Sonntag, 30. November 2014

3.12.2014 - zehn Jahre Israel

Am Mittwoch ist es soweit. Zehn Jahre, seit meine Fuesse zum ersten Mal israelischen Boden betreten haben - und meine Seele verstand, dass sie nach Hause gekommen war, endlich nachhause. 
Alles Suchen hatte ein Ende, ich war angekommen. 
Ich habe schon berichtet, dass ich mir fuer diesen wichtigen Tag etwas ganz besonders Verruecktes vorgenommen habe - eine Nacht in dem Hotel in Tel Aviv, in dem ich meine erste Nacht in Israel verbrachte. Das Prima Hotel in Tel Aviv, Ecke Frishman-Hayarkonstreet. 
Es wird ein ganz besonderer Tag fuer mich werden und meine Gedanken werden zurueckfliegen, zehn Jahre zurueck. 
Ich danke dem, der mich hierherfuehrte, fuer zehn erfuellte reiche interessante und emotionale Jahre, in denen ich unglaublich viel gelernt und erlebt habe. 
Ich werde am Mittwoch nach der Arbeit dorthin fahren, wo ich 2004 eincheckte, ohne zu wissen, was die naechsten zehn Jahre bringen werden. Dann werde ich - so wie vor zehn Jahren - am Abend am Strand entlang gehen und am Morgen eine Runde im kalten Wasser schwimmen, fruehstuecken und zurueck nach Jerusalem fahren. 
Mein Vater wollte sein ganzes Leben hierher - er hat es nicht geschafft. Und ich habe ihn nicht gefragt, warum eigentlich, was hatte er fuer Beweggruende, welche Verbindung zu diesem Land?
Ich werde es nie erfahren, ich kann nur spueren, was meine eigene Verbindung zu Israel ist. Und diese Verbindung ist eine ganz besondere, intensive und gleichzeitig voellig natuerliche. So,als waere ich schon immer hier gewesen. 
Meine Seele war es ganz sicher.

Noch einmal Miri


Miri Mesika - einer der ersten Popsaengerinnen aus Israel, die ich kannte...


Donnerstag, 27. November 2014

Grosse Terroranschlaege verhindert - G-tt sei dank

Der Shin-bet (Innengeheimdienst) hat groessere geplante Terroranschlaege verhindert. 
Chamas-zellen, die von der Tuerkei und von Jordanien aus agieren und traniert werden, planten beispielsweise einen grossen Anschlag auf das Teddy-Stadium in Jerusalem und einen Anschlag auf die Rakevet, die Stadtbahn, sowie Autobomben und Kidnapping von Juden. Auch juedische Ziele im Ausland standen auf dem Plan. 
Dutzende Verdaechtige wurden festgenommen. 
Ich kann nur sagen, dass ich ziemlich froh bin, dass es unseren Geheimdienst gibt, egal was man im Ausland darueber denkt. 
Der Geheimdienst kann viele Menschenleben retten, unter anderem auch meines, denn die Stadtbahn in Jerusalem muss ich jeden Tag mehrfach benutzen. 
HIER koennt ihr nachlesen in jpost,
HIER in Ynet auf englisch und 

Regen Regen Regen

Und es regnet weiter. Mengen an Wasser ueberfluten das ganze Land, vom Norden bis zum Sueden. Ich hoerte von Menschen, bei denen es in die Wohnung regnet und dachte, naja, das kann mir G-tt sei dank nicht passieren, denn ich wohne ja nicht unterm Dach. 
Weit gefehlt - als ich nach Hause kam, drei grosse Wasserflecken an der Decke, genau dort, wo ich mein "Winterbett" habe, in der sogenannten Galerie oben, und ueber der kleinen Kuechenecke. 
Mist!
Als ich meinen Vermieter anrief riet der mir zunaechst, Eimer unter die Stellen zu platzieren, falls es zu tropfen anfaengt. 
5 Eimer habe ich aber nicht. 
Und es sah nur eine Stelle so aus, als wuerde es dort anfangen koennen, zu tropfen. 
G-tt sei dank ist bis jetzt nichts heruntergekommen. Er meinte weiter, es muesse wohl ein Problem meines Nachbarn sein, der ueber mir wohnt, evtl. hat er ein Problem mit dem Ablauf. 
Wie immer ist mein Nachbar nicht da und nicht zu erreichen. Ich hinterliess einen Zettel vor der Tuer und unterbrach seine abenteuerliche Konstruktion von Licht (Steckdose, die vom Fenster in den Flur fuehrt, um dort Licht zu machen, da einer der Besitzer der Wohnungen wohl die Stromrechnung nicht zahlt, gibt es seit mehr als einem Jahr kein Flurlicht. 
Auch mein Vermieter will versuchen, den Vermieter des Nachbarn zu erreichen. 
Schade, dass ich meinen Winternachtplatz verlassen musste, und nun wieder unten schlafe, denn oben war es ziemlich gemuetlich. 
Ich bin gespannt, wass das Problem behoben wird. 

Der Regen regnet weiter und bis heute abend ist kein Ende in Sicht. 
Das ist fuer die Arbeit absolut .....!
Am gestrigen Tag war ich nur bis Mittags unterwegs, dann im Buero - um dann nach 3 nochmal zu einem Besuch zu gehen. Mein Mantel war am Abend komplett durchnaesst, meine Stiefel voller Wasser und mein Schirm (der erste in dieser Saison) kaputt. 
Das heisst also nochmal ein Tag wie gestern und es ist Ende des Monats, was heisst, ich muss meine Besuche bis Sonntag alle hinter mich bringen. 
Viele habe ich nicht mehr (ich glaube 7) aber sie sind verstreut in der Stadt, was es schwieriger macht. 

Ich freue mich auf heute abend, wenn - egal wie das Wetter ist - erstmal bis Sonntag eine Pause ist und Shabbat einzieht. 
Eine Notbleibe habe ich auch G-tt sei dank immer, meine besten Freunde haben bereits gestern abend signalisiert dass ich dort schlafen soll. 
Euch allen einen guten Tag und vor allem: bleibt trocken und gesund!

Mittwoch, 26. November 2014

Regen Regen Regen גשם גשם גשם

Oh jeee, seit ich aufgestanden bin, ist der Regen noch staerker geworden und am liebsten wuerde ich jetzt hierbleiben, mich ins Bett verkruemeln, unter die warme Decke, eine Waermflasche und ein Buch mitnehmen - und niiiiiee wieder raus. 
Jemand muesste mir wohl zwischendurch Essen liefern, aber sonst.... 
Ach, ein herrlicher Traum.. 
Nein, aber leider muss ich gleich vor die Tuer und im Grunde genommen Hausbesuche machen. Ein paar der noch fehlenden Hausbesuche bis zum Ende der Woche kann ich verschieben bis morgen, (obwhohl morgen das Wetter nicht anders sein soll) und ich habe ca. 3 sehr dringende. 
Danach koennte ich mich ins Buero zurueckziehen und schon mal Berichte tippen. Das ist angenehmer als am Nachmittag klatschnass zu sein. 
Die Mengen an Regen sind natuerlich ein Segen fuers Land, das ist klar. 
So - ich glaube, ich muss mich dann jetzt aufraffen. 
Ich hoffe, in den Bussen ist die Heizung an. Das Schlimmste ist im Grunde das Warten an den Haltestellen. 
Also - aufhoeren zu jammern und LOS.
Schoenen Tag euch, und nach Deutschland einen Gruss - freut euch, gute Heizungen zu haben...

Dienstag, 25. November 2014

Sturm im Anmarsch

In Anbetracht der Tatsache, dass es im letzten Jahr absolutes Chaos gab, beim "Wintersturm", wie z.B. Stromausfaelle bis zu 5 Tagen, heruntergerissene Leitungen, umgestuerzte Baeume, ueberflutete Strassen usw., bereitet sich alles schon seit gestern vor auf das, was uns in der Nacht, spaetestens am Morgen erreichen soll. Gewitter, Sturmfluten, Hagel usw. In Ein Gedi sind die Wadis schon mit Wasser gefuellt, manche Strassen wurden schon vorsorglich gesperrt von der Polizei. 
Und nun sind wir gespannt, bzw. mir gefaellt das gar nicht so gut, habe ich doch noch einige Hausbesuche zu absolvieren, u.a. in Beit VeGan und Har Nof, was recht weit vom Zentrum ist und es ist anzunehmen, dass ich komplett nass bin, wenn ich dort ankomme. Schon gestern war ich am Abend voellig durchnaesst, einschliesslich die Regen-Schnee-boots, die ich aus Deutschland geschenkt bekam. Es regnet einfach bei uns nicht "normal", sondern WENN es regnet, dann auch richtig. Die Strassenraender werden zu reissenden Baechen und man steht sehr schnell bis zum Knoechel im Wasser. Das haelt so recht kein Stiefel aus. 
Zusaetzlich fliesst von oben Wasser in den Stiefel. Einfach aergerlich, aber was soll man machen?
Einfach abends immer wieder den Stiefel mit Zeitungspapier vollstopfen, damit er bis zum Morgen trocknet von innen. 

Jetzt werde ich noch zum Shiur von Rav Vilk gehen "Lehre des Rabbi Nachman"
Ich hoffe, der Sturm wird nicht zuviel anrichten. Nach Donnerstag soll es ja dann langsam wieder ruhiger werden - wettermaessig wenigstens. 

Montag, 24. November 2014

Update aus den Nachrichten Arutz 1 - wahrscheinlich KEIN Anschlag

Es scheint immer klarer, dass der Vorfall in der Altstadt kein Anschlag war, sondern der Messerattacke ein Streit zwischen Juden und Arabern vorausgegangen war.

Update: 3 Jeshiva-studenten in der Altstadt niedergestochen

Es soll drei Verletzte geben, beim Messer-anschlag in der Altstadt. Ein 45 Jahre alter Mann wird an der Brust mittelschwer verletzt, ein weiterer 32 Jahre alter Mann erleidet leichte Verletzungen am Hals und an der Hand. Die Verletzten wurden ins Shaarej-Zedek-Krankenhaus gebracht. (HIER auch bei Arutz7)
Ueber den dritten Mann, der angegriffen wurde, wird nichts berichtet.
Gleich in den Nachrichten um 20h werden wir wohl mehr erfahren. 

Schon wieder Verdacht auf Anschlag mit Messer

Soeben wird berichtet, dass in 50 jaehriger Jude am Jaffa-tor niedergestochen wurde. Er wurde in den Bauch gestochen und konnte sich mit eigener Kraft noch zur nahen Polizeiwache schleppen. Nun ist er auf dem Weg ins Krankenhaus. Man sucht nach dem Taeter. 
Ein Anschlag ist wahrscheinlich, aber noch nicht klar.

Schon wieder gefallen!

Es war eine Frage der Zeit. Die letzten Wochen war Malka so stark geworden, dass sie allein aus dem Sessel aufstehen kann - aufstehen, sich hinstellen,  - aber NICHT allein loslaufen. Dazu brauchte sie dann ihren Rollator, auf den sie sich stuetzte und so ging es mit Begleitung zur Toilette. 
Da man ihr aber aufgrund der Alzheimer-Demenz nicht erklaeren kann, dass sie nicht allein aufstehen soll, war sie oefter mal in der Nacht aufgestanden, ihre Philippinin hatte sie G-tt sei dank jedes Mal gehoert und es war nichts passiert. 
Gestern abend, nachdem ich aus dem Haus war bei ihr, ist es dann passiert. Einige Stunden spaeter bekam ich von der Tochter eine Sms, sie seien in der Notaufnahme, Malka ist gefallen, Nase gebrochen und das Bein hat etwas abbekommen. Was genau, weiss ich noch nicht. 
Es ist wirklich tragisch und ich kann mir gut vorstellen, was fuer Schmerzen sie haben muss  - Schmerzen, die sie sich selbst nicht erklaeren kann, und jede Erklaerung wird sofort vergessen, einfach tragisch...
Vielleicht koennt ihr ja noch einmal ein Gebet zum Himmel schicken fuer Malka bat Chaya...
Danke

Sonntag, 23. November 2014

Ich wuensche allen eine gute, sichere und friedliche Woche

Und fuer die Leser in Deutschland einen angenehmen Sonntag. Ruht euch aus, entspannt euch und schaltet ab. Wir hier in Israel starten in eine neue - hoffentlich friedlichere - Woche.

Freitag, 21. November 2014

Shabbat shalom und moege Frieden sein im Land

(Bild: Breslev)

18.11.2014 Har Nof Terrorist attack


Har Nof - Massaker


Schwer zu verdauen

Vorhin habe ich etwas gelesen ueber die Opfer des Massakers von dieser Woche. Im Grunde konnte ich es mir denken, aber ich wollte das Schreckliche nicht wahrhaben. Warum nimmt man eine Axt mit, zusaetzlich zur Pistole? Warum ein Fleischermesser?
Ja, sie wurden nicht nur erschossen, sondern es wurden ihnen auch die Gliedmassen abgehackt. Ich tue mich schwer, das zu schreiben, ich tat mich schwer, es zu denken, es mir vorzustellen. 
Nicht umsonst sagen die Mitarbeiter des MDA (Magen David Adom, das israelische Pendent zum Roten Kreuz), dass sie so etwas Schlimmes noch nie gesehen haben. 
Genauso die Mitarbeiter des Zak´a (Identifizierung von Katastrophenopfern), die die ehrenvolle Aufgabe haben, Menschen zu identifizieren, auch Teile von Menschen zu identifizieren, was hoch anzurechnen ist, denn diese Bilder wird man nicht so schnell wieder los.Und doch sind sie immer wieder als Volontaere vor Ort, um Leichenteile zuzuordnen, "einzusammeln". 
Die Tatsache, dass in der gesamten Woche immer wieder ueber das Unvorstellbare berichtet wird, sagt auch einiges darueber aus, wie sehr wir bemueht sind, es irgendwie zu verdauen. 
Und mal ganz ehrlich - ich bin weit davon entfernt, das verdaut zu haben. 

Donnerstag, 20. November 2014

Drei Soldaten ueberfahren vor zwei Wochen - doch geplanter Anschlag

Anfangs hat man der Version des arabischen Autofahrers geglaubt, der sich der Polizei gestellt hatte und beteuerte, die drei Soldaten an der Zomet HaGush nicht absichtlich ueberfahren zu haben. Es sei ein Unfall gewesen. 
Inzwischen hat er gestanden, und es stellt sich heraus, dass auch dieser Anschlag vorgeplant war. Einer der verletzten Soldaten hatte von anfang an seinem Vater erzaehlt: "Ich habe ihm ins Gesicht sehen koennen, dem Autofahrer und er hat keine Anstalten gemacht, zu bremsen. Das war kein Unfall!"
Nun ist es klar und der Anschlag reiht sich in eine lange Reihe von Terrorattacken ein, die unser Land erschuettern.

Oeffentlichkeit "mehr rechts" als alle Politiker?

Eine Aussage des Buergermeisters von Ashkelon, Itamar Shimoni erregt die Gemueter. 
Auf die grosse Sorge der Eltern hin, gibt er bekannt, alle israelischen Araber von Baustellen an Kindergaerten und Schulen entlassen zu wollen.
Die Eltern laufen Amok und haben Panik um die Unversehrtheit ihrer Kinder in nicht beaufsichtigten Schulen und Kindergaerten, spaetestens nach dem Massaker in einer Synagoge. 
"Wer vor Betenden nicht halt macht, dem sind auch Kinder ein willkommenes Ziel fuer Terroranschlaege.." behaupten sie. 
Itamar Shimonis Aussage erregt die gesamte Bevoelkerung. Die einen bezichtigen ihn des Rassismus, die anderen - und das ist erstaunlicherweise die Mehrheit, laut Umfrage - begruesst sein Vorhaben. 
Ganz unerwartet geht gegen dieses Vorhaben Premierminister Netanyahu vor, sowie der absolut Rechte Naftali Bennet, Zipi Livni sowieso einschliesslich des neuen Staatspraesidenten. 
Naftali Bennt: "Wir zeigen NULL Toleranz gegenueber jeglicher Art von Rassismus und Ungleichbehandlung."
Netanyahu gibt an, dass die meisten der israelischen Araber nicht Terroristen sind und friedlich ihr Leben leben wollen. 
Wer haette das gedacht, Bibi?
Ich finde es erst einmal gut, dass das so klar hier gesagt wird. 

Ob ich mich mit der Entscheidung wohl fuehlen wuerde, wenn ich ein Kind im Kindergarten haette, weiss ich nicht. Schon waehrend des Krieges hatten sich alte Menschen mir gegenueber angstvoll geaeussert in Anbetracht der Tatsache, dass sich neben ihrem Haus eine Baustelle befindet, und somit viele Araber, die manchmal abends aus Bequemlichkeit nicht nach Hause fahren, sondern im Rohbau uebernachten. Alte Menschen allein im Haus haben durchweg Angst, es passieren einfach zuviele Verbrechen gegenueber alten Leuten. 
Ich bin gespalten zwischen "Selbstverstaendlich kann man Arabern nicht ihre Arbeit nehmen. Natuerlich moechte ich jedem arabischen Israeli unvoreingenommen begegnen. Ich laechle ihn an, sie an. Vor mir steht ein Mensch, der im Antlitz G-ttes geschaffen wurde, wie ich, wie du. Ich moechte nicht den Terroristen mit der Putzfrau meiner Freundin gleichsetzen"

Und dann : "Wie muessen sich Eltern fuehlen, wenn sie wissen, dass jeder Araber sich mit einem Mal zum "Killer" entschliessen kann, die Axt, die Pistole, das Schlachtemesser nimmt und los geht. Denn jeder hat die Chance Shahid zu sein. Woher weiss ich als Mutter, dass nicht unter den 30 Bauarbeitern nebenan doch einer ist, der mit dem Gedanken liebaeugelt, Juden zu toeten, egal ob Betende, oder Kinder.."
Einer der Terroristen vom Dienstag, der mit brutaler Grausamkeit Betende abgeschlachtet hat, war jahrelang nebenan im Laden beschaeftigt, man kannte ihn, er kannte die Nachbarn, die dort einkauften. Er war nicht arbeitslos und ohne Hoffnung und Perspektive, sondern verdiente sein Brot. Was hat ihn dazu veranlasst, ploetzlich diese Nachbarn, die er jeden Tag beim Einkauf sieht, mit der Axt zu attackieren? Was um alles in der Welt ist in seinem Gehirn vor sich gegangen, dass er daran Gefallen fand?

Die angsterfuellten Eltern kann ich verstehen. Genauso, wie ich nicht sagen moechte: "Alle Araber sollen entlassen werden, die in der Naehe von Kindern arbeiten."
Was soll man bloss tun?

Eine alte Dame, die ich heute in Har Nof besuchte, erzaehlte mir vom Dienstag morgen. Wie sie aufwachte, spaet am Morgen, weil auf der Strasse so viel Laerm war, Krankenwagen, Polizei, Geschrei, Schuesse. 
Sie ging in den Hausflur um zu fragen, was passiert ist. Dort fand sie zwei Nachbarinnen, die sich gegenseitig im Arm hielten, und weinten. Die alte Dame war entsetzt und fragte, was denn nur los sei. Man sagte ihr, etwas ganz Schlimmes sei passiert, in der Synagoge, gegenueber. 
Meine alte Dame kehrte in ihre Wohnung zurueck und stellte den Fernseher an, musste das Allerschlimmste mit ansehen, was sie seit langem gehoert hatte. 
"Ich fuehlte mich an die Shoa erinnert, an die ersten Jahre hier im Land mit meinen Eltern, es gab ein Massaker in Hebron, aehnlich wie dieses, ich kann mich nicht erinnern, dass das mal aufgehoert haette, immer mussten wir in Angst leben, immer waren wir gehasst und verfolgt, wollte man uns toeten, ausloeschen. Kannst du mir sagen, warum?"
Nein, ich weiss es selbst nicht. 

Weiter sagte sie: "Weisst du was? Ich kann keinen Hass fuehlen, in mir ist so ein Gefuehl einfach nicht. Und ich moechte die Araber nicht hassen.Aber das viele Blut, die unschuldigen Menschen, wieso kann jemand so etwas machen?"

Auch darauf weiss ich keine Antwort. 
In jedem Falle ist das Vorhaben von Itamar Shimoni, keine arabischen Bauarbeiter mehr an Kindergaerten und Schulen zu beschaeftigen, eindeutig nicht mit dem Gesetz vereinbar. PUNKT. 
Aber koennte genau das zum Sicherheitsrisiko werden?
Rami Levi, der vor zwei Tagen ebenfalls angekuendigt hatte, evtl. seine arabischen Mitarbeiter zu entlassen, wird dies nicht tun. So hat er entschieden. Und schon gehen die Proteste in den sozialen Netzwerken gegen ihn los. 
Was soll man tun?
Uebrigens will die Gemeinde, in der das Schreckliche geschah, die arabische Reinigungskraft NICHT entlassen. Der Mann ist schon Jahre in dieser Synagoge taetig.

Itamar Shimoni sagte, er wuerde lieber als Rassist beschimpft, als eine Grabrede auf der Beerdigung eines Kindes sprechen zu muessen. 
Was sollen wir bloss tun?
Was ist richtig? 
Und wie koennen wir uns schuetzen und gleichzeitig Rassismus vermeiden, die unschuldigen Araber nicht treffen mit unseren Vorkehrungen?
Das leichte Miteinander, was es trotz aller Spannungen in der heiligen Stadt immer gab, ist raus. Man schaut erschreckt auf, wenn ein Bagger ein wenig schneller auf einen zukommt, ein Auto nicht frueh genug bremst, ein arabisch aussehender junger Mann neben einem im Bus sitzt. Wir koennen nicht in die Herzen schauen und muessen vorsichtig sein. Und doch wollen die wenigsten von uns hassen. 
Was sollen wir tun?

Angst in den Stadtteilen, die an arabische Bezirke grenzen

Vor allem Eltern in den Stadtteilen Giv´at Zarfatit, oder Armon haNaziv sorgen sich um ihre Kinder. "Wenn es jetzt schon Massaker in der Synagoge gibt, dann sind unsere Kinder in den Schulen und Kindergaerten auch nicht mehr sicher."
Es sollen Kindergaerten und Schulen mit Security ausgestattet werden, sowie Kinos (vor allem grosse wie Cinema City) und Theater. Die Angst vor neuen Anschlaegen geht um. 
"Die Kinder gehen nirgendwo mehr allein hin, nicht mal auf den Spielplatz!" sagen die Eltern. 
Da einer der Terroristen im kleinen Laden neben der Synagoge arbeitete, hatte Rami Lev (von der Rami-Levi-Supermarktkette) vor, alle arabischen Mitarbeiter zu entlassen. Ob er das wirklich umsetzt, weiss ich nicht. Klingt rassistisch? Ja, da habt ihr recht. 
Aber zu solchen Panikmassnahmen wird man hier getrieben, aus purer Angst. Natuerlich sind nicht alle Araber Terroristen. Das ist uns allen klar. Die meisten sogar wollen einfach nur ihre Ruhe haben und normalen Alltag leben. Davon bin ich fest ueberzeugt. Und genau sie werden unter dem leiden, was Terroristen sich so ausdenken, um Juden zu toeten. Schade, dass es so kommen muss. 
Aber zurzeit fuehlt sich wohl niemand an keinem Ort mehr sicher. Woher weiss ich, dass der arabische Mitbuerger neben mir nicht gerade einen Anschlag plant?
Vabanquespiel - jeden Tag.

Ich zitiere Ruth aus dem Blog "Blick auf die Welt von Beer Sheva aus", die einige traurige Tatsachen der Vergangenheit zusammenstellte:


Alaa Abu Dhein, der vor 6 Jahren acht Jeschiwaschueler in der Talmudschule Mercaz Harav ermordete, arbeitete als Fahrer bei einem Lieferservice. Daher kannte er die Gebaeude der Jeschiwa. Seine Waffe versteckte er in einem Karton. Vermutlich wurde er nicht kontrolliert, weil er als Angestellter der Lieferfirma bekannt war.
Nadal Amar arbeitete in einem Restaurant in Bat Yam mit Tomer Hazan zusammen. Er lockte seinen Kollegen ins Westjordanland und ermordete ihn dort.
Mutaz Hijazi, der Rabbi Glick ermorden wollte, war im Restaurant Terassa im Beginzentrum angestellt, und hatte daher die allerbeste Ausgangsposition, um Veranstaltungen und Teilnehmer im Beginzentrum auszukundschaften.
Einer der beiden Cousins, Uday und Ghassan Abu Jamal, die gestern das Massaker in der Synagoge angerichtet haben, war im Lebensmittelladen an der Ecke gegenueber der Synagoge beschaeftigt. Auf diese Weise kannte er die Gebetszeiten und konnte den Anschlag planen.

In den letzten Tagen haben sich mehrere Hundert Menschen gemeldet, die bereit sind, der Polizei zu helfen beim Schutz der Buerger. Es wird auf eine Art Buergerwehr hinauslaufen. 
Und all der hochgefahrene Sicherheitsstatus wird den naechsten Anschlag nicht verhindern. 
Zur falschen Zeit am falschen Ort - und das war´s.

Ein Patient aus Har Nof sagte mir gestern: "Beten hilft." "O.k.", sagte ich zu ihm, "aber genau das hat den letzten Opfern auch nicht geholfen. Mitten im Gebet...."
Da meinte er: "Ja, was das Merkwuerdige in der Synagoge war, ist die Tatsache, dass es Menschen gab, die noch nie in dieser Synagoge beten, aber gestern kamen sie, um mit jemandem etwas zu besprechen. Andere wiederum beten jeden Tag hier, aber ausgerechnet gestern sind sie in eine andere Synagoge gegangen, oder einer gar hatte verschlafen, und ist so dem Massaker entgangen. Es war, als ob die, die ermordet wurden auch da sein sollen. "
Gruselig. Aber wenn wir das Urteil an Yom Kippur ernst nehmen, ist alles vorgeplant und wir koennen sowieso nichts dagegen unternehmen. 

Es gibt einige arabische Mitarbeiter in Kindergaerten und Schulen (in der Kueche, oder Reinigungskraefte etc) Die Angst geht um und koennte zu weiteren Panikentscheidungen fuehren. 
Aber was ist jetzt richtig? Welche Entscheidung ist vernuenftig? Es herrscht einfach nur eine grosse Ratlosigkeit im Land, und besonders in Jerusalem. 
Ich werde gleich losgehen und hoffen, dass der Tag fuer uns alle friedlich verlaeuft.

Mittwoch, 19. November 2014

Muede und erschoepft

Kann man muede und ausgelaugt sein von Schreckensnachrichten? 
Ich jedenfalls habe zurzeit wenig Kraft zu diskutieren ueber die "Ursachen", die zu dem Massaker von gestern gefuehrt haben koennten?
Ihr lieben Menschen aus Har Nof, die ihr nichts getan habt, ausser - Juden zu sein. Ich bin mit euch und euren Familien. 
Ich kann nichts anderes denken und fuehlen und bitte verschont mich einfach mit dem Hinterfragen der Ursachen. 
Es ist nichts anderes, als das, was die unzaehligen Kommentare in Spiegel und Tagesschau gebetsmuehlenartig herunterleiern. "Tja... da muss Israel jetzt den Preis zahlen" oder "Wer Wind saet...." 
All das ist mir so zuwider und ich weiss, ihr werdet es wohl nicht verstehen, warum ich dessen muede bin. 

Ich werde Terrorismus und Mord nicht rechtfertigen und habe nicht vor, dies zu "lernen". Nehmt das zur Kenntnis bitte und nehmt ein klein wenig Ruecksicht auf unsere geschockten Seelen. 
Ich schreibe das, was hier passiert, nicht fuer euch auf, um mir eine Faust in die Magengrube einzuhandeln, sondern um euch darzulegen, wie es sich anfuehlt, zurzeit unter diesen nicht einfachen Umstaenden zu leben. 

Ich beklage mich nicht, denn ich will hier sein, lebe gern hier. 
Ich beschreibe nur auch meine Gefuehle, und die derer, mit denen ich spreche und lebe. 
Es kann gut sein, dass das nicht in eure Weltanschauung passt, aber ich erwarte schon gar nicht mehr, dass jemand von "aussen" unsere Lage hier versteht. 
Ich bin einfach nur muede. 
Daher werde ich jetzt auch schon ins Bett gehen und den letzten Tag dieser Arbeitswoche morgen versuchen, so gut es geht, zu leben. 

Ich schaetze Eure Kommentare sehr, aber fuer vieles habe ich einfach keine Kraft. Eine politische Diskussion moechte ich ebenfalls nicht fuehren. Ich will einfach nicht. 
Lest meine Post, oder tut es nicht. Es bleibt euch ueberlassen, das ist das Positive. 
Ich wuensche uns eine ruhige und bessere Nacht als die vorige. Ich wuensche den Seelen der Ermordeten, dass sie ihre Ruhe finden. 
Und ich fuehle mich den Menschen hier um mich herum so nahe wie selten.
Und falls Ihr das alles nicht so recht verstehen koennt - ihr muesst es nicht!

Das gefaellt mir

Sidan Seif, (heute hiess es, er war 30 Jahre alt) wurde heute zu Grabe getragen. 
Charedim hatten die Bevoelkerung dazu aufgerufen, moeglichst zahlreich zu seiner Beerdigung zu kommen in einem Dorf in Galilaea. "Wir ignorieren keinesfalls das, was er fuer uns getan hat. Er hat Menschen mit seinem eigenen Leben geschuetzt und ist dabei selbst getoetet worden. Er hat gewiss Anteil an der kommenden Welt" 
Dem Aufruf der Charedim sind in der Tat 2000 Menschen gefolgt, viele waren noch nie in diesem drusischen Dorf. Sie kamen aus Haifa, aus Tel Aviv, ja aus Jerusalem wurde sogar eine Transportmoeglichkeit organisiert. 
Sidan Seif, Druse, schuetzte das Leben von Juden. 
Danke Sidan. 
יהי זכרך ברוך 
Wie im Fernsehen zu sehen war, verlief die Beerdigung ruhig und ich war beeindruckt von der besonnenen Art, mit der diese Menschen im Dorf von Sidan von Shalom und Versoehnung sprachen. Und davon, dass sich die Gemueter unbedingt beruhigen muessen, da diese Gewaltspirale niemandem nuetzt.

Unruhige Nacht

wohl nicht nur fuer mich, sondern in ganz Jerusalem. Angespannte Lage, der Hubschrauber kreist die ganze Nacht. Die Lage in Jabel Mukaber soll ziemlich aufgebracht gewesen sein. Von dort kamen die Terroristen, von dort kamen auch viele andere Terroristen, um hier mitten in Jerusalem Anschlaege zu verueben. 
Heute nacht wurde das Haus des Attentaeters, der in die Menschenmenge fuer und u.a. ein Baby umbrachte, abgerissen. (Immer wieder liest man in Tagesschau u. Co, dass so die Juden sind, Auge um Auge, Racheakte eben. Das ist so nicht richtig. Das Abreissen der Haeuser soll eher eine Abschreckung fuer die Familien sein, solche Taten nicht zu unterstuetzen, denn es ist ein enormer Verlust, wenn das Haus abgerissen wird. )
Menschen werfen Steine auf Sicherheitskraefte in Jabel Mukaber in der Nacht. 
Rechtsextreme Juden gehen auf die Strasse und rufen nach Rache. (Bitte nicht. Tut uns allen das nicht an!!) 
Schulen und Kindergaerten schreien nach Sicherheitskraeften, denn sie befuerchten dass solch ein Massaker auch in ungeschuetzten Schulen passieren koenne. Es waere nicht auszudenken. 
Inzwischen wird gesagt, dass es durchaus auf eine Art "Buergerwehr" hinauslaufen koennte. Viele Menschen hier tragen Waffen, und schon oft sind wir genau durch diese Waffen vor Schlimmerem bewahrt worden. (Z.B. als ein beherzter Mann den Amoklauf mit dem Bagger vor 6 Jahren beendete, indem er aufs Fuehrerhaus kletterte und den Amoklaeufer erschoss)
Man bittet die Menschen, die eine Waffe besitzen, der Polizei zu helfen, wachsam zu sein. 

Meine Guete, es ist immer noch unfassbar. 
Wie wird die Lage heute sein? 
Heute muss ich nach Har Nof, Patienten besuchen. Gerade dort wird wohl heute nichts passieren (hoffe ich). Ich werde auch in der Strasse sein, wo das Massaker passiert ist, die Rechov Agassi. 

Ich wuensche allen einen sicheren Tag und moege die Hand G-ttes ueber euch wachen, in jeder Minute!
Und seid dankbar, dass es in Deutschland immer noch recht sicher ist in eurem Alltag!

Eine ruhige Nacht fuer Israel - bitte!

Nach einem Arbeitstag, an dem man funktionieren muss und wenig Zeit zum Verdauen blieb, fange ich nun langsam an, die Bilder zu verdauen, das grausame Massaker vom Morgen irgendwie zu begreifen, aber es will nicht gelingen.
Traurig machen die Kommentare - im Grunde wie wir sie gewohnt sind - aus Tagesschau, Spiegel und Co. Ein abgeschlachteter Jude scheint nichts wert zu sein, in den Augen der Weltoeffentlichkeit.
"Selbst schuld" oder "folgen jetzt wieder Racheakte an tausenden von Palaestinensern?" machen nur noch traurig.
Soviel zu den deutschen Kommentaren.
In CNN war die Hetze unterschwelliger, dort hiess es heute morgen in der Schlagzeile, Massaker an in Jerusalem in einer MOSCHEE (!!!). War ein kleiner Fehler, klar, hat aber zur Folge, dass der Leser, der Schlagzeilen ueberfliegt sofort denkt: Aha, Juden ermorden jetzt schon Muslime in den Mosheen.
Am Abend wurde sich von CNN dafuer entschuldigt.

Ach, ich kann einfach keine Kraefte mehr fuer die Reaktionen ausserhalb von Israel aufbringen. Zu sehr ist die Seele mit dem Geschehen beschaeftigt, den Toten, dem Blut.
Ein Siddur in Blut schwimmen zu sehen, tut physisch weh.
Axt, Schlachtermesser, Pistole, das Warten der Terroristen, bis auch genug Juden in der Synagoge sind, damit es sich "lohnt", ein 12 jaehriger Junge, der sich todesmutig und gleichzeitig vor Angst fast gelaehmt, an den Beinen der Terroristen vorbeirobbt und fluechten kann, um der Mutter zu erzaehlen, was nebenan in der Synagoge vor sich geht.
Mutige Polizisten, Menschen die beten, Tallit, Tefillin und Tod, Tod, Tod, Tod und gerade eben noch einmal - Tod.
Der ruhige Stadtteil, in den ich morgen wieder gehen muss, um Hausbesuche zu machen, Har Nof, wer haette das geglaubt?
Ich fasse das noch nicht und hoere gerade wieder Hubschrauber kreisen.
Ich denke an das schreckliche Attentat in der Jeshiwa Mercaz haRav.
Nirgends sicher, oder doch vielleicht wenigstens hier zuhause?
Ich bete um den Frieden von Jerusalem, um unser aller Frieden und Unversehrtheit, um die Muslime, die auch nur in Ruhe ihren Alltag leben wollen, um alle Buerger in diesem kleinen Land.
Wir koennen doch nebeneinander leben, wir sind doch zusammen am Strand von Tel Aviv, am Toten Meer, haben Freude ... ihr doch genauso wie wir....

Dienstag, 18. November 2014

Eine traurige Nachricht - der schwerverletzte Polizist ist seinen Verletzungen erlegen

Sidan Seif , 35 Jahre alt, (andere Quellen sagen 27 Jahre alt),  Vater eines 4 Monate alten Babys, ist tot. Er ist seinen schweren Verletzungen erlegen, beim Terroranschlag in Har Nof heute morgen.
Sidan war Druse, hat mit seinem Koerper einen Kollegen geschuetzt und ist dadurch lebensgefaehrlich verletzt worden. Soeben wird sein Tod bekannt gegeben.
יהי זכרו ברוך

Reaktionen der BBC

Der Terroranschlag war wohl ueberall in der Welt eine Schlagzeile wert. 
Merkwuerdig jedoch, wie die BBC damit umging. 
Minister Bennet wurde von BBC interviewt und wollte gerade Bilder vom Tatort zeigen, als er von der Reporterin unterbrochen wird mit den Worten: "Wir wollen diese Bilder nicht sehen!"
(????)
Die Schlagzeile der BBC ist wohl auch ein wenig daneben geraten. 
Fast so, als habe es eine Sturmflut gegeben, bei der 4 Israelis und 2 Palaestinenser umkamen. 
Ich finde manchmal einfach keine Worte mehr fuer die Ignoranz von brutalen Terroranschlaegen.

Der Terroranschlag wie er sich anscheinend ereignet hat

(
(foto: kikar hashabbat)
Ein paar Minuten vor 7 Uhr morgens - die 2 Terroristen sitzen seit einer Stunde in der Naehe der Beit Knesset (Synagoge) "Kehilat Jaakov"  in ihrem Auto, sie kommen aus Jabel Mukaber. Einer der Taeter arbeitet im kleinen Laden neben der Synagoge in der Agassi-Street. 
Kurz vor 7h steigen sie aus, bewaffnet mit Axt, einem Schlachtermesser und Pistolen. 
Sie gehen ungehindert die Treppe hoch zum Gebetsraum, dort beten zu dieser Zeit etwa 25 Menschen. Im Moment der hoechsten Konzentration - der absoluten Stille, da man das Shmone Esre-Gebet betet, in dem sich jeder Betende G-tt gegenueber fuehlt, werden die ersten Schuesse abgegeben. Die zwei Taeter laufen Reihe um Reihe ab und stechen auf die Betenden ein. (G-tt, warum tust du nichts in diesem Moment?...)
Einer der Beter kriecht vor Angst unter eine Bank und versteckt sich. Er ueberlebt. 
Sie kehren um und bewegen sich wieder in Richtung Ausgang, weiter schiessend und mit dem Messer zustechend. 
Nach 5-7 Min. kommen zwei Verkehrspolizisten ins Gebaeude und schiessen auf die Terroristen, machen dem Amoklauf ein Ende. 

Vier Betende werden auf bestialische Weise abgeschlachtet, in dem Moment, wo sie vor G-tt stehen, mit IHM sprechen. Ich verstehe G-tt wirklich nicht, warum... warum? Konntest DU sie nicht retten? Was haben sie getan? 

Vier Betende, 
Rav Kalman Levin, 50 Jahre alt
Awraham Goldberg, 68 Jahre alt
Arie Kopinski, 43 Jahre alt und 
Rav Moshe Taverski, 59 Jahre alt. 
Alle vier Opfer wohnen in derselben Strasse. 

Moegen sie ihren Frieden gefunden haben. 

Es gibt zwei leicht Verletzte, die bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten, baruch haShem. Und weitere 4 schwerer Verletzte, einer davon schwebt noch in Lebensgefahr. 

Die Beit Knesset ist in dem STadtviertel, in dem der Rav Ovadia Josef wohnte, und auch viele Shas-mitglieder, u.a. Eli Jishai wohnen und nicht selten dort beten.
Eine Mutter in Har Nof sagte: "Ich habe ueberlegt, ob ich meine Kinder in die Schule schicken soll.. man weiss irgendwie inzwischen  nicht, wo der naechste Anschlag sich ereignen wird..."

Har Nof ist ein sehr ruhiger, fast idyllischer Stadtteil, in dem ich haeufig Patientenbesuche mache, ein religioeser Stadtteil, mit einer ueberwaeltigenden Aussicht ueber Mevasseret, bis Kastell, hinueber zum Hadassah-Hospital..
Vor ein paar Wochen stand ich dort und dachte kurz darueber nach, dass in diesem Stadtteil bestimmt nichts Schlimmes passieren wird.
Es ist unheimlich, es passiert leise, keine explodierenden Bomben, keine Sprengstoffguertel - der neue Terror kommt leise angeschlichen, heimtueckisch und hinterhaeltig. Ja, hinterhaeltig und feige.
Mit einem Messer auf arglose ins Gebet versunkene Menschen einzustechen ist keine grossartige Heldentat. Und doch wird sie als solche von Chamas gefeiert. Chamas begruesst die Tat und ermutigt dazu "weiterzumachen", moeglichst viele Juden abschlachten.

Wir haben keinen Schutz, keine noch so verstaerkte Polizeipraesenz, die wir schon ueberall in der Stadt spueren, keine Betonkloetze und keine Kontrollen koennen Einzeltaeter aufhalten, die uns an der naechsten Strassenecke erwarten, uns toeten wollen.
Jeder Schritt und Tritt wird gefaehrlich, jederzeit kann der naechste Anschlag sein, jederzeit der naechste mit seinem Auto bei Rot NICHT anhalten, sondern versuchen moeglichst viele von uns zu ueberfahren.
Es ist ein Gluecksspiel geworden, durch den Tag zu gehen in dieser Stadt.
Traurig, aber wahr.
Und jetzt, 11 Stunden nach dem Anschlag ist der Geist immer noch bemueht, das Ganze zu verdauen, was sich da heute morgen ereignet hat.

Heute sprach eine Frau mit mir an der Haltestelle. Sie sagte: "Meine Tochter rief gerade an, und sagte, Mama ich hoffe nicht, dass du auf dem Shuk bist!!" Ich antwortete ihr, dass ich nicht auf dem Shuk sei. (obwohl ich genau dort war. )
Was sollen wir tun? Wir koennen nicht ahnen, wo sie das naechste Mal zustechen, zuschlagen oder versuchen uns zu ueberfahren. Wir koennen uns einfach nicht in Sicherheit bringen. 

Die Namen der 4 Toten - Baruch Dayan haEmet -

Anfangs war von 5 Toten die Rede, nun sind es 4 Menschen, die dem Terror in Har Nof zum Opfer gefallen sind. (plus zwei Attentaeter, die im Feuergefecht erschossen wurden)

HaRav Kalman Levin (הרב קלמן לוין)
Awraham Goldberg (גולדברג)
Arie Kopinski (אריה קופינסקי)
HaRav Moshe Tavarski (הרב משה טברסקי)

יהי זכרם ברוך

Update: Terroranschlag in Har Nof fordert schon 5 Tote

Ich muss jetzt da hinaus, in diese neue Wirklichkeit.
Gebe G-tt dass wir alle unversehrt nach Hause zurueck kehren heute abend.

Terrorattacke auf Betende in Synagoge

Es scheint tatsaechlich ein Terroranschlang gewesen zu sein. 
EIn Mann erliegt seinen Verletzungen, man spricht nun von 9 Verletzten, als auf Betende an einer Synagoge in Har Nof geschossen wird. (Tatwaffen, Axt und Gewehr)
Hoert das denn gar nicht auf?
Bitte lass das aufhoeren, Vater im Himmel!

Arabischer Busfahrer tot in seinem Bus aufgefunden - laut Polizei Suizid

NAchdem ein arabischer Busfahrer in Ostjerusalem tot aufgefunden wurde, lauteten Geruechte unter der arabischen Bevoelkerung dahingehend, dass es ein Lynchakt von juedischen Extremisten gewesen sei. 
Die Polizei findet keine Spuren auf einen Gewaltakt bei der Obduktion und geht von Selbstmord aus. Gestern wurde der Mann unter Unruhen beerdigt. 

Mann in den Kopf geschossen in Har Nof vor der Synagoge - Terrorakt wird geprueft

In der Strasse Agassi bin ich auch oft unterwegs, dort leben einige Patienten von mir. Auf dem Gelaende einer der Synagogen - so wird soeben berichtet - ist ein Mann wahrscheinlich in den Kopf geschossen worden, ein lebensgefaehrlich Verletzter, ein schwer verletzter und ein mittelschwer Verletzter. 
Ein Anschlag wird geprueft. (Har Nof ist ein Stadtteil Jerusalems)
HIER erste Meldungen bei jpost

Sonntag, 16. November 2014

Steinewerfer in Jerusalem verletzt Busfahrer

Im Laufe des heutigen Tages wurde in Jerusalem ein Busfahrer verletzt, als ein Stein in seine Windschutzscheibe geworfen wurde.

Blendgranate wird in Richtung Restaurant geworfen

Von einem Motorradfahrer wird eine Blendgranate auf ein Restaurant (Esra ubanav) geworfen, in der Gegend Azor, bei Cholon. 
Ein Mann wird verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Vorfall wird untersucht. Noch ist nicht klar, ob ein terroristischer Hintergrund vorliegt. 

Anschlag mit Schraubenzieher in der Naehe des Damaskustor

Ein juedischer Mann wird von einem Araber von hinten mit einem Schraubenzieher attackiert. Dies ist vor kurzem in der Naehe Damaskustor passiert. Die Polizei ist fast sicher, dass es sich um einen Terroristischen Hintergrund handelt. Der Mann ist ein Breslev-Chassid.
Der Taeter ist entkommen. .
(in ynet, und galej zahal wird von der Nevi´im str. gesprochen, im TV heisst es "Naehe Damaskustor" ( die rechov haNevi´im beginnt ein wenig die Strasse hoch vom Damaskustor aus)

Freitag, 14. November 2014

Shabbat shalom mit einem Lied von Netanela

אלי אלי
שלא יגמר לעולם
החול והים
רשרוש של המים
ברק השמים
תפילת האדם

Mein G-tt mein G-tt
moege niemals enden
der Sand und das Meer
das Rauschen des Wassers
der Blitz am Himmel
und das Gebet des Menschen

Donnerstag, 13. November 2014

Wieder mal Gaeste!

Ich freue mich sehr auf den morgigen Shabbat-abend. Denn ich habe mal wieder nach laengerer Zeit Gaeste. Ein wenig Stress ist angesagt, denn auch Buerobereitschaft habe ich noch bis 12h mittags. 
Aber da ich heute abend schon alles vorbereitet habe, wird es morgen dann ohne Hektik klappen. Meine Freundin Esti kommt mit ihrem Mann, Freda mit ihrer netten Phillipinin und ein junger Mann aus Deutschland, ein Blogleser, der hier fuer 5 Monate einen Ulpan Ivrit macht. Ich freue mich auf meine Gaeste!


Doch nicht so haesslich - Betonadot

Erinnert ihr euch an die Beton-kloetze, von denen ich erzaehlte? Sie wurden nach den letzten Anschlaegen mit Autos in der ganzen Stadt an den Haltestellen der Strassenbahn verteilt, dort, wo man mit dem Auto hineinfahren koennte. All das um die Buerger "ein wenig" zu schuetzen.
Haessliche Betonkloetze.
Tja, da hatten wir nicht mit der Kreativitaet der Menschen hier gerechnet. Einige dieser Kloetze sind wirklich nette Objekte geworden. Schaut mal!






















Mittwoch, 12. November 2014

Youtube wird kostenpflichtig???

Schaut mal HIER
You tube wird kostenpflichtig, insgesamt oder nur, wenn ich keine Werbung auf dem Video haben will?
Ich verstehe das, was dort in CHIP berichtet wird nicht so ganz.
Vielleicht koennt ihr mir das erklaeren, wie man es einem 6 Jaehrigen Kind erklaert?
DANKE.

Wundermittel Zimt?

Von einem Patienten bekam ich den Tipp, zweimal am Tag einen Viertel-TL Zimt in kochendem Wasser aufzuloesen und zu trinken. (man kann es auch in den Cafe am Morgen mischen oder noch Zucker hinzufuegen, wer mag). Der Husten wuerde sich lockern, meinte er. 
Und - er hat recht. Mein Husten ist immer noch da, aber locker. 
Dieses Wundermittel soll auch die Abwehrkraefte staerken und Erkaeltungen vorbeugen, Bakterien und Parasiten im Koerper vernichten und besser sein als jedes Medikament. Bei Blaehungen oder bei Durchfall - Zimt hilft (angeblich) immer. 
Probiert es mal aus, ehe ihr zu harten Massnahmen greift. Schaden kann es jedenfalls nicht. Laut Rambam soll es sogar das Denkvermoegen staerken.

Dienstag, 11. November 2014

Irondome - im Norden und im Sueden

Angesichts der verschaerften Sicherheitslage, werden an den Grenzen im Sueden (Gaza) und im Norden (Libanon) Batterien von Kipat Barzel (Irondome) aufgestellt. Es werden Raketen aus Gaza oder dem Libanon befuerchtet.

Ueberfahrt Juden! - erstecht Juden!

Es gibt zwei grosse Kampagnen in den arabischen sozialen Netzwerken. Eine ruft auf, moeglichst viele Juden zu ueberfahren, die andere, moeglichst viele Juden zu erstechen.

Eine Blendgranate explodiert am Kikar Zion (Zionssquare)

Vor ca. knapp einer Stunde explodiert eine Blendgranate am Zionsplatz (mitten in der Stadt, Ecke Ben Yehuda/Jaffaroad). Es wird niemand verletzt.Baruch haShem.

Unruhen von Galilaea bis in die Altstadt

In Galilaea, in der Altstadt von Jerusalem, in der Naehe von Hebron - ueberall fliegen Steine auf Polizeiwagen, werden Molotowcocktails geworfen.
Bei Konfrontationen mit der Polizei und den Sicherheitskraeften wird ein junger Mann in Hebron erschossen.
Das duerfte eine neue Reaktion hervorrufen, war es doch bisher jedes Mal so. Ganz egal, was der junge Mann dafuer getan hat, dass auf ihn geschossen wurde....
Die Lage ist keinesfalls beruhigt.
Ueber arabische Facebook seiten werden videos mit Aufrufen zum Mord an Juden veroeffentlicht. Perverses "Sich weiden an brutalen Morden" findet dort seinen Ausdruck.

Jishai Katz - der mutige Mann vom gestrigen Tag

Jishai Katz erzaehlt vom gestrigen Mord an Dalia Lamkus. 
"Ich fuhr mit meinem Auto die Strasse entlang, als ich sehe, wie ein Mann aus seinem Fahrzeug aussteigt und auf die Frau einsticht. Ich halte an, rufe herueber, will seine Aufmerksamkeit auf mich lenken, verfluche ihn, provoziere, bis er zu mir herueber laeuft und mich mit dem Messer verfolgt. Er laeuft zurueck und sticht erneute auf die Frau ein. Dann kommt er herueber, ich laufe weg, er kommt naeher, und als ich merke, dass er nur ein paar Meter hinter mir ist, entscheide ich mich fuer eine Konfrontation. Ich schlage mit meiner Faust zu, ein anderer Mann kommt mir zuhilfe. Als wir zu zweit sind versucht der Taeter zu fliehen, der Security-Mann von Alon Shwut kommt herueber und ich zeige auf den Fliehenden, in dessen Naehe der andere Mann ist. Ich sage ihm, er soll aufpassen, dass er nicht den Mann trifft, der ihn verfolgt. Er schiesst ihn nieder."
Der mutige Mann ist leicht verletzt und wird soeben aus dem Krankenhaus entlassen.

Abu Mazen verkuendet

In einer festlichen Rede zum 10. Todestag von Arafat (jimach Shmo) verkuendet Abu Mazen, unser Friedenspartner, dass "Israel die gesamte Region und die Welt in einen Religionskrieg fuehrt" 
Kein Wort der Verurteilung der Terrorattacken, kein Wort.
Ich frage mich: Was tun wir denn eigentlich? Was, um alles in der Welt tun wir, dass wir die Welt in einen solchen Krieg fuehren???? 
Schon zu allen Zeiten hat man den Juden alles moegliche in die Schuhe geschoben. Und die Weltherrschaft wollten Juden ja angeblich schon im 3. Reich an sich reissen. Die Karikaturen dazu sind weltbekannt. 
Soso.. und nun geschieht eine Attacke nach der anderen , ein Anschlag folgt dem vorigen, Menschen werden ueberfahren und erstochen - aber Israel ist schuld. Weil es in einen Religionskrieg fuehrt.. 
Sehr logisch. 

"Pass gut auf dich auf!"

Ja, auch wir hier sagen uns gegenseitig: "Pass auf dich auf" 
Aber was koennen wir Buerger denn wirklich tun? 
Gestern wurden merkwuerdige Stimmen laut "Soll man eben nicht an der Haltestelle stehen". 
O.k. das kann nur zynisch gemeint sein. 
Denn wir alle, die wir kein Auto besitzen (und ich spare wirklich jeden Shekel, um mir irgendwann ein Auto und somit mehr Unabhaengigkeit leisten zu koennen - vielleicht auch ein Stuecken mehr Sicherheit??? Letzteres ist nicht so sicher... ) muessen weitermachen im Alltag, sind gezwungen Bus und Bahn zu fahren, sowie uns in der Stadt zu bewegen. 
Was koennen wir also tun, um zu versuchen zu "ueberleben" (krass gesagt). 
Die Polizei raet den Buergern DRINGEND, aufmerksam zu sein, fuer das was um uns herum geschieht, Personen, die sich verdaechtig benehmen, zu erkennen und einfach die Augen aufzuhalten. 
Ich habe es schon mehrfach zugegeben hier, dass ich das bisher nicht so beherzigt habe, es war ja auch lange nicht unbedingt noetig. Wenn ein Rucksack ohne Besitzer irgendwo herumlag, dann schon, aber das war auch alles. 
Nun hat auch die Zeit ein Ende, in der ich mit Kopfhoerern durch die Gegend laufe, in der ich meine weiteren Hausbesuche an den Haltestellen beim Warten plane oder in der ich eine Whats app schreibe - versunken in Gedanken. 
Das HIER und JETZT wird wichtiger, ueberlebenswichtig anscheinend. 
Und es wird auch anstrengender. Leider.

Weiss Deutschland, was Terror ist?

Vor etwa einer Woche, nach dem Messer-anschlag auf  Rav Jehuda Glick am Begincenter, hiess es in deutschen Medien, vor allem in den Kommentarfunktionen, dass die israelische Polizei den "Attentaeter verbluten liess". Er widersetzte sich seiner Verhaftung und schoss, daraufhin schoss man auf ihn. In einer sogenannten Demokratie wuerden Attentaeter nicht mehr festgenommen, sondern einfach sofort erschossen. Das Leben eines Palaestinensers sei nichts mehr wert. 
Ich weiss nicht, ob sich die Menschen in Deutschland vorstellen koennen, wie es ist, unter staendiger - zurzeit taeglicher, stuendlicher - Bedrohung zu leben. Eine reale Bedrohung, keine Hysterie. In einem Land wo man morgens nicht weiss, ob man abends lebend nach Hause kommt, in einem Land, wo Menschen z.B. im Stadtteil Pisgat Zeev nicht wissen, wie sie in die Stadt fahren sollen, denn sie haben Angst in die Rakevet (die Bahn) zu steigen nach den juengsten Terroranschlaegen. Sie wollen weder ueberfahren, noch erstochen werden. 

Ein Beweis, dass dem keinesfalls so ist, dass in unserem Land ein Terrorist einfach erschossen wird, ist die Tatsache, dass wir gestern nachmittag, nach dem toedlichen Messerangriff auf die 25-jaehrige Dalia, den erschuetternden Satz hoeren mussten: "Der Taeter wird im Krankenhaus behandelt und befindet sich zurzeit ausser Lebensgefahr!"
Wow! Da kaempfen die Aerzte im selben Krankenhaus um das Leben eines seiner Opfer, und gleichzeitig retten sie das Leben des Terroristen, der sich vorgenommen hatte, soviele Juden wie moeglich zu toeten. 
Diese Tatsache zerreisst die Menschen hier. Man ruft im Radio an und weint und schreit, vor Entsetzen, vor Ungerechtigkeit - vor lauter Hilflosigkeit. Was soll man machen?
Natuerlich koennen Aerzte nicht vor dem OP-Tisch fragen, WER dort liegt und was er getan hat. 
Natuerlich nicht. 
Und ein Attentaeter, ein Moerder, ein Terrorist ist ein Mensch. 

Rav Israel Rozen aus Alon Shwut, den ich gut kenne, schrieb mir, dass Verwandte von Dalia (sel. Ang) in seiner Firma "Zomet" arbeiten. Wie moegen sie sich fuehlen, wenn um das Leben des Moerders von Dalia gekaempft wird? 

Verwerft den Verdacht, dass in Israel jeder Attentaeter einfach erschossen wird. Denn es stimmt einfach nicht. 
Der Polizist, der in dem Auto sass, das von einem palaestinensichen Mann mit einem Messer angegriffen wurde, und der den Mann erschoss, ohne es zu wollen (er hatte seine Huefte getroffen, dort eine Schlagader, daher ist der Mann verblutet) steht im Kreuzfeuer..
Nun moegen die, die meinen, der israelische demokratische Staat unterstuetzt das Verhalten der Polizei, Terroristen sofort zu toeten, staunen, denn der Polizist muss sich verantworten fuer sein Handeln, verantworten dafuer, dass er den Angreifer stoppte, um mehr Unheil zu verhindern. 
Er bekommt von eine Verein einen Rechtsanwalt bezahlt. So sieht es hier aus, und nicht anders. 
Viele verurteilen sein Handeln, ohne zu ueberlegen, dass das Polizeiaufgebot vervielfacht wurde um uns Buerger zu schuetzen vor diesen Terroristen, die hinausfahren um moeglichst viele Buerger zu toeten. 
Er hat es getan, er hat den Angreifer unschaedlich gemacht. Und nun? 
Nun muss er sich verantworten dafuer. Es ist eine Schande. 
Aber darueber wird sicher in Deutschland in Tagesschau u Spiegel nicht berichtet. 

Nein, im Gegenteil, ich lese mit Entsetzen die Kommentare in der Tagesschau auf den Artikel ueber die Messerattacken und den Tod von Daliah, 25 und den jungen Soldaten, 20 Jahre alt. Die Kommentare derer, die - wie ich - nach den Worten eines Freundes hier aus Israel "in Sahne geboren wurden".
Die meisten Kommentatoren reagieren zynisch, zeigen mit dem Finger auf Israel (wie zu erwarten) oder kommentieren "die Geister, die ich rief.." oder "das kommt davon, dass..." 
Die meisten der  Kommentatoren, so moechte ich behaupten, waren noch nie in ihrem Leben in Israel, wissen nicht, was Terror heisst, kennen die Zeit nicht, in der hier speziell in Jerusalem Eltern morgens nicht wussten, ob sie ihre Kinder abends heil und gesund wiedersehen. 
Eine Zeit, in denen kein Buerger des Landes ohne mulmiges Gefuehl in den Bus stieg. Aber es half ja nichts, das Leben muss weitergehen, und man muss zur Schule, in die Uni, zur Arbeit. 

Ich habe als ich zum ersten Mal nach Israel kam, 2004, noch die Auslaeufer dieser Intifada mitbekommen. Es gab damals Sicherheitskraefte, die die Busse begleiteten, die neben uns standen, waehrend wir in den Bus stiegen, jeden begutachteten und Verdaechtige prueften. 
Meine Freundin erzaehlte mir gestern dass sie nur ein paar Meter entfernt war mit ihrem Auto, als der Bus an der Haltestelle "Derech Beth Lechem, Gan Hapaamon" in die Luft flog (eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer koennt ihr noch sehen, am Pfad, der zur alten Bahnstation fuehrt). Sie bog hinter dem Gan haPaamon (dem Bell garden) in die Emek Refaim ein und hoerte einen ohrenbetaeubenden Knall. "Nicht zurueckschauen! Gib Gas!" dachte sie sich, da man auf keinen Fall bei einem Terroranschlag hinschauen soll, wenn man nicht beteiligt ist (der Schock scheint durch das zu entstehen, was man dort sieht, es muss das Grauen sein...). Sie gab Gas und fuhr nachhause, stellte den Fernseher an und sah was passiert war. 

Zu einem anderen Zeitpunkt hatte sie eine kleine Party fuer ihre Enkelin bereitet, die Geburtstag hatte. Ploetzlich ein Knall. 
Es war das Cafe Hillel auf der Emek Refaim, das in die Luft flog. Eine junge Frau, die am naechsten Tag heiraten wollte, und ihr Vater waren gerade dort, um etwas zu Essen zu holen. Sie waren unter den Todesopfern. Auch dort koennt ihr noch eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer sehen. 

Und nun sind es keine Sprengstoffguertel, kein von einer Organisation geplantes Attentat, kein vom Shabak (Innengeheimdienst) auszumachendes Attentat, das man vielleicht verhindern koennte. 
Heute haben sie scheinbar ein viel wirksameres Mittel gefunden, Juden zu toeten. 
Einzeltaeter!
Einzeltaeter, die ermutigt und aufgefordert werden, weiter zu machen! 
So kann jeder ein Djihadist werden. Kommt her, macht mit! Es gibt auch einen Preis im Paradies!
Selbst der kleine Mann auf der Strasse kann etwas dafuer tun, fuer sein Volk, fuer die Befreiung Palaestinas von den Juden. Durch eure Hilfe und euren heroischen Einsatz wird Palaestina, mit Allahs Hilfe bald judenrein. Und ihr werdet einen Anteil daran haben. 
Ihr braucht nur ein Auto - aber selbst wenn ihr das nicht habt, es reicht ein Messer in der Tasche, um Juden zu ueberraschen, die sich zu sicher fuehlen an den Haltestellen der Bahn, der Busse oder gar in der Stadt. Es ist ganz einfach - und da ihr eh den Tod mehr liebt als das Leben, ist es auch kein Drama, wenn ihr verhaftet oder gar bei eurer guten Tat ermordet werdet. 
Werdet ihr verhaftet, so werden wir euch nach ein paar Jahren ohne Frage wieder freipressen, in irgendeinem Deal, so dass ihr sogar weitermachen koennt, fuer die gute Sache, fuer die Befreiung Palaestinas.
Europa und die USA werden euch bei dieser Aufgabe tatkraeftig unterstuetzen!

Montag, 10. November 2014

Ich danke dir - dass ich lebe

Und wieder moechte ich auf das bedeutungsvolle Lied von Omer Adam verweisen. Es behaelt seine Aktualitaet, nein, es gewinnt jeden Tag mehr an Aktualitaet. 
In diesem Lied geht es um den Dank an G-tt (wie wir es jeden Morgen gleich beim Augenaufschlagen als Juden tun) Der Dank, an jedem Morgen, dafuer, dass ER uns unsere Seele zurueckgegeben hat (fuer Juden ist der Schlaf ein Teil des Todes, und es ist nicht selbstverstaendlich, dass wir aus ihm aufwachen). 
In unseren Birchot haShachar danken wir fuer den aufrechten Gang, fuer die Kleidung am Koerper, usw. 
"Ich danke fuer die Kleidung, die du mir gegeben hast, damit es mir nicht kalt ist, du passt auf mich auf. ...ich danke fuer das Licht... fuer das Brot, das du auf meinen Tisch gelegt hast, damit ich nicht Hunger leide, damit ich keinen Schmerz kenne....fuer mein Laecheln, ohne Ende, fuer alle meine Begabungen, meine Lieder, ... du sollst wissen dass ich DIR danke..dein ist mein Leben, mein Herz, mein Dank
Ich halte mich heute abend an diesem wunderschoenen Lied fest und denke, wir koennen nichts tun, ausser auf IHN vertrauen, ihm unser Leben AN-VERTRAUEN, es in SEINE Haende legen. 

Furchtbare Nachricht - Almog Shiloni ist seinen Verletzungen erlegen

Ich bin bestuerzt. Der Soldat, der heute mittag von einem Terroristen brutal niedergestochen wurde, in Tel Aviv an der Bahnhaltestelle, ist seinen schweren Verletzungen erlegen.(auch HIER bei Ynet)
Almog AssaEl ben Michal aus Modiin ist gestorben.
ברוך דיין אמת
יהי זכרו ברוך

Bitte betet fuer vollstaendige Genesung von ALMOG ASSA`El BEN MICHAL

Auch der Name des schwer verletzten Soldaten vom ersten Terroranschlag heute mittag in Tel Aviv ist mir nun bekannt.
Es ist Almog Assa´el ben Michal
אלמוג עשהאל בן מיכל
Er hat sehr viel Blut verloren, ist daher auf jedes noch so kleine Gebet von euch angewiesen.

Das Video der Ueberwachungscameras vom heutigen Anschlag in Alon Shwut

HIER koennt ihr das Video sehen.

Terror in Beer Sheva oder Unfall?

Nahe der Bahn in Beer Sheva wurde ein junges Maedchen fast umgefahren von einem Auto. Zurzeit wird geprueft, ob es sich um einen Unfall, oder einen gezielten Terrorangriff handelt, wie wir es aus Jerusalem kennen.

In Cafar Cana im Norden entfachen sich die Unruhen erneut in der letzten Stunde

Die Polizei verhaftet einige Verdaechtige in Cafar Cana. 
Weiterer Brennpunkt ist jetzt in der letzten Stunde Nazareth. 

All das unter anderem, da Menschen in den sozialen Netzwerken dazu anstacheln, die "Al Akza" zu retten. So wird es transportiert, dass Juden den Arabern den Felsendom wegnehmen wollen. 
Abu Mazen, Abbas - schweigt zu allem und traegt nicht wenig ebenfalls zur moerderischen Atmosphaere bei. 
Von Chamas gibt es gruenes Licht, weiterzumachen mit den Angriffen.

Dalia Lamkus - bereits vor 8 Jahren von Terrorist niedergestochen

Der Name der Ermordeten von Alon Shwut ist bekannt. Es handelt sich um Dalia Lamkus aus Tkoa.
Vor acht Jahren, im Alter von 17 Jahren, stand Daliah Lamkus auch an der Zomet Gush Etzion, als ein Attentaeter auf die Wartenden an der Trampiada einstoch, damals ueberlebte sie leicht verletzt. 
Am heutigen Tag wird sie wieder Opfer eines Messerattentates - und erliegt ihren Verletzungen. 
Dalia Lamkus, 25, musste heute sterben, weil es einem palaestinensischen Terroristen in den Sinn kam, Juden zu toeten.

Steine auf Autobus im Negev

Ein Mensch wird verletzt, als ein Bus im Negev mit Steinen attackiert wird.

Terror - die junge Frau ist tot

Furchtbar ! Es geht hier Schlag auf Schlag, ein Anschlag folgt auf den naechsten.
MDA (magen david adom) kaempften bis vor ein paar Minuten vor Ort um das Leben der jungen Frau.
Tragisches Ende, die junge Frau ist ihren Verletzungen erlegen.
יהי זכרה ברוך
Das Land ist entsetzt.
Und wir koennen so gut wie nichts gegen solche Einzeltaeter tun.
Man darf annehmen, dass es weitergeht, denn Chamas rufen dazu auf, weiterzumachen.
Weiterzumachen?
Wie feige muss man sein, auf unschuldige Menschen einzustechen?

Nun also - allerspaetestens seit heute - ist man sich seines Lebens an keinem Ort mehr sicher. Jeder, der neben einem an der Haltestelle steht, koennte ein Messer in der Tasche tragen, mit dem er uns jederzeit und beliebig niederstechen kann. Jeder mit einem Auto kann an jedem Ort auf uns zufahren, um uns zu toeten. Wo sind wir hingekommen? Was wird unsere Regierung dagegen tun?

2. Terroranschlag an einem Tag

Soeben wird bekannt, dass eine junge frau niedergestochen wurde an der Zomet Alon Shwut .zwei weitere Verletzte., Hintergruende noch nicht bekannt.

Update: die Frau ist 25 Jahre alt. Die zwei Verletzten 30 und 40.
Der Anschlag begann anscheinend  mit dem versuch, Menschen zu ueberfahren.Der Taeter faehrt auf die Trampiada zu, faehrt die junge Frau an, kehrt zurueck, steigt aus und sticht diese junge Frau nieder.Anschliessend sticht er noch auf weitere zwei Menschen ein.
Haette nicht ein Security aus Alon Shwut den Terroristen niedergeschossen, nicht auszudenken. Es haette noch weitere Opfer geben koennen.

Bitte betet fuer Refua Shlema, baldige vollstaendige Genesung

Der junge Soldat, der heute brutal niedergestochen wurde und dessen Namen nicht genannt werden darf, befindet sich noch in Lebensgefahr. 
Gerade rief man im Radio dazu auf, fuer ihn zu beten. Und zwar in folgender Form da sein Name nicht genannt werden darf. 
Alef (A) Ben Michal. 
Betet ein Tehillim (z.B. Psalm 130 oder 121) fuer seine Genesung.

Terrorattacke in Tel Aviv - Unruhen im ganzen Land nehmen zu

Gestern ein Fall von "Fast-Lynch". Ein Israeli faehrt mit seinem Auto nach Tayyibe, um Bekannte zu besuchen. Eine Horde aufgebrachter Araber zerren ihn aus dem Fahrzeug und zuenden es an. Andere Anwohner des Ortes helfen ihm, sich in Sicherheit zu bringen. Er sagt: "Haetten sie mir nicht geholfen, die haetten mich gelyncht."
Heute um 12h an der Bahnhaltestelle Hagana in Tel Aviv. Ein junger Soldat, 20 Jahre alt, wird von einem Palaestinenser angegriffen, der versucht, seine Waffe zu erlangen, dann wird er niedergestochen und lebensgefaehrlich verletzt. 
Der Taeter wurde festgenommen. Es wird geprueft, ob es sich um einen Terroranschlag handelt. 
Nun ist also die Gewalt ueber die Grenzen Jerusalems hinausgeschwappt.
Wenn diese Meldungen bei Euch in den Zeitungen ankommen, kann ich mir schon die Reaktionen vorstellen. ("Selbst Schuld, die Besatzung noetigt die Palaestinenser zu solchen Mitteln der Verzeiflung zu greifen. " ). Nur, bitte vergesst nicht, dass Araber in Israel erheblich mehr Rechte haben als in jedem anderen arabischen Land.

Die Buerger des Landes verlieren mehr und mehr ihr Sicherheitsgefuehl und schreien der Regierung zu: "Wann tut ihr endlich etwas? Wann seid ihr in der Lage, uns Buerger vor diesen Uebergriffen zu schuetzen?"

Sonntag, 9. November 2014

Was nicht geht, geht nicht - und Unruhen im ganzen Land

Und um 12h habe ich aufgegeben, ich war nahe am Zusammenklappen. 
Habe mich dann von meiner Aerztin krankschreiben lassen fuer 3 Tage und bin staendig im Bett.


Freitag abend, Kfar Cana, ein arabischer junger Mann greift ein Polizeiauto mit Messer an, die Polizisten steigen aus und einer von ihnen schiesst auf den arabischen Jungen. Er wird an der Hueftschlagader getroffen und stirbt. 
Es gibt ein Video von einer Ueberwachungskamera, auf dem zu sehen ist, dass der Taeter sein Messer NICHT wegwarf oder abgab. Die Polizisten haben sich weiter bedroht gefuehlt. 
Das ist der neueste Grund, warum es auf allen Strassen des Landes abgeht, Demonstrationen an den Unis in Tel Aviv, in Haifa, Beer Sheva. Man  beschuldigt die israelische Polizei eines kaltbluetigen Mordes.
Araber des Dorfes, aus dem der junge Mann kam, behaupten, es werden Araber ermordet, weil sie Araber sind.
Mir faellt dazu ein, dass in der gesamten letzten Zeit dazu aufgerufen wird, moeglichst viele Juden zu ueberfahren, zu toeten, (eben weil sie Juden sind), aber dazu aeussert sich niemand.
Die Chamas hat inzwischen aufgerufen, Israel zu vernichten. 

Vor kurzer Zeit sind zwei Busse auf der Strasse Nr. 1 in der Naehe Abu Gosh mit Steinen beworfen worden. 

Krank - irgendwie den Tag ueberstehen

Ja, ausser den weiter anhaltenden Unruhen im Land - weswegen noch einmal die Sicherheitsstufe erhoeht wurde auf Gimmel, das ist eine Stufe unter der hoechsten Sicherheitsstufe ueberhaupt, - gibt es auch die ganz persoenlichen Problemchen. 
Ich bin krank, seit gestern, Schluckbeschwerden, Schwaeche, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, schleppe mich jetzt mit Muehe zum Fruehstueckstisch und dann zur Arbeit. 
Krank zu Hause bleiben kann ich mir naemlich nicht erlauben. 
Laut Gesetz darf eine Firma dem Mitarbeiter in den ersten 2 Krankheitstagen Geld abziehen. D.h. die ersten zwei Krankheitstage werden nicht bezahlt. Der erste komplett gar nicht, der zweite nur zu 50 %. 
In meinem Falle sind das ca. 400 Shekel und das kann ich mir einfach nicht erlauben. Es ist sehr viel Geld, wenn es im naechsten Monat fehlt. 
Aber auch die folgenden Krankheitstage sind nicht wie in Deutschland bis zu 6 Wochen, sondern begrenzt auf die Tage die man "angesammelt" oder angespart hat. Jeden Monat bei einem neuen Arbeitgeber werden Krankheitspunkte gesammelt, das sind wie in meinem Falle zurzeit 18 Tage. (etwas mehr als 3 Wochen koennte ich also bei voller Weiterzahlung krank sein (ausser die ersten zwei Tage). Es ist auch so, sollte man die Arbeitsstelle wechseln, faellt alles angesparte weg und man muss beim neuen Arbeitgeber neu Krankheitstage ansparen. 
Das hat zur Folge, dass man sich die 1-2 Tage zuhause, in denen man sich evtl. gut erholen koennte, mit ein wenig mehr Schlaf, verkneift, man schleppt sich zur Arbeit. 
(Nicht alle Arbeitgeber verfahren uebrigens so, bei staedtischen Einrichtungen ist das nicht so und auch bei einigen Privatfirmen nicht)
Wichtige Untersuchungen, wie z.B. eine Koloskopie im fortgeschrittenen Alter, (einen Tag freinehmen) verkneift man sich daher auch, denn man muesste einen Urlaubstag nehmen. Bei 10 Tagen Urlaub im Jahr ueberlegt man sich das dreimal.
Darueber hinaus wuerde man mir meine Hausbesuche nicht reduzieren, es bleibt bei 110 Hausbesuchen und wuerde ich 1-3 Tage krank zuhause sein, koennt ihr euch denken, wie ich ins Schleudern kaeme, ich muesste hinterher doppelt von A nach B rasen in der Stadt. 
Daher werde ich gleich versuchen, den Tag irgendwie herum zu kriegen und ich werde mich aergern. Denn ungerecht finde ich es jedes Mal erneut.

Freitag, 7. November 2014

Shabbat shalom und Ruhe und Frieden moege sein im Land!


Baruch Dayan haEmet

Aharon Shalom Baadhani, 17 Jahre alt, ist nun das zweite Opfer des Terroranschlages an der Bahnhaltestelle in Jerusalem. Er erlag heute morgen seinen schwersten Verletzungen.
יהי זכרו ברוך

Alarm in der Regin Eshkol - Rakete aus dem Gazastreifen geht auch im Gazastreifen runter

Donnerstag, 6. November 2014

1 Toter und 16 Verletzte bei Ammoniumgas-austritt

In der Gegend Emek Chefer sind in einem Industriegebiet aus einem Gasbehaelter mit 60.000 Tonnen 8 Tonnen des gefaehrlichen Gases Ammonium entwichen.
Die Bewohner werden gebeten, in ihren Haeusern zu bleiben, Fenster und Klimaanlagen zu schliessen.

Tausende Polizisten und Soldaten

sind in der Stadt. Ich habe die Emek Refaim noch nie so voller Polizei, Grenzpolizei und Soldaten gesehen. 2004, als ich zum ersten Mal nach Israel kam, war das Bild aehnlich, aber von da an ging die Polizeipraesenz staendig zurueck. 
Das Polizeiaufgebot zurzeit jedoch ist unglaublich. 
Der Attentaeter vom abendlichen Anschlag in Gush Etzion hat sich am nachmittag gestellt. 
Und es mehren sich die Hinweise darauf, dass dieser bisher letzte Anschlag, wobei 3 Sodaten ueberfahren wurden, ein Unfall gewesen sein koennte. Der Taeter gibt zu, dass er aus Angst Fahrerflucht begangen hat, beteuert aber, kein Attentaeter zu sein. Man neigt zurzeit dazu ihm zu glauben, er wird aber noch weiter verhoert.
Bis jetzt ist das aber noch nicht geklaert. 
Bis jetzt ist auch nicht klar, ob die Polizei den Tempelberg morgen frueh wieder nur fuer Muslime ab 40 aufwaerts erlaubt. 
Beim Freitagsgebet werden wieder Tumulte erwartet und es werden in der gesamten Altstadt tausende von Polizisten verteilt werden. 
Auch liegen Hinweise darauf vor, dass es weitere Anschlaege mit Autos geben koennte in der naechsten Zeit. 
Auf den palaestinensischen Facebookseiten gibt es jedenfalls mehrfach Aufrufe zu weiteren Anschlaegen und man nennt es "Intifada Daiss" (Daiss, von ueberfahren), macht daraus ein Wortspiel mit Daiish (das sind die IS auf arabisch), nach dem Motto "ueberfahrt sie, die Zionisten, wo ihr koennt."

Und schon sprechen die Geschaefte, Restaurants von einem deutlichen Rueckgang der Einnahmen. 
Auch die Rakevet war heute nicht so voll wie sonst. Jeder, der nicht UNBEDINGT mit ihr fahren muss, wird das wohl vermeiden. 
Nur Leute wie ich, die beruflich keine andere Wahl haben und sich zurzeit kein Auto leisten koennen, sind die Gekniffenen. 
Naja, was soll man machen.

"Betonadot" an jeder Haltestelle der Rakevet






































































Auf in eine veraenderte Wirklichkeit

So ist das Gefuehl zumindest, dass sich zwar schon in den letzten Wochen, ja sogar Monaten, etwas veraendert hat, die Dimension und das Ausmass aber seit spaetestens gestern abend noch einmal deutlich zugenommen hat. 
Waren es vor 15 Jahren Terrorattentate auf Busse, Cafes, Einkaufszentren, so sind es heute Autos, die uns willkuerlich ueberfahren wollen, toeten wollen!
Sprengstoffattentaeter kann man auf dem Weg zu ihrem Ziel unter Umstaenden ausfindig machen und abfangen, sie an ihrer grausamen Tat hindern (wenn der Geheimdienst fit ist und die Grenzpolizei und Soldaten wachsam). 
Aber - einen Einzeltaeter mit seinem Auto, der vielleicht nicht mal eine Waffe im Auto hat (Eine Eisenstange im Kofferraum zaehlt sicher nicht zu einer Waffe, seit gestern vielleicht ja schon. Es reicht auch ein Messer...) kann man einfach nicht identifizieren als Terroristen, Attentaeter. 
Und der "Vorteil" fuer unsere Feinde, die uns so hassen, : nun kann JEDER einfache Mann zum Helden werden, man ruft die Menschen auf, diese Gewalttaten weiter zu begehen, spornt sie an. 
So kann von einem Augenblick zum anderen jeder mit seinem Fahrzeug zum Terroristen werden, zum Massenmoerder. 

Heute werden wir den Betonwaenden begegnen, die wohl schon an den Haltstellen der Strassenbahn errichtet wurden, zumindest da, wo jemand hineinfahren kann in die wartende Menge. 
Was werden sie sich dann ausdenken? Wo wird man noch sicher sein?
Was, wenn es jemandem einfaellt, in der Bahn ploezlich das Messer zu zuecken und die Menschen um ihn herum niedersticht? Es gibt kein Entkommen in der Bahn, meist stehen wir dicht an dicht. 
Klar, auch der Taeter koennte so nicht so schnell entkommen, aber manchen ist das ja schlichtweg egal. Hauptsache, so viele Juden wie moeglich toeten, das Paradies ist dann eh offen fuer ihn. Dann stirbt er halt als Held, als Maertyrer und seine Frau und Kinder werden stolz auf ihn sein. 

Wir gehen in den Tag und mit jedem Vorfall werden die Buerger mehr verunsichert, viele haben sowieso seit Wochen Angst vor die Tuer zu gehen, vor allem die, die an der Grenzlinie zu den arabischen Stadtvierteln wohnen. Meine Kollegin zum Beispiel in Armon haNaziv oder Freunde in Abu Tor, sie sehen die Molotowcocktails vom Fenster aus fliegen und hoeren jeden Abend Knallerei von Feuerwerkskoerpern, die auf Sicherheitsbeamte geworfen werden, Steine, die in Autos fliegen. 

(Der Attentaeter von heute Nacht ist uebrigens noch frei)

Umso mehr muessen wir uns jeden Tag darauf besinnen, dass wir leben. Wir leben und sollten dafuer danken. Aber nicht nur allein dafuer, sondern fuer die kleinsten Dinge, das Brot, das auf dem Tisch liegt, unsere Kleidung am Koerper, das Dach ueber dem Kopf. Wir leben und ER sorgt fuer unseren Unterhalt. 
Ich moechte ein Video hier posten, was soeben im Radio lief. 
Mode ani col Boker (ich danke jeden Morgen) und bei Gelegenheit werde ich es fuer die, die kein hebr. koennen uebersetzen. 
Passt alle gut auf euch auf auch am heutigen Tag. Ich selbst werde weniger die Kopfhoerer im Ohr haben und weniger in meine Planungen versunken an den Haltestellen sitzen und durch die Stadt gehen. 
Schoenen Tag euch!