Donnerstag, 30. Oktober 2014

Har HaBayt (Tempelberg) soll morgen wieder geoeffnet werden

Soeben hoerte ich, dass morgen der Tempelberg wieder geoeffnet werden solle. 
Sicher hat das auch damit zu tun, dass man befuerchtet, es koenne zu groesseren Krawallen kommen, wenn die Muslime nicht zu ihrem Freitagsgebet gelangen koennen. 
In der Tagesschau las ich uebrigens eine Behauptung, die so nicht stimmt. Dort wurde behauptet, dass nicht alle Muslime zum Gebet zugelassen werden, nur jene ueber 50. 
Das stimmt SO nicht. 
Nur wenn es mal wieder Krawalle und Konfrontationen gibt, dann werden keine Muslime unter 50 auf den Tempelberg gelassen, denn leider sind es die juengeren, die Unruhe stiften, Steine werden, Molotowcocktails usw. 
Weiter ist es nie so, dass es bei Frauen eine Altersgrenze gibt. Sie koennen in jedem Alter auf den Har haBayt, selbst wenn Krawalle stattfinden. 

Heute abend soll ein Privatwagen im Wadi Joz angegriffen worden sein. Sie Taeter haben sich vergewissern wollen, dass es auch Juden sind, die im Wagen sitzen, und ihn dann angegriffen. "Sie haben mir die Windschutzscheibe eingeschlagen, ich habe Gas gegeben und bin entkommen."
Ja, so geht es weiter im Rad der Gewalt.
Und die ach so friedliebende Fatach ruft morgen zu einem "Tag des Zorns" auf. So duerfte neue Gewalt zu erwarten sein und von der politischen Fuehrung, die am Frieden so interessiert ist, angespornt werden.

3000 Polizisten werden morgen in der gesamten Stadt verteilt versuchen, die Lage unter Kontrolle zu halten.
Heute nacht wird der Attentaeter beerdigt, der von der Polizei erschossen wurde, weil ER DAS FEUER eroeffnet hat. 
Auch dabei rechnet man mit Auseinandersetzungen. 
Bei Armon haNatziv wurde eine 70 jaehrige Frau verletzt, als der Bus mit Steinen beworfen wurde. 
Weiter wurden bei Pisgat Zeev Steine geworfen.
Es werden "Tag Mechir-Taten" befuerchtet (Rachehandlungen) von juedischer Seite. 
So kommt Jerusalem einfach nicht zur Ruhe.... 
Ich wuensche mir eine ruhige Nacht fuer unsere Stadt und das ganze Land und die ganze Welt. 
יהי שלום

Neues vom Attentaeter

Es kommen immer mehr unglaubliche Tatsachen zu Tage. 
Der Taeter, der gestern abend auf Yehuda Glick geschossen hat, kam aus Abu Tor, war mehr als 13 Jahre in Haft, die meiste Zeit in Einzelhaft, um dann vor zwei Jahren freigelassen zu werden. 
Er hat - und nun hoere man bitte aufmerksam hin - im RESTAURANT DES BEGIN CENTERS als Kellner GEARBEITET. 
Im Begincenter speisen sowohl unser Premierminister regelmaessig, als auch der Praesident. 
Man mag sich gar nicht vorstellen, welche Gefahr das bedeutet. 
Zurzeit ist nur bekannt, dass dem Innengeheimdienst (Shabak) jedes Mal, bevor diese hochrangigen Herren dort speisen, eine Liste mit allen Angestellten VOR dem Ereignis vorgelegt werden muss. Der Shabak prueft dann, mit wem man es zu tun hat. 
Offenbar ist das 1. entweder durchgegangen, wer dieser Kellner ist oder 2. wahrscheinlicher, dass bei den Abenden der Attentaeter nicht arbeitete, und so die Liste schon vollstaendig war, aber er einfach nicht darauf auftauchte. 
Der Attentaeter wartete gestern, bis Yehuda Glick das Begincenter verliess, und auf der anderen Strassenseite stand (eine enge Strasse, die keine Durchgangsstrasse ist, zur Zufahrt zum Begincenter), um sich ihm dann zu naehern. 
Er fragt ihn, ob er Yehuda Glick sei und sagt: "Hoeren Sie, was sie da eben gesagt haben (offenbar bei der Versammlung, ueber das Beten von Juden am Har HaBayit) hat mir gar nicht gefallen. Es hat mich getroffen."
Yehuda Glick dreht sich zu ihm um und fragt ihn: "Ma Kara?" (Was ist los?) als der Taeter auch schon schiesst, 4 mal, um dann zu fluechten. Yehuda Glick geht noch ein paar Schritte, um dann zusammenzubrechen. 
Moshe Feiglin, Politiker des Likud und Freund von Yehuda war ebenfalls anwesend. Er steht als "langfristiges Ziel fuer einen Anschlag" auf der Liste.
Glick war ebenfalls Zielscheibe und wurde mehrere Male bedroht.
Der Islamische Djihad hat die Verantwortung fuer die feige Tat uebernommen.

Derweil erkennt Schweden ganz offiziell den Palaestinenserstaat an.

Noch neue Szenarien werden uns von der Army uebermittelt.
An der Grenze zum Libanon wird nicht mehr ausgeschlossen, dass auch von dort aus Terrortunnel gegraben wurden, die auf israelischen Boden fuehren.
Bei einem eventuellen Kriegsszenario mit Hisbollah, gewissermassen Libanon-III-Krieg, koenne man mit den Raketen der Hisbollah nicht fertig werden, auch nicht mit dem Iron-dome system.
Das bedeutet, dass man vom ersten Tag einer Konfrontation an den Flughafen Ben Gurion schliessen muesse.
Die Aufruestungsaktionen der Hisbollah waehrend der letzten Jahre geben Anlass zur Sorge.

Der Har HaBayt ist immer noch geschlossen, fuer Juden, sowie fuer Muslime.
Das bedeutet fuer morgen hoechstwahrscheinlich neue Krawalle und Auseinandersetzungen, denn morgen ist Freitagsgebet.
Abbas verkuendet schon, dass die Schliessung des Felsendoms eine "Kriegserklaerung " ist. 

Attentaeter offenbar gefunden

In Ostjerusalem scheint es der Polizei gelungen zu sein, den Attentaeter aufgespuert zu haben. Bei dem Versuch, ihn zu verhaften, wehrt er sich und schiesst, beim Schusswechsel mit der Polizei wird der Attentaeter erschossen. (Quelle. Radio Galej Zahl, Hadass Steiff, 7.30h)
Man darf sich vorstellen, was diese Tatsache nun wieder nach sich ziehen duerfte.

Uebrigens ist Yehuda Glick schon einige Zeit bedroht worden, von hunderten palaestinensischen Facebookseiten (Du bist bald tot, Yehua) - auch der Vater von Yehuda berichtet, dass Yehuda sich fuenf  Mal an die Polizei gewendet habe, weil sein Leben bedroht wurde - die Polizei aber nichts unternomen habe. 
Uebrigens, gerade habe ich erfahren, dass der Attentaeter ein freigelassener Palaestinenser war. (Ob er beim Shilat-Deal freigelassen wurde, ist mir nicht bekannt)

Der Tempelberg ist geschlossen! - Vorerst fuer alle!

Aufgrund des gestrigen "Ueberschreiten einer roten Linie" in Jerusalem (sowohl von der Tat her, als auch vom Tatort, der mitten in Jerusalem liegt, nur einen Sprung von der Cinematek und dem Chan-Theater, sowie der Tachana, die vielen Jerushalmis Freizeitspass bietet) durch das Attentat auf Yehuda Glick am Begin-Center ist der Tempelberg geschlossen. 
Wohl in erster Linie aus Angst vor noch massiveren Ausschreitungen und Racheakten. 
Seit es hell ist kreisen die Hubschrauber, der Attentaeter ist offenbar noch nicht gefunden. 
Die Alarmbereitschaft im ganzen Land ist erhoeht. 

Yehuda Glick immer noch in Lebensgefahr - bitte betet!

Rav Benni Lau aeussert sich auf seiner Facebookseite zum Attentat auf Yehua Glick und warnt, man moege ihn nicht "Rechtsaktivist" nennen, sondern Menschenrechtsaktivist, er hat unter Beachtung des Rechts dafuer gekaempft, dass es Juden moeglich ist auf dem Har HaBayit zu beten. In Frieden und Ruhe, ohne angegriffen zu werden. 
Rav Benni: Es ist jetzt die Zeit zum Beten. 
Fuer die schnelle Genesung von 
יהודה יהושע בן איטה ברנדה
Yehuda Joshua ben Ita Brenda! 
Refua Shlema!

 

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Der Terror gelangt mitten in die Stadt - eine weitere Zuspitzung der angespannten Situation

Miri Regev aeussert sich gerade dahingehend, dass nun der Terror auch nach Westjerusalem, ins Zentrum Jerusalems gelangt ist. Bislang hatte sich alle Gewalt auf Ostjerusalem beschraenkt. Ein weiterer Schritt der Zuspitzung der Lage in der Stadt. 
Mercaz Begin ist ca. 10 Min. zu Fuss von mir entfernt und am Eingang zur Moshava Germanit, unmittelbar in der Naehe der Cinemateque und dem Kan-Theater.
Regev: "Es kann nicht sein, dass Extremisten die Anwesenheit von Juden auf dem Tempelberg verhindern koennen."
Ein riesiges Aufgebot an Polizei deckt die gesamte Stadt nun ab, Hubschrauber kreisen.

Der Schwerverletzte ist Yehuda Glick - Mordversuch

Der Schwerverletzte wird zurzeit im Shaarej Zedek Hospital operiert. So wird im TV in den Nachrichten berichtet.
Der Schwerverletzte ist Yehuda Glick, ein Tempelmount-Aktivist, der sich dafuer einsetzt, dass Juden auf dem Tempelberg beten duerfen, was bisher nicht erlaubt ist.
Yehuda Glick ist entscheidende Figur beim Kampf um den Tempelberg. 
Es war also ein gezielter Mordversuch.
Der Attentaeter naeherte sich Yehuda Glick, der allein aus dem Begin-Zentrum kam, vergewissert sich dessen, dass es sich tatsaechlich um Yehuda Glick handelt und schiesst ihm dann dreimal aus geringster Entfernung in die Brust.
Der Attentaeter hatte einen schweren arabischen Akzent. 

Mann niedergeschossen im Begin Heritage Center, Jerusalem - ein Schwerverletzter

Ein Motorradfahrer schiesst am Eingang des Begin-Heritage-Centers einen Mann an. Dieser wird schwer verletzt. 
Diese Meldung kam in diesen Minuten herein. 
Der Hintergrund ist unklar. Die Polizei errichtet Sperren. 
Ich wohne ziemlich in der Naehe vom Mercaz Begin.

Update: Galej Zahal berichtet, dass es sich um eine Versammlung der Rechten "fuer die Alija zum Har HaBajt" (fuer die Anwesenheit und das Gebet der Juden auf dem Tempelberg) gehandelt hat, die im Begin-Centrum stattfinden sollte. Eventuell ist das der Hintergrund?
Ich war kurz draussen zum Laufen, und habe mich gewundert, dass ein Polizeimotorradfahrer staendig in den Seitenstrassen herumfuhr.

Luegen und schmutzige Kaempfe - wie laesst es sich im harten Alltag unserer Zeit (ueber-)leben?

Womit ich grosse Schwierigkeiten habe? 
Luegen, Ungerechtigkeit und derbe Unkollegialitaet um des eigenen Vorteils wegen. 
Es ist nicht nur so, dass es mich argert, oder stoert, es nagt an mir und kann mich - wenn ich nicht aufpasse - auffressen.
Soweit darf ich es natuerlich nicht kommen lassen, deshalb rufe ich mich immer wieder selbst dazu auf, mir ein kleines Maentelchen anzuziehen, woran die Unverschaemtheiten mancher Menschen "abprallen". Man darf sich nicht alles zu Herzen nehmen. 
Jedoch - es faellt schwer. 
Ich kann mich nicht deutlicher ausdruecken. Man muss aufpassen was man im Netz so von sich gibt, aber eines kann ich sicher ohne Namen zu nennen, oder Tatsachen zu schildern, unterm Strich fuer mich sagen: Ich komme schlecht damit klar, wenn Luegen unterstuetzt, oder auch nur still akzeptiert und hingenommen werden, ohne dagegen vorzugehen, ohne dem Einhalt zu gebieten. 
Was mir ebenfalls Kraft und Energie raubt, ist der Kampf gegen diese Unwahrheiten, um fuer ein wenig Gerechtigkeit zu kaempfen, sei es fuer sich selbst, oder fuer andere. Es ist eine derart ueberfluessige Energieverschwendung, dass ich immer wieder den Kopf schuetteln, muss, am meisten aber darueber, was Menschen sich so einfallen lassen, um gnadenlos ihre Vorteile zu erreichen. 
Menschen, die von sich behaupten, g-ttesfuerchtig zu sein, die nach aussen das Bild eines streng religioesen Menschen vorgeben. Bei diesen Menschen stoert es mich fast noch mehr, denn die grosse Diskrepanz zwischen dem, was sie nach aussen darstellen und den tagtaeglichen "Taten" verschlaegt einem schier die Sprache. 
Was mich daran ebenfalls aergert, ist die Tatsache, dass man nicht in Ruhe leben kann in der Naehe solcher Menschen, denn sie ziehen einen in Konflikte hinein, die man im Grunde nicht will. 
Und will man sich nicht voellig uebertoelpeln und uebervorteilen lassen, muss man wohl oder uebel den Kampf aufnehmen. 
Was aber, wenn mit "schmutzigen" Mitteln gekaempft wird? 
Soll man ebenfalls zu schmutzigen Mitteln greifen?
Da ist meine Grenze, das kann ich nicht. 
Ich will nicht mit den gleichen unlauteren Mitteln kaempfen, aber das macht es natuerlich noch einmal schwerer. Es wird schwieriger, dass die Gerechtigkeit siegt, wenn man nur seine eigene kleine "Wahrheit" hat und von sich geben kann. 

Ich weiss, die Welt ist ungerecht und schlecht, werden jetzt viele sagen, und "das ist doch normaler Alltag", aber ich will das nicht akzeptieren, und muss versuchen, mich so gut es geht von solchen Menschen fernzuhalten. Manchmal jedoch ist das nicht moeglich und dann frage ich mich, ob die Konsequenz immer sein muss, dass ich weiche und gehe, waehrend der andere sein Feld weiter bestreiten kann. 
Aber wahrscheinlich, nein bestimmt sogar, ist es gesuender, sich abzuwenden von dem, was der Seele nicht gut tut, von dem was einem ohne Zweifel Schaden zufuegt. 

Wir beten jeden Morgen "... es sei dein Wille, Ewiger, unser G-tt und G-tt unserer Vaeter, dass du uns heute, so wie jeden Tag vor einem schlechten Menschen schuetzen moegest, und vor einem schlechten Freund , sowie einem schlechten Nachbarn....etc"
Dieser Satz bekommt immer wieder neue Bedeutung. 
Wie schoen ist es, wenn man mit sich und seiner Umwelt im Reinen leben kann und niemand diesen Vorsatz "durchkreuzt" und versucht, einen in einen haesslichen Konflikt zu ziehen. 
Wie schoen ist es, wenn es einem abends gelingt, die Haesslichkeiten, die einem tagsueber begegnet sind, abzustreifen und sie nicht mit ins eigene Heim zu nehmen. 
Es ist wie Schmutz von draussen auf der Fussmatte abtreten, bevor man sich in seine Wohnung begibt. 
Moege uns das immer wieder neu gelingen. 
Einfach ist es jedenfalls nicht.

Montag, 27. Oktober 2014

Zweites Opfer des Terroranschlages

Eine weitere schwer verletzte Frau, Keren Jamima Mosquera, 20 Jahre alt, aus Equador, ist ihren Verletzungen erlegen und gestern gestorben. 
Keren war auf dem Weg zum Toraunterricht, als der Attentaeter sie mit dem Auto an der Haltestelle ueberfuhr.
ברוך דיין אמת

Sonntag, 26. Oktober 2014

Acocadokuchen vegan und ohne Backen

Wow, wow wow, was fuer ein Rezept.
Ich habe ihn heute ausprobiert, den veganen Acocadokuchen, der nicht gebacken werden muss. Ob die Konsistenz so wird, dass ich ihn problemlos aus der Form schneiden kann, weiss ich noch nicht. Der Geschmack ist aber auf jeden Fall schon mal g-ttlich!!!!
Hier das Rezept, und HIER ein Video mit der Anleitung.
Hier ein paar Bilder von meinem Versuch



























Ausschreitungen hoeren nicht auf

In Ostjerusalem, so wie im Norden der Stadt gehen die Ausschreitungen weiter. Schulen in Tel Aviv ueberdenken geplante Schulausfluege in die Hauptstadt.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Psalm 122 soll mein Lied zur Nacht sein, und meine Bitte bevor ich einschlafe

Vielleicht koennt ihr ja auch diesen Psalm beten, und mit ihm fuer unsere Sicherheit und unseren Frieden beten. Ich wuerde mich freuen.
Aus dem Psalm:
Bittet für den Frieden Jerusalems! Es soll denen wohlgehen, die dich lieben!
Friede sei in deinen Mauern und sichere Ruhe in deinen Palästen!
Um meiner Brüder und Freunde willen sage ich: Friede sei in dir!
Um des Hauses des Herrn, unsres Gottes, willen will ich dein Bestes suchen!
(HIER der unblocker fuers Video)

Intifada - das boese Wort - Pery spricht es aus

Minister Pery, frueherer Innengeheimdienst-leiter (Shabak) wagt die Worte auszusprechen. Er sagt in einem Interview mit Galej Zahal, dass man in der stufenweisen Eskalation der Gewalt in Jerusalem Funken eines Volksaufstandes erkennen kann. Die Eskalation in Jerusalem ist am Rande einer beginnenden Intifada."

Gewaltsame Ausschreitungen bei illegaler Demo am Tatort von gestern

Inzwischen haben sich rechte Demonstranten versammelt am Tatort von gestern, zunaechst verlief die Demo anscheinend relativ friedlich, geriet jedoch vor kurzer Zeit ausser Kontrolle. Es gab Konfrontationen von Polizei und Demonstranten, als die Demonstranten die Fahrt der Rakevet stoeren wollten.

Die Lage in Jerusalem verschaerft sich

Obwohl der gestrige Anschlag, bei dem die kleine Chaya Sissel ums Leben kam, wohl fuers erste der Hoehepunkt von tagtaeglichen Unruhen und Zwischenfaellen in unserer Hauptstadt war, geht es weiter mit Gewalt und Steinewuerfen. 
Heute morgen um 5h schon wieder Steine gegen die Leichtbahn in der Gegend Shoafat, einige Stunden spaeter flogen Steine in einen KINDERGARTEN (waehrend die Kinder sich dort befanden), die Taeter fluechteten. 
In der Altstadt kam es zu Zusammenstoessen mit den Sicherheitskraeften, sowie im Osten und Norden Jerusalems, in Silwan und auch an der Schnittstelle Armon haNaziv. 
Der Boden hier wird heiss, Buerger haben Angst an der Haltestelle zu warten seit gestern, schauen sich um, ob nichts Verdaechtiges zu sehen ist. 

In den Stadtteilen, wo ich mich im Allgemeinen bewege, ist davon (noch?) nichts zu spueren, ich vergesse die schrecklichen Ereignisse waehrend des Tages sogar oft. 

Der Terrorist vom gestrigen Anschlag ist im Krankenhaus in der Nacht seinen Verletzungen erlegen, die Eltern behaupten, es war ein "Unfall" (wer das Video der Ueberwachungskameras sieht, kann dazu nur muede laecheln und sich an die Stirn fassen..)
Es sei genauso ein Unfall wie vor einiger Zeit, als ein arabisches Kind auf der Strasse von einem Auto erfasst wurde, und ueberfahren wurde. Nur - dies war eine Strasse und tatsaechlich ein Unfall (mit juedischem Fahrer). Der gestrige Fall lag so, dass ein Auto mit Vollgas in eine Haltestelle vor und in die Menschenmassen, die gerade warteten oder aus der Bahn ausstiegen.
Die komplette Familie sind Chamas-leute, der Polizei bekannt. Der Onkel war in Anschlagsplaene fuer einen Terroranschlag verwickelt.
Die Chamas - uebrigens gemeinsam mit Fatach - begruessen und loben das Attentat (also den Mord an einem 3 Monate alten Baby!!) und rufen zu weiterer Gewalt auf. 

Die Menschen, mit denen ich spreche, lachen darueber, wenn zurzeit in den Medien und von den Politikern maximal von einer "stillen Intifada" gesprochen wird, es ist doch schon laengst eine Intifada in vollem Gange. 
Nur - jeder scheut sich, das laut auszusprechen. 

Morgen ist Freitagsgebet auf dem Tempelberg, dem Har HaBayt, das ist immer ein heisser Tag in Bezug auf Gewalt dort. 
Oft  - und so sicher auch morgen - werden auf dem Tempelberg nur Araber ueber 50 zugelassen. 
Warum?
Nun - ganz einfach. Die Unruhestifter, Molotow-cocktail-werfer und Steinewerfer sind fast ausschliesslich Maenner unter 50. Frauen gar nicht, und fuer sie gibt es auch keine Beschraenkungen. 

Wie das alles weitergehen soll ist eine gute Frage. 
Im Moment kann man hier in Jerusalem nur von Tag zu Tag schauen. 
Und wenn es eben geht, Ostjerusalem, sowie den Norden, die Altstadt und die Gegend um A-tur, Silwan und Armon haNaziv meiden. Die Bahnfahrten mit der Rakevet kann der Normalbuerger, der sich kein Auto leisten kann, leider nicht vermeiden. Und Leute, die in Pisgat Zeev wohnen, muessen schliesslich irgendwie dorthin kommen. Auf dem Weg dorthin liegt Shoafat, von wo massive Gewalt ausgeht. 
Unser Premierminister beteuert: "Wir werden die Ruhe wieder zurueck nach Jerusalem bringen."
Tja, schoene Worte, nur so recht glaubt ihm das keiner, denn die Lage scheint ausser Kontrolle und irgendwie scheint keiner eine Ahnung zu haben, was man tun kann.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Moege die kleine Seele von Chaya Sissel nun in Frieden ruhen

Der Opa des kleinen Maedchens sprach gerade. Das Baby kam gerade mit seinen Eltern von der Kotel wieder. Ein Kind, auf das die Eltern einige Jahre gewartet haben. Das erste Mal zur Kotel in seinem kleinen Leben. 
Sie kamen zurueck mit der Rakevet, stiegen aus mit dem Kinderwagen, der Terrorist naehert sich mit hoher Geschwindigkeit der grossen Menschenmenge an der Haltestelle, erfasst unter anderem auch den Kinderwagen, das Baby fliegt mehrere Meter in die Luft und kommt mit dem Kopf zuerst am Boden auf. 
Gehirnblutungen, Lebensgefahr - die Aerzte versuchen vergeblich sein Leben zu retten. 
Das Baby heisst Chaya Sissel. 
Wie furchtbar traurig. 
Ich bin in Gedanken bei den traumatisierten Eltern, der Vater ist ebenfalls verletzt, nur nicht so schwer.

Trauriges Update - das Baby ist seinen Verletzungen erlegen

Das 3-monate alte schwer verletzte Baby ist tot. Es ist seinen schweren Verletzungen erlegen, die Aerzte im Krankenhaus am Har Hazofim, Skopusberg, haben vergeblich versucht, sein Leben zu retten.
Baruch dayan haEmet.

Der Terrorist wird weiter im Shaarej Zedek Krankenhaus behandelt und ist der Polizei wohl bekannt durch vorherige Ausschreitungen.
Ein grosser Teil des Anschlags ist von den Ueberwachungskameras aufgezeichnet worden. Es sieht wirklich schlimm aus, wie der Terrorist in die Menge rast. 
Man stellt sich immer selbst vor, wie man dort an der Haltestelle wartet. Ich bin auch nicht sehr aufmerksam fuer das, was sich um mich herum abspielt muss ich gestehen. Wenn ich an der Haltestelle warte, und das ist wirklich SEHR oft am Tag der Fall, dann bin ich versunken in Planungen, wen ich als naechstes besuche oder sonst etwas, so richtig aufmerksam bin ich nie. Das muss ich wohl jetzt mal aendern. 

Ist das schon eine neue Intifada? - Anschlag in Jerusalem mit 9 Verletzten

Dies ist wohl der derzeitige Gipfel der neuen - wie es hier bezeichnet wird - "stillen Intifada"  (still ist diese laengst nicht mehr, nur wagt wohl noch keiner das Wort Intifada klar und deutlich auszudruecken). Was hier zurzeit in Jerusalem Tag fuer Tag passiert ist wirklich kein Normalzustand. 
Die Altstadt ist zum "Kriegsgebiet" geworden (so die Bezeichnung einiger Verantwortlicher), Tag fuer Tag liefern sich arabische Buerger Schlachten mit den Polizeikraeften, auf dem Har HaBayit - dem Felsendom wird aus der Al Akza Moshee heraus mit Molotow-cocktails und Steinen auf Sicherheitskraefte gezielt, in Ostjerusalem finden JEDEN Tag Angriffe auf die Rakevet hakala (die Leichtbahn) statt. Viele Waggons sind schon beschaedigt und Menschen in Givat Zeev trauen sich abends nicht mehr auf die Strasse. 
Es wird ueber Schiessereien berichtet und die Stimmung ist unglaublich aufgeheizt. 
Der Gipfel aber - zumindest bis jetzt - ist der heutige Anschlag, bei dem der Taeter vom Norden kommend in die Menschenmenge faehrt, die an der Haltestelle der Rakevet am Giv´at haTachmoschet (Ammunition Hill) wartet, ueberfaehrt alle Menschen die dort gerade stehen und faehrt gegen einen Mast, steigt aus und flieht. Nach einer Verfolgungsjagd wird er von Polizisten angeschossen und wird nun behandelt. 

Es gibt 9 Verletzte, darunter ein schwerverletztes 3 monate altes Maedchen, die mit ihren Eltern aus der Rakevet stieg, als der Terrorist in die Menge fuhr. 

Mein Kollege schrieb und wenige Minuten, nachdem wir auf unseren Smartphones die Meldung bekamen: "Ich bin o.k. Ich stieg gerade aus der Bahn, als der Taeter auf die Tachana zugerast kam und alles plattfuhr was ihm im Weg stand. Wow, ich bin o.k. Baruch haShem!"

Baruch Hashem. 
Wohin soll das fuehren?
Bisher beschraenken sich alle Vorkommnisse auf Ostjerusalem und die Altstadt und ich muss zurzeit - G-tt sei dank - nicht in diesen Bezirk, mein Arbeitsbereich ist der Westen bis Har Nof Kyriat Moshe, bis hinauf nach Bayt veGan, ab und zu auch dort wo ich wohne, in der Moshava Germanit, Katamon, Talpiot.
Ich hoffe zurzeit wirklich, nicht in die Gegend um Ramat Eshkol zu muessen. Man sich zurzeit nicht sicher sein, dass man abends unversehrt nach Hause kommt.

In der JPost koennt ihr nachlesen, 
und HIER das von den Ueberwachungskameras aufgezeichnete Video sehen.
YNet HIER

Montag, 20. Oktober 2014

Brit - ein unvergessliches Erlebnis

Meine Freundin T. ist saekulare Juedin, ihr Mann und die Toechter ebenfalls. Sohn R. ist nach der Army nach Indien gegangen, wie viele andere junge Leute, um "sich selbst zu finden", fand sich selbst und seine juedischen Wurzeln und wurde religioes, Chozer beTshuwa. Er heiratete dann die Tochter meiner Freundin Ch., die zwei haben inzwischen 3 kleine suesse Kinder. 
R. ist ein sehr empfindsamer junger Mann und draengt seine Lebensweise niemandem auf, noch glaubt er, seine Eltern und Geschwister muessen nun auch religioes leben. 
Mutter T. jedoch machte sich viele Gedanken, und kam zu der Erkenntnis, dass sie ihre Kueche kosher machen will, damit Sohn R. weiterhin bei Mutter essen kann. 
Eine tolle Geste. Darueber hinaus ist die Familie ziemlich tolerant, man respektiert sich gegenseitig, und spricht bei einer Shabbateinladung von R. und seiner Familie natuerlich den Kiddush, ihm zu ehren. Ich war ein paarmal anwesend und war sehr geruehrt, wie Vater J. sich ehrlich bemueht, alles richtig zu machen. 

Nun hat R., der religioes wurde, noch zwei Schwestern, eine davon lebt zurzeit in den USA mit Mann und Toechterchen, um ihr Postdoktorat zu machen. 
N. hat vor ein paar Wochen einen Sohn geboren und besprach mit ihrer Mutter, wie sie die Brit, die Beschneidung gestalten wolle. 
Obwohl nicht religioes, war doch klar, dass Sohnemann beschnitten wird, aber eine Feier sollte es nicht geben. Auch wollte N. ihren Sohn nicht durch einen Mohel, sondern einen Arzt beschneiden lassen. Und zwar - im Krankenhaus, am 2. Tag nach der Geburt. 
Mutter T., die alles was die Kinder fuer sich beschliessen, ohne Einwaende akzeptiert, sprach mit R. am Telefon ueber die Plaene seiner Schwester. 
R., der sich sonst auch sehr mit Ratschlaegen zurueckhaelt, sagt zu seiner Mutter, dass er das ueberhaupt nicht gut findet. Sie moege bedenken, dass dies ein sehr wichtiges Ereignis sei, es hat etwas mit juedischer Identitaet zu tun - und im uebrigen am 2. Tag nach der Geburt bereits?
Mutter T. spricht ihre Tochter daraufhin an, und gibt R.s Bedenken weiter. 
Tochter N. reagiert allergisch und meint: "Mama, ich moechte absolut nichts davon hoeren. Wir haben das laengst beschlossen und so wird es auch gemacht."

Der Tag der Beschneidung bricht an, eine Aerztin, grobschlaechtig und imposant, stellt sich dem Paar und den Eltern "im Vorbeigehen" vor. (All das spielt sich in den USA ab)
"Also, ich habe genau 15 min. zwischen zwei OPs Zeit. Moechten Sie, dass ich es jetzt mache, oder spaeter?"
Das junge Paar ist verunsichert, Mutter mischt sich ein: "Also, diese Frau soll euren Sohn beschneiden? Und das alles in Zeitdruck zwischen zwei OPs? Auf keinen Fall! Bitte denkt noch einmal darueber nach, was R. gesagt hat."
N. bespricht sich mit ihrem Mann und irgendwie koennen sie sich nicht entschliessen. 
Die Aerztin, geduldig und tolerant, kommt wieder und fragt nach, wie man sich entschieden hat. Das junge Paar bittet noch einmal um Bedenkzeit. 
Auch o.k. die Aerztin kuendigt an, in zwei Stunden erneut "etwas Zeit" zu haben und dann wieder nachzufragen. 
Man ruft einen Mohel an, bespricht sich mit ihm und das junge Paar entscheidet, die Brit nun tatsaechlich - wie es "normal und ueblich" ist, am 8. Tag zu machen. 

Inzwischen beschliessen Eltern und Kinder, daraus doch eine kleine Minifeier zu machen, nicht "wie die Religioesen, aber doch vielleicht ein paar Kraecker?"
Ganz im engsten Familienkreis findet schliesslich die sehr ernsthafte und intime Brit statt, nur mit den Eltern, den Kindern und dem Mohel.. 
Man beschliesst nun auch, dass jeder Anwesende eine kleine Bracha sagt, das, was ihm durch den Kopf geht und was er sich fuer den neuen Erdenbuerger wuenscht. 

T. erzaehlt mir diese Geschichte mit Traenen in den Augen: "Ich habe noch nie eine so schoene Brit miterlebt. Sie war bescheiden, klein und sehr bedeutungsvoll,  eine "richtige" Brit."
Der Mohel gestaltete eine angenehme Atmosphaere und erklaerte auf  Nachfragen der anwesenden, nicht religioesen Familie den Unterschied zu einer Brit durch den Arzt. Denn selbst bei der Technik gibt es Unterschiede. 
T und ihr Mann, sowie Tochter und Ehemann begriffen an diesem Tag, wie schoen es war, dass dieser Tag ein besonderer wurde, den sie niemals vergessen werden. 

Krankenhausmisere - "ich bin frustriert"

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll, zu klagen. So viele Dinge sind in den letzten Tagen mit meiner Malka passiert im Krankenhaus und wieder werde ich mit der Nase auf die Missstaende in Krankenhaeusern gestossen. 
Alte Menschen scheinen fuer viele so etwas wie ""Abfall" zu sein. (Sorry fuer den Ausdruck, aber mir faellt kein anderes starkes Wort ein fuer die Umgehensweise mit den alten Leuten... und zwar weiss ich aus Erfahrung, dass es nicht nur hier in Israel so ist, sondern auch in Deutschland, ich habe einige Zeit in mehreren Altenheimen gearbeitet, und in keinem war es ideal und menschlich)

Malka ist am letzten Montag in meiner Gegenwart gefallen, kam ins Krankenhaus und wurde am Dienstag nachmittag operiert (Oberschenkelhalsbruch). Mittwoch war ab mittags Feiertag, sowie Donnerstag und am Freitag schon Erev Shabbat. Der Arzt meinte, sie muesse "eigentlich schon am naechsten Tag nach OP raus aus dem Bett und auf dem operierten Bein stehen..." was mich sehr erfreute. 
Tachles - ist NICHTS passiert und Malka liegt zu meinem grossen Entsetzen seit 7 Tagen platt im Bett. Denn "es ist ja Chag, also es sind Feiertage, und da ist kein Physiotherapeut zu bekommen.." (ob man fuers Aktivieren und mobilisieren unbedingt einen Physio braucht sei dahingestellt). 
Stattdessen liegt sie seither IMMER auf dem Ruecken, nur ein einziges Mal wurde sie auf die Seite gelagert, um Druckstellen zu verhindern. 
Malka hat eine Windel, aber ist es gewohnt, doch noch zur Toilette zu gehen, wenn sie es merkt. Das ist somit auch "gestrichen!", denn wie ich die Schwester bei ihrer Zimmernachbarin hoerte "Mach in die Windel. Ich wechsel dann..." (Aha, ja klar, ist viel schneller und mit weniger Aufwand verbunden, die Windel zu wechseln, statt sich die Muehe zu machen, den Patienten zur Toilette zu begleiten oder mit dem Toilettenstuhl dorthin zu fahren. 
Dass die Windel gewechselt wird ist aber auch nicht selbstverstaendlich, denn bevor sich jemand ernsthaft darum kuemmert, muss man erstmal 3mal schellen, wird auf "in 5 Min." oder auf "gleich" vertroestet, bis sich irgendjemand widerwillig erbarmt, die Patienten gemeinsam mit einem Kollegen grob hin und herschmeisst, so dass diese vor Schmerzen schreien. 
Fuer solche Faelle ist dann meist von der Familie ein Bekannter oder Freund "engagiert", der sich mit der Familie abwechselt. 
Ohne "Beistand" im Krankenhaus ist man hier verloren, und erst recht, wenn man an Alzheimer leidet und sich nicht wehren kann. 
So wurde ich dann zweimal gebeten, die Nacht dort zu verbringen, was ich auch gern tat, aber daraus ziemlich frustriert hervorgehe. 
Die Schwester heute nacht bat Malka "mitzumachen", beim hin und herdrehen, waehrend sie die vollgetraenkte Windel wechselte. Malka ist aber an Alzheimer erkrankt, weiss zu keiner Minute, wo sie sich ueberhaupt befindet, bzw. warum. Von "mitmachen" kann also keine Rede sein. 
Die Schwester schnauzte sie an: "Also Malka du musst schon mitmachen und dich nicht dagegen straeuben!Das Anschnauzen hatte zur Folge, dass Malka sich nur noch fester mit grosser Panik in den Augen am Bettgitter festhielt. 
Ich mischte mich ein: "Malka kann nicht mitmachen, sie ist dement. Sie weiss nicht wo sie ist und hat Angst." 
Die Schwester: "Ich weiss, aber sie wehrt sich und das macht es schwer..Sie haette hoeren sollen, was ich ihr sage. "
Klar, aber anschnauzen bewirkt nicht Mitarbeit und Malka "hoert" zwar die Worte, begreift aber nicht, was sie bedeuten. Sie ist in einem fortgeschrittenen Stadium, wo jegliche Kommunikation jeglicher Logik entbehrt. Man kann nur versuchen, sie zu beruhigen. 
Ich sage zur Schwester, dass das ein Teil ihrer Krankheit ist und biete mich an, ihre Haende zu halten. 
Als wir fertig sind, verlaesst die Schwester mit dem Kollegen den Raum. 
Ein paar Stunden spaeter sehe ich sie auf dem Flur und sie ist zuckersuess. 
"Siehst du, wie ich arbeite? Ich arbeite eigentlich immer, gehe in jedes Zimmer hinein, nicht wie andere Kollegen."
Ich verstehe nicht so recht, warum sie mir das erzaehlt. 
"Und wirklich, ich mag alte Menschen!"
Aha, daher weht der Wind. 
Statt mir zu versichern, wie toll sie ist und wie sehr sie die alten Menschen mag, wovon ich absolut nicht ueberzeugt bin, koennte sie sich einfach so benehmen, dass man genau diesen Eindruck von ihr bekommt. Nicht reden - handeln. 
Stattdessen bekomme ich den Eindruck, sie will gut Wetter machen, und hat ein bisschen Schiss, dass sich irgendjemand beschweren koennte ueber sie. 

Man gibt sich keinerlei Muehe mit den alten Menschen und hat wohl auf der Orthopaedie auch keine Ahnung von Demenz. 
Waehrend der gesamten Feiertage hat sich kaum jemand blicken lassen, und falls jemand sich am Bett zu schaffen machte, sprach man ueber Malka hinweg. Die arabischen Mitarbeiter unterhielten sich natuerlich auf arabisch und sprachen Malka nur dann an, wenn sie "Befehle" erteilten. Ansonsten wurde gescherzt und gelacht und auch Telefongespraeche angenommen. 

Die arabische Zimmernachbarin sagte zu mir, "hier nicht gut. Schaarej Zedek besser." 
Sie ist anscheinend eine Dialysepatientin und hatte nach 4 Tagen ohne Dialyse (Feiertag!) zaehen Schleim abzuhusten. So erklaerte es sich die Krankenschwester, "die Gifte sammeln sich im Koerper" meinte sie. 
Kann es sein, dass man selbst Dialyse verschiebt wegen des Feiertages oder habe ich etwas falsch verstanden?
Die Frau wurde ebenso ausgeschimpft wie Malka, da sie sich staendig Papierhandtuecher aus dem Spender in die Windel stopfte - denn die war nass und wurde nicht so schnell gewechselt. 
Als man endlich kam, hoerte ich mindestens 3-4mal wie die Schwester sich ereiferte und aergerlich rief: "Was soll denn das mit den Papiertuechern? Ueberall Papiertuecher, das kann doch nicht wahr sein. Dafuer hast du doch eine Windel."
Ja, wenn die aber nass ist, wuerde ich mir wohl auch Papiertuecher hineinstopfen, um das unangenehme Gefuehl auszuhalten. 

Jedesmal wenn die Frau klingelte, meldete sich zunaechst ein Pfleger mit der Gegensprechanlage und vertroestete sie. 
Malka weiss gar nicht, was man mit einer Klingel anfaengt, und wuerde sich ohne Begleitung auch nicht melden koennen, um etwas zu verlangen. 
Die Aerzte kommen ziemlich frueh am Morgen in einer Gruppe von 5-6 ins Zimmer, reissen den Trennvorhang auf, reden untereinander was mit dem Patienten ist, und verschwinden wieder. Ohne ein einziges nettes Wort an den Patienten zu richten. (Klar, die Patientin ist ja dement, wozu sich die Muehe machen?)

Ich bin entstetzt und frustriert und weiss aus schmerzlicher Erfahrung, dass es in den Altenheimen, wo man ja alte Menschen besser kennen muesste, genauso - wenn nicht noch schlimmer ist. 
Das lange "in den nassen Windeln" lassen, ist weit verbreitet und kann einem nur Angst und Bange machen, im Hinblick auf die Zukunft. 

Ich bin mir bewusst, dass das Krankenhauspersonalt oft ueberlastet ist, sowie auch die Altenheime, aber gerade in der Nacht oder an Feiertagen sehe ich die Sache etwas anders. 
In der Orthopaedie des Hadassah-Krankenhauses - eine super-hypermoderne technisierte Abteilung - gibt es sogar relativ viel Personal und mehrere Schwestern-haltestellen.

Ich bin sehr skeptisch, ob Malka ueberhaupt nach 7 Tagen platt liegen wieder auf die Beine kommt, denn wenn Muskeln sich bereits nach einem Tag flach liegen zurueckbilden, wie ist es dann erst nach knapp einer Woche ohne Bewegung?
Einen Physiotherapeuten haben wir die gesamte Zeit ueber nicht zu Gesicht bekommen und Malkas Tochter muss jetzt erst einmal einen privat engagieren, fuer viel Geld, bis die Krankenkasse es hinbekommt, einen Mitarbeiter nach Hause zu schicken. 
Heute wird Malka entlassen. Sie wird von einer Ambulanz nach Hause gebracht, und es muss ein Rollstuhl, sowie ein Gehwaegelchen her, falls sie wirklich wieder auf die Beine kommt. 
Man muss sich ueberlegen, ob sie in ihrem alten Bett schlafen kann oder ob es nicht zu gefaehrlich ist wegen der Sturzgefahr. 
Wie sie geduscht werden soll, oder wie sie - selbst im Rollstuhl - das Haus verlassen soll, ist unklar. Schliesslich kann niemand den Rollstuhl in die erste Etage schleppen, samt Malka. 

Mein schlechtes Gewissen, da ich bei ihrem Sturz anwesend war, ist nicht etwa schwaecher geworden, nein im Gegenteil. Wenn ich sehe, was das alles nach sich zieht, moechte ich diesen Tag bei Malka am liebsten rueckwirkend streichen. 
Es tut mir unendlich leid, wie sie leiden muss. 

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Shoshana Damari und Idan Raichel fuer euch

unblocker

Chag Sameach an alle


Matanot ktanot - kleine Geschenke

(unblockerHIER)

Die kleinen Geschenke sind die schoensten und wertvollsten. Der Geruch des Shabbat in der Luft am Freitag nachmittag, die Sonne am Morgen, der Colibri, der zu mir ins Fenster fliegt, die Aussicht auf die Berge in Ein Kerem, die Stille, und - ein Laecheln von Malka.
Bitte lass sie wieder gesund werden, G-tt.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Danke fuer eure Gebete

Uff... das war ein langer Tag voller Anspannung. 
Malka lebt. Das ist erstmal wichtig. Und sie hat die OP ueberstanden. 
Heute morgen zu arbeiten, war nicht leicht. G-tt sei dank musste ich nur bis 14h, da immer noch Halbfeiertage sind.
Ich habe meine Hausbesuche so verteilt, dass ich am Schluss in Beit VeGan war, so dass ich von da aus direkt zum Hadassah Krankenhaus Ein Kerem runterfahren konnte. Mit dem Bus vom Har Herzl (Herzberg) sind es nur 10 min. 
Malkas Tochter sass an ihrem Bett und berichtete, dass man zunaechst die OP auf Freitag verschieben wollte, was wirklich nicht gut gewesen waere meiner bescheidenen Meinung nach. 
Doch dann hiess es, heute nachmittag um 15h. 
Gegen 15h kam dann auch der Pfleger, um sie vorzubereiten. Wortkarg, nicht sehr nett und straight seiner Aufgabe folgend. Hmm. 
Der naechste, der sie dann mit uns gemeinsam in den OP fuhr, war netter. Auch er sprach nicht viel, laechelte aber wenigstens. 
Sie so da liegen zu sehen, mit Schmerzen, ruft in mir den Gedanken hervor, dass sie das "mir zu verdanken hat". Ich weiss, der Kopf sagt: "Quatsch, das haette ueberall passieren koennen und schliesslich ist sie zuhause schon einige Male gefallen, da war ich nicht anwesend." 
Aber was vom Verstand her klar ist, ist vom Gefuehl voellig anders. 
Ich fuehle mich schuldig, glaube, dass es zuviel war am gestrigen Nachmittag draussen. 
Auf der anderen Seite bin ich "froh", dass sie mir nicht auf der Treppe zur Wohnung gefallen ist. Nicht auszudenken, wenn sie hinten hinueber geschlagen waere, und vielleicht noch die Treppen hinunter. Ich haette sie nicht auffangen koennen. 

Wir brachten sie gemeinsam in den Vorraum der OPs, und es dauerte noch eine ganze Weile, bis man sie abholte dort. 
Zwischendurch war ich mir nicht sicher, ob ich mich nicht vielleicht aufdraenge, ich verlor das Gefuehl fuer das richtige Mass, zwischen "sie begleiten wollen" und der Tochter nicht etwas "wegzunehmen".
Irgendwann dann bin ich doch gegangen, um den beiden Privatsphaere zu lassen. 
Ich lief auf dem Pfad nach Ein Kerem hinunter und setzte mich dort hin, betete Tehillim. 
"Bitte nicht jetzt, lieber G-tt. Schenk ihr noch ein paar gute Jahre, und irgendwann einen "schoenen" Tod, aber bitte nicht jetzt. Ich habe Angst vor den Schuldgefuehlen. Ich moechte mir nicht sagen muessen, dass ich besser haette aufpassen muessen... bitte lass sie leben."
Nach einer Stunde informierte mich Malkas Tochter, dass sie informiert wurde, die OP sei vorbei und man wuerde in Kuerze mit ihr sprechen. 

Ich machte mich auf den Weg zurueck ins Krankenhaus. 
Dort im Aufwachraum erlaubt man nur einer Person, beim Patienten zu sein. Malkas Tochter kam irgendwann hinaus und ich konnte sie sehen. 
Ach, meine Malka... es tut weh, dich so da liegen zu sehen. Aber du lebst, das ist wichtig. 
Und die Aerzte haben Malkas Tochter gesagt, sie wuerde in ein paar Stunden schon auf die normale Station verlegt, morgen schon auf den Beinen stehen muessen und in ein paar Tagen entweder zur Reha oder nachhause, Physiotherapie usw.
Puh... ich hoffe, es geschieht nicht noch etwas Unvorhergesehenes und alles wird gut. 
Bitte betet noch ein wenig, ein paar Tage noch, ja? Fuer Malka bat Chaya.

Montag, 13. Oktober 2014

Aaach, seufz.... die Rabbi Nachman-Leute, verrueckt aber wunderbar, auf solche Weise G-tt zu danken

Mir ist wirklich nicht nach lustig sein, aber auf dem Rueckweg vom Krankenhaus zurueck, bin ich ueber die Rabbi - Nachman- Leute gestolpert. Es ist schon wohltuend, sie zu beobachten...
video

Bitte betet fuer Malka bat Chaya

Ich bitte euch wirklich sehr sehr, fuer meine alte Dame zu beten, zu der ich immer noch an einigen Nachmittagen in der Woche gehe. 
Malka ist heute in meiner Gegenwart gefallen, wir haben einen kleinen "Gang" nach draussen gemacht, nicht immer ist sie dazu bereit, und inzwischen auch ziemlich duenn und wackelig. 
Malkas Tochter freut sich immer, wenn es mir gelingt, sie nach draussen zu bringen. Dann sitze ich mit ihr auf der Bank gegenueber der Wohnung und wir beobachten die Leute. 
Heute - die Philippinin war gerade vom Einkauf zurueck, wollte ich noch eine kleine Runde machen, bevor wir hinauf in die Wohnung gehen. 
Das war dann wohl eine ganz besch....Entscheidung. 
Denn - auf dem Weg beim Ueberqueren der Strasse, ist sie irgendwie mit dem Fuss im Schuh umgeknickt und gemeinsam mit mir langsam langsam... in die Knie gegangen, um dann auf der Strasse zu sitzen. 
Dabei drehte sie wohl das Bein so ungluecklich nach innen, dass sie nicht mehr aufstehen konnte. 
Erst half mir eine Frau, die aus ihrem Auto ausstieg, Malkale wieder auf die Beine zu stellen, aber da sie nicht auftreten konnte, kam ein Mann zur Hilfe. Wir schleppten sie zur naechsten Bank, wo sie dann ueber Schmerzen in der Oberschenkelgegend klagte. 
Klar - Oberschenkelhalsbruch, dachte ich. 
Ich rief die Phillippinin zuhause an, sie brachte Wasser, denn Malka hatte sich furchtbar erschrocken. 
Dann rief ich die Tochter an, sie kam mit ihrem Mann wenig spaeter, immer noch sassen wir auf der Bank, Malka konnte keinen Schritt gehen. 
Die Tochter entschied, die Ambulanz zu holen, und wir fuhren ins Hadassah-Hospital. 
Dort - im Emergency room - ist es IMMER furchtbar, immer ueberlastetes Personal, immer lange Wartezeiten. 
Malka unterhielt alle, machte Witze, klagte nicht so sehr ueber Schmerzen. 
Dann wurde sie zum Roentgen gefahren, und als sie wiederkam sah sie fuerchterlich aus, ploetzlich kaltschweissig, blass wie die Wand, rollte die Augen - und wenn wir nicht die Schwester gerufen haetten, waere sie wohl schon nicht mehr unter den Lebenden. 
Dem Personal geht so etwas durch, wenn man allein ist, ohne Verwandte oder Begleitung. 
Als die Schwester kam wurde alles ploetzlich dann doch hektisch, EKG, Blutdruck der von ueber 200 (ihr "normaler" Blutdruck) auf unter 90 fiel und sie bekam eine Infusion. 
Ich bin fast durchgedreht, denn ich habe das Gefuehl, ich bin schuld. 
Haette ich nicht mit ihr noch eine Runde gedreht, waere sie nicht gefallen. 
Niemand macht mich verantwortlich, niemand gibt mir die Schuld, - aber ich mir schon. 

Nun ist es bestaetigt, sie hat einen Bruch, und morgen frueh wird sie operiert. 
Sie ist 89, und ich bin nicht sicher, dass sie das uebersteht. 
Ich hoffe und bete instaendig, dass sie nicht jetzt als Folge des Unfalls stirbt, da haette ich ziemlich dran zu knacken, ich moechte nicht schuld sein. 
Auch wenn sie schon so alt ist, bitte lieber G-tt, lass sie noch ein paar Jaehrchen leben, ich kann mir das sonst schlecht verzeihen. 
Bitte, liebe Leser, betet fuer Malka bat Chaya, dass sie die OP uebersteht und noch ein wenig "Quatsch machen" kann in dieser Welt. 

Sonntag, 12. Oktober 2014

Ein schoener Nachmittag - Halbfeiertag Sukkot (chol haMoed)

Der erste und der letzte Tag von Sukkot sind Vollfeiertage (wie Shabbat) - im Ausland, also ausserhalb von Israel sogar die zwei ersten und die zwei letzten Tage. 
Dazwischen gibt es die sogenannten Halbfeiertage, Chol HaMoed. Man arbeitet nur bis 14h, und das ist toll. So konnte ich heute gleich in den Bus springen und nach Tel Aviv fahren. Es war ein herrlicher Nachmittag, denn ich hatte keinen Zeitdruck wie sonst an den Freitagen, wenn ich rechtzeitig zum Shabbatanfang zuhause in Jerusalem sein muss. 
Ich haber es in vollen Zuegen genossen. Hier ein paar Eindruecke vom heutigen Tage..
Chag Sameach und Moadim leSimcha..



























































































































































Freitag, 10. Oktober 2014

Verrueckt

Heute habe ich etwas ganz Verruecktes getan - ich habe mir ein Hotelzimmer gebucht fuer den 3. Dezember fuer eine Nacht mit Fruehstueck, im Hotel Prima, Tel Aviv. 
Ich hatte es die ganze Zeit im Kopf, aber konnte mich nicht so recht entschliessen. Ein Zimmer, fuer ca. 100 EUR die Nacht, in dem ich lediglich den Abend, die Nacht und den fruehen Morgen sein werde. Verrueckt?
Aber ich habe einen Grund. 
Am 3. Dezember sind es genau 10 Jahre her, dass meine Fuesse zum ersten Mal israelischen Boden betraten. 
Ich habe es schon oft beschrieben, wie es war. Ich glaube, es war fast sofort nachdem ich landete, dass mich ploetzlich dieses starke Gefuehl erfasste: "Wow. Ich bin zu Hause angekommen."
Warum? 
Das weiss ich bis heute nicht. 
Ich bin in vielen Laendern gewesen und gern durch die Welt gereist. In Deutschland habe ich mich nie so richtig zuhause gefuehlt, aber das, was ich in Isreal fuehlte, kannte ich auch nicht. 
Die Suche hatte ein Ende, denn alles was davor war, kam mir vor wie die Suche nach der wahren Heimat. 

Die ersten Naechte verbrachte ich im Prima Hotel, Tel Aviv. 
Ich werde also am 3. Dezember dort sein, wo alles begann fuer mich, wo meine Reise zu "mir selbst" erst anfing. 
Ich werde dort Zeit haben, den selben Spaziergang zu machen, um 23h am Meer entlang und morgens um kurz nach 5h ins kalte Meer springen. Anschliessend duschen und zum Fruehstueck. 
Dann werde ich das Hotel wieder Richtung Jerusalem verlassen. 
Aber ich werde sicher einige Traenen vergiessen und furchtbar melancholisch und dankbar und doch auch ein wenig kopfschuettelnd und unglaeubig zurueckschauen, ob der seltsamen Dinge, die bis zum heutigen Tage mit mir passierten. 
Heute lebe ich hier, bin Juedin und Israelin - und bin gluecklich. 
Und wenn die Jugend Israels es tausendmal wiederholt, dass der Schokopudding in Berlin um einiges billiger ist als hier, na und? 
Moadim leSimcha. 
Chag Sameach. Habt ein wunderbares Laubhuettenfest!

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Chag Sameach!

Ich wuensche allen ein froehliches Sukkot-Laubhuettenfest! (an manchen Orten im Land regnet es!)
















































































































Unruhen auf dem Tempelberg

Vermummte liefern werfen Steine ueber Sicherheitskraefte der Polizei, und verletzen 4 Polizisten auf dem Har HaBait (Tempelberg), anschliessend fliehen sie und schliessen sich in der Moshee ein.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Grenze zum Libanon erhitzt sich....

Wieder ein Vorfall an der libanesischen Grenze. 
2 Soldaten wurden vor zwei Stunden bei Har Dov an der Grenze zum Libanon von einer Bombe verletzt.
IDF schiesst, wie beim letzten Mal, mit Artilleriefeuer zurueck. 
Dabei sind Hisbollah zurzeit mit ganz anderen Dingen beschaeftigt, die Terrororganisation Dhjabbat an Nusra scheint Hisbollah von Syrien aus zu attackieren. Es gibt keine sehr klare Grenze dort oben, und saemtliche Terrororganisationen, wohl auch Daash (IS) kaempfen dort gegeneinander.
Wer verantwortlich ist, egal ob sie hinter dem Vorfall stecken oder nicht, ist die libanesische Armee.

Im Iran - sehr nahe bei den Atomanlagen ereignete sich gestern eine Explosion, bei der auch ein Wissenschaftler starb. 
Hintergruende sind noch immer im Dunkeln..

Sonntag, 5. Oktober 2014

Feuer eroeffnet an der Grenze zum Libanon

Zahal (IDF) hat das Feuer eroeffnet, als ueber die Grenze zum Libanon eine Terrorzelle eindringen wollte auf israelisches Gebiet. Ein Verdaechtiger wurde festgenommen. 
Der Hintergrund des Eindringens ist noch nicht geklaert. 
(Dass ja nicht jemand auf den Gedanken kommt, hier wird es langweilig)

Radiotipp fuers Internet

Ich habe einen Tipp fuer euch, wer ein wenig Zeit bereits um 15h hat in Deutschland, (vielleicht sonntags?) kann Galej Zahal anklicken, dort gibt es auf den Internetseiten auch den Radiosender. 
HIER der link zu Galej Zahal. (der Militaersender) Dann bitte sicherstellen, dass der Sender גלי צה"ל angeklickt ist (rechts) und nicht גלגלצ (obwohl gerade morgens bei Galgalatz Popmusik aus aller Welt laeuft.  Galej Zahal ist eher mit vielen interessanten Diskussionen, was fuer nicht hebr. sprechende Leser sicher nicht so guenstig ist.)
Aber jeden Tag um 15h MEZ laeuft "Arba Acharej haZohoraim", d.h. 4 am Nachmittag (weil bei uns dann schon 4 ist. 
In dieser Stunden werden meist alte Volkslieder gespielt, eine wunderbare Stunde. Es wird wenig gesprochen. Musik pur. 
Also viel Spass beim Hoeren, und - ich bin immer dankbar ueber eine Rueckmeldung, ob ihr das moegt was ihr hoert und ob es klappt.

Hier folgen weitere Tipps fuer "Hebraeisch-hungrige"
Radio Yerushalaiym (auf den Pfeil druecken)
Reshet gimel sendet fast den ganzen Tag viel Musik. (nur hebr.)
Galgalatz vor allem morgens mit gemischter pop-musik, englisch und hebraeisch.
Kol Chai (religioeser Sender mit viel Themen zu Tora-Parashat haShavua usw) aber auch Musik
Radio Lev haMedina (auch Pop-Musik)
Arutz7 (einfach auf "Listen live"druecken) religioeser Sender.
iba (eine seite mit vielen Sendern, einfach auf der linken seite auf einen Button druecken, grosse Auswahl
klickt ihr auf der rechten Seite, koennt ihr sogar die nachrichten im tv sehen, z.B. Mabat.

Viel Spass und Erfolg beim Ausprobieren. Bin gespannt ob ihr alles oeffnen koennt.

Leicht und locker - HaDudaim ("in diesem Sommer wirst du weiss tragen...")

Oh, ich liebe sie, die leichten Lieder von HaDudaim, alte Volkslieder, die jeder kennt und (meist auch) liebt.
Hoert es euch an...
HIER der unblocker. Kann mir mal jemand sagen, ob es mit dem unblocker nun allen moeglich ist, meine Lieder anzuhoeren?? Danke fuer die Rueckmeldungen

zama lecha, nafshi (meine Seele duerstet nach dir..)

UNBLOCKER

Samstag, 4. Oktober 2014


Das war Yom Kippur - zurueckgekehrt aus der "Blase"

Wow... ein leichter Tag ist er nicht, Yom Kippur, aber irgendwie gleichzeitig unglaublich kraeftezehrend und doch kraftvoll, Kraft gebend. 
Ich hatte ziemliche Rueckenschmerzen, die nichts mit dem Fasten zu tun haben, doch sie raubten mir zusaetzlich Kraft. 
Am Morgen bis um ca. 13h habe ich durchgehalten in der Synagoge (von 9h an), dann bin ich nach Hause "geschlichen" und habe mich ins Bett gelegt. Am Nachmittag ging es dann wieder los um 17h zum Ne´ila. 
Ne´ila ist das letzte Gebet von Yom Kippur, und wenn man schon glaubt, es geht gar nichts mehr, kraeftemaessig, so wird man doch durch die gesungenen Gebete wieder aufgerappelt, hochgehalten und sogar in hoehere Sphaeren katapultiert. Es ist wie ein Sog, ein Taumel, wenn ploetzlich die gesamte Gemeinde "Awinu Malkenu" singt, immer lauter wird und einen jeglichen Schmerz vergessen laesst. 
Regelmaessig muss ich bei Awinu Malkenu weinen. "Wir haben keinen Koenig, ausser dir..." 
Wie soll ich mit Worten Menschen erklaeren, was ich meine, Menschen, die das noch nie erlebt haben? Es geht einfach nicht, denn man muss es erlebt haben, so wie man niemandem erklaeren kann, wie ein Apfel schmeckt. 
"Ado-naj, hu haElokim", wird 7 mal zum Himmel gerufen, immer staerker und kraeftiger, bis man selbst fast im Himmel ist, und - um es mit den Worten Rabbi Nachman miBreslevs auszudruecken - man die Seele nur noch durch einen duennen Faden mit dem Koerper verbunden fuehlt.
Yom Kippur ist ein starkes Gefuehl, ein Tag ohne Vergleich mit irgendetwas anderem, einfach ein spirituelles Ereignis der Superlative, und kann doch so leise und intim sein, wie nichts anderes. 
"Beshana haba Birushalayim.." (im naechsten Jahr in Jerusalem...) so erklingt das letzte Lied, das gemeinsam gesungen wird, wir umarmen uns und singen es wieder und wieder.. und ich denke an ein Jahr, 2011, in dem ich es in der Duesseldorfer Gemeinde gesungen habe, ohne zu wissen, dass ich tatsaechlich wieder im naechsten Jahr in Jerusalem sein wuerde. Die damaligen Traenen waren Traenen der Verzweiflung. Ich sah keinen Ausweg und dachte nicht, dass ER schon einen Plan fuer mich hatte, um wieder zurueckzukehren. 

Der erste Schluck Tee, der die Kehle hinunterrinnt, bringt das Leben zurueck in den Koerper, die Lebensgeister kehren zurueck. Und alles ist gut. Wir haben es ueberstanden, hoffen, dass unser G-tt, unser Koenig uns ein gutes Urteil "unterschrieben" hat fuer das kommende Jahr. 

(ich habe einen Radiosender mit schoener Musik entdeckt. RADIO FREE NACHLAOT COMMUNITY), sie spielen dort zurzeit wunderschoene Lieder....

Freitag, 3. Oktober 2014

Yom Kippur 2014 (תשע"ה)

Die Stimmung ist schon yomkippurisch, Egged hat den Busverkehr schon fast komplett eingestellt, die Ueberlandlinien fahren schon nicht mehr. Der Flughafen wird in Kuerze auch geschlossen, dann geht fuer 24 Std. kein Flug mehr hinaus oder hinein ins Land. Die Radio-und TV-Sender senden 24 nicht und absolute Stille liegt in der Luft. Das ist Yom Kippur. 
In diesem Ausmass gibt es das nirgendwo sonst auf der Welt. Ein ganzes Land steht still und auch nicht religioese Menschen profitieren von der Ruhe, manche fasten auch wenn sie nicht religioes sind, die meisten aber lassen ihre Autos stehen, egal ob religioes oder nicht. Kinder gehen auf den Autobahnen spazieren, fahren mit Dreiraedern dort herum. Hat man es nicht erlebt, kann man wohl kaum nachvollziehen was Yom Kippur in Israel bedeutet. 
In diesem Jahr faellt Yom Kippur mit dem Opferfest der Muslime zusammen. Wir fasten - sie schlachten. Der Gegensatz koennte kaum krasser sein, und doch rufen heute Oberrabbiner Lau und Scheich Darwish, der hoechste Wuerdentraeger der Muslime gemeinsam zu einem Ende der Gewalt auf. Sie verkuenden gemeinsam, dass wir in Frieden unsere Feste in gegenseitigem Respekt nebeneinander feiern koennen. Scheich Darwish wuenscht sich einen gemeinsamen Marsch fuer Frieden und Ko-existenz, der entweder in einer arabischen Stadt oder gern auch in Tel Aviv stattfinden kann. Rabbiner Lau betont, dass Scheich Darwish ein Freund von ihm ist und dass das so unmoeglich scheinende doch moeglich ist. 
Derweil wird die Sicherheitsstufe in den Staedten mit gemischter Population hochgefahren. 
Wir hoffen, dass alles in Frieden ablaeuft und es keine Vorfaelle gibt. 
Wir danken, dass wir einen geplanten Anschlag an Rosh HaShana verhindern konnten durch den Krieg Zuk Eitan, einen Terroranschlag ungekannten Ausmasses. 
Alles musste wohl so kommen wie es gekommen ist. 
YOM KIPPUR. Wir trinken ausreichend vor dem Fasten und essen gleich die letzte groessere Mahlzeit. Ich selbst esse viel Weintrauben vor dem Fasten, was Kopfschmerzen ausgezeichnet verhindert, waehrend des langen anstrengenden Tages morgen, der von Beten, Stehen und Sitzen gepraegt ist. 
Das erste Getraenk nach dem Fasten wird ein heisser Tee sein oder Wasser, danach etwas Kuchen. Die Temperaturen sind nicht extrem und ertraeglich zum Fasten. Maximal 26 Grad. 
Bei mir vor dem Fenster auf der Strasse wird es heute nacht nicht so ruhig zugehen, wie sonst an einem Shabbat. Ganze Familien werden bis in die Nacht auf der Strasse spazierengehen, die Kinder fahren Fahrrad, ueberall werden kleine Grueppchen stehen, sich unterhalten, lachen. 
Die einzigen Autos werden Polizei und Krankenwagen sein. 
Ich wuensche allen noch einmal leichtes Fasten und Gmar Chatima tova. 
Moeget ihr eingeschrieben werden ins Buch des Lebens!
EIN WENIG SCHOENE MUSIK

Yom Kippur

... und ich fuehle mich gar nicht richtig "vorbereitet". 
Gestern starb die Mutter unserer Chefin und vorgestern abend eine alte Dame, die unter "meiner" alten Dame wohnt, die ich ab und zu betreue. 
Tod - auch der Tod hat mit Gericht zu tun. 
Wir beten an Yom Kippur, dass an diesem Tag entschieden wird, wer leben wird. Wer sterben muss und welches Schicksal uns ereilt, das wird an Yom Kippur festgelegt und "unterschrieben". 
Nach welchen Kriterien werden wir Menschen wohl von unserem hoechsten Richter be-und verurteilt? Wie wird er unsere Gebete "bewerten", wie unsere Taten, unsere schlechten - manchmal boesen - Gedanken? Wie wird er bewerten, ob wir an ihn glauben oder nicht? Hat es eine Bedeutung, wie tief unser Glaube an ihn ist, oder zaehlen vielmehr die Taten? 
Wie wird ein Mensch von IHM beurteilt, der nicht glaubt, - oder meint nicht zu glauben - und dennoch viel fuer andere Menschen tut, sich aufopfert, so, wie ich es niemals koennte? 
Ich habe den Glauben, und doch ziehe ich mich oftmals zurueck und denke an mein eigenes Wohlbefinden. Dass ich mich fuer andere "hergebe", aufopfere, kann ich nicht sehen. Ich gehe nicht ueber meine Kraefte, sondern ziehe haeufig die Notbremse. Bis hiehrher - und nicht weiter. 
Ist das schlecht? Egoistisch?
Wenn ich andere sehe, die stets fast nur an ihre Mitmenschen zu denken scheinen, fuehle ich mich hin und hergerissen zwischen Bedauern, wie wenig sie manchmal fuer sich selbst sorgen "koennen", wie wenig Zeit sie fuer sich beanspruchen und einer tiefen Bewunderung, dass ich zu so etwas nicht faehig zu sein scheine. 
(Manchmal hatte ich schon eine Art Vision, dass man auf meiner Beerdigung nie sagen wird: "Sie hat nur fuer andere gelebt.." )
Nein, das wird sicher niemand sagen. 
Wir gehen in uns und ziehen Bilanz. Cheshbon Nefesh, wie ein Buchhalter, der positive und negative Seiten gegeneinander aufwiegt, abrechnet. 
Der, der mit uns abrechnet, rechnet nicht in unseren Dimensionen, das ist klar. Wir wissen nicht, was ins Gewicht faellt, und ob eine kleine Nettigkeit, die wir einem anderen Menschen zukommen lassen, vielleicht doch eine grosse "Tat" war. 
Unsere Bilanz ist nicht SEINE Bilanz und sicher wird es viele nicht wirklich religioes lebende Menschen geben, die in Wirklichkeit doch religioes sind, im Sinne von "menschenliebend", menschlich, einladend, hilfsbereit, freundlich, immer sanft und guetig sprechen und niemals aus der Haut fahren. 
Wir koennen uns nicht anmassen zu be- oder verurteilen, vor allem nicht an Kriterien wie Synagogenbesuch, Laenge der Roecke oder Kopfbedeckungen, niemals werden wir ins Innerste eines Menschen schauen koennen und seine tiefen reinen oder nicht reinen Absichten erkennen. Das kann nur einer. 
Und IHM sollten wir das Urteil ueberlassen. 
Wer andere Menschen zum Guten beurteilt, wird auch selbst von G-tt milde beurteilt, so sagt man. 

Wir haben noch den heutigen Tag, um uns - jeder auf seine eigene Art und Weise - auf den Gerichtstag, auf Yom Kippur vorzubereiten. Dann werden wir heute abend - gemeinsam in der Synagoge und doch jeder ganz individuell fuer sich - vor G-tt stehen, beschaemt, zerknirscht, schuldbewusst und enttaeuscht von uns selbst, fragend, bittend, flehend und ehrfuerchtig, reuevoll, kraftlos, aengstlich und schweigend, nachdenklich und traurig, hoffnungsvoll und bittend, bewegt und dankbar. 
Denn es gibt nicht nur Gerechtigkeit, sondern G-tt sei dank auch die Gnade. 
Unser ehrliches Gnadengesuch wird erhoert, das ist sicher, die Tore werden am Yom Kippur abend geschlossen, aber das Tor der Traenen ist immer geoeffnet. 
Wir sind klein und unbedeutend, jeder fuer sich allein, und doch koennen wir grosse Dinge gemeinsam bewirken. 

Fuer unser Land, unsere Region und im Grunde die ganze Welt wuensche ich mir in Anbetracht der Schreckensbotschaften der letzten Monate, dass das Boese niemals siegen wird, dass es bekaempft werden wird bis ins letzte Detail, und dass das Gute die Oberhand gewinnt, dass der gute Kern eines jeden Menschen, sei er Christ, Moslem oder Jude, Buddhist oder Attheist, sich vereint mit dem guten Kern aller Menschen. 
Der letzte Kampf - Gut gegen Boese - muss ein erfolgreicher Kampf fuer das Reine, das Gute, das Menschliche sein. Es gibt keine Alternative! 
Und moege das Reine in uns selbst auch siegen gegenueber dem Negativen. 
Ich wuensche allen Lesern ein besinnliches Yom Kippur, ein leichtes Fasten und einen erkenntnisreichen Tag.