Sonntag, 28. Dezember 2014

Es geht weiter: 929 פרק ו Genesis Kap. 6

HaRav Joel Ben Nun fuehrt zum Text folgendes aus: (Wer hebr. liest, sollte sich 929.org.il im Internet anschauen.)

Warum Sintflut?
Wegen Gewalt gegen Frauen. 
In unserem Kapitel spricht die Tora davon, dass die Moral immer tiefer sank zu Zeiten Noachs. Und in der Hauptsache ging es um die Entfuehrung von Frauen. (6.2: ... und sie nahmen sich von ihnen Frauen, wie es ihnen gefiel..) 
Jede Frau ist ein Objekt fuer Entfuehrung und Versklavung. Dabei war es egal, ob sie verheiratet oder frei war. Diese schrecklichen Ereignisse bestehen leider bis zum heutigen Tag in vielen Laendern der Welt.
Wer waren aber die Taeter, die Entfuehrer? Jeder, der gemaess des "Pshat" auslegt (Pshat von "Paschut= einfache Auslegung des Textes, so wie er dort steht) halten sich daran fest, dass es wichtige Persoenlichkeiten waren, jeder der sich fuer wichtig hielt, oder sogar G-ttesseohne, engelaehnliche Menschen. Von diesen Dingen wissen spaeter sogar Awraham und Sarah, Awraham weiss, dass bei Pharao oder Avimelech Sarah Gefahr laeuft, entfuehrt zu werden. 
In Schriften ausserhalb der Tora wird der aegyptische Koenig erwaehnt, der seinen Verteidigungsminister ausschickt nach Canaan, in die Stadt Gzer, um ihm 40 schoene Frauen zu suchen. Den Hoehepunkt bildet dann Achashwerosch. 

Koenige, Herrscher, Praesidenten glauben, dass eine Frau ein willkommenes Entfuehrungsobjekt ist. Vor allem schoene Frauen. Diese Erscheinung besteht bis heute. 
Aber gemaess der Tora ist die Entfuehrung von Frauen, und die Gewalt an ihnen ein so schweres Vergehen, dass es zur Sintflut fuehrt. 
Bis heute gilt es als verabscheuungswuerdiges Vergehen, in zivilisierten, demokratischen Laendern. 

Meine eigenen Gedanken dazu:
Jeder wird wohl die IS-Erscheinung verfolgt haben, eine beaengstigende Entwicklung. Meiner Meinung nach ist das, was sie tun, Enthauptung, Verfolgung, Massenentfuehrungen, Versklavung von Frauen, einfach Anarchie. Und was passiert, wenn es keinen Richter, kein Gesetz gibt - das ist in Teilen von  Laendern, die von IS erobert wurden, gut zu sehen. Der Mensch tut das, wozu er Lust hat, ob das das Morden eines Menschen ist, oder das "Benutzen" von Frauen, wie es einem gefaellt. Es macht auch Angst, dass sich Menschen freiwillig dieser "Bewegung" anschliessen. 
Meine Frage ist: Was tut der Mensch, wenn er kein Gesetz hat, was ihn einschraenkt? 
Und noch allgemeiner: Ist der Mensch wirklich von Grund auf gut? Oder ist das Boese, der Trieb, in jedem Menschen so stark, dass er durch Instanzen in seine Schranken gewiesen werden muss?
Ich bin leider sehr skeptisch, was das Gute im Menschen betrifft, sehen wir doch, was passiert, wenn es nach einer Naturkatastrophe zu Pluenderungen und Vergewaltigungen kommt. 

HaRav Benni Lau spricht in einem zwei-minuetigen Gespraech ueber das Kapitel mit Liat Regev (Moderatorin), ueber den Kasten (in der Uebersetzung als Arche bekannt). Es ist wichtig, dass in dieser so schnellen lauten stressigen beaengstigenden Zeit, in der wir leben, ein jeder fuer sich seine eigene Arche hat, in die er sich zurueckziehen kann und die ihm einen gewissen Schutz vor der "boesen Welt" bietet. Jeder sollte sich seine Arche bauen, die Tuer zuschliessen koennen und sich sicher fuehlen.

Das Wort Noach (uebersetzt mit Noah) kommt nicht vom Wort "Menucha" (Ruhe), denn Noach ruht nicht einen Moment, er ist sehr mit dem beschaeftigt, was G-tt von ihm verlangt (Arche bauen, seine Familie versammeln, Tierpaare von jeder Art zusammentreiben, Futter fuer jedes Tier aufladen, usw..). Das Wort Noach kommt vom Wort Nechama, Trost. Denn Noach war in dem ganzen Chaos, was die Welt ergriff ein "Trost".
Der Text: 

Gen 6,1 Als sich die Menschen über die Erde hin zu vermehren begannen und ihnen Töchter geboren wurden,
Gen 6,2 sahen die Gottessöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie nahmen sich von ihnen Frauen, wie es ihnen gefiel.
Gen 6,3 Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen.
Gen 6,4 In jenen Tagen gab es auf der Erde die Riesen, und auch später noch, nachdem sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten. Das sind die Helden der Vorzeit, die berühmten Männer.
Gen 6,5 Der Herr sah, dass auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen zunahm und dass alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer nur böse war.
Gen 6,6 Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben, und es tat seinem Herzen weh.
Gen 6,7 Der Herr sagte: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, mit ihm auch das Vieh, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels, denn es reut mich, sie gemacht zu haben.
Gen 6,8 Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn.
Gen 6,9 Das ist die Geschlechterfolge nach Noach: Noach war ein gerechter, untadeliger Mann unter seinen Zeitgenossen; er ging seinen Weg mit Gott.
Gen 6,10 Noach zeugte drei Söhne, Sem, Ham und Jafet.
Gen 6,11 Die Erde aber war in Gottes Augen verdorben, sie war voller Gewalttat.
Gen 6,12 Gott sah sich die Erde an: Sie war verdorben, denn alle Wesen aus Fleisch auf der Erde lebten verdorben.
Gen 6,13 Da sprach Gott zu Noach: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. Nun will ich sie zugleich mit der Erde verderben.
Gen 6,14 Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! Statte sie mit Kammern aus, und dichte sie innen und außen mit Pech ab!
Gen 6,15 So sollst du die Arche bauen: Dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch soll sie sein.
Gen 6,16 Mach der Arche ein Dach und hebe es genau um eine Elle nach oben an! Den Eingang der Arche bring an der Seite an! Richte ein unteres, ein zweites und ein drittes Stockwerk ein!
Gen 6,17 Ich will nämlich die Flut über die Erde bringen, um alle Wesen aus Fleisch unter dem Himmel, alles, was Lebensgeist in sich hat, zu verderben. Alles auf Erden soll verenden.
Gen 6,18 Mit dir aber schließe ich meinen Bund. Geh in die Arche, du, deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne!
Gen 6,19 Von allem, was lebt, von allen Wesen aus Fleisch, führe je zwei in die Arche, damit sie mit dir am Leben bleiben; je ein Männchen und ein Weibchen sollen es sein.
Gen 6,20 Von allen Arten der Vögel, von allen Arten des Viehs, von allen Arten der Kriechtiere auf dem Erdboden sollen je zwei zu dir kommen, damit sie am Leben bleiben.
Gen 6,21 Nimm dir von allem Essbaren mit und leg dir einen Vorrat an! Dir und ihnen soll es zur Nahrung dienen.
Gen 6,22 Noach tat alles genau so, wie ihm Gott aufgetragen hatte.

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