Dienstag, 30. Dezember 2014

929 פרק ח Genesis Kap. 8

Worte zum Kapitel von Chagit Bartov (Leiterin des Internetauftritts "Midreshet", Panim)

G-tt "riecht" den aufsteigenden Geruch von Noachs Opfer, das er aus Dank darbringt, nachdem sie die Arche verlassen haben, auf trockenem Grund. G-tt "versteht", dass er einen Fehler gemacht hat. Die Menschen, die er erschaffen hat sind NICHT vollkommen. Sie sind sowohl als auch, sie haben einen Zerstoerungstrieb, aber durchaus auch die "Suesse" der Anerkennung, Dankbarkeit fuer das Gute. Im Gegensatz zu einem Jahr vorher, als G-ttes Zorn dazu fuehrte, alles Leben zerstoeren zu wollen, als er bereute, sie ueberhaupt erschaffen zu haben. Sein "Fehler" war aber nicht, sie nicht vollstaendig erschaffen zu haben, sondern dass er nicht den Zauber der Unvollstaendigkeit, der Inkonsequenz, der Zerbrechlichkeit und der Triebhaftigkeit, des Herzens, verstand. 
Die Geschichte von Noach sollte uns nicht erzaehlt werden, um uns zu warnen, wie gross G-ttes Zorn sein kann, wenn wir uns nicht so oder so verhalten, sondern uns etwas ueber das Geheimnis des Mitgefuehls zu lehren. Mitgefuehl kann wachsen, wenn wir in Liebe und Freude das Unvollstaendige, das Verletzte, Beschaedigte annehmen. Wenn wir lernen, das was ist zu schaetzen, und nicht das was fehlt zu fokussieren, wenn wir uns selbst und unseren Lieben verzeihen lernen fuer die Fehler, die Suenden, die wir tun. 
G-tt "lernt" sozusagen von den Geschoepfen die er erschaffen hat, eine wichtige Lektion, und lehrt uns selbst, dass auch G-tt nicht immer "ganz vollkommen" ist. Wie ruehrend ist doch der Satz: "... G-tt sagte zu seinem Herzen .. ich werde nicht mehr verfluchen, ... nicht mehr zerstoeren...was ich erschaffen habe"

Eine gewagte Auslegung, wie ich finde, schreibt doch Chagit G-tt sehr menschliche Zuege und Eigenschaften zu, was man ja eher nicht tut im Judentum. Ich habe ein wenig Schwierigkeiten mit dieser Sicht der Dinge. Um uns Menschen mit unserer begrenzten Vorstellungskraft etwas naeher zu bringen, mag es aber geeignet sein, denn was wissen wir schon von G-ttes "Eigenschaften"? Wuerden wir sie ueberhaupt in Worte fassen koennen? Eher nicht. Koennen wir G-tt ueberhaupt be-greifen? Schon gar nicht.
(Schaut euch mal diesen kleinen Trickfilm an. Habt ihr euch je gefragt, was mit den vielen Tierkindern geschehen ist, durften doch nur Paare in die Arche zu Noach? Also ich habe darueber noch nie nachgedacht.)


Gen 8,1 Da dachte Gott an Noach und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in der Arche war. Gott ließ einen Wind über die Erde wehen und das Wasser sank.
Gen 8,2 Die Quellen der Urflut und die Schleusen des Himmels schlossen sich; der Regen vom Himmel ließ nach
Gen 8,3 und das Wasser verlief sich allmählich von der Erde. So nahm das Wasser nach hundertfünfzig Tagen ab.
Gen 8,4 Am siebzehnten Tag des siebten Monats setzte die Arche im Gebirge Ararat auf.
Gen 8,5 Das Wasser nahm immer mehr ab, bis zum zehnten Monat. Am ersten Tag des zehnten Monats wurden die Berggipfel sichtbar.
Gen 8,6 Nach vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,
Gen 8,7 und ließ einen Raben hinaus. Der flog aus und ein, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war.
Gen 8,8 Dann ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf der Erde abgenommen habe.
Gen 8,9 Die Taube fand keinen Halt für ihre Füße und kehrte zu ihm in die Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er streckte seine Hand aus und nahm die Taube wieder zu sich in die Arche.
Gen 8,10 Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube aus der Arche.
Gen 8,11 Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe da: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wusste Noach, dass nur noch wenig Wasser auf der Erde stand.
Gen 8,12 Er wartete weitere sieben Tage und ließ die Taube noch einmal hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück.
Gen 8,13 Im sechshundertersten Jahr Noachs, am ersten Tag des ersten Monats, hatte sich das Wasser verlaufen. Da entfernte Noach das Verdeck der Arche, blickte hinaus, und siehe: Die Erdoberfläche war trocken.
Gen 8,14 Am siebenundzwanzigsten Tag des zweiten Monats war die Erde trocken.
Gen 8,15 Da sprach Gott zu Noach:
Gen 8,16 Komm heraus aus der Arche, du, deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne!
Gen 8,17 Bring mit dir alle Tiere heraus, alle Wesen aus Fleisch, die Vögel, das Vieh und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen. Auf der Erde soll es von ihnen wimmeln; sie sollen fruchtbar sein und sich auf der Erde vermehren.
Gen 8,18 Da kam Noach heraus, er, seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne.
Gen 8,19 Auch alle Tiere kamen, nach Gattungen geordnet, aus der Arche, die Kriechtiere, die Vögel, alles, was sich auf der Erde regt.
Gen 8,20 Dann baute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer dar.
Gen 8,21 Der Herr roch den beruhigenden Duft und der Herr sprach bei sich: Ich will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen; denn das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an. Ich will künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten, wie ich es getan habe.
Gen 8,22 So lange die Erde besteht, / sollen nicht aufhören / Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, / Sommer und Winter, Tag und Nacht.

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