Montag, 30. Juni 2014


Ich bringe es nicht fertig "Baruch Dayan haEmet" zu sagen. Naftali, Eyal und Gil´ad sind tot

Sagt man das auch bei einem grausamen Mord? Ich weiss es gar nicht, muss ich gestehen. 
Ich kann es jedenfalls nicht. 
Naftali, Eyal und Gil´ad sind tot aufgefunden worden, auf einem Feld, oberflaechlich verscharrt, in der Naehe von Chalchul. 
Ich kann nicht aufhoeren zu weinen. 
Ich kann nicht aufhoeren, mir die grosse Angst vorzustellen, bevor sie ermordet wurden und ich kann nicht fassen, wie jetzt die Familien weiterleben koennen. 
Wir haben alle zusammen gebetet, gehofft, zusammengehalten, religioese, nicht religioese, ultraorthodoxe, alle haben gemeinsam gebetet und zusammengestanden. 
Ein Rav sagte heute abend, das sei es, was die Familien sich von uns weiterhin wuenschen, dass das Volk weiter zusammenhaelt. Nicht NUR in Zeiten der Not. 
Ich bin furchtbar traurig, fast verzweifelt. 
Warum ist der Hass so gross, dass er sogar Kinder toetet, ohne mit der Wimper zu zucken?
Die Chamas sagt, wer einen Juden umbringt, kommt sofort ins Paradies....
G´tt, warum tust du das? Warum hast du nichts getan, um deine Kinder zu retten? Warum hast du es zugelassen, dass das Boese gewinnt und den Eltern ihre Kindern nimmt?
Wo bist du? 
Wo warst du an diesem Abend?
Wie kannst du, der ALLES kann, Kol Jachol, zuschauen, wie sie grausame ermordet werden? Wie kannst du einfach zuschauen?
"Und wenn ich auch gehe im finsteren Tal, ich fuerchte mich nicht, denn DU bist bei mir... "
Furchtbar schwer, das zu beten in diesem Moment, furchtbar schwer.
Ich kann nicht gleichzeitig beten und weinen.
Aber ich kann weinen und zu dir aufschreien mit Unverstaendnis, mit vielen Fragen. Mit grossem Schmerz. Ich bin auch Mutter.

Raketensalve am Morgen

Wieder eine Raketensalve von zehn Raketen ueber den Sueden Israels, von Gaza abgeschossen. 
Die Kinder im Sueden blicken besorgt in Richtung Ferien, heute ist der letzte Schultag. Sie hoffen, nicht wieder ihre Ferien in Schutzraeumen verbringen zu muessen, sondern wie jedes andere Kind frei herumtoben zu koennen.
Die Farbfabrik in Sderot, die voll von zwei Raketen getroffen wurde, ist am Shabbat ausgang in Flammen aufgegangen und der Besitzer steht vor den Truemmern seines Lebenswerkes. Die Arbeiter fuerchten, dass die Firma nicht wieder aufgebaut wird und alle ihre Arbeit verlieren.
Wer immer schreit, "das sind doch nur selbstgebastelte Raketen" kann heute den enormen Schaden sehen, den so eine selbstgebastelte Rakete anrichtet, wenn sie einen Volltreffer landet. Ich muss nicht betonen, dass es an Wunder grenzt, dass nicht viel mehr Menschen dabei ums Leben kamen bisher. Wirklich ein Wunder. 
JERUSALEMPOST

Wieder zwei Raketen ueber Israel am Abend

Es werden weiter Raketen auf den Sueden Israels geschossen. Gestern abend wieder 2 Richtung Netivot. 
Dabei muss man sagen, dass niemand annimmt, dass die Chamas Interesse an einer Konfrontation hat. Aber dadurch dass sie die Herrschaft ueber den Gazastreifen haben, werden sie verantwortlich gemacht, logisch. Sie tun ja anscheinend auch nichts dafuer, dies zu verhindern. 
IDF bombardiert Ziele im Gazastreifen. (Abschussrampen, Waffenlager usw..)

Sonntag, 29. Juni 2014

Palaestinensische Haeftlinge bedanken sich beim Krankenhausteam Ichilov fuer die gute menschliche respektvolle Behandlung

Dass ich das erleben darf!
Sie schreiben den Brief auf hebraeisch und arabisch. Sie bedanken sich beim Team im Krankenhaus Ichilov und finden Worte, die wohl niemand - ausserhalb von Israel - erwarten wuerde, von den "boesen Israelis" die stets nur Palaestinenser quaelen, wo sie nur koennen. 
Hier aber steht es mal schwarz auf weiss, in arabisch UND hebraeisch, dass sie danken und stolz sind auf die  menschliche Behandlung, die sie als Hungerstreikende erfuhren, waehrend ihres Krankenhausaufenthaltes. 
Sie danken fuer die gute Behandlung und die Sorge, die sie erfuhren, waehrend ihres einmonatigen Aufenthaltes im Ichilov Krankenhaus. Sie haetten grosses Interesse und Sorge um ihren Zustand erlebt. Sie betonen die ausserordentliche Professionalitaet und Unabhaengigkeit des Teams und bescheinigen universelle Humanitaet im Umgang mit ihnen, die mit Ehre und Menschenwuerde unterstuetzt und gegenseitigen Respekt. Sie bescheinigen dem Team die Respektierung des Einzelnen und die Unterstuetzung freier Willensaeusserung.

Die Gefangenen, die waehrend ihres 63-taegigen Hungerstreiks (um bessere Haftbedingungen zu erreichen und um vor ein Gericht gestellt zu werden) erfuhren im Ichilov krankenhaus, dass man ihren Streikwunsch unterstuetzt und respektiert. Man bot ihnen Glukose und Fluessigkeit an, sowie Vitamine, die die Streikenden auch nicht ablehnten. So gut es ging begleitete man die Hungerstreikenden und sorgte sich gleichzeitig, dass nicht etwa jemand an den Folgen starb. Als man die Gefangenen, die teilweise ca. 20 kg abgenommen haben, fragt, was man machen soll, wenn sie das Bewusstsein verlieren, betonen sie ihren Wunsch, leben zu wollen. 

Also ich finde, dass dieser Artikel Herrn Augstein doch bestimmt SEHR interessieren wird, oder was meint ihr?

Steht Gaza-offensive bevor?

Ich moechte es noch nicht glauben, und vielleicht wird es ja nicht dazu kommen, aber - wie Lila schon schrieb, kam die Meldung auf YNET, dass eine Gaza-Offensive bevorstehen koennte. 
(Eineinhalb Jahre nach Amud Anan, nun schon wieder Krieg?) 
30 Raketen sind seit der Entfuehrung der drei Jungen auf Israel abgefeuert worden und ja - das ist besorgniserregend und kann nicht lange hingenommen werden. 
Gestern erst, nach dem Raketenangriff (5 Raketen am Abend) hat die IDF wieder Ziele in Gaza bombardiert.

Samstag, 28. Juni 2014

Unertraeagliches Wetter am Shabbat

Es war so dermassen schwuel (Sharav ) am Shabbat, dass ich keinen einzigen Schritt vor die Tuer gewagt habe. Was heisst gewagt, ich habe mich einfach nur schlapp und schwach gefuehlt und leider habe ich vergessen, vor Shabbat einen Ventilator oder die Klimaanlage mit der Shabbat-uhr zu verbinden. So blieb mir nur eines: zwei Fenster zu oeffnen und auf Durchzug zu hoffen. 
Naja... Durchzug bei 26 Grad in der Nacht ist nicht wirklich Durchzug. Ich konnte kaum schlafen und habe einfach nur geschwitzt. Dafuer dann am heutigen Shabbat den Schlaf nachgeholt. Gelesen, eingeschlafen, gelesen, eingeschlafen, gelesen, wenig gegessen, getrunken, geschlafen. So sah mein Shabbat aus. 
Und es soll nicht viel besser werden. 
Mein einziges Glueck: ich muss morgen und uebermogen noch nicht losrennen zu Hausbesuchen, es gibt noch viele Berichte einzutippen im Buero, so dass ich die Klimaanlage dort geniessen kann. 
Und endlich endlich endlich ist es auch soweit: mein Termin beim Physiotherapeuten, auf den ich nun seit 3 Monaten warte, ist endlich morgen frueh. 
Mal sehen, ob es mir etwas bringt.
Die Diagnose des CT war ja nicht so prickelnd, der Orthopaede sagt, ich habe eine Art Vorstufe von Bandscheibenvorfall an der HWS. Und schickt mich zur Wirbelsaeulensprechstunde. 
Dort - oh Wunder - soll ich auch bis November auf einen Termin warten. Ich habe erstmal keinen festgemacht, da ich mir noch ueberlege ob ich die Krankenkasse wechseln soll, aber wie ich hoerte, ist das Problem nicht ein Problem nicht nur ein Problem einer Krankenkasse sondern des ganzen Staates. Der, der kein Geld hat, private Aerzte zu bezahlen, muss eben warten.

Raketen auf Sderot - eine Fabrik geht in Flammen auf

Es ist schon an der Tagesordnung zurzeit, dass Raketen auf den Sueden Israels fallen und die Antwort dann von IDF in Form von Luftangriffen auf den Gazastreifen erfolgt. 

Freitag, 27. Juni 2014

Shabbat shalom!

Und selbstverstaendlich sind unsere Herzen auch wieder bei Euch, Naftali, Gil´ad und Eyal, wo immer ihr auch seid, in welchem Loch, in welchem Keller ihr euch befindet, moeget ihr im Herzen einen kleinen Funken Shabbat spueren, moege ER euch halten, tragen und ganz bald nach Hause bringen - unbeschadet! 
Shabbat shalom.....

"Wenn es ganz still ist, kann ich hoeren, wie Gil´ad nach mir ruft, ihm zu helfen..."(Vater von Gil´ad, einem der Entfuehrten.
(INTERVIEW MIT DEM VATER VON GIL´AD) 
video

Hat G-tt einen Dresscode?

Im Grunde kann man hier in Israel die Stroemung, der die Menschen angehoeren schnell erkennen. Aber leider ist es doch nicht so einfach, denn es gibt nichts, was es nicht gibt. 
Nicht jeder tief religioese Jude ist schwarz-weiss angezogen und hat Schlaefenlocken. Nicht jede charedische Frau hat bedeckte Farben in ihrer Bluse. 
Das Leben ist bunt, und genauso bunt ist die juedische Kleiderwelt. 

In Deutschland gibt es kaum orthodoxe Frauen, die Hosen anhaben. In Israel schon. Wohl nicht in charedischen Kreisen, da dort doch die soziale Kontrolle zu gross ist und man sofort "draussen" waere, aber in den "gemaessigteren" Kreisen sieht man Frauen, die zwar nicht am Shabbat, aber doch im Alltag weite Hosen anhaben mit einer Art Kaftan oder langem Oberteil darueber. 
Es gibt charedische Frauen, die zwar auch im Hochsommer Strumphhosen oder Struempfe tragen, aber doch sehr bunte auffaellige Farben in den Oberteilen. 
Es gibt orthodoxe Frauen, die in der Synagoge immer Kopfbedeckung tragen (Huete z.B), in der Woche aber ohne zu sehen sind. 
Immer mehr junge Frauen bedecken ihre Haare nur auf eine "symbolische" Weise, wenn sie heiraten. Sie tragen ein Band in den Haaren wobei jedoch das Meiste ihrer Haare offen sichtbar ist. Oder aber gar keine Kopfbedeckung, aber immer Roecke. 
Der Enkel meiner Freundin ist in der ersten Generation, die nicht mehr alles uebernimmt, was die Grosseltern als selbstverstaendlich und "normal" ansahen. Letzte Woche hat er geheiratet und die Braut trug zu den Sheva Brachot bei den Grosseltern Jeans (!!), ein kurzaermeliges Oberteil und - ein Tuch in den Haaren, was ihr Haar nur zum Teil bedeckte. 
Sie erklaerte das meiner Meinung nach sehr schoen: "Wir haben in der Familie immer die Mitzwot gehalten, den Shabbat gehalten, einen kosheren Haushalt gehabt. Na klar! Das ist auch fuer mich selbstverstaendlich. Aber meine Freundinnen haben alle nach der Hochzeit ihr Haar vollstaendig bedeckt, und sind im Laufe der Zeit, langsam langsam dazu uebergegangen, immer kleinere Tuecher zu tragen, bis sie schliesslich ihre Haar gar nicht mehr bedeckten. Das moechte ich vermeiden. Ich moechte mich langsam herantasten um nicht ueberfordert zu sein. Ich fange mit einem kleinen Tuch an, symbolisch gewissermassen, und werde dann sehen, wie es weitergeht. Ich mache das, womit ich zurzeit gut leben kann und was ich jeden Tag tragen kann. "
Meine Freundin hat eine Enkelin, die sehr "aus dem Rahmen faellt" in der Familie. Sie traegt ebenfalls normale Hosen und kurzaermelige Oberteile, keine Kopfbedeckung nach der Hochzeit, die ihre langen lockigen Haare bedecken und ist zu allem Ueberfluss auch noch - Veganerin! 
Selbstverstaendlich ist fuer sie, dass sie Shabbat haelt und einen kosheren Haushalt hat. 
Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich neben einer Frau vor einer Falafel-bude sass, sie hatte Jeans an und ein sehr offenherziges Oberteil. (Aha, chilloni.... koennte es durch den Schubladen-kopf gehen...). Aber als sie nach dem Essen ihr Birkon herausholte und andaechtig ihr Birkat Mazon betete, staunte ich nicht schlecht und musste sie aus der einen Schublade herausholen, um dann nicht genau zu wissen, in WELCHE andere Schublade ich sie denn einordnen sollte.... 
Ich wage nicht zu behaupten, dass sie weniger religioes ist, als die Frau mit dicken Struempfen und schwarz-weissem Dresscode, die an ihr vorbeiging. Kann es nicht auch sein, dass die Frau mit dem Dresscode einfach nur mechanisch etwas weiterfuehrt, weil die Oma der Oma das schon getan hat. Im Herzen aber muss sie G-tt nicht naeher sein als die Frau an der Falafel-bude. (natuerlich kann das sein, MUSS aber nicht). 
Denn wer prueft unsere Herzen und Nieren, wie es so schoen im Psalm heisst? Niemand anderer als ER dort oben und weder mein Nachbar, noch meine Kollegin koennen wissen, wie tief mein Glaube ist. 
Sicher gibt es Grenzen des "guten Geschmackes" aber im Grunde ist die bunte Vielfalt doch etwas, was das Judentum ausmacht. 
Aber wie sieht G-tt die Sache wohl? Hat er einen Dresscode und wenn - dann welchen?
Wenn ER in die Herzen sieht, und ein reines Herz entdeckt, wird das dann null und nichtig durch das zu schmale Band in den Haaren?
Wie auch immer, ich persoenlich wage nicht zu beurteilen, was im anderen Menschen vor sich geht. 
Was ich mir immer wieder neu wuensche, ist der gegenseitige Respekt, ohne Blicke der Verachtung oder Getuschel. 
Wenn ich zu "meinen" Charedim gehe, bei meinen Hausbesuchen, gehe ich auch im Sommer nie ohne Struempfe, ich habe es einmal gemacht, mich aber so dermassen unwohl gefuehlt, dass ich daraufhin beschlossen habe, es nicht wieder zu tun. 
Manchmal trage ich aber Ohrringe, die Charedische Frauen sicher nie tragen wuerden, weil sie einfach zu gross sind. Eine meiner Patientinnen sagte einmal zu mir: "Du hast wunderschoene Ohrringe. Sie stehen dir so gut. Leider koennte ich sowas nie tragen. Aber dir steht es. Es passt zu dir."
Sie sprach mit mir nicht aus Verachtung oder Ueberheblichkeit heraus. Sie weiss, dass ich konvertiert bin und achtet das sehr hoch, hoeher, als mir manchmal angenehm ist. 
Und doch kann sie ohne strafenden Blick etwas akzeptieren, was sie nicht tut. 
Wieder und wieder plaediere ich dafuer, zuerst bei sich selbst zu schauen, was man an sich und in sich verbessern kann, denn das habe ich unter anderem von meinem Rabbiner gelernt. Der ausgestreckte Zeigefinger schadet nur uns selbst, unserer Seele, er erzeugt ein Gefuehl der Ueberheblichkeit, ein "ich bin besser als du.." und das ist es, was uns innerlich auf Dauer zerstoert, und in keinem Falle zu etwas Gutem fuehren kann. 
Ich denke an Awraham, Jitzchak und Jakob und wuensche mir diese Zeit manchmal her, wo ein Jude ein Jude war, ohne Unterschiede. Es gab keine Charedim, keine Reform-juden, keine liberalen, keine konservatien. 
Wir sind Juden, die an einen G-tt glauben, an den einzigen. Und ueberlassen wir es IHM, die Herzen zu pruefen und den Dresscode zu bestimmen, ueberlassen wir es IHM, zu urteilen. 
Unsere Aufgabe ist es, im Einklang zu leben mit unseren Mitmenschen und die Vielfalt unserer Umgebung positiv zu sehen. 
Dennoch ist es natuerlich, dass man sich innerhalb einer bestimmten Gemeinde oder Gesellschaft mehr oder weniger einordnet oder anpasst. In Israel ist es nicht schwer, die Gesellschaft und den Rahmen zu finden, in den man "hineinpasst" und in dem man sich nicht verbiegen muss. 

Donnerstag, 26. Juni 2014

Zwei Chamas-terroristen sollen Naftali, Gil´ad und Eyal entfuehrt haben..

Zwei junge Chamas-Leute im Alter von 30 und 33 Jahren sollen die drei Jungen Naftali, Gil´ad und Eyal entfuehrt haben. Sie sollen in Hebron wohnen und sind seit dem Donnerstag der Entfuehrung vor zwei Wochen verschwunden. Der Shabak (Innengeheimdienst) weiss das scheinbar schon nach den ersten Tagen nach der Entfuehrung. Die zwei sind keine unbeschriebenen Blaetter, sie sollen bereits mehrfach in israelischen Gefaengnissen gesessen haben. 
Das wurde soeben veroeffentlicht. 
Wow, das sind Neuigkeiten. Jetzt muessen sie "nur noch" gefunden werden.
Oh G-tt, bitte lass die Jungen noch am Leben sein.
HIER koennt ihr euch die Gesellen anschauen. Sehen nicht gerade vertrauenserweckend aus. 


Update: Das Feuer ist unter Kontrolle

Gtt sei dank ist das Feuer nun unter Kontrolle. 
Und wir koennen uns morgen die Schaeden anschauen. Es tut mir leid um die schoenen Baeume. Aber wichtig, ist dass niemand zu schaden kam. Das wird nicht der letzte Brand in diesem Sommer gewesen sein.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Grossfeuer tobt in Jerusalem - Ein Kerem

Seitdem ich ein wenig enttaeuscht die Wohnung in Ein Kerem gecancelt habe, war ich nicht mehr dort. Heute, zwischen zwei Patienten, bin ich wieder hingefahren, um ein wenig Ruhe und Kraft zu tanken. Um 14h war ich wieder auf dem Weg zurueck und genau um 15h hoerte ich vom Grossfeuer im Wald um Ein Kerem, das sich schnell ausbreitete. Die Anwohner von Ein Kerem sind teilweise evakuiert worden, das Feuer breitete sich bei mittelstarkem Wind schnell aus in Richtung Kyriat Yovel, Herzlberg und Yad Vashem. 40 Feuerwehreinheiten sind damit beschaeftigt, das Feuer zu beherrschen und 6 Loeschflugzeuge. Einige Menschen sind mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht worden und die Anwohner von Kyriat Yovel wurden inzwischen auch evakuiert. 
Das Feuer ist nicht unter Kontrolle und breitet sich weiter in Richtung Yad Vashem aus. Inzwischen wurde das Museum geschlossen und die Mitarbeiter ebenfalls evakuiert. 
Haeuser in einigen Strassen von Kyriat Yovel brennen und irgendwie ist das ziemlich strange fuer mich. 1 Stunde vorher war alles ruhig und friedlich und jetzt sehe ich Bilder im TV, die unfassbar sind. 
Inzwischen ist auch Feuer in einem benachbarten Jeshuw ausgebrochen "Nataf" in den Bergen von Jerusalem. 
Ziemlich besorgniserregend, dass die Feuerwehr schaetzt, das Feuer wohl erst in der Nacht oder in den Morgenstunden unter Kontrolle zu bekommen. 
Feuer in Ein Kerem und den Waeldern von Jerusalem sind nichts Neues und eigentlich ist es jeden Sommer das Gleiche. Jugendliche grillen im Wald oder zuendeln... meist ist das die Ursache. 

Inzwischen bereitet sich sogar das Hadassah Hospital in Ein Kerem auf die Evakuierung vor.
In ein paar Tagen dann wird man sich traurig die Ergebnisse des Feuers anschauen koennen. Schade um den schoenen Wald, die wunderbaren Baeume. Aber wichtig ist in erster Linie, dass kein Menschenleben in Gefahr ist.
Wer moechte, kann die Lage in Jpost auf englisch verfolgen. 

Dienstag, 24. Juni 2014

Weitere Raketensalve auf den Sueden

Eine neue Meldung von einer Raketensalve im Sueden.
2 Rakten werden von Irondome abgefangen, eine geht im Jeshuw Shaar haNegev nieder. Keine Verletzten und kein Schaden, g-tt sei dank.

Oh je.... es kann nur schlimmer werden

Nachdem ich den Artikel von Raniah Salloum im Spiegel las, und die haesslichsten Kommentare dazu, denke ich es kann doch noch schlimmer werden, als es jetzt schon ist. 
Allein die Ueberschrift "die abgeriegelte Stadt" ist wirklich unverschaemt und nicht wahr. 
Es gibt Kontrollen, ja, und das ist auch verstaendlich bei der derzeitigen Situation wo alles nach 3 Jugendlichen sucht. Aber die Stadt Hebron ist nicht abgeriegelt. 
Ein ganzes Volk steht unter Generalverdacht, sagt Raniah Salloum. Auch das stimmt nicht. 
Dieser Artikel ist einfach eine einzige Hetze und wie man an den Kommentaren sieht - gute Arbeit, Frau Salloum. 
Wer Lust hat, kann sich das HIER antun.

Raketen im Sueden

Wieder Alarm in Ashkelon und 2 Raketen, die vom Gazastreifen "heruebergeschossen" werden, werden vom Abwehrsystem Kipat Barsel (Iron-dome) abgefangen. G-tt sei dank. 
(ist es da wirklich zuviel verlangt, wenn man ein wenig Solidaritaet wuenscht?) Zumindest mit den Menschen im Sueden, denn wir sind ja (im Moment) nicht direkt betroffen.

Drei Muetter vor dem UN -Menschenrechtsrat in Genf

Heute sind die drei Muetter von Naftali, Gil´ad und Eyal vor die Vereinten Nationen getreten. Eine der Muetter, Mutter von Naftali, hielt eine bewegende Rede, um die Anwesenden zur Hilfe aufzufordern. Eine Rede, in der sie fragt, ob nicht jedes Kind das Recht hat, sicher von der Schule nach Hause zu kommen? Sie fleht und bittet um Hilfe. 
Was sie ebenfalls sagt, ist dass viel mehr Menschen viel mehr tun koennten, ihrer Meinung nach. Aber sie dankt auch den Vereinten Nationen, dass sie die Tat verurteilt haben und dem internationalen Roten Kreuz fuer die Hilfe.
Ich denke auch, dass viel mehr getan werden koennte, um den Muettern zu helfen, ihre Kinder unbeschadet zurueck zu bekommen. 
Ich frage mich, wie diese Rede bei den Vereinten Nationen wohl aufgenommen wurde? Ist sie auf offene Ohren und Herzen gestossen? Oder wiegt der Fall nicht so schwer, weil es um "Siedlerkinder" geht und um Tramper, die ja selber schuld sind, wenn sie gekidnappt werden?
Gestern habe ich mit dem Enkel meiner Freundin gesprochen, der in derselben Schule in Kfar Etzion lernt wie 2 der Entfuehrten. Er erklaerte mir, dass es so gut wie keine oeffentlichen Verkehrsmittel gibt von Alon Shwut, wo er wohnt nach Kfat Etzion. Man kann zu Fuss gehen, es ist nicht weit, aber man muss auf einer stark befahrenen Strasse entlanggehen, wo es keinen Seitenstreifen gibt. 
Oder aber man trampt. 

Moerder von Baruch Mizrachi war einer der Freigelassenen im Gil´ad Shalit-Deal

Gilad Shalit, ein israelischer Soldat, wurde 2011 nach 5-jaehriger Gefangenschaft bei der Chamas freigelassen. Nicht einfach so, sondern in einem wahnwitzigen Deal. 
1027 Terroristen und Massenmoerder wurden im Gegenzug von Israel freigelassen. 
Ich habe schon mehrfach gefragt: Wie kann es sein, dass fuer EINEN Mann ueber tausend Moerder freigelassen werden? Mir ist das stets sehr schleierhaft gewesen. 
Darueber hinaus ist es natuerlich auch gefaehrlich. Es setzt ein Zeichen, dass Israel so gut wie ALLES tut, um Entfuehrungsopfer zurueckzubekommen. 
Und so hat es denn die Chamas auch kundgetan: Es lohnt sich, Soldaten zu entfuehren, es zahlt sich fuer uns aus, Israelis zu entfuehren. 
So hat die Chamas nicht erst ein paar Tage vor der Entfuehrung von Naftali, Gil´ad und Eyal dazu aufgerufen und aufgemuntert Israelis zu entfuehren. 
Die Welt scheint diese Aufrufe zur Gewalt nicht zu registrieren oder sich GANZ fest die Ohren zuzuhalten. Manches WILL man auch einfach nicht hoeren, nicht wahrnehmen. 

Einer der 1027 freigelassenen Verbrecher hat am Sederabend auf ein Auto mit Juden geschossen, (denn Juden toeten, wo hoerten wir es von der Chamas "bringt einen ins Paradies!") und den fuenffachen Familienvater Baruch Mizrachi, Offizier bei der israelischen Polizei auf seinem Weg zum Sederabend in Kyriat Arba erschossen. Frau und Kinder sassen mit im Auto und nur der Beherztheit der Ehefrau ist es zu verdanken, dass es nicht zu noch mehr Opfern kam. Sie steuerte das Auto, nachdem ihr Mann am Steuer erschossen wurde. 
Moerder freizulassen, Terroristen, die nie der Gewalt abgeschworen haben, ist keine gute Idee, aber wer will urteilen, wenn er nicht selbst in der Lage ist, einen Sohn aus der Gewalt seiner Entfuehrer auszuloesen. 
Welche Mutter wuerde nicht alles tun, um ihn zurueck zu bekommen?
Ich wuerde sicherlich genauso denken, wenn mein Kind seit 5 Jahren in der Gewalt von Terroristen waere. Auf der anderen Seite fordert es natuerlich dazu auf, wieder und immer wieder Entfuehrungen zu organisieren. Denn es lohnt sich ja. Maechtig sogar. 
Und danach wird froehlich weiter gemordet. Dieselben Moerder, dieselben Terroristen die eben noch in Haft sassen, vollenden ihr Werk, es ist ziemlich absurd.

Ich kann mich erinnern, dass beim Gil´ad Shalit-Deal viele Kommentatoren in der deutschen Presselandschaft aufgeschrien haben, dass das ja wohl nur recht und billig sei, Gefangene die doch laengst, ihre Strafe abgesessen haetten freizulassen. 
Ich weiss nicht ob diese Menschen wissen, wovon sie reden. 
Ich weiss aber auch keinen anderen Rat. Sollen wir fuer den Fall dass Chamas wieder die Freilassung von 500 oder 1000 oder 2000 Moerdern fordert im Gegenzug fuer die Freiheit von Naftali, Gil´ad und Eyal, hart bleiben, um ein fuer allemal deutlich zu machen, dass wir nicht erpressbar sind? Wer wird das wagen wollen und damit das Leben der drei Jungen aufs Spiel setzen?

Ulrich Sahm zur Entfuehrung der 3 Jungen. (Tag 12)

Folgender Artikel wurde von Ulrich Sahm heute im Internetauftritt von Audiatur online veroeffentlicht. Ich finde ihn lesenswert und habe ihn hier fuer euch kopiert. 

Gedanken zur Entführung

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem
Bring back our boysEin Verbrecher, auf frischer Tat von der Polizei ertappt und gefilmt, gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als „unschuldig“. Würde man dieses Prinzip auch bei „Feindstaaten“, der Mafia oder gar Terrororganisationen konsequent anwenden, gäbe es keine Prävention von Anschlägen oder militärischen Übungen zur Verhinderung von Überraschungsangriffen.
Für Israel gibt es viele gute Gründe, die Hamas wegen der Entführung der Talmudschüler Naphtali Fraenkel, Gil-Ad Shaer und Eyal Yifrach aus Kfar Etzion zu verdächtigen. Hamas-Politschef Khaled Maschal hatte wenige Tage vor jenem Donnerstag vor fast zwei Wochen zur Entführung von Israelis aufgerufen, um Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freizupressen. Damit bekundete er die Bereitschaft seiner Organisation zu einem Verbrechen mit politischem Motiv. Hinzu kommt, dass die Hamas diese „Kampfmethode“ schon mehrfach angewandt hat, zuletzt mit dem Soldaten Gilad Schalit. Der sass fünf Jahre lang in Geiselhaft im Gazastreifen und ist am Ende im Tausch für 1027 Massenmörder mit lebenslangen Haftstrafen und anderen verurteilten Verbrechern ausgetauscht worden. Der israelische Geheimdienst hat zudem im Laufe des vergangenen Jahres über 60 Entführungsversuche der Hamas vereitelt. Für Israel war die Entführung keine Überraschung und für Hamas-Anhänger in Hebron wie im Gazastreifen war es ein Anlass zu öffentlichen Feiern mit Süssigkeiten und Freudenschüssen.
Die Hamas kennt jüdische Mentalität und israelisches Selbstverständnis besser als die Europäer. So weiss die Hamas genau, wie sie die Israelis an ihrem wundesten Punkt treffen kann. Einen Juden/Israeli umzubringen ist weniger folgenreich als eine Entführung. Denn gegen vollendete Tatsachen kann man nichts unternehmen. Doch im Falle einer Entführung besteht Hoffnung, die Geisel lebend zu befreien. Zudem gibt es eine alte jüdische Tradition, fast jeden denkbaren Preis zu zahlen, um Gefangene auszulösen. Genauso kannte die Hamas aber auch das Risiko einer schmerzhaften israelischen Reaktion.
Hinzu kommt ein Phänomen, das Mitteleuropäern inzwischen völlig fremd ist: Die Namen von Tätern, Opfern und sogar in Afghanistan gefallener Soldaten werden anonymisiert. Mit einem T. oder R. aus S. kann man kein Mitgefühl empfinden. Anders in Israel. Da gibt es keinen „Schutz der Privatsphäre“. Wenige Stunden nach der Entführung waren Namen, Fotos und Details der Entführten veröffentlicht. Die Eltern traten stündlich vor die Fernsehkameras. Zehntausende folgten ihrem emotionalen Ruf zu einem gemeinsamen Gebet an der Klagemauer. Kein Wunder, dass „jeder“ Israeli Empathie entwickelt und die entführten „Jungs“ wie „seine eigenen Kinder“ sieht. Wütend reagierten nicht nur Politiker, als die arabische Abgeordnete Chanin Zoabi spitz behauptete, dass die Entführer keine „Terroristen“ seien. Das war ein „Überschreiten roter Linien“, weder durch „Meinungsfreiheit“ noch durch parlamentarische Immunität gedeckt. Auch im Krieg gebe es Verbrechen, die nicht geduldet sind, darunter die Entführung von Kindern oder Mord an Zivilisten.
Die drei Jugendlichen wurden im „C-Gebiet“ des Westjordanlandes entführt, wo die palästinensische Polizei keinen Zugang habe. Deshalb könne es die Hamas nicht gewesen sein. Diese absurde Behauptung kam von Hamas-Sprechern, vom deutschen Abgeordneten Gregor Gysi während seines Besuches in Israel und von Korrespondenten der TAZ und des Spiegel. Gemäss dieser Logik können wohl nur Amerikaner den Anschlag von 9/11 verübt haben, weil New York in den USA liegt, und nur Israelis können sich während der 2. Intifada als Selbstmordattentäter in Bussen und Restaurants in Tel Aviv, Haifa und Jerusalem gesprengt haben.
Im Spiegel hiess es, dass die Entführung dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu „zupass“ gekommen sei. Das klingt, als hätte er sie selber befohlen für einen „Vorwand“, um gegen die Hamas loszuschlagen. Spiegel-Autorin Julia Amalia Heyer scheint die Hamas-Charta verinnerlicht zu haben, in der es heisst, dass „die Juden“ den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie den Holocaust ausgelöst hätten, um danach die Hand aufzuhalten und sich auszahlen zu lassen.
Völlig absurd ist auch ihre Behauptung: „Nach innen kann er sich jetzt endlich wieder als der Hardliner präsentieren, als der er seit Jahren gewählt wird.“ Die Mehrheit der Israelis hat ihn aus vielen Gründen gewählt, gewiss aber nicht, weil der Spiegel ihn für einen „Hardliner“ hält.
Die üblichen Menschenrechtsorganisation, Amnesty International, Betselem, Breaking the Silence („Schweigen brechen“) und andere, haben in einem offenen Brief die israelische Regierung einer „Kollektivbestrafung“ der Palästinenser bezichtigt, anstatt die Hamas oder Mitwisser aufzufordern, die Geiselnahme durch Hinweise an die Israelis zu beenden. Denn der Terror, der jeden einzelnen Israeli in Angst versetzt, ist genauso eine Kollektivbestrafung.
Die Palästinenser sind keineswegs nur Opfer und willenloser Spielball in den Händen der israelischen Besatzer. Vielmehr haben sie einst (2006) mit grosser Mehrheit die Hamas in ihr Parlament gewählt. Die Hamas geniesst eine breite Unterstützung, besonders in der Gegend von Hebron. Sie hat zu der Entführung angestiftet, ohne Widerspruch aus den Reihen ihrer Anhänger. Niemand hat die Täter gezwungen, dieses Verbrechen zu begehen. Gleiches gilt für die „Versöhnung“ und die „Einheitsregierung“ von Fatah- und Hamas. Die Palästinenser haben Beschlüsse gefasst, wofür sie nun die Zeche zahlen, genauso wie allein die Israelis die Folgen der Politik ihrer gewählten Repräsentanten im Guten wie im Schlechten mittragen müssen.
© Ulrich W. Sahm für Audiatur-Online

Zur Solidaritaet "verhaftet"

Vor einiger Zeit meldete sich ein frueherer Kollege wieder bei mir per Mail. Er hat vor, eventuell demnaechst nach Israel zu kommen. 
Ich habe ihm berichtet, was uns zurzeit am meisten beschaeftigt und besorgt, ihm die Ereignisse erzaehlt, die er in der deutschen Presse so nicht zu lesen bekommt und ein wenig Hintergruende erklaert. 
Ploetzlich kam keine Antwort mehr. 
Ein paar Tage spaeter bekam ich eine Mail von ihm mit dem Inhalt: "Hey, wie ist die Lage?"

Ich war platt. Dieser laxe coole Satz passte absolut nicht zur derzeitigen Stimmung in mir und ueberhaupt in meiner Umgebung. 
Ich schrieb zurueck dass ich mir statt "hey, wie ist die Lage" doch ein wenig mehr Anteilnahme oder etwas Solidaritaet gewuenscht haette. Weiter fuegte ich hinzu dass ich es aber leider gewoehnt bin, dass viele Menschen aus Deutschland sich dafuer was hier vor sich geht absolut nicht interessieren, oder sich erst (negativ ueber Israel) aeussern, wenn es Reaktion von Israel gibt. Beispielsweise haben sich wenige Menschen (nur die wenigen besten Freunde) erkundigt, wie es uns hier geht, als Raketen in Richtung Jerusalem geschossen wurden, obwohl es die Hauptschlagzeile des Tages war im November 2012. Dass den Menschen einfaellt, dass ich hier wohne ist dann erst der Fall, wenn sie nach Israel kommen wollen. 

Seine Antwort war, dass er mich nicht mit dem Satz "Wie ist die Lage" keinesfalls beleidigen wollte, und dass ich ja wohl ziemlich unter Stress stehen wuerde. Was ich mit meinem "Deutschland-Geschreibsel" denn sagen wollte und ob ich ihn mit Deutschland meine. Ich wuerde mich sehr vorwurfsvoll anhoeren. 

Der Satz der mir am meisten aufstiess: Ich weiss nicht ob du damit gut fährst, jeden zur Solidarität verhaften zu wollen und/ oder den Nahostkonflikt so in alles hineinzutragen.

Ja, lieber X. anscheindend muss man viele Deutsche zur Solidaritaet mit Israel "verhaften", da sie sich freiwillig sicher nicht in dieser Hinsicht aeussern, wenn ich mir so die Kommentare in den deutschen Medien ansehe. (da schaudert es mich ganz gewaltig). 
Und - der sogenannte Nahostkonflikt ist bei mir vor der Tuer, ich brauche ihn nirgends hineinzutragen. Er ist hier um mich herum und leider kann ich kein "Smalltalk,- wie-ist-die-Lage" spielen, ohne das zu erwaehnen, was mich hier beschaeftigt, was uns beschaeftigt, was unser Leben, unser Alltag und unsere Sorgen sind. Leider kann ich mich nicht auf ein belangloses Geplaenkel einlassen, denn wenn man mich schon kontaktiert, muss man mich mit dem akzeptieren, was mich ausmacht. 
Und es waere einfach wohltuend, ein paar freundliche Worte der Solidaritaet mit unserer Lage hier zu hoeren, statt so sehr offensichtlich nur wissen zu wollen, wie "die Lage denn ist", um sich dann zu entscheiden, ob man herkommt oder nicht. 
Ich habe den Eindruck, manche Menschen wollen einfach nur einen Lagebericht, ohne mit den Gefuehlen, Gedanken und Sorgen der Menschen "belaestigt" zu werden, die mit der derzeitigen Lage verbunden sind. Ich bin weder ein Reporter, der Fakten liefert, noch ein gefuehlloser Roboter. Und auf Kommunikationen dieser Art habe ich immer weniger Lust. 

Ich muss an einen anderen Mail-wechsel denken mit einer frueheren Freundin, der darin gipfelte, dass sie mir offen gestand, politisch auf der Seite der Palaestinenser zu stehen, aber eigentlich auch irgendwie keine Meinung bei politischen Dingen haben wollte. Dass sie aber lieber nicht mit mir darueber reden wolle, weil sie annahm, dass das in einem Streit enden wuerde. Dafuer, so schrieb sie damals, sei ihr "unsere Freundschaft zu wichtig". 
Ich wusste wirklich nicht, was ich mit dieser Aussage anfangen sollte. Entweder hat man von Politik keine Ahnung und wirklich KEINE Meinung, oder man steht auf einer Seite, auf welcher auch immer. 
Wenn ich aber - wie damals - in einer Situation lebe, wo von der anderen Seite Raketen in Richtung Jerusalem geschossen werden und ich in den Schutzraum muss, wuerde ich schon gerne wissen, dass sich meine Freunde mit meiner Situation solidarisch fuehlen. 
Vielleicht ist das etwas "eng" gedacht, aber ich kann einfach die Realitaet hier nicht aus wirklichen echten Gespraechen heraushalten. 
Und um nur an der Oberflaeche zu bleiben, smalltalk zu halten, habe ich fluechtige Bekannte, von Freunden erwarte oder wuensche ich mir doch ein wenig mehr innere Verbundenheit. 

Montag, 23. Juni 2014

Syrien heute nacht

In dieser Nacht wurden 9 Ziele der syrischen Armee von der IDF angegriffen, als Reaktion auf den gestrigen Anschlag. Assads Armee wird fuer den Anschlag verantwortlich gemacht. 
Dabei ist nicht klar, ob die Ereigisse des gestrigen Tages in Zusammenhang stehen. 

Wer nicht hebraeisch lesen kann, ist immer noch gut bedient, Yediot Acharonot zu lesen, der Internetauftritt Ynet hat auch eine englische Seite (oder Jerusalempost ), dabei ist man besser und genauer informiert als durch die deutsche Presse.

Sonntag, 22. Juni 2014

3 Fronten - auch an der syrischen Grenze wird es heiss (10. Tag nach der Entfuehrung)

Ob ich alles zusammen bekomme, was in den letzten 24 Stunden passiert ist, weiss ich nicht. 
Jedenfalls sind 2 Palaestinenser ums Leben gekommen, bei Kaempfen in Ramallah und in Nablus. Soldaten durchkaemmen jedes Wasserloch, jede Grube und jeden Tunnel in und um Hebron herum. (Bei dieser Gelegenheit wurden uebrigens Dutzende von Tunneln entdeckt in Jehuda und Shomron. In der Regel sind diese fuer Waffenschmuggel gedacht, Naeheres haben wir aber nicht erfahren bisher) Palaestinenser werfen Steinbloecke in Richtung palaestinensische Polizei (in grosser Wut, dass die palaestinensiche Autonomiebehoerde "mit Israel zusammenarbeitet" bei der Suche nach den Entfuehrten. 
Im Sueden fallen Raketen und in Sderot ist ein Terrorist mit einer Handgranate gefasst worden, G-tt sei dank, bevor sie explodierte. 
Im Norden an der syrischen Grenze ist ein Anschlag erfolgt, bei dem ein Mensch ums Leben kam und nach meiner Erinnerung 2 weitere verletzt wurden. Ein Arbeiter, der an der syrischen Grenze eingesetzt war, hatte seinen Sohn am 1. Ferientag mit zur Arbeit genommen. Nun ist Muchmad Karakara tot und sein Vater schwer verletzt. Ein weiterer Verletzter sagt aus: "Das Auto ist regelrecht geflogen von der Explosion."
Da dies kein "Versehen" war, (ein Herueberschwappen der syrischen Kaempfe), sondern ein gezielter Anschlag, hat IDF reagiert und zurueck geschossen. 

Wo soll das hinfuehren?
Ehrlich gesagt, wuerde es mich ueberhaupt nicht wundern, wenn auch in Jerusalem oder Tel Aviv demnaechst wieder die Sirenen heulen und wir uns im Schutzraum widerfinden, wie 2012 im November.(G-tt bewahre)

Jitzchak Herzog von der Arbeiterpartei AWODA, sagte gerade etwas, was ich gut nachvollziehen kann. Er sprach sich dafuer aus, dass Netanyahu im Moment nicht so sehr gegen Abu Mazen redet, sondern die Gelegenheit nutzen soll. Die Gelegenheit, die sich bietet, da Abu Mazen so ziemlich unter Stress steht, denn er sagte selbst, dass die Chamas die palaestinensische Autonomiebehoerde zerstoeren, mit dem was sie tun. Er hat Hilfe zugesagt (selbst wenn er das nur halbherzig meinen sollte, immerhin hat er mutig Stellung bezogen - GEGEN die Chamas und das ist ziemlich gefaehrlich fuer ihn. 
Strategisch koennte man diese Chance nutzen. Das Buendnis mit Chamas wackelt, und Abu Mazen hat sich nicht gerade beliebt gemacht mit seinen Aussagen. 
Auch die Menschen in den Palaestinensergebieten werden keine Lust auf israelische Soldaten im Haus haben, zu Ramadan, das kurz bevorsteht. 
Ich habe nicht so die Ahnung von Politik und Strategie, Diplomatie, aber so ganz kann ich nicht nachvollziehen, welche Linie Netanyahu jetzt faehrt. Jedenfalls kann Abu Mazen jetzt sagen: Netanyahu will keinen Frieden, und die ganze Welt wird es glauben. 



Freitag, 20. Juni 2014


Shabbat Shalom!


Shabbat shalom - Parashat Korach


Parashat Korach. Jedes Jahr bringe ich wohl dasselbe Beispiel hier zur Parasha.
Korach und seine 250 Anhaenger rebellieren gegen Moshes und Aharons Fuehrungsposition. Korach will selbst Kohen Gadol (Hohepriester) sein und die anderen haben ihre eigenen Beweggruende warum sie Korach und nicht Moshe und Aharon als Anfuehrer sehen wollen. 
In jedem Falle wird Korach bestraft von G-tt und nicht nur er, sondern seine Anhaenger gleich mit ihm, werden von der Erde verschlungen, die sich auftut. 
Ich muss dabei immer an eine Parallele zu unserer Realitaet denken. Manchmal ist man ploetzlich von Menschen umgeben, die einem nicht gut tun. Aber nicht immer entfernt man sich weit genug von ihnen und von ihrer Ausstrahlung. Man grenzt sich nicht klar ab. Das kann einem zum Verhaengnis werden, egal ob man mit in eine negative Sache hineingezogen wird, oder ob man einfach nur das Gefuehl hat, es geht einem in der Gegenwart dieser Menschen nicht gut, sie haben einen negativen Einfluss. "Die Luft ist vergiftet" in ihrer Naehe. Kennt ihr das? 
Ich habe es schon einige Male erlebt, dass man sich bei manchen Menschen klar abgrenzen muss, um nicht mit "verschlungen" zu werden ins Negative. 
Strebe dem Guten nach, dem Frieden, und lasse dich nicht von anderen Menschen in negative Standpunkte hineinziehen, in Lashon haRa (ueble Nachrede) oder ihre Art, nur das Boese in der Welt wahrzunehmen. 

Ich wuensche allen einen friedlichen positiven Shabbat, den Muettern und Vaetern der 3 Entfuehrten, Gil´ad, Naftali und Eyal moechte ich Kraft schicken und Zuversicht, aber ich glaube, sie haben davon mehr als ich selbst. Wir sind mit euch und mit euren Soehnen, die irgendwo da draussen gefangen sind. Ich hoffe sie sind zusammen und wurden nicht getrennt, so koennen sie sich gegenseitig stuetzen und troesten. Ich hoffe, sie leben noch und G-tt haelt seine schuetzende Hand ueber sie. Ich hoffe und bete, dass sie nicht zusammenbrechen unter der Bedrohung und dass sie Kontakt zum Himmel haben. 
הנה לא ינום ולא יישן שומר ישראל
(der Hueter Israel schlummert und schlaeft nicht..... psalm 121)
Shabbat shalom!

In verschiedenen Welten - דברים שרואים מכאן לא רואים משם

Wenn ich mit Deutschland telefoniere, so ist es zurzeit in den meisten Faellen so, als leben wir in VOELLIG verschiedenen Welten. Das, was gerade hier ablaeuft (Entfuehrung, Sorge, Raketen im Sueden) dringt offenbar nicht nach Deutschland vor. Selbst die israelischen Reaktionen (oh Wunder) bleiben ohne Berichterstattung.
Es ist schwer, den Menschen am anderen Ende des Telefones klar zu machen, was uns hier gerade brennend beschaeftigt, was uns sorgt, was uns aber auch wieder mal sehr zusammenhaelt. Die Weltmeisterschaft ist in Deutschland Thema Nr. 1.
Bei uns leider nicht.
Abu Mazen, Hebron, Verhaftungen, hohe Sicherheitsstufe, Chamas´Drohungen, all das findet seinen Weg nicht nach Deutschland. Vielleicht deshalb, damit man auch weiterhin behaupten kann, dass das Buendnis zwischen Abu Mazen und Chamas bedeutet, dass man einen echten Verhandlungspartner hat im "Friedens-" prozess? Der uns gestern versprochen hat, die "Tore der Hoelle" fuer uns zu oeffnen?
Es ist so voellig absurd.
Wie krass ist der Unterschied, mit welchen Augen man die Dinge betrachtet, ob als Zuschauer von aussen oder mitten drin.
Es gibt hier ein Sprichwort

דברים שרואים מכאן, לא רואים משם

Dinge, die man von hier sieht, sieht man nicht von dort....
Das ist das, was mir dazu einfaellt...
Und das ist wohl eben halt so..... normal

Alarm in Ashkelon - Rakete landet nicht auf israelischem Boden

Alarm im Bezirk Ashkelon. Es stellt sich heraus, dass die Rakete, die vom Gazastreifen abgefeuert wurde, NICHT auf israelischem Boden landet. G-tt sei dank!

"Antwort auf die Rakete", Ziele im Gazastreifen von IDF beschossen

Als Antwort auf den Raketenangriff gestern abend greift Zahal (IDF) 5 Ziele im Gazastreifen an. 
Nun wird wohl endlich auch darueber in den deutschen Medien berichtet, denn die israelische Antwort ist ja immer nennenswert (und wird scharf verurteilt)
Wer jetzt kommt mit "Gewalt und Gegengewalt" sollte wissen, dass Israel sich vor dem letzten Krieg diese staendigen "mal eine Rakete hier, eine da, fuenf dort, wieder 3 hier" lange gefallen lassen OHNE zu reagieren, erst als dann endlich das Fass ueberlief, wurde reagiert. 
Daher - alles schon ausprobiert und nichts genuetzt. 
Seitdem galt die Ansage an die Chamas: JEDE Rakete wird beanwortet. 
Schiesst ihr nicht, schiessen wir auch nicht. Schiesst ihr, wird es eine prompte Antwort geben. 


Und von den Entfuehrten keine Spur. 
Man spricht schon von einem wahrscheinlich langen Prozess, der eventuell Wochen oder sogar Monate, vielleicht Jahre dauern koennte. 
Ich mag mir das gar nicht vorstellen, dass uns eventuell ein neues "Gil´ad-Shalit" bevorsteht. Bitte nicht!
Bring back the boys. Und zwar schnell!

Donnerstag, 19. Juni 2014

Rakete ueber Ashkelon abgefangen

Soeben wird berichtet, dass unser Raketenabwehrsystem Kipat Barsel (Iron-dome) eine Rakete ueber Ashkelon abgefangen hat. 
Sie wurde aus dem Gazastreifen abgefeuert.
Die Chamas haben uns kurz vorher versprochen, die "Tore der Hoelle fuer uns zu oeffnen". 

Schwierige Gefuehle... kein Lebenszeichen von den Jungen

Gerade lese ich in Lilas Blog genau das, was mir seit Tagen durch den Kopf geht und mich traurig macht. Wie kann man sich vorstellen, was die Eltern der entfuehrten Jungen fuehlen und durchmachen? 
Es geht einfach ueber unser Vorstellungsvermoegen. 
Ich habe zwei Toechter, im Alter von 28 und 34 Jahren. Ich schaffe es einfach nicht, mir vorzustellen, dass eine von ihnen entfuehrt worden waere... ich will das auch gar nicht durchdenken. 
Ja, es reisst einem das Herz aus dem Leib, obwohl es doch nicht die eigenen Kinder sind. Und doch - wie heute Shimon Peres sagte, irgendwie sind es doch nicht nur die Kinder ihrer Eltern, sondern auch die Kinder von uns allen. 
Ich wage mir nicht vorzustellen, ob sie wirklich noch am Leben sind... 
und da kommt die Mutter von Naftali, einem der Entfuehrten, naehert sich betenden Kindern an der Kotel und deutet das an, wovor wir alle grosse Angst haben. 
"Ich glaube ganz fest, dass sie zurueckkommen, ganz fest. Aber bitte, was auch immer passiert, bitte brecht nicht zusammen. Ihr muesst zusammenhalten. Bitte! Ich glaube ganz fest, sie kommen zurueck."
Das "was auch immer passiert" ist unheimlich, beaengstigend, unwirklich. Es darf nicht sein, dass ihnen etwas passiert, es darf einfach nicht sein. 
Diese jungen Menschen haben ihr Leben noch nicht gelebt, haben noch nicht ihre Wuensche und Plaene fuer die Zukunft verwirklichen duerfen, es darf nicht sein. Sie werden zurueck kommen, sie sind am Leben und es darf ihnen kein Haar gekruemmt werden. 
Ich umarme die Eltern, die Verwandten und moechte ihnen Trost schicken. Und ich verbeuge mich in Hochachtung vor ihrer Staerke, ich weiss nicht, ob ich das so aushalten koennte. Ich umarme Naftali, Eyal und Gil´ad und bete fuer sie. 
Eine Woche ist es in dieser Nacht her, dass sie entfuehrt wurden. 
Bring back our Boys, oh G´d.

Keine Spur von den Entfuehrten - und Raketen jeden Abend

Nein, es gibt noch keine Spur von den entfuehrten Jungen. Wir beten weiter. 
Man stelle sich in Deutschland einmal vor, es wuerden jeden Abend 2-4 Raketen von Holland aus auf deutschen Boden abgeschossen. 
Kein Problem? Ist ja keiner verletzt worden? Oder nur Sachschaden? Wuerdet ihr wirklich so denken? Oder wuerde euch nicht etwa doch das Herz bis zum Hals klopfen, was noch passieren wird? Was wuerde Deutschland sich gefallen lassen, bis es eine Antwort gaebe?
Nun, so ist es wieder in den letzten Tagen, Raketen, die in Deutschland nicht erwaehnt werden fallen auf israelischen Boden. Gestern wieder 4 in den Negev. 
Als Antwort darauf wurden Ziele im Gazastreifen angegriffen (nicht wahllos, wie immer suggeriert wird von der deutschen Presse, sondern gezielt dort, von wo die Raketen abgeschossen wurden. 

Auch eine traurige Tatsache, dass die Verhaftungen in und um Hebron herum in deutscher Presse als "wahllos" bezeichnet werden. Glaubt denn wirklich einer, man geht von Haus zu Haus und schnappt sich dort wahllos irgendwelche unschuldige Menschen, um sie zu inhaftieren?
Interessant an der Sache, dass es viele Menschen sind, die im sogeannten "Iskat Shalit" im Shalit-Deal fuer die Freilassung von Gilad Shalit freigelassen wurden. Menschen, Terroristen, die nie dem Terror abgeschworen haben und die klar gesagt haben, dass sie wieder so eine Tat begehen wuerden. 
Die sitzen nun wieder in Haft (nicht alle natuerlich). 
Hebron ist nicht hermetisch abgeriegelt, wird gerade im Radio bekannt gegeben, man kann hinein und auch hinaus, nach einer Kontrolle am Checkpoint. 

Inzwischen hatte Abu Mazen sogar einen Wutausbruch und bezichtigte die Chamas, die palaestinensiche Autonomiebehoerde zerstoeren zu wollen, das palaestinensiche Volk zu zerstoeren.
Kritische Stimmen - auch aus palaestinensichen Kreisen - fragen sich hingegen, wem sie glauben sollen, dem Abu Mazen, der der Chamas mit seiner Unterschrift die Legitimation gab, solche Taten zu begehen, oder dem Abu Mazen, der sich heute aufregt, und begreift, was er da gemacht hat? War ihm das nicht vorher klar?


Dienstag, 17. Juni 2014

Kaum Neuigkeiten auf der Suche nach den Kindern... und traurige Realitaeten

Leider gibt es keine Neuigkeiten - jedenfalls nicht welche, die uns mitgeteilt werden - bei der Suche nach den entfuehrten Jugendlichen Naftali, Eyal und Gil´ad, ausser traurigen Ereignissen, die wir aber schon gewohnt sind. Wir sind gewohnt, dass Europa sich nicht grossartig darum schert, wenn Israel angegriffen wird, ob mit Raketen, wie in den letzten Tagen, wovon ich kein Wort bisher in deutschen Medien gelesen habe, oder ob israelische "Siedler-kinder" entfuehrt werden, die ja 1. selbst schuld sind, da sie in Siedlungen wohnen, und 2. nochmal selbst schuld sind, weil sie getrampt sind. 
Wir sind es gewohnt, dass arabisch-israelische Politiker wie Chanin Soabi (durch ihre Beteiligung an der Marmara-Aktion zu noch mehr Beruehmtheit auch ausserhalb Israels gelangt) natuerlich die Chamas NICHT als Terrororganisation bezeichnen, noch diese Entfuehrung als Terror ansehen, sondern Israel beschuldigen. 

Und wir sind es gewohnt, dass in Europa auf diesen Zug schnell und ohne zoegern aufgesprungen wird, denn diese schreckliche Tat ist ja das "Ergebnis von Frust und Hilflosigkeit", so bezeichnen viele Kommentare in den deutschen Tageszeitungen die Entfuehrung von 3 Kindern. 
Auch dass man ueber Kinder spricht passt ihnen nicht, denn Kinder sind ja 3-6 Jaehrige, keine 16-jaehrigen. Als ob das einen Unterschied ausmacht, Eltern sind Eltern und 16-jaehrige sind noch keine Erwachsenen. Aber selbst wenn es Erwachsene waeren  - Entfuehrung ist Entfuehrung. 
Wir sind es ebenfalls gewoehnt, dass die Palaestinenser im Gazastreifen und selbst in Ramallah feiern, wenn solch eine Tat bekannt wird, Bonbons und Plaetzchen verteilen und auf den Strassen tanzen. 
Man stelle sich einmal vor, bei einem Angriff auf Gaza von seiten Israels wuerden Israelis vor Freude auf den Strassen tanzen. Ich mag mir die hasserfuellten Kommentare gar nicht vorstellen. Und mit Recht!
Denn wer tanzt, wenn einem Menschen Boeses angetan wird, der kann kein normaler Mensch sein mit einem Herzen in der Brust. 
Keine Mutter kann es gutheissen, wenn Kinder - egal welche Hautfarbe oder Religion sie haben - entfuehrt werden und ihre Muetter weinen vor Angst. 

Auf der anderen Seite verfolgen wir mit Staunen und Bewunderung die kurzen Statements der Muetter der Entfuehrten vor laufender Kamera. Wir staunen ueber die Fassung ueberhaupt etwas zu aeussern, ueber einen tiefen Glauben mit starker Hoffnung gepaart, die die Kraft hat, den Soldaten und der ganzen israelischen Bevoelkerung zu danken fuer ihre Unterstuetzung und ihre Gebete. Jeder Politiker, der bislang die Familien besucht hat, um sie zu staerken, hat betont, dass es genau umgekehrt war, dass sie selbst auf irgendeine Art gestaerkt aus diesem Gespraech herausgingen. 
Wir beten weiter fuer Naftali, Gil´ad und Eyal und hoffen, sie sind am Leben und kehren schnell wieder zu uns und ihren Eltern zurueck. Wir umarmen sie innerlich und hoffen, sie muessen nicht zu grosser Angst haben. "Seid stark!" so ruft eine der Muetter den Kindern zu...."seid stark!"

Montag, 16. Juni 2014

Keine Spur von den Entfuehrten

Leider gibt es immer noch keine Spur von den entfuehrten Jungen. Es ist furchtbar, sich vorzustellen, dass - falls man beim Polizeinotruf schneller reagiert und den Hilferuf eines der Jungen ernstgenommen und an den Innengeheimdienst und die Army weitergegeben haette, die Sache schneller haette enden koennen. Man haette sofort alle Strassen sperren koennen und Kontrollen einrichten koennen. Wie schrecklich, dass 5 kostbare Stunden verpasst wurden. 
Wenn man die Muetter im Fernsehen sieht, moechte man sie umarmen und troesten. Sie strahlen soviel - fast uebermenschliche - Staerke aus und haben Hoffnung. 
Ich moechte mir nicht vorstellen, dass das alles wie bei der Entfuehrung von Gilad Shalit Jahre dauern kann. Wir hoffen, die Jungen kehren schnell - moeglichst morgen schon - zu ihren Familien zurueck. 
Die Familien bitten uns, weiter zu beten.

Sonntag, 15. Juni 2014

Gute Nacht

Ich kann mich schlecht vom TV loesen, in diesen Zeiten will man einfach immer informiert bleiben. Aber ich muss morgen frueh aufstehen und kann jetzt nicht die Nacht zum Tage machen. 
Ich hoffe wirklich, es ist ruhig heute Nacht. Die armen Bewohner in Ashkelon. Wieder mal muss der Sueden alles ausbaden und wird durch Zewa-Adom in Angst und Schrecken versetzt. 

Die gerade ankommende Meldung: 2 Chamas-Leute wurden festgenommen. Hoffen wir, dass sie auf der Suche nach den Kindern eventuell zu dem Ort fuehren, an dem die 3 festgehalten werden.

Hoffentlich eine ruhige Nacht....

Wir hoffen auf eine ruhige Nacht. Moege es keine weitere Zuspitzung der Lage geben und moegen "unsere" Kinder unversehrt und schnell zurueck kehren zu ihren Eltern. 
Ich mag mir gar nicht vorstellen, welche Todesangst die drei Jugendlichen haben muessen. Wo sie wohl sind? Was sie gerade durchmachen? Ob sie frieren, oder Hunger haben? Ob sie weinen ? Sind sie wohl zusammen oder hat man sie getrennt?
Mit welchen Typen haben sie es zu tun?
All das werden sich die Muetter der drei auch fragen und ich moechte nicht in ihrer Haut stecken. 
Wir werden weiter fuer einen positiven Ausgang der Ereignisse beten.

Spitzt sich zu?

Auf der Tunnelstrasse in den Gush wurden Schuesse gehoert. Und in Ashkelon gibt es Zewa Adom (Raketen-alarm), eine Salve von 4 Raketen wurden aus dem Gazastreifen abgefeuert. 2 davon gingen auf freiem Feld nieder (gtt sei dankk) und zwei wurden vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen.
Bei der akribischen Suche nach den Jugendichen soll in Hebron inzwischen ein Haus durch die IDF beschossen worden sein.
Wohin das noch fuehrt?

Zuspruch aus Ramallah

Dies sollte auch erwaehnt werden:
Der Onkel von Naftali berichtet in Arutz2 gerade von Telefongespraechen mit seinen arabischen Arbeitskollegen aus Ramallah, die ihm zugesprochen haben, ihn umarmen und ihm ihr Mitgefuehl aussprechen. 

Bitte betet weiter fuer Gil´ad Michael Ben Bat Galim, Jaacov Naftali Ben Rachel Dvora und Eyal Ben Iris Tshura

תהילים פרק קל

א  שִׁיר הַמַּעֲלוֹת:
מִמַּעֲמַקִּים קְרָאתִיךָ    יְהוָה.
ב  אֲדֹנָי,    שִׁמְעָה בְקוֹלִי:
תִּהְיֶינָה אָזְנֶיךָ, קַשֻּׁבוֹת--    לְקוֹל, תַּחֲנוּנָי.
ג  אִם-עֲו‍ֹנוֹת תִּשְׁמָר-יָהּ--    אֲדֹנָי, מִי יַעֲמֹד.
ד  כִּי-עִמְּךָ הַסְּלִיחָה--    לְמַעַן, תִּוָּרֵא.
ה  קִוִּיתִי יְהוָה, קִוְּתָה נַפְשִׁי;    וְלִדְבָרוֹ הוֹחָלְתִּי.
ו  נַפְשִׁי לַאדֹנָי--    מִשֹּׁמְרִים לַבֹּקֶר, שֹׁמְרִים לַבֹּקֶר.
ז  יַחֵל יִשְׂרָאֵל, אֶל-יְהוָה:    כִּי-עִם-יְהוָה הַחֶסֶד; וְהַרְבֵּה עִמּוֹ פְדוּת.
ח  וְהוּא, יִפְדֶּה אֶת-יִשְׂרָאֵל--    מִכֹּל, עֲו‍ֹנֹתָיו.
Out of cthe depths I cry to you, O Lord!
O Lord, hear my voice!
dLet your ears be attentive
to ethe voice of my pleas for mercy!
If you, O Lord, should fmark iniquities,
O Lord, who could gstand?
But with you there is hforgiveness,
ithat you may be feared.
I jwait for the Lord, kmy soul waits,
and lin his word I hope;
my soul mwaits for the Lord
more than nwatchmen for othe morning,
more than watchmen for the morning.
O Israel, phope in the Lord!
For qwith the Lord there is steadfast love,
and with him is plentiful redemption.
And he will rredeem Israel
from all his iniquities.

Die Kinder nach Hause bringen!

Vom Verteidigungsministerium kommt gerade das Statement, dass die Schuldzuweisungen wie "Warum lassen Eltern ihre Kinder in Yehuda veShomron trampen?" oder "hat die Polizei wertvolle Stunden versaeumt?" zurzeit ABSOLUT null und nichtig sind, denn zurzeit zaehlt nur eines
Die Kinder zu finden und nach Hause zu bringen. Punkt. 
Nichts anderes zaehlt im Augenblick
Also konzentrieren wir uns weiterhin auf unsere Gebete. 
An der Kotel und an vielen Orten im Land finden gemeinsame Gebete statt. 

Ein schweres Versaeumnis von seiten der Polizei?

Wie inzwischen bekannt wird, hat es beim Polizeiruf 100 bereits am Donnerstag abend um ca. 22:20 einen kurzen Hilferuf einer der entfuehrten Jungen gegeben. Er hat offenbar geschafft, mit seinem Handy anzurufen und ganz kurz um Hilfe zu rufen: "Wir sind gekidnappt" oder "ich werde gekidnappt", soll er gesagt haben. Mehr nicht. 
Jeder Anruf an den Polizeiruf wird aufgezeichnet. Der Diensthabende / die Diensthabende bei diesem Polizeiruf soll sich jedoch dazu entschieden haben, den Ruf NICHT an Shabak (Innen-geheimdienst) oder die Army weiterzuleiten. 
Erst, als der Vater einer der entfuehrten Jugendlichen dann mitten in der Nacht um 3h, also 5 wertvolle Stunden spaeter die Vermisstenmeldung macht, wird zwischen den beiden Vorkommnissen eine Verbindung gezogen. 
Ein fataler Fehler und wertvolle Zeit sind nun vergangen. 5 Stunden Suche! 
Stimmen werden laut, dass die Weitergabe solcher Hilferufe nicht mehr allein der Abwaegung der Diensthabenden unterliegen soll, sondern verpflichtend weiter gegeben wird. 
Eine Meldung wie : Ich bin gekidnappt worden" wird einfach ignoriert bei der Polizei? Ich kann das einfach nicht glauben! 
Falls das so ist ist es schon ein Skandal. 
Wobei wieder damit argumentiert wird, dass solche Anrufe haeufig vorkommen und wuerde man jedem Anruf dieser Art nachgehen, waere die Army und der Geheimdienst mit nichts anderem mehr beschaeftigt. 
Naja...

Bring back our boys

https://www.facebook.com/BringBackOurBoysNow

Samstag, 14. Juni 2014

Betet fuer....

Die Namen der mit grosser Sicherheit entfuehrten 3 Jeshiwa-Studenten, sind seit heute veroeffentlicht. In unserer Beit Knesset wurde fuer sie gebetet und auch jeder Einzelne von uns ist aufgerufen, dies zu tun. 
Es gibt ein gemeinsames Gebet, zu dem alle aufgerufen sind, heute abend um Mitternacht.
Es gibt bisher keine Spur von ihnen und es wird alles getan, um ein Verschleppen in den Gaza-streifen zu verhindern. 
Netanyahu hat nach Shabbat aus der Kirya in Tel Aviv seine Pressekonferenz abgehalten und noch einmal betont, dass die internationale Staatengemeinschaft nun sehen wird, dass ein Zusammenschluss von Fatach aus dem Westjordanland mit der Chamas, die regelmaessig zur Vernichtung Israels aufruft (und zu Entfuehrungen, um inhaftierte Terroristen freizupressen!) nicht etwa den Friedensprozess voranbringt, sondern dazu fuehrt, dass Chamas auch frei im Westjordanland agieren kann. 

Bitte betet fuer eine schnelle Rueckkehr von:
Gil´ad Michael Ben Bat Galim (16 Jahre alt)
Jaakov Naftali Ben Rachel Dvorah 16 Jahre alt)
Eyal Ben Iris Tshura (19 Jahre alt)
Empfohlen werden Tehillim (Psalme) wie 130 oder 121.

Einer der Entfuehrten ist ein Freund des Enkels meiner Freundin.

ושבו בנים לגבולם   (ירמיהו פרק לא פסוק 16

Nur zur Information: Im Gazastreifen werden inzwischen Bonbons und Suessigkeiten verteilt, waehrend die Eltern um das Leben der entfuehrten Jungen bangen.

Freitag, 13. Juni 2014

3 Jugendliche in der Region Gush Etzion verschwunden - bitte betet Tehilim 130 und 121

Rav Rashi David Lau bittet die Bevoelkerung, Tehillim zu beten. 3 Jugendliche im Bereich Gush Etzion sind verschwunden. Es wird stark davon ausgegangen, dass sie - was G-tt verhueten moege - entfuehrt wurden. 
Anscheindend haben sie einen Tramp genommen. Sie gehoeren einer Jeshiwa an, welche, darueber wird genauso wenig berichtet wie ueber die Namen der Jugendlichen. 
In der Zwischenzeit durchkaemmen unsere Soldaten die Gegend und wir wollen beten und hoffen, dass sie unversehrt wieder auftauchen. 
Die Palaestinensische Behoerde wurde um Hilfe bei der Suche gebeten. 

Shabbat shalom!

War das ein schoener voller Tag! Ich war mal wieder in Tel Aviv, hatte aber heute morgen das Glueck, den 7:50 Bus bereits zu kriegen. So war ich schon vor 9 in Tel Aviv. Ich liebe die Morgenstunden dort, das Licht, das so anders ist als das krasse grelle Mittagslicht. Auf den Felsen kurz vor Jaffo sitzen, die Wellen beobachten und den Wind auf dem Gesicht spueren - es gibt nichts Schoeneres um Abzuschalten. Ein Cafe Hafuch mit Sojamilch und ein Eis in Jaffo gehoeren auch immer zum Ritual. Einfach das Leben so geniessen, wie es gerade ist. Es erdet und macht zufrieden. Zufrieden mit dem, was ich habe. Ich darf hier leben, das ist immer noch keine Selbstverstaendlichkeit. Und jedes Mal, wenn ich in Tel Aviv bin und am Hotel "Prima" am Frishman-Strand vorbeigehe muss ich an den Dezember 2004 denken, als alles fuer mich hier anfing. Hier habe ich die erste Nacht im Land ueberhaupt verbracht und mich ueber die lebendige aufgeregte Stadt gewundert, die nicht zur Ruhe kam, selbst in der Nacht nicht. Hier bin ich zum ersten Mal in der Dunkelheit an der Strandpromenade entlang geschlendert und habe mir etwas zu Essen gesucht. Bei Mc Donalds bin ich dann hereingerauscht und direkt am Sicherheitsmann vorbei, der mich zurueck"pfiff". Ich war einfach nicht gewoehnt, dass am Eingang ein Security sitzt. Ich fuehlte mich bereits in der ersten Nacht so, als sei ich endlich nach Hause gekommen, aber wenn mir jemand gesagt haette, dass ich 4 Jahre spaeter Juedin sein werde und 5 Jahre spaeter in Israel lebe  - ich glaube ich haette ihm einen Vogel gezeigt. 
Es ist immer noch etwas "strange", wenn ich mir mein Leben heute so anschaue und ich bin dankbar, dass ich das umsetzen durfte, was mir mein Herz gezeigt hat. 
Ich wuensche allen Shabbat shalom!

Montag, 9. Juni 2014

Sonntag, 8. Juni 2014

Charedim gegen das "Tierleid" - das gefaellt mir

Heute bekam ich ueber Facebook den Vortrag des Ehemannes einer Freundin geschickt. Er ist schon lange Veganer und Ernaehrungsberater. Seinen Vortrag kann der, der des hebraeischen maechtig ist HIER anhoeren. Sehr interessant! Er bezieht sich auf die Vision von Rav Kook, der die These vertrat, dass es im Gan Eden verboten war, Fleisch zu essen, da der Mensch sich damals auf einem hohen moralischen Niveau befand. Nach der Sintflut wurde der Generation von Noach (Noah) von G-tt erlaubt (nicht befohlen!), Fleisch zu essen. Dies soll geschehen sein, da die Menschheit moralisch enorm gesunken war und G-tt "einsah", dass es nicht moeglich ist, den Menschen davon abzuhalten, Fleisch zu essen. 
Es wurde erlaubt, nicht jedoch befohlen, wie manche faelschlich behaupten. 
Rav Kook sagt nun, in spaeteren Zeiten, wenn der Mashiach kommt und alles voller Frieden ist, wird es ganz normal sein, dass niemand mehr nach giert, Fleisch zu essen, das hohe moralische Niveau wird wieder erreicht werden und wir werden im Einklang mit der Schoepfung leben, was heisst, dass wir Lebewesen, die wie wir fuehlen, leiden, Schmerz empfingen, kein Leid zufuegen wollen, auf ganz natuerliche Weise. 

Was Noam, der Mann einer Freundin in seinem Vortrag auch erwaehnt, ist die Tatsache, dass es eine charedische Organisation gibt, "BeChemla", (haRav Papenheim und Jehuda Shejn) die sich gegen Tierleid ausspricht. Rav Pappenheim regt unter anderem an, keine Streimel aus echtem Tierhaar, sondern aus Synthetischem Fell zu kaufen, sowie die Tradition der Kapparot abzuschaffen, wo man Haehnen Schmerz zufuegt. Die Organisation spricht sich gegen die Tier-schlachtungesmaschinerie aus und sagt, wer diese unterstuetzt indem er Fleisch kauft und isst, nimmt indirekt Teil an einer grausamen Tierquaelerei, denn nach eingehenden Nachforschungen sind die Initiatoren zu dem Ergebnis gekommen, dass es in dieser Maschinerie kein Schlachten gibt, dem nicht Tierleid vorausgeht. 
HIER kann man nachlesen, um was es geht. 
 Dabei setzt man nicht auf Zwang, sondern moechte mit Aufklaerung das Bewusstsein anregen fuer das, was passiert, bevor das Schnitzel auf dem Teller liegt.

Freitag, 6. Juni 2014

Shabbat shalom!


Den Kopf freipusten in Tel Aviv....

Was fuer ein schoener Freitag! Das Wetter angenehm und windig, luftige helle Atmosphaere in Tel Aviv, hohe Wellen und Freiheit. Weisse Stadt und nette Cafes, Sand unter den Fuessen und ein Laecheln auf den Lippen, das nicht weichen wollte. 
Ein perfekter Freitag.





























































Donnerstag, 5. Juni 2014

Wo ist die Mutter?

Dieses Bild ist das neue Profilbild meiner Kollegin bei Whats App. Sie schickte es mir vor ein paar Tagen mit "Stolz" 
Warum Stolz? Weil dieses kleine Kälbchen in dem Kibbutz
geboren wurde, wo sie aufgewachsen ist. Wie schöööön! Wie niiiiedlich...Ich dachte ich fall vom Stuhl!
Sieht sie denn nicht was da auf dem Bild zu sehen ist?

Es erinnert mich an ein paar Tage, die ich im Sueden im Kibbutz Lotan verbracht habe,ein Kibbutz-guesthouse. kleine Bungalows, wunderschoen gelegen ganz ruhig..
Und als ich dort war, bin ich ein wenig durch den Kibbutz spaziert und da der Kibbutz Milchkuehe hat, stiess ich auf genau so ein kleines Kälbchen, in diesem "Zwinger",, 1/2 m mal 1/2 m. angekettet!
Ich war entsetzt damals, denn auch wenn ich noch keine Veganerin war (das kam dann doch erst 7 Jahre spaeter leider.. ) kam mir das grausam vor, da steht ein kleines Kälbchen angekettet auf so kleinem Raum.
Warum?
Wo ist die Mutter?
Ich ging zur Rezeption und fragte, warum da ein kleines Kälbchen allein und angekettet steht. (naiv, wie ich war...) und man sagte mir:
"Ach das, ja das muss so sein. Es ist alles in Ordnung..."
Ich bekam keine andere Antwort und dachte noch lange darueber nach, wieso das wohl "so sein muss.." traf aber keine weiteren Konsequenzen. irgendwann war das Kälbchen (Schande über mich) vergessen.

Tja, aber ich habe mich an diesem Anblick nicht gefreut. Ich finde es einach nur furchtbar.
Ach, es hat keinen Zweck, ihr das zu erklären, sie ist blind und taub und will es bleiben.
Und dabei ist sie sooo stolz auf "ihren" Kibbutz mit den Milchkuehen.. ich koennte kotzen. Das hat mich richtig traurig gemacht.
Ich will mit dieser ganzen Maschinerie NICHTS mehr zu tun haben...Habe mir gerade Kartoffelpurree mit Muskat und etwas Mandelmilch gemacht, dazu Blumenkohl.
Am Feiertag bin ich G"tt sei dank wieder einmal auf einen Vegetarier gestossen, der schon sehr lange Vegetarier ist, seine Frau hat den Fleischkonsum auch eingeschraenkt, aber noch nicht aufgegeben.

Ach ja, und noch etwas, was mich ganz schoen baff machte. 
Eine Bekannte hat einen ziemlich hohen Cholesterin-wert und ueberlegt jetzt was sie machen kann und welche Tabletten sie noch einnehmen koennte dagegen. Es gibt da ein neues pflanzliches Mittel, sagte sie... und als ich später googelte, stellte sich heraus, dass man damit auch Schaden anrichten kann und es auf keinen Fall fuer jeden Menschen geeignet ist.. Hmm.. warum denn nciht einfach mal zur Probe die Ernährung umstellen? Aber das ist zuviel verlangt. Wir sassen dann vor dem TV und ploetzlich kam eine Sendung ueber
Fleisch, "die Wahrheit über Fleisch" (wie in letzter Zeit sehr oft..findet aber keinen grossen Anklang, niemand spricht darueber.)
Da sagte ihr Ehemann  "Neee, das wollen wir jetzt nicht hoeren.. " und stellte auf einen anderen Kanal um. Das war wirklich der schlagkraeftigste Beweis, dass die Menschen ihre Ohren gaaaanz fest zuhalten, wenn es um die Wahrheit bei der Fleisch - und Milchproduktion geht.

Dienstag, 3. Juni 2014

Chag Shavuot Sameach!

Im Judentum heisst es, jeder der Giur macht, hat damals mit am Sinai gestanden, als das Volk Israel die Tora empfing, nach Ueberwindung von Zeit und Raum. 
Shavuot ist das Fest der Uebergabe der Tora. Chag Matan Tora. 
Das Geschenk, das grosse Geschenk, was wir empfangen durften. Wir alle, ohne Unterschied, es gibt kein Spharadi, Ashkenasi, Charedi, Chilloni, Dati, Orthodox, liberal...das juedische Volk ist eins. Am Echad im Lev Echad, ein Volk mit einer gemeinsamen Seele. Und jeder von uns ist ein Teil dieser grossen Seele, die uns allen gemeinsam ist. Jeder hat seine kleine Aufgabe in dieser Seele, einer mehr, der andere weniger, je nach Vermoegen und geistiger Kraft. 
Was ist alles passiert in den letzten zehn Jahren?
Vor zehn Jahren im Dezember kam ich zum ersten Mal nach Israel. So fing alles an. Ein Ausgangspunkt fuer eine innere Reise zu den Wurzeln der Seele, zum Volk zu dem ich gehoere. 
Der Ausloeser. Die Suche ist zuende, ich bin angekommen zuhause. Das Zuhause meiner Seele ist gefunden. Es braucht kein Suchen mehr, kein Herumirren. 
Matan Tora. Es ist, als wuerde die Seele sich erinnern koennen an diesen gewaltigen Augenblick als alle Geraeusche der Welt stillstanden. 
Aus dem Nichts entsteht alles. Aus der Stille wird eine Identitaet geboren, die wahre Ur-identitaet. Wahrheit. Emet. Wurzel. Verwurzelt sein. Fest in einem Volk angekommen, was doch schon immer das eigene Volk war, ohne dass man es wusste. 
Wann hat der grosse G-tt ein Einsehen gehabt mit einer herumirrenden Seele? Wann hatte ich das starke Beduerfnis, nach Israel zu kommen, in die Heimat, die ich noch nicht kannte?
Amech Ami, Dein Volk sei mein Volk und dein G-tt soll mein G-tt sein. Wie bei Ruth, der Moabiterin. 
Sind wir wuerdig dieses grossen Geschenkes? Haben wir es verdient? Wohl kaum. 
Wir bekamen es durch grosse Gnade. Vielleicht weil wir auf der Suche waren, ohne zu wissen, wonach?
Es gibt etwas das ueber allem steht. Die Wahrheit. Die absolute Wahrheit
Das Untertauchen in der Mikwe, das Auftauchen als neues juedisches Wesen, ein neugeborenes Kind. 
Und die Reise ist nicht etwa zuende mit dem Auftauchen, sie faengt erst richtig an. 
Wie schoen, dass alles so kam, wie es kam. Wie wunderbar, dass diese Seele Nahrung bekam 
Wuerdig? Sind wir wohl alle nicht. Niemand kann eines so grossen Geschenkes wuerdig sein. 
Inneres Laecheln, Zufriedenheit mit dem was ist. Tiefes Glueck. Menschen. Gesichter. Gemeinsame Erinnerungen, obwohl das vom Verstand her nicht moeglich ist. 
Ein Satz, den ich heute geschickt bekam mit Gruessen zum Shavuot - Fest, hat mich sehr beruehrt. 
Ein als Jude geborener Mensch schrieb mir folgendes: " Moege auch ich den Verdienst bekommen, die Tora auf der Stufe zu empfangen, wie du sie empfangen hast... " 
Und noch ein Satz, an den ich oft denken muss, ebenfalls von einem Menschen, der als Jude geboren wurde: "Was mich stoert ist, dass man dich vorstellt als "Gioret". Was fuer ein Unsinn, Ger, nicht Ger. Du bist Juedin. Basta! Nicht mehr und nicht weniger."
An diesem bedeutungsvollen Fest wird in der Nacht gelernt. Tikkun Shavuot. Die Nacht wird moeglichst durchgelernt, wer kann und Kraft hat. 
Ich weiss nicht, wieviel Durchhaltevermoegen mir vergoennt sein wird, oft ist es nicht viel spaeter als 1 oder 2 Uhr, wenn ich waehrend eines Shiurs fast einschlafe. 
Aber jedes Jahr moechte ich mit vielen anderen im Morgengrauen zur Kotel (zur Westmauer) gehen, um dort das Shacharit zu beten. Es muss ein wunderbares Gefuehl sein. Auch dieses Mal hoffe ich, es zu schaffen. Wir werden sehen. 
Was ich mir wuensche fuer das juedische Volk fuer mein Volk, ist ein Zustand, in dem sich alle gleich fuehlen. Wir muessen nicht ueber unsere Feinde sprechen, ueber Antisemitismus, ueber den Iran, die Menschen, die uns ausloeschen moechten. 
Bleiben wir in unserem Volk und wuenschen wir uns, dass es keine Unterschiede gibt, dass jeder Jude gleichwertiger Teil dieses Volkes ist. Respekt und gegenseitige Achtung, keine Wertschaetzung oder Abschaetzung. Bezelem Elokim.... das muss der Massstab sein und das gilt ueber das juedische Volk hinaus. Mensch zu Mensch. Niemand kann sich ueber andere erheben. 
Kein Tadeln, kein erhobener Zeigefinger, kein Hochmut. 
Bescheidenheit, Demut. Einfachheit. Keine Schubladen. 
Kein Messen der Religioesitaet. Ich bin besser, ich bin super-dati. 
Nein, ich bin ein Nichts, im Vergleich zur grossen grossartigen Schoepfung. 
Allenfalls eine Abgesandte, die ihre Aufgabe entdecken muss, erfuellen sollte, in Wuerde, in Bescheidenheit, in grosser Dankbarkeit. 
Icn bin hier. 
Ich bin ein Teil des juedischen Volkes. Ich bin in Israel, dem Land unser aller Vorvaeter. 
Ich moechte einen Funken in die Welt bringen koennen, und wenn mir das gelingt....
Immer noch passiert es mir, dass mir die Traenen in die Augen schiessen, wenn ich an meine innere Reise denke, und welch grosses Glueck mir zuteil wurde. 
Ich wuensche allen ein wunderbares Shavuot-fest auf einem geistig hohen Niveau. 
Alles wird unwichtig, wenn die Tora am Berg Sinai uebergeben wird. 
Chag Shavuot Sameach! 
(und verzeiht mir meine wirren Gedankensplitter zum Fest...)