Freitag, 28. Februar 2014

Vegane Einladung

Ich bin leider heute morgen nicht aus dem Bett gekommen, um zum Toten Meer zu fahren. Egal  - ich habe versucht es sehr ruhig angehen zu lassen und bin gleich bei meiner veganen Freundin zum Shabbatessen eingeladen. Das freut mich sehr, denn dort gibt es immer sehr leckere Creationen, ich brauche nicht nur das Fleisch wegzulassen. Obwohl ich noch nie verhungert bin, denn es gibt ja immer noch Salate, Tchina, Avocadodipps Brot usw... meist auch Suppe, die Parwe ist. 
Daher - kein Problem. Eher eines fuer die Gastgeber oder die anderen nicht-veganen Gaeste, die sich immer SEHR sorgen, was ich denn ueberhaupt essen kann. Das Problem ist aber eh, dass am Shabbat Mengen verzehrt werden, die wir eigentlich gar nicht brauchen. 
Aber das ist schwer verstaendlich zu machen. 
Meine Freundin ist zwar auch Veganerin, aber fuer ihren Mann - der "Alles-esser" ist und die Gaeste gibt es selbstverstaendlich Fleisch. 
Was gut ist - ich fuehle mich nicht so allein als Veganerin und muss die "Angriffe" der Allesesser nicht allein einstecken. Chava ist eine solide anerkannte Frau in der Gemeinde, und da traut man sich eher nicht so oft, zu attackieren, wie bei mir....
Nochmal an alle einen ruhigen erholsamen Shabbat.

Shabbat shalom!


Donnerstag, 27. Februar 2014

Fix und fertig

So, die Woche - und auch der Monat - sind endlich rum. Gegen Ende des Monats herrscht bei uns in der Firma Hektik und Haeufung der Aufgaben. Wir Sozialarbeiter sind normalerweise vor Ort, d.h. draussen, um Hausbesuche zu machen. Wer noch keine Berichte zwischendurch geschrieben hat, findet sich spaetestens ein paar Tage vor Monatsende ein und kaempft um einen Computer. Wir haben naemlich keine festen Plaetze, sondern, muessen uns einen freien Platz suchen. Normalerweise gibt es nur 3 freie Plaetze, die niemand besetzt, ein kleines Einzelbuero (was bei mir sehr beliebt ist, da ich mich dort am besten konzentrieren kann und dem Gewimmel und Gerede nicht ausgesetzt bin) und zwei weitere Plaetze mitten im Gemeinschaftsbuero. Das Gemeinschaftsbuero hat 3 Plaetze fuer die Angestellten, die sich mit den israelischen Pflegern beschaeftigen, auch in punkto Abrechnung und Zuordnung zu den Patienten. Dort ist also IMMER was los, es schellt pausenlos das Telefon und Publikumsverkehr ist ebenfalls den gesamten Tag ueber. Das heisst, Gemurmel (im besten Fall), oft aber Geschreie und Diskussionen etc. 
Gleich nebenan hinter der Tuer ist die Abteilung fuer die Gastarbeiter, wo es auch immer hoch hergeht. 
Leider hatte ich heute nicht die "Suita", wie wir das Einzelbuero nennen, da ich nicht so schnell war wie mein Kollege. 
Wenn alle Sozialarbeiter im Buero sind, haben wir ein Problem und nicht genug Computer. 
Das haelt die Arbeit unglaublich auf. 
Es mussten auch noch Berichte ueber die Gastarbeiter geschrieben werden, zweimal im Jahr, Januar Febr, und August,Sept. 
Dazu kommen Neuantraege, die wir bearbeiten muessen und zum Sozialversicherungstraeger schicken. 
Worauf wir auch achten muessen, ist - falls ein Patient, der Shoa-ueberlebender ist eine Erhoehung der Stundezahl auf 18 pro Woche erhaelt, denn dann hat er ein Anrecht auf einen Stundenzuschlag von 9 Wochenstunden vom Shoa-ueberlebenden-fond. 
Scliesslich sollen ja alle Familien moeglichst von allen Rechten die ihnen zustehen profitieren. 
Aber es heisst fuer uns auch Stress, denn es darf nichts verpasst werden. 
Die Berichte muessen nicht nur eingetippt sondern auch ausgedruckt, unterschrieben und in eine Kladde abgeheftet werden, die in ihrer Gesamtheit zur Sozialversicherung geht. 
Am Ende des Tages stellte ich fest, dass ich einen Hausbesuch komplett vergessen hatte. Also - nochmal los in Richtung Kikar Shabbat (Geula) und die Patientin zumindest kurz sehen. 
Jetzt ist Wochenende, alle Berichte sind (hoffentlich) eingegeben und am Wochenanfang haben wir Sozis dann Buerobereitschaft, d.h. den anderen Angestellten mit den Abrechnungen der Pfleger und Gastarbeiter helfen. Das heisst Multitasking, denn ans Telefon muessen wir dennoch gehen und Fragen und Beschwerden der Patienten und der Familien bearbeiten.
Ich bin ja eine absolute Niete im Multitasking, kann immer nur EINE Sache machen. Alles zusaetzliche verwirrt mich und bringt mich total durcheinander. 
Der Tag, die Woche, der Monat ist rum und ich bin einfach nur fertig. 
Zur Beruhigung hoere ich gerade einen klassischen Musiksender im Radio und morgen versuche ich frueh aus dem Bett zu kommen, um ans Tote Meer zu fahren bis kurz vor Shabbat. 
Das Tote Meer bedeutet fuer mich immer unglaubliche Ruhe, pure Natur und nur Entspannen. 

Meine Freundin, die mir etwas Gutes tun wollte, fragte mich, ob ich eine Karte fuers Tanztheater heute abend haben will, aber ehrlich? - NEIN! Ich will einfach GAR NICHTS um die Ohren haben, selbst keine Freizeitbeschaeftigung. Die bringt mir naemlich nicht die erwartete Ablenkung und Zerstreuung, sondern ist fuer mich einfach nur FreizeitSTRESS.
Kann das jemand verstehen? Hier jedenfalls wird das eher nicht verstanden, da alle alles auf einmal machen und in der Freizeit sogar noch von Event A (direkt nach der Arbeit) zum Event B (spaeter am Abend) ziehen.

Montag, 24. Februar 2014

Dank an Esti fuer mein neues Tuerschild!



Alles hat seine Stunde.... Zeit zum Jammern, Zeit zum Zufriedensein

Heute gab es einen netten Ausgleich fuer den allgemeinen Frust in der Firma. Der alte Chef beendete seine Zeit als Leiter der Firma und die neue Chefin (die bereits Jahre in der Fa. arbeitet, tritt ihre Zeit als neue Leiterin an). Das wurde heute mit einem Essen auf Kosten der Firma gefeiert. 
Wir waren im Cafe-Cafe in der Mamilla-Mall und es war sehr nett. Das Essen war genau nach meinem Geschmack. Es gab Auberginen, Tchina, viel Salat, Brot, Pashtida, einfach leckere Sachen. 
Aber das netteste war die Ansprache des Chefs zu seinem Abschied. 
Er sprach jeden Einzelnen fuer sich an, beschrieb ihn mit seinen individuellen Eigenschaften, hob die guten Eigenschaften hervor und bedankte sich im letzten Satz. 
Dabei traf er wirklich den Kern jeder Persoenlichkeit und das war einfach nur nett und sehr aufmerksam. 
Irgendwie war es noetig, dass wir das mal so aus seinem Munde hoerten, denn wir arbeiten alle hart. 
Ein schoenes Beisammensein mit positivem Gefuehl am Ende. 

Sonntag, 23. Februar 2014

Es gibt solche Tage...

Ich bin irgendwie sehr empfindlich gegenueber Ungerechtigkeiten jeglicher Art, und dabei spielt es wirklich keine grosse Rolle, ob ich selbst betroffen bin oder ein anderer. Angesichts von Ungerechtigkeit fuehle ich mich irgendwie machtlos, so, als kaempfe ich gegen riesige Windmuehlen. 
Dieser Tag war gepraegt von diesem Hilflosigkeitsgefuehl. Es gibt in der Firma uns Sozialarbeiter, die den ganzen Tag ueber nur rennen, von A nach B, von Familie zu Familie, von einer Ecke der Stadt in die naechste, staendig in Autobussen oder zu Fuss bergauf und bergab. 
Ein anerkennendes Wort aber gibt es eher nicht. Dafuer dann Ruegen, wenn wir unser "Pensum" nicht geschafft haben, d.h. A oder B nicht in der festgelegten Frist gesehen haben, oder bei A oder B die Pflegerinnen nicht angetroffen haben. 
Ueber unsere Hausbesuche hinaus (ca. 110-120 pro Monat) muessen wir noch im Buero helfen gegen Ende des Monats, wenn alle Pflegerinnen und Gastarbeiter mit ihren Zeiterfassungsplaenen kommen. Was dann bei uns los ist bei ueber 1000 Patienten kann man sich vielleicht denken. 
Noch zusaetzlich muessen wir die Erstbesuche machen, und mit den Patienten die Formulare fuer die Sozialversicherung ausfuellen, die Lage einschaetzen (d.h. den Patienten mit den Augen der Soz.vers.sehen und vermuten ob er/sie Stunden bewilligt bekommt. ) 
Es gibt aber intern einige grobe Ungerechtigkeiten, worauf ich nicht naeher eingehen will, ich denke, die gibt es auch ueberall.
Und meine 3 Tage Kranksein kommen mir nun wie ein Boomerang zurueck. Nicht nur, dass ich nicht mein volles Gehalt bekommen, nein, selbstverstaendlich macht auch niemand meine Arbeit in den 3 Tagen, d.h. meine Hausbesuche bleiben, warten auf mich, und ich habe 3 Tage weniger Zeit, sie auszufuehren und dazu ist Februar, ein kurzer Monat. Druck, Hetze und ein Gefuehl von Nicht-schaffen-koennen....
Aber was dabei herauskommt ist ein haessliches Gefuehl von "Frust" und noch schlimmer "Neid". Ja, ich gebe zu, diese Eigenschaft die ich so abscheulich finde, machte sich heute mal wieder breit. Wenn ein Gefuehl der Ungerechtigkeit aufkommt (wir rennen hier von A nach B, aber andere bekommen ..... ) dann tritt es auf, dieses Gefuehl und zwar massiv. 
Es macht sich breit, gemeinsam mit dem sofortigen Auftauchen eines anderen Gefuehles, des schlechten Gewissens und der Wut auf sich selbst. Ich will nicht so sein, denn es ist ein haessliches Gefuehl, dieser Futterneid. Wenn man an seinen Eigenschaften "arbeiten" moechte, dann ist so ein Gefuehl der Rueckschlag ueberhaupt. 
Und dann die blinde Frau in der Postfiliale - ja ich weiss, G-tt ich bin undankbar und selber ungerecht. Ich habe alles, darf die Blumen sehen und die Aussicht unserer schoenen Stadt von allen Seiten jeden Tag geniessen, darf die jetzt aufbluehenden Mandelbaeume bewundern und die Anemonen fotografieren. Ich bin gesund und habe ein Dach ueber dem Kopf sowie eine Arbeit, die mich ernaehrt, die mir sogar Spass macht und bei der ich nicht 8 Std. im Buero sitzen muss. 
Aber es ist auch oft einfach nur furchtbar anstrengend. 
Ich mag mich fuer diese Gefuehle nicht besonders... 
Aber ich bin auch nur ein kleiner einfaeltiger Mensch.

Dienstag, 18. Februar 2014

Mein Nachbar Yarden

Nun habe ich ihn durch Zufall im Hausflur erwischt, meinen Musiker-Nachbarn Yarden. Und nochmal instaendig darum gebeten, das Trommeln nach 24h nicht so unbedingt und tja, und dass ich doch auch und ueberhaupt... "Ohhh, ani mamash mitztaer, es tut mir ja sooo leid, es wird nicht wieder vorkommen..." najaaaa, aber das hat er schon mal gesagt. 
Ich habe ihm nochmal gesagt, dass ich sein Klavierspiel sehr schoen finde und sogar mein Radio ausmache, um es zu hoeren, aber eben AUCH nicht nach 24h. 
Er meinte, es sei ihm gar nicht bewusst, dass man es hoert (???) da er mit Kopfhoerern spielt. 
Also gut, auf ein Neues und darauf, dass sein Gedaechtnis und sein Bedauern dieses Mal ein wenig laenger vorhaelt 

Die Post - immer fuer Ueberraschungen gut

Heute morgen um 7:15 klingelt das Telefon. Der Leiter der Paketverteilung meldet sich, um mir mitzuteilen, dass er ein Paket fuer mich in der Hand haelt. In den naechsten Tagen wuerde ich eine Benachrichtigung erhalten und koenne es dann abholen. Er schickt das Paket jetzt zur Postfiliale Sued. 
Was soll man dazu sagen? 
Es ist das Paket von meiner Freundin vom Bodensee. Ich freue mich natuerlich sehr darueber und was fuer ein Zufall - 2 Tage, nachdem ich meinem Frust und meiner Enttaeuschung in einer Mail an die Post Luft gemacht habe.....
Nun war das Paket also 2 Monate unterwegs von Deutschland nach Israel. (Eine Freundin bekam ein Paket aus Indien, nach 7 Tagen....) egal  - Deutschland ist halt auch ein ganzes Stueck Weg!

Sonntag, 16. Februar 2014

Mein Nachbar laesst mich nicht schlafen.....

Ich habe einen jungen Mann als Nachbarn, wohne Wand an Wand mit ihm. 
Nun - seit er hier wohnt, habe ich oft schlaflose Naechte. Er ist Musiker und spielt oft Klavier, Accordeon oder singt. Das stoert mich gar nicht, wirklich nicht. Denn er kann spielen, wunderschoen sogar und ich stelle ab und zu sogar mein Radio ab um zuzuhoeren. 
Aber - bitte nicht um 00:30 anfangen zu spielen, denn da moechte ich schon schlafen. Ich brauche den Schlaf dringend, da ich 8 Stunden bei jedem Wetter auf den Beinen bin um von A nach B zu kommen. Hausbesuche sind schoen und interessant - aber sie schlauchen sehr und ich brauche alle Energie. 
Also sprach ich mit ihm - und siehe da, er zeigte sich einsichtig, spielte auf meine Bitte hin nur noch bis 24h. Aber irgendwie scheinen junge Leute schnell zu vergessen und so fand ich mich vor 2 Wochen wieder vor seiner Tuer ein, um zu klopfen, um 2h. ER TROMMELTE!
Er oeffnete nicht, aber schien mein Klopfen verstanden zu haben. Fuer mich war die Nacht vorbei, denn aufstehen, anziehen, ruebergehen, sich aufregen - da schlaeft man nicht so schnell wieder ein. 

Ich spreche also nicht vom Klavierspielen vor 24h, habe nichts gegen den Hund, der staendig zu den unterschiedlichsten Zeiten bellt, auch weil er alleingelassen wird. 
Dass sein Hund auf den Balkon kackt, wenn er in Not ist, ist mir auch egal, ich sehe es nur wenn ich aus dem Fenster schaue, aber es koennte ein Thema werden im Sommer!!
(Ich habe mal gehoert, dass ein Hund schon sehr in Not sein muss, wenn er zuhause seine Notdurft verrichtet, also tut mir in erster Linie sein Hund leid)
Ich rege mich schon nicht mehr auf, wenn am Shabbat ziemlich laut drueben die Wohnung auf den Kopf gestellt und geputzt wird, ich bin auch ruhig, wenn der Staubsauger am Shabbat laeuft und die Trommeln erklingen. 
Aber was mich gestern abend wieder veranlasste, drueben anzuklopfen, war das Trommeln um 23:30. Es haemmert mir einfach ins Gehirn und ist kaum auszuhalten. 
Ich bin gespannt wie es weitergeht und denke sowieso darueber nach in den naechsten Monaten nach einer anderen Wohnung Ausschau zu halten. Aber so etwas kann einem natuerlich ueberall passieren.....

Die Post in Israel - wirklich alles Diebe?

Ich bin enttaeuscht von der Post in Israel, endgueltig und bitter enttaeuscht. 
Die beiden Pakete, die an mich seit 17. Dezember unterwegs sind, von unterschiedlichen Orten in Deutschland, sind auch verschwunden im Nichts, Sie enthalten warme Winterstiefel, die regendicht sind. Ich haette sie unglaublich gut brauchen koennen. 
Aber - ich kann nicht einmal nachpruefen lassen, wo sie gelandet sind, denn die Absender haben diePakete nicht mit Einschreibepost verschickt, EMS z.B. vergibt eine Nummer, wo man verfolgen kann, wo das Paket ist. Wenn ich meinen Toechtern Pakete schicke, mache ich das immer, aber es kostet auch ein Vermoegen, manchmal mehr als der Inhalt des Paketes. 
2008 ist ein Paket von Deutschland an mich verschickt worden, das EIN JAHR spaeter wieder zurueck in Deutschland ankam, die Absenderin musste nochmals 20 EUR zahlen, um es ueberhaupt wiederzubekommen. 
2009 direkt nach der Einwanderung bekam ich von Freunden ein Paeckchen, das ebenfalls nie ankam. Die Post behauptete, ich haette zwei Benachrichtigungen bekommen, und es nicht abgeholt, daher sei es zurueckgeschickt worden. Bei den Absendern kam es aber nie an. 
2012 im Winter schickte meine Tante mir ein Paket mit warmen Winterdecken, die ich wirklich gut haette brauchen koennen. Auch sie verschickte das Paket ohne Einschreibenummer und - es kam nie an. Mit ihr habe ich mich deshalb sogar ueberworfen, weil sie damals meinte "Vielleicht liegt das daran, dass du Deutsche bist?" 
Im Dezember 2013 schickten mir zwei unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Orten in Deutschland jeweils ein Paar warme Winterstiefel die regenfest sind. Sie sind bis heute nicht angekommen. Leider kann mir die Post nicht weiterhelfen bei der Suche, da wir keine Einschreibenummer haben - verstaendlich, denn sonst haetten die Absender nur fuer das Porto tief in die Tasche greifen muessen. 
(Ein Freund in Deutschland erzaehlte mir, dass - wenn solche Dinge in Deutschland vorkommen - einem frech gesagt wird: selber schuld, warum schickt ihr auch das Paket ohne Einschreiben?"
Das heisst im Klartext - wenn du es nicht versicherst, wird es in jedem Fall geklaut bei der Post. Sehr enttaeuschend fuer mich. 
Ich kann also sagen, dass man mir nichts, was groesser ist als ein Umschlag, schicken kann, wenn es nicht per Einschreiben ist EMS usw. 
Heute habe ich im Internet ein Beschwerdeschreiben ausgefuellt, auch wenn ich weiss, dass das niemanden interessiert. Keine Nummer - Pech gehabt. Futsch. 
Aber zumindest konnte ich meine grosse Enttaeuschung und meinen Frust dort loswerden. Gibt es wirklich nur Diebe bei der Post? Egal ob hier oder anderswo?
Das will ich einfach nicht glauben. 
Naja.. mein Schreiben wird im Muell landen, schneller als man bis drei zaehlen kann. Und bei elektronischer Post landet es nicht einmal im Muell - man kann es einfach wegklicken und in den virtuellen Papierkorb schicken. 

Samstag, 15. Februar 2014

Keren Yachad - gegenseitige Hilfe, Versicherung - oder einfach eine gute Tat

Heute las ich im Wochenendblatt Shabbat beShabbato einen Artikel von Rav Israel Rozen aus Alon Shwut. Stets verbindet der Rav Aktuelles mit der Parasha und so auch heute.
Keren Yachad wird in der letzten Zeit als eine neue Art der "Versicherung", der gegenseitigen Absicherung von verwaisten Kindern unter 30 propagiert. Dabei ist es grob gesagt eine wunderbare Art Zdaka zu geben und wirksam zu helfen - OHNE Mengen an Geld zu spenden.
Die Gemeinschaft macht´s und sorgt dafuer, dass verwaiste Kinder nicht noch zusaetzlich in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen. Einem Kind unter 30, das - was G-tt verhueten moege - einen Elternteil verliert durch irgendein Unglueck, Krankheit oder Unfall, wird vom Fond eine Sofortsumme von 50.000 Shekel zur Verfuegung gestellt, und zwar JEDEM der Kinder unter 30.
Wie geht das und vor allem - wo kommt das Geld her?
Nun, das Prinzip funktioniert wie folgt:
1. Der, der sich einschreibt, um zur Gemeinschaft zu gehoeren, bezahlt EINMALIG eine Summe von 36 Shekel. (ca. 7 EUR). Das war´s. Keine weitere monatliche Zahlungen, keine Dauerauftraege.
2. Tritt nun - chalila - der Fall ein, dass einer der Eltern der im Fond befindlichen Familien verstirbt, so erhaelt jedes seiner Kinder unter 30 eine Summe von 50.000 Shekel (10.000 EUR).
3. Woher kommt das Geld? Nun - im Ernstfall wird von jedem Mitglied des Fonds 10 Shekel fuer jedes Kind der verwaisten Familie eingezogen. EINMALIG. Das war´s.
4. Es wird von einem Mitglied nie mehr als 60 Shekel im Monat eingehalten, das ist die Hoechstsumme. Falls - was G-tt ebenfalls verhueten moege - es mehrere Ungluecke gibt und die Summe ueber 60 Shekel steigen wuerde - so wird fuer jeden Einzelnen die Restsumme auf den naechsten Monat verteilt.
Ebenfalls einmalig werden noch im Ernstfall 4 Shekel von jedem Mitglied fuer die professionelle Beratung der Familie eingezogen.
Es gibt eine Internetseite, die ihr HIER aufrufen koennt. Dort werden auch die derzeitige Anzahl an Mitgliedern regelmaessig upgedatet. Wer hebr. kann, kann sich hier informieren, sich beteiligen, und Mitglied werden.
Uebrigens - viele der Mitglieder haben KEINE Kinder unter 30, machen also mit um eine gute Tat zu vollbringen, denn mit sowenig Geld soviel zu bewirken, gemeinschaftlich, das ist schon eine tolle Sache.

Keren Yachad ist ein eingetragener Verein, an der Spitze des Vorstandes steht  Rav Hillel Horowitz aus Hebron.
Vielleicht hat ja der eine oder andere Lust, mitzumachen, selbst wenn er/sie keine eigenen Kindern unter 30 hat. Eines ist klar, auf diese Weise kann man sehr viel Gutes bewirken, nur durch das soziale Netzwerk und mit wenig eigenem Einsatz.
(7 EUR Mitgliedbeitrag (einmalig) plus im Ernstfall 2 EUR fuer jedes verwaiste Kind, aber nie mehr als 12 EUR in einem Monat)
Auf der Internetseite ist eine Telefonnummer, wo man sicher auf auf englisch seine Fragen stellen kann. 

Freitag, 14. Februar 2014

Mittwoch, 12. Februar 2014

Dienstag, 11. Februar 2014

Krank zuhause - ein teurer "Spass"

Bis ich mich dazu durchringen konnte, einen Arzt aufzusuchen und mich krankschreiben zu lassen, hat es doch ein wenig gedauert. Ich war fest davon ueberzeugt, dass ich mich durchschleppe, denn - wie ich schon oefter berichtete ist es in Israel so, dass der Arbeitgeber die ersten zwei Krankheitstage vom Gehalt abziehen KANN. Kann, nicht muss. 
Mein Arbeitgeber tut das, zu meinem Leidwesen und das bedeutet in meiner Gehaltskategorie, ca. 450 bis 500 Shekel weniger im naechsten Monat. 500 Shekel sind 100 EUR, das hoert sich nicht viel an? Nun - man darf es nicht einfach so umrechnen, um sich den Verlust bewusst zu machen. Mit der Zeit lernt man hier, den Wert des Geldes entsprechend einzuschaetzen. Fuer ein normales gutes deutsches Gehalt sind 100 EUR sicher nicht viel. Aber fuer jemanden, der gerade mal 6000 Shekel brutto (das sind ca. 5500 Shekel netto=1100 EUR) verdient, schon. 
Anfangs, wenn ich mir einen Rock fuer 100 Shekel kaufte, und dachte, das sei billig (umgerechnet 20 EUR) riess meine Freundin die Augen auf und meinte: "SO teuer??? Das kannst du auch billiger haben." Und inzwischen weiss ich das 50 - 80 Shekel genug sind fuer einen Rock, wobei man fuer 80 sogar eine relativ gute Qualitaet bekommt. 

Zurueck zum Krankenstatus.
Jeder Arbeitnehmer sammelt jeden Monat Krankheitstage an, d.h. bis er mal eine Woche krank sein darf, dauert es ca. 4-5 Monate. Wenn man diese Tage nicht nimmt, dann sammeln sie sich an und bleiben natuerlich erhalten, gut fuer besonders schlimme Ereignisse. (Als ich damals im Hadassah-Krankenhaus arbeitete, und schon nach 3 Monaten eine Herz-OP hinter mich bringen musste, mehr als 4 Wochen im Krankenhaus lag, war man so nett, mir die gesamten Krankheitstage eines Jahres im Voraus zu geben, bevor ich meine Urlaubstage aufbrauchen musste, oder zum Schluss, kein Gehalt mehr bekommen haette). 
Ja, es ist nicht Deutschland - wo man einfach mal krank sein kann, oder wochenlang im Krankenhaus liegen kann unter Lohnfortzahlung. 
In Deutschland ist es sogar umgekehrt. Die ersten drei Tage darf man sich einfach krank melden, ohne einen Krankenschein vom Arzt zu bringen. 
In Israel muss man in JEDEM Fall vom ersten Tag eine Bestaetigung vom Arzt bringen und - je nach Arbeitgeber - bekommt man den 1. Krankheitstag GAR NICHT bezahlt, den 2. nur zu 50% und erst den dritten voll. 
Was das zur Folge hat ist klar. Man schleppt sich zur Arbeit egal wie schlecht es einem geht, steckt erst alle an, bis man zusammenbricht und dann letztlich doch zu hause bleiben muss. Mein Arzt schuettelte gestern den Kopf und meinte, es sei so unlogisch, diese Regelung, denn im Endeffekt hat der Arbeitgeber sogar mehr Arbeitsausfall. 
Das "Hinschleppen" habe ich dann auch einen Tag, am Sonntag hinbekommen. Ich habe ca. 10 Hausbesuche gemacht, und meine triefende Nase ueberall verteilt, bis ich abends merkte, es wird schlimmer. 
In der Nacht - ich war froh, problemlos einschlafen zu koennen - fing mein Nachbar, der Musiker, dann um 2Uhr an zu trommeln, und ich schreckte aus dem Tiefschlaf. Er hoerte nicht auf und so war ich gezwungen, mich anzuziehen und rueberzugehen, um anzuklopfen. 
Danach war natuerlich erstmal an Einschlafen nicht mehr zu denken. 
Am fruehen Morgen musste ich mich entscheiden. Es ging mir so schlecht, dass ich zu meinem Arzt ging und mich krankschreiben liess. 
Dann ins Bett und ausruhen. Was fuer ein Luxus, sich letztlich doch zu entscheiden, die Geldeinbusse zu akzeptieren obwohl es wirklich weh tut, denn ich weiss jetzt schon, dass meine Stromrechnung fuer diesen Winter recht hoch ausfallen wird, wo ich doch viel mehr geheizt habe als im Vorjahr. 
Jedenfalls werde ich mich heute gut pflegen, und am Nachmittag mal vor die Tuer, um Obst zu kaufen. 
Morgen noch ein Tag und am Donnerstag - so hoffe ich - werde ich wieder mit G-ttes Hilfe zur Arbeit gehen. 
Was noch ein Problem darstellt - Meine Pflichthausbesuche werden nicht weniger und 3 Tage weniger - vor allem im kurzen Monat Februar - ist eine Katastrophe. Wie ich das managen soll weiss ich noch nicht, moechte mir darueber aber gerade keine Gedanken machen. 

Donnerstag, 6. Februar 2014

Shabbat shalom!


Lotto - auch in Israel

Auch in Israel kann man Lotto spielen, was ich heute zum ersten Male getan habe, seit ich in Israel lebe. 
Und so sieht ein Lottoschein in Israel aus. Das System ist das Gleiche. Es gibt eine Ziehung am Shabbat-ausgang und vorher markiert man (in Israel mit einem Strich, nicht mit Kreuzchen) die gewaehlte Zahl. 
6 aus 37 sind es hier. 
In Deutschland habe ich zwar nicht regelmaessig, aber doch immer mal wieder eine Reihe ausgefuellt. 

Samstag, 1. Februar 2014

Alon Shwut - ein schoener Shabbat liegt hinter mir

Hach, es war ein so schoener ruhiger Shabbat in Alon Shwut. Jedes Mal, wenn ich dort bin, spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, irgendwann einmal dorthin zu ziehen. Das was mich davon abhaelt, ist die Sorge, es koennte mir auf Dauer ZU ruhig sein. Die Moeglichkeit, jederzeit - auch am Shabbat - zu Fuss innerhalb von einer halben Stunden die Kotel (Westmauer) zu erreichen, ist mir wichtig, sowie die Spaziergaenge in sehr ansprechender Nachbarschaft. 
Was fuer ein Leben in einer Siedlung spricht ist die Tatsache, dass 1. die Mieten viel billiger sind als in Jerusalem und 2. die Natur und die Aussicht einfach atemberaubend. Die Stille, die ich oft so vermisse, vor allem seit ich in der German Colony an der Hauptverkehrsader wohne, wo Geschaefte und Cafes sind, ist verfuehrerisch. Vor allem heute Nacht habe ich sie wieder sehr genossen. Am fruehen Morgen statt den ersten Autobussen die Voegel im Baum zu hoeren, ist einfach Luxus fuer die Seele. 
Und dafuer, dass die Mieten billiger sind, koennte man sich ja ein Auto leisten, um beweglicher zu sein. Ein Rami Levi-Supermarkt ist jedenfalls an der Zomet Hagush, direkt vor der Einfahrt nach Alon Shwut. 

Naja, vielleicht in ein paar Jahren, vielleicht aber auch erst im Rentenalter, wenn das Beduerfnis nach absoluter Ruhe noch groesser wird. 

Es ist jedes Mal sehr interessant beim Rabbiner Israel Rozen, denn er ist staedig umgeben von jungen Leuten. Das Ehepaar Rozen ist irgendwie eine Anlaufstelle wo "man" sich trifft und neue Leute kennen lernen kann. Da er lange Zeit beim Beit Din war, kennt er auch viele Gerim und haelt Kontakt zu ihnen, laedt sie und ihre Kinder ein oder wird zu Hochzeiten eingeladen. Er kuemmert sich und fragt nach, wie alles laeuft und ob es einem gut geht. 
Gestern abend war die Tochter der Rozens dort mit ihren Kindern und es ging kunterbunt zu, was die beiden ueberhaupt nicht aus der Ruhe bringen kann. 
Auch heute kamen wieder 2 junge Ehepaare vorbei aus den angrenzenden Siedlungen Elazar und Newe Daniel. Ich selbst war heute dann eingeladen bei der Familie der Tochter meiner Freundin, die auch in Alon Shwut wohnt. Dort wurde ein Paradies fuer Veganer aufgetischt, da die eigene Tochter und ihr Ehemann vegan leben. 
Es wurde viel gelacht und gesungen und ich bin beseelt wieder zurueck nach Jerusalem gefahren. Es ist ja auch eigentlich nur ein Katzensprung, ganze 12 km von hier entfernt. 
Nun lasse ich noch meine Eindruecke sacken, raeume meine Sachen auf und werde morgen in eine neue Woche starten und einen neuen Monat. 
Shavua tov fuer euch und einen ruhigen Sonntag!