Montag, 29. Dezember 2014

929 - פרק ז Genesis Kapitel 7

Worte zum 7. Kapitel Gen. von Jotam Tulub, Schriftsteller
Yotam erzaehlt von einem Computerkurs mit alten Menschen. 
Einst fragte mich ein alter Mann: "Was hat sich bloss dieser Bill Gates dabei gedacht, als er beschloss, dass wenn man den Computer ausschalten will, man auf "Start" drueckt? Das ist voellig unlogisch. 
Was hat er sich wohl gedacht? Evtl. das Gleiche, was G-tt sich dachte, als er beschloss, alles auszuloeschen auf der Erde und die Sintflut schickte? Um etwas Neues anzufangen, muss man fast immer etwas beenden. Ein Computerspezialist, den ich stets zu Rate ziehe, wenn mal was nicht richtig laeuft, sagt immer erst zu mir: Schalte den Computer mal aus, und fahre ihn dann wieder hoch. In den meisten Faellen hilft das sogar, und das Problem ist verschwunden. 
Aber in unserem Fall scheint mir die Geschichte anders zu liegen. 
Adam und Chava assen vom Baum der Erkenntnis, um zu sein wie G-tt. Dann kam die Sintflut und es gab eine neue "Version" der Menschheit. Und was machen sie? Bauen einen Turm um sich G-tt mehr zu naehern. Wenn ich persoenlich etwas von der Parasha mitnehme, dann dass es im Leben nicht genug Wasser zu geben scheint, um die Natur des Menschen zu aendern. Und wie G-tt es tat, so ist es wohl auch uns anzuraten, besser mit der bestehenden Version in uns klarzukommen. 

Rav Benni Lau im Gespraech mit Liat Regev: Liat Regev gibt zu bedenken, dieses Ausloeschen der Menschheit sei eine regelrechte Shoa. Rav Benni antwortet ihr folgendes: Der Schriftsteller Aharon Apelfeld fragte sich einst, kurz nach dem Krieg: Kann es ein Leben nach der Shoa geben?
Und - er hatte keine Antwort. Alles, womit er sich danach beschaeftigte, handelte von der Sehnsucht nach der Zeit "davor".

eigene Gedanken: 
Wie mag es sich wohl angefuehlt haben, ganz allein uebrig zu bleiben? 
Gestern sprach ich mit einem Freund darueber, dass man Noach ja vorwirft, er habe nicht fuer andere gekaempft und G-ttes Plan ohne Widersprueche hingenommen. Man vergleicht ihn mit Awraham, der spaeter geradezu um jeden guten Menschen feilscht, den G-tt evtl. mit ganz Sodom und Gomorrah vernichten koennte. 
Haette ich denn daran gedacht, wenn G-tt mir diesen Arche-Auftrag gegeben haette. Ich sagte, dass mir gar nicht der Gedanke gekommen sei, dass Noach nicht genug getan hat. 
Aber ich habe noch einmal darueber nachgedacht und glaube doch, dass ich etwas dazu gesagt haette. Und zwar wohl 1. weil ich mich fragen wuerde, ob ich wirklich die Einzige waere, die in den Augen G-ttes bestehen koennte. Es ist ja schon sehr vermessen, das so hinzunehmen, aber vielleicht hatte Noach ja ein so grosses Selbstbewusstsein,dass ihm selbst klar war, da gibt es sonst niemanden. Das ist schon tragisch, wenn es so waere. 
Weiter waere es mir sicher unheimlich gewesen, so mit der eigenen Familie uebrig zu bleiben. Niemand sonst auf der Welt? 

Text:

Gen 7,1 Darauf sprach der Herr zu Noach: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus, denn ich habe gesehen, dass du unter deinen Zeitgenossen vor mir gerecht bist.
Gen 7,2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Paare mit und von allen unreinen Tieren je ein Paar,
Gen 7,3 auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, um Nachwuchs auf der ganzen Erde am Leben zu erhalten.
Gen 7,4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.
Gen 7,5 Noach tat alles, was ihm der Herr aufgetragen hatte.
Gen 7,6 Noach war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam.
Gen 7,7 Noach ging also mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne in die Arche, bevor das Wasser der Flut kam.
Gen 7,8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und allem, was sich auf dem Erdboden regt,
Gen 7,9 kamen immer zwei zu Noach in die Arche, Männchen und Weibchen, wie Gott dem Noach aufgetragen hatte.
Gen 7,10 Als die sieben Tage vorbei waren, kam das Wasser der Flut über die Erde,
Gen 7,11 im sechshundertsten Lebensjahr Noachs, am siebzehnten Tag des zweiten Monats. An diesem Tag brachen alle Quellen der gewaltigen Urflut auf und die Schleusen des Himmels öffneten sich.
Gen 7,12 Der Regen ergoss sich vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde.
Gen 7,13 Genau an jenem Tag waren Noach, die Söhne Noachs, Sem, Ham und Jafet, Noachs Frau und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche gegangen,
Gen 7,14 sie und alle Arten der Tiere, alle Arten des Viehs und alle Arten der Kriechtiere, die sich auf der Erde regen, und alle Arten der Vögel, des fliegenden Getiers.
Gen 7,15 Sie waren zu Noach in die Arche gekommen, immer zwei von allen Wesen aus Fleisch, in denen Lebensgeist ist.
Gen 7,16 Von allen Tieren waren Männchen und Weibchen gekommen, wie Gott ihm aufgetragen hatte. Dann schloss der Herr hinter ihm zu.
Gen 7,17 Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde.
Gen 7,18 Das Wasser schwoll an und stieg immer mehr auf der Erde, die Arche aber trieb auf dem Wasser dahin.
Gen 7,19 Das Wasser war auf der Erde gewaltig angeschwollen und bedeckte alle hohen Berge, die es unter dem ganzen Himmel gibt.
Gen 7,20 Das Wasser war fünfzehn Ellen über die Berge hinaus angeschwollen und hatte sie zugedeckt.
Gen 7,21 Da verendeten alle Wesen aus Fleisch, die sich auf der Erde geregt hatten, Vögel, Vieh und sonstige Tiere, alles, wovon die Erde gewimmelt hatte, und auch alle Menschen.
Gen 7,22 Alles, was auf der Erde durch die Nase Lebensgeist atmete, kam um.
Gen 7,23 Gott vertilgte also alle Wesen auf dem Erdboden, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels; sie alle wurden vom Erdboden vertilgt. Übrig blieb nur Noach und was mit ihm in der Arche war.
Gen 7,24 Das Wasser aber schwoll hundertfünfzig Tage lang auf der Erde an.

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