Freitag, 26. Dezember 2014

929 - פרק ה Genesis Kap. 5

Kommentar von Rav Israel Meir Lau

In den ersten 5 Kapiteln der Tora lernen wir ueber das Erschaffenwerden der Welt und die ersten zehn Generationen der Menschheit, von Adam bis Noach (Noa). Es gibt viele unterschiedliche Bedeutungen und Auslegungen, es gibt aber auch eine Antwort auf die entscheidende Frage, die die Menschheit seit Generationen beschaeftigt. Wenn doch alles so schoen und so gut war, woher und wie entstand dann das Boese? 
In jedem Abschnitt der Erschaffung steht ein optimistisch stimmender Satz am Ende eines jeden Tages : "Und G-tt sah, es war gut."
Am 2. Tag (Yom Sheni) ist die Erschaffung des Wassers (Meere) nicht abgeschlossen, daher steht es dort nicht. Dafuer gibt es einen Ausgleich am Yom Shlishi, (3. Tag), das Thema Wasser ist vollendet und gleichzeitig wird ueber die Pflanzenwelt gesagt, dass "es gut war".Dort steht gleich zweimal "ci tov" (dass es gut war...)
Am Yom Shishi (6. Tag) endet die Erschaffung der Welt dann schliesslich sogar mit dem Resumme: "Und G-tt sah alles was ER erschaffen hat, und siehe: es war sehr gut."
Und wieder stellt sich die Frage: Wenn doch alles so gut, oder sogar sehr gut war, woher kam das Boese, der Hunger, die Kriege, die Grausamkeiten, Blutvergiessen und Tod? Wann wurde all das "geschaffen"?
Die Antwort ist: Genau in den ersten 5 Kapiteln des 1. Buches Mose, Genesis. 
Am letzten Tag wird der Mensch geschaffen und alles ist dazu da, ihm zu diensten zu sein, als Krone der Schoepfung. 
Was ist seine Einzigartigkeit? Was macht ihn zur Krone der Schoepfung? 
Er besitzt etwas, was niemand vorher besass, kein Stein, keine Wiese, keine Pflanze, und kein Tier. Er besitzt die Moeglichkeit der WAHL! Der Mensch kann waehlen was er tut. "Du sollst das Leben waehlen, damit du leben kannst, du und dein Same.." Exklusiv fuer den Menschen ist die Gabe der freien Wahl reserviert. 
Ueber den Pasuk: ".... lass uns einen Menschen machen in unserem Abbild, nach unserem Gleichnis.." sagt der Ramba´n, dass G-tt sich mit diesem Satz an die Erde wendet, die eines der vier Grundelemente ist. Er sagt zur Erde: "Komm, lass uns gemeinsam einen Menschen kreieren, du gibst das Material, den Koerper, und ich fuege eine Seele hinzu. und daher wurde der Mensch "im Abbild" erschaffen (dies ist die physische Seite) und "nach (G-ttes) Gleichnis", dies ist der geistige Anteil. 
Daher: Lasst uns einen Menschen machen in unserem Abbild (von der Erde) nach unserem Gleichnis (geistige Eigenschaften) 
Im 2. Kapitel steht: "G-tt formte den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem, so wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen." 
Worin besteht die Exklusivitaet des Menschen? Er hat die freie Wahl. Und hier liegt die Antwort auf unsere Frage. Die Welt wurde absolut gut erschaffen, alles war gut. Unsere Weisen sagen, dass G-tt mit dem Menschen einen Rundgang im Garten Eden machte, ihm alles zeigte und sagte: "Sieh, das alles habe ich fuer dich geschaffen, zu deinen Diensten, bitte zerstoere meine Welt nicht." Und hier beginnt die Tragoedie. Der erste Mensch musste nicht alle 613 Gebote auf sich nehmen, noch erhielt er die 7 Noachidischen (universellen) Gesetze.  Lediglich eine Anweisung sollte er halten: "Esse nicht von dem Baum der Erkenntnis." Der Mensch versagte - er hielt sich nicht daran, das Gute, was von ihm gefordert war, zu waehlen und hoerte nicht die Warnung: "denn wenn du von diesem Baum isst, musst du sterben.." So bewies der Mensch, dass er nicht wuerdig war, im Paradies zu bleiben, und ebenfalls nicht ewig zu leben. 
Als Antwort kommt der Fluch: "Im Schweisse deines Angesichtes sollst du dein Brot essen.... denn von der Erde kommst du und zur Erde wirst du zurueckkehren.."
Das Materielle hat ueber den Geist gesiegt - daher ist der Mensch nicht wuerdig ewig zu leben. 
Der erste Mensch streitet seine "Suende" nicht ab, er beschuldigt aber andere, seine Frau, die ihn dazu "verfuehrt" hat. 
In der naechsten Generation wird es dramatischer. Einen Menschen zu toeten, ist das Schlimmste was man tun kann. Und dementsprechend ist die Reaktion des Menschen dieses Mal anders. 
Auf die Frage: "Wo ist dein Bruder Hevel (Abel)" antwortet er mit Luege und Frechheit: "Ich weiss nicht. Bin ich der Hueter meines Bruders?" 
Ein grosser Abstieg von einer Generation zur naechsten. Und das ist nicht das Ende. In den naechsten Generationen geht es weiter abwaerts. 
Lemech toetet zwei Menschen, Kain und Tubal Kain. Und bruestet sich gar mit seinen Taten, ist stolz, zwei Menschen getoetet zu haben. 
Das Ende der fuenf Kapitel bringt uns zu Noach (Noa) und seinen drei Soehnen, die Generation der Sintflut. Bis jetzt war die Suende, das Schlechte, Tat des Einzelnen, (Adam, Kain, Lemech) , ab jetzt wird sie allgemein und gipfelt in dem Satz: "G-tt sah, dass die Verderbtheit der Menschen auf Erden gross war."

Und jetzt kommt ein Satz, den wohl nur ein Mensch wie HaRav Israel Meir Lau von sich geben darf, jemand, der die Shoa erlebt hat. 

Meir Lau fuehrt weiter aus: "Hier liegt eine Lehre fuer die vorige Generation. Bevor man sich fragt "Wo war G-tt in der Shoa???" muessen wir uns die Taten der Menschen zu Zeiten der Shoa anschauen. 
Wie konnte es zu solchen Taten kommen, wie zu derartiger Grausamkeit?
Und wie stand eine ganze Welt dem stumm gegenueber und reagierte auf das, was von jedem erfordert wird: Ein Menschenleben zu retten...?


Der Text:

Gen 5,1 Das ist die Liste der Geschlechterfolge nach Adam: Am Tag, da Gott den Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich.
Gen 5,2 Als Mann und Frau erschuf er sie, er segnete sie und nannte sie Mensch an dem Tag, da sie erschaffen wurden.
Gen 5,3 Adam war hundertdreißig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn, der ihm ähnlich war, wie sein Abbild, und nannte ihn Set.
Gen 5,4 Nach der Geburt Sets lebte Adam noch achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,5 Die gesamte Lebenszeit Adams betrug neunhundertdreißig Jahre, dann starb er.
Gen 5,6 Set war hundertfünf Jahre alt, da zeugte er Enosch.
Gen 5,7 Nach der Geburt des Enosch lebte Set noch achthundertsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,8 Die gesamte Lebenszeit Sets betrug neunhundertzwölf Jahre, dann starb er.
Gen 5,9 Enosch war neunzig Jahre alt, da zeugte er Kenan.
Gen 5,10 Nach der Geburt Kenans lebte Enosch noch achthundertfünfzehn Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,11 Die gesamte Lebenszeit des Enosch betrug neunhundertfünf Jahre, dann starb er.
Gen 5,12 Kenan war siebzig Jahre alt, da zeugte er Mahalalel.
Gen 5,13 Nach der Geburt Mahalalels lebte Kenan noch achthundertvierzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,14 Die gesamte Lebenszeit Kenans betrug neunhundertzehn Jahre, dann starb er.
Gen 5,15 Mahalalel war fünfundsechzig Jahre alt, da zeugte er Jered.
Gen 5,16 Nach der Geburt Jereds lebte Mahalalel noch achthundertdreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,17 Die gesamte Lebenszeit Mahalalels betrug achthundertfünfundneunzig Jahre, dann starb er.
Gen 5,18 Jered war hundertzweiundsechzig Jahre alt, da zeugte er Henoch.
Gen 5,19 Nach der Geburt Henochs lebte Jered noch achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,20 Die gesamte Lebenszeit Jereds betrug neunhundertzweiundsechzig Jahre, dann starb er.
Gen 5,21 Henoch war fünfundsechzig Jahre alt, da zeugte er Metuschelach.
Gen 5,22 Nach der Geburt Metuschelachs ging Henoch seinen Weg mit Gott noch dreihundert Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,23 Die gesamte Lebenszeit Henochs betrug dreihundertfünfundsechzig Jahre.
Gen 5,24 Henoch war seinen Weg mit Gott gegangen, dann war er nicht mehr da; denn Gott hatte ihn aufgenommen.
Gen 5,25 Metuschelach war hundertsiebenundachtzig Jahre alt, da zeugte er Lamech.
Gen 5,26 Nach der Geburt Lamechs lebte Metuschelach noch siebenhundertzweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,27 Die gesamte Lebenszeit Metuschelachs betrug neunhundertneunundsechzig Jahre, dann starb er.
Gen 5,28 Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn
Gen 5,29 und nannte ihn Noach (Ruhe). Dabei sagte er: Er wird uns aufatmen lassen von unserer Arbeit und von der Mühe unserer Hände um den Ackerboden, den der Herr verflucht hat.
Gen 5,30 Nach der Geburt Noachs lebte Lamech noch fünfhundertfünfundneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 5,31 Die gesamte Lebenszeit Lamechs betrug siebenhundertsiebenundsiebzig Jahre, dann starb er.
Gen 5,32 Noach zeugte im Alter von fünfhundert Jahren Sem, Ham und Jafet.



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