Donnerstag, 20. November 2014

Angst in den Stadtteilen, die an arabische Bezirke grenzen

Vor allem Eltern in den Stadtteilen Giv´at Zarfatit, oder Armon haNaziv sorgen sich um ihre Kinder. "Wenn es jetzt schon Massaker in der Synagoge gibt, dann sind unsere Kinder in den Schulen und Kindergaerten auch nicht mehr sicher."
Es sollen Kindergaerten und Schulen mit Security ausgestattet werden, sowie Kinos (vor allem grosse wie Cinema City) und Theater. Die Angst vor neuen Anschlaegen geht um. 
"Die Kinder gehen nirgendwo mehr allein hin, nicht mal auf den Spielplatz!" sagen die Eltern. 
Da einer der Terroristen im kleinen Laden neben der Synagoge arbeitete, hatte Rami Lev (von der Rami-Levi-Supermarktkette) vor, alle arabischen Mitarbeiter zu entlassen. Ob er das wirklich umsetzt, weiss ich nicht. Klingt rassistisch? Ja, da habt ihr recht. 
Aber zu solchen Panikmassnahmen wird man hier getrieben, aus purer Angst. Natuerlich sind nicht alle Araber Terroristen. Das ist uns allen klar. Die meisten sogar wollen einfach nur ihre Ruhe haben und normalen Alltag leben. Davon bin ich fest ueberzeugt. Und genau sie werden unter dem leiden, was Terroristen sich so ausdenken, um Juden zu toeten. Schade, dass es so kommen muss. 
Aber zurzeit fuehlt sich wohl niemand an keinem Ort mehr sicher. Woher weiss ich, dass der arabische Mitbuerger neben mir nicht gerade einen Anschlag plant?
Vabanquespiel - jeden Tag.

Ich zitiere Ruth aus dem Blog "Blick auf die Welt von Beer Sheva aus", die einige traurige Tatsachen der Vergangenheit zusammenstellte:


Alaa Abu Dhein, der vor 6 Jahren acht Jeschiwaschueler in der Talmudschule Mercaz Harav ermordete, arbeitete als Fahrer bei einem Lieferservice. Daher kannte er die Gebaeude der Jeschiwa. Seine Waffe versteckte er in einem Karton. Vermutlich wurde er nicht kontrolliert, weil er als Angestellter der Lieferfirma bekannt war.
Nadal Amar arbeitete in einem Restaurant in Bat Yam mit Tomer Hazan zusammen. Er lockte seinen Kollegen ins Westjordanland und ermordete ihn dort.
Mutaz Hijazi, der Rabbi Glick ermorden wollte, war im Restaurant Terassa im Beginzentrum angestellt, und hatte daher die allerbeste Ausgangsposition, um Veranstaltungen und Teilnehmer im Beginzentrum auszukundschaften.
Einer der beiden Cousins, Uday und Ghassan Abu Jamal, die gestern das Massaker in der Synagoge angerichtet haben, war im Lebensmittelladen an der Ecke gegenueber der Synagoge beschaeftigt. Auf diese Weise kannte er die Gebetszeiten und konnte den Anschlag planen.

In den letzten Tagen haben sich mehrere Hundert Menschen gemeldet, die bereit sind, der Polizei zu helfen beim Schutz der Buerger. Es wird auf eine Art Buergerwehr hinauslaufen. 
Und all der hochgefahrene Sicherheitsstatus wird den naechsten Anschlag nicht verhindern. 
Zur falschen Zeit am falschen Ort - und das war´s.

Ein Patient aus Har Nof sagte mir gestern: "Beten hilft." "O.k.", sagte ich zu ihm, "aber genau das hat den letzten Opfern auch nicht geholfen. Mitten im Gebet...."
Da meinte er: "Ja, was das Merkwuerdige in der Synagoge war, ist die Tatsache, dass es Menschen gab, die noch nie in dieser Synagoge beten, aber gestern kamen sie, um mit jemandem etwas zu besprechen. Andere wiederum beten jeden Tag hier, aber ausgerechnet gestern sind sie in eine andere Synagoge gegangen, oder einer gar hatte verschlafen, und ist so dem Massaker entgangen. Es war, als ob die, die ermordet wurden auch da sein sollen. "
Gruselig. Aber wenn wir das Urteil an Yom Kippur ernst nehmen, ist alles vorgeplant und wir koennen sowieso nichts dagegen unternehmen. 

Es gibt einige arabische Mitarbeiter in Kindergaerten und Schulen (in der Kueche, oder Reinigungskraefte etc) Die Angst geht um und koennte zu weiteren Panikentscheidungen fuehren. 
Aber was ist jetzt richtig? Welche Entscheidung ist vernuenftig? Es herrscht einfach nur eine grosse Ratlosigkeit im Land, und besonders in Jerusalem. 
Ich werde gleich losgehen und hoffen, dass der Tag fuer uns alle friedlich verlaeuft.

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