaendern, ja sogar in verschiedenen Staedten geben.
Man erklaerte mir, die Aenderung meines Vornamens habe nichts mit dem Wechsel meiner Religion zu tun, (in diesem Falle), sondern mit der Angleichung meines Namens an den Namen im israelischen Pass. Haette ich also nicht noch einen israelischen Pass, waere dies nicht gegangen.

Auf meine Nachfrage, dass es diese Regelung doch in der Vergangenheit gab, meinte die Sachbearbeiterin "das gibt es nur fuer den Uebertritt zum Islam", woraufhin ich voellig platt war. Ich sagte ihr, dass es im Judentum aber nichts anderes sei, auch hier bekommt man beim Uebertritt einen neuen Vornamen.
Das scheint jedoch egal zu sein.
Ich bin sehr gespannt auf noch andere Antraege in meinem Bekanntenkreis, die ebenfalls ihren juedischen Namen eintragen lassen wollen, jedoch keinen israelischen Pass haben. Von einem Fall weiss ich, dass diesem Menschen nicht einmal ein Antrag ausgehaendigt wurde, erst als der Psychologe ein Schreiben zur Behoerde schickte, wurde ein Antrag zugeschickt.

Ich habe in dieser Angelegenheit so unterschiedliche Informationen bekommen, dass ich nicht weiss, was rechtlich korrekt ist. Selbst ein Rechtsanwalt, der sich auch im Namensrecht auskennt, und den ich in den letzten Wochen zufaellig sprach, bemerkte, dass es in dieser Hinsicht auch sehr viel "Willkuer" von seiten der Behoerden gibt. Es scheint ein enormer Ermessensspielraum zu existieren, bei der Bewilligung oder Ablehnung der Antraege.



Montag, 15. August 2011

"Waschechte Juden"

"Bist du Juedin?"
"Ja."
"Ahh. Und - bist du wirklich eine "waschechte" Juedin?"
"Wenn du das woertlich meinst, ich meine, ob die Farbe beim Waschen nicht mehr abgeht, dann... ja dann, bin ich wohl eine waschechte Juedin. Die Farbe geht nie mehr ab, einmal Jude, immer Jude."
"Ich meine, ob du eine geborene Juedin bist...."
"Nein."

Ist es wichtig, zu wissen, ob das Gegenueber von einer juedischen Mutter geboren wurde, oder zum Judentum uebergetreten ist, und wenn, dann warum? Was aendert es, wenn der Jude, der dir gegenueber steht, geborener - also, deiner Meinung nach ein "richtiger, waschechter Jude" ist? Wofuer brauchst du diese Gewissheit? Vielleicht, um nicht nachdenken zu muessen, ob der, der vor dir steht, keine Grosseltern mehr hat, ja, sie nie kennen lernen durfte? Und - vielleicht, weil es sein koennte, dass diese Grosseltern durch deutsche Hand ermordet wurden?
Du kannst beruhigt sein - ich kann dir diese Angst nehmen, denn ich bin keine geborene Juedin. Aber das heisst nicht, dass es sie nicht gibt, die, die niemals ihre Grosseltern in den Arm nehmen durften, die von muetterlicher Seite, sowie von vaeterlicher Seite nicht einmal Fotos ihrer Grosseltern besitzen. Denn es wurde alles vernichtet.
Aber ICH, ich bin keine "waschechte" Juedin.

In den Tag hinein leben, oder "im Hier und Jetzt leben"?

Wo ist der Unterschied zwischen einer Art, ganz bewusst im Hier und Jetzt zu leben und der negativen Variante "in den Tag hinein zu leben"?
Vorwiegend asiatische Kulturen empfehlen uns Bewusstheit. Das Gestern koennen wir nicht mehr aendern, es ist unwiderruflich vorbei. Wir koennen uns aergern, bereuen, trauern, oder uns laechelnd erinnern, in jedem Fall ist es uns nicht mehr moeglich, irgend etwas an Vergangenem zu aendern.
Das Morgen ist noch nicht da, wir wissen nicht einmal, ob wir morgen frueh aufwachen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden wir das, doch ist es wirklich sicher? Ploetzliche Herzinfarkte sind nur eine Variante, aber es gibt unzaehlige andere. Gasexplosionen in Mietshaeusern, Terroranschlaege, Tsunamis, in allen Teilen der Welt existieren unzaehlige Moeglichkeiten, die Nacht eben nicht zu ueberleben. In Japan haben die Menschen einen Tag vor der Katastrophe sicher auch nicht im Traum daran gedacht, was passieren koennte.
So bleibt uns nur die Gegenwart, genauer gesagt, der derzeitige Moment, ein Wimpernschlag.
Es kann eine Strategie sein, nur den Augenblick oder den Tag zu sehen, ihn so gut man kann zu leben, und es kann eine Lebensform sein, das "In den Tag leben", sich keine Sorgen machen wollen um das, was morgen ist, den "Kopf in den Sand stecken".
Es hat durchaus positive Seiten, sich keine Gedanken zu machen, nicht in die Zukunft zu schauen. Aber gibt es auch etwas, was uns verloren geht dadurch?
Ein Leben im Hier und Jetzt nimmt uns Ziele, auf die es sich lohnt, hinzuarbeiten, Traeume, die wir in der Zukunft verwirklichen wollen (ob es uns gelingen wird, ist dabei unwichtig), und die Energie, etwas Bestimmtes erreichen zu wollen. Es kann aber auch die Energie, die wir aufwenden, um ein Ziel zu erreichen wieder ins Heute buendeln, vielleicht benoetigen wir sie ja fuer die Dinge, die Jetzt anfallen.
In jedem Falle lohnt es sich, einmal einen Versuch zu machen, ganz ohne Gedanken an das Morgen, Uebermorgen oder die weitere Zukunft den Tag zu erleben, Stunde, um Stunde....um Stunde...

Sonntag, 14. August 2011

Parashat "VaEtchanan" - "Ich bat um Gunst..."

Die heutige Parascha hat mich den ganzen Tag ueber beschaeftigt, und da in ihr unzaehlige Aspekte enthalten sind, einer nicht weniger interessant als der naechste, moechte ich mit einem Thema anfangen, das mein besonderes Augenmerk auf sich gezogen hat.
In unserer Parasha, unserem Wochenabschnitt, spricht Moshe auch ueber das Gebot des "Shma Israel-Sprechens". Das "Shma Israel - Hoere Israel" ist sozusagen das Glaubensbekenntnis eines jeden glaeubigen Juden, das Bekenntnis zu dem einen und einzigen G-tt. Ich denke, Christen koennten dieses Gebet nicht ohne weiteres mitsprechen, selbst wenn wir einiges mit ihnen teilen.
In diesem Gebet kommt doch die kompromisslose Hinwendung nur zu EINEM G-tt zu Tage, es repraesentiert wie kaum ein anderes den Monotheismus.

Um eine Betrachtung zu beginnen, sollten wir den Text kennen, zumindest des ersten Teils des "Shma".

Hoere Israel,
ER unser G-tt, ER Einer!
Liebe denn ihn, deinen G-tt
mit all deinem Herzen, mit all deiner Seele, mit all deiner Macht.
Es seien diese Reden, die ich heuttags dir gebiete, auf deinem Herzen,
einschaerfe sie deinen Soehnen,
rede davon, wann du sitzest in deinem Haus und wann du gehst auf den Weg,
wann du dich legst und wann du dich erhebst
knote sie zum Zeichen an deine Hand
sie seien zu Gebind zwischen deinen Augen
schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und in deine Tore!
(5.Buch Mose, 6.4 ff...... in der Uebersetzung von Buber/Rosenzweig)
In seinem Buch "Etnachta" (אתנחתא) erzaehlt uns Rabbiner Benjamin Lau, dass es - wie so oft unterschiedliche Meinungen beim "Haus Hillel" und "Haus Schammai" gibt. (In der Mishna, einem Teil des Talmuds, werden die beiden Schulen, die des Hillel und die des Shammai, haeufig in Diskussionen gegenuebergestellt)
Waehrend Shammai uns sagt, dass wir uns zum Shma-Gebet abends hinlegen sollen und morgens aufstehen, (da es heisst, "...wenn du dich legst und wann du dich erhebst..") laesst Hillel keinen Zweifel daran, dass es "auf dem Weg des Einzelnen" gesprochen werden soll, denn wie heisst es "...rede davon....wann du gehst auf den Weg..".
Hierbei ist nicht nur die Form, soll heissen, dass ich mich zum Gebet hinstelle oder hinlege, gemeint, sondern vielmehr steckt eine grundsaetzliche Haltung dahinter. Shammai will nicht die Vermischung vom "Auf-sich-nehmen des Jochs des Koenigsreiches G-ttes" und der normalen Tagesroutine hinnehmen. Er glaubt, dass man in einer Zeit, waehrend man arbeitet, nicht frei sein kann fuer ein Stehen vor dem Koenig. Nach Shammai sollten wir die Arbeit unterbrechen, und uns des Satzes bewusst werden "Wisse vor wem du stehst..". Die Welt der Heiligkeit kann auf keinen Fall mit der Alltagsprofanitaet vermischt werden, auf diese Weise ist es nicht moeglich, das Koenigreich G-ttes auf sich zu nehmen.

Interessanterweise behauptet Hillel genau das Gegenteil. Er verlangt vom Menschen, dass er genau diese Heiligkeit mit in jeden Augenblick seines Alltags hineinholt, dies mit all seinem Koennen versuchen sollte. "Es gibt keinen Raum ohne IHN", soll heissen, dass es sowieso keinen noch so kleinen Ausschnitt im Leben gibt, an dem G-tt nicht teilnimmt. Wir sind sozusagen in jedem Augenblick eh unter staendiger "Beobachtung" oder "Aufsicht".
Als Beweis nimmt Hillel die Stelle "...und wann du gehst auf den Weg..", denn der Mensch sollte sich mit jeder Faser derart bemuehen, dass er seinen Alltag heilig macht, dass all sein Tun auf dem Weg, zu hause, bei der Arbeit, die Heiligkeit innehat.

Mir steht das Haus Hillel - was fast immer menschlicher und lebensnaeher erscheint - wie so haeufig naeher. Ist es doch auch ein Aspekt des Judentums, "mit G-tt zu gehen".
Der Alltag eines glaeubigen Juden ist durchmischt mit Heiligkeit. Um dies nicht falsch zu verstehen, ich behaupte nicht, dass jeder Jude heilig ist, sondern dass es im juedischen Leben viele Riten und Gebete mitten im Alltag gibt.
Das Tischgebet und der Segensspruch vor den Mahlzeiten ist nur ein Beispiel. Eigentlich geht jeder Mahlzeit, sei sie auch noch so klein, ein Segensspruch voran. (viele Juden sprechen ihn sehr leise und dezent vor sich hin, unmerklich fuer die Umgebung, besonders in der Galut, ausserhalb von Israel oder in Gegenwart von Nicht-juden). Die Mesusa ist auch ein solches Beispiel. Sie haengt an unseren Tueren und ist auch auf einem Teil des "Shma" gegruendet. (..schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und in deine Tore..."). Wir werden durch die Mesusa immer an die G-ttliche Gegenwart erinnert, beim Hinaus-und Hineingehen.
Ein weiterer sehr wichtiger Segensspruch, der Nichtjuden sicher etwas merkwuerdig anmuten wird, ist der, nach der Verrichtung der Notdurft.
Wir danken gewissermassen fuer die einwandfreie Funktion unseres Koerpers, dessen Oeffnungen sich nicht schliessen duerfen, und dessen Hoehlungen sich nicht etwa oeffnen duerfen, um uns ein normales Weiterleben zu ermoeglichen.
Nichts sollte selbstverstaendlich sein, im Leben eines Juden, und stets ist er zu Dank verpflichtet.
Daher ist mir der Gedanke, dass "Shma" auf meinem ureigenen Weg des Tages zu sprechen, naeher, als der, sich aus dem Alltagsgeschehen herauszunehmen.
Das Judentum ist keine Religion, die man nur in der Synagoge ausuebt. Ein Gang zur Synagoge, dort zusammen singen und beten, und dann ist erst einmal Schluss bis zum naechsten Shabbat. Nein, das kennzeichnet sicher nicht juedisches Leben.