Dienstag, 26. Februar 2013

Gradrakete vom Gazastreifen explodiert in Ashkelon

Nach drei Monaten Ruhe ist heute morgen d erste Grad-Rakete (eine ueberarbeitete, verbesserte Form) in Ashkelon gelandet . Es gab keinen Alarm aber G"tt sei Dank wurde niemand verletzt. Wir werden sehen ,wie es weiter geht und ob sich die Lage weiter aufheizt.
Der Grenzübergang Kerem Shalom wurde vorerst geschlossen

Montag, 25. Februar 2013

Geruechtekueche?

Kollege Y. war kuerzlich zu Reserveuebungen. In Israel muss jeder nach seiner Zeit bei der Armee einmal im Jahr fuer eine oder zwei Wochen zu Reserveuebungen. (Miluim).
So kommt Israel auf rund 440.000 Reservisten, die einen der wichtigsten Teile der Armee darstellen. Ohne Reservisten waeren wir wohl aufgeschmissen. 
Als Y. zurueck kam zur Arbeit, sagte er ganz nebenbei, dass den Reservisten angekuendigt wurde, sie moegen sich fuer Ende Maerz "bereithalten". Es kann Krieg geben zu diesem Zeitpunkt. 
Eine andere "Quelle" bestaetigte mir dies, von ihr wurde mir erzaehlt, es wuerde um den Iran und die Hisbollah im Libanon gehen. 
Zurzeit heizt sich die Stimmung in Yehuda und Shomron (in den Siedlungen) so richtig auf, die Steinewerfer sind wieder unterwegs und das angeblich, weil ein Gefangener (Palaestinenser) aus dem Gefaengnis "Megiddo" auf unerklaerliche Weise gestorben ist. 
Der Mann soll laut palaestinensichen Vermutungen von Israel zu Tode gefoltert worden sein, obwohl die Umstaende seines Todes noch gar nicht geklaert wurden. 
Die Lage scheint so explosiv, dass in den Medien staendig von einer bevorstehenden 3. Intifada gesprochen wird. Stehen wir wirklich am Rande einer neuen Intifada?
Stimmen die Geruechte und was wird sich in den naechsten vier Wochen hier in Punkto "Sicherheit" tun?
Ich moechte glauben, dass alles nur Gerede ist und von Menschen aufgebracht wird, die sich ein wenig wichtig tun wollen. 
Der Test einer neuen Abwehrrakete mit Namen "Chetz 3" (Pfeil 3) spricht hingegen eine andere Sprache und koennte daraufhindeuten, dass eine Konfrontation bevorsteht. 
In gut vier Wochen ist schon Pessach und ich hoffe eigentlich nicht, dass uns das Fruehlingsfest durch irgendwelche Kampfhandlungen beeintraechtigt wird. 

Ein selten unschoenes Erlebnis und ein Schlag ins Gesicht eines jeden Gers

Wie heisst es doch so schoen in der Tora (mehrfach!) : Du sollst den Ger nicht schlecht behandeln, denn Gerim ward ihr in Aegypten.
Ich kann mich wirklich nicht beklagen, wenn ich Bilanz ziehe. Die Reaktionen der Menschen hier in Israel auf mich als Gioret waren durchweg positiv, manchmal sogar peinlich "uebertrieben". Es gibt Menschen, die so zu einem Ger "hinaufschauen", dass ich mich unwohl fuehle, denn ich bin auch nur ein Mensch, und sicher keine Heilige. 
Ein einziges negatives Ereignis aber hat mich zugegebenermassen in der letzten Zeit mehr als noetig getroffen und bis heute beschaeftigt. 
An der Rezeption werden wir oft fuer alle moeglichen Dinge die schieflaufen beschuldigt. Die Leute an der Rezeption sind immer da, koennen nicht weglaufen oder sich aus der Affaire ziehen. Ob es um nicht zuverlaessige Reinigungskraefte oder den Termin bei der Aerztin geht, um seit Tagen gemeldete Reparaturen, die nicht ausgefuehrt wurden oder sonst welche Beschwerden geht - wir sind fuer Sie da!
Es ist an der Tagesordnung, dass sich die Menschen in erster Linie bei uns Luft machen ueber ihren Aerger. 

So bekam eines Tages eine Bewohnerin nicht die Antwort von mir, die sie sich erhofft hatte und aergerte sich, kuendigte an, sich ueber mich zu beschweren und suchte nach Worten, mich zu verletzen. Als wir laengst unser Gespraech beendet hatten, und ich an der Ecke zu unserem Teamzimmer stand, sagte sie zu meinem jungen Kollegen: "Beschweren werde ich mich ueber sie, da kannst du von ausgehen! " Mein Kollege erwiderte: "Aber ausgerechnet sie ist wirklich eine zuverlaessige Kollegin und ich kann nicht nachvollziehen, was Sie meinen."
Da sagte sie: "Naja... im uebrigen ist sie ja nicht mal Juedin."
Mein Kollege bekam grosse Augen (er hat einen ausgepraegten Gerechtigkeitssinn und kann es ueberhaupt nicht gut haben, wenn man andere beleidigt) "Wie koennen Sie so etwas sagen?" meinte er, "sie ist Juedin mit allem was dazu gehoert. Sie hat Giur gemacht!"
"Ach, sind wir doch mal ehrlich," setzte sie noch einen drauf, "fuer uns wird sie doch immer Deutsche bleiben, nicht wahr?"
Dass mein Kollege nicht aus dem Hemd sprang... er schnappte nach Luft und hat sie furchtbar zur Rede gestellt. Natuerlich sah sie, dass ich sie hoeren konnte und das war wohl auch der Sinn der Sache. 
Ihr Ziel hatte sie erreicht, ich war getroffen, obwohl es unter hunderten von Begegnungen das erste und einzige negative war, was sich auf meinen Giur bezog. 
Bisher jedenfalls.

Stand der Dinge

Am letzten Shabbat habe ich meine Einladung recht gut "hinbekommen", meiner Meinung nach. Zwar habe ich nicht bis zum Schluss, bis alle gingen, durchgehalten, aber immerhin bis 22h. 
Wenn ich sehr genau analysiere, was genau dazu gefuehrt hat, dass ich gut durchgehalten habe, sowie was die Ursache dann fuer meinen ploetzlichen Aufbruch war, so wird mir einiges klar. 
Trotz der vielen Gaeste hatten wir recht lange Zeit eine relativ geordnete Unterhaltung am Tisch. Am Gespraech waren fast alle beteiligt, d.h. es gab keine Grueppchenbildung. Wir sprachen ueber die Parasha, ueber Literatur und historische Ereignisse, jeder hoerte dem zu, der gerade das Wort ergriff und so hielt sich  auch der Geraeuschpegel in Grenzen. 
Zu einem bestimmten Zeitpunkt - nach dem Nachtisch - kippte dann die Unterhaltung um und jeder sprach mit seinem Nachbarn, was dazu fuehrte, dass die Stimmen lauter wurden, das Zuhoeren schwierig. Jedenfalls fuer jemanden wie mich, die sich zurzeit auf eine gewisse Weise "zerbrechlich" fuehlt. 
Stimmen und Geraeusche sind fuer mich im Moment fast wie koerperliche Schlaege und genau das halte ich nicht lange aus. 
Am Shabbatmittag dann habe ich wieder einen Spaziergang zur Emek haMazlewa" (Kreuztal) unternommen, und die in voller Bluete stehende Natur mit ihrer heilenden Wirkung auf mich wirken lassen.
Dasss ich zurzeit nur den Shabbat als einzigen Erholungstag von der Woche habe, ist eindeutig zu wenig, um wieder zu mir selbst zu finden, daher muss ich im Moment sehr auf mich achten. 

Heute ist Purim, und bei der Arbeit war es ein Tag, der an Hektik und Stress kaum zu uebertreffen ist. Zu allem Trubel kam ein Notfall dazwischen. Herr K. brach beim Essen zusammen und ich als Rezeptionsangestellte und gleichzeitig Sanitaeterin fuehlte mich mit der Situation ziemlich ueberfordert. Herr K. war grau-weiss und  kaltschweissig und reagierte anfangs gar nicht. Ich war froh dass er atmete und liess die Ambulanz rufen. 
Gestern war ich noch bei ihm in der kleinen Wohnung des Heimes zum Cafe eingeladen. 
Ich hatte grosse Angst, dass er sich einfach verabschiedet heute, ausgerechnet zu Purim. G-tt sei Dank hat er alles bisher ueberlebt und ist nun in guten Haenden im Shaarei Zedek-Hospital. 
Die Strassen fuellten sich gegen Mittag und in Sanhedria ging bald ueberhaupt nichts mehr. Kein Autobus, kein Taxi, alles verstopft, tausende von verkleideten Menschen waren auf den Beinen und ich machte mich trotz grosser Erschoepfung dann zu Fuss auf den Heimweg. 
Das schoene Fruehlingswetter konnte ich leider gar nicht bewusst wahrnehmen. 
Morgen soll es in Yerushalaiym 23 Grad werden, also in etwas so wie heute. Dabei ist es in den Gebaeuden viel kaelter als drausssen. 
Ich sehne mich danach mehr draussen zu sein, in die Natur zu gehen, und wie in der letzten Zeit so oft - nach Ruhe.

Freitag, 22. Februar 2013

Einladung zum Shabbat - zurzeit mit gemischten Gefuehlen

Einige Wochen schon bin ich kaum einer Einladung zu Shabbat gefolgt, und wenn ich es doch tat, habe ich mich eher verabschiedet. Ich war zu erschoepft, arbeite 6 Tage in der Woche und bin einfach am Abend nur muede. Arbeit und Schlaf, so sah der Alltag in den letzten 8 Wochen aus. 
Schichtarbeit, also sehr fruehes Aufstehen und nur einen Tag in der Woche Ruhe, dazu zweimal in der Woche nach der Arbeit noch zu der alten Dame, um etwas dazuzuverdienen, so wie eine Deutschstunde am Abend, all das ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Gerne wuerde ich auch einmal abends etwas unternehmen, die Freunde draengen, ich soll mehr aus dem Haus gehen - aber wenn ich zu spaet ins Bett gehe, komme ich am Morgen ueberhaupt nicht in die Gaenge. 
An den letzten Shabbatot war ich entweder nur am Abend, oder sogar gar nicht in der Synagoge. Ich habe den kompletten Shabbat ueber nur geschlafen, gelesen, geschlafen, gegessen .... fuer mehr fehlte mir die Kraft. Vor 14 Tagen habe ich einen Spaziergang in den Park gemacht, wo es gruent und blueht nach der Regenperiode. Alpenveilchen, Anemonen und die Mandelbaeume.... es tat gut, die Natur auf die Seele wirken zu lassen. 
Seit 3 Wochen bin ich nun auch einmal in der Woche zum Yoga gegangen und es tut unglaublich gut. Ruhe und Bewegung, in der richtigen Balance, das war es was ich suchte. 

Viele Einladungen habe ich nicht angenommen, da ich bereits in der Synagoge einschlief vor Erschoepfung. Heute gehe ich zum ersten Mal wieder zu Freunden in der Naehe, und habe ein wenig Angst, nicht durchzuhalten. Manchmal sind mir nach einer langen Woche die Gespraeche zu anstrengend, die Stimmen zu laut und ich will einfach nur nach Hause, die Ruhe auf mich wirken lassen. 
Ich hoffe sehr, dass nicht allzu viele Gaeste dort sein werden, und doch weiss ich, wenn es mir zuviel wird, werde ich gehen koennen, ohne dass man mir boese ist. 
Ich bete fuer bessere ruhigere Zeiten und ein etwas geregelteres Leben. 

Purim und Parashat Tezawe

Purim und die heutige Parasha "Tezawe" haben einges gemeinsam. 
Unter anderem geht es um die Anwesenheit Moshes, die in Tezawe sehr offensichtlich ist, aber nicht ausdruecklich erwaehnt ist. Und doch spricht G-tt mit Moshe, gibt ihm Anweisungen, so dass wir Moshe deutlich vor uns sehen, wenn wir die Parasha lesen. 
Aber nicht einmal wird er mit Namen erwaehnt. 
So auch in der Megillat Esther, die zu Purim gelesen wird mit G-ttes Namen. Sehr offensichtlich lenkt er die Geschehnisse, wirkt durch die Menschen und rettet das juedische Volk (wieder einmal) vor der vollstaendigen Ausloeschung, wie es geplant war. 
Der Name G-ttes ist kein einziges Mal erwaehnt und doch besteht kein Zweifel an seiner Allgegenwart. 
Er wirkt im Verborgenen, so wie es Moshe in der Parasha tut. 
Eine Botschaft fuer uns Menschen kann folgende sein: Auch wenn wir oft denken, dass G-tt gar nicht hoert und scheinbar unsere Bitten und Gebete ignoriert - er ist immer da. Vielleicht wirkt er durch Menschen, die uns begegnen, vielleicht schickt er uns Botschaften durch sie, die wir, wenn wir aufmerksam genug sind, aufnehmen und umsetzen. 
Auch ich habe dieses Wirken bislang immer bemerkt. Ich hatte immer ein Dach ueber dem Kopf und zu essen, besonders hier in Eretz Israel, wo das so gar nicht selbstverstaendlich ist. Ein neues Land, eine andere Kultur und andere Verhaeltnisse, eine andere Sprache und viele kleine Neuanfaenge, die einem das Leben nicht immer leicht machen. 
Und doch - das neue Land erweist sich als das Land, in dem wir uns trotz aller Schwierigkeiten wohl fuehlen koennen, das fuer uns bestimmt ist, in dem unser Geist eine ganz besondere Luft atmen kann, in dem die neue Sprache in Wirklichkeit die Muttersprache unserer Seele ist und uns deshalb so bekannt vorkommt.
G-tt laesst seinen "Augapfel" immer auf seinem Land ruhen, nie laesst er es aus dem Auge, so heisst es. Ich vertraue weiter darauf, dass er sowohl unser Land beschuetzt vor den Angriffen und dem Hass vieler Feinde, die uns umgeben und uns vor der Ausloeschung und Zerstoerung behuetet, und auf "Hashgacha pratit", die ganz persoenliche Begleitung durch IHN. 
Wer IHN sucht, hat staendig Kontakt zu IHM, ist nie allein und darf sich behuetet fuehlen, ob Jude, Christ, Moslem oder Buddhist. 
Shabbat Shalom und PURIM SAMEACH!

Montag, 18. Februar 2013

Spenden fuer Blogger - eine Gelegenheit fuer eine kleine Anerkennung oder unnoetig und dreist?

Mein Schwiegersohn in spe hatte die Idee, ich koenne doch mit dem Bloggen aufhoeren und ein Buch schreiben. Immerhin wuerde ich so ein wenig Geld mit meiner Schreiberei verdienen. 
Das Bloggen macht aber Spass und ein Buch zu schreiben fuehlt sich stressiger an. 
Als ich vor zwei Jahren meine Kolumne "Noas Alija-Tagebuch" , die ein Jahr lang in der Juedischen Zeitung erschienen war, aufgab, war der Grund fehlende Anerkennung. 
Man hatte mir mehrfach die Rueckmeldung gegeben, dass nach anfaenglichem Zweifel die Kolumne ein gern gelesener Teil der Zeitung geworden war. 
Ich wollte ein wenig Erfahrung mit dem Schreiben sammeln und hatte keinen Cent fuer meine monatliche puenktliche "Ablieferung" der Artikel bekommen, ich wollte es auch gar nicht. 
Als ich dann nach einem Jahr nicht mehr einsah, alles umsonst von mir herzugeben, und hoeflich nachfragte, ob sich die Redaktion vorstellen koenne, mir einen kleinen Obulus fuer meine Arbeit zukommen zu lassen, fand man es nicht einmal fuer noetig, mir ueberhaupt zu antworten. Nicht "Nein, tut uns leid, wir haben keinen Etat dafuer", oder "gern, aber es wird nur ein geringer Betrag werden". Nichts, keine Antwort. 
Ich fand das sehr traurig und enttaeuschend, nach einem Jahr. Und eine Ablehnung waere immerhin eine Reaktion gewesen, so jedoch....
Und doch fand ich es nur fair von mir, bevor ich einfach aufhoere, das Ende meiner Kolumne anzukuendigen, damit sich die Redaktion darauf einstellen konnte. Ich bot noch einmal an, weiterzumachen, gegen einen Unkostenbeitrag, oder aber in einem Monat meine Kolumne einzustellen. 
Wie gesagt - es war der Redaktion keine Antwort wert. 
Ich fuehlte mich - ob zu recht oder unrecht weiss ich nicht - ein wenig ausgenutzt und bekam nicht einmal ein Abschiedsmail a la "Danke fuer deine Beitraege in unserer Zeitung". 

Beim Bloggen kamen ein paarmal Anregungen, ich solle doch eine Spendenmoeglichkeit bieten, um mir wenigstens ab und zu den Cafe in der Ben Yehuda davon leisten zu koennen. 
Irgendwann tat ich es dem Blog ARO nach und brachte in einer Ecke "Kontakt/Spenden" und meine mailadresse an. 
Als ich dann die erste Reaktion bekam und gefragt wurde, fuer welche Organisation ich denn Spenden sammle, schaemte ich mich sehr und entfernte den Vermerk schnell wieder. 
Und nun nimmt Lila in ihrem Blog das Thema wieder auf, in ihrem Beitrag "Hab´s getan" . Genau wie ich, verschaemt und mit ein wenig Sorge, dass man sie "verurteilen" koennte, erklaert sie lang und breit, warum sie den Button anbringt und warum im Moment alles sehr knapp ist. 
Ja, wir leben hier auf einem anderen Niveau als die Menschen in Deutschland, muessen uns von 800-1000 EUR komplett ernaehren, mit einer hoeheren Miete als in Deutschland und hoeheren Lebenshaltungskosten. Dabei arbeiten wir viel mehr fuer viel weniger Gehalt, nicht selten 45-50 Stunden in der Woche. (Wobei ich betonen muss, dass wir TROTZDEM lieber hier wohnen als in Deutschland... schliesslich haben wir es uns freiwillig ausgesucht, hier zu wohnen)
Aber ist das das Kriterium und die verschaemte Erklaerung fuer einen paypal-Button? Muessen wir uns rechtfertigen dafuer, dass wir den Lesern einfach ohne grosse Worte die Moeglichkeit geben, uns eine wie auch immer geartetete kleine Anerkennung zukommen zu lassen? 
Ein Cafe mehr im Monat oder ein kleiner Einkauf waere doch schon eine ausreichende "Entschaedigung" und ein Ansporn zum Weiterschreiben, falls dem Leser das Lesen des Blogs noch Freude macht. 

Wie seht ihr die Sache? Was meint ihr zu der Moeglichkeit ab und zu ein paar Euro zu spenden als Beitrag zum Bloggen? Seht ihr diese Idee als unverschaemt an oder steht ihr solch einer Moeglichkeit positiv gegenueber?
Ich wuerde gern eure Meinung hoeren und erwaege in der Zwischenzeit, auch solch einen Button anzubringen, obwohl ich noch absolut keine Ahnung habe, ob das bei Blogspot ueberhaupt moeglich ist. 
In der Zwischenzeit wuerde ich mich ueber ernst gemeinte Meinungsaeusserungen zu diesem Thema freuen.
(Die Frage lautet nicht, ob ihr selbst spenden wollt, sondern nur, ob ihr die Moeglichkeit zur Spende in einem Blog in Ordnung findet oder gar verwerflich)
Inzwischen habe ich aber einiges an Kritik am Unternehmen Paypal gelesen, so dass der Eindruck entsteht, dass es nicht sicher ist, dass man an sein Geld kommt, Stichwort "Einfrieren des Kontos". 

Montag, 11. Februar 2013

Freitag, 8. Februar 2013

Al Em haderech - auf dem Weg ( an einer Wegkreuzung...?)


Weil du bist

Das groesste Glueck liegt in einem kleinen Augenblick verborgen,
es spricht zu dir, wenn niemand bei dir ist,
sei still, und lausche,
was es erzaehlt,
oeffne die Augen und sieh,
was es dir zeigt
und fuehle,
welche Klaenge zu dir dringen
aus der Ruhe der Natur
aus den Farben der Steine
aus dem Wohlgeruch der Luft.
und aus dem Leben, das dich umgibt.

Finde dein inneres Selbst
ohne Angst
ohne Zoegern
ohne Hasten
einfach weil du bist.

(Noa, kurz vor Shabbat)

Montag, 4. Februar 2013

Freitag, 1. Februar 2013

Shabbat shalom!


Parasha Jitro - haushalte mit deinen Kraeften!

Jitro, Moshes Schwiegervater kommt, da er von den grossartigen Wundern gehoert hat, die HASHEM am Volk Israel getan hat. Er trifft Moshe an, wie er fuer das ganze Volk Recht spricht, Ratschlaege erteilt, schlichtet. Alles lastet auf einer einzigen Schulter, auf Moshes Schulter. 
Den Rat, den Jitro seinem Schwiegersohn erteilt, als er sieht, was fuer eine enorme Arbeit dieser auf sich genommen hat, kann man zu jeder Zeit beherzigen. 
"Teile deine Arbeit auf, und delegiere auch etwas", sagt er ihm. Man muss auch Arbeit abgeben koennen, um gesund zu bleiben, um seine Kraft zu behalten. 
Nur das wirklich sehr sehr Schwierige, ueber das es zu richten gilt, soll man dir zutragen. Alles andere koennen andere erledigen, die du dafuer befaehigen kannst. 
Wie oft denken wir, wir sind in der Firma unentbehrlich, nur wir koennen dies und das erledigen. Warum nicht unser Wissen mit anderen teilen, sie dazu befaehigen, auch etwas fuer uns zu erledigen?
Was nuetzt uns unsere Unentbehrlichkeit, die sicher ein angenehmes Gefuehl von Wichtigkeit hervorruft, wenn wir am Ende kraftlos in uns zusammensinken?
Haushalten ist immer gut, aber ganz besonders wirksam ist es, mit seinen Kraeften zu haushalten. 
Niemand kann alles allein erledigen und doch neigen auch Arbeitgeber in der heutigen Zeit dazu, lieber an Angestellten zu sparen und dafuer eine "Allroundkraft" einzustellen. 
Bei meiner Arbeitssuche in den letzten Monaten wurde mir bei einer Stelle mitgeteilt, man suche eine Frau, die gleichzeitig Sozialarbeiterin, Krankenschwester und Gruppenleiterin, sowie wenn Not am Mann ist auch Pflegerin fuer eine Gruppe alter Menschen ist.
Mich hatte man eingeladen, da ich Krankenschwester und Sozialarbeiterin bin. 
Aber - nicht dass man auf die Idee kommt, diese Stelle wurde dann auch "gewuerdigt" mit einem einigermassen normalen Gehalt. Nein, es gab sogar den Mindestlohn. 
Der Arbeitgeber konnte gegenueber dem Gesundheitsamt eine Krankenschwester vorweisen und gegenueber dem Sozialministerium die erforderliche Sozialarbeiterin. Weiter brauchte er keine zusaetzliche Pflegerin einstellen, die den alten Menschen Essen reicht oder sie zur Toilette begleitet. 
Fair erscheint das nicht, Menschen derart auszuschoepfen, bis an den letzten Tropfen ihrer Kraefte. 
Ich denke, Jitros Worte sollten auch wir als Arbeitnehmer beherzigen, und sehr auf uns achten. Oft ist es nicht anders moeglich, als eine Zeitlang einer Arbeit nachzugehen, die alle Kraefte erfordert. Doch sollten wir dies wirklich nur tun, wenn es keine andere Moeglichkeit gibt und alles daran setzen, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es irgendwo eine "menschlichere" Stelle gibt. Dies ist nur zu unserem Besten und wie wir in der Parasha "Jitro" erfahren ist es keine Schande, auf sich selbst achtzugeben. 
Shabbat shalom!