Montag, 30. April 2012

Solche und solche...

Es gibt Menschen, die ihre Umwelt mit Worten bis an ihre Grenzen treiben koennen. Ist man ihnen jeden Tag viele Stunden ausgeliefert, fuehlt man sich abends, als sei man den ganzen Tag gepruegelt worden und eine bleierne Erschoepfung, gepaart mit Verspannungen und Muskelschmerzen breitet sich aus. 
Es scheint, als wuerden sie aus ihren Mitmenschen Energie ziehen, um sich selbst damit immer wieder neu aufzuladen. Schwierig, damit umzugehen. Noch schwieriger, eine Mauer aufzubauen, die dem standhaelt, denn immer wieder wird dieser Mensch die Mauer mit aller Kraft einreissen, durchbrechen. 
Eine sehr flexible Gummimauer muss her, die den lauten pruegelnden Worten nachgibt, und nicht noch mehr davon provoziert. 
Ich weiss mir manchmal keinen Rat, und kenne keine Umgehensweise, ausser sich so schnell es geht aus diesem giftigen und schaedlichen Umfeld zu entfernen. 
Schwierig wird es dann, wenn man von diesen Menschen in irgendeiner Form abhaengig ist, ob es Eltern, Lehrer oder Arbeitgeber sind, und man sich ihnen nur schwer und eingeschraenkt entziehen kann. 
Was treibt einen Menschen dazu, seine Umwelt von sich wegzustossen, und sich somit letzten Endes selbst zu zerstoeren?
Was geht in Menschen vor, die ihre Mitmenschen permanent erniedrigen und demuetigen, und denen das bereits so in Fleisch und Blut uebergegangen sein muss, dass sie darueber nicht einmal mehr nachdenken?
Welche Bilanz ziehen sie wohl am Ende des Tages?

Hayom Arba veEsrim Yom, shehem shlosha Shavuot veshlosha Yamim baOmer - heute ist der 24. Omertag

Betrachtungen des Ortes an dem du dich befindest im Hinblick auf die Ewigkeit, das ewig Waehrende.
(Nezach (Ewigkeit) hat dieselbe Wurzel wie Hazlacha (Erfolg). 

Die "Pracht": Identifiziere den Ort, an dem du dich befindest, gegenueber der Ewigkeit ist er nichts, aber auf der anderen Seite ist er alles. Wovon haengt es ab, ob du ALLES oder NICHTS bist?
Wenn du anerkennst, dass du NICHTS bist, dann bist du ALLES.
Wenn du denkst, dass du ALLES bist, dann bist du NICHTS.
Der Weg ist der Mittelweg, der "Koenigsweg" (Derech haMelech), der Gericht und Gnade in Ausgewogenheit enthaelt. 
Spirituelle Uebung: 
1. Waehle dir ein eigenes Thema, bei dem du nicht so recht vorankommst. Betrachte es. Welche Wege hast du bisher erprobt, um es zum Gelingen zu bringen?
2. Zaehle die Taetigkeiten, die Anstrengungen, die du bisher unternommen hast.
3. Warum kannst du das Problem nicht besiegen?
4. Was fehlt dir, um dich zu ueberwinden und um sagen zu koennen: ich habe es besiegt.
5. Was bist du bereit zu opfern, um dir zu ermoeglichen, das Ziel zu erreichen?

(aus dem Omerkalender von Edna Kadosh)

Sonntag, 29. April 2012

Hayom shlosha VeEsrim Yom, shehem Shlosha Shavuot ushnei Yamim BaOmer - heute ist der 23. Omertag

Betrachtungen der Ueberwindung von Angewohnheiten und Routine. Taten aus einem Gefuehl heraus, oder/und wertvolle Taten koennen durch Routine an Wert verlieren und bedeutungslos werden.  
Auf der anderen Seite Betrachtungen ueber die grosse Kraft, die Gewohnheiten hervorbringen. 

Spirituelle Uebung:
1. Waehle ein Thema aus, bei dem du Ausdauer hast. 
2. Hast du Ausdauer aufgrund von deinem Willen und inneren Ursachen, oder aufgrund von Angst?
3. In welcher Angelegenheit in deinem Leben, bist du nicht ausdauernd und beharrlich, und wuerdest dich gern verbessern?
4. Was koennte dir helfen, dich zu ueberwinden und mehr Ausdauer zu entwickeln?
5. Schreib dir ein Gebet, in dem zu um Hilfe und um Kraft von G-tt bittest.

(aus dem Omerkalender von Edna Kadosh)

Jerusalem - Ra´anana

Dieses Mal ist es mir wieder sehr schwer gefallen, zurueck in die Routine nach Ra´anana zu fahren. Wir hatten ein verlaengertes Wochenende, mit dem Unabhaengigkeitstag am Donnerstag, so dass ich bereits am Mittwoch nach Jerusalem fuhr. Mittwoch abend war die wundervolle, sehr beeindruckende Veranstaltung auf dem Herzlberg, die den Unabhaengigkeitstag eroeffnete und am Donnerstag hat mir das Chidon HaTanach-Quiz-finale im Theatron sehr gefallen. 
Alles in Allem ein runder Shabbat und die Freunde taten mir gut. 
Ra´anana ist eine nette Stadt, aber wer einmal in Jerusalem wohnte.... 
Ich liebe dort jeden Stein und kenne viele Menschen. Wenn ich spazieren oder einkaufen gehe, kann es sein dass ich mehrere Bekannte treffe. 
Es ist Zuhause. 
Da ich hier in Ra´anana nur arbeite und danach im Hoechstfalle einen Cafe im Aroma trinke, gebe ich der Stadt natuerlich bisher auch keine richtige Chance. 
Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob ich das ueberhaupt will... 
Mein Chef macht mir das Leben zur Hoelle und das ist nicht gerade ermutigend. 
Andererseits - wenn ich daran denke, dass ich noch vor 6 Wochen ein ganzes Jahr lang auch am Shabbat einsam war, dann muss ich doch tausend Dankesworte gen Himmel schicken. 
Ich bin in Israel, das ist die Grundlage zum Gluecklichsein. Alles weitere wird sich hoffentlich finden und ich werde meinen Weg weiter gehen. 
Einer geht immer mit uns, und das ist eine Tatsache, die uns immer wieder beruhigen kann...

Samstag, 28. April 2012

Hayom Shneim veEsrim Yom, shehem shlosha Shavuot veyom Echad BaOmer - heute ist der 22. Omertag

Betrachtungen ueber unser Vermoegen, das zu lieben, was wir regelmaessig tun. 
Beispiel: Die Hausarbeit, die wir immer wieder tun muessen, jeden Tag aufs Neue, die Arbeit, wohin wir taeglich gehen, um uns zu ernaehren, alleinstehende Elternteile bewirten und alles, was wir regelmaessig tun.
Spirituelle Uebung:
1. Waehle dir eine Taetigkeit, die du staendig tust (Arbeit, Sport, Meditation)
Betrachte diese Taetigkeit und frage dich:
Welche Beziehung habe ich zu dieser immer wiederkehrenden Taetigkeit?
Ist es Gewohnheit, Gleichgueltigkeit oder reibe ich mich auf dabei? Oder mit Freude und neuen Ideen?
Bin ich von dieser Taetigkeit abhaengig?
Was wuerde passieren, wenn ich diese Taetigkeit aufgeben wuerde?
Wie koennte ich diese Taetigkeit mit Freude und mit Leichtigkeit tun?

Freitag, 27. April 2012

Shabbat shalom!


Hayom Echad veEsrim Yom, shehem Shlosha Shavuot BaOmer - heute ist der 21. Omertag

Betrachtungen ueber die Ehre und die Achtung, die ich mir selbst und anderen gebe.

Betrachtungen ueber mein Vermoegen, das "Anderssein" in mir anzuerkennen. 
Spirituelle Uebung:
1. Ehre ich den anderen?
2. Wie verhalte ich mich dem Anderen gegenueber? Mit Ehre oder demuetige ich ihn vielleicht mit meinem Handeln?
3. Wo beobachte ich, dass ich verachtende Gedanken habe? z.B. Orten gegenueber (Synagogen, Friedhoefen, Kulturzentren..) und Menschen gegenueber (durch Taten oder Worte...)
4. Wann achte ich mich selbst?

Donnerstag, 26. April 2012

Hayom Esrim Yom, shehem Shnei Shavuot veshisha Yamim baOmer

Betrachtungen der Beziehung, die ich zu mir selbst habe und zu anderen. 
Spirituelle Uebung: 
1. Auf welcher Basis fundiert die Art meiner Beziehungen? (Interesse, Beduerfnis nach Liebe, Einsamkeit, Selbstwert.. usw)
2. Wie fuehle ich mich, wenn ich allein bin? Was geschieht, in der Verbindung, die ich zu mir selbst habe?


Ich habe schon viele Menschen getroffen, die lernen moechten, allein mit sich sein zu koennen, ohne in Panik zu geraten. 
Bei mir ist und war es umgekehrt. Ich konnte immer gut mit mir selbst allein sein, und benoetigte stets viel Zeit fuer mich allein, mit mir selbst. Es ist fuer mich nicht bedrohlich, allein zu sein, ich kann die Ruhe geniessen und die Freiheit, zu jeder Zeit machen zu koennen, was ich selbst fuer richtig und gerade wichtig halte, aber auch jede Aktivitaet und jedes selbst aufgestellte Programm wieder aendern zu koennen. 
Erst hier in Yerushalaiym, durch die Freunde, habe ich mehr Gesellschaft genossen und suche sie mehr. Ich habe den Wert des Beisammenseins schaetzen und lieben gelernt. 
Es gab Zeiten, da haette es mich gestoert, ein ganzes Wochenende bei Freunden zu verbringen. Heute ist das anders, obwohl ich immer noch das Alleinsein zwischendurch sehr geniesse und brauche, um zu mir zu kommen, um in der Stille neue Ideen entstehen zu lassen, um zu lernen und einfach zu sein. 

Ein wundervoller freier Tag

Ich habe den Tag sehr genossen. Nachdem ich morgens beim Chidon haTanach war, die klugen Jugendlichen bewundert habe und mir vorgenommen habe, wieder mehr zu lernen, bin ich zum Museum Israel spaziert. Auf dem Weg konnte ich die bluehende Natur geniessen und im Museum die meiste Zeit auf dem Galaende draussen zwischen den Skulpturen umherschlendern. Die Aussicht war klar und sonnig und viele Menschen haben den freien Eintritt am Independence day genossen. Da das Gelaende sehr weitlaeufig ist, stoeren die vielen Menschen nicht. Der "Schrein des Buches" zieht immer wieder an und im Innern sind die Schriftrollen vom Toten Meer (Qumran) ausgestellt. 
Yerushalaiym ist und bleibt die Heimat. Obwohl Ra`anana sicherlich eine nette kleine Stadt ist, werde ich nicht so richtig warm dort, und "fluechte" mich jedes Wochenende, meist schon Donnerstag abend zu den Freunden. Hier kenne ich so viele Menschen, hier habe ich so viel erlebt und hier hat meine Seele Wurzeln geschlagen. In der letzten Zeit habe ich einige Menschen getroffen, die das Gleiche empfinden, und die, obwohl sie in Tel Aviv arbeiten, jeden Tag von Yerushalayim pendeln. "Ich wuerde niemals hier wegziehen.." bekam ich in den letzten Wochen mehrfach zu hoeren. 
Bisher war es immer so, dass ich fuer verrueckt erklaert wurde, wenn ich die Frage stellte, ob es nicht auch moeglich ist, zu pendeln. 
So ganz abwegig scheint die Vorstellung jedoch nicht zu sein. 

Chidon haTanach - Bibelquiz-finale in Jerusalem

Und noch einmal ein Geschenk fuer mich: eine Karte zum groessten Quiz ueber den Tanach (die sogenannte Bibel) - Finale in Jerusalem im Theatron. 
Ich bekam die Karte geschenkt und durfte miterleben, wie wundersam begabte Kinder und Jugendliche Fragen ueber Propheten, Koenige, und die Tora beantworten konnten, von denen ich nicht mal einen Bruchteil wusste. 
Es gibt noch so viel zu lernen!!!

CHAG SAMEACH


Mittwoch, 25. April 2012

Har Herzl und der Independence Day

Wer es noch nie erlebt hat, weiss nicht, wovon ich spreche, wenn ich die ganz besondere Stimmung beschreibe, die zwischen dem Yom HaSikaron fuer die gefallenen Soldaten und die Terroropfer Israels und dem heute abend beginnenden Yom haAzmaut, dem Unabhaengigkeitstag entsteht. 
Langsam langsam, schleicht sich die Traurigkeit am Nachmittag aus den Strassen und macht anderen Gefuehlen Platz, den Gefuehlen der Freude, des Gluecks darueber, dass es einen juedischen Staat gibt. 
Heute abend werde ich auf dem Har Herzl, dem Herzberg sein, um die Feier mitzuerleben, die den Independenxe Day einlaeutet. 
Chag Sameach!

Hayom Tisha Assar Yom, shehem Shnei Shavuot vechamisha Yamim baOmer - heute ist der 19. Omertag


Ein Dank an das offensichtlich Gute, und an das „verborgene Gute“, das vermeintlich Schlechte.

Positive Betrachtung des Guten in allen Dingen. Das Wissen, dass in allem etwas Gutes ist, dass das Gute das Ziel von Allem ist.

Spirituelle Uebung:
  1. Wenn ich Gutes tue, sehe ich mich dann als „gut“ an, und erhebe mich ueber alle anderen?
  2. Wenn ich Gutes tue, erniedrige ich dann in meinen Augen den anderen und verachte ihn?
  3. Wie sehr bin ich mir dessen bewusst, dass ich dem Schoepfer danken kann, dass er mir die Moeglichkeiten gibt zu helfen und Gutes zu tun?
  4. Danke jemandem, der dir hilft, in muendlicher oder schriftlicher Form. (deinem Lehrer, deinen Eltern, deinem Partner, und jedem, der dir etwas gibt, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Dienstag, 24. April 2012

Hayom Shmona Assar Yom, shehem Shnei Shavuot uarbaa yamim baOmer - heute ist der 18. Omertag

Betrachtungen der sich entwickelnden Veraenderungen in mir, die mir ermoeglichen, mit dem fortzufahren, was mir schwer faellt. 

Spirituelle Uebung:
1. Habe ich den Glauben daran, dass ich die Schwierigkeiten besiegen werde? (wie stark glaube ich daran, auf einer Skala von 0 - 100)
2.Auf welche Weise kann ich meinen Glauben staerken?
3. Dank welcher Eigenschaften/Faehigkeiten, die in mir sind kann ich daran glauben, dass ich es in dieser Sache schafffen werde?

Montag, 23. April 2012

Yom HaSikaron - am Mittwoch ist der Tag des Gedenkens fuer die gefallenen Soldaten in Israels Kriegen und fuer die Terroropfer

Wir gedenken am Mittwoch der gefallenen Soldaten und der Terroropfer. 
Morgen abend bereits wird um 20h die Sirene ertoenen und wir werden uns erinnern, dass viel Soldaten in Israels Kriegen ihr Leben gelassen haben, viele Eltern verwaist sind und ihre Kinder verloren, oder Frauen ihre Ehemaenner. 
Wir werden daran denken, dass unschuldige Jugendliche in Autobussen in die Luft gesprengt wurden, ihr Koerper durchloechert mit Kugeln oder Naegeln mit denen die Bomben der Selbstmordattentaeter bestueckt waren. 
Wir sehen ausgebrannte Autobusse vor uns, Menschen, deren Koerperteile von mutigen Helfern von der Strasse gesammelt werden mussten. 
An dieses schreckliche Leid und den Kummer erinnert der uebermorgige Tag. 
Wenn er sich neigt, wird die Stimmung langsam in eine befreiende Freude umschlagen, und man kann es nicht beschreiben, nur erleben. Es gibt fuer alles eine Zeit, wie es schon bei Kohelet heisst, und es ist nicht unnatuerlich, wenn am Abend des Erinnerungstages dann langsam die Freude des Unabhaengigkeitstages in uns hochkriecht und die Trauer vertreibt. 
Wir haben einen Staat fuer Juden, eine Zuflucht fuer alle juedischen Menschen auf der Welt. Der Staat ist bereit, zu jeder Zeit jeden Juden, jede Juedin aufzunehmen und eine Heimat zu bieten. 
Leid und Freude liegen nirgends so nahe beieinander wie an diesen beiden Tagen. 
Fahnen schmuecken schon das Land und die Familien werden zum Grillen ins freie hinausziehen. 
Die Gefuehlswelt ist hier in Israel eine andere. Hier wird intensiv gelacht, aber genauso intensiv getrauert. 

Gewohnheit, Traegheit oder Veraenderung zum Gesunden?

Manchmal ist es schwierig, nicht die Energie zu verlieren, die Kraft, sich selbst zu helfen, wie es in der spirituellen Uebung des Omerkalenders angeregt wird. 
Manchmal braucht man alle Kraft, um negative Energien der nahen Umgebung, des Arbeitslebens, abzuwehren, und sich nicht von ihnen vereinnahmen zu lassen. 
Manchmal muss man versuchen, eine Mauer aufzubauen, da wo Menschen uns verletzen wollen. 
Es ist nicht leicht, sich aus einer Umgebung zu entfernen, die einem nicht gut tut, doch wenn wir aufmerksam fuer unsere eigenen Reaktionen sind, werden wir spueren, wann es heisst, etwas aufzugeben und zu neuen Wassern aufzubrechen, um nicht seelischen oder koerperlichen Schaden zu nehmen. 
In extremen Faellen zeigt uns unser Koerper, dass wir unsere Grenze laengst ueberschritten haben. Er zeigt es uns immer dann, wenn wir auf die Stimme der Seele nicht hoeren wollen. Der Schrei des Koerpers ist nicht zu ueberhoeren, es stellen sich Unwohlsein, Magenbeschwerden oder andere Symptome ein, um uns endlich zur Vernunft zu bringen. 
Das Ausharren in sehr unbefriedigenden Situationen kann nur zeitlich begrenzt eine Loesung sein. 
Viele Menschen jedoch bleiben aus Gewohnheit, oder aus Bequemlichkeit, oder gar aus finanziellen Gruenden in einer Situation, die ihnen mehr als schadet. Es scheint, als wuerde es zuviel Energie oder gar finanzielle Opfer kosten, sich zu befreien, zu veraendern. Auf lange Sicht jedoch ist das nie der Fall. Es wird sich immer lohnen, eine gute gesunde Atmosphaere fuer Koerper und Seele zu suchen. 

Hayom Shiv´a Assar Yom, shehem Shnei Shavuot ushloshaYamim BaOmer - heute ist der 17. Omertag

Kann ich alte Meinungen, Auffassungen und Gedanken aufgeben, und anfangen, mir selbst zu helfen?

Spirituelle Uebung:
1. Handele ich und gebe ich aus meinem eigenen Willen heraus, oder aus Nachsicht?
2. Gebe ich aus einer eigenen Entscheidung heraus, oder aus einer Angewohnheit und Verpflichtung heraus?
3. Was wuerde ich am allerliebsten tun fuer mich selbst? Fuer meine Eltern?Meine Geschwister? Meinen Partner oder Freund?
4. Was ist mein naechster Schritt?

Sonntag, 22. April 2012

Steinewerfer!

Estis Enkel und seine neue Freundin, die am Donnerstag ihre Verlobung feiern werden waren am Shabbat auch in Jerusalem. 
Als sie nach Shabbat am Abend in Richtung Ofra aufbrachen, sagte Esti mit runzelnder Stirn: "Koennt ihr nicht morgen frueh im Hellen fahren? Ich finde das nicht angenehm, dass ihr jetzt durch die Dunkelheit fahrt.."
Heute mittag riefen die zwei an. 
Unterwegs flogen ihnen ploetzlich von vorn und von der Seite Steine entgegen und die Scheiben zerbrachen. 
Die zwei waren G-tt sei dank so verdattert und wussten gar nicht, was los war. Daher hielten sie nicht an, sondern fuhren einfach weiter, bis sie an den naechsten Checkpoint kamen, wo sie erzaehlten, was ihnen passiert war. Da die Scheibe kaputt war, konnte der Enkel von Esti kaum etwas sehen und alle waren froh, dass nicht mehr passiert war, dass sie nicht angehalten hatten und dass die Sache relativ glimpflich abgelaufen war. 
Sie sind mit dem Schrecken davon gekommen, aber solche Ereignisse finden statt, das sollte man zur Kenntnis nehmen. 
Der geneigte deutsche Leser wird vielleicht jetzt sagen: Was muessen sie auch ausgerechnet in den "besetzten Gebieten" unterwegs sein? Ist doch klar, dass das die Palaestinenser provoziert...

Hayom Shisha Assar Yom, shehem shnei Shavuot ushnei Yamim baOmer - heute ist der 16. Omertag

Betrachtungen meiner "Selbstverwaltung"?

Ueberwinde ich mich und lasse dem Anderen Platz? Kann ich die Schoenheit im Anderen sehen?
Sehe ich auch den Raum des Anderen, oder sehe ich nur mich selbst?

Spirituelle Uebung:
1. Wem tue ich Gutes? Dem, der mir nahe steht, oder der mir fern ist?
2. Fuehle ich, dass man mein gutes Herz ausnutzt?
3. Vergroessern meine Taten den Anderen oder machen sie ihn klein, in meinen Augen und in den Augen der Umgebung?

Auf der Rueckfahrt von Jerusalem nach Raanana sass neben mir eine junge Frau, die zu einer Reisegruppe junger Menschen gehoerte. Ich setzte mich neben sie und nahm sie nur kurz zur Kenntnis.
Im Laufe der Fahrt habe ich mich gefragt, warum ich nicht gerade jetzt damit anfange, mich mehr auf meine Umwelt zu beziehen, den Anderen neben mir bewusster wahrzunehmen und ich begann, sie als Geschoepf G-ttes zu betrachten, was einen enormen Unterschied meiner Wahrnehmung ausmachte. Sie schaute, als wir Jerusalem verliessen aus dem Fenster, auf die Berge und ich hatte ploetzlich eine innere Beziehung zu ihr, wusste, dass sie die schoene bergige Aussicht geniesst und dass die Reise Eindruck auf sie machte. 
Es war eine gute Uebung fuer mein uebliches "Desinteresse", wenn ich mit mir selbst beschaeftigt bin und in eigene Gedanken versunken. 

Samstag, 21. April 2012

Es war ein wunderbares Wochenende in Jerusalem. Am Donnerstag nachmittag bereits bin ich aus Raanana fort. Morgens habe ich meinen Rucksack bereits mit zur Arbeit genommen, um dann direkt zu meinen Freunden zu fahren. Die Busfahrt ist immer etwas nervig, sie fuehrt zunaechst an jedem kleinen Kleckerdorf des Sharon vorbei, bis es endlich auf die Autobahn nach Jerusalem geht. 
Am Freitag morgen sind wir dann zum Toten Meer, ich war dort nicht mehr, seitdem mich meine Tochter im Dezember 2010 besucht hat. Also 1 1/2 Jahre. Es war sehr voll dort, zumal wir am ersten Strand (Kaliya) waren, der von Jerusalem aus in ca. 40 min. Autofahrt zu erreichen ist. Touristen, viele Palaestinenser und Israelis tummelten sich gleichermassen am Strand und freuten sich ueber den freien Tag. Der Schlamm und das Salzwasser tun so gut und die Atmosphaere ist fuer mich trotz all der Menschen immer noch zutiefst natuerlich. Der Haut, dem Koerper, und der ganzen Seele ist solch ein Ausflug wie Balsam. 
Als wir spaeter am Shabbat-tisch sassen, sind wir vor lauter Muedigkeit fast eingeschlafen. 
Es kamen ein paar Freunde, die ich lange nicht mehr in Ruhe sprechen konnte und auch der heutige Morgen war sehr beruehrend. In unserer Synagoge gab es einen Geburtstag einer Frau mit einem ganz besonderen Schicksal. Sie war waehrend des Krieges von ihrer Mutter, die sie gerade geboren hatte, auf die Gleise gelegt worden, und hatte einem Pfarrer Bescheid gesagt, dass er sich um sie kuemmern solle. Mutter und Vater sollten naemlich abtransportiert werden nach Auschwitz. 
Der Pfarrer nahm das Buendel mit nach Hause und in seinem Haus fand das Kind eine neue Familie. Wie es oft der Fall war, sagte man ihr nicht, dass sie Juedin war. 
Als sie  6 Jahre alt war, gelang es ihrer Schwester, herauszufinden, was mit ihr geschehen war, und wo sie sich befinden musste. Sie klingelte an der Tuer und wurde zunaechst abgewiesen. Als sie nicht locker liess, gab man zu, die Schwester sei dort und es gab zunaechst ein Drama, da auch die Schwester nicht das vermeintliche Elternhaus verlassen wollte. Aber die Schwester nahm sie zu sich, wanderte spaeter mit ihr nach Israel aus und sie ist heute darueber uebergluecklich, veroeffentlichte jetzt ihr 3. Buch mit Gedichten, die von ihrem Schicksal handeln. Viele Fragen ergeben sich ihr, vor allem, warum sie gerettet wurde, spaeter aber ihr Mann schwer erkrankte und sie darueber hinaus einen autistischen Sohn bekam. 
All das sind schwere Schicksalsschlaege - als ob nicht ihr eigenes Schicksal schon schlimm genug war...
Man ehrte sie also heute nicht nur wegen ihres 3. Buches, sondern auch aufgrund des Geburtstages. Als sie ihre kleine, sehr bescheidene Dankesrede hielt, war es fuer mich schwer, nicht in Traenen auszubrechen. Sie sprach davon, wie sehr sie sich hier in Israel - und vor allem aber in Jerusalem - aufgehoben und getragen fuehlt, von den Menschen, um sie herum. Wie sehr sie hier Heimat gefunden hat. 

Ich selbst habe viele liebevolle Worte gehoert heute fuer mich selbst, gute Wuensche und Hilfsangebote fuer den Neuanfang. Die Menschen kuemmern sich, laden ein, bewahren Haushaltsgegenstaende auf, um sie mir - sobald ich eine Wohnung gefunden habe - zu geben. 
Ich gehe durch Jerusalem und bei jedem Schritt muss ich mich kneifen, um zu spueren dass es wahr ist. Ja, ich bin wieder hier, ich gehoere hierher und ich bleibe. 
Ich hatte noch einmal die Chance und Gelegenheit, zurueck zu kommen, meinen EIGENEN Weg zu gehen. Dafuer bin ich jeden Tag dankbar. 
Nun geht es daran, herauszufinden, was noch fuer mich bereitsteht an Herausforderungen. 
Ich habe das Gefuehl, ich muss noch sehr viel lernen, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. Ich moechte noch Dinge von mir fordern, die ich im Elternhaus nicht so lernen durfte. 
Ich moechte mir die Menschen mehr anschauen und aufmerksamer werden fuer meine Umwelt. Und ich will versuchen, herauszufinden was es noch an Aufgaben hier fuer mich anzunehmen gilt. 
Es gilt, einen tieferen Sinn in meinem Dasein zu finden, und ueber das blosse "Ueberleben" oder "sich ernaehren koennen in Wuerde" hinaus etwas zu tun, was positive Energie in diese Welt bringt. 
Das wird nicht morgen oder uebermorgen zu finden sein. Ich muss mich auf die Suche machen. Eine Suche, die einige Zeit dauern kann. 
Vor allem aber ist eines wichtig, nicht wieder vor lauter Suche nach diesem Ziel  die Gegenwart und die Menschen um mich herum zu "uebersehen". 
Ich moechte jeden Menschen, den ich auf diesem Wege treffe, betrachten und wuerdigen, in ihm ein Geschoepf G-ttes sehen, und das ganz bewusst. 
Ich weiss, dass das eine sehr schwierige Aufgabe fuer die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sein wird, aber ich glaube fest daran, dass ER uns bei dieser Art von Aufgabe helfen wird, sobald wir uns nur entschliessen, sie anzugehen. 

Ich wuensche uns allen eine gute Woche und vor allem Chodesh tov - einen guten Monat Ijjar!

Hayom Chamisha Assar Yom, shehem shnei Shavuot veyom echad baOmer - Heute ist der 15. Omertag

Betrachtungen der guten Taten (Wohltaetigkeit), die du vollbringst. Betrachtungen der Art wie du sie vollbringst. 

Spirituelle Uebung:
1. Kommt mein "Geben" aus einem Gefuehl der Ehre dem Anderen gegenueber und dem Erkennen des Guten in ihm? Oder kommt es aus einem Gefuehl der Herrschaft, der "Ueber"heblichkeit und Ueberlegenheit?
2. Stell dir in Gedanken irgendeine Wohltaetigkeit vor.
3. Versuche (in Gedanken) zu geben, aus Ueberheblichkeit und einem Gefuehl der Ueberlegenheit heraus. Was fuehlst du?
4. Versuche wieder (in Gedanken) zu geben, aus tiefem Glauben heraus, aus Bescheidenheit und aus Achtung und aus einem offenen Herzen heraus. Was fuehlst du jetzt?
5. Beschreibe dir selbst das Gefuehl, das dich begleiten soll.

Freitag, 20. April 2012

Shabbat shalom !!!


Hayom Arbaa Assar Yom, shehem shnei Shawuot baOmer (heute ist der 14. Omertag, das sind zwei Wochen)

Betrachte, was dich von der Ueberwindung deiner Schwierigkeiten abhaelt.
Betrachte, was sind auessere Hindernisse, und welche inneren Hindernisse gilt es zu ueberwinden?
Versuche zu erkennen, was dich beherrscht, von aussen und auch in dir selbst?
Entdecke Ueberraschungen....

Shabbat shalom!

Donnerstag, 19. April 2012

Hayom Shlosha assar yom, shehem shavua echad - heute ist der 13. Omertagushisha yamim baOmer

Betrachtung ueber die Wurzeln und Grundlagen der Bewaeltigung. Betrachtung ueber die Ursachen und Ziele der Ueberwindung.

Oft ueberwindet sich der Mensch, um oberflaechlichen Eindruck auf andere Menschen zu machen, etwas davon zu haben.

Spirituelle Uebung:
1. Waehle dir ein Problem aus, das du ueberwinden willst es besiegen moechtest. (es ist auch moeglich, dass du dich vertiefst in das Thema, was du gestern gewaehlt hast)
2. Schreibe auf, was die Ursachen des Problems sind. Was ist der Grund, und was genau ist dein Ziel? Wenn die Ursachen und das Ziel aeusserlich sind, verbinde sie mit deiner inneren wahrhaftigen Grundlage.
3. Erhebe die Ursachen und das Ziel um eine Stufe. (Beispiel: Wenn die Ursachen Schoenheit oder Ehre sind, erhebe die Ursache, indem du innere Schoenheit und Ehre, die von G-tt kommt, anstrebst)



Yom haShoa - Shoa-gedenktag

Sechs Millionen!
Kinder, Muetter, Vaeter, Brueder und Schwestern, kleine und grosse, Mann und Frau,


....aus einem einzigen Grund: weil sie Juden waren!

Mittwoch, 18. April 2012

Hayom Shneim Assar Yom, shehem Shavua echad vaChamisha Yamim BaOmer - heute ist der 12. Omertag

Betrachtungen ueber das Verhaeltnis zu deinem Erfolg.
Manchmal spielen wir den Wert unserer Erfolge herunter, und geben unserem Scheitern viel mehr Aufmerksamkeit, bis es uns eventuell sogar - irrtuemlicherweise - so vorkommt, dass wir weniger Wert sind als dies in Wirklichkeit der Fall ist. Wir trauen uns nicht zu, unsere Schwaechen zu ueberwinden. Wenn diese Gedanken sich immer wieder wiederholen, denken wir irgendwann, glauben wir schliesslich, dass wir kraftlos und machtlos sind. Das Ziel fuer heute soll sein, eine kleine Tuer zu oeffnen, unseren Glauben an uns selbst zu staerken , indem wir uns auf das Gute in uns konzentrieren.
Spirituelle Uebung:
1. Suche dir ein Sache aus, bei der du staendig versagt hast bisher.
2. Schaue darauf, und schreibe dir 10 Punkte auf, die das Gute in dir widerspiegeln, deine Versuche zu handeln, und deinen Willen, trotz allem Scheitern aufzustehen und mit diesem Thema weiterzumachen.
3. Sage ein paar Worte des Dankes und des Lobes an Hashem, dass er dir Kraft gegeben hat, es staendig wieder zu versuchen. Danke fuer deinen Willen.
4. Heute konzentriere dich auf Dank und Lob ueber deinen Willen und die weiteren Versuche.

Dienstag, 17. April 2012

Yom Hasikaron laShoa velaGwura - Shoagedenken in Israel

Morgen abend beginnt der offizielle Tag der Erinnerung an die Shoa und an tapfere Taten waehrend dieser Zeit in Israel. Es wird sowohl an die Opfer der Shoa erinnert, als auch an die Tapferen, die in den Ghettos gekaempft haben. (z.B. Aufstand im Warschauer Ghetto).
Morgen abend beginnen die Zeremonien und Veranstaltungen zum Thema und ich werde hier in Raanana auch zu einer solchen Zeremonie und Gedaechtnisfeier gehen.
Am Morgen danach wird um 10h, wenn die Sirene ertoent hier alles stillstehen. Autos halten an, die Menschen steigen aus und stehen still im Gedenken an das schrecklichste und systematischste Morden, was je in der Geschichte in diesem Ausmass geschehen ist. In Deutschland habe ich in dieser Form noch nie Gedenkminuten erlebt, denn hier ist es wirklich so, dass die Zeit stillsteht fuer zwei Minuten. Es gibt niemanden, der diese Minuten ignoriert und einfach weitermacht im Tageslauf. Ein unheimliches, bedrueckendes und erstickendes Gefuehl stellt sich ein, sobald die Sirene heult, und katapultiert einen direkt und ohne Umwege in eine Zeit, vor der man wirklich stumm und sprachlos steht. Wie gelaehmt und mit einem Kloss im Hals steht jeder allein fuer sich und doch die gemeinsame juedische Seele zusammen und erinnert sich der ermordeten Brueder und Schwestern.

Hayom achad assar yom, shehem Shavua echad veArbaa yamim baOmer

Betrachtungen, meines Vermoegens, Gutes im Andern und in mir selbst zu sehen, in einer andauernden und regelmaessigen Form.

Deine Arbeit bekommt eine ausdauernde und gedanklich regelmaessige Auffassung, das Gute zu sehen, und aufgrund dessen ueberwindest du die weniger guten und negativen Dinge.

Spirituelle Uebung:
1. Betrachte dich selbst, und hole dir die Punkte ins Gedaechtnis, bei denen du Scheitern und Schwaeche spuerst.
2. Hole dir die Punkte ins Gedaechtnis, bei denen du nicht voran kommst, obwohl du es schon viele Male versucht hast (z.B.: das Rauchen aufhoeren, eine Diaet machen, regelmaessig jeden Tag ein wenig zu lernen, einen taeglichen Lauf machen, deine Zeit optimal auszunutzen, usw..)
3. Waehle dir einen einzigen Punkt aus, an dem du ab jetzt regelmaessig und ausdauernd arbeiten willst, bis du es geschafft hast.
4. Waehle dir Hilfsmittel - Erinnerungshilfen, Freunde, oder alles, was dir Unterstuetzung und Hilfe bietet.

Montag, 16. April 2012

למען אחיי ורעיי

Shuli Rand und Kobi Oz mit "Lemaan Achai veReai"

Hayom assara yamim, shehem Shavua Echad ushlosha yamim baOmer

Betrachtungen ueber die Liebe, die aus dem Guten, was wir im Naechsten und in uns sehen, entsteht.
Betrachtungen der Pracht und der Verherrlichung vom Anderen und von uns selbst.Beziehung von einem Standpunkt des Guten heraus, der g-ttlich ist und nicht einem Streitpunkt entspringt.

Spirituelle Uebung:
1. Spiegelt meine Kritik den Streitpunkt und die Distanz wider, die zwischen mir und dem Anderen herrscht?
2. Spiegelt meine Kritik meine Schwaeche und meine Aengste wider? Was sind sie? (identifiziere sie in dir....)
3. Rufe dir den Menschen ins Gedaechtnis, ueber den du Kritik uebst.
4. Betrachte ihn und aeussere ueber ihn heute nur positive Kritik.
5. Vermehre die Worte ueber das Gute in ihm.

Sonntag, 15. April 2012

Hayom Tish`a Yamim, shehem Shavua echad veshnei Yamim baOmer

Betrachtungen ueber die Selbstbestimmung


Eine Betrachtung meiner Lebensform. Wie verlaeuft mein taegliches Leben? So, wie ich glaube, und will, dass es laeuft?

Spirituelle Uebung:

1. Realisiere ich, was ich beschliesse?

2. Gebe ich mir selbst freie Stunden?

3. Ermoegliche ich mir, zu lernen?

4. Verfuege ich ueber genuegend Selbstdisziplin, beim Essen und bei Bewegung?

5. Faellt es mir schwer, meine Entscheidungen umzusetzten?

6. In welchen Bereichen schaffe ich es nicht, mich zu ueberwinden?

7. Was steht in meiner Macht, damit ich mich ueberwinde?

Mir faellt bei diesen Fragen, zu Disziplin und koerperlicher Bewegung gleich ein, dass ich noch einmal vor die Tuer gehen koennte, zum Laufen.

Hayom Shmona Yamim, shehem Shavua echad veYom Echad BaOmer (Heute ist der 8. Tag, das sind eine Woche und ein Tag des Omers)

Betrachtungen des Weges, wie ich Gutes tue
Oft tun wir Gutes aus unserer eigenen Auffassung heraus. Aus Kritik und einem Urteil des Anderen.
Das muessen wir ueberwinden und Gutes tun, indem wir den Anderen anschauen, und nicht uns selbst. Ohne an unserer Meinung festzuhalten.

Spirituelle Uebung:
1. Erinnere dich an eine gute Tat, die du getan hast. Schau sie dir genau an: Kam die gute Tat aus einer Verachtung heraus oder aus Kritik dem anderen gegenueber?
2. Habe ich diese gute Tat begangen, um mich selbst in meinen Augen hervorzutun, oder in den Augen der anderen Menschen?

Nachtrag v. Freitag abd.: Hayom Shiv´a Yamim, shehem Shavua echad baOmer (heute ist der 7. Omertag, das ist eine Woche des Omerzahlens)

Betrachtungen des Koenigreiches, in dem du lebst
Ehrst du dich und deine Umgebung, bestimmst du deinen Weg, indem du G-ttes Koenigreich akzeptierst? Dann kannst du wachsen und Gutes tun, lieben und gute Taten tun, und zum Guten Einfluss nehmen.
Ohne Herrschaft sind deine guten Tagen minderwertig.

Spirituelle Uebung:
1. Betrachte eine gute Tat, die du getan hast. Hast du sie aus einem Gefuehl der Herrschaft und der Anerkennung G-ttes Koenigreiches getan oder aus einer Sklavenmentalitaet heraus?
2.Betrachte dein Verhalten beim Essen, Schlafen, bei der Arbeit, in Beziehungen, in der Freizeit, bist du dein eigener Herr, oder wirst du fremdbestimmt?
3. Zeigst du Praesenz und transportierst du Eigenherrschaft?
4. Schreib dir selbst ein Gebet, in welchen Bereichen du dir Herrschaft wuenschst.

Samstag, 14. April 2012

Nachtrag v. Donnerstag abd.: Hayom Shisha Yamim baOmer - der 6. Tag des Omers



Beim Nachtrag fasse ich das Wichtigste zusammen:


Betrachtungen der Wurzeln unseres materiellen Handelns, unseres Verhaltens und der Ursachen unserer Anstaendigkeit.


Werden unsere Taten von einem spirituellen Blickpunkt gefuehrt?Gibt es in unserer Realitaet eine Einheit von Geist und Koerper? Koennen wir uns mit der wahren Grundlage des Guten verbinden?


Spirituelle Uebung:


1. Was bringt mich dazu, Gutes zu tun?


2. Bin ich mir dessen bewusst, dass Erbarmen, Liebe und gute Taten die Grundlage des "anstaendigen" Lebens sind?


3. Hilft dieses Wissen mir, den Anderen zu akzeptieren, weil auch er aus dieser Grundlage kommt?


4. Wie kann ich ein Ereignis auslegen, bei dem ich von jemandem beleidigt oder verletzt worden bin, mit dem Verstaendnis, dass auch er vom Grunde her ein guter Mensch ist?

Passionsfrucht - wie im Gan Eden

Passionsfruechte - aussen unscheinbar, haesslich und schrumpelig, so sind sie am schmackhaftesten und reif genug, um gegessen zu werden.

Der Geruch ist betoerend und das Ausloeffeln dieser nahrhaften Frucht ist ein wahrer Genuss. Schoen, dass wir hier eine so grosse Auswahl an Fruechten haben. Meine Tage in Jerusalem waren wunderbar, ich konnte komplett vom Alltag in Raanana abschalten. Viele Freunde habe ich getroffen und gesprochen. Ich habe heute einen langen Gang zur Kotel (Westmauer) gemacht und dort zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr gebetet. Ansonsten war viel Essen und Schlafen angesagt, bei wunderbarem Sonnenschein, aber abends und nachts ein wenig kuehl.

Donnerstag, 12. April 2012

Chag Sheni - Chag Sameach an Alle

Ich freue mich so sehr auf die Freunde, die ich heute mittag in Jersualem sehen werde. Bis mittag muss ich heute arbeiten, dann geht es direkt hoch auf den Berg. Der Rucksack ist gepackt, ich freue mich, in meinen "sicheren Hafen", oder eher "auf meinen Zufluchtsberg" zu fluechten. Die Arbeit war schwer und ich brauche Ruhe, vertraute Menschen, die es gut mit mir meinen.
Ich bin gluecklich, die Shabbatot und Chagim nicht mehr alleine verbringen zu muessen.

In dieser Hinsicht gibt es keine Kompromisse mehr und das tut gut. Auch wenn Israel in vielen Hinsichten ein schwieriges Land ist - wer seine Juedischkeit leben will, der ist hier gut aufgehoben und kann viel lernen.

Wie schoen, dass ich die Freunde einst traf, dass ER dort oben mir den Weg zu ihnen gezeigt hat, zu denen, die mir Freude und Hilfe sind.


Danke dafuer.

Chag Sameach!

Mittwoch, 11. April 2012

Hayom chamisha Yamim BaOmer - heute ist der fuenfte Tag des Omerzaehlens

Betrachtungen darueber, wie ich auf das Leben schaue.

Das Ziel ist die Entwicklung eines Gefuehles der Dankbarkeit, zu leben mit dem Gefuehl fortwaehrender Dankbarkeit, zu wissen, dass du in jedem Moment von einer Fuelle der Gnade beeinflusst bist. Sowohl wenn die Gnade und Liebe offensichtlich sind und die Dankbarkeit nachvollziehbar, als auch wenn die Gnade verborgen ist.

Spirituelle Uebung:
1. Zaehle zehn Dinge im weltlichen Bereich auf, fuer die du dem Schoepfer dankst.
2. Zaehle zehn Dinge auf, fuer die du deinen Eltern dankst.
3. Zaehle zehn Dinge auf, fuer die du deinen Lehrern (Freunden, Nachbarn, Geschwistern) dankbar bist.
4. Zaehle zehn Dinge auf, bei denen du fuer deine Noete und Probleme dankst.


Die letzte Aufgabe duerfte die schwierigste sein, doch wird sie leichter, wenn wir uns vorstellen, wie schon oft in der Vergangenheit sich eine voruebergehende Not oder ein Problem sich als notwendig erwiesen hat, entweder damit wir uns entwickeln oder sogar als versteckte Gnade, ohne die wir nicht an dem Punkt angekommen waeren, an dem wir letzten Endes dann standen. Oft ist also das Gute verborgen, weshalb wir es manchmal suchen muessen. Unsere Aufgabe ist es, stets das Gute in allen Dingen zu finden und zu ent-und aufdecken. Oder darauf zu vertrauen, dass es uns irgendwann einleuchtet.

Dienstag, 10. April 2012

Nacktes Sein

Gruen waechst ins Herz,
was die Sonne trinkt
ein Laecheln
an warmen Steinen lehnt die Seele
und will nur sein

Still
in Zufriedenheit
jenseits der Zeit...

(Noa)

Hayom Arbaa Yamim BaOmer - heute ist der vierte Tag des Omerzaehlens

Betrachtungen ueber die Gnade, das Geben und die Liebe, die fortwaehren und nicht ein einmaliges Ereignis des Gebens sind.


Das Ziel ist, die Eigenschaft der Gnade als fest angelegten Gedanken zu erreichen, dass das Gute und das Ewige immer bestehen als tagtaegliches, immerwaehrendes und sehr ausgewogenes Verhalten.




Spirituelle Uebung:


1. Wovon haengt MEINE Art der Gnade ab?


2. Von welchen auesseren Einfluessen ist meine Art zu Geben beeinflusst? (Beispiel: Freizeit, Muedigkeit..usw)


3.Von welchen inneren Einfluessen (Ursachen) haengt meine Art des Gebens ab? (Beispiel: Laune, Stimmung, die gefuehlsmaessige Verbundenheit, die ich mit demjenigen Menschen habe, Verletztlichkeit, Beleidigtsein und Enttaeuschung ueber ihn, etc..)


4. Kann ich mich zu einer Art fortwaehrenden Gebens "verpflichten", eine Art die Ausdauer und Konsequenz erfordert oder zu einem Geben auf kurze Zeitdauer?


Von der Freizeit-sklaverei in die Freiheit

Ich habe es in Deutschland schon oft Freunden oder Bekannten gesagt, dass ich so manches nicht in meiner Freizeit will, und dazu gehoert "Freizeitstress".
Auch der kann Sklaverei bedeuten.

Wenn ich X und Y treffen muss, aber weil ich bei Z schon am Morgen eingeladen bin, muss ich Y am Mittag unterbringen und kann dann am Abend X treffen.
Das gibt es schon lange nicht mehr in meinem Leben. Ich bin eine, die Verabredungen absagen kann, wenn sie merkt, dass es ihr zuviel wird. Ich stoepsele auch mein Telefon aus, wenn es mir zu haeufig klingelt. Ich erlaube mir einfach, das zu tun, was mir gut tut.
Meine Einstellung ist: Es gibt schon genug aeussere Zwaenge, da muss ich nicht noch in der Freizeit, die so furchtbar kostbar ist, "Pflichten erfuellen". Ich treffe Verabredungen "bli neder" wobei ich schon eine gewisse Verbindlichkeit habe. Aber inzwischen kenne ich mich so gut, dass ich schon weiss, dass eine Verabredung am Tag mir voellig reicht.

Auch EIN Film im Kino reicht mir. Ihn kann ich geniessen, ihn verdauen, ueber ihn nachdenken, und evtl. mit Freunden darueber diskutieren.

Eine Filmnacht mit 2-3 oder mehr Filmen muss ich nicht haben. Diesen Konsumrausch kann und will ich nicht ertragen, denn ich brauche Zeit zu Verdauen, Zeit fuer mich und Zeit um zu horchen, wie es mir (wirklich) geht.

Daher - lange Rede kurzer Sinn - habe ich meine Einladung zum See heute abgesagt. Ich bin von einer wirklich lieben Familie zu Chag Sheni ab Donnerstag zum Kinneret (See Genesareth) eingeladen, bis Motzei Shabbat zu bleiben.
Meine Arbeit zieht aber im Moment all meine Kraft aus mir, saugt mich aus, und ich kann nur mit Muehe klar denken.

Daher spuere ich das grosse Beduerfnis, auf KEINEN Fall neue Menschen kennen zu lernen, viel zu reden, meine Geschichte zu erzaehlen usw. , sondern zur "Familie" zu fluechten, das sind Esti und Roni in Jerusalem, meine besten Freunde, meine Burg.

Dort ist doch mein wahres Zuhause, auf dem Berg, in der Stadt, in der ich so viel schon erlebt habe.

Und obwohl ich wirklich zu gern mal wieder zum See fahren wuerde, da ich schon mehrere Jahre nicht dort war, fuehle ich, dass die Entscheidung fuer jetzt richtig ist. Die Seele kann nicht alles auf einmal ertragen, und muss auch freizeitmaessig etwas pfleglich behandelt werden.






Montag, 9. April 2012

Sandwich kosher lePessach

Ein Sandwich aus Kartoffelmehl, kosher fuer Pessach. Das gibt es hier in allen Variationen, auch Gebaeck, Plaetzchen, Kuchen, usw...

Hayom Shlosha Yamim BaOmer - heute ist der dritte Tag des Omerzaehlens

Betrachtung des Mitgefuehls und Erbarmens, das Geben und Liebe hervorbringt. Eine Betrachtung des Vermoegens, dem anderen goennen zu koennen und das Schoene (die Pracht) im Anderen zu sehen.


Oft geben oder lieben wir nach einer Art Buchhaltung, wir schauen, ob jemand uns das, was wir geben, zurueckgeben kann. Heute wollen wir an der Art von Geben arbeiten, die nicht mit Erwartung verbunden ist, etwas zurueck zu bekommen. Ein Geben um des Gebens willen, gewissermassen, aus Erbarmen. Geben, auch wenn es uns scheint, als ob der Mensch, dem wir geben, nicht wuerdig dafuer ist. Ein Geben, das den anderen "schmueckt".






Spirituelle Aufgabe:



1. Erwarte ich vom anderen eine Gegenleistung, wenn ich ihm gebe?



2. Tue ich Gutes mit all meiner Kraft?



3. Tue ich Gutes, damit man mich "sieht", auf mich aufmerksam wird? Damit man mich dafuer schaetzt?



4. Schenke Liebe auf jede moegliche Art, gerade dem, der dich verletzt hat.



5. Betrachte die guten Taten dieses Menschen.












Ehrlich?

Also ganz ehrlich? - Mir faellt es zurzeit sehr schwer, die Dinge, die ich fuer euch vom Kalender des Omerzaehlens uebersetze, selbst irgendwie umzusetzen, zu sehr macht mir die Arbeit zu schaffen, die mich sehr anstrengt und alle Kraft von mir abfordert. Es ist alles neu, vieles wird von mir verlangt, was ich nicht (oder noch nicht) leisten kann. Im Buero gibt es einen hohen Druck, der schwer ist, auszuhalten, zumal fuer jemanden, dem die Materie fremd ist. So stellen sich nach langer Zeit mal wieder Bauchschmerzen ein, schon in der Nacht gegen Morgen, denn ich habe Angst vor dem naechsten Arbeitstag.


Waehrend des Bueroalltages kommen Kopfschmerzen dazu, da zuviel auf mich einprasselt von allen Seiten, ungeordnet und nun in den Pessachfeiertagen auch noch mit Personalmangel.


Ich muss mich wirklich zusammenreissen, um dadurch nicht die spirituelle Aufgabe zu vernachlaessigen, die das Omerzaehlen bietet.




"Du verpasst wirklich etwas, wenn du am Shabbat nicht faehrst, weisst du das? Es ist furchtbar schade, dass du so gar nicht das Wochenende geniessen kannst."


Ein Satz, den ich aus Deutschland kenne, aber den hier nicht religioese Juden zu mir sagen.


Noch etwas, was mich ein wenig zusammenzucken liess: "Mein Bekannter ist ANTIDATI!"


Anti-religioes zu sein, verstehe ich nicht ganz. Entweder ist man religioes, oder eben nicht, aber warum anti? Dagegen sein ist auch eine Art Intoleranz. Warum kann man nicht den anderen so sein lassen, wie er ist? Warum ihn nicht akzeptieren? Von uns religioes lebenden Menschen wird das doch auch verlangt und erwartet, und wehe, wenn wir uns anders verhalten.


Koennen nicht religioes lebende Juden uns nicht einfach in Ruhe unser Leben leben lassen und sich Kommentare ersparen?


Solange ich andere nicht missionieren will (was mir aeusserst fern liegt..) und den anderen nicht durch Worte oder Taten in seinem Anderssein beeintraechtige, kann es doch so egal sein, was ich am Shabbat tue. Oder?

Sonntag, 8. April 2012

Wir zaehlen jeden Tag, denn jeder Tag ist wichtig

Heute las ich ein sehr anschauliches Beispiel zu unserem Thema, dem Omer-zaehlen. Warum zaehlen wir ueberhaupt die 49 Tage bis Shavuot, unserer zweiten Geula, (Erloesung), der geistigen Erloesung, nachdem wir koerperlich, physisch bereits zu Pessach aus der Sklaverei erloest wurden?




Unter anderem aus einem sehr einleuchtenden Grund. Niemals ist ein Tag "einfach so nur ein Tag" Stam, wie man auf hebraeisch sagt.


Nein, jeder einzelne Tag, und sogar jede Stunde und Minute soll uns kostbar und wichtig sein. Sie bringt uns unserer Erfuellung der Lebensaufgabe ein Stueck naeher.


Das Beispiel war folgendes: So wie ein Chirurg auf dem Hoehepunkt einer Operation am offenen Herzen sicher nicht daran denkt, dass er gleich einen schoenen Film im Fernsehen anschauen will, so sollten wir jeden Tag handeln, mit Verantwortung fuer den Moment.


Der Herzchirurg wuerde das Leben des Menschen vor ihm in grosse Gefahr bringen, wuerde er den OP-Tisch verlassen, er widmet sich seiner Aufgabe mit der groesstmoeglichen Konzentration und Hingabe. Er gibt alles von sich in diesen wichtigen Stunden.




Auch wir sollten keinen einzigen Tag so vergeuden, dass es nur "so ein Tag" war. Wir sollten immer wieder neu danach streben, ihn nicht nur "herumzubekommen", sondern nach seiner Qualitaet, nach seiner Bedeutung suchen.


Das ist furchtbar schwer und scheint uns im Allgemeinen unmoeglich.


Das Omerzaehlen will uns ein wenig erziehen und uns Bewusstheit nahebringen. Wer sich hinstellt und einfach sagt: heute ist der zweite Tag... der wird sich in diesem Moment merkwuerdig oder ein wenig dumm vorkommen.


Wer aber jeden dieser Tag als etwas ganz Besonderes erfaehrt und versucht, mit maximaler Konzentration jeden Moment zu (er)-leben, der lernt sich in jedem Falle besser kennen und kann auf diese Weise seine Eigenschaften verfeinern und veredeln.


Erst dann, nach 49 Tagen, ist er dann auch spirituell bereit, die Tora zu empfangen.

Hayom Shnei Yamim baOmer - heute ist der zweite Tag des Omerzaehlens

Betrachtungen meiner Grenzen beim Geben, meiner Absichten beim Geben und des ausgewogenen Gebens

1. Ist es mir schon einmal passiert, dass ich ausgerechnet von jemandem verletzt wurde, dem ich gegeben habe?
2. Gebe ich,was der andere benoetigt, oder was ich ihm geben will?
3. Gebe ich aus persoenlichen Gruenden, und in MEINEM Interesse?
4. Werde ich des Gebens muede?
5. Strenge ich mich an beim Geben?

Spirituelle Uebungen:
Stell dir ein Ereignis vor, bei dem du von jemandem verletzt wirst, dem du gegeben hast.
Versuche zu sehen, was geschah.
Was war nicht passend an meinem "Geben"?
Wieviel hast du von dir selbst hergegeben fuer ihn?
Was war der wahre Grund fuer dein Geben?
Gebe heute "mit Grenzen", gemaess dem, was dir moeglich ist (was DU festlegst) und nicht worum du gebeten wirst, auch nicht gemaess deiner selbst aufgestellten Erwartungen.
Gebe heute aus einem "In-dich-hineinhoeren" heraus, so wie du willst und auch kannst.

Samstag, 7. April 2012

Hayom Yom Echad laOmer - heute ist ein Tag (der erste Tag) des Omerzaehlens


Heute abend zaehlen wir zum ersten Mal.

Ich moechte euch an meinem kleinen Kalender teilhaben lassen, den ich mir zum Omerzaehlen gekauft habe.

Er ist eine Anregung, wie man die Omertage besser nutzen kann, um sich um das Verfeinern der eigenen Eigenschaften zu bemuehen, und gibt viele Impulse.

Es gibt jeden Tag kleine Aufgaben, um besser in sich hineinzuhoeren, und sich so tiefer selbst kennen zu lernen.

Fuer den heutigen Abend sind folgende Anweisungen zu finden.

Betrachtungen, das Gute zu lieben, Betrachtungen meines Vermoegens, zu lieben und zu geben, im physischen Bereich, im gefuehlsmaessigen Bereich und in meinen Beziehungen.

1. Gebe ich mit Leichtigkeit etwas von mir?
2. Was faellt mir leicht zu geben? (eine Umarmung? Geld? Aufmerksamkeit?)
3. Was faellt mir schwer, zu geben?
4. Wem gebe ich? Wem gebe ich nicht?
5. Was fuehle ich, wenn ich gebe?
6. Wie fuehle ich mich, wenn ich es ablehne, zu geben?

Geistige Uebung
Schenke heute demjenigen aus vollem Herzen Liebe, bei dem es dir schwer faellt, ihn zu lieben.
Achte darauf, wie dein Gefuehl ist, nachdem du das getan hast.

Omerzaehlen und sich besinnen..

Im Anschluss an das Abendgebet (aber auch noch die ganze Nacht und bis zum naechsten Tag moeglich) wird gezaehlt, indem wir zunaechst die Bracha sagen:



Gepriesen seiest Du, Herr unser G'tt, König des Universums, der uns
geheiligt hat mit Seinen Geboten und uns geboten hat Omer zu zählen


An den ersten 6 Tagen:"Heute ist der ... Tag des Omer"nach sieben Tagen:Heute ist der ... Tag des Omer, das ist die ... Woche (n) und ... Tag (e)




49 Tage bis Shawuot - Sfirat haOmer

Der Sederabend ist vorbei. Pessach dauert 7 Tage lang und am 7. Tag ist noch einmal Chag, Feiertag.

Wir zaehlen ab heute abend 49 Tage bis zum Shawuotfest. (Die Christen haben eine aehnliche Zaehlung - von Ostern bis Pfingsten sind es auch 7 Wochen)

Im 3. Buch Mose (23.10-16) finden wir die Aufforderung dazu: Sieben volle Wochen sollen es sein. Bis zum Tag nach dem siebenten Shabbat sollt ihr zaehlen...

Im 5. Buch Mose 16.19 - 12 steht: Sieben Wochen sollst du dir zaehlen, vom "Anheben der Sichel am Getreidestand" sollst du beginnen, sieben Wochen zu zaehlen, dann sollst du das Wochenfest feiern, dem Ewigen, deinem G-tt...


Omer zaehlen ist das "Garben zaehlen", da Pessach und Shawuot stark mit der Ernte verbundene Feste sind (es ist der Anfang und das Ende der Gerstenernte, die Zeit zwischen der Aussaat und der Ernte entsprechen dem Omer-zaehlen)


Zu Pessach essen wir sieben Tage lang Mazzot, das sogenannte Armenbrot, oder ungesaeuerte Brot, wir verbannen alles Chametz (alles was saeuern kann..) aus unserem Haushalt und essen nichts, was aus Getreide ist, keine Nudeln, kein Brot, kein Gebaeck, trinken kein Bier..). In Israel haben wir es gut, hier gibt es alle moeglichen Gebaeckarten auch ohne Chametz, den Unterschied schmeckt man kaum.


Diese Einschraenkungen sollen eine ganz bewusste Zeit einleiten, die auf die Uebergabe der Tora hinfuehrt, auf das Shawuot-fest.

Wir bitten G-tt, uns dabei zu helfen, uns zu heiligen und zu reinigen.

Es soll eine spirituelle Zeit werden, in der wir nicht nur mechanisch "Omerzaehlen", d.h. ganz bewusst jeden Abend zaehlen, sondern die Zeit nutzen, um spirituelle weiter zu wachsen und uns zu entwickeln.


Diese Heiligung und Reinigung, die ganz persoenlich in jedem von uns stattfinden soll, hat - so glauben wir - auch eine Wirkung auf die ganze Welt. Positive Energien fliessen vermehrt und koennen sogar zur Verbesserung unserer Beziehungen und der gesamten Welt fuehren.


Freitag, 6. April 2012

Pessach kasher vesameach - ein wundervolles (voller Wunder!!) Pessachfest

PESSACH SAMEACH AN ALLE LESER WUNESCHT EUCH NOA AUS JERUSALEM. (מעבדות לחרות)

Mittwoch, 4. April 2012

Ein Geburtstagsgruss an meine Tochter Moni

Viele Gruesse aus Ra´anana wuenscht dir, liebes Moenlein, die Mama. Dass du schon 32 Jahre bist, ist kaum zu glauben, und ich habe "keine Muehen gescheut" :-) , um dir ein paar Luftballons zu schicken, ueber das Mittelmeer, nach Deutschland.
Ich hoffe, du hattest einen schoenen Tag und hast mit viel Kuchen und Geschenken feiern koennen.
Genau wie auf deine Schwester, bin ich sehr stolz auf dich. Viel Gesundheit, Liebe und G-ttes Segen auch auf diesem Wege!


Dienstag, 3. April 2012

Ra´anana - meine neue Heimatstadt

Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gibt es ein Meer von bluehenden Baeumen.
Es wird langsam waermer, was man auch nachts merkt. Die Wolldecke wird im Laufe der Nacht zu dick.
Die Post scheint in Raanana wesentlich zuverlaessiger zugestellt zu werden als in Yerushalayim, zumindest, wenn es sich um Pakete handelt.
Ich habe meine zwei Pakete schon abholen koennen, die ich mir vor der Ausreise zugeschickt hatte. So konnte ich noch einige Buecher "retten" und ein paar Kleidungsstuecke mehr mitnehmen.
Dennoch muss ich sagen, dass ich keinen grossen Verlust verspuere, auch wenn fast mein komplettes Leben wieder in einen Koffer, einen Rucksack und zwei Pakete passt. Das war aber bereits bei meiner ersten Alyia so. Morgen und uebermorgen noch arbeiten, dann ist erstmal Pessach und ich kann zu den Freunden fahren nach Yerushalaiym. Nach einem wirklich "rauhen" Arbeitsstart freue ich mich doch sehr auf dieses Wochenende. Mazzot muss ich noch kaufen, fuer die Zwischenfeiertage. Und nach Pessach werde ich dann verstaerkt auf Wohnungssuche gehen. Die Bituach Leumi, die ich das Jahr ueber von Deutschland aus auf niedrigem Niveau bezahlt habe (Sozialversicherung, Krankenkasse), muss ich ummelden, da ich ja nun wieder durch die Arbeit versichert bin. Meine Krankenkasse werde ich ummelden muessen und die Zweigstelle der Bank werde ich ummelden, wenn ich eine eigene Wohnung in Ra´anana habe.

Montag, 2. April 2012

Hilfe - ein ganz neuer Arbeitsbereich

Ich bin durcheinander, verstehe wenig und muss mich am Tag sehr dazu zwingen, nicht aufzugeben. Ja, ich weiss, es ist ja erst der zweite Arbeitstag.
Es ist einfach so viel neues Material, Kunden, Auftraege, Anfragen, Preisangebote, und dann Zeitdruck.
Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann hineinkomme, in diesen neuen Job, und nicht das Handtuch schmeissen muss.
Ich hoffe, an alles zu denken, und nichts falsch zu machen. Das ist unmoeglich, denn ich werde noch viel machen muessen - allein, ohne Hilfe, wenn meine Kollegin, die mich einarbeitet, fort ist, im Urlaub.
Und dann?
Gestern abend bin ich wieder gelaufen, nach der Arbeit. Mehr als 2 Wochen bin ich nicht mehr gelaufen, daher zunaechst einmal nicht mehr als 25 min.
Das hat gut getan, und den Kopf frei gemacht.
Ich freue mich jetzt ganz besonders auf das Wochenende und den Sederabend, bei der Tochter von Esti, meiner Freundin und hoffe, dass ich dort komplett abschalten kann von der neuen Materie und der Angst, zu versagen und dann ohne Arbeit dazustehen.
Ich werde mein Bestes geben, und hoffe, dass ER mir dann weiterhelfen wird.


Sonntag, 1. April 2012

Explosionen am ersten Arbeitstag in Raanana

Heute mittag. Eine Explosion ist zu hoeren. Eine zweite lauter, eine dritte und vierte, heftig, das Gebaeude wackelt. Wir wissen nicht was los ist, rennen alle ins Miklat (Schutzraum)). Rufen unsere Freunde an, ob sie was in den Nachrichten hoeren. Wieder eine Explosion, noch staerker.
Ambulanzen, Polizeit..
kein Alarm, also keine Raketen oder aehnliches.
Nach einer Weile hoeren wir, es war eine Explosion in einer Farbenfabrik ganz in der Naehe unseres Bueros.
Schwarzer dicker Rauch in der Gegend, ist nicht klar, ob chemische Substanzen in der Luft sind. Es scheint als ob Menschen in einem Gebaeude eingeschlossen sind. Es gibt ein paar Verletzte. G[tt sei dank nur leicht. Der ganze Industriebezirk ist abgesperrt.
Puh... ein heftiger erster Arbeitstag.
Wenigstens weiss ich jetzt, wo der Schutzraum ist.