Freitag, 28. März 2014

Mittwoch, 26. März 2014

Es ist soweit - frischer Knoblauch

Den ganzen Winter habe ich mich auf ihn gefreut  - auf den frischen Knoblauch. Und endlich taucht er auf dem Shuk und in den Geschaeften auf. 
Frischer Knoblauch ist etwas ganz Besonderes. Wer generell Knoblauch mag, muss ihn unbedingt ausprobieren. Frischer Knoblauch ist aromatisch und saftig. 
Ich habe mich mit einigen Kilo versorgt, wie im letzten Jahr habe ich mein Fenster damit zugehaengt, um ihn zum Trocknen aufzuhaengen und nach und nach zu geniessen. Zwar nicht so kunstvoll wie auf dem Bild im Gemueseladen - aber immerhin. Es ist schon erstaunlich, dass ich letztes Jahr alles aufgegessen habe, was ich dort ins Fenster gehaengt habe. Es waren bestimmt 15-20 Knollen, und nichts wurde weg geworfen. 
Heute habe ich gleich mehrfach frischen Knoblauch benutzt. Es gab Zucchini-suppe mit Kartoffeln und Dill (nach dem Kochen im Blender mixen) und dazu geroestete Brotscheiben mit etwas Olivenoel bestrichen. Vor dem Genuss mit einer Knoblauchzehe abreiben, oder aber - wer es aushaelt - scheibchenweise auf dem Brot verteilen. 
Einfach koestlich!

Sonntag, 23. März 2014

Bitte betet fuer Roni Aharon Ben Zila!

Meine besten Freunde, die gleichzeitig wie Vater und Mutter fuer mich sind (vom Alter her wuerde das auch passen, sie sind 20 Jahre aelter als ich) kenne ich nun seit ich hier in Israel lebe. Sie waren mit mir in Freud und Leid und haben mir immer beigestanden. Roni ist seit ein paar Jahren an methastasierendem Hautkrebs (Melanom) erkrankt und in der letzten Zeit geht es ihm schlechter. Er bekommt starke Medikamente, aehnlich einer Chemotherapie und hat die schlimmsten Nebenwirkungen, wie "Verbrennungen" an den Haenden, Hautausschlaege, Schuettelfrost und hohes Fieber, sowie eine staendig wiederkehrende Schwaeche. 
Ich kenne ihn nur so, dass er - egal wie es ihm geht - um 6 Uhr morgens zum Gmara-lernen geht, jeden Tag, Jahr fuer Jahr. Niemals versaeumt er auch nur einen Tag. 
In den letzten Wochen hat sich das geaendert. Er liegt oft und ist auch ein paarmal nicht zur Synagoge gegangen. Die letzten Tage waren ganz schlimm, hohes Fieber, Juckreiz am ganzen Koerper und Schwaeche. Eine derartige Schwaeche, dass wir gestern die gemeinsame Hawdala an seinem Bett machen mussten, er schaffte es nicht bis in die Kueche. 
Das macht mir grosse Angst, ich will mir nicht vorstellen, dass ich ihn, den lieben toleranten, menschenfreundlichen Roni eines Tages nicht mehr besuchen kann. Roni hat eine Smicha als Rabbiner, man kann sehr viel von ihm lernen.Vor allem aber seine uebergrosse Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft.
Ich moechte euch noch einmal bitten, fuer ihn ein paar Psalme zu sprechen und um seine Genesung zu bitten. 
Sein voller Name ist
Roni Aharon Ben Zila. 
Vielen Dank!

Donnerstag, 20. März 2014

Ein Kerem zum "Runterkommen"

Ich bin wieder etwas zur Ruhe gekommen und das liegt auch am besseren Wetter. In stroemendem Regen 8 Stunden von Familie zu Familie zu hasten, war kein Spass und sehr anstrengend. Heute - nach einer etwas besseren Arbeitswoche - war ich wieder im ruhigen Ein  Kerem zum Entspannen. Es ist so herrlich hier. Ich koennte mir sogar vorstellen, hier zu wohnen, aber leider habe ich keine einzigen Bekannten hier. Die Gegend ist sehr gemischt, nicht allzu viele religioese Juden, sowie Araber und Christen, da es auch viele Kirchen in Ein Kerem gibt. Am Shabbat jedoch ist man hier ziemlich abgeschnitten, vor allem, wenn man so niemanden kennt. Ich nenne Ein Kerem immer die israelische Toscana. Meist fahre ich nach der Arbeit hinunter (5 Min. Busfahrt vom Herzlber, Yad Vashem), hole mir einen Cafe Hafuch mit Sojamilch und geniesse die Landschaft und die Ruhe.

Mittwoch, 19. März 2014

Aufruf: Bitte betet Psalm 100 fuer Alon Ben Orly Cohen

Bei mir kam ein Aufruf per Whats App an, eine Bitte, fuer Alon Ben Orly Cohen Psalm 100 (Kuf) zu beten. Er wurde schwer verletzt bei dem Anschlag gestern.
In gemeinsam gebeteten Psalmen (Tehillim) steckt unglaubliche Kraft. Bitte beteiligt euch an diesem Gebet fuer den schwer verletzten Soldaten.

תהילים פרק ק

א  מִזְמוֹר לְתוֹדָה:    הָרִיעוּ לַיהוָה, כָּל-הָאָרֶץ.
ב  עִבְדוּ אֶת-יְהוָה בְּשִׂמְחָה;    בֹּאוּ לְפָנָיו, בִּרְנָנָה.
ג  דְּעוּ--    כִּי יְהוָה, הוּא אֱלֹהִים:
הוּא-עָשָׂנוּ, ולא (וְלוֹ) אֲנַחְנוּ--    עַמּוֹ, וְצֹאן מַרְעִיתוֹ.
ד  בֹּאוּ שְׁעָרָיו, בְּתוֹדָה--חֲצֵרֹתָיו בִּתְהִלָּה;    הוֹדוּ-לוֹ, בָּרְכוּ שְׁמוֹ.
ה  כִּי-טוֹב יְהוָה, לְעוֹלָם חַסְדּוֹ;    וְעַד-דֹּר וָדֹר, אֱמוּנָתוֹ.


Psalm 100

1 Ein Dankpsalm. Jubelt dem Herrn zu, ihr Bewohner der Erde!
2 Betet ihn voll Freude an. Kommt zu ihm und lobt ihn mit Liedern.
3 Erkennt, dass der Herr Gott ist! Er hat uns erschaffen und wir gehören ihm. Wir sind sein Volk, die Schafe seiner Weide.
4 Geht durch die Tempeltore mit Dank, tretet ein in seine Vorhöfe mit Lobgesang. Dankt ihm und lobt seinen Namen.
5 Denn der Herr ist gut. Seine Gnade hört niemals auf, und seine Treue gilt für immer

"Die Spielregeln haben sich geaendert" - Bei einem Sprengstoffanschlag werden 4 israelische Soldaten verletzt

Heute morgen wurde im Radio berichtet, dass sich scheinbar die Spielregeln geaendert haben. Was soll das bedeuten? 
Nun - bisher war alles, was von Syrien nach Israel "herueberkam" als "Versehen" verbucht worden. Die Kaempfe zwischen der syrischen Armee Assad und den Rebellen "tropften" ab und zu auch zu uns herueber. Es wurde darauf nicht reagiert, da es nicht als Angriff verbucht wurde. 
Gestern haben sich die Spielregeln geaendert - und es wurden 4 israelische Soldaten nach einem Sprengstoffanschlag z.T.schwer verletzt, sie liegen im Rambam-Krankenhaus in Haifa. 
Ein Soldat entdeckte bei einer Patrouille einen verdaechtigen Gegenstand an der syrischen Grenze Naehe der Stadt Mashdal Chams. Er stieg aus, um es zu ueberpruefen - als er sich naeherte, explodierte der Gegenstand und verletzte ihn schwer, sowie die anderen im Jeep sitzenden Soldaten. 
Zah"al (die IDF) reagierte dementsprechend heute nacht mit einem Angriff auf militaerische Ziele in Syrien. 
Der Staat, von dem ein Angriff ausgeht, ist verantwortlich dafuer und muss dafuer Sorge tragen, dass so etwas nicht passiert. Das ist die Einstellung. In diesem Falle scheint es sich um eine Gegend zu handeln, die komplett unter Assads Kontrolle ist. Es ist wohl schwer vorstellbar, dass etwas wie gestern ohne sein Wissen in dieser Gegend ausgefuehrt wird.

Donnerstag, 13. März 2014

Waffenstillstand mit Raketenbeschuss

Der Dschihad haIslami (der islamische Dshihad) hat "Waffenstillstand" ausgerufen, und dennoch hoert der Raketenbeschuss nicht auf. Im Sueden, Shaar haNegev , Ashkelon und Ashdod sind immer wieder "Zeva Adom" Alarm zu hoeren und die Menschen muessen in die Schutzraeume. 

Arbeitsbedingungen - nicht IMMER einfach

Ich habe heute im stroemenden Regen 20 Hausbesuche gemacht. Im Bereich Romema habe ich angefangen, dann Bayt VeGan, zuletzt zurueck nach Romema und Bar Ilan. 
(Das ist absoluter Rekord aber auch nicht sehr zufriedenstellend von der Qualitaet her. Gut, dass viele nicht so recht auf Hausbesuch eingestellt waren.)
Das Frustrierende an der Sache ist die Tatsache, dass ausser 3 von diesen Besuchen, alle anderen bereits als "zu spaet" verbucht werden, und spaeter als "Fehler" auftauchen in meiner Liste. 
Es ist naemlich so. Bituach Leumi (die Sozialversicherung) bewilligt dem Hilfesuchenden die Stundenzahl, die man nach Einschaetzung der Lage (und auch nach dem Einkommen) zugestehen muss. Darauf haben wir als Firma natuerlich keinen Einfluss, wir fuellen lediglich die Antragsformulare mit dem Hilfebeduerftigen aus und reichen mit medizinischen Dokumenten und Belegen ueber das Einkommen, alles bei der Bituach Leumi ein. Wenn nach ca. einer Woche oder 10 Tagen der Patient von einem Abgeordneten der Bituach Leumi (Krankenschwester, Phiysiotherapeut) aufgesucht und zu Hause geprueft wird (das geht manches Mal mit etwas demuetigenden Aufforderungen einher "Zeigen Sie mal, wie Sie Ihre Hose ausziehen" oder "Knoepfen Sie mal Ihre Jacke zu" usw.) entscheidet kurze Zeit spaeter die Sozialversicherung, wieviel Stunden sie dem Patienten zubilligt. Nach Einkommen wird dann entschieden, ob er die gesamte ihm nach mediz. Begutachtung zustehenden Stunden bekommt, oder nur eine sogenannte halbe Rente. 
Bei Alleinstehenden ist die Grenze zurzeit bei etwas mehr als 1600 EUR umgerechnet, bei Paaren 2500. Wenn man an diese Grenze kommt, gibt es nur die halbe Stundenzahl, also statt 10, nur 5 Wochenstunden Hilfe. (Bei einem Einkommen von 2500-2600 EUR fuer Alleinstehende und 4000 fuer Paare gibt es eine Ablehnung jeglicher Hilfe auf Kosten der Soz.vers. weil man davon ausgeht, dass diese Menschen selbst fuer eine Pflegerin zahlen koennen.)
Wir schicken dann die Pflegerin/den Pfleger und wenn alles laeuft, muessen wir alle 2 Monate den Patienten sehen, um dann Bericht zu schreiben, wie die Lage vor Ort ist. Das ist Pflicht, der Bituach Leumi gegenueber. Gleichwohl muss alle 4 Monate - also ein ueber das andere Mal - auch der Pfleger gesprochen werden, was schwer ist wegen des Timings. Manche arbeiten nur morgens, manche abends, manche nur einmal die Woche usw. 

Und noch eine Vorgabe gilt es zu beachten: Der Zeitraum von einem Hausbesuch zum naechsten darf nicht mehr als 62 Tage betragen. Das ist im Computerprogramm festgelegt und falls man den Klienten erst nach 64 Tagen aufsucht (aus unterschiedlichen Gruenden, der Patient hat unseren Besuch verschoben, keine Lust, hatte andere Verpflichtungen usw. usw) taucht der Hausbesuch als "Fehler" auf. 
Genauso wie es ein "Fehler" ist, wenn man den Pfleger nicht gesprochen hat, was sehr oft vorkommt. Es klappt einfach sehr oft nicht, den Patienten rechtzeitig aufzusuchen und GLEICHZEITIG den Pfleger anzutreffen. 
Ist einmal diese 62 Tage Grenze ueberschritten ist es auch egal, ob man den Patienten nach 70 oder 75 Tagen sieht. Tachles aber dann doch nicht, denn sobald diese Tage eine gewisse Grenze ueberschreiten, macht das keinen guten Eindruck und wird auch bemaengelt. 

Unsere Vorgabe - meist 100 bis 120 Hausbesuche im Monat (bei 6 Sozialarbeitern und einer Hilfskraft, die die Besuche abdeckt, die wir nicht schaffen, wegen Krankheit, Milluim usw)
Das hoert sich vielleicht nicht so viel an, zieht man aber die Tage ab, die man nicht voll zur Verfuegung hat, wegen Teamsitzungen usw. oder rechnet man die Tage ab, an denen man im Buero sitzt und die Berichte schreibt, dann bleibt nicht ganz so viel Spielraum. 
Jeden Monat nach der normalen Teamsitzung haben wir unsere Sozialarbeiter interne Teamsitzung, wo jeder seine "Fehler" in einer Liste in die Hand gedrueckt bekommt, sowie jeder Einzelne angesprochen wird, der mehr als ein Drittel dieser Fehler aufzuweisen hat. "Wie kam es dazu?" oder "das muss sich aber verbessern". 
So ist diese Sitzung meist sehr sehr unangenehm, G-tt sei dank bin ich nicht die Einzige, die es schwer hat, weniger Fehler zu machen. 
Zusaetzlich erschwerend kommt hinzu, dass wir nicht sofort am 1. des Monats "losrennen" koennen, sondern meist erst am 3., 4., oder 5. die Listen bekommen. Das liegt daran, dass nicht alle ihre Berichte rechtzeitig eingeben, denn wir haben gegen Ende des Monats zusaetzliche Aufgaben, - z.B. den Angestellten bei den Abrechnungen der israelischen Pfleger, sowie der Fremdarbeiter helfen. Es ist einfach so viel, dass man es nicht schaffen kann. 
Man fuehlt sich oft wie das Kaninchen bei "Alice im Wunderland" mit der Stoppuhr in der Hand und schafft es dennoch nicht puenktlich. 
Die Menschen, die Kritik ueben an unserer Schnelligkeit, haben noch nie Hausbesuche gemacht, wissen nicht, wie es ist, mit dem Bus von A nach B zu kommen, nicht zu sprechen von den Staus, oder verpassten Bussen, oder einfach wegen fehlender Kraft... 
Es ist ein monatliches Rennen gegen die Zeit. 
Das ist sehr sehr frustrierend und schafft innerlichen Druck. 
Die Bitach Leumi schaut sich an, wieviel Fehler bei uns in der Firma auftauchen und verteilt an die Firmen Punkte. Dementsprechend ist die eine Firma "gut" und zu empfehlen, die andere "weniger gut", weil sie den Anspruechen nicht genuegt. 
Ich finde das unglaublich traurig, denn der Mensch wird nach seiner Quantitaet gemessen, wobei einem dann noch gesagt wird, dass ein Hausbesuch eigentlich nicht weniger als 20 min, dauern darf. 
G-tt sei dank wollen viele gar nicht so lange reden, andere dafuer laenger, wo man dann auch laenger bleibt. 
Der heutige Tag war also nichts anderes als Sysiphus fuer mich, denn von 20 Hausbesuchen - was sowieso verrueckt ist, zumal bei stroemendem Regen - werden mir 3 als "normal absolviert" angerechnet. Die anderen 17 tauchen in meiner Fehlerliste auf im naechsten Monat, was kritisch beaeugt wird. 
Wenn dieser Druck nicht waere, den man im Grunde taeglich mit sich traegt, waere es ein viel angenehmeres Arbeiten. Auch koennten einem die Klienten nicht so sehr die "Quote" kaputtmachen, indem sie einen von Tag zu Tag verschieben. 
Wir haben uns schon angewoehnt, ohne Vorankuendigung zu den Menschen zu gehen, denn so ist es schwer, uns abzuwimmeln, wenn man einmal in der Tuer steht. 
Und selbst wenn der Patient die Tuer wieder zumacht und sagt, er koenne jetzt nicht, gilt es als Besuch, denn man hat ihn "gesehen". 
Normalerweise ist es nett, draussen zu arbeiten, aber bei einem Wetter wie diesem, das seit einer Woche nur Regen beinhaltet, wissen wir Sozialrbeiter nicht, wo wir uns mal kurz hinsetzen koennen um zu essen, oder unsere Telefonate zu fuehren... so drueckt man sich in einen Hauseingang um am Telefon zu reden oder springt in einer Krankenkasse, wo es waermer und trocken ist. 
Ich will mich nicht beklagen, denn ich habe Arbeit, ein Dach ueber dem Kopf und Essen. Das ist wichtig. Aber die Woche war wirklich schwer und anstrengend und ich bin froh, dass sie rum ist.
Und hinzu kommt - die Rennerei gegen die Zeit ist in meinem Alter auch nicht so einfach.
Und werde ich Regen Regen sein lassen und mich nicht mehr vor die Tuer wagen. Einfach nur ausruhen und entspannen. Am Shabbat merke ich oft die Folgen dieser Rennerei. Ich habe Schwierigkeiten in der Synagoge zu stehen und eine Einladung zum Essen nehme ich nur am Leil Shabbat an, denn immer noch sind die Tage zu kurz um sie am Tisch zu verbringen.
Ich muss mich einfach mehrfach hinlegen am Shabbat. Anders geht es nicht.

Die Luftwaffe greift 29 Ziele des Islamischen Dshihad an

Der Islamische Dshihad uebernimmt die Verantwortung fuer den Raketenbeschuss (heute morgen ist die Rede von 70 Raketen und Granaten innerhalb eines halben Tages. Der Beschuss scheint auch noch in der Nacht weitergegangen zu sein.Im Raum Eshkol landeten Raketen - G-tt sei dank - auf freiem Feld. 

Mittwoch, 12. März 2014

50 Raketen und es scheint noch kein Ende in Sicht

Zurzeit wird im TV berichtet, dass der Raketenbeschuss nicht aufhoert und es sich auf jeden Fall um mehr als 50 Raketen handelt. Eine Kassamrakete ist in Sderot gelandet. 
Die Bewohner im Sueden nahe am Gazastreifen werden gebeten, in den Schutzraeumen zu bleiben.

30 Raketen (nach ynet 25) aus dem Gazastreifen - Alarm im Sueden

Die Bewohner im Sueden erleben in den letzten 2 Stunden massiven Beschuss aus Gaza. Es gab Alarm in Sderot, Netivot, Shaar HaNegev, Ashkelon. Was soll das nun wieder bedeuten?
30 Raketen (ynet spricht ueber 25) auf einmal an einem einzigen Tag - das ist nicht wenig. 
Es gab zum Glueck keine Verletzten und unser Abfangsystem Kipat Barsel - der Irondome - hat 3 von diesen Raketen abgefangen.
SOEBEN WIRD DIE ZAHL BERICHTIGT: ES SOLL SICH UM 50 RAKETEN HANDELN

Schwerer Tag

Der heutige Tag wird am besten gestrichen im Nachhinein. Ein Tag voller Stress, Druck, Streit und harten Arbeitsbedingungen, wie Regen, Hagel, starker Wind. 
Es war schwer von Haus zu Haus zu kommen, es gab volle Busse und gereizte Stimmung im Buero. Am Mittag konnte ich nicht mehr und bin ins Buero, um dort das zu tun, was liegengeblieben ist. 
Nun bin ich zuhause angekommen und draussen regnet es immer noch. (Was eine Bracha, ein Segen ist, fuer unser Land, aber doch sehr sehr schwer im normalen Alltag, vor allem wenn man draussen arbeitet)
Morgen scheint es nicht anders zu werden und erst am nachmittag gibt es ein Aufatmen, denn dann ist Wochenende. 
Ich freue mich schon darauf. 

Dienstag, 11. März 2014

Aktivitaeten zurueckgefahren

Unglaublich hoch ist mein Ruhebeduerfnis zurzeit. 
Ausruhen, abschalten - nicht reden. 
Ich habe in den letzten zwei Wochen meine Aktivitaeten komplett zurueckgefahren. Kein Yoga, kein Chor, nur nach Hause, entspannen, mir etwas zu essen machen und nichts tun. 
Das kann so mancher hier nicht gut nachvollziehen. "Du musst doch was Nettes abends machen" oder "du ziehst dich zurueck, das ist nicht gut.." bekomme ich ab und zu zu hoeren. 
Aber es tut mir doch gut. Ja, es tut mir sehr gut. 
Und ich will deshalb auch kein schlechtes Gewissen haben. Ja, es waere besser fuer meinen Koerper, zum Yoga zu gehen, aber ich mache stattdessen hier zuhause einige Uebungen, und bemuehe mich, sie fast jeden Tag zu machen. 
Alles andere geht im Moment nicht. Ruhe und nochmals Ruhe, nach einem Tag voller Rennerei, Zeitdruck und Gespraechen.  
So sitze ich nun hier, habe mir etwas zum Essen gemacht, freue mich, nicht mehr raus zu muessen, da es regnet und ziemlich ungemuetlich ist draussen. 
Das Wetter soll im Laufe der Woche so bleiben, regnerisch und kuehl. Unsere letzte Chance gewissermassen, vor dem Sommer noch etwas Regen abzubekommen. 
Mir ist es recht, wenn es nachts regnet, denn dann muss ich mich nicht an jeder Ecke in Sicherheit bringen wenn ich von Hausbesuch zu Hausbesuch renne. 
Auch Essen auf der Parkbank faellt weg. Einfach nur erleichternd, dann zuhause anzukommen am Abend. 

Wartezeiten Arzttermin

Ich habe seit meiner Herz-OP vor nun fast 4 Jahren Ruecken-Schulter-Beschwerden. Sie begleiten mich, mal mehr mal weniger. 
Nun habe ich mich im Oktober 2013 endlich entschlossen, mal zum Orthopaeden zu gehen mit diesen Beschwerden, weil es einfach oft ziemlich heftig ist. 
Dumm von mir, so lange zu warten, denn ich hatte nicht die Wartezeiten auf einen Termin beim Orthopaeden bedacht. 
Man gab mir einen Termin bei einem nicht ganz so guten Fachmann (denn bei einem begehrten waere es ca. EIN JAHR gewesen), also musste ich nur vier Monate warten. 
Im Januar dann bin ich zu Dr. Bayt, einem Orthopaeden im Hadassah Hospital. 
Dieser schickte mich nun zum C.T. (MRI geht leider bei mir nicht, wegen des Herzschrittmachers). 
Der Termin beim C.T war gestern und mit dem Ergebnis muss ich nun zum Orthopaeden zurueck. Das heisst tatsaechlich wieder mehrere Monate warten. 
Mein Termin wird im Juni sein. 
Es ist zum heulen. 
Was machen andere Leute, bei denen die Schmerzen jetzt und mit grosser Heftigkeit auftauchen?
Ist das logisch, wenn man Schmerzen hat, dass sich das Ganze 9 Monate hinzieht?
Nun - in meinem Falle koennte man sagen, jetzt läuft sie mehrere Jahre mit diesen Schmerzen rum, da sind 9 Monate jetzt auch egal. 
Ich habe aber wenig Hoffnung, dass er mir ueberhaupt helfen kann. 
Dann wird es wohl heissen: Ich schicke Sie jetzt zu A oder B, und um dort einen Termin zu bekommen, muss ich sicher nochmal ein Jahr warten. 

Freitag, 7. März 2014

Shabbat shalom!


Vajikra - ויקרא

"Der Herr rief Moses und sprach zu ihm aus dem Zelt der Begegnung..." (Levitikus, 1.1)
Wir beginnen ein neues Buch des Chumash (der 5 Buecher Moses) mit dem Namen "Vajikra" (er rief...).
Im ersten Wort ist eine Besonderheit zu finden, der letzte Buchstabe "א" (alef) ist viel kleiner geschrieben als die anderen Buchstaben. 
Eine der Erklaerungen ist, dass ausgerechnet der erste, der "fuehrende" Buchstabe des Alef-Beits klein geschrieben wird als Hinweis auf Moshe, der ja auch grosse Fuehrungsqualitaeten hatte und dennoch der bescheidenste aller Menschen gewesen sein soll. 
Bescheidenheit ist also eine Eigenschaft, die wir anstreben sollten. Selbst wenn wir auf einem oder mehreren Gebieten grosse Fachmaenner/frauen sind, sollten wir uns nicht hervortun, uns ueber andere stellen. 
Moshe war zwar bescheiden, wusste aber um seine Fuehrungsqualitaeten, die er dringend benoetigte, bei einem halsstarrigen stoerrischen Volk. Diese Aufgabe war nicht einfach. 
Der gesunde Ausgleich zwischen Bescheidenheit und sich selbst bewusst sein ueber seine Faehigkeiten und Qualitaeten, nicht sein eigenes Licht unter den Scheffel stellen und da sein, wenn die eigenen Faehigkeiten gerade benoetigt werden - keine leichte Aufgabe. 
Im Alltag werden wir oft dazu angeregt, diese Bescheidenheit zu lernen und koennen uns Tag fuer Tag darin ueben. 
Das Zelt der Begegnung war nun ein Ort, an dem G-tt zu Moshe sprach, und dennoch ist es uns moeglich in jeder Sitation mit G-tt in Verbindung zu treten, es gibt keinen noch so tiefen Keller, von dem aus der Empfang "gestoert" ist. Wenn es Stoerungen gibt, so liegt es immer an uns, und daran, dass wir uns nicht genug bemuehen, den Kontakt herzustellen oder dass tausend Sachen dieses Gefuehl des Kontaktes ueberdecken, meist Nebensaechlichkeiten oder Materielles, Unwichtiges. 
Ich finde mich oft in der Situation, dass mir die taegliche Routine - auch die Freizeitroutine - zu "laut" ist. Sie deckt das zarte sensible Gefuehl des Kontakts zu G-tt ab und der Kontakt ist nicht - oder kaum - fuehlbar. Daher suche ich immer wieder die Stille, die es mir ermoeglicht wieder "auf Empfang" zu gehen, die Antennen auszurichten in die richtige Richtung. 
Stille kann man zuhause suchen, aber auch in der Natur, was mir persoenlich ein tieferes Empfinden gibt, denn was ist die Natur, wenn nicht G-tt? 
So war auch meine Fahrt nach Ein Kerem ein erholsames Ausrichten der Antennen, die im Laufe der Woche mit viel Rauschen ueberdeckt waren. 
Der Shabbat bietet uns mit dem Kerzenzuenden ebenfalls die Gelegenheit, mit Hilfe der 2. Seele den Kontakt wiederherzustellen, eine Ebene hoeher zu leben, mit mehr Qualitaet und Tiefe. 
Ich wuensche allen Shabbat Shalom!

Antisemitismus in Deutschland gibt es nicht?

In einem kleinen Dorf am Bodensee, Deutschland. Meine Freundin Odeliya ueber deren interessante Spurensuche ich bereits HIER schrieb entdeckt eines schoenen Morgens in den letzten Tagen diese Schmiererei an ihrer Hauswand. 
(Kurzfassung ihrer Geschichte: Im Alter von 52 entdeckt Odeliya, dass sie ihr ganzes Leben lang von ihrer Mutter "belogen" wurde ueber ihre Herkunft. Nach dem Tod der Mutter macht Odeliya sich auf die Spurensuche und entdeckt, dass ihre Mutter nicht Christin, sondern Juedin war, somit sie selbst auch 100% halachische Juedin ist. Immer schon fuehlte sie, dass "etwas nicht in Ordnung" ist, so wie es ihr erzaehlt wird. Sie waechst als Christin auf, wird in die Kirche geschickt von ihrer Mutter. Nachdem Odeliya entdeckt, dass die Mutter in Krakau (in Kazimiercz) in der juedischen Gemeinde war, geht die Suche nach Verwandten los und auch hier wird Odeliya mehr als fuendig. Sie findet Verwandte in Haifa, im Kibbitz Yad Mordechai und sogar die Graeber von Oma und Opa auf dem Har Menuchot und Har Zeitim (Opa war 2mal verheiratet). Nicht nur das, Opa war ein tiefreligioeser Jude und ist in Zfat geboren, ein Nachfahre des Baal Shem Tov.) 
Nun ist es nicht so, dass Odeliya ihr Leben auf den Kopf gestellt hat und ein religioeses juedisches Leben fuehrt (es war ja schon genug durcheinander geschuettelt), sondern sie lebt weiter in ihrem Dorf in der Naehe des Bodensees erzaehlt aber ihre Geschichte, so dass jeder weiss, warum sie fortan jedes Jahr einmal fuer mehrere Monate als Volontaerin nach Israel kommt, um die Familie zu besuchen, die ihr ihr ganzes Leben vorenthalten wurde. 
Sie feiert Weihnachten und Ostern und ist im Dorf aktiv. 
Aber fuer ihre Umwelt scheint sich dennoch etwas Entscheidendes geaendert zu haben - sie ist Juedin!
Und - sie ist die einzige Juedin im Dorf.

Meine Freundin ist zutiefst erschuettert, traurig und schockiert, diese Zeichen an ihrer Hauswand zu finden aber damit ist die Geschichte nicht zuende. 
Verschiedene Reaktionen schockieren sie fast mehr als die ekeligen antisemitischen Zeichen. "Aach, das darfst du nicht so persoenlich nehmen." oder "daraus darf man keine grosse Sache machen." oder "solche Dinge muss man einfach ignorieren, man darf dem kein Forum geben...". 
Natuerlich hat sie die Sache zur Anzeige gebracht, wenn ihr auch wenig Hoffnung gemacht wird, dass man den Taeter finden wird. 
Liebe Freundin, ich umarme dich ganz fest und spuere, was das mit dir macht. Ich spuere auch, dass wir ein Volk sind und dass es viele von "aussen" gibt, die uns hassen, und am liebsten gar nicht wahrnehmen wuerden. Es waere schon "praktisch" wenn es uns einfach gar nicht geben wuerde. 
Nicht umsonst hoert man hier oft von moslemischen Mitmenschen, die auf Deutsche treffen: "Die Idee Hitlers war gut, er hat seine Arbeit nur leider nicht vollendet."
Aber es bestaetigt auch, dass die Fratze des Antisemitismus in Deutschland (und in ganz Europa) weiter lebt und keine Ruhe geben wird. Es bestaetigt, dass - fuer Antisemiten allein die Tatsache zaehlt, dass man Jude ist, es mit nichts begruendet werden kann und dass Antisemitismus keinen logischen Argumenten gegenueber  oder keiner Art von Aufklaerung zugaenglich ist. 

Der Hass sitzt tief, liebe Freundin und du hast mir erzaehlt, zum ersten Mal Angst gespuert zu haben, vielleicht ja die Angst deiner Mutter, auch um dich, die deine Mutter eventuell dazu gebracht hat, dir nichts ueber deine juedische Herkunft zu verraten. 
Vielleicht hat diese Tat ja sogar bewirkt, dass du dich im Nachhinein mit deiner Mutter aussoehnst und ihr verzeihen kannst, aus einem tiefen Verstaendnis fuer ihre Hauptbeweggruende?

Ich bin mit dir zutiefst schockiert, dass dir so etwas geschehen ist und moechte dir nur eines sagen: Am Israel hat jetzt eine Heimat, einen Zufluchtsort, es gibt Eretz Israel und wir sind nicht gezwungen, unter Antisemiten auszuharren. Es gibt eine Option. Diese Option hatte deine Mutter leider nicht.
Du hast geweint und das Lied: "Weil ich bin a Jiddele, sing ich dieses Liedele" gehoert, was traurig ist, fuer dich aber auch kaempferisch klang.
Meine liebe Freundin, das Herz tut mir furchtbar weh, wenn ich daran denke, dass du weinen musst. 
Und : ich habe dich sehr lieb!

Mittwoch, 5. März 2014

Die israelische Marine stoppt ein Schiff mit enormer Raketenlieferung

Heute ist von der IDF ein Schiff mitten im Roten Meer abgefangen worden. Das Schiff war unterwegs nach Gaza und hatte eine riesige Raketenlieferung an Bord. Raketen, die eine Reichweite von 100-200 km haben, und viele Menschen in Israel haetten toeten koennen. Die Lieferung kam wohl aus dem Iran und war von unserem Geheimdienst schon lange verfolgt worden. 
Tja, soviel zu denen, die immer noch glauben, Israel sei der Stoerfaktor fuer einen dauerhaften Frieden. 

Wohnungsbesichtigung in Alon Shwut

Witzig, ich hatte fuer beide Fahrten - nach Alon Shwut und auch zurueck nach Jerusalem - eine Trampmoeglichkeit. 
Der Vermieter einer 2. Wohnung, 2 Zi - nahm mich von Jerusalem aus mit nach Alon Shwut und sein Sohn nahm mich wieder mit zurueck, da er nach Jerusalem wollte. 
So sagte man mir in Alon Shwut - sei es fast jeden Tag kein Problem, mitgenommen zu werden, vor allem morgens. 
Das Ergebnis der Wohnungsbesichtigungen war so, dass ich mir keinen Kopf zerbrechen muss, denn beide waren nicht 100%. 
Die erste Wohnung war in der Tat gross, aber mit einer merkwuerdigen Aufteilung. Was gigantisch war, war der weite Blick ueber das schoene Land von der 3. Etage aus.
Die zweite Wohnung war kleiner als meine jetzige und recht dunkel. Da ich viel Licht gewohnt bin, geht das gar nicht. 
Die Mieten waren wie gesagt mehr als o.k. und ich habe mich wieder mal insgesamt dort wohl gefuehlt. 

Montag, 3. März 2014

Wohnungsangebot in Alon Shwut

Ein wenig aufgeregt lese ich ein Wohnungsangebot fuer Alon Shwut und habe mich beim Vermieter gemeldet, der mir die Telefonnummer des Ehepaares gegeben hat, das dort zurzeit wohnt. 
Ich spiele schon einige Zeit mit dem Gedanken, vielleicht aufs Land zu ziehen, weiss aber andererseits nicht, ob ich es ohne Jerusalem aushalte. 
Das Wohnungsangebot hoert sich traumhaft an:
3 Zimmer, 75 qm, renoviert, 3. Stock, Sonnenterrasse fuer 2500 Shekel. 
Das ist exakt das, was ich zurzeit fuer eine Ein-Zimmerwohnung OHNE Terrasse bezahle. 
Was mich anzieht in Alon Shwut ist wohl in erster Linie die Ruhe, sowie die Naehe zur Natur, die Moeglichkeit auf einer Terrasse zu sitzen, ohne die Busse vorbeirauschen zu hoeren. Stattdessen die Voegel morgens zwitschern zu hoeren. Hach... das zieht einfach unglaublich. 
Und 3 Zimmer, d.h. ein richtiges getrenntes Schlafzimmer zu haben. Auch das ist zurzeit purer Luxus fuer mich. 
Der einzige Nachteil: die Fahrt dorthin. Es waere sicher besser, ein Auto zu haben, aber bis ich mir das zusammengespart habe, kann es mehr als ein Jahr dauern. Die Unterhaltung wuerde mein Arbeitgeber zahlen, das ist bei meiner Kollegin, die ein Auto hat, auch so. 
Bis das aber soweit ist, mit dem Bus ist es mehr als eine halbe Stunde, realistisch in der Rush-Hour bis zu einer Stunde, aber es kommen einige Mitarbeiter auch aus Maale Adumim, das ist ebenfalls ausserhalb von Jerusalem. Auch sie fahren mit Bus und Bahn.
Ich habe nun die Tel.Nr. des Ehepaares, das zurzeit dort wohnt und werde morgen wenigstens anrufen, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.
Sie werden erst im Juni ausziehen, was auch fuer mich gut passen wuerde, denn ich habe es ebenfalls nicht eilig, vielmehr laeuft mein Vertrag Ende Juli aus. (hier in Israel werden Mietvertraege in der Regel fuer ein Jahr gemacht und dann um immer ein weiteres Jahr verlaengert)
Nun - HaKadosh Baruch Hu wird es lenken, denke ich. Wenn es so sein soll, werde ich dorthin ziehen und wenn nicht, dann eben nicht. Ich verlasse mich da ganz auf die Fuehrung von "oben". 

Geburtstagsgeschenke fuer Menschen, die alles haben

Immer mehr Menschen um mich herum, im Alter zwischen 60 und 75 etwa, wuenschen sich etwas sehr Aussergewoehnliches zum Geburtstag. Sie sagen: "Weisst du, ich habe eigentlich alles. Und jede neue Vase waere in meiner Wohnung ueberfluessig. Falls ihr mir etwas schenken wollt, bitte ueberweist einen kleinen Betrag an folgende Institution......"
Dann wird etwas genannt, was dem Geburtstagskind am Herzen liegt. 
Von dieser Idee bin ich unglaublich begeistert.
Ursprünglich hatte ich an dieser Stelle einen Tipp (spenden Organisation "yad ezer lechaver. ". Wurde aber aufmerksam gemacht dass dahinter eine christliche missionarische Institution steckt ! Also Vorsicht bei Organisationen die man nicht kennt . 



Samstag, 1. März 2014

Empfindlich geworden?

Ich habe ein Ehepaar unter meinen Patienten, das sehr aermlich lebt. (es gibt noch andere arme Menschen, aber bei ihnen bekomme ich es mehr mit). Sie muessen jeden Monat neu entscheiden, ob sie sich Essen kaufen oder Medikamente. Die Medikamente der Frau gegen Depressionen sind sehr teuer. 
Ich hatte mir vorgenommen, wenn ich meinen "Bonus" bekomme, (den wir fuer einen neuen Patienten bekommen) werde ich ihnen einen Teil abgeben, und versuchen, noch ein wenig Spenden von Freunden zu bekommen. Ich wollte einen Umschlag vorbereiten und ihnen dann ueberreichen. 
Nun hatte ich vor Shabbat meine Kollegin, mit der ich oefter per Whats App in Verbindung stehe, gefragt, ob sie sich evtl. mit 10 oder 20 Shekel beteiligen moechte. 
Ihre Antwort hat mich voll getroffen. Sie schrieb nur ein Wort: "Lo..." (Nein....).
Ein einziges Wort aber so hart. Ich war irgendwie geschockt. Ich weiss genau, dass sie - im Gegensatz zu mir - viele Patienten bringt und daher viele Boni bekommt. Ich bin da weniger erfolreich, genauso wenig wie meine maennlichen Kollegen. Wir bringen maximal alle paar Monate einmal einen neuen Klienten. 
Nun - ich weiss, dass mich ihr Geld nichts, aber auch gar nichts angeht, was sie mit ihrem Geld tut, ist nicht meine Angelegenheit und wenn ich das beherzige, was mein Rabbiner mich im Giur-prozess gelehrt hat, darf ich nicht innerlich "urteilen", denn - so sagte er immer - man soll den Mitmenschen, auch wenn es nicht so aussieht immer das Gute unterstellen. So koennte ich auch annehmen, dass sie vielleicht bei einigen Organisationen bereits spendet, oder ihre eigenen Menschen hat, denen sie etwas zukommen. laesst. 
Aber selbst wenn nicht - es ist einfach ihre eigene Sache. 
Und doch beschaeftigt mich ihre Reaktion. Was sind schon 10 oder 20 Shekel? Wir werden nicht verhungern und koennen uns trotzdem am Tag unseren Cafe goennen. 
Dieses "Nein" hat mich auf eine Art vor den Kopf gestossen, obwohl - warum eigentlich?
Beim letzten Mal, als ich fuer jemanden in einer Notsituation gesammelt habe, hat mich schon ein wenig gewundert, wie wenig Menschen bereit sind zu geben. Menschen, die viel mehr Geld haben als ich. 
Andererseits habe ich selber vor 3 Jahren von der Spendenbereitschaft der Umgebung profitiert und war erstaunt, dass die Gemeinde entschieden hat, aus ihrem Spendentopf eine wirklich grosse Summe an mich zu uebergeben, so, dass ich davon meine gesamte Miete und mehr bezahlen konnte. 
Vielleicht spenden diese Menschen ja regelmaessig in die Spendenkassen der Gemeinde und schliesslich kann man ja nicht jedem etwas spenden. 
Jeder darf selbst entscheiden, WEM er etwas spendet, das sagen schon unsere Weisen. Also wer bin ich, darueber zu urteilen? Es geht mich absolut nichts an.
Aber es geht mir auch nicht aus dem Kopf...