Mittwoch, 30. April 2014

Montag, 28. April 2014

Sonntag, 27. April 2014

Jiscor

Morgen ist Shoa-Gedenktag hier in Israel. Heute abend beginnen die Veranstaltungen zum Thema. Morgen frueh dann die Sirene - 3 endlose Minuten lang. Alles wird dann stillstehen, Autos, Busse, auch auf den Autobahnen herrscht fuer 3 Minuten Stillstand. 
Ich habe viele Shoa-ueberlebende Patienten, die noch heute unter Schlafstoerungen und Panikattacken leiden. Teilweise haben sie ihre Angst an die naechste und uebernaechste Generation weitergegeben. Es gibt Enkel von Shoa-ueberlebenden, die nachts Panikattacken haben 
Es gibt hier Shoa-ueberlebende, die sich ueberlegen muessen, ob sie Medikamente kaufen oder doch lieber Nahrung. 
Das soll ab nun (spaet aber vielleicht nicht zu spaet) vorbei sein, es wurde beschlossen, dass Shoaueberlebende fuer Medikamente kein Geld bezahlen muessen. Traurig, dass das erst jetzt auf den Tisch kommt. 
Vielleicht hat man gehofft, inzwischen wuerde sich die Sache "biologisch loesen", denn es werden von Jahr zu Jahr immer weniger Ueberlebende, die noch am Leben sind. 
Viele erzaehlen ihre Geschichte, geben das weiter an die naechste Generation, an die Jugendlichen, was sie erlebt haben, versuchen, das Grauen in Worte zu fassen. Andere sprechen gar nicht. Zu sehr wuerde es schmerzen, darueber zu sprechen. Welche Umgehensweise die "richtige" ist, wagen wir nicht zu beurteilen, es wird jeder damit anderes umgehen. 
Es ist immer noch unfassbar, unvorstellbar, die Phantasie reicht nicht aus, um nachzuvollziehen, wie es wohl ist, wenn man frierend auf einem Brett liegt, was Bett sein soll, wenn man jeden Morgen rausmuss zu schwerer Arbeit, egal ob man schwach ist oder nicht, ohne ausreichendes Essen, ohne waermende Kleidung, und ohne die Kinder, die einem weggerissen wurden. 
Das Grausamste zu erleben ohne die schuetzende Familie - allein, unvorstellbar. 
Wie ist es wenn man an G-ttes helfende Hand glaubt und dann doch feststellen muss, dass niemand hilft. Gibt es IHN dort oben wirklich? Oder hat er uns verlassen? Hoert er unsere Gebete und Hilferufe denn gar nicht? Wie kann er das zulassen? Oder gibt es ueberhaupt keinen G-tt?
Was moegen die Menschen gedacht haben, als sie sich an ihren G-tt wandten?
Wie ist es moeglich, dass sie den ganzen Krieg doch weiter geglaubt haben, bis sie befreit wurden - oder ins Gas gehen mussten?
Ich bin mir nicht sicher, ob mein Glaube stark genug gewesen waere um daran festzuhalten. Andererseits - was gab es noch ausser dem festen Glauben, der Hoffnung gab, ein Fuenkchen Hoffnung. 
Ich schaeme mich fuer das, was unsere Vorfahren, das deutsche Volk, getan hat. Ich trauere um meine juedischen Brueder und Schwestern und moechte sie umarmen und troesten, aber es gibt keinen Trost fuer solche Graeueltaten. 
Es gibt auch keine "Wiedergutmachung", auch wenn die Zahlungen von Deutschland an Shoa-ueberlebende so genannt werden. 
Es gibt nur die Erinnerung. 
Niemals duerfen wir vergessen, verschweigen oder zur Seite schieben, was geschehen ist. 

Shoa-Gedenktag in Israel


Freitag, 25. April 2014

Shabbat shalom!

Ich werde heute den Shabbat-abend mit mir selbst und mit haShem verbringen, da ich meine Einladung abgesagt habe. Ich kann mir nicht vorstellen, mehrere Stunden an einem Tisch zu sitzen und freue mich nun auf den Shabbat abend, den ich mit viel Ruhe verbringen werde.
Shabbat Shalom!

Ein wunderbares Geschenk

habe ich gerade bekommen. Die Tochter meiner alten alzheimerkranken Dame rief mich an, um mir zu sagen, dass sie mir ein paar Massagen schenken will fuer meinen Ruecken, der im Moment wieder ziemlich Aerger macht. Ich bin richtig geruehrt!
In den letzten Wochen sind die Schmerzen mehr im linken Schulterblatt, obwohl ich ja seit der OP vor 4 Jahren unter Schmerzen im Schulter-Ruecken-Oberarmbereich leide. Mal mehr mal weniger. 
Seit ca. 3 Wochen aber ist irgendwas im linken Schulterblatt, was mich sogar nachts nicht schlafen laesst. Um meinen Kopf von links nach rechts zu drehen, muss ich meinen Kopf festhalten, um keine Schmerzen zu haben. Das ist wirklich ziemlich nervig. 
Eine Freundin schuettelt den Kopf, weil ich keine Schmerztabletten nehme. 
Ich habe noch nie verstanden, warum man Schmerztabletten nimmt (ausser im Notfall um irgendwie klarzukommen). 
Der Rav Yuval haCohen Ashrov (HIER ein Vortrag von ihm zum Thema, leider nur auf hebr.) bringt auf den Punkt, was ich schon immer von Tabletten hielt, naemlich, dass Tabletten NIE heilen, sondern das unterdruecken, was der Koerper einem sagen will. Schmerz ist ja ein Ausdruck fuer etwas, dass etwas im Koerper nicht in Ordnung ist.
Ich moechte wissen, WAS ich habe und nicht unterdruecken. Es ist ja noch da, auch wenn ich es durch Schmerzmittel nicht spuere. 
Ich fand es immer schon fast "dumm" wenn man das, was da passiert, unterdruecken will. 
Selbstverstaendlich war ich froh, nach der OP fuer jeden Schmerz Tabletten zu bekommen, aber das war darin begruendet, dass man verhindern wollte, dass ich wegen Schmerzen nur flach atme. In solchen Phasen, nach OPs oder in anderen Extremsituationen finde ich es durchaus ok.
Aber nicht im Alltag. Dann frage ich mich lieber, was das ist, was mir der Koerper sagen will. 

Sonntag, 20. April 2014

Shvi´i shel Pessach - Chag Sameach - Frohe Ostern!

Noch ein Feiertag ( ausserhalb von Israel sogar zwei) steht vor der Tuer. Shvi´i shel Pessach, der 7. Tag Pessach. Wir feiern die Teilung des Schilfmeeres, Kriyat Yam Suf, G-tt wirkte Wunder und teilte das Meer, so dass die Kinder Israel trockenen Fusses und vor allem lebend durchziehen konnten. Die Aegypter mit Pharao hingegen ertranken. 
Heute noch einmal bis 12h arbeiten, und dann ist schon wieder Erev Chag. (Festtags-vorabend). Noch einmal werde ich versuchen, so viele Hausbesuche wie moeglich zu machen, um ab uebermorgen nicht in Arbeit zu ersticken. 
Es werden hoffentlich einige alte Menschen zu Hause sein. Viel Zeit bleibt mir heute ja nicht, bis 12 das ist wenig, wenn man die Busfahrten mit einrechnet. 
So langsam sehne ich mich wirklich nach gutem Brot und Tchina. 
Ich wuensche allen einen schoenen Feiertag und fuer die christlichen Leser ein besinnliches Osterfest!!!

Freitag, 18. April 2014

Shabbat shalom! Moadim LeSimcha!


Persoenliche Grenzen - auf den Koerper hoeren

Gross ist mein Erholungsbeduerfnis und klein die Chancen, ihm nachgehen zu koennen. 
Eine Freundin riet mir, doch die kleinen Kompromisse auszuschoepfen und das tue ich zurzeit, wo es nur geht. Das bedeutet aber immer wieder auch, staendig Grenzen setzen zu muessen, Menschen abzusagen, vor den Kopf zu stossen und den Eindruck zu erwecken, sich zurueckzuziehen. 
Manche Menschen meinen, zu wissen, was gut fuer einen waere und auch da gilt es, konsequent dabei zu bleiben, was man fuehlt, was einem gut tut. 
Meine Freundin meinte vor Pessach, ich wuerde mich bestimmt gut fuehlen in Efrat, wo wir gemeinsam hin wollten, zum Pessach-Seder. Ich weiss, dass ich die Ruhe im Jeshuw immer geniesse, aber ich bin dann nicht zuhause, muss mich doch irgendwie nach einer gewissen Ordnung der Gastgeber richten, selbst wenn man mir anbietet, ich koenne machen was ich wolle. Ich habe meine gewohnten Dinge nicht um mich, kann nicht in meinem Bett schlafen und fuehle mich verpflichtet, auch verpflichtet zumindest ein wenig zu helfen. 
So hatte ich mich dagegen entschieden und es war gut. 

Gestern Ein Kerem und vorgestern Tel Aviv waren kleine Inseln des Durchatmens fuer mich, wenn auch der Aufwand fuer Tel Aviv recht gross war (Schlangen am Zentralen Busbahnhof, Fahrt mit Staus...) 
Ich merke, dass ich haushalten muss mit den Kraeften und mich in der Natur und Stille immer am besten erhole.
Wenn ich zurueckblicke auf die letzten zehn Jahre, dann waren es fast die intensivsten Jahre, die ich je erlebt habe. Gleichzeitig die emotionalsten, schoensten und dennoch am meisten kraefteraubend.
Ich hatte so gut wie keinen normalen Erholungsurlaub seit zehn Jahren. 
Seit ich israelischen Boden betreten habe und fuer mich klar war "Hier bin ich zuhause angekommen", habe ich mich bemueht so oft es ging, herzukommen, und fast meinen gesamten Jahresurlaub dazu genutzt, hier in Israel zu volontieren (d.h. arbeiten, nur gegen Kost und Logis, keine Privatsphaere, manchmal mit 5 Maedels in einem grossen Raum, manchmal in einer gemeinsamen Volontaerswohnung). So kam ich von der Arbeit in Deutschland, zur Arbeit in Israel, aber Arbeit war es dennoch, wenn auch in der Umgebung, die ich mir wuenschte. 
So war aber auch die Freizeit hier in Israel sehr beschraenkt, als Volontaerin bekommt man nichts geschenkt und es bleibt wenig Zeit zum Reisen und das Land kennen lernen. 
Dann der Giur und das Vorhaben "Volontaerin fuer ein Jahr", was daneben ging, und wo ich nach 3 Monaten wieder in Deutschland neu anfing, da ich alles aufgegeben hatte. 
In Deutschland habe ich dann die Alyia geplant und dafuer braucht man Geld (zumindest fuer die ersten Monate). Das hiess noch mehr arbeiten. Ich habe im Therapiezentrum Nachtdienste gemacht und bin am Morgen wieder in der Drogenberatung meiner "normalen" Arbeit als Sozialarbeiterin nachgegangen. Das Ziel war klar vor mir, ich hatte etwas, worauf ich hinarbeiten konnte. Nur so konnte ich diese enorme Energie aufbringen. 
Nach einem Jahr war es soweit, wieder bei NULL anfangen, mit 2 Koffern und sonst nichts.
Viel viel Energie wird von einem Neueinwanderer gefordert, psychisch und physisch. Und dann ein paar Monate spaeter die Herz-OP, die mit vielen Komplikationen absolut kein Zuckerschlecken war und mir bis heute im Ruecken-Schulterguertelbereich Probleme macht. 
Ein Jahr spaeter in Deutschland noch einmal mit Nichts anfangen. Aber Arbeit hatte ich mir bereits von Israel aus organisiert, d.h. in Israel ein paar Tage vor der Abreise aufhoeren zu arbeiten, und nach der Landung in Deutschland gleich am naechsten Tag eine koerperlich zehrende Arbeit im Altenheim beginnen. 
Von einem Altenheim ins naechste, was auch nicht besser war und wo alle Arbeitskraefte bis aufs Aeusserste ausgenutzt und ausgelaugt wurden. 
Bis ich endlich eine Arbeit wieder als Drogenberaterin fand, in der Duesseldorfer Drogenberatung. 
Dann die Erkenntnis, dass es ein Fehler war, zurueckzukommen, dass ich kein juedisches Umfeld, keine Freunde habe und so nicht leben moechte. 
Wieder zurueck nach Israel, und wieder bis zum letzten Tag in Deutschland und gleich am naechsten Tag in Israel gearbeitet. 
Irgendeine boese Zunge in Deutschland sagte einmal ueber mich, weil ich ueber die Arbeit klagte :"Naja, die hat die Arbeit auch nicht erfunden...." was mich wirklich bis heute aergert. Wenn man mir eines nicht nachsagen kann, ist es, dass ich faul bin oder nicht arbeite. Ich glaube ich war in meinem Leben 2 Monate arbeitslos und bekam Hartz IV. 
Und wieder ging es von einer Arbeit zur naechsten, eine kraefteraubender als die naechste und bis auf eine Arbeit mit absolutem Stress. 
Seit einem Jahr nun die Arbeit bei einer privaten Firma die alten Leuten Haushaltshilfen, PflegerInnen und Gastarbeiter aus verschiedenen Laendern anbietet, in Zusammenarbeit mit der Sozialversicherung Bituach Leumi. 
Die Aufgabe: Hausbesuche, 120 im Schnitt im Monat. Mit Zeitvorgabe, wann man wen gesehen haben muss, damit es nicht als "Fehler" im System auftaucht. Vorteil: Arbeitseinteilung obliegt uns allein, und wir bewegen uns in freier Natur, niemand steht neben uns und hetzt uns, aber die Zeit laeuft dennoch. Gegen Ende des Monats werden wir als Verstaerkung fuers Buero eingesetzt, um den Arbeitsaufwand schaffen zu koennen (Gehaltsabrechnungen fuer die israelischen Pfleger sowie die Gastarbeiter). 
Tja, und so kommt es dazu, dass ich mich oft an den Shabbatot so kaputt fuehle, dass nicht viel "drin" ist, ausser Synagoge und ausruhen, sich ein wenig pflegen, einen Spaziergang machen, auf keinen Fall aber stundenlang an irgendeinem Tisch sitzen und essen. Das ermuedet mich noch mehr, ehrlich gesagt. 
Eine Einladung am Leil Shabbat nehme ich immer gern an, aber das ist auch genug. 
Wenn ich einmal phantasiere, dann sehe ich mich mit einem Lottogewinn, der ausreicht, um einen Monat unbezahlten Urlaub zu nehmen, ein Mietauto zu nehmen und da zu bleiben wo es mir gefaellt. Am liebsten im Norden, auf den Golanhoehen oder im Jeshuw Amirim (erstes veganes Dorf..
am See Kinneret oder in den Bergen in Zfat, in Naharryia oder in Rosh haNikra, wo ich noch nie war, im Sueden in Mizpe Ramon oder im Kibbutz Lotan, wo mir die Ruhe gut tat einst, als ich dort einmal zu Gast war, sowie am Toten Meer im Kibbutz Guesthouse Ein Gedi. 
Einfach liegen, ausruhen, nichts sagen, nichts tun, nur wenn mir danach ist spazieren und die Natur bewundern. 
Bei solchen Wuenschen handelt es sich nicht um einen Lottogewinn von Millionen, aber dennoch ist es ein Wunsch, den man ohne eine gewisse Summe nicht realisieren kann. 
Ich bin nicht undankbar, freue mich jeden Tag, hier zu sein und ein juedisches Umfeld zu haben. 
Ich denke aber auch, dass das Alter sich bemerkbar macht, und werde versuchen muessen, fuer meinen gestressten Ruecken eine Loesung zu finden. Heute werde ich - obwohl es eigentlich viel zu teuer ist - wieder ins Schwimmbad gehen. 
Ich habe etwas nachgelesen ueber Hydrotherapie, weiss aber noch nicht, ob die Krankenkassen das bezahlen. Meine neue Aerztin jedenfalls hat sich nicht einmal genau erkundigt WO eigentlich mein Schmerz ist. Sie war sehr sehr nett, aber meinte, ich bin es allein, die sich selbst helfen muss. (mehr Sport usw..). Was sie vergisst ist, dass alles Geld kostet und meine Energie auch nicht grenzenlos ist. 
Also suche ich weiter, was zu machen ist, um noch bis zum Rentenalter durchzuhalten. 
Und tue das was mir die Freundin riet: Viele kleine Oasen im Alltag (was fuer mich schon ein kleiner Ausflug nach Ein Kerem ist oder an Freitagen mal Tel Aviv mit Spaziergang am Strand, sowie bei etwas mehr Geld ein Ausflug zum Toten Meer, der wirklich ABSOLUTE Entspannung bedeutet, aber auch incl. Fahrt und Eintritt ca150 Shekel)

Ich wurde in der letzten Zeit haeufig um etwas gebeten, oder fuehlte mich gefordert, Freunde im Krankenhaus zu besuchen. Immer wieder muss ich aber meine persoenliche Grenze ausloten und einen Kompromiss finden, nicht JEDEN Tag ein Krankenbesuch und nicht ALLE Bitten erfuellen. (leider).

Donnerstag, 17. April 2014

Halbfeiertage in der Natur

Heute war ich nach der Arbeit lange spazieren, wieder in Ein Kerem, aber auf anderen Pfaden, die ich vorher nicht kannte. Jemand zeigte mir den Pfad zum Gorny-Kloster, in dem eine Nonnengemeinschaft wohnt, eine schoene Kirche auf dem Hang, ueber Ein Kerem, die mit goldenen Tuermchen. (Es ist ein wunderschoenes Grundstueck, wo es sich lohnt, ein wenig zu verweilen und Ruhe zu finden. Niemand stoert einen dort oder fragt, was man dort will. Vom Hadassah-Hospital aus nimmt man den oberen Parallelweg des "Shwil Hadassah"  an den Studentenwohnheimen, der zum Grundstueck fuehrt.
Anschliessend bin ich den Shwil Hadassah, den ich schon oft genommen habe, hinunter nach Ein Kerem gewandert. Ein kleiner Rundgang im Dorf, um dann einen Wanderpfad hinauf zum Har Herzl zu nehmen, den ich ebenfalls noch nicht kannte. Es ging ganz schoen steil hinauf und irgendwann ging mir das Wasser aus. Auf dem Weg dann traf ich auf ein Paerchen, das am Wegesrand sass. Sie sahen meine leere Wasserflasche in der Hand und haben mir doch tatsaechlich ihre volle Flasche Eistea (1.5 l) ueberlassen. Welche Zadikim!
Viele Familien waren unterwegs, oder grillten in den Waeldern.
Aber am schlimmsten muss es wohl am Kinneret (See Genezareth) gewesen sein, 30.000 Menschen sollen dorthin gefahren sein. Die Polizei warnte bereits gestern:"Fahrt NICHT zum Kinneret! Es gibt wirklich keinen Platz dort!"
Der Kinneret zieht mich immer sehr an, weil ich dort selten hinkomme, aber zu Pessach muss man sich das wirklich nicht antun.
So ganz langsam fehlt mir das normale Brot, denn zu Pessach darf ja kein Chametz gegessen werden. Das erste, was ich mir kaufen werde, nach dem Fest ist wohl ein gutes Vollkornbrot und Tchina, die ich jetzt auch nicht esse.
Ich koche viel Suppe mit Zucchini Kartoffeln, Dill und Petersilie, Moehre usw...

Mittwoch, 16. April 2014

Pessach - Halbfeiertage

Der erste und der letzte Tag von Pessach sind Vollfeiertage, hingegen die dazwischen liegenden Tage nur "Halbfeiertage". Das heisst, die Kinder haben sowieso Ferien, die Eltern nehmen sich in der Regel auch frei oder die Firma schliesst ueber Pessach. Unsere Firma leider nicht. Wir koennen uns Urlaub nehmen, aber natuerlich auf unsere Kosten. Zu Pessach ist sozusagen das ganze Land unterwegs, zu Freizeitparks, Vergnuegungsparks, zum Kinneret, in dern Sueden, zum Toten Meer usw. Ich musste bis 14h arbeiten, wie an allen Halbfeiertagen und hatte mir vorgenommen, sofort zur Tachana Mercazit (dem zentralen Busbahnhof) zu fahren, um in den Bus nach Tel Aviv zu springen. Oben in der Halle erwartete mich erstmal ein kleiner Schock. Die Schlange zum Bus nach T.A. war bis zur Rolltreppe lang. Irgenwann reagierten aber die zustaendigen Menschen und setzten sehr viele Busse ein, so dass es zuegig voran ging.
Was mich aber ein wenig beunruhigt, ist die Tatsache, dass seit Monaten und sogar bei der jetzigen angespannten Lage KEINERLEI Kontrollen im zentralen Busbahnhof stattfinden. Keine Taschenkontrolle. Bei diesen riesigen Menschenmengen sicher auch logistisch schwierig, aber ich darf mir nicht vorstellen, wie gelegen das einigen kommen koennte, wenn sie vorhaben, viele Menschen auf einmal zu ermorden. (Chas vechalilla)
Endlich auf der Strasse Nr.1 - STAU!!!
Und doch haben sich fuer mich die "geklauten Stunden" gelohnt. Es war ein wenig wie "Mallorca-Strand" , und doch fanden sich ruhigere Strandabschnitte, an denen ich es sehr genoss, aufs Meer zu schauen, ein Eis zu essen und einfach nur die Meeresluft zu schnuppern. 
Ich bin wieder zuhause, morgen ist noch einmal Arbeit bis 14h angesagt und dann ist ja auch schon wieder Freitag.

Statt Sederabend tot

Die erste Meldung gestern nach dem Festausgang des 1. Pessachtages war gleich ein Schock. Eine Familie war in der Naehe von Hebron auf dem Weg zum Pessachseder. Das Auto wird von einem Terroristen beschossen, der Vater, ein 47-Jahre alter Offizier bei der Polizei, ist tot. Die Mutter, mittelschwer verletzt, sowie der 9-jaehrige Sohn, werden ins Shaarej Zedek Hospital eingeliefert. 
Der Taeter ist verschwunden und wird seitdem gesucht. - verstaerkt im naheliegenden arabischen Dorf Idna, wovon wohl schon Terroranschlaege in der Vergangenheit ausgingen. 
Die Meldung hat es - nach meinen Recherchen - nicht in die deutsche Presse geschafft.

Montag, 14. April 2014

Kurz vor dem "Fest der Freiheit" - Mord in juedischen Einrichtungen in Kansas

In Kansas wurden drei Menschen umgebracht, in einem juedischen Gemeindezentrum und in einer juedischen Seniorensiedlung. Der Taeter hat angeblich zuerst gefragt: "Bist du Jude?" und hat dann geschossen. 

In unserer Pessach-Aggada werden wir wie in jedem Jahr unter anderem singen: ..... dass nicht nur einer sich gegen uns erhob um uns zu vernichten, sondern Generation fuer Generation werden sie sich gegen uns erheben, um uns zu vernichten. Und der Ewige, gelobt sei sein Name, rettet uns aus ihrer Hand.... 

Es ist in jeder Generation, seit mehr als 2000 Jahren wahr, man will Juden vernichten, ausloeschen, ermorden. Beschimpft sie fuer alles, was auf der Welt nicht rund laeuft und hat ein Feindbild. 
Leider ist das so, und so sind unsere Zeilen - traurigerweise - in jedem Jahr neu aktuell... 
Wir haben nur einen, dem wir WIKRLICH vertrauen koennen. 

Sonntag, 13. April 2014

Chag Pessach Kasher vesameach!!


Alles bereit

So, alles ist bereit, ich habe kein Chametz mehr im Haus, die kleine Kueche ist kosher fuer Pessach. Geschrubbt , gereinigt, alles normale Besteck und Geschirr ist in einem speziellen Fach untergebracht, das Pessachgeschirr liegt bereit. 
Leider muss ich morgen frueh noch einmal bis 12h arbeiten. Meine letzten Reste Chametz, die ich schon vor die Wohnungstuer verbannt habe, werde ich zur Arbeit mitnehmen und mir eine Ecke suchen, wo Chametz verbrannt wird. 
Dann sind es nur noch ein paar Stunden bis zum Sederabend. 
Ich werde ein wenig vorschlafen am Nachmittag, falls das klappt, denn es wird eine lange Nacht. 
Es werden mehr als 20 Personen am Sedertisch der Freunde sitzen und viele Enkelkinder werden die Atmosphaere beleben. 
Ich freue mich auf den Abend und ueberhaupt auf die ganze Pessachwoche. Wenn ich es am Pessachtag schaffe, werde ich schon nach dem Gebet in der Beit Knesset einen Spaziergang zur Kotel machen, wo einst zu Pessach alle hinpilgerten. 
Ich glaube heute ist fuer Christen Palmsonntag und ich wuensche allen christlichen Lesern frohe Ostertage.

Bald ist Pessach

Heute ist nur eine Art Brueckentag zum morgigen Pessachabend, dem Leil haSeder, der von Juden in der ganzen Welt begangen werden wird, egal ob saekulare oder religioese Juden. Es ist mit der Bedeutung des christlichen Weihnachtsfestes eher vergleichbar, als mit dem in den Naehe liegenden Ostern. 
Die Tradition, die Pessach-Aggada um den geordneten Sedertisch zu erzaehlen, ist in so gut wie allen juedischen Familien erhalten. Ein Sederteller mit verschiedenen Symbolen wird vorbereitet, so wie die Familie sich am Tisch einfindet. 
Mein erster Sederabend ueberhaupt war im Jahr 2005 in einer saekularen Familie. Selbst die erwachsenen Soehne fanden sich ein mit ihren Freundinnen oder Familien, um Abschnitt fuer Abschnitt die Pessach-Aggada zu lesen. Auch die Lieder wurden gesungen. 
Auf diese Art wird jedes Jahr erneut der Auszug der Kinder Israel aus Aegypten, aus der Sklaverei nachvollzogen. 
Jedes Jahr soll jeder Jude sich so fuehlen, als sei er selbst mit aus Aegypten ausgezogen. 

Heute ist ein normaler Arbeitstag wenn auch im Grunde schon "Erev Chag" ist. Nur noch heute darf Chametz (Gesaeuertes) gegessen werden, heute abend wird schon das Chametz aus dem Haus sein und der Familienvater wird mit einer Kerze und einer Feder das restliche (absichtlich versteckte) Chametz mit den Kindern suchen. (Ich denke, aus diesem Suchen entwickelten Christen evtl. das Ostereier-suchen, denn auch hier wird etwas absichtlich versteckt, was die Kinder suchen muessen). 
Wenn alles aus dem Haus ist, wird morgend frueh bis 10h noch erlaubt sein, Chametz zu essen, bis 11h dann muss das restliche Chametz verbrannt werden mit den dazu gehoerenden Segensspruechen. 
Hier in Israel wird man an jeder Strassenecke eine Art Container finden, wo sich die Nachbarschaft einfindet, um Chametz zu verbrennen. Auch kleinere Feuer werden in den Hoefen brennen. (Und sicher entstand daraus der christliche Brauch der Osterfeuer, so jedenfalls stelle ich mir das vor. Wer Naeheres darueber weiss, ist eingeladen einen Kommentar zum Thema zu posten. Es interessiert mich sehr, ich fand jedoch dazu keine offizielle Bestaetigung)
Wir muessen leider morgen noch bis 12h arbeiten, so dass wir das restliche Chametz mitnehmen und uns an irgendeiner Strassenecke dazugesellen, um es zu verbrennen. 
Was nicht religioes lebende Juden in der Regel nicht tun, ist, sich an die 7 Tage zu halten, in denen kein Chametz gegessen wird, sondern statt Brot Mazze. Die Mazze auf dem Sedertisch wird nicht fehlen, aber danach essen nicht religioese Familien weiter Brot. Ich kenne Familien, die sich in den letzten Wochen schon mit Brot eingedeckt haben, um es einzufrieren, da in den Supermaerkten kein Brot zu kaufen ist. Maximal koennen sie es in den arabischen Geschaeften erwerben, wobei dort nicht so viele Brotsorten zu bekommen sind, meist nur Weissbrot. 

Morgen abend dann ist Leil haSeder und ich werde nicht mit den Freunden nach Efrat fahren, um dort mit dem Sohn von Esti und seinen Kindern zu feiern, sondern hier bleiben und zu einer anderen Freundin, nur um die Ecke gehen. Meine Rueckenbeschwerden machen es unmoeglich, woanders zu schlafen. Ich brauche meine gewohnte Umgebung, bin unruhig in der Nacht und moechte mich auch tagsueber hinlegen koennen, ohne ein schlechtes Gefuehl. 
Grosse Zweifel habe ich auch, ob ich den Sederabend bis zum Schluss durchhalte. In der Regel ist man nicht vor 2h fertig und nicht nur die Kinder sind dann totmuede. 
Pessach hat so viele Aspekte und jedes Jahr neu sprechen wird darueber. 
Als ich meiner Tochter vor ein paar Tagen schrieb, wir feiern Pessach am Montagabend, dies ist der Auszug der Kinder Israel aus der Sklaverei in Aegypten, schrieb sie mir zurueck: "Mama, ich weiss das doch inzwischen, du sagst mir das ja jedes Jahr!" 
Ich musste etwas schmunzeln, denn wenn sie juedisch erzogen worden waere, waere es normal fuer sie, dass jedes Jahr neu darueber gesprochen und diskutiert wird. Und es ist sogar die "Pflicht" der Eltern, den Kindern diese Geschichte weiterzugeben. Jedes Jahr neu. Egal, ob man es nun schon laengst weiss, oder nicht. 
Jedes Jahr neu sollen wir uns auch fragen, aus welchem "persoenlichen Aegypten" aus welcher Sklaverei wir selbst noch ausziehen sollten oder moechten. 
Jeder von uns ist auf irgendeine Weise versklavt, der eine ist ein Sklave der Zigaretten, der zweite des Alkohols, der dritte ist versklavt an unschoene Angewohnheiten und vielleicht ist es ja sogar ein Zeitpunkt fuer manchen, sich von der Sklaverei des Fleischessens zu befreien, von der man glaubt, es sei noetig und wichtig und normal, um weiter zu leben. 
Auch die Sklaverei, sich staendig neue Kleidung zu kaufen kann zum "Zwang"werden, ohne dass es wirklich noetig ist. Neues Auto, neue Moebel, die Seele mit Aeusserlichkeiten fuellen, statt eine tiefe innere Zufriedenheit zu suchen und finden. 
Jeder kann sich selbst fragen, von welcher Sklaverei er sich im Grunde genommen schon lange befreien will. Das kann eine unglueckliche Verbindung sein, ein Arbeitsplatz, der schon lange nicht mehr zufrieden macht oder viele andere Dinge, denen wir aus Gewohnheit und Bequemlichkeit noch nachgehen, obwohl wir sie laengst hinter uns lassen moechten. 
Ich wuensche allen einen froehlichen spirituellen Sederabend und moeget ihr alle erfolgreich aus eurem persoenlichen Aegypten ausziehen, um als freie Menschen neue Entscheidungen zu treffen, Entscheidungen, die wirklich tief die Seele erfuellen. 
Pessach Sameach!

Freitag, 11. April 2014

Shabbat shalom!


Pessach steht vor der Tuer

Sowas von vor der Tuer.... ich mit meiner Mini-wohnung habe die letzten Abende mit Putzen und schrubben verbracht und gestern das letzte Chametz , was ich bis nach Pessach behalten will, durch eine Internetseite verkauft, wie viele hier. (www.kipa.co.il) Die Internetseite aufrufen und bei "Mechirat Chametz" (מכירת חמץ) schauen, dort wird genau erklaert, wie es geht. Man bevollmaechtigt den Rav Eliakim Levanon das Chametz an Nicht-juden zu verkaufen, fuer die Zeit von Pessach. Diese Seite ist nur fuer Buerger Israels. 
Es gibt in Deutschland bei der Orthodoxen Rabbinerkonferenz auch diese Moeglichkeit. 
Gestern war nochmal ein schwieriger Arbeitstag, fuer die meisten Menschen war schon seit gestern "Erev Chag" (Festtagsabend sozusagen), so dass, wenn ich meine Besuche ankuendigen musste (aus unterschiedlichen Gruenden), man mich auf "Acharej haChagim" (nach dem Fest, was in mehr als einer Woche ist) vertroesten wollte. Das wuerde fuer mich aber bedeuten, ich kann eine ganze Woche Hausbesuche vergessen und muss das alles nacharbeiten "nach dem Fest". Das geht einfach nicht und ist nicht zu schaffen. Bituach Leumi interessiert es nicht, dass ein Kollege und ich zu 99% charedische Patienten versorgen, die es nicht besonders moegen, noch Sozialarbeitern die Tuer zu oeffnen. 
Abgesehen von den Einzelfaellen bin ich einfach hin zu den Patienten und es war auch relativ in Ordnung. Lange bin ich sowieso nicht geblieben, denn alle waren beschaeftigt mit Pessach-Putz. 

Ab heute habe ich ein neues Problem. Eigentlich wollte ich mit meinen besten Freunden am Leil haSeder nach Efrat fahren, um dort den Seder am Tisch des Sohnes mit den Enkelkindern zu verbringen. Meine Schulter-Ruecken-Beschwerden sind aber so schlimm zurzeit, dass ich versuchen moechte, mir noch im letzten Moment einen Sedertisch in der Naehe meiner Wohnung zu suchen, um nach Hause zu koennen, wenn ich nicht mehr kann und auch nicht woanders uebernachten muss. 
Leider sind die Schmerzen in der Nacht beim Liegen schlimmer und verhindern, dass ich mich mit Leichtigkeit auf die andere Seite drehen kann. 
Ich weiss aber von den letzten Jahren, dass der Sederabend sowieso sehr anstrengend fuer mich ist und ich selten bis zum Schluss entspannt und mit Freude dabei bin. 
Irgendwann kann ich einfach nicht mehr, bin muede und erschoepft und moechte mich nur noch hinlegen. 
Gleich werde ich nochmal versuchen, schwimmen zu gehen, was mir vor ein paar Tagen auch ein wenig geholfen hat. 
Das Problem mit dem Schwimmen hier ist ein anderes, der Eintritt ins Schwimmbad kostet hier so viel mehr als in Deutschland, dass man es sich wirklich dreimal ueberlegt. Eine Einzelkarte kostet 55 Shekel (das sind 11 EUR). 
Dafuer kann man schon in Deutschland in ein Freizeitbad mit allem Drum und Dran gehen, wenn ich mich nicht irre.
Ich will nur eine halbe Stunde schwimmen, dafuer ist es einfach zu teuer. 
Ein Abo ist hingegen zuviel auf einmal fuer mich. Dafuer kann man aber auch so oft man will hin. 
Ich muss mir das Ganze nochmal ueberlegen.

Mittwoch, 9. April 2014

Zehn Monate vegan

Nach nun zehn Monaten mit veganer Ernaehrung ziehe ich eine durchweg sehr positive Bilanz. Vor ein paar Tagen habe ich erneut eine umfassende Blutuntersuchung machen lassen und bin mehr als zufrieden. 
(Was mich allerdings ein wenig ernuechtert hat, war die Reaktion meiner Aerztin. Ich hatte mich von meinem alten Hausarzt getrennt, denn bei jedem Arztbesuch hatte ich das Gefuehl, ich muesse mich mehr um ihn sorgen als er um mich. Staendig war er muede, gaehnte lauthals und war nicht sonderlich interessiert. Was ich verlangte, gab er mir mit den Worten: Wenn es sein muss....Und dabei war es egal, ob es sich um Ueberweisungen zu Fachaerzten oder zur Physiotherapie handelte. Auch die Werte, die ich ueberprueft haben wollte, nachdem ich anfing mich vegan zu ernaehren, waren seiner Meinung nach nicht wichtig, aber "Wenn Sie wollen.....!"
Nun, auf Anraten meiner Freundin suchte ich also die neue Aerztin auf, die wirklich nett und zugewandt war, und auch allgemein wacher erschien. Was mich aber dann wieder etwas schockierte, war ihre Reaktion auf meine Andeutung, seit 10 Monaten vegan zu leben: "Und woher bekommen Sie dann Ihr Eiweiss?"
Diesen Satz hoere ich von der Umgebung wirklich in grosser Regelmaessigkeit aber von einer Aerztin haette ich ihn nicht erwartet. 
Dennoch war sie offen und meinte, ihre Tochter waere jetzt Vegetarierin und sie muesse sich mit dem Thema somit mehr beschaeftigen. (Es gibt also Grund zur Hoffnung..)
Mein Cholesterinwert war ja bereits nach 3 Monaten veganer Lebensweise von 220 auf 180 gesunken und ist nun noch niedriger. 
Der Eisenwert ist in Ordnung, sowie der Magnesiumwerte ebenfalls. Triglyceride sind im Normbereich und was die Behauptung vieler Aerzte, die vegane Ernaehrung befuerworten und dringend davon abraten, Milchprodukte zu verzehren, bestaetigt, ist mein "Selbstversuch" zum Thema Calcium. 
Ich hatte als Allesesser mit Calcium-substitution schlechtere Werte als ohne jegliche Milchprodukte und gleichzeitig OHNE Tabletten. 
Als ich mit der veganen Ernaehrung anfing, dachte ich, wir wollen doch mal sehen, was passiert, wenn ich auch auf meine zusaetzliche Calciumtabletten verzichte. Maximal sinkt der Wert und nehme wieder Calcium zu mir. 
Aber was mich tatsaechlich verblueffte, war die Tatsache dass der Calciumwert stieg. 
Dies bestaetigt die These, dass Milchprodukte durch ihren hohen Gehalt an Phosphor regelrechte Calcium-klauer sind, die das Calcium aus den Knochen ziehen. Daher leiden wohl auch die Menschen in Gesellschaften in denen kaum Milchprodukte verzehrt werden (wie in China) kaum unter Osteoporose. 
(Wer hebraeisch spricht, kann sich HIER eine interessante Sendung mit Dr. Gideon Ron anhoeren, in der es um dieses Thema geht)
Ich verzehre viel groessere Mengen an Obst und Gemuese als jemals zuvor und fuehle mich nach meinen Mahlzeiten nicht voll und schwer. Andererseits leide ich aber auch keinen Hunger, was viele meinen, die mich bedauernd anschauen und mich fragen, was ich denn "ueberhaupt" esse. 
Es war die beste Enscheidung die ich seit langem treffen konnte und ich frage mich, warum ich das nicht viel frueher getan habe. 
Abgesehen von den gesundheitlichen Aspekten fuehlt sich die Tatsache, keine tierischen Produkte zu essen, sehr natuerlich und im Einklang mit den Lebewesen an, man ist "mehr im Reinen" mit sich selbst und auch ein wenig stolz, einen Weg gefunden zu haben, dass kein Tier fuer das eigene Essen sterben muss. 
Wer mehr zu dem Thema wissen will und immer noch denkt, es gibt humane Schlachtungen, sowie glueckliche Kuehe und Huehner, sollte sich vielleicht den Vortrag von Gary Yourofsky ansehen. Er ist aber nichts fuer schwache Gemueter!
Und wer etwas mehr ueber die ach so gesunde Milch wissen will, sollte mal HIER hereinschauen.
Missionieren will ich nicht, aber die Umwelt reagiert auf einen Menschen, der kein Fleisch und keine Milchprodukte zu sich nimmt, haeufig aggressiver als ich das vorher erwartet haette. Warum, kann ich mir nicht so recht erklaeren, denn ich belaestige niemanden damit und druecke auch niemandem meine Lebensweise auf. 
Was ich aber dennoch empfehlen kann, ist vielleicht ein Selbstversuch von 2 Monaten. Viele Beschwerden, - wie bei mir z.B. das Asthma, oder aber Hautprobleme - werden in diesen 2 Monaten bereits deutlich schwaecher, wenn nicht ganz verschwinden.
In Israel gibt es uebrigens ein ganzes Vegetarier-Dorf im Norden, Amirim.  (HIER ein interessanter Beitrag darueber)
Und wer Dr. Elsworth, 98 Jahre alter Herzchirurg hoeren will wie er ueber vegane Lebensweise berichtet, kann das HIER tun.

Sonntag, 6. April 2014

Freitag, 4. April 2014

Shabbat shalom

Schon wieder steht der Shabbat vor der Tuer und ich habe in dieser Woche nichts geschrieben. Zurzeit ist alles ein bisschen viel und ich brauche sehr sehr viel Zeit fuer mich  - und Ruhe. Seit zwei Wochen will ich nun ans tote Meer fahren freitags - und komme morgens nicht puenktlich aus dem Bett. Die Woche ist so ermuedend und anstrengend. Dafuer haben wir schon vor ein paar Tage ein Geldgeschenk fuer Pessach bekommen, eine Karte, aufgeladen mit 300 Shekel (wer laenger dort arbeitet bekommt einen groesseren Betrag) die man in vielen Geschaeften einloesen kann. Ich habe mir von dem Geld Geschirr gekauft, was ich zu Pessach das erste Mal benutze, und danach im Alltag. Heute war ich mit dem neuen Geschirr in der Mikwe fuer Geschirr und habe alles untergetaucht. 4 Tassen, 4 Schalen fuer Salat, Muesli oder Suppe, Suppenkelle, Brotmesser fuer Challe mit Holzunterteil zum Schneiden, 6 Trinkglaeser und 2 Schaelmesser fuer Gemuese, sowie eine mittlere Glasschale fuer Salat. Mit diesem "Schatz"bin ich nun gut eingedeckt mit neuem netten Geschirr, denn bisher hatte ich nur zusammengewuerfeltes von vielen Freunden gespendetes Geschirr. Es war nett, sich etwas Neues zu kaufen. 
Mein Ruecken schmerzt von der Woche und ich freue mich auf den Shabbat. Gut, dass es ihn gibt. In dieser Woche habe ich unschoene Eigenschaften an mir entdeckt und fuehle mich nicht gut damit. Ich fuehle eine Art Neid einem Menschen gegenueber der das, was ich hier in Israel am Anfang durchgemacht habe, mit groesserer Leichtigkeit machen kann weil er die "Mittel" dazu hat, sich "zurueckzulehnen" und ganz auf Giur und "ankommen in Israel" zu konzentrieren. Wenn ich zurueckblicke und auch heute noch, konnte ich das nie so aussschliesslich. Mein subjektives Empfinden ist so, dass ich mir alles irgendwie mehr oder weniger hart erkaempfen musste. Ich hatte Jobs, bei denen ich wirklich leiden mussste unter tyrranischen Chefs oder unmenschlichen Arbeitszeiten und Ausnutzung, ich konnte Israel nie wirklich kennenlernen, denn selbst am Anfang kam ich jedes Jahr hierher um zu volontieren, lebte manchmal mit 5 Maedels in einem Zimmer, bekam kein Gehalt sondern nur Kost und Logis dafuer, alles nur um hiersein zu koennen. Es faellt sehr schwer, zu sehen, dass manche es leichter haben, hier sein koennen, ohne sich furchtbar anzustrengen und sich voll und ganz auf geistiges Fortkommen konzentrieren koennen. Diesen Luxus habe ich nicht. Ich entscheide mich sehr oft gegen einen Shiur, den ich wirklich gern hoeren wuerde, weil ich einfach abends nach der Arbeit nicht mehr kann. 
Ich mag diese Eigenschaft nicht besonders an mir und habe sie bisher auch nie so gefuehlt, es ist auch keine Missgunst denn ich goenne den Mitmenschen von Herzen alles erdenklich Gute und besonders den Neuankoemmlingen eine angenehme Eingewoehnung. 
Und doch schiele ich mit einem Auge dorthin, wo es scheinbar leichter geht, wo man von heute auf morgen Deutschland verlassen kann und hier sein kann. Bei mir war es ein jahrelanger Vorbereitungsprozess, bei dem ich viel sparen musste, um mir dann eine Aliya leisten zu koennen, einen kompletten Neuanfang. 
Ich habe lange in gebrauchten und geschenkten Dingen gelebt, teilweise bis heute und es macht mir auch nichts aus, aber es gibt eben Menschen, die "kaufen mal eben", weil sie es haben. 
Ich weiss ehrlich gesagt nicht einmal, was ich bevorzuge, denn es hat auch etwas, fuer eine Sache lange zu sparen und zu warten, bis man sich das ersehnte Teil kaufen kann. Man schaetzt es mehr, irgendwann eine geschenkte uralte Couch auszutauschen und sich nach laengerem Sparen oder auf Raten ein neues Sofa kaufen zu koennen. 
Ich fuer mich gesehen bin dankbar fuer alles was ich habe. Da gibt es nichts dran zu ruetteln, aber ich spuere, dass es auch andere Gefuehle in mir gibt, und das verstaerkt, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die es ein wenig leichter haben. 
Ich werde an diesem Shabbat ein wenig nachdenken muessen darueber, wie ich mit diesen "unschoenen, ungeliebten" Gefuehlen umgehe. 
Es gibt immer wieder Dinge in uns, an denen es sich lohnt zu arbeiten. 
Eine Freundin sagte zu mir: Du kannst so stolz sein auf dich, was du alles geschafft hast, wie du dich integriert hast, wie schnell du dich hier eingefuegt und eingelebt hast in die Gesellschaft.
Und ja - ich bin darauf stolz, aber das kommt ja alles nicht von mir, sondern wurde mir von IHM gegeben, ich selbst habe nur das, was ich von "oben" geschenkt bekam, ausgebaut und genutzt. Wir sind nichts ohne IHN, und haben auch nichts ohne IHN. 
Alles was wir sind und haben, ist mit viel Gnade geschenkt. 
Danke G-tt, und verzeih mir meine unschoenen Gefuehle. 
Shabbat shalom!