Dienstag, 23. Dezember 2014

929 פרק ג . Genesis, Kapitel 3

 Text (gem. Einheitsuebersetzung):
Perek gimel
פרק ג

31Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?
2Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen;
3nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.
4Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.
5Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
6Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.
7Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz.
8Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten hörten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn, unter den Bäumen des Gartens.
9Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?
10Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.
11Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?
12Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben und so habe ich gegessen.
13Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt und so habe ich gegessen.
14Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht /
unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. / Auf dem Bauch sollst du kriechen / und Staub fressen alle Tage deines Lebens.
15Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, /
zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. / Er trifft dich am Kopf / und du triffst ihn an der Ferse.
16Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. /
Unter Schmerzen gebierst du Kinder. / Du hast Verlangen nach deinem Mann; / er aber wird über dich herrschen.
17Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. /
Unter Mühsal wirst du von ihm essen / alle Tage deines Lebens.
18Dornen und Disteln lässt er dir wachsen /
und die Pflanzen des Feldes musst du essen.
19Im Schweiße deines Angesichts /
sollst du dein Brot essen, / bis du zurückkehrst zum Ackerboden; / von ihm bist du ja genommen. / Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.
20Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.
21Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit.
22Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir; er erkennt Gut und Böse. Dass er jetzt nicht die Hand ausstreckt, auch vom Baum des Lebens nimmt, davon isst und ewig lebt!
23Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war.
24Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.



Gedankenanregungen von unterschiedlichen Menschen:
In Kapitel 1 heisst die Frau - wie der Mann - Adam (weil Mann und Frau von der adama=Erde, genommen wurden.
In Kapitel 2 heisst sie Isha, weil sie vom Ish=Mann genommen wurde.
Und in Kapitel 3 bekommt sie einen neuen Namen, Chava, weil sie Em kol Chai (Mutter allen Lebens) ist.

Ohne Angabe eines Autors fand ich folgenden Beitrag auf der 929-Seite

Um es in drei Worten auszudruecken: Verfuehrung. Suende.(?) Strafe.(?) Zwischen den Zeilen: grosses Drama. Der Mann (Adam) von der Erde (Adama) und die Frau (Isha) vom Mann (Ish) genommen, beginnen ihr gemeinsames Leben im Gan Eden, im Paradies. Und schon steht etwas zwischen ihnen - die Schlange. 
Die Schlange verfuehrt, zu essen. Aber die Verfuehrung ist nicht reiner Geschmackssinn. Es ist eine Verfuehrung, wie G-tt sein zu wollen, der gut und boese kennt und unterscheidet. Das Essen der Frucht tut das Seine und die Augen des Paares oeffnen sich. Das erste was sie bemerken ist ihre Geschlechtlichkeit und ihre Scham. Die Strafe, oder der Preis des "Wissens" sind in gewisser Hinsicht das Problem des Menschen ueberhaupt  Der Schmerz der Geburt, die Herrschaft des "starken" Geschlechtes ueber die Frauen, die Schwierigkeiten, sich zu ernaehren, und die Schlange - muss sich in Zukunft auf ihrem Bauch fortbewegen, was wirklich nicht das Schlimmste ist. 
Auf was sollte man im Kapitel achten?
1. Die Schlange - welche Art von Geschoepf ist sie? Zum Schluss kriecht sie auf ihrem Bauch - aber am Anfang war sie eine voellig andere Kreatur. 
2. Die Frau, Isha - sie ist es, die "Wissen" in die Welt bringt. Gut oder nicht gut? Entscheidet ihr. 
3. Auf der einen Seite, ist die Geschichte "Wissen, was gut und schlecht ist" gleichzusetzen mit "sein wie G-tt". Auf der anderen Seite ist das erste, was der Mensch erkennt, seine Geschlechtlichkeit - ein natuerlicher Vorgang. 
In der Geschichte gibt es auch einen Baum des Lebens, nicht nur einen bei dem Gut und Boese erkannt wird.



In Kapitel 1 heisst die Frau - wie der Mann - Adam (weiblich und maennlich schuf ER den Menschen (weil Mann und Frau von der adama=Erde, genommen wurden.
In Kapitel 2 heisst sie Isha, weil sie vom Ish=Mann genommen wurde.
Und in Kapitel 3 bekommt sie einen neuen Namen, Chava, weil sie Em kol Chai (Mutter allen Lebens) ist

Meine eigenen Gedanken
Ich fand die Reaktionen des Menschen auf die "Zurechtweisung" G-ttes, vom ersten Moment an "typisch Mensch" . Wie wir uns doch meist herausreden, herauswinden, wenn wir etwas nicht richtig machen. 
"Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir verboten habe, zu essen?" fragt G-tt. 
Und der Mensch gibt nicht zu :"Ja, habe ich. Es tut mir leid. Ich habe einen Fehler begangen.", er antwortet gar nicht auf die Frage sondern zeigt gleich mit dem Finger auf einen Schuldigen fuer seine Tat "Die Frau, die du mir zur Seite gestellt hast, hat mir...."
Nicht nur, dass der Mensch jegliche Kritik von sich weist, indem er auf die Schuldige weist, nein, er fuegt noch hinzu, "die DU mir zur Seite gestellt hast", als sei es zu allem Ueberfluss noch G-tt zu verdanken. 
Die Frau, gefragt "Was hast du da getan?" senkt auch nicht den Kopf und gibt ihre Tat zu, sondern weist auf den naechsten Schuldigen, "die Schlange hat mich verfuehrt."
Neulich stellte jemand die Frage, wie die Geschichte wohl weitergegangen waere, haetten beide ihren Fehltritt zugegeben und ihre Tat bereut. Wir wissen es nicht. In jedem Falle waere es wohl richtiger und auch mutiger gewesen, zu seinen schlechten Taten zu stehen. 

Ein weiterer Aspekt in diesem Kapitel spricht sehr zu mir. Die Frage "Ayecha?" (wo bist du?)
G-tt fragt uns oft, wo wir sind und oft - viel zu oft - sind wir nicht da, wo wir sein sollten. Wir muessen uns immer wieder auf den Weg zurueckfuehren, "in die Spur bringen", lassen uns ablenken von unseren Zielen, dem geraden Weg. Und wenn wir nur innerlich, in Gedanken, schon wieder ganz woanders sind. Wuerden wir dann die Frage hoeren: "Ayecha?" (Wo bist du bloss schon wieder?) so muessten wir erschrocken feststellen, schon wieder eine Nebengasse, einen Nebenschauplatz aufgesucht zu haben. 
Es macht Sinn, sich ab und zu in regelmaessigen Abstaenden selbst zu fragen: "Ayecha???" 
Wo bist du denn gerade?

Ayecha, hier von Shuli Rand gesungen
unblocker

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