Sonntag, 28. Juli 2013

Freilassung von Moerdern - ja oder nein? - Wofuer wuerdest du stimmen, wenn dein Kind eines der Opfer gewesen waere?

Ich verstehe die ganze Geschichte nicht. Warum muessen wir als "Vorbedingung" fuer sogenannte Friedensverhandlungen ueber 100 Moerder freilassen? Zu Anfang war zu hoeren, dass OHNE Vorbedingungen in die Gespraeche gegangen werden soll. 
Was mir dabei nicht in den Kopf will, ist die Tatsache, dass der entstehende neue Palaestinenserstaat anscheinend keine Probleme mit der Freilassung von Terroristen hat, vielleicht auch gar kein "Unrechtsbewusstsein"? Oder ist die wahllose Ermordung von Kindern, Frauen und Maennern kein Unrecht in ihren Augen?
Ist das ein normaler Staat, der diese Taten toleriert, ja sogar befuerwortet und anspornt? 
Es tut mir leid, wofuer sollen wir diese Menschen freilassen, die nicht einmal dem Terror abgeschworen haben, oder denen ihre Tat leid tat? Nein, sie sagen ja offen, dass sie es jederzeit wieder tun wuerden. Nach der Freilassung koennen wir dann wohl die Tage zaehlen, bis der naechste Bus in die Luft fliegt, oder wer glaubt an einen wirklichen Frieden zwischen uns und den Palaestinensern?

Heute - als ob es so haette sein muessen - traf ich bei meinen Hausbesuchen auf eine alte Dame, die ihre Enkelin bei einem Terroranschlag auf einen Bus in Haifa 2003 verloren hat. (es geschah in der Moriah-Street). Sie erzaehlte mir folgendes: der Taeter befand sich in einem Bus, der ueberwiegend Schulkinder an Bord hatte. Da sich aber auch arabische Kinder im Bus befanden, bekam der Terrorist Anweisungen, zunaechst abzuwarten, bis diese ausgestiegen waren, und erst dann seinen Sprengstoffguertel zur Explosion zu bringen. Die 16 jaehrige Enkelin von Frau C. war sofort tot. Ich moechte mir nicht vorstellen, wie der Bezirk um den Bus ausgesehen hat. Ich habe einen guten Freund, der diese Arbeit (Leichenteile einsammeln bei Terroranschlaegen) lange Jahre gemacht hat. Es muss einfach ein Alptraum sein, so etwas zu sehen. 
17 Kinder wurden damals brutal ermordet und der Terrorist, der das Ganze plante, sass so lange hinter Gittern, bis er gegen Gilad Shalit ausgetauscht wurde, mit unzaehligen anderen Moerdern. 
All das musste Frau C. untaetig mit ansehen, ohne etwas dagegen tun zu koennen. 
Ihr Sohn, der Vater des jungen Maedchens, war fortan nicht mehr in der Lage, zu einem normalen Leben zurueck zu kehren. Nach einigen Jahren wurde bei ihm Krebs festgestellt und auch er starb vor Frau C. 
Was fuer ein Alptraum - erst die Enkelin und dann den Sohn zu verlieren. 

Denkt daran jemand, wenn es um die Freilassung von Moerdern geht? Macht sich jemand Gedanken darueber, welche Gespraechspartner wir haben, wenn es in "Friedenverhandlungen" geht? Was muss das fuer ein Volk sein, das die Freilassung dieser Menschen befuerwortet? Was fuer Ehefrauen, die jubeln, wenn ihr Mann freikommt, der verantwortlich ist fuer den Tod so vieler Kinder, Frauen, Maenner?

Ich lese in den Tagesschau-kommentaren heute morgen Reaktionen wie "Gut, dass sie freigelassen werden" oder "aber das kann doch nicht alles sein!" ... oder "und was ist mit der "Mauer"?....
Liebe Leute, bitte vergesst nicht, dass die Verhandlungen doch noch nicht einmal begonnen haben. Alle diese Themen sind irgendwann Gegenstand der Verhandlungen, wozu sollen wir alles bereits im Voraus bewilligen und hergeben?
Was bekommt Israel als Gegenzug dafuer? Welche Vorbedingungen - wenn es denn jetzt doch welche gibt - bekommt Israel erfuellt? 
Ich verstehe die Welt nicht mehr und bin ganz und gar nicht fuer die Freilassung von Massenmoerdern. Ich bin entschieden dagegen! Warum auch sollte ihre Freilassung irgendeine Grundlage fuer einen neuen Staat sein?
Warum?

Mittwoch, 24. Juli 2013

Unsere Krankenversicherung

Auch in Israel gibt es Krankenkassen. Jeder sucht sich seine favorisierte Krankenkasse aus, sowie den Snif (die Filiale), die er am bequemsten erreichen kann. 
Anders als in Deutschland sucht man hier naemlich die Krankenkasse jedes Mal dann auf, wenn man erkrankt.(es sei denn, man hat einen privaten Arzt).  Im Gebaeude der jeweiligen Krankenkassenfilialen befinden sich die Aerzte der Krankenkasse auf einem langen Flur, in der naechsten Etage befinden sich die Roentgenabteilung, die Ultraschallabteilung, sowie Physiotherapie. In vielen Filialen gibt es ebenfalls eine Abteilung mit alternativer Medizin, bzw. ganzheitliche Medizin (Akupunktur, Massagen usw.). 
Meine Krankenkasse heisst Maccabi und in der Filiale in der Agrippas-Street, nahe dem Shuk, gibt es seit neuestem auch eine zahnmedizinische Abteilung, Maccabi-dent.
Wie bekommt man einen Termin beim Arzt? Nun, man ruft die Hotline an und wird durch ein Menue gefuehrt, "Terminabsprachen, Fragen zur Mitgliedschaft, Termine fuer Physiotherapie oder zahnaerztliche Behandung, sowie Zahnreinigung beim Zahntechniker). Dort identifiziert man sich durch die I.D. Nummer und spricht mit einem Vertreter der Krankenkasse. 
Man bittet beispielsweise um einen Termin beim Hausarzt (hier heisst er Familienarzt, Rofe Mishpacha) und bekommt ein paar Moeglichkeiten angeboten. 
Hat man sich dann festgelegt, wird man einen Tag vor dem besagten Termin an diesen Termin erinnert, durch eine SMS, oder einen Anruf. Beim Anruf hat man noch einmal die Moeglichkeit, den Termin zu stornieren, falls er nicht passend sein sollte. ("Druecken Sie die 1, um den Termin zu bestaetigen, die 2 um ihn zu stornieren... )
Dann begibt man sich zur Krankenkasse und setzt sich vor das Behandlungszimmer, in dem besagter Hausarzt empfaengt. Vor der Tuer haengt eine Liste mit Terminen, dort findet man sich wieder, mit Namen und Uhrzeit. 

Schoen ist, dass auch die Labors im Gebaeude sind, d.h. zur Blutabnahme am Morgen findet man sich dort ein, sowie fuer ein Roentgenbild oder die Ultraschalluntersuchung. Nur zu Fachaerzten oder spezifischen Untersuchen muss man dann in ein nahes Krankenhaus fahren. Vorher wird man sich in diesem Falle eine "Uebernahmebestaetigung/Verpflichtung der Krankenkasse fuer die Kosten" einholen muessen. Einmal zum Buero der Krankenkasse laufen, und entweder bekommt man diese Uebernahmebestaetigung (Hitchayevut) gleich in die Hand gedrueckt oder aber man kann sie 2-3 Tage spaeter im Internet auf den Seiten der Krankenkasse abrufen und ausdrucken, so wie uebrigens auch alle erfolgten Bluttests, sowie deren Ergebnisse im Internet abrufbar und einsehbar sind. 
Das System ist recht gut organisiert. 
Wir haben eine Zusatzversicherung, die uns dann ueber das normale Mass hinaus einiges an Rabatten bietet, z.B. bei der Erholung nach einer OP. (ich habe damals fuer die Reha nach meiner Herz-OP nicht nur die normalen 3 Tage, sondern 5-7 bewilligt bekommen, da ich zusaetzlich "Maccabi-Zahav" (Maccabi-Gold) versichert war. Hierbei bekommt man z.B. Preisnachlaesse bei Akupunkturen oder Homoeopathie. 

Nun war ich vor ein paar Tagen bei Maccabi-dent. Auch hier gibt es Krankenkassenzahnaerzte, die sehr gut sind. Aber anders als in Deutschland, kostet jedes Roentgenbild ca. 10 EUR, eine Panoramaaufnahme, die auch die Wurzeln der Zaehne zeigt, sogar 50 EUR. (Trotz Maccabi-Zahav). 
Eine professionelle Zahnreinigung kostet z.B. bei Maccabi-Zahav-Versicherung 94 Shekel (ca. 19 EUR) statt bei normaler Mindestversicherung 120 Shekel (fast 25 EUR) 

Nach vielen Jahren ohne Zahnprobleme sah mein Zahnarzt in der Roentgenaufnahme nun 3 (!!!) Loecher im Anfangsstadium. Sie muessen aufgebohrt und mit einer Fuellung versehen werden. 
Anders als ich es von Deutschland kenne, muss man hier auch fuer Fuellungen zahlen, nicht nur fuer Kronen. Ich war platt, dass ich trotz Maccabi-Zahav versicherung noch 120 EUR zuzahlen musste und habe mich heute nach einer Zahnversicherung erkundigt. 
Es gibt zwar keine spezielle Zahnversicherung, aber ein "Update" der Versicherung auf "Maccabi sheli" ("mein Maccabi). Dies ist die hoechste Stufe der Zusatzversicherung und gibt einem viele Preisnachlaesse. Bei den Fuellungen z..B haette ich - waere ich jetzt schon Maccabi-Sheli-versichert - pro Fuellung nur 40 Shekel zuzahlen muessen (das sind 8 EUR und spottbillig). 
Nun - nicht aergern, sondern handeln, dachte ich mir und schloss gleich heute die Versicherung ab. In meinem Alter kann man sicher in der Zukunft mit mehr Zahnproblemen rechnen und da lohnt es sich alle Male, eine gute Zusatzversicherung zu haben. 
Es gibt eine Wartezeit von 6 Monaten bis man in den Genuss des Rabattes kommt. Die Dame bei der Service-hotline bot mir an, den Vertrag rueckwirkend zum 1. Juli zu datieren, mehr kann sie nicht tun. 
Das Ganze wird mich nun statt 70 Shekel im Monat (Maccabi-zahav) 120 Shekel (fast 25 EUR) kosten fuer das "Maccabi sheli - Paket". 

Sonntag, 21. Juli 2013

Tanach - (Tora-Neviim-Ctuvim) oder "ich weiss, dass ich nichts weiss"

Am heutigen Shabbat habe ich viel gelesen und wieder einmal festgestellt, dass ich weiss, dass ich "nichts weiss". 
Seit einiger Zeit beschaeftige ich mich mit dem Buch "Shmuel", dem Propheten Samuel). Ich muss sagen, dass ich sehr lange Zeit ausser der Tora nur das Buch Ruth, Kohelet oder die Psalmen gelernt habe. Meist dachte ich, dass ich, bevor ich nicht die Tora "richtig" kenne, mich gar nicht erst an andere Buecher des Tanach heranwagen koenne. Doch das ist nicht richtig, denn die Tora RICHTIG kennen - das wird wohl ein langer Weg sein, der nicht reichen wird, auch wenn ich bis ans Ende meiner Tage lerne. 
Die Propheten habe ich sehr vernachlaessigt und so manche Haftara (zusaetzliche Lesung am Shabbat aus den Prophetenbuechern) loest in mir gleich mehrere Fragezeichen aus. Zu wenig habe ich mich in die Prophetenbuecher vertieft. 
Das muss anders werden. Ich habe Durst nach mehr, aber so furchtbar wenig Zeit. Wenn der Tag mehr als 24 Std. haette, ich nicht oft so muede waere oder ich schon Rentnerin waere - ja dann wusste ich, wie ich meine Freizeit sinnvoll fuellen koennte. 
Aber ich will nicht jammern oder Ausreden finden, ich muss einfach mehr lernen. 
Was mich ziemlich aergert, ist mein Gedaechtnis. Was ich heute interessiert lese, ist zwei Wochen spaeter schon halb verschuettet in meinem maroden Gedaechtnis. 
Rabbi Benni Lau hat zwei sehr interessante Buecher herausgegeben, eines ueber den Propheten Jeremia , das zweite ueber den Propheten Jesaia. Ich moechte zumindest eines davon demnaechst lesen. 
Ich wuensche allen Lesern eine angenehme bereichernde Woche mit vielen positiven Erlebnissen. Bleibt mir gesund und versucht, die Zeichen am Weg zu deuten. Lasst euch leiten von einem, der besser als ihr selbst weiss, was fuer euch gut ist. 
Ein gutes Wochenende fuer die, die in Deutschland leben, einen spirituellen Sonntag fuer alle Christen und fuer uns in Israel - einen gelungenen Wochenbeginn!

Giur - Erinnerungen

Die Menschen, mit denen ich zurzeit in regem Schriftverkehr stehe, die beabsichtigen Giur zu machen, loesen in mir haeufig unzaehlige Erinnerungen aus. 
Noch gar nicht so lange her, mein eigener Giur, ganze fuenf Jahre seit meinem Untertauchen in der Mikwe, fast zehn Jahre seit meinem ersten Aufenthalt in Israel, der mich bis ins Innerste erschuetterte und mir das Gefuehl gab, ich sei "zu Hause angekommen", ohne dass ich wusste, wieso eigentlich. 
Ich erinnere mich an das seltsame Gefuehl, an irgendeinem Punkt nicht mehr in die Kirche gehen zu "koennen", es passte fuer mich einfach nicht mehr. Ich denke an die Zeit, wo ich mir eine Gemeinde suchte, in der ich mehr ueber das Judentum erfahren wollte, ich hatte vor, zu lernen. 
Wenn ich heute im Internet ein Bild von "meinem" Rabbiner sehe, (HIER koennt ihr unseren einfach unschlagbaren Rav Avichai sehen...) kommen mir die Traenen, weil er eine fuer mich sehr bewegende Zeit begleitet und gut betreut hat. Ich bin ihm zutiefst dankbar fuer die Zeit und habe in ihm stets einen wahren "Menschen" erlebt. Er war gewissermassen mein "Giur-vater" obwohl 20 Jahre juenger als ich. 
Er hatte Antworten auf alle meine Fragen, manchmal sogar noch, bevor ich sie stellte. 
Ich war in keinem Giurkurs, niemand in der Gemeinde wollte konvertieren, bzw. die Interessierten sprangen schnell ab oder man hoerte nichts mehr von ihnen, wenn der Rabbiner erklaerte, was die Voraussetzung fuer einen Giur ist und dass es seine Zeit dauern wuerde, bis zum Untertauchen in der Mikwe. 
Ich sehe mich in meiner kleinen Wohnung unter dem Dach sitzen und lernen, an den Shabbatot allein essen, singen und mit G-tt meinen Shabbat verbringen, dennoch mit Freude daran zu "arbeiten", Juedin zu sein. Es gab Tage, an denen ich fast verzweifelte, weil ich den Rabbiner telefonisch nicht erreichte, um den naechsten Termin fuer einen Shiur mit ihm festzumachen. Wir hatten keine festen Termine, an denen wir uns zusammensetzten und ich war gezwungen, jeden Termin neu mit ihm abzustimmen. Ich suchte im Internet nach Gleichgesinnten, um mich irgendwie austauschen zu koennen. War ich verrueckt? Oder warum wollte ich diesen Weg gehen? Warum tat ich Dinge, die mir nicht mehr logisch erschienen? Warum schraenkte ich mich ein in meiner sogenannten Freiheit, um Gebote zu erfuellen, die nicht mit dem Verstand zu erklaeren waren. Wie sollte ich meinen Toechtern erklaeren, warum ich den Lichtschalter nicht betaetige am Shabbat, mich nicht mehr zum Shoppen mit ihnen traf oder nicht einmal per Telefon erreichbar war? 
Wie sollte ich begruenden, warum ich nicht mehr alles essen konnte, warum ich mein Geschirr trennte in milchig und fleischig?
Es war eine einerseits einsame Zeit und doch fuehlte ich mich so gar nicht einsam. Ich war ein Teil einer Gemeinschaft, die ueber die ganze Welt verteilt war, und die am Shabbat das Gleiche tat wie ich, die Lieder sang, die ich sang. (zumindest der religioese Teil dieser Gemeinschaft)
Ich fuehlte, dass ich nicht allein an meinem Tisch sass, wenn ich den Segen ueber den Wein und die Challe sprach. Nein, ein Jude ist niemals allein. 
Ich wusste, dass ich auf etwas "Hoeheres" hinlerne, ein Ziel hatte, das von der Umwelt so gar nicht verstanden wird, aber wovon ich sicher war, dass es mein individueller richtiger Weg war. Auf die Frage "warum?" wusste ich nie eine Anwort. Aber ein Jude fragt auch selten "Warum?"
Wenn ich in Israel war in dieser Zeit, erlebte ich bei meinen Freunden und Bekannten, wie man Shabbat feiert. Nie werde ich den Shabbat-abend vergessen, an dem ich mit Asaph im Dunkeln das Treppenhaus zu ihm hochging und dachte: "Naja, aber so "extrem" werde ich sicher nie werden, dass ich kein Licht am Shabbat anmache." 
Wie alles doch anders kam!
Mein Gefuehl war, dass ich durch eine hoehere Macht "geleitet und gesteuert" werde, ich konnte gar nicht anders als so handeln. 
Das was ich lernte bereicherte mich auf eine Art, die ich vorher nicht kannte.Meine Seele bekam das, was sie seit Jahren ohne zu wissen, vermisste. 
Ich tat all das mit Freude, ohne Zwang, ohne Druck und war von Anfang an sicher, einen Weg zur inneren Wahrheit zu beschreiten. 
Huerden, die sich mir in den Weg stellten, waren im Rueckblick sehr sanft und ich fuehlte mich nie so richtig abgewiesen. Es war eher so, als ebne mir "jemand" den Weg, als meine es eine hoehere Instanz sehr gut mit mir. Womit hatte ich das verdient? 
Das, was Aussenstehende als grosse Einschraenkungen ansahen, war fuer mich unsagbare innere Bereicherung. 
Freunde, die echte Freunde waren offenbarten sich sehr schnell und die, die nur dann Freunde sind, wenn man ihre Lebenseinstellung teilt, gingen auf dem Weg "verloren". Ein echter Verlust war es aber nicht, denn ich erhielt stattdessen neue Lebensbegleiter, denen ich nicht erklaeren musste, was ich tat. 
Was ich anstrebte, wurde mir gegeben, Wege wurden geebnet und ich traf die "richtigen" Menschen, die mir auf dem neuen Weg die Hand reichten und die mit mir gingen. 
Bis zum heutigen Tag kann ich ueber kein negatives Erlebnis im Zusammehang mit meinem Giur berichten. Ich bin ein Glueckskind, wenn ich mich so umschaue und hoere, was andere gleich zu Anfang erleben. 
Sicher bin ich nicht in Watte gepackt worden, als ich hier in Israel ankam und versuchte, Fuss zu fassen. Und doch - ich hatte stets zu Essen und ein Dach ueber dem Kopf, sowie Menschen, die mir weiterhalfen. 
Ich moechte euch, lieben Giurwilligen, Mut machen und euch zurufen: Lasst euch nicht abweisen! Sammelt Kraft und verzweifelt nicht. Falls ihr an einer Tuer nicht hereingelassen werdet, ist es vielleicht nicht die "richtige" Tuer gewesen und es sollte so sein. Versucht es weiter und vielleicht auch manchmal in einer anderen Stadt. Falls ihr nicht das Vergnuegen haben solltet, in Dortmund den Rabbiner Avichai kennen zu lernen, so werdet ihr anderswo auf einen Rabbiner stossen, der zu eurem Weg "passt". ER dort oben wacht ueber euch und begleitet die, die es ernst meinen. ER wird niemanden, der die Tora wahrhaftig sucht, allein stehen lassen, sondern ihm Menschen auf den Weg schicken, die ein Stueck des Weges weiter begleiten. 
Nur Mut! Die Tora laesst sich gern von denen finden, die wirklich versuchen, sie zu finden und zu ergruenden. Wenn ihr zum ersten Mal ueber Saetze oder Worte in der Tora stolpert, die euch tief beruehren, ohne dass ihr wisst, warum, dann seid ihr schon ein ganzes Stueck auf dem (richtigen) Weg. 
Und lasst euch nicht allzu lange Zeit mit einer deutschen Uebersetzung (wenn, dann sollte es eine gute Uebersetzung sein, wie die von Buber/Rosenzweig) ) . Versucht, so schnell wie moeglich, hebraeisch zu lernen und euch einzuarbeiten in diese neue Welt. Ihr werdet tausendfach entlohnt fuer eure Muehe, denn wenn ihr euch erst einmal hineindenkt in diese Sprache, werdet ihr schnell bemerken, dass es fuer viele Wortwurzel-verwandtschaften keine noch so gute deutsche Uebersetzung gibt. 
Ich fuehre hier immer das Beispiel von Adam und Adama an. Adam hiess der erste Mensch, weil er von Adama (zu deutsch: Erde) genommen wurde. Was so logisch erklingt, hat im Deutschen Text leider keinerlei Verbindung. 
Auf jeden Fall nicht verzweifeln, geht weiter euren ureigenen Weg und lasst euch von niemandem beirren. Wenn ihr tief in euch hineinfragt, werdet ihr selbst sehr genau wissen, ob ihr das Richtige tut. 
Eine gute und sinnvolle Woche wuensche ich euch!

Samstag, 20. Juli 2013

Giur in Deutschland - erste Huerden

Ich habe zurzeit mit mehreren Giur-interessierten Menschen aus Deutschland Kontakt. Zunaechst einmal muss ich sagen, dass ich nicht wenig schockiert bin ueber die Umgehensweise mit Nicht-juden in juedischen Gemeinden im Ruhrgebiet. Da werden Menschen, die sich fuer einen G-ttesdienst interessieren, und sich brav telefonisch anmelden abgewiesen, mit den Worten, eigentlich waere es nicht erlaubt dass Nichtjuden an juedischen G-ttesdiensten teilnehmen (???? noch nie gehoert) oder jemand der sich ordentlich per mail anmeldet, da er telefonisch niemanden von den Verantwortlichen erreichen kann und Antwort bekommt, dass er kommen "darf", wird dann am Freitagabend nicht in die Synagoge gelassen und muss unverrichteterDinge heimfahren, da er sich doch haette telefonisch anmelden muessen, die Mail "zaehlte" nicht. 
Von der Gemeinde in Dortmund, wo ich Giur gemacht habe, bin ich es gewohnt, dass staendig neue unbekannte Gesichter auftauchten, wenige blieben, um Giur zu machen. Viele Gruppen kamen um zu erleben, wie ein juedischer G-ttesdienst ablaeuft, manche waren echt interessiert, andere wussten sofort zu allem etwas Negatives zu sagen, angefangen bei der getrennten Sitzordnung von Maennern und Frauen, die ihrer Meinung nach "diskriminierend" war bis zu Vorurteilen, die sie gleich mitbrachten. 
Wir wurden oft "beglotzt" und kamen uns manches Mal vor wie im Zoo. "Das sind als Juden!" schien mancher Gesichtsausdruck zu sagen. Beim Kiddush gab es einige ganz Freche, die sofort mit der Tuer ins Haus fielen und meinten, aber "dass Jesus im Judentum gar keinen Platz hat, ist doch nicht zu fassen, wo er doch der Erloeser ist..." usw. 
Und doch war der Rabbiner immer offen fuer Gaeste. Ich denke, es kann nicht sein, dass die Tueren in deutschen Synagogen fuer Nichtjuden verschlossen bleiben. Diese Tatsache schuert Phantasien und bereitet einen Naehrboden fuer Verdaechtigungen und somit auch fuer Ablehnung und Hass. 
Unwissen kreiert Angst und bestaetigt Vorurteile. 
Es ist sicher gut, Giurwilligen ein paar Huerden zu bereiten, aber nicht alle, die sich dafuer interessieren, wie ein juedischer G-ttesdienst ablaeuft wollen auch gleich zum Judentum konvertieren. Meiner Meinung nach sollte das Judentum - nach erfolgter Sicherheitsvorkehrung selbstverstaendlich - Menschen die mehr wissen wollen, die Hand reichen und Antworten geben auf die vielen Fragenzeichen, die sich manchen Menschen stellen. Unser Rabbiner Avichai hatte stets ein offenes Ohr und ging auf Menschen zu, die Fragen stellten. Er wagte es die neue Thorarollen in einer Prozession mitten in Dortmund entgegenzunehmen, entgegen aller Einwaende und Bedenken des Vorstandes. "Wir sind da!" wollte er damit ausdruecken und behielt recht, da es eine gelungene Veranstaltung war. Jeder aus der Gemeinde dankte ihm anschliessend fuer seinen Mut und fuer uns alle war es ein unvergessliches Ereignis. 
Sich abzuschotten ist sicher nicht die richtige Art, das Judentum in Deutschland zu leben. Es ist immer noch Zeit, gewissen Leuten, die nicht lautere Absichten haben, die Tuer zu weisen. 
Schade, dass junge Menschen, die freudig und neugierig ankommen, so enttaeuscht werden. Ich kann euch nur raten, am Ball zu bleiben, und nicht zu verzweifeln. Das, was ihr erlebt ist nicht "DAS" Judentum. 
Hier in Israel bin ich noch nie gefragt worden, in welche Gemeinde ich auch ging zum Shabbat, ob ich Juedin bin, wo ich herkomme, geschweige denn ob ich meinen Mitgliedsbeitrag bezahlt habe, was wie hoerte auch in Deutschland vorgekommen sein soll. 
Hier sind die Tueren offen, egal wer kommt. Sicher gilt das nicht fuer (manche) charedische Gruppen, die sehr geschlossen und unter sich sein wollen, aber fuer die meisten orthodoxen oder modern orthodoxen Gemeinden schon. 

Donnerstag, 18. Juli 2013

Aubergine - nochmal anders

Sehr beliebt in Israel als eine Art Dipp (zum Brot), gibt es auch fertig im Supermarkt, aber mit Konservierungsmitteln natuerlich.
1. Aubergine ganz in den Ofen geben und auf hoher Stufe grillen
bis sie ganz einfaellt und schrumpelig wird (dauert sehr lange, etwa eine Stunde)
2. Herausnehmen, mit einem Messer oeffnen und das Fleisch herausschaben
3. In eine Schuessel geben, mit Salz, Knoblauch und Petersilie wuerzen. (wer Koriander mag, bitte frisch!)
4. Ein wenig Oel dazu, fertig!



























Eingelegte Paprikastreifen ohne Schale

Hier eine Idee fuer eingelegte Paprikastreifen, ohne Schale.
Achtung: Braucht viel Zeit!
1. Paprika ganz in den Grill
2. Im Ofen lassen, bis sie ganz in sich zusammenfallen und schrumpelig sind
3. Nun die schrumpeligen Paprika in einen Gefrierbeutel geben und schliessen.
4. So sorgen die Daempfe dafuer, dass die Paprika anschliessend leicht von der Schale befreit werden
    koennen.
5. Herausnehmen und von der Schale befreien (manchmal ein wenig Arbeit)
6. In Streifen schneiden und in eine Schale geben.
7. Mit Salz, Knoblauch, Olivenoel und Petersilie wuerzen.



























Ich freu mich so!

Noch befluegelt von meinem Tag habe ich mich an die Vorbereitung fuer den morgigen Shabbat-abend gemacht. Meine Freunde werden kommen und ich habe eine fuer mich neue Kombination von Auberginen-salat als Beilage ausprobiert (ich koennte jetzt schon alles allein aufessen, so gut schmeckt es). 
Und so wird´s gemacht

Ihr kauft Auberginen (Achtung: ihr solltet einige in den Haenden wiegen, sie sollten sehr leicht sein..)
In Scheiben, dann in kleine Dreiecke schneiden
In den Ofen zum Grillen geben, 
etwas Olivenoel darueber verteilen

Wenn sie weich sind herausnehmen 
in eine Schale geben
mit Salz, 
Fruehlingszwiebel
und Petersilie
Abschmecken. 
Zitrone dazu. Fertig!






















Ein perfekter Tag!

Wow! Das war ein absolut "perfekter" Tag, mit vielen zwischenmenschlichen Erlebnissen und multiplen Gluecksmomenten bei einfach herrlichem nicht zu heissem Sommerwetter!
Der Wind wehte den ganzen Tag leicht durch die Haare, ich kam trotz Hin und Herlaufen nicht in den Zustand "fast Hitzeschlag". Die Sonne brannte sich nicht ein, sondern streichelte liebevoll die Haut und tauchte Jerusalem in eine angenehme Kulisse, wo ich mich auch befand. Ich hob den Blick oft nach oben und schickte meinen Dank. Wie gluecklich kann ich doch sein, wie sehr bin ich gesegnet mit einem Reichtum, den niemand mit Geld aufwiegen kann. 

Von einer Klientin in Beit VeGan bekam ich am Morgen Anregungen fuer das Kochen zum Shabbat, denn ich habe mal wieder meine Freunde eingeladen und freue mich darauf, dass die kleine Wohnung  durch Gaeste "veredelt" wird. 
Bei einer anderen Klientin durfte ich mir vor dem Besuch der Zahntechnikerin zur Zahnreinigung die Zaehne putzen und musste schmunzeln. 
Dann, bei  "Maccabi-dent"  spitzten sich die angenehmen Erlebnisse zwischenmenschlicher Art zu (ausgerechnet!). Meine Zahntechnikerin begnuegte sich nicht damit, mir moeglichst wenig Schmerz zuzufuegen, denn ich habe sehr empfindliche Zahnhaelse, nein, sie unterhielt sich auch noch mit mir angeregt und interessiert, "bis der Arzt kam", der sie dann freundlich aber bestimmt darauf hinwies, dass noch andere Patienten vor der Tuer sitzen. Wir verliessen das Behandlungszimmer lachend in Richtung der Sekretaerinnen, bei denen ich die Zahnreinigung bezahlen musste. (90 Shekel= 18 EUR, da ich eine erweitere Versicherung - Maccabi zahav - habe, ansonsten wuerde es 120 Shekel kosten= 24EUR)
Ich sass vor der  fuer mich zustaendigen Dame bestimmt 5 min., bis sie sich mir zuwandte und den Blick von ihrem Bildschirm nahm. Doch dann passierte etwas Wunderbares. Wir kamen ins Gespraech, sie fragte mich woher ich komme, welchen Akzent ich habe und vieles mehr. Ich bekam einen Hinweis von ihr wegen meiner geplanten Zahnversicherung und bevor ich ging sagte sie zu mir: "Also wirklich, alle Achtung, Maedel!". Ich musste lachen und fragte sie "Aber warum?" worauf sie mir sagte: "Ach ich weiss auch nicht, irgendwie gefaellst du mir. Mir scheint, du hast die Welt "gekauft". "
Wir lachten beide schallend und ich ging meiner Wege. 
Ich muss mich wirklich tausendfach fuer diesen Tag bedanken!

Freitag, 12. Juli 2013

Shabbat shalom!


Fastentag

Ich habe mir am Tish´ a BeAw einen Urlaubstag genommen. Fasten (vor allem ohne Trinken) ist nicht mit der Arbeit zu vereinbaren. Ich koennte mir nicht vorstellen, Hausbesuche zu machen, von einer Familie zur anderen zu laufen in der Hitze. Dazu kommt - ich denke nicht, dass mich charedische Familien empfangen wuerden an diesem Tag. 
Ein bisschen Angst habe ich vor dem Fasten, vor allem weil ich mich in der letzten Zeit verstaerkt mit Essen und Kochen beschaeftigt habe, wie man unschwer erkennen konnte. 
Aber es wird schon. 
Vor einigen Jahren war ich mit Rabbiner Israel Rosen und seinen Enkeln am Erev Tish´a BeAw auf dem Herodion. Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen. Unter dem Mond im Freien, an jeder Ecke sassen kleinen Grueppchen und lasen die Megillat Eicha - es war einfach sehr eindrucksvoll und inspirierend. 
In diesem Jahr weiss ich noch nicht genau, was ich mache. Ich wuerde gern zur Kotel gehen und mich dort von der Atmosphaere mitziehen lassen. 
Zur Vorbereitung des Fastens gibt es die unterschiedlichsten "Tipps". Was mir von diesen Tipps am meisten geholfen hat, war am Tag vorher sehr viele Weintrauben zu essen und Chumus mit Brot. 
Durch die Weintrauben - so bilde ich mir zumindest ein - hatte ich tagsueber fast gar keine Kopfschmerzen, die sich doch bei der Hitze ohne Fluessigkeit schnell einstellen koennen. 
Wer krank ist, fragt seinen Arzt ob er fasten darf, oder/und einen Rabbiner, wie er damit umgehen soll. Ich selbst habe nach meiner OP nicht fasten duerfen, ohne eine Flasche Wasser mit mir herumzutragen. (fuer alle Faelle)
 

Tish ´a BeAw - meine Gedanken

An Tish´a beAw wurde unter anderem der 1. und der 2. Tempel zerstoert. Wir werden an diesem Tag fasten und trauern, um die Zerstoerung. 
Der Tag faellt dieses Jahr auf den kommenden Dienstag. 
Der 1. und 2. Tempel sollen durch Sin´at Chinam (durch grundlosen Hass unter den Juden) zerstoert worden sein und das Thema begleitet uns bis heute. 
Sin´at Chinam, der grundlose Hass unter uns, der eine gegen den anderen, Ashkenasim gegen Sphardim, Datiim (religioes lebende Menschen) gegen die Saekularen und neuerding auch einige Charedim gegen ihre Brueder, die sich zur Verteidung des Landes haben einziehen lassen. 
Mir macht diese Entwicklung Sorge - wenn nicht sogar ein wenig Angst, vor dem, was uns noch erwarten koennte, solange wir nicht wenigstens untereinander Frieden halten und ihm nachlaufen, wie wir es von Aaron gelernt haben. 
Grundloser Hass, Angriffe auf Menschen, die nicht das tun, was ich fuer richtig halte- haben im Judentum meiner Meinung nach keinen Platz. Wir haben immer noch so viel mit uns selbst zu tun, so viel zu "reparieren", zu verbessern, dass der Fingerzeig nach aussen, der Angriff auf den Naechsten nicht nur ueberfluessig und gefaehrlich, sondern auch nicht gerade dazu geeignet ist, unsere eigenen positiven Eigenschaften zu verbessern. 
Zusaetzlich schaden wir dem Ruf des Judentums der uebrigen Welt gegenueber und sind somit auch viel angreifbarer fuer unsere Feinde. Wenn wir nicht eine Einheit sind - kol Israel Chaverim - ist es leichter, einen Keil zwischen uns zu treiben. 
Sin ´at Chinam ist keine Sache von gestern, sondern hochaktuell. Wir koennen im Grunde genommen nicht nur um die Zerstoerung der beiden Tempel trauern, sondern auch darum, wir in unser Volk selbst von innen zerstoeren. 
Das Weinen ueber die Zerstoerung der Tempel, das Fasten an diesem Tag, gibt uns eine wunderbare Gelegenheit, in uns selbst zu schauen, statt zum Nachbarn, bei uns selbst wieder die reinen friedvollen Eigenschaften zu beleben und zu foerdern. 
Sollen wir doch das Licht, die Funken, fuer die uebrige Welt sein, das Licht der Tora unter den Voelkern verbreiten und verteilen - das kann nicht funktionieren, wenn wir uns selbst zerfleischen und so ganz und gar kein gutes Bild, gutes Beispiel liefern. 
Der Tag von Tish´a BeAw sollte uns zur Umkehr anregen und jeden Einzelnen wieder "aufwecken" zu guten Taten, zu Ahawat Chinam (zur Liebe ohne Bedingung), vor allem unseren eigenen Bruedern und Schwestern gegenueber, aber auch in Verbindung mit jedem Mitmenschen. 

Ich werd´ verrueckt! Veganer Kaesekuchen

Wow! Veganer Kaesekuchen! Ich habe mir gerade ein Stueck bei Village Green (Vegetarisch-Veganes Restaurant bei mir um die Ecke) als Take-Away geleistet. 
Und - ich bin wirklich SEHR kritisch, was Kaesekuchen anbelangt. 
Er ist einfach nur koestlich!
(Wer hin moechte, sollte wissen, dass das Green village vor kurzem in die Emek Refaim gezogen ist, fast am Anfang gegenueber Mercaz Tarbut, dem Kulturzentrum)

Dienstag, 9. Juli 2013

Arbeitseinteilung

Unsere Vorgabe, 120 Hausbesuche im Monat. Wie wir sie einteilen und wann wir sie ausfuehren ist uns Sozialarbeiterin vorbehalten. Niemand kontrolliert uns ueber den Tag und eigentlich weiss auch niemand im Buero so recht, wo wir gerade sind. Das Ergebnis zaehlt, d.h. ob wir die Hausbesuche schaffen und alle Berichte dazu schreiben bis zum Ende des Monats. Weiter Aufgaben sind die sogenannten "Troms" (טרום), kommt vom Wort Terem (bevor). Schon im Moment wo der Pflegebeduerftige sich (z.B. aus dem Krankenhaus heraus, oder nach seiner Entlassung) an unsere Firma wendet, und noch BEVOR (daher der Name) die Stunden bewilligt werden, beginnt unser Service, wir geben - nach unserer Einschaetzung, ob der Antrag wohl bewilligt werden koennte - die Mindeststundenzahl von 6 Std. schon im Voraus, schicken eine Pflegerin/einen Pfleger und gehen sozusagen ein Risio auf unsere Rechnung ein. Werden die Stunden abgelehnt - Pech fuer uns, das Geld ist futsch. Aber meist kann man in etwa einschaetzen, wie Bituach Leumi die Lage sieht. 
Je aelter der Mensch ist, umso bessere Chancen hat er sowieso, Hilfe bewilligt zu bekommen, weitere Punkte sind Demenzerkrankung und Inkontinenz sowie Bettlaegerigkeit. 

Die "Troms" laufen so ab, dass wir zu den Menschen geschickt werden, (vom Buero aus) moeglichst am selben Tag dort auftauchen und mit der Familie den Antrag ausfuellen, sowie die Lage einschaetzen, die Einkommensverhaeltnisse pruefen und der Familie erklaeren wo die Einkommensgrenzen liegen, um nur die Haelfte der Stundezahl bewilligt zu bekommen (OBWOHL man koerperlich die Voraussetzungen erfuellt) oder der Antrag komplett abgelehnt wird. (einfach nur wegen eines zu hohen Einkommens).

Troms sind aufwaendig und dauern laenger als ein normaler Hausbesuch. Es wird gefragt, welche Hilfe der Pflegebeduerftige haben moechte (im Haushalt, Putzen, Begleitung, oder persoenliche Hilfe wie Unterstuetzung beim Duschen und Anziehen). 

Ich habe in diesem Monat schon 3 solcher Troms absolviert. 
Meist versuche ich, in den ersten 14 Tagen doch sehr viel an Hausbesuchen zu schaffen, um spaeter ein wenig Luft zu haben, und nicht ins Gedraenge und in Zeitnot zu kommen. Mein eigenes Ziel ist heute geschafft, ich habe einen grossen Anteil an Hausbesuchen so hinbekommen, dass ich es jetzt ein wenig locker angehen kann, und schon beginne, die Berichte im Buero zu schreiben. (Buerozeit ist irgendwie verlorene Zeit fuer Hausbesuche, sowie Teamsitzungen )
Es war heiss in den letzten Tagen und ganz schoen beschwerlich zwischendurch, von A nach B zu laufen. Der Rucksack ist schwer, weil ich stets mein Essen mitfuehre, aber die Pausen auf der Parkbank tun mir gut, dort terminiere ich auch die Hausbesuche fuer den naechsten Tag und taetige meine Anrufe. 
Sozusagen mein persoenliches Freiluft-buero.

Parks mit Fitnessbereich

Eine neue Mode hier in Israel seit einiger Zeit sind diese Fitness-oasen fuer die Oeffentlichkeit in unseren Parks. Immer mehr Parks werden damit bestueckt und obwohl es sicher nicht das Ideale ist (nicht verstellbare Spannung, keine Aufsicht, Eigenverantwortung, keine Anleitung) finde ich die Idee doch gelungen. Hier am Rande unseres neuen Fahrrad-Jogging-Pfades, entlang der frueheren Eisenbahnlinie von Jerusalem, gibt es einen solchen Fitnessbereich. Gestern bin ich am Pfad gewalkt und habe eine kleine Einlage an den Geraeten ausprobiert. Es hat recht gut getan. Alles war auf den Beinen, Frauen, Maenner, Familien mit Kindern, Fahrradfahrer und viele Jogger, der Pfad ist wirklich eine Bereicherung in der German Colony bis hinunter nach Talpiot. 


















Veganer Pizza-Kaese und Seitan fuer veganes Shwarma - gerade bei Anise entdeckt und gekauft

 Gerade habe ich bei Anise, einer Art Reform-hauskette in Israel veganen Pizzakaese und Seitan fuer veganes Schwarma entdeckt. Seitan habe ich noch nie probiert und bis jetzt habe ich auch noch kein Tofu gefunden, was mich an Fleisch erinnern wuerde. Den Pizzakaese will ich mal ausprobieren ueber Nudeln, Ich habe gern Nudeln mit Knoblauch, Olivenoel und Kaese gegessen. Mal sehen, wie es schmeckt.

Schmerzen

Nun ist es drei Jahre her, seitdem ich am Herzen operiert wurde. Die Aortenklappe wurde ausgetauscht gegen eine biologische und das Aortenaneurysma, das sich durch die jahrelang nicht entdeckte Verkleinerung der Klappe und durch den Druck mit dem das Blut durch die Klappe gepresst wurde, gebildet hatte wurde durch ein kuenstliches Teilstueck ersetzt. Waehrend der OP dann entdeckte man im Echokardiogramm, dass irgendwo Blut von einem Ventrikel in den anderen stroemt, zwar nur sehr gering, aber es gab einen Fluss. Nach 6 Std. OP und erfolgloser Suche, wo das Leck sein koennte gab man auf. Es ist ein Miniloch geblieben, ein sogenannter VSD (Ventrikel-Septum-Defekt), man hatte mir ein Loch ins Herz gemacht. "Ist nicht so schlimm, damit kann man leben und die werden davon auch nichts merken im taeglichen Leben, man sollte es nur im Laufe der naechsten Jahre weiter beobachten" so sagte man mir. 
Nach den ersten Tagen auf der Intensivstation, wo mein Puls mit zwei externen Schrittmachern nie hoeher als 40-45 schlug war klar, dass ich nicht so leben kann, denn - man hatte offenbar auch das Reizleitungssystem des Herzens verletzt, es ist sehr nahe an der OP-Stelle und es gehoert nicht mal zu den Risiken, die passieren koennen bei einer solchen OP. Ein sogenannter AV-Block fuehrte dazu, dass man mir nach einigen Tagen einen festen Herzschrittmacher einpflanzte. Erst dann konnte ich langsam zur Besinnung kommen, alles andere vorher war eher ein "vegetieren", ich kam gar nicht richtig zu mir. 
Warum erzaehle ich das?

Nun, was ich an Schmerzen nach der OP spuerte, waren keine Wundschmerzen, oder nur sehr wenig. Der OP-Bereich oder die Schlaeuche - all das war zweitrangig. Was mir am meisten Schmerzen bereitete, und weshalb ich fuer meine Verhaeltnisse Unmengen an Schmerzmitteln bekam, waren die Schmerzen im Schulter-Oberarm-Bereich und dem oberen Ruecken. 
Es ging oft bis zu den Ellenbogen und ich konnte mich drehen und wenden wie ich wollte, die Schmerzen liessen nur nach der Einnahmen von Schmerzmittel etwas nach. 
Man erklaerte mir, dass es normal sei, weil der komplette Thorax-bereich mit allen knoechernen Teilen sowie den Rippen ueber 6 Std. aufgespreizt war und unter grosser Spannung gestanden hatte. 

Diese Schmerzen begleiten mich seither - nicht so stark wie nach der OP, aber sie sind da, mal staerker, mal schwaecher, vor allem im Oberarmbereich. Ich habe Schwierigkeiten, am Schreibtisch zu sitzen in einer einigermassen bequemen Position (weshalb es ein Segen fuer mich ist, dass ich nur sehr wenige Stunden im Buero verbringen muss, und den Rest "laufend" verbringen) aber auch mein Rucksack quaelt mich oft tagsueber, wenn die Schmerzen wieder anfangen. 
Jeder sagt mir, das sei nicht mehr in Verbindung mit der OP zu bringen, aber ich kenne den Schmerz, er hat mich ja nie richtig verlassen und vor der OP kannte ich diese Art von Schmerz nicht, hatte nie Beschwerden an den Armen. 
Ich komme mir auch langsam dumm vor, zum Arzt zu rennen und zu sagen: Seit der OP habe ich.... 
denn jeder schaut mich komisch an wenn ich sage, wielange das her ist. 
Ich kann nur eines tun, viel Sport, Entspannung wie Yoga, sowie demnaechst evtl. mehr zu Schwimmen. 
Aber ich muss ja nochmal in etwa 7 - 10 Jahren operiert werden, die Klappe ist biologisch und haelt nicht ein Leben lang. 
Naja, darueber kann ich mir ja spaeter GEdanken machen. 

Montag, 8. Juli 2013

Urlaubsanspruch - uns geht´s doch recht gut

Ach du Schande - da denke ich die ganze Zeit, in Israel sind wir so ziemlich die einzigen, die so wenige Urlaubstage haben. Und was lese ich gerade? Die armen Menschen in den USA sind so RICHTIG schlimm dran, es ist die einzige Industrienation mit nicht einem einzigen Tag Urlaubsanspruch.(Unternehmen duerfen selbst entscheiden, ob und wieviel Urlaub sie gewaehren und im Einzelhandel scheint es gar keinen Tag Urlaub zu geben) Am schlimmsten sind Geringverdiener dran. Die aermsten der Armen werden also doppelt gebeutelt)  Wow!
In Deutschland kenne ich es nur so, dass man zwischen 25 und 30 Tagen Urlaub pro Jahr hat. 
Hier in Israel ist es so, dass man in den ersten vier Jahren bei einem Arbeitgeber einen Anspruch von sage und schreibe "nur" 12 Tagen hat. Erst ab dem fuenften Jahr kommt ein Tag dazu, und es geht nur weiter bis maximal 20 Tagen!
Von 30 koennen wir hier nur traeumen, aber wenn ich hoere, dass es Menschen in den USA gibt, die keinen Tag im Jahr bezahlten Urlaub nehmen koennen - meine Guete, wie sehr kann man Arbeitnehmer aussaugen?
HIER ist der Artikel aus der Tagesschau.
Und - apropos Lohnfortzahlung im Krankheitsfall - auch pustekuchen. Sogar gut abgesicherte Bundesbeamte duerfen nur 5 Tage pro Jahr krank werden, ohne auf ihren Lohn zu verzichten. Heftig 
Aber auch bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sieht es bei uns in Israel schlechter als in Deutschland aus. Ab dem 2. Monat bei einer Arbeitsstelle, bekommt man ca. 1,5 Tage pro Monat, d.h. wenn man nicht krank wird, "darf" man nach 10 Monaten mal 14 Tage krank sein. Ist schon nicht so lustig, wenn man sich nicht mal das Kranksein erlauben kann. 
Daher - bitte nicht jammern und stoehnen in Deutschland - es geht euch in diesen Punkten wahrlich sehr gut!

Samstag, 6. Juli 2013

Recht gute Nachrichten - Avigail und Malka haben die Transplantation gut ueberstanden

Heute in der Synagoge - grosse Erleichterung. Es gab Neuigkeiten von Avigail und ihrer Schwaegerin Malka. Beide haben die Nierentransplantation gut ueberstanden. Avigail sendet Gruesse und bittet alle, doch ganz verstaerkt weiter zu beten fuer Malka Jaffa bat Chaya, denn die kommenden Wochen werden kritisch sein fuer sie, da sie wohl schon zum 3. Mal in ihrem Leben eine Spenderniere erhalten hat. Mit jedem Mal wird es kritischer, ob die neue Niere gut angenommen wird vom Koerper, so wurde uns erklaert. 
Avigail bedankt sich fuer all die Gebete und laesst uns ausrichten, das Gefuehl dass so viele Menschen fuer die beiden beten, haette sie doch sehr gestaerkt und zuversichtlich in die OP gehen lassen. 
Avigail ist bereits aus dem Krankenhaus entlassen und erholt sich. Am 18. soll ihr Flug zurueck zu uns nach Israel gehen. 
Wir hoffen, beide gesunden sehr schnell!

Freitag, 5. Juli 2013

Shabbat shalom!


Vorsicht Schlangen!

In den letzten Wochen haeufen sich die Schlangenbisse im Land, die Hitze lockt die hungrigen Schlangen aus ihren Verstecken und teilweise kommen sie sogar in laendlichen Bezirken ins Haus. 
Ein junger Mann ist gestorben, als beim Zelten eine Giftschlange in seinen Rucksack kroch und ihn spaeter biss. 
Meist wird es eine Zefa (צפע) sein, die zubeisst, die sogenannte Palaestinaviper. Experten der UNI Tel Aviv warnen heute im Radio, sich vor den Schlangen fernzuhalten, sieht man eine solche, sollte man in die andere Richtung gehen, und sich auf keinen Fall naehern. Keine Sandalen in der freien Natur, sondern festes Schuhwerk sind auch immer zu empfehlen und Vorsicht in der Natur bei Dunkelheit. 
Ist jemand bereits gebissen worden, keine Anstrengungen machen, den Bereich etwa mit Eiswuerfeln zu kuehlen oder sonst eine Massnahme sondern den Menschen SOFORT ins naechste Krankenhaus bringen. Auch gibt es manch seltsame Empfehlung, die Schlange mit ins Krankenhaus zu nehmen, damit die Aerzte wissen, welche es war. Davon raet der Experte DRINGEND ab, in dem Moment, wo man versucht,die Schlange einzufangen, koennte sich der naechste einen Biss einfangen. (So etwas Dummes habe ich aber auch noch nie gehoert!)

Organspendeausweis - wer nur ein einziges Leben rettet....

"Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet haette". Diesen Satz kennt seit dem Film "Schindlers Liste" wohl jeder. 
Er ist tatsaechlich aus dem Babylonischen Talmud entnommen. 
Leben erhalten, Leben retten, ist das hoechste Gut im Judentum, Leben retten steht ueber der Einhaltung des Shabbat, alle Shabbatgesetze sind ausser Kraft, wenn es um die Erhaltung des Lebens geht. 
In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder heftige Diskussionen ueber Organspenden, denn andererseits soll der Mensch im Judentum "unversehrt" beerdigt werden. Nun, Soldaten, die ihr Leben fuer unser Volk lassen mussten, sind auch zu unserem Leidwesen haeufig koerperlich ganz und gar nicht unversehrt, wenn sie beerdigt werden. 
Aber die Frage, ob man im Judentum Organe spenden darf ist laengst ueberfluessig, darin sind sich doch wohl die meisten einig. Es geht vielmehr darum, halachisch korrekt den Zeitpunkt des Todes festzustellen, und erst daraufhin Organ zu entnehmen. (Hirntod, , Herztod) siehe HIER auch ein Artikel in der Juedischen Allgemeinen.
HIER auf den Seiten von HOD (halachic organ donor society) koennt ihr euch ueber medizinische und halachische Problem informieren. 
Und doch gab es in Israel bisher eine sehr niedrige Spendenbereitschaft. Das soll nun anders werden, denn es liegt ein Gesetzesvorschlag auf dem Tisch, der uns dazu zwingt, unsere Organe zu spenden, nach der Feststellung unseres Todes, es sei denn, wir widerrufen und legen ausdruecklich fest, dass wir das nicht tun wollen. 
Wenn wir davon ausgehen, dass viele Menschen bisher nur aus Traegheit nicht im Besitz eines Organspendeausweises sind, duerfte die Zahl der Spendenwilligen enorm steigen. 
Zweiflern aus halachischen Gruenden sei hier empfohlen, sich einmal auf den Seiten von ADI (unsere israelische Organisatioin fuer Organspenden gemaess der Halacha) umzuschauen, wieviele Rabbiner schon mit gutem Beispiel vorangingen und im Besiz einer Adi-Karte sind. 
(Darunter Rabbiner Benni Lau, Rav Jithchak Bigman, Rav Benjamin Walfisch).
Auch ich werde meine Traegheit nun endlich ueberwinden. 
Eine Schande, dass ich nicht schon laengst im Besitz solch einer Karte bin. 

Donnerstag, 4. Juli 2013

Wer kennt Gary Yourofski?

Den Vortrag von Gary Yourofski sollte sich jeder anschauen. Ich habe entdeckt, dass es ihn nun auch mit deutschen Untertiteln gibt. Gary Yourofski schont uns nicht, deckt knallharte Tatsachen ueber die Milch-und Fleischindustrie auf und zeigt schockierende Bilder.
Nichts fuer zarte Gemueter - aber ist es nicht unsere Pflicht, zu sehen, was passiert, bevor unser Steak auf dem Teller liegt?
Hier sein kompletter Vortrag.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Das war´s fuer Mursi - was kommt nun?

Ich denke, in Deutschland wird nicht so verfolgt was in Aegypten abgeht zurzeit, oder? Bei uns gibt es live-sendungen und gerade haben wir erfahren, dass es das war fuer Mursi - Mursi ist Geschichte, das Militaer hat die Macht uebernommen und die Muslimbrueder werden das wohl nicht so ganz hinnehmen. Oder doch?
In Aegypten ist eines stabil, das ist die Instabilitaet. Und da es eines unserer unmittelbaren Nachbarn ist, interessiert uns natuerlich brennend, was nun passiert. Einen sehr chaotischen Nachbarn haben wir ja schon, Syrien. Noch ein Nachbarn der in Richtung Buergerkrieg oder Anarchie driften koennte? 
Irgendwie kommt die Region einfach nicht zur Ruhe und meine Skepsis damals, als es hiess, die arabischen Nachbarn wollen Demokratie, wurde von Bekannten aus Deutschland entruestet kommentiert: "Aber der arabische Fruehling zeigt doch, dass es jetzt in Richtung Demokratie geht."
Diesen Fruehling hat es nie gegeben, es war immer eher ein Herbst, der auf einen eiskalten Winter hindeutete, der unvorhersehbare Folgen haben koennte. 
Eines jedenfalls ist klar: im Nahen Osten bleibt es spannend (vielleicht zu spannend) - ueber Langeweile koennen wir uns also nicht beklagen.

Mal was anderes - Thema Fernsehen

Die Firmen HOT und YES sind hier die fuehrenden Anbieter fuer Fernsehprogramme. Es gibt bei HOT z.B. das sogenannte Triple (Internet, Telefon, TV), was zwischen 200 und 400 Shekel monatlich kostet (ca. 40-80 EUR).
Bei Yes sind die Preise aehnlich, wobei ich ihre Internetseite vollkommen verwirrend finde. Bei HOT sieht man wenigstens sofort, was fuer Kosten auf einen zukommen, beim Buchen eines Paketes. 
Ich hatte mich nicht fuer das Paket entschieden, da ich eine Flatrate mit meinem Smartphone habe bei Hotmobile (100 Shekel monatl. incl. SMS unbegrenzt innerhalb Israels, sowie Anrufe ins Festnetz oder ins Handynetz, sowie Auslandsgespraeche unbegrenzt ins Festnetz). Das ist mit 20 EUR unschlagbar. 

Ich hatte mir das Basis-Fernsehprogramm fuer monatl. 230 Shekel abboniert (ca. 45 EUR), wobei ich mich staendig aergere, fuer drei Sender, die ich anschaue soviel Geld ausgeben zu muessen. Arutz 1, 2 und 10 sind meine meistgeschauten Programme. 
Die deutschen Sender RTL, Sat1 und 3sat schaue ich wirklich nur ganz selten. 
Nun hat sich G-tt sei dank das Gesetz seit 2 Jahren geaendert. Die Fernsehgesellschaften duerfen nicht mehr Strafgebuehren einziehen fuer Menschen, die sie verlassen wollen, zu anderen Fernsehgesellschaften wechseln oder einfach auf Fernsehen verzichten. Das war noch zu der Zeit, als ich das Land fuer ein Jahr verliess naemlich der Fall. Ich musste sage und schreibe ca. 500 Shekel Strafgebuehr bezahlen, was 2 Monate spaeter dann per Gesetz verboten wurde. 

Nun habe ich mich entschlossen, mir diese 230 Shekel pro Monat zu sparen, und ein kleines Geraet fuer einmalige 80 EUR zu erstehen, um dann nie wieder Fernsehgebuehren an eine Fernsehgesellschaft zahlen zu muessen. 
Gestern habe ich bei HOT angerufen um zu kuendigen, wurde aber dreimal mit einem anderen Vertreter des Kundenservice verbunden, um dreimal zu erklaeren, warum ich denn als Kunde verloren gehe. Was man mir denn anbieten koenne, damit ich bleibe? 
Ein wenig nervig diese Fragerei, aber o.k. das gehoert zum Kundendienst, zu wissen, warum die Kunden abspringen. 
Am Sonntag kommt ein Vertreter von HOT vorbei, dem ich dann die Ausruestung zurueck gebe und dann ist hoffentlich die Sache gegessen. 

Was kann man einfrieren?

Heute morgen hat mir eine meiner Klientinnen einen Tipp gegeben. Da man Huelsenfruechte - z.B. Chumus (Kichererbsen) 24 Std. einweichen muss, verliert man oft Zeit und kann nicht spontan etwas kochen. Meine Klientin weicht die Bohnen oder Kichererbsen ein, giesst das Wasser ab und friert sie dann in Dosen ein. Sie hatte ein ganzes Arsenal an roten Bohnen, weissen Bohnen und Chumus im Gefrierfach. Nach Bedarf nimmt sie dann eine Portion heraus und kocht sie gar. 
(Meine Frage: Kann es sein, dass dadurch evtl. wichtige Vitamine schon verloren gehen? Oder ist es tatsaechlich eine gute Moeglichkeit Zeit zu sparen?)

Weiter las ich heute, dass man Bananen - z.B. fuer Smoothies - sehr wohl auch einfrieren kann, was ich bisher nicht wusste. Man muss sie lediglich von der Schalte befreien und dann in eine Gefriertuete wickeln. Dabei sollte man gut reife, schon braun sprenkelige Bananen benutzen. So hat man die Moeglichkeit, jederzeit eine Banane hinauszunehmen und sie zu einem Smoothie hinzuzufuegen, was ihm mehr Energie und auch mehr Saemigkeit verleiht. 

Mein Gurkenexperiment - misslungen!

Vorweg sei gesagt, ich gebe nicht auf und werde einen neuen Versuch wagen.
Ich denke, voellig misslungen ist das Gurken-einleg experiment nicht, aber mir schmecken sie irgendwie nicht. Unterm Strich kann man sagen, sie sind zu waessrig geworden, (wie kann man das ueberhaupt vermeiden, wenn sie in so viel Fluessigkeit liegen?) und wahrscheinlich habe ich zuviel Dill ins Glas gestopft. Des weiteren hat mich meine grenzenlose Gier mal wieder dazu getrieben, in der Groesse der Gurken zu uebertreiben.
Esti hatte mir geraten, moeglichst die kleinen Gurken zu nehmen. Das habe ich nun davon, ihren Rat in den Wind geschlagen zu haben.
Eine Gurke war regelrecht matschig, wobei die anderen innen voller Wasser waren. 
Also - ein neues Experiment wird gewagt: mit kleineren Gurken und weniger Dill, dafuer mehr Salz, denn salzig schmeckten sie irgendwie nicht.

Vielen Dank an Marianne und Chris!

Was hab ich fuer tolle, hilfsbereits Leser. Marianne und Chris haben mir Gefrierbeutel geschickt, nachdem ich gejammert habe, dass ich dieser Qualitaet hier bisher noch nicht gesehen habe. Ich freue mich ehrlich darueber wie eine Schneekoenigin und danke euch fuer eure Aufmerksamkeit und vor allem auch fuer die Muehe. Einkaufen, Einpacken, Porto und verschicken - all das sehe ich als wirklich wertvolles Geschenk an, an jemanden, den ihr gar nicht kennt. 
Danke!

Soooo konsequent und diszipliniert bin ich nicht...

Marianne schrieb als Kommentar, sie bewundere meine Konsequenz. Nun - ich muss wohl etwas klarstellen, da ich nicht den Eindruck erwecken will, disziplinierter zu sein als ich wirklich bin. 
Natuerlich verbiete ich mir nicht, ab und zu Suessigkeiten zu essen, und wie ihr bei dem Apfelkuchen seht, hab ich auch Ungesundes gebacken. (mit Zucker und Margarine, ist bestimmt nicht gesund). Ich hoffe, in der Zukunft einen Ersatz fuer den vielen Zucker in Kuchen zu finden, evtl. kann ich ja Dattelhonig nehmen (Silan heisst das hier und ist sowas wie Honig). Und statt Margarine gibt es wohl nix... 
(Wo ich schon konsequent sein moechte, ist beim Meiden von  Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern.)

Kuchen backen will ich nur fuer Shabbat und auch nicht jede Woche. Und doch hat sich die Gier etwas veraendert, das war es was ich ausdruecken wollte, im Grunde hab ich kein grosses Verlangen ueber den Tag nach Suessem, aber wenn ich z.B. in Geula auf der Malchej Israel an einem der unzaehligen Suessigkeitenlaeden vorbeikome, gehe ich doch hinein und kaufe mir etwas (ab und zu). Gestern beispielsweise hab ich mich sehr gewundert, wie wenig ich dann kaufe. Haette ich frueher die Tuete bis zum Anschlag gefuellt, um mich anschliessend derart damit vollzustopfen, dass mir schlecht wird, so wird mir heute "schneller schlecht", d.h. bereits beim Kauf bin ich sehr zurueckhaltend und kaufe nur ein paar kleine "Schweinereien". Nachdem ich die gegessen habe, ist aber auch schon Schluss mit dem Suess-Hunger und ich schenke dem einfach nicht mehr dieselbe Bedeutung. 
Und doch werde ich mir sicher ab und zu ein Gebaeckstueck oder ein paar Parve-Schokoladentaler genehmigen. So ganz militant bin ich nicht 
Also - dass keiner auf den Gedanken kommt ich bin absolut diszipliniert. 
Was mich zurzeit interessiert, ob es wohl Gebaeck gibt, das ohne Ei gebacken ist. Im Laden meine ich. 
Denn auch wenn es hier unzaehlige Parve-Plaetzchen (nicht milchig) gibt, mit Ei sind sie sicher alle gebacken. Aber das werde ich noch herausfinden. 

Vegan und die Umwelt

Die nicht vegetarisch lebende Umwelt uebrigens denkt, dass ich kaum was esse. Ich hoerte diesen Satz gestern von einer Freundin und musste lachen. Nach meinem Empfinden esse ich naemlich recht viel, ich glaube mehr als vorher - nur eben ganz anders. 
Ich denke dieses Phaenomen entsteht dadurch, dass man bei den Nicht-Veganern nicht mehr so ganz viel essen kann, ausser ein paar Fruechten oder falls sie mal was ohne Milch oder Yoghurt auftischen. 
Sie hat schon oft erlebt, dass ich bei gekochten Speisen frage: "Ist da Milch drin oder ist es parve?" 
Und dann - wenn Milch drin ist - esse ich es eben nicht. 
Sie sieht aber die Mengen nicht, die ich 1. mit zur Arbeit nehme und 2. auch zuhause esse. (mal ganz abgesehen von gruenen oder Fruechtesmoothies nebenbei noch). 
Ich bin nie hungrig am Tag und habe keinerlei Beduerfnis in einem Cafe Gebaeck zu kaufen. Dabei fuehle ich mich zu jeder Tageszeit leicht habe nie ein "voller-Magen" Gefuehl. Das ist ein wunderbarer Nebeneffekt. 
Trotz mehr Essen habe ich jedoch im letzten Monat 2 kg abgenommen. 
Als ich gestern einen mir angebotenen Yoghurt ablehnte, bekam ich zur Antwort: "Aber Yoghurt! Yoghurt ist doch so gesund!"
Ich sehe das jetzt alles mit ganz anderen Augen.

Gedeckter veganer Apfelkuchen von Chris

Danke, Chris, fuer dein veganes Apfelkuchenrezept.
Hier ist es:

Benötigt wird:
180g Margarine
160g Zucker (alternativ auch gern Stevia)
250g Mehl
Vanillezucker
1 Päckchen Backpulver
2 Große Äpfel (je nach Groesse kann man auch mehr nehmen, funktioniert prima)
200ml Sojamilch (Wasser geht aber auch)
etwas Salz
Etwas Zitronensaft
Zimt (wenn man mag)

Die Äpfel entkernen und in kleine Wuerfel schneiden. Hier vermenge ich die Aepfel jetzt gern mit Zimt. Kann man aber auch weg lassen oder Zimt spaeter in den Teig mischen.
- Margarine, Zucker, Salz und Vanillezucker gut vermischen.
- Mehl, Backpulver dazugeben.
- langsam Sojamilch (oder Wasser) sowie etwas Zitronensaft hinzufuegen.

Das ganze solange mischen bis ein leckerer Teig entsteht.

Jetzt eine Backform nehmen, normal fettet man diese, ich nehme stattdessen Backpapierstreifen und lege sie sternfoermig rein. So spart man Margarine und man bekommt den Kuchen super raus. Damit der Kuchen perfekt aussieht ziehe ich die streifen dann wenn der Kuchen fertig ist raus :)

Jetzt etwas Teig in die Form legen, so das es eine Art Boden ergibt. Man verteilt die  Apfelwuerfel komplett auf dem Teig und bedeckt anschliessend den Rest mit dem übrig gebliebenen Teig.

Jetzt bei 175 Grad 1 Stunde lang backen. Das wars! Wenn der Kuchen etwas abgekuehlt ist wird er durch das Apfelpektin schön fest.


Dienstag, 2. Juli 2013

Eine Art Majadra

Heute habe ich im Bioladen eine Madg´adra-Mischung gekauft. Majadra ist ein hier sehr bekanntes Gericht aus Reis mit Linsen, Zwiebeln und Gewuerzen. 
Es gab eine Mischung mit dem Namen Majadra aus roten Linsen, Burgul und Qinoa. 
Davon habe ich eine Portion gekocht, und sie anschliessend mit Zwiebeln und Frühlingszwiebeln vermischt, die ich vorher in der Pfanne angebraten hatte. 
Nur mit Salz wuerzen, oder wer will auch mit anderen Gewuerzen aufpeppen. 
Guten Appetit!

Errinnerung - Gebete fuer die Nierentransplantation von Malka und Avigail

Heute wird in Los Angeles die Nierentransplantation stattfinden. Avigail spendet ihre Niere an die Schwaegerin. Bitte viele Gebete zum Himmel schicken, dass es gelingen moege und beide gesund diese OP hinter sich bringen. 
Ana HaShem haZlicha na! 
(Malka Jaffa bat Chaya und Avigail bat Hope Suzanne)

Montag, 1. Juli 2013

Jeden Tag Fleisch - ein echter Luxus?

Ich erinnere mich an die Zeit im Altenheim Ramat Tamir oder im Beit Moses. Wir durften als Angestellte mittags dort essen. Was mir besonders negativ auffiel, dass es wirklich taeglich Fleisch in allen Variationen gab. Ich hatte gar nicht das Beduerfnis nach so viel Fleisch, da ich nie oefter als einmal pro Woche Fleisch gewohnt war. Und doch liess ich meist nicht das Fleisch weg, sondern ass es, einfach aus dem einfachen Grunde, weil ich Hunger hatte und es nichts anderes gab. (ich haette Puerree und Beilagen essen koennen, aber ich glaubte, nicht satt zu werden)
Ganz gluecklich war ich einmal pro Woche, wenn Fischtag war. 
Als ich nachfragte, warum eigentlich jeden Tag Fleisch angeboten wird, sagte man mir, man habe einmal alternativ kochen wollen, da haben jedoch die alten Leute gestreikt und argumentiert, dass sie schliesslich genug Geld bezahlen, um in diesem Heim zu leben, da koenne man ja wohl eine "hochwertige" Nahrung erwarten, wo man nicht verzichten muss. 
Ich habe lange darueber nachgedacht, wie schrecklich es doch ist, gutes Essen immer mit Fleisch zu verbinden. Eine fleischlose Mahlzeit ist offenbar keine richtige Mahlzeit - es fehlt etwas, man muss verzichten. "Das Haus spart an uns.."
Wenn ich mir all die Video und Vortraege anschaue, ueber Verhuetung von Herzkrankheiten, Alzheimer und Osteoporose, die mit einer fleischlosen Kost stark minimiert werden koennen, dann ist es schon erschuetternd, wie sehr fleischfixiert wir doch sind. 
Fleischlos leben ist fuer viele Menschen mit einem Mangel verbunden - oder mit Verzicht. 
Man kommt gar nicht auf die Idee, etwas hinzuzugewinnen durch eine Umstellung der Ernaehrung. Sicher kann man das auch nicht von einer Generation erwarten, die in fruehen Kindertagen hungern musste und nur selten ein Stueck Fleisch auf den Teller bekam.
Doch dafuer gehen immer mehr Jugendlichen oder jungen Menschen die Augen auf. Es wird nachgedacht und nicht mehr alles so hingenommen, wie es "schon immer" war, und wie wir glauben, dass man sich ordentlich und gesund ernaehren muesste. 
Fast jeden Tag Fleisch - ueber eine Zeit von ca. 3 Monaten - das hat mir jedenfalls spuerbar nicht gut getan, dazu der unglaubliche psychische und physische Dauerstress, ich fuehlte mich einfach nur schlecht, ausgelaugt und ohne Energie. 
Was fuer ein Unterschied zum jetzigen Zeitpunkt. 

Hausbesuche versus Bueroarbeit

Der letzte Tag des Monats, so wie der erste des naechsten Monats sind in der Firma Tage der Abrechnung. Die PflegerInnen kommen ins Buero und bringen ihre Stundenzettel, bekommen ihre Lohnabrechnung vom letzten Monat. Dabei muessen die Sozialarbeiter helfen, da es tumultig zugeht in diesen Tagen. 
Ich bin nicht im Hauptbuero, sondern in unserer charedischen Filiale in Giv´at Shaul. 
Dort sind wir zu dritt und es ist recht familiaer. Ich mag diese Tage. Sie sind mit ein wenig "Runterschalten" verbunden, nach einem kompletten Monat Lauferei von X nach Y. 
Eine Minipause, bevor es erneut losgeht in die Familien. 
Zwei Tage reichen aber vollauf, denn ich merke, bei allem Spass, den wir haben zusammen, dass dieses Sitzen auf einem Platz mir und meinem Koerper nicht gut tut. Der Ruecken tut weh und ich weiss nicht, wie ich mich setzen soll um die Verspannung loszuwerden. Dazu den ganzen Tag hinter abgedunkelten Fenstern mit der Klimaanlage, waehrend draussen die Sonne scheint - das ist wie weggesperrt sein und faellt mir immer schwerer, nachdem ich nun drei Monate Bewegung gewohnt bin. 
Ich merke mehr und mehr, dass diese Arbeit mit Hausbesuchen und viel Bewegung an der frischen Luft absolut wie fuer mich gestrickt ist und ich bin froh und dankbar, sie gefunden zu haben. 
Die neuen Listen liegen schon in unseren Faechern und morgen frueh wird als allererstes herumtelefoniert - neue Termine werden mit den Familien abgesprochen und terminiert. Dann geht es evtl. schon morgen nachmittag wieder los - ins Freie. 
 

Eingelegte Gurken - zweite Phase, 3. Tag

Es sieht sehr truebe aus im Gurkenglas, aber das, was herauskommt an Duft, deutet doch stark darauf hin, dass es gelingen koennte! Ich wende jeden Tag einmal das Glas hin und her, so dass sich alles gut vermischt. 
Die Farbe der Gurken ist schon dunkler geworden und da das Glas doch nicht hermetisch verschlossen ist, tritt ein leichter Geruch heraus, der mir schon richtig Lust macht, mich darueber her zu machen. 
Aber ich muss noch mindestens 2 Tage warten, nach Estis Ratschlag. 
Ich bin sehr gespannt!