Montag, 22. Dezember 2014

929 פרק ב Genesis, Kapitel 2

Leider finde ich im Internet keine Buber-Rosenzweig-Uebersetzung zum naechsten Kapitel, daher bediene ich mich wohl ab jetzt der Einheitsuebersetzung.

Kapitel 2
פרק ב

So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.
2Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.
3Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.
4aDas ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden.

Das Paradies: 2,4b-25

4bZur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte,
5gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und wuchsen noch keine Feldpflanzen; denn Gott, der Herr, hatte es auf die Erde noch nicht regnen lassen und es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden bestellte;
6aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackerbodens.
7Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
8Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.
9Gott, der Herr, ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
10Ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; dort teilt er sich und wird zu vier Hauptflüssen.
11Der eine heißt Pischon; er ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, wo es Gold gibt.
12Das Gold jenes Landes ist gut; dort gibt es auch Bdelliumharz und Karneolsteine.
13Der zweite Strom heißt Gihon; er ist es, der das ganze Land Kusch umfließt.
14Der dritte Strom heißt Tigris; er ist es, der östlich an Assur vorbeifließt. Der vierte Strom ist der Eufrat.
15Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.
16Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,
17doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.
18Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
19Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen.
20Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht.
21Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.
22Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
23Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein /
und Fleisch von meinem Fleisch. / Frau soll sie heißen, / denn vom Mann ist sie genommen.A
24Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch.
25Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.


Eigene Gedanken
Schon in den ersten Worten dieses Kapitels liegt die Grundlage fuer unseren Shabbat. Wir sprechen diesen Text jeden Freitag abend (Leil Shabbat), wenn wir den Shabbat auf uns nehmen, wir kopieren G-tt, indem auch wir alles ruhen lassen, was wir bis dahin in Angriff genommen haben an Arbeiten, an "Erschaffungen", an Kreativitaeten. Wir tun fuer einen Tag so, als sei alles vollendet und vollbracht. Wir ruhen wie G-tt am 7. Tag. Ich habe mich oft schon gefragt, warum Christen zwar auch einen Ruhetag haben, warum dieser aber auf den Sonntag "verlegt" wurde?

Gedanken von Eren Zur, Saenger, zum Text:
G-tt nahm also eine Rippe vom Menschen, um ihm eine "Hilfe", ein Gegenueber, eine Frau zu schaffen. Der Mensch wacht auf und fuehlt, dass ihm etwas fehlt. Dies scheint der Ursprung zu sein fuer das staendige Bestreben nach "Vollstaendigkeit", die Sehnsucht nach einem Gegenueber, einem Miteinander. 

Noch einmal meine Gedanken. 
Der hebr. Originaltext heisst: 
לְזֹאת יִקָּרֵא אִשָּׁה כִּי מֵאִישׁ לֻקֳחָה-
(Frau soll sie heissen, denn vom Mann ist sie genommen.)
Wer kein hebr. versteht, wird sich fragen: warum heisst es DENN vom Mann ist sie genommen? Es gibt unter anderem hier im Deutschen, und auch in anderen Sprachen, KEINERLEI Verbindung. Die Erklaerung ist keine Erklaerung, denn das Wort Frau ist dem Wort Mann in keiner Weise aehnlich. 
Es ergibt erst einen Sinn, wenn man sich den Originaltext vornimmt. 
"Lezot jikare Isha (Frau), ki meIsh (vom Mann) ist sie genommen" (Ish: Mann, Mensch, Isha: Frau, das gibt Sinn, oder? Man nannte sie Isha, weil sie vom Ish genommen wurde.
Das ist der Grund, warum ich den hebr. Text liebe. 
Ein Mann fragte einmal einen Rabbiner, ob er bei einem Konflikt mit den Eltern lieber zu seinen Eltern halten soll, denn man soll ja Vater und Mutter ehren, oder zu seiner Frau. 
Der Rabbiner antwortete: "Die Antwort ist in Kapitel 2 der Tora zu finden.
 Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch
 Der Mann verlaesst das Elternhaus und fortan ist der verbunden mit seiner Frau. Das Wort verbunden ist im hebr. דבק was mit "kleben" uebersetzt werden kann. Es ist also weit mehr als eine Verbindung. 
Dieser natuerliche Vorgang zeigt uns, dass die Gruendung einer eigenen Familie Vorrang hat im Zweifelsfall. Schwierig ist es, dennoch zu versuchen, die Eltern zu ehren, ohne der eigenen Frau in den Ruecken zu fallen. Aber im Zweifelsfall MUSS der Mann zu seiner Frau halten!

Der Mensch (Adam) ist von der Erde (Adama) genommen, genau deshalb heisst er Adam.

(HIER der link zum Internetauftritt der Initiative 929)

1 Kommentar:

Monika hat gesagt…

Den Buber Rosenzweig hab ich hier

Vollendet waren der Himmel und die Erde, und all ihre Schar,
Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte,
und feierte am siebenten Tag von all seiner Arbeit, die er machte
Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn,
denn an ihm feierte er von all seiner Arbeit, die machend Gott schuf.

Das sind die Zeugungen des Himmels und der Erde: ihr Erschaffensein

Am Tag, da ER, Gott, Erde und Himmel machte,
noch war aller Busch des Feldes nicht auf der Erde,
noch war alles Kraut des Feldes nicht aufgeschossen,
denn nicht hatte regnen lassen ER, Gott über die Erde,
und Mensch, Adam, war keiner, den Acker, Adama, zu bedienen:
aus der Erde stieg da ein Dunst und netzte all das Antlitz des Ackers,
und ER, Gott, bildete den Menschen, Staub vom Acker,
er blies in seine Nasenlöcher Hauch des Lebens,
und der Mensch wurde zum lebenden Wesen.

ER, Gott, pflanzte einen Garten in Eden, Üppigland, ostwärts,
und legte darein den Menschen, den er gebildet hatte.
ER, Gott, ließ aus dem Acker allerlei Bäume schießen,
reizend zu sehn und gut zu essen,
und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

Ein Strom aber fährt aus von Eden, den Garten zu netzen,
und trennt sich von dort und wird zu vier Flußköpfen.
Der Name des einen ist Pischon, der ists der alles Land Chawila umkreist, wo das Gold ist,
gzt ust das Gikd des Kandsm dirt ust das Edelharz und der Stein Karneol.
Der Name des zweiten Stroms ist Gichon, der ists der alles Land Kusch umkreist.
Der Name des dritten Stroms ist Chiddekel, der ists der im Osten von Assyrien hingeht.
Der vierte Strom, das ist der Euphrat.

ER, Gott, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden,
ihn zu bedienen und ihn zu hüten.
ER, Gott, gebot über den Menschen, sprechend:
Von allen Bäumen des Gartens magst essen du, essen,
aber vom Baum der Erkenntnis von But und Böse,
von dem sollst du nicht essen,
denn am Tag, da du von ihm issest, mußt sterben du, sterben.

ER, Gott, sprach:
Nicht gut ist, daß der Mensch allein sei,
ich will ihm eine Hilfe machen, ihm Gegenpart.
ER, Gott, bildete aus dem Acker alles Lebendige des Feldes und allen Vogel des Himmels
und brachte sie zum Menschen, zu sehn wie er ihnen rufe,
und wie alles der Mensch einem rufe, als einem lebenden Wesen, das sei sein Name.
Der Mensch rief mit Namen allem Herdentier und dem Vogel des Himmels und allem Wildlebenden des Feldes.
Aber für einen Menschen erfand sich keine Hilfe, ihm Gegenpart.
ER senkte auf den Menschen Betäubung, daß er entschlief,
und nahm von seinen Rippen eine un schloß Fleisch an ihre Stelle.
ER, Gott, baute die Rippe, die er vom Menschen nahm, zu einem Weibe und brachte es zum Menschen.
Der Mensch sprach:
Diesmal ist sies!
Bein von meinem Gebein,
Fleisch von meinem Fleisch!
Die sei gerufen
Ischa, Weib,
denn vom Isch, vom Mann, ist die genommen.
Darum läßt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und haftet seinem Weibe an,
und sie werden zu Einem Fleisch.

Die beiden aber, der Mensch und sein Weib, waren nackt, und sie schämten sich nicht.



Liebe Noa

Ich lese nicht regelmäßig mit, aber doch gerne. Liebe Grüße, Monika (wir hatten mal im Sommer Kontakt, Waschmaschine)