Donnerstag, 26. November 2015

Dienstag, 24. November 2015

Ziv Mizrachi ז"ל

Der junge Mann, der heute den Messerstechern zum Opfer fiel auf der Strasse 443, an der Tankstelle war Soldate, 18 Jahre alt und hiess Ziv Mizrachi. Er war dort, um einen Ueberwachungsballon zu installieren. 
Sein Onkel war 2003 ebenfalls einem Terrorattentat zum Opfer gefallen, als sich ein Selbstmordattentaeter im Cafe Hillel in der Emek Refaim Str. in die Luft sprengte. 
 יהי זכרו ברוך

Montag, 23. November 2015

update: bei der messerattacke auf der str. 443 stirbt ein junger mann

Es war keine frau, sondern ein junger mann, 18 jahre alt, der erstochen wurde bei der messerattacke an einer tankstelle auf der str.443. Eine gruppe junger leute stand dort zusammen als es dem terroristen gelang einen mann schwer zu verletzen und zwei weitere leicht.
Der junge mann erlag seinen schweren stichverletzungen im bauch.
ברוך דיין אמת
יהי זכרו ברום

terror auf der 443

Junge frau schwer verletzt durch messerstiche eines terroristen auf der str. 443.

terror nahe shuk und in shomron

Nahe Shuk Machane Yehuda, Jerusalem. Zwei terroristinnen stechen mit messern auf einen 70 jaehrigen und rinen 27 jaehrigen ein. Sie werden von polizisten angeschossen. In der letzten zeit mehr weibl. Terroristinnen.

In shomron versucht ein terrorist menschen zu ueberfahren.

Ueberfahren.
Erstechen.
Erschiessen.
Wie soll das weitergehen?

Update: Der 70 jaehrige Mann, der den Messerstecherinnen zum Opfer fiel, war Araber, die Terroristinnen hatten sich "vertan" und ihn fuer einen Juden gehalten. 

Die Terrorwelle reisst nicht ab

und meine Freundin sagte gestern zu mir "es ist, wie an der Schlachtbank zurzeit. Du fragst dich: Wer ist der Naechste?" 
Niemand weiss zurzeit, wenn er morgens das Haus verlaesst, ob er am Abend gesund und heil wieder zuhause ankommt. Wo und wann schlaegt der naechste Terrorist zu? An einer Haltestelle? Im Bus? In der Bahn? Oder im Stau, wenn man nicht einmal fliehen kann?
Ich habe mich gestern zum ersten Mal dabei erwischt, wie ich in der vollgestopften Bahn Leute beobachte (wer koennte.... ) und in den Blicken der anderen Menschen sah ich beim Einsteigen ebenfalls diese Frage? Man beobachtet und wird beobachtet. 
Und das ist gut und richtig, denn Aufmerksamkeit hat schon manches Fast-Terroropfer gerettet. Ich muss das erst lernen, denn in der Regel bin ich mit den Gedanken immer woanders (In Gedanken Planung der naechsten Hausbesuche, oder kurze Notizen in meiner Kladde....etc.) aber das ist zurzeit nicht wirklich angesagt. 
Die, die mir netterweise schon oft anboten, doch nach Deutschland zurueck zu kommen, schweigen in der letzten Zeit, denn auch in Europa ist man nicht mehr sicher. 
Gibt es einen Ort auf der Welt, wo man zurzeit wirklich sicher und in Ruhe und Frieden leben kann? 

Sonntag, 22. November 2015

Hadar Buchriz - das heutige Opfer eines Messer-terrorangriffs

Vor zwei Wochen erst ist Hadar Buchriz, aus Indien zurueck, dort war sie fuer ein halbes Jahr.
Heute wurde sie an der Kreuzung Zomet haGush erstochen. Sie stammt aus Sfat und war gerade mal 21 Jahre alt
יהי זכרה ברוך

Donnerstag, 19. November 2015

Terror ist nicht gleich Terror

Die Tagesschau macht feine Unterschiede zwischen dem Terror in Europa und bei uns in Israel.
Waehrend die Morde in Europa und der uebrigen Welt Terror genannt werden, heissen die heutigen feigen Morde an Israelis "Palaestinenserangriffe" oder "toedliche Zwischenfaelle im Nahost-konflikt".
Ich wollte es nur mal erwaehnt haben.(Tagesschau)

Der Spiegel scheint sich entschlossen zu haben, Terrorangriffe im Westjordanland gar nicht mehr zu berichten. 
Hier bleibt es bei "Ein Palaestinenser hat zwei Israelis in Tel Aviv erstochen". 
Kein Terror, kein Zusammenhang mit einer fast drei Monate andauernden Terrorwelle hier in Israel. Und der zweite Anschlag, bei dem drei Menschen erschossen wurden, im Stau stehend, ohne fliehen zu koennen, wird glatt verschwiegen. 

Ein schrecklicher Tag fuer Israel

Ein schrecklicher Tag fuer Israel. 
Um die Mittagsstunden sticht ein Attentaeter in Tel Aviv in einem Gebaeude in einem Speicher, der als Betsaal dient, betende Juden nieder. 
Zwei Tote und mehrere Verletzte.
Reuven Aviram und Aharon Jesaieb sind die Namen der Toten. 
Der Terrorist ist Vater von 5 Kindern mit Arbeitserlaubnis in Israel.
Mehr als 2 Stunden spaeter wieder an der Zomet Alon Shwut/Gush Etzion, wo die zwei Jungen vor mehr als einem Jahr entfuehrt wurden und mehrere Terroranschlaege stattfanden, schiesst ein Terrorist wahllos auf Autos, die im Stau stehen, sie koennen nicht fliehen. 
Der Attentaeter ueberholt die Autos auf dem Seitenstreifen, und schiesst waehrend der Fahrt auf 14 verschiedene Autos, wechselt sogar das Magazin im Fahren. 
3 Tote, 7 Verletzte. 
Unter den Verletzten eine Freundin meiner Freundin. 

Unter den Toten der Freund vom Sohn meiner Freunde, Nachbar der Tochter in Alon Shwut. Jakob Don, 51 Jahre alt, Vater von 4 Kindern. 
Der Mann meiner Freundin weint. 
Es ist zu schlimm. Noch am Freitag letzter Woche haben sie mit ihm geredet. 

Der zweite Tote vom Attentat in Alon Shwut ist ein 18 jaehriger amerikanischer Jude, der den Soldaten am Checkpoint Kuchen verteilen wollte und mit einer Gruppe anderer Jeshiwastunden zurzeit als Volontaer in Beit Shemesh ist.
Der dritte Tote, ein Palaestinenser, Shaadi Arfa, aus Hebron, der mit dem Attentat nichts zu tun hatte, und zufaellig am Ort war. 

יהי זכרם ברוך

Montag, 16. November 2015

Wohnung und "reset"

Ich habe endlich eine Wohnung gefunden, noch dazu fast alle "Traumkriterien" erfuellt. 
Eine Wohnung relativ nahe der Moshava Germanit, im Stadtteil Arnona, ca. 20 min. Fussweg zur Beit Knesset und den Freunden, in einer ruhigen Sackgasse mit Gruen vor dem Fenster. 
Die Wohnung ist eine "richtige" Wohnung, keine Wohneinheit oder Studio. 
Sogar mit einem separaten Schlafzimmer. 
Es gibt ein Wohnzimmer, das relativ gross ist, mit einer Kuechenzeile, zwei Fenstern und einem Deckenventilator. 
Ein kleiner Flur fuehrt zum Schlafzimmer, sowohl im Flur als auch im Schlafzimmer gibt es einen Kleiderschrank. Zwischen Schlafzimmer und Wohnraum befindet sich das Bad, das etwas abgewohnt ist, aber wirklich o.k.
Die Wohngegend ist gut, das Haus sauber und ansprechend. 
(ich betone das, da ich wirklich andere Bedingungen gesehen habe.. und wo noch dazu die Miete viel hoeher war)
Die Miete ist 2750 Shekel (beim jetzigen Kurs in EU geteilt durch 4) fuer hiesige Verhaeltnisse in guter Wohnlage mit 2 Zimmern geradezu guenstig. Arnona (das ist die Gebaeudesteuer, die der Mieter zahlt) belaeuft sich auf 250 Shekel im Monat. 

Nachteile: Das Bad ist etwas abgewohnt, der Teppich im Schlafzimmer auch, einer der Kleiderschraenke im Schlafzimmer ist nicht in Ordnung, die Schiebetueren gehen sehr schlecht und sind nicht zu reparieren. 
Ausserdem gibt es KEINE Heizung oder Klimaanlage, mit der man im Winter die Wohnung waermen koennte (fuer Kuehlung im Sommer muesste der Deckenventilator reichen oder aber man koennte einen Standventilator bei extremer Hitze kaufen) 
Fuer das Waermen im Winter muesste ich einen Rippen-radiator kaufen, der nicht ganz billig im Verbrauch ist. Dafuer aber ist die Miete guenstiger, als ich gedacht hatte. 
Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich gesehen habe, denn wichtig war mir dass die Wohnung hell ist mit viel Licht, an ein extra Schlafzimmer wagte ich gar nicht zu denken. 
Morgen werde ich den Vertrag unterschreiben. 
Und dann ist der "Reset"-Knopf fuer Jerusalem aufs Neue gedrueckt. 
Ich fuehle mich gut mit der Entscheidung, zurueck gezogen zu sein und nehme den Irrweg als Erfahrung mit in den neuen Jerusalem-Alltag. 
Ich bin heilfroh, wieder hier zu sein.

Samstag, 14. November 2015

Die Opfer des Anschlages von gestern - Rav Litmann und sein Sohn Netanel

Rav Litmann und seine Familie waren auf dem Weg zum "Shabbat Chatan", (das ist der Aufruf zur Tora, vor der Hochzeit). Sohn Netanel sass am Steuer des Fahrzeugs, als das Feuer auf das Auto eroeffnet wurde, er schaffte es, die Ambulanz per Telefon zu rufen, bevor er seinen Verletzungen erlag. Auch der 16-jaehrige Sohn der leicht verletzt wurde, rief die Ambulanz. 
Die drei Toechter und die Mutter erlitten leichte Verletzungen und standen unter Schock. 

Der Attentaeter wartete auf das Auto am Wegrand, ausserhalb seines Fahrzeugs und eroeffnete das Feuer auf das Fahrzeug der Familie Litmann als dieses in einer Kurve etwas langsamer fuhr. 
Nachdem er um sich schoss, entkam er in seinem Auto und ist bisher nicht gefasst worden. 

Wir sind mit den Angehoerigen der Familie Litmann. 
Der Rav Litmann und sein Sohn Netanel werden heute abend um 9 Uhr beerdigt. 
יהי זכרם ברוך

Terror - in Israel und in Paris - ich bin schockiert

Kurz vor Shabbat gab es in der Naehe von Otniel noch einen Anschlag auf ein Auto. Der Terrorist erschoss einen Vater (40 Jahre alt, ) und seinen 18 jaehrigen Sohn. Im Auto sassen weitere Insassen, die verletzt wurden. 

Was ihr sicher NICHT in der deutschen Presse lesen werdet, ist die Tatsache, dass eine palaestinensische Ambulanz am Tatort erschien, kurz anhielt und dann weiterfuhr, ohne Hilfe zu leisten. 

Ich moechte darauf wetten, dass es sofort in die deutschen Medien kaeme, wenn eine solche Schweinerei von einer israelischen Ambulanz im umgekehrten Falle passieren wuerde. - Aber so etwas gibt es nicht. Wir leisten JEDEM Hilfe, jedem Terroristen, jedem Attentaeter, jedem, der um Hilfe bittet, dem wird Hilfe gewaehrt, jeder Verletzte wird sofort behandelt, ja, falls der Terroriste schwerer verletzt ist als die Opfer, wird dem Terroristen sogar ZUERST Hilfe und Behandlung zuteilt. 
Das ist der Unterschied. 


Zu den furchtbaren Terroranschlaegen in Paris kann ich gar keine Worte finden im Moment. Es macht sprachlos und machtlos und stellt nur eines wieder klar. Die Aussage, dass das einzige Hindernis fuer den Frieden im Nahen Osten Israel ist, ist nicht nur dumm sondern furchtbar gefaehrlich. 
Kann Europa nun immer noch die Augen verschliessen? 

Ich bin zutiefst schockiert und meine Gedanken sind sowohl bei den Familien des ermordeten Vaters mit seinem Sohn als auch bei allen Familien der schrecklichen Terroranschlaege in Paris. 
Wie wird es weitergehen in der Welt? Im Nahen Osten? In Israel? Und in der Welt?
Wenn es doch so scheint, als habe eine einzige Terrororganisation die gesamte Welt in der Hand? 
Kann das Gute ueber das Boese in der Welt siegen?
Es ist schon soviel Blut geflossen und dennoch muessen wir fest daran glauben, dass das Gute letztlich siegen wird. 
 

Freitag, 13. November 2015

Dienstag, 10. November 2015

2 Terrorattentate in Jerusalem

Erster arbeitstag in Jerusalem.
Soeben 2 messerattentate in jerusalem. Der erste Anschlag geschah in der Rakevet, der Stadtbahn, ein Sicherheitsbeamter wurde niedergestochen.
DieTaeter sollen zwei Jugendliche gewesen sein.
Derzweite Anschlag nahe Damaskustor.

Sonntag, 8. November 2015

Kurz vor dem Umzug - es geht zurueck nach Jerusalem

Ich sitze mal wieder auf Umzugskisten. Morgen frueh kommt der Umzugswagen, und es geht zurueck nach Jerusalem. Erstmal zu einer Freundin. 
Meine Moebel gehen zu einem Freund in den Speicher. 
Die Entscheidung fuehlt sich richtig an.

Nach drei Terroranschlaegen am heutigen Tag - jetzt Zewa Adom - Alarm im Umkreis Gaza

Anscheinend ist eine Rakete von Gaza aus auf Israel geschossen worden, und auf offenem Feld herunter gekommen. Bisher keine Berichte ueber Verletzte.
 

Terror in Beitar Ilit - Messerattacke einer Palaestinenserin

Am Eingang zu Beitar Ilit wird eine Palaestinenserin von einem Sicherheitsbeamten ueberprueft. Er fragt nach ihren Papieren - ploetzlich zueckt sie aus ihrer Tasche ein Messer und beginnt auf ihn einzustechen. Der Beamte konnte sich retten und schoss auf die Attentaeterin.
Ihr koennt den Film der Ueberwachungskameras ansehen.

QUELLE ZUM ANSCHLAG (YNET)

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4722381,00.html

Terror - Auto ueberfaehrt Passanten

Vier Verletzte (zwei mittelschwer, zwei leicht, unter den leicht Verletzten eine schwangere Frau) fordert ein Anschlag auf wartende Passanten heute morgen an der Tapuach-Kreuzung. Ein Palaestinenser ueberfaehrt wartende Menschen, die an der Trampiada stehen. 
Sagen einige von euch jetzt vielleicht: "Ach so, ist ja" nur" im Westjordanland?" Dann haben die Terroristen genau das erreicht, was sie beabsichtigen mit ihrem neuen Focus auf Juda und Samaria. Sie hoffen so auf mehr Unterstuetzung ihrer Anschlaege aus Europa. 
Stellt euch vor, Israel wuerde auch das Westjordanland raeumen, so wie den Gazastreifen, und ihn den Palaestinensern ueberlassen. 
Dann haetten wir eine zweite Front, von wo aus wir beschossen wuerden, im Grunde sogar eine dritte, denn vom Libanon und von Syrien aus passiert das ja schon. 
Wer immer noch glaubt, mit der Raeumung von Gebieten waere das Problem im Nahen Osten geloest, der verschliesst die Augen ganz stark vor der Realitaet, die seit 2005 im und um den Gazastreifen herum herrscht. 
Ich weiss, dass wir Menschen "Ruhe haben" wollen, und so lese ich sehr oft ein gewisses Genervtsein aus den Kommentaren im Netz. 
"Nun gebt ihnen doch einfach das, was sie haben wollen, dann haben wir endlich Ruhe und es kehrt Frieden ein. Ihr seid das einzige Hindernis fuer Frieden im Nahen Osten, weil ihr so verbockt seid."
Ja, so toent es zwischen den Zeilen, aber oft auch sehr deutlich ausgesprochen. 
Wer das erklaerte Ziel kennt, der weiss, dass es nicht mit zwei Staaten getan ist. Man will uns aus Israel heraushaben. Es soll endlich "Ruhe" (vor den Juden) in der Region herrschen. 
Was dann aber herrschen wuerde, ohne die Juden, ohne die einzige Demokratie im Nahen Osten, dazu braucht man nicht viel Phantasie, oder?

Terror am Freitag

Ich zitiere aus dem Blog von "Die Siedlerin.net"

NEWS UPDATES: Terrorwelle in Hevron-Gegend und bei Supermarkt in Samaria
Am Freitag, 06.11., ereigneten sich 4 Terrorattentate:
- Zwei jüdische Jugendliche, 16 und 18 Jahre, wurden bei dem Grabmal der Patriarchen (Machpela-Höhle) von Schüssen eines Terroristen (andere Quellen - Scharfschützen) leicht bis mittelschwer verletzt. Das Attentat ereignete sich kurz vor Shabbat-Eingang im jüdischen Viertel Hevrons.
- Nahe des Eingangs zum Rami Levy-Supermarkt, einer zentralen Anlaufstelle für jüdische und arabische Einwohner der Binyamin-Gegend in Südsamaria, wurde ein 4o-jähriger Jude von einem Terroristen mit einem Messer schwerverletzt. Sein Zustand hat sich übers Wochenende gebessert.
- Ein jugendlicher paläst.Araber (16) schoss auf einen Soldaten, der an der Bet Enun-Kreuzung bei Hevron zur Sicherheit der jüdischen Autofahrer stationiert war. Der Soldat wurde schwer verletzt und schwebt noch immer in Lebensgefahr. Der Terrorist wurde gefasst. (Das Gewehr im Foto, Quelle: INN)
- Eine 72-jährige (!) Araberin hatte versucht, wartende Soldaten auf dem Bürgersteig einer Straße in Hevron zu überfahren. Das Auto der Frau wurde dabei von Soldaten auf einem Aussichtspunkt entdeckt und angeschossen. Die Terroristin wurde verletzt und starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
- Im Laufe des Wochenendes wurden erneut Steine auf jüdische Autofahrer in Judäa und Samaria geworfen, eine Frau wurde bei Betlehem leicht verletzt.

Freitag, 6. November 2015

Shabbat Shalom

Wuenscht euch aus der schoenen, stolzen, alten und doch ewigen, weinenden und lachenden, blutenden und schmerzenden, unruhigen und ruhenden Stadt voller Gegensaetze Noa.
Versucht Kraft zu finden und den Geist zu entspannen, lasst alles los, was euch besorgt und habt nur positive Gedanken.
Shabbat Shalom aus Jerusalem.

Donnerstag, 5. November 2015

Seele verkaufen

Ich bin heute den ganzen Tag sehr nachdenklich. 
Es war mein letzter Arbeitstag - nach 2 Monaten nur gehe ich zurueck, nach Jerusalem. 
Was hatte dieser Abschnitt fuer eine Funktion? 
Ich bin sicher, dass er mir noch einmal vor Augen halten sollte, dass 1. Geld und ein gutes Gehalt nicht ALLES ist, und dass 2. man niemals in einer Situation ausharren sollte, die einem so offensichtlich nicht gut tut. 
Ich kann auf all das, was ich in den 2 Monaten erlebt habe von der Seite herueberschauen und bin ein wenig erschrocken, was Menschen tun, um ein gutes Gehalt zu bekommen. 
Ueber das normale Beduerfnis hinaus, sich in Wuerde ernaehren zu koennen, seinen Lebensunterhalt finanzieren zu koennen, gibt es Situationen, in denen man seine Seele verkauft, wenn man weiter macht. 

Meine Chefin gab mir heute morgen im persoenlichen Abschlussgespraech recht, als ich sagte, dass mir meine Freizeit ziemlich kostbar geworden ist, besonders nach meiner OP vor 5 Jahren. Die Wichtigkeiten verschieben sich und das Gefuehl fuer das, was man sich selbst "antun" will wird geschaerft und deutlicher. 

Unser Motto in der heutigen Gesellschaft - und das ist wohl in Deutschland und Israel aehnlich - lautet : schneller, mehr und noch mehr, keine Gelegenheit verpassen, keinen Kunden aufgeben, die Konkurrenz ist gross. Firmen stehen unter enormem Existenzdruck um weiter zu bestehen, es wird mit mehr oder weniger fairen oder unfairen Mitteln gekaempft, aber immer wird der Mitarbeiter zum Instrument.
Ich hatte schon vor ein paar Wochen resummiert: Ich war Sklavin mit schlechtem Gehalt, nun bin ich Sklavin mit einem super Gehalt. 
Aber will ich Sklavin sein? 
Eine Wahl habe ich wohl eher nicht, aber ich kann versuchen, meine Bedingungen in der Sklaverei zu vergleichen und zu entscheiden, welchen Preis ich bereit bin zu zahlen. 
In welcher Situation, bei welcher Arbeit geht es mir waehrend des Tages gut? 
Stehe ich den ganzen Tag unter innerem Druck oder kann ich arbeiten wie ein "normaler Mensch"? 
Und was ist normal?
Ich denke, jeder Mensch hat eine andere Schmerzgrenze und was fuer den einen noch normal ist, ist fuer den anderen schon grosser Stress, dem er nicht gewachsen scheint. 

Meine Chefin ist junge Mutter, Ende 20 und wacht nachts auf, weil sie Dinge vergessen hat. 
Ich selbst habe in den letzten Tagen grosse Panik entwickelt, da ich soviel vergesse waehrend des Tages wie nie zuvor. Ich habe an Demenz gedacht und wie es sein muss, wenn man die ersten Zeichen an sich entdeckt. 
Eine unserer Pflegerinnen sagte zu mir: "Meine Guete bist du aber durcheinander!" 
Meine Kollegin sagte, nachdem mir nicht einfiel was Herr X. gestern am Telefon sagte: "Na, Hauptsache, du vergisst nicht deinen Namen!" 
Und zum Lachen war mir so gar nicht zumute dabei. 
(ich musste unwillkuerlich darueber nachdenken, was Menschen mit Demenz erleben, in ihren Anfangsphasen. So muessen sie sich fuehlen. Und ich tat genau das, was diese Menschen auch oft tun - ich ueberlegte mir, wie ich aus der Vergesslichkeits-nummer rauskomme, wie ich rechtfertige, dass ich nicht mehr weiss, was X. und Y zu mir sagte.)
Ich habe immer noch grosse Sorge, was diese Vergesslichkeit der letzten Zeit betrifft, aber ich fuehle, dass mein Gehirn dicht macht. Schluss. Aus. Nichts geht mehr. 
Zuviel Info, zuviel Input, zuviele Aufgaben. Zuviel! 
Das Gehirn ist nicht in der Lage, diese Mengen an Informationen zu verarbeiten und abzuspeichern, so dass ich darauf zugreifen kann. Mein Arbeitsspeicher ist uebervoll, auf der Festplatte ist alles, aber darauf zugreifen ist mir nicht moeglich. Vor allem nicht unter Druck. 

Alles muss schnell gehen, alles ist nicht genug. 
Gegessen wird waehrend einer Taetigkeit, nicht in Ruhe oder wie ein normaler Mensch. Gegessen wird zwischendurch, zwischen Telefonat und Besprechungen. 
Eine Mittagspause wie es sie einst gab, ist nicht mehr erwuenscht, wird befremdlich registriert. Man geht nicht mehr fuer eine halbe Stunde hinaus, um etwas zu essen, sondern bringt alles mit ins Buero, allenfalls holt man sich Fastfood schnell ins Buero, um es dann am Schreibtisch zu essen, von Genuss kann keine Rede sein. 

Was tun wir Menschen uns da an? Welchen Einfluss hat das alles auf unsere Gesundheit? Die koerperliche und die seelische?
Ich persoenlich komme schnell an meine Grenzen, kann das alles nicht und will es auch nicht koennen!
Der Druck in unserer heutigen Gesellschaft wird groesser, aber ich bin dennoch der festen Ueberzeugung, dass wir wann immer es moeglich ist, fuer unsere Ruhenische kaempfen sollten, uns entfernen sollten aus ungesunden Situationen und Bedingungen, in unser Seelenheil investieren sollten, so lange es geht. 
Es ist nicht einfach, und ich weiss auch jetzt nicht, ob es in Jerusalem bei der neuen Arbeit besser wird, aber ich fuehle, dass allein die Rueckkehr nach Jerusalem mir Sicherheit gibt, festen Boden unter den Fuessen, den ich verloren hatte. 
Neue Arbeit, neue Wohnung, neues Umfeld, neue Stadt, all das war ein bisschen viel fuer mich. 
Ich brauche dringend etwas, was mir wieder Sicherheit gibt, etwas was ich kenne. 
Und das ist Jerusalem. 
Falls auch die neue Arbeit nicht passend fuer mich sein sollte, kann ich von dort aus weiter suchen. Aber dann bin ich wenigstens an einem Ort, den ich kenne, umgeben von den Freunden.
So geht eine Phase von zwei Monaten zuende, die ich als viel laenger erlebt habe. 
Ich versuche, zur Ruhe zu kommen, wann immer es moeglich ist und freue mich sehr auf die Rueckkehr. 
Morgen nachmittag geht es erst einmal in den Shabbat nach Jerusalem. Abschalten ist die Devise. 
Ein paar Schritte habe ich noch vor mir, bevor ich wieder versuche, Fuss zu fassen in der Heimatstadt. 
Meine Wohnung in Raanana ist noch nicht weiter vermietet und es kann sein, dass ich noch bis Ende Dezember Miete zahlen muss. 
Am Montag kommt der Moebelwagen und bringt meine Moebel in den Speicherraum eines Freundes. Erstmal.
Am Dienstag naechster Woche dann wird mein erster Arbeitstag bei der neuen Arbeitsstelle sein.
Im Grunde koennte ich 3 Wochen Urlaub mit voelligem Abschalten gebrauchen. Nichts tun. Nur leider kann ich mir das nicht leisten.
Dafuer werde ich versuchen, den Shabbat so zu gestalten, dass ich meinem Gehirn eine Auszeit gebe zur Erholung. 

Mittwoch, 4. November 2015

Terror Nahe Hebron - Israeli in Lebensgefahr

Nahe Hebron gab es einen Anschlag. Ein Israeli wurde ueberfahren, wie das eine ganze Zeit so ueblich war. Man will uns ueberfahren, erstechen usw. 
Der junge Mann ist in Lebensgefahr und hat unter anderem schwere Kopfverletzungen. 

Gleichzeitig bereitet Europa sich vor, Israelische Produkte aus der sogenannten Westbank zu kennzeichnen und zu boykottieren. 
Auch Palaestinenser sind nicht dafuer, denn auch sie werden davon betroffen. Oft arbeiten Israelis und Palaestinenser in derselben Firma. 

Montag, 2. November 2015

2 Terroranschlaege - 5 Verletzte, davon zwei schwer Verletzte

Halb vier am Nachmittag in Rishon leZion, im Zentrum Israels, ein mit einem Messer bewaffneter Terrorist steigt aus dem Bus in der Naehe des Zentralen Busbahnhofs, und beginnt, auf Passanten wahllos einzustechen. er verletzt eine 80 jaehrige Frau, will in ein Kleidergeschaeft eindringen und dort weitermachen, die Geistesgegenwart der Verkaeuferin, die schnell den Laden schliesst, verhindert, dass er dort sein Werk fortfuehren kann, daraufhin dringt er nebenan in ein Parfuemgeschaeft ein, will auf die Verkaeuferin einstechen, sie kann entkommen, aber dem Terrorist gelingt es noch weitere 3 Menschen zu verletzen, davon sind zwei schwer verletzt, er zerstoert die Inneneinrichtung ,in dem winzig kleinen Parfuemgeschaeft findet ein Kampf statt, bis der Taeter ueberwaeltigt und verhaftet wird. Der Taeter ist 19 Jahre alt und  kommt aus Hebron. 

Zwei Stunden spaeter in Netanya, ein Terrorist sticht auf einen 70 jaehrigen Mann ein. Er wird schwer verletzt im Krankenhaus behandelt.

Sonntag, 1. November 2015

Vorwuerfe

Ja, ich weiss, ich habe einen Fehler gemacht. Ja, ich weiss, dass "alle es mir schon vorher gesagt haben", wie mir eine Bekannte gestern vorwarf. (Aber ganz ehrlich, alle haben das gar nicht gesagt, sondern mir teilweise sogar Mut gemacht, etwas zu wagen)
Diese Vorwuerfe, die jetzt (nur von einigen Bekannten) kommen, tun mir nicht sehr gut. Als wuerde ich nicht schon am Boden liegen! 
Wenn ich alles auf die leichte Schulter nehmen wuerde, koennte ich den Unmut noch verstehen. 

Wenn ich ganz ehrlich bin, mache ich mir Vorwuerfe und denke "Wie konnte ich nur.." aber ist es nicht so, dass man manchmal etwas wagen muss, um etwas zu erreichen? 
Erreicht man es dann nicht, sondern scheitert, ist das bitter und nicht leicht zu ertragen, aber genauso gut haette es ja klappen koennen. Wie sagt man doch? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. 
Aber wer nicht wagt, kann auch nicht verlieren. Das ist wohl wahr. 
Wuerde mich jemand fragen, ob er wagen soll, einen Schritt zu wagen, der evtl. zur Verbesserung fuehren kann, ich glaube ich wuerde ihm zuraten. 
Ich habe einmal einen Satz gehoert: "Schiffe die im Hafen liegen, koennen nicht untergehen, aber dazu sind Schiffe nicht gemacht..." 
Schiffe sind dazu da, auf hoher See, in manchem Unwetter ihre Wege zu machen, Neuland kennen zu lernen. 

Wir Menschen versuchen, unsere Lage zu verbessern und machen dabei oft neue Erfahrungen, manchmal auch bittere. 
Aber im Nachhinein wird es fuer irgend etwas gut sein, der Irrweg wird seinen Grund haben. 
Ich glaube nicht, dass es verwerflich ist, sich Erleichterung und bessere Bedingungen zu erhoffen.

Als ich damals nach Israel einwanderte, haette auch das furchtbar schief gehen koennen. Und wie ich den Mut aufgebracht habe, mit einem kleinen Geldpolster und nur 2 Koffern hier in Israel neu anzufangen, weiss ich heute nicht mehr. 
Ich kam ohne das soziale Netz an Freunden, das ich heute habe und wirklich - es haette absolut daneben gehen koennen. 
Aber ich war voller Freude und Tatendrang und mir sicher, dass ich Arbeit finde, die mich irgendwie ernaehren kann. Woher ich diese Gewissheit und Zuversicht nahm ist mir heute fast schleierhaft. 
Aber es haette schief gehen koennen. 
Ich bin sehr froh, dass ich es gewagt habe. Es war der groesste Schritt in meinem Leben, den ich je gewagt habe. Und es geht mir gut. 
Vorwuerfe sind also objektiv gesehen wirklich nicht angebracht, und fuehren auch zu nichts. Sind so wenig konstruktiv. Was soll ich jetzt mit diesen Weisheiten wie "das hat man dir doch schon gesagt!" anfangen? 
Herzlich wenig. 
Ich brauche jetzt Aufmunterung und Trost, und zum grossen Teil bekomme ich das ja auch. 
Euch moechte ich auch danken, fuer Eure lieben Worte in den Kommentaren. 
Danke, dass Ihr meinen Weg begleitet und mit mir bangt und fiebert. 
Wie sagt man hier so schoen:
"Nichts ist eine katholische Hochzeit!" womit man sagen will, dass alle wieder rueckgaengig gemacht werden kann. 
Worte wie diese nehmen die Schwere aus Entscheidungen, die Last. Und die Angst, etwas falsch zu machen, was man nicht mehr reparieren kann. 
Je mehr Fehler wir machen, desto mehr lernen wir. 
Ich wuensche mir wirklich etwas mehr Ruhe, wenn ich zurueck bin in Jerusalem, aber diese Ruhe hatte ich mir auch hier fuer die Arbeit in Hod haSharon erhofft und es sah fast danach aus. 
Das, was dann passierte, konnte ich vorher nicht wissen. 
Leichter waere es natuerlich gewesen, haette ich dieses Wagnis in Jerusalem gemacht, und waere nicht gleich so weit weg gezogen. 

Freitag, 30. Oktober 2015

SHABBAT SHALOM

Ich bin in meinem warum auch immer, so geliebten Jerusalem, wohin es mich, egal wie die Lage ist, immer wieder hinzieht. Hier bin ich zuhause, hier bin ich ruhig. 
Ich fuehle mich gut, werde bald wieder nicht nur Gast, sondern auch Teil des Jerusalemer Alltags sein. 
Ich bin dankbar fuer die neue Chance, die mir geschenkt wurde, meinen Irrweg zu korrigieren. 
Nur der Seele folgen, dann kann nichts falsch sein. 
Ich fuehle mich gut, so gut. 
Shabbat shalom!

3 Anschlaege bisher am heutigen Tag

Ich habe vernaechlaessigt, euch alle Anschlaege und Anschlagsversuche der letzten Tage zu dokumentieren, es ist einfach zuviel. 
In der letzten Zeit konzentrierten sich die Terroristen auf den Bereich Jehuda und Shomron (Juda und Samaria), um mehr Rueckendeckung von der Welt zu bekommen, da es ja die sogenannten "Besetzten Gebiete ", die Siedlungen. Da reagiert die Weltoeffentlichkeit eher gelassen, oder noch gelassener als sonst, denn "die Siedler sind ja selbst schuld!, warum muessen sie auch dort wohnen?"

Am heutigen Tag komme der Terror nach ein paar Tagen wieder zurueck in die Hauptstadt, die verwundete. 
Ein Terrorist sticht auf einen Passanten ein, der an der Haltestelle der Leichtbahn in Jerusalem steht, Haltestelle "Ammunition Hill" (Givat haTachmoshet) ein Polizist schiesst auf den Terroristen und trifft leider auch einen Passanten, der in der Naehe steht. 

Eine Stunde vorher kommen zwei Terroristen auf einem Motorrad angerast, in der Naehe Zomet Tapuach, wollen Passanten niederstechen - einer der Terroristen wird erschossen, der andere verletzt. 

Und ein weiterer Vorfall derselben Machart: In der Naehe von Beit El will ein Terrorist einen Soldaten niederstechen- und wird ebenfalls durch Schuesse untaetig gemacht. Ich weiss noch nicht, ob der Taeter noch lebt.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Yerushalaiym

Yerushalaiym,
meine Geliebte,
Umkämpfte, Zerrissene
du weinst, wenn es Nacht wird und die Finsternis durch deine Gassen kriecht.
Blut, Hass und Neid
Leidenschaft und heisse Liebe
doch keine Ruhe.
kein Schlaf.

Ich will dich umarmen
und tröstend meine Arme um dich schlingen
dir deine weinenden Augen trocknen
und mich von dir schuetzen lassen,
du schutzlose Stadt,

Steine
die leben
und Leben, das versteinert ist.
erstarrt vor laehmender Angst.

Dein goldenes Laecheln am Abend
erwaermt die Tiefen der Seele
und hofft auf Frieden in deinen Mauern.

In deinen Wipfeln weht kuehl der Abendwind
die Voegel am Morgen singen vom ewigen Traum.

Wir leben
wir lieben
wuenschen und hoffen
glauben an den Einen,
der dich heilen kann
von allen Wunden der Zeit

und ploetzlich endlose Stille

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Job in Jerusalem

Ich habe meine Eintrittskarte, mein Rueckflugticket nach Jerusalem. Am 10. November werde ich in einer Firma in Jerusalem anfangen und das gibt mir Hoffnung. 
Zwar habe ich keine rosarote Brille mehr auf, und weiss ja auch noch nicht, wie der neue Joballtag werden wird, aber immerhin gibt es mir die Moeglichkeit, nach Jerusalem zurueck zu kehren. 
Nun muss ich schauen, dass ich moeglichst schnell einen Nachmieter fuer meine Wohnung finde. Einige Leute waren schon hier, um sich die Wohnung anzuschauen. 

Dienstag, 27. Oktober 2015


Reizueberflutung

Ich fange an, Handys und Smartphones zu hassen, jeder Klingelton einer eingehenden Mail oder einer Whats-app-Nachricht verursacht in mir Abwehr, SMS und Telefonate, all das ist mir unglaublich zuwider zurzeit.
Mein Arbeitsalltag sieht so aus, dass es keine Minute Ruhe gibt, kein Essen in Ruhe, keine Pause, und auch in der Freizeit keine Ruhe vor der Arbeit. 
Es ist mir schon seit den ersten Wochen klar, dass ich das nicht aushalten will und auch nicht kann. Es schadet enorm der Gesundheit und man bekommt das Gefuehl und die Angst, durchzudrehen, wenn nur noch eine einzige Nachricht herein kommt. 
So sieht Reizueberflutung aus. Netto. Man moechte sich die Ohren zuhalten und nur noch: NEIN, NEIN, NEIN rufen. 
Ist es zuviel verlangt, wenn man sich wuenscht, einfach nur wie ein ganz normaler Mensch zu arbeiten, und nicht wie ein Arbeitstier?

Die Chefin weiss, dass ich gehen will, und wieder zurueck nach Jerusalem gehen werde. 
So gab sie mir - wirklich fairerweise, muss man sagen - am Sonntag einen halben Tag frei, an dem ich in Jerusalem zwei Vorstellungsgespraeche hatte. 
Eines davon in einer aehnlichen Firma, wie die, in der ich zurzeit arbeite. Alte Menschen bekommen von der Sozialversicherung Stunden bezahlt, um israelische oder Fremdarbeiter zu bezahlen, die ihnen zuhause helfen. 
Im Grunde genommen ist dieser Bereich wirklich ein hartes Geschaeft und unterbezahlt. 
Im Moment sehe ich den Wechsel aber als Eintrittskarte nach Jerusalem an, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ich kann Erfahrung aufweisen und so sind meine Chancen in diesen Firmen nicht schlecht, vor allem, da es eine hohe Fluktuation gibt. 
So hatte ich dann heute ein zweites Gespraech mit der Oberbossin, die in Tel Aviv sass. 
Ich habe um kurz vor 12 frei genommen um dorthin zu fahren. 
Nach einem weiteren Gespraech, bin ich ins Azrieli-Center gegangen, um etwas zu essen. 
Diese Stunden sind freie Stunden, gewissermassen ein halber Urlaubstag, fuer den ich natuerlich nicht bezahlt werde. 
Dennoch - was geschah war folgendes: meine Chefin rief mich mehrfach innerhalb einer Stunde an, meine Kollegin rief ebenfalls an, meine Chefin schickt Whats-app mit der Frage, ob ich morgen dies und das tun kann, meine Kollegin ueberflutet mich mit Informationen und neuen Faellen. 
Ich reagiere - natuerlich - und schreibe zurueck, terminiere fuer morgen Treffen mit Metaplim, Pflegerinnen, die ich zu neuen Faellen bringen muss. 
Mein veganer Hamburger wird kalt. 
Ich stuerze ihn hungrig und ohne grossen Genuss hinunter, auch kalt schmeckt er. 
Meine Entspannung ist weg. Ich bin mittendrin. 
Ich stecke mein Handy in die Tasche und gehe zur Bushaltestelle zurueck nach Raanana. Im Bus zuecke ich mein Handy und sehe, dass weitere 24 Whats-app eingegangen sind, um zu pruefen ob fuer mich etwas Wichtiges dabei ist muss ich alle durchgehen. 
Inzwischen hatte meine Chefin angerufen, konnte mich nicht erreichen, ich hatte das Klingeln unterwegs in der lauten Stadt nicht gehoert, halte mein handy nicht staendig in der Hand, da es mir nicht gut tut, koerperlich. 
Sie schreibt, sobald ich koenne, solle ich zurueck rufen. 
Ist das normal?

Gerade um 21h eine neue Mail, "ist x und y bearbeitet?"
Wenn ich jetzt nicht das handy ausstelle, geht es weiter und ich werde um 5 von der ersten Nachricht geweckt. 

Nein, das kann nicht gesund sein. Und ich frage mich, wie Menschen so etwas Jahrelang aushalten, ohne einen Herzinfarkt zu bekommen. 
Falls ich morgen den Job in Jerusalem bekomme, bin ich ehrlich gesagt nicht super begeistert, ich muss erstmal checken, wie diese Firma arbeitet, ob es genau so weitergeht. Nur werde ich dann schon in Jerusalem sein, und kann mich notfalls weiter umschauen. 

Im Grunde genommen wuensche ich mir, mich mal mit Positiven Dingen im Joballtag zu beschaeftigen, aber dann haette ich etwas anderes als Sozialarbeit studieren muessen. So ist das nun mal. Sozialarbeit bedeutet Arbeit mit Drogenabhaengigen (die ich 13 Jahre in Deutschland gemacht habe), mit schwer erziehbaren Kindern, mit alten Menschen, mit geistig oder koerperlich behinderten Menschen, mit Randgruppen. 

Ich werde wohl die Hoffnung dennoch nicht aufgeben und weiter suchen, ob es nicht doch am Ende noch eine zufriedenstellende Arbeit gibt, die es trotzdem ermoeglicht, sich in Wuerde zu ernaehren. 

So hoffe ich, diesen Job morgen zu bekommen, man will mich im Laufe des Morgens anrufen. 
Dann heisst es moeglichst schnell einen Nachmieter fuer meine Wohnung in Raanana zu finden. Eine Wohnmoeglichkeit in Jerusalem - notfalls reihum bei Freunden - habe ich schon bis ich eine neue Mietwohnung finde. Fuer diese freundschaftliche Hilfe bin ich sehr dankbar. 

Nein, ich gehoere nicht ins Zentrum, sondern nach Jerusalem. 
Es war ueberfluessig und ich mache mir grosse Vorwuerfe, dass ich diesen Schritt getan habe, obwohl mir unterbewusst doch klar war, dass es schief gehen wuerde. 
Ich bin in der ganzen Laenge auf die Nase gefallen und muss nun mit viel Energie noch einmal den Umzug zurueck gestalten. 
Es faellt mir schwer, dem Ganzen eine positive Seite abzugewinnen und ich sage mir staendig, dass es eventuell sein musste, um so klar zu wissen, was richtig, wichtig und gesund fuer mich ist. 
Immer wieder taucht in mir ein Gedanke auf: Wie konnte ich nur?

Freitag, 23. Oktober 2015

Shabbat Shalom

Ich wuensche euch allen, und uns in Israel insbesondere einen shabbat voller Shalom, Ruhe und Beruhigung. Erholt euch gut und nehmt euch Zeit fuer die spirituellen Dinge des Lebens. goennt euch eine Auszeit, und schafft euch eine Oase in der Hektik der Zeit. Ich werde versuchen, abzuschalten von allein Problemen und Hindernissen. Auch von dieser vergangenen Woche voller Blut und Gewalt. Hoffnung, tiefer Glaube und Zuversicht moegen unser Motor fuer den Alltag sein.
Shabbat shalom

video vom IS

Es scheint ein neues Video zu geben, in dem der IS in hebraeischer Sprache droht.
Unter anderem wird dort gesagt:"ihr werdet bald noch viel Schlimmere Dinge erleben als bisher, wir werden Al Akza erobern u von da aus angreufen. Bald wird kein einziger Jude mehr in Jerusalem sein. Wir werden diese Krankheit ausloeschen. Und unsere brueder aus aller welt werde kommen zu unserer Unterstuetzung um die juden in aller welt auszuloeschen, die urfeinde der moslems. Wir werden euch fuer alle verbrechen zur rechnung ziehen.'"


anschlag in gush etzion

Wieder ein anschlag in gush etzion. Ein soldat wird verletzt.
Ich schreib im stenostil, da ich mein laptop nicht mit in jerusalem habe.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Noch einen Tag Arbeit

Nur den heutigen Tag muss ich hinter mich bringen, dann ist Wochenende. G-tt sei dank. Ich werde wieder zu den Freunden nach Jerusalem fahren und dort den Shabbat verbringen.

Wieder toedlicher "Fehler"?

Gestern abend in Jerusalem, Jirmiahu Str.
Ein Mann steigt aus dem Bus und verhaelt sich in irgendeiner Weise verdaechtig, zwei Soldaten die einsteigen, sprechen mit ihm, und aus irgendeinem Grunde entwickelt sich ein Streit, bei dem der junge Mann die Soldaten mit Faeusten angreift. Die Soldaten haben Angst, dass ihre Waffe entwendet wird und schiessen. Der Mann ist tot. Nach seiner I.D stellte sich spaeter heraus, er war anscheinend nicht auf dem Weg ein Attentat zu verueben und trug kein Messer oder andere Waffen bei sich. 
Zum zweiten Mal ein toedlicher Irrtum. Noch ist dieser Vorfall nicht in Gaenze geklaert.
Unsere gesamte Situation nimmt tragische Zuege an, die Nerven liegen blank. 
Soldaten fuerchten in der letzten Zeit - mit Recht - dass man ihre Waffen stehlen und damit weiter morden koennte, was ja schon passiert ist. 
Beim Lynch an einem eritreischen Gastarbeiter in  Beer Sheva vor ein paar Tagen, wurden erste Verdaechtige festgenommen, die anscheinend beteiligt waren an seinen schweren Verletzungen, die schliesslich zum Tode fuehrten.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

"Die besetzten Gebiete" - Strategie des Terrors

Man konzentriert sich in den letzten Tagen in Terrorangelegenheiten auf Jehua und Shomron (Juda und Samaria), das sogenannte Westjordenland. 
Warum?
Nun, die Palaestinenser wissen, dass sie bei Terroranschlaegen besonders in diesen Gebieten mit mehr Unterstuetzung fuer "ihre Sache" aus dem Ausland rechnen koennen. 
So wird verstaerkt in den Facebookseiten dazu aufgerufen, sich auf diese Gebiete zu konzentrieren. 


Terroranschlag vor ein paar Minuten- wieder in Gush Etzion

Palaestinenser werfen Steine auf ein Auto. Die Insassen steigen aus, um den Schaden zu begutachten, ein Auto mit einem zweiten Attentaeter naehert sich und ueberfaehrt diese Menschen. Einer wird schwer verletzt, drei weitere leichter. 
All das passiert in der Naehe der Kreuzung Karmej Zur, zwischen Hebron und Efrat.

Update: Es waren 4 Soldaten, die in dem Auto sassen, das mit Steinen beworfen wurde. 3 wurden leichter verletzt, einer schwer, ein Soldat konnte auf den Attentaeter schiessen. Unter dem Fahrersitz des Autos des Attentaeters wurden Messer gefunden. 

Der Terror haelt an

Im Bezirk Binjamin, Kikar Adam ueberfallen zwei mit Messern bewaffnete Attentaeter zwei Soldatinnen. Eine der Soldatinnen des Pikud haOref wird niedergestochen und lebensgefaehrlich am Hals verletzt, die zweite erschiesst den Attentaeter, der zweite Attentaeter wird verhaftet. Er kommt aus Abu Gosh.

In Gush Etzion wirft ein Attentaeter einen Molotowcocktail auf einen Autobus. Es gibt - G-tt sei dank - keine Verletzten.

An der Grenze zum Gazastreifen werfen Palaestinenser Steine.

Vor kurzem Zewa Adom-Alarm im Umkreis Gaza. . Eine Rakete wird vom Gazastreifen in Richtung Israel geschossen und landet - G-tt sei dank - auf freiem Feld im Bereich Shaar haNegev.

Anschlagsversuch verhindert

Am fruehen Morgen, etwa gegen 6h wird eine weibliche Terroristin mit einem Messer bewaffnet von IDF ueberwaeltigt und leicht verletzt. Sie wird vor Ort behandelt.

Dienstag, 20. Oktober 2015

3 Anschlaege am heutigen Tag

Unter anderem wird dabei Awraham Asher Chasno getoetet, von einem LKW ueberfahren, als er aus seinem Auto steigt, nachdem es von Palaestinensern mit Steinen beworfen wird.
Awraham steigt aus noch unerklaerlichen Gruenden aus, der LKW-fahrer, der nicht bremst, sondern ihn ueberfaehrt, behauptet spaeter, es sei ein Unfall gewesen.
An der Gush-Etzion Kreuzung wird spaeter ein Soldat und ein Passant absichtlich ueberfahren, der Terrorist steigt aus und will mit einem Messer auf die beiden einstechen. Dies wird durch Sicherheitskraefte verhindert. Er wird ausser Gefecht gesetzt.
Ein anderer Attentaeter eroeffnet das Feuer in Kyriat Arba, er wird ebenfalls ausser Gefecht gesetzt.

Soeben wird wieder ein Zwischenfall in Hebron gemeldet. Ein Attentaeter eroeffnet das Feuer in Richtung Beit Hashalom in Kyriat Arba, er wird niedergeschossen und ausser Gefecht gesetzt.

In Ostjerusalem werfen Palaestinenser Molotowcocktails auf ein Haus.
Bei Issawaija naehert sich ein Palaestinenser den Sicherheitskraeften mit einem Molotowcocktail. Es wird auf ihn geschossen.

Wir gedenken Awraham Asher Chasno, der heute ermordet wurde.
יהי זכרו ברוך

Montag, 19. Oktober 2015

Ein wenig verzweifelt

So meine lieben Leser. Meine Situation zurzeit ist absolut schlecht. Ich habe meine Lebensfreude im Alltag verloren, die Leichtigkeit ist raus, und ich bin gerade an einem Punkt angekommen, der mir nicht viele Optionen laesst, ausser zurueck zu gehen nach Jerusalem. 
Ich verdiene so gut wie noch nie - ABER zahle einen hohen Preis dafuer, sowohl physisch als auch psychisch. Die Arbeit macht keinen Spass, es ist nur ein Wettlauf gegen die Zeit, den ganzen Tag. 
Trotz einer Erhoehung meiner Stelle auf 100 % fuer die naechsten 4 Monate - in denen eine Kollegin im Schwangerschaftsurlaub ist - muss ich nicht selten Ueberstunden machen, um die Arbeit ueberhaupt irgendwie ansatzweise zu schaffen. 
Ich bin fahrig und durcheinander, vergesse Dinge und kann mich kaum konzentrieren, da ich nie etwas zuende fuehren kann, ohne dass die naechste Aufgabe hereinschneit. Ich weine viel, weil ich so dermassen unter Druck stehe.
Ich hatte mir ein "etwas ruhigeres Arbeitsleben" vorgestellt, und bekomme genau das Gegenteil. 
In meiner vorigen Firma musste ich 120 Hausbesuche machen im Monat, mit oeffentlichen Verkehrsmitteln und keinem Shekel km-Geld, falls ich mein Auto benutze. 
Hier bei meiner jetzigen Arbeit habe ich lediglich 30-40 Hausbesuche, bekomme sowohl eine Pauschale fuer den Einsatz meines Fahrzeugs, als auch Versicherung und Test, sowie zusaetzlich km-Pauschale. 
Und doch schaffe ich diese Besuche nur mit grosser Anstrengung, denn es gibt einfach zuviele Aufgaben zusaetzlich. 
Ich habe grosse Probleme mit Mobilfunkantennen, und diese habe ich sowohl in der Naehe meiner Wohnung als auch hinter dem Buero, so dass ich staendig unter Kopfschmerzen leide. 
In der neuen Firma gibt es ein Firmenhandy und ich muss in einer Whats-app-Group unter den Kollegen Mitglied sein. 
Schaue ich mal 15-20 min. nicht in die whats-app Nachrichten, sind gleich 25-40 neue Nachrichten zu lesen. Da ich mehr Probleme habe, wenn ich mich mehr mit dem Handy beschaeftige, versuche ich die Benutzung des Handys zu reduzieren, aber das geht so gut wie gar nicht. 
Neue Nachrichten kommen auch per mail herein, der mail-account muss von meinem Handy zugaenglich sein, und natuerlich gibt es auch telefonische Anfragen, die bearbeitet werden muessen. 
Im Grunde genommen sollte man 24 Std erreichbar sein, diejenigen, die religioes leben und den Shabbat halten, "duerfen" selbstverstaendlich das Handy ueber den Shabbat ausschalten. Am Shabbat-ausgang jedoch sind dann schon wieder einige Whats app zu verzeichnen. 

Ich neige eher dazu, sogar mein privates Handy so oft wie moeglich zuhause zu lassen, z.B. wenn ich am Strand spazieren gehe, um "ABZUSCHALTEN", alles hinter mir zu halten, Kraft zu tanken. 
Und erst recht, wenn es sich um das Diensthandy handelt. Gern gesehen wird das aber nicht, wenn man nicht erreichbar ist. 
Beim letzten Arbeitgeber war ich Sklavin mit schlechter Bezahlung, beim jetzigen eine gut bezahlte Sklavin. 
Die Frage ist nur: Was ist einem ein gutes Gehalt wert? Welchen Preis ist man bereit zu zahlen, fuer ein wirklich super gutes Gehalt (im Bereich Sozialarbeit)?
Meine Gesundheit, die physische und die seelische, ist mir viel wert, ich moechte im Grunde eher mehr Freizeit, als weniger haben. 
Und ich moechte ein Mindestmass an "Freude" haben an der Arbeit, zumindest nicht mit Bauchschmerzen morgens zur Arbeit.
Seit Jahrzehnten schon beneide ich die, die wirklich gern zur Arbeit gehen. Und ich sehne mich im Grunde danach, etwas zu tun, was Freude macht, was Positiv ist, was einem gut tut. Aber das ist wohl ein Traum und bei den wenigsten zu verwirklichen. 
Dennoch - eine gewisse Sehnsucht nach etwas ganz anderem als Sozialarbeit - oder wenn, dann ein Bereich, der Freude macht - ist in mir. Nur dass die meisten Dinge, die wirklich Freude machen und positiv sind, einen nicht ernaehren koennen. Das frustriert ein wenig. 

Da ich mich zurzeit jeden Tag zur Arbeit quaele, ziehe ich sogar in Erwaegung, wieder zurueck zu gehen, zur alten Firma. 
Ich brauche dringend sicheren Boden unter den Fuessen und dort wuesste ich, was mich erwartet. 
Raanana, Kfar Saba und Hod Hasharon, wo ich mich derzeit bewege, sprechen mich nicht so sehr an, das Einzige was mir zurzeit gut tut, ist der nahe Strand von Herzliya, bei Sidna Ali, ich brauche dorthin nur 20 min. 
Meine Chefin ist mehr als fair, sie sieht, wie ich rotiere, und gibt zu, dass diese Arbeit nicht fuer jeden das Richtige ist, (vor allem wohl nicht fuer solche Anti-multitasker wie mich)
Sie gibt mir Zeit, mich einzugewoehnen, wobei ich da schwarz sehe, denn ich bin einfach das Gegenteil von Multitasker, und ich fuehle auch, dass es nicht gesund ist, was ich da tue. 
Sie laesst mir aber auch die Moeglichkeit offen, in der Firma eine andere Aufgabe zu uebernehmen, wobei alles andere mich nicht ernaehren kann. 
Vor allem aber sagte sie mir zu, falls ich doch zurueckgehen sollte nach Jerusalem, mir Gelegenheit fuer Vorstellungsgespraeche zu geben. 
Das finde ich wirklich mehr als fair und es nimmt den grossen Druck von mir. 
Der alltaegliche Druck ist natuerlich dadurch nicht weg. 
Falls ich zurueck gehen sollte nach JLM, gibt es ein weiteres Problem, mein Mietvertrag. 

Zurzeit sieht es also wirklich nicht rosig aus fuer mich. 
Und all das habe ich mir selbst eingebrockt. Wie es aussieht, habe ich einen grossen Fehler gemacht, mit diesem Umzug nach Raanana.
(und bitte jetzt keine Kommentare wie "selbst schuld!", denn das weiss ich, und ich bin etwas zu duennhaeutig, um sie zu ertragen...)

Tragischer Tod, toedlicher "Irrtum"

Der Soldat Omri Levi, 19 Jahre alt, der gestern abend im Terroranschlag in Beer Sheva ermordet wurde, ist beerdigt worden. 
יהי זכרו ברוך

Eine voellig tragische grausame Tatsache - der Tod von Haptum Sarhum, Gastarbeiter aus Eritrea. Er wurde irrtuemlich fuer einen zweiten Terroristen gehalten, da er nach den toedlichen Schuessen auf Omri Levi weglief um sich in den Toilettenraeumen in Sicherheit zu bringen. Er wurde als Terrorist angesehen, und bezahlte das mit dem Leben. Haptum wurde angeschossen und anschliessend von der Menge regelrecht "gelyncht", man schlug ihn und warf eine Bank auf ihn. 
Mit Recht schreibt Eldad Yaniv in seinem Artikel auf y-net:
"Ein Mann ist unschaedlich gemacht worden, der der vermeintliche Taeter war. Er liegt am Boden und blutet. Dies ist der Moment, in dem derjenige, der nun weiter auf ihn einschlaegt, selbst zur Bestie wird. Und wenn wir uns spaeter mit unseren Kindern diese Videos anschauen, entdecken wir, dass wir uns wie wilde Tiere verhielten." (und ich fuege hinzu: Tiere tun so etwas nicht aus Willkuer oder Rache... .. der Vergleich mit einem Tier ist also auch nicht passend.
Dieser grausame Vorfall wird ein Nachspiel haben. Die Beteiligten werden zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt. Es gibt anscheinend genuegend Material, um diejenigen ausfindig zu machen, die daran beteiligt waren. (Videos etc)
Netanyahu hat noch einmal betont, dass bei einem Terroranschlag sich die Menschen schnellstmoeglich vom Tatort entfernen sollten, um nicht die Arbeit der Sicherheitskraefte und der Polizei zu behindern. Ich frage mich auch, was man dort noch zu suchen hat, nachdem geschossen wird.
Die Geschehnisse der letzten Zeit machen einfach nur traurig und hilflos.

Wir gedenken Omri Levi, und Haptum Sarhum. 

יהי זכרם ברוך

Sonntag, 18. Oktober 2015

Update der Geschehnisse

Anscheinend ist nun doch die Rede von nur EINEM Terroristen, der, bewaffnet mit Messer und Pistole in die Central Busstation eindringt, einen Soldaten mit seiner Pistole niederschiesst (dieser stirbt spaeter an seinen Verletzungen),er nimmt dem Soldaten die Automatische Waffe ab und schiesst weiter auf Menschen. Auf seinem Weg zum Ausgang der Central Bus Station wird er von Polizisten niedergeschossen. Bei den Schusswechseln werden mehrere Polizisten verletzt. 

Parallel dazu findet ein anderes Ereignis am anderen Ende der Central Bus Station statt und ein Gastarbeiter aus Erithrea wird niedergeschossen, es stellt sich als ein schlimmer Fehler heraus, man hat ihn als einen zweiten Terroristen identifiert - faelschlicherweise. 
Der Gastarbeiter wird zurzeit operiert. Man kann nur beten, dass er das ueberlebt. 

Die Nerven liegen blank. Nicht nur bei der normalen Bevoelkerung, sondern auch bei Sicherheitskraeften und Polizei. Das sind die schrecklichen Auswirkungen dieser Terrorwelle, die uns derzeit erschuettert.

Vor ein paar Minuten - Anschlag in der Central Busstation in Beer Sheva

Ein Anschlag mit Schuessen und Messerangriff, vor kurzem in der Tachana Mercazit (Central Busstation), mit ingesamt 5 Verletzten, einer davon lebensgefaehrlich, ein anderer schwer verletzt. (Update: der lebensgefaehrlich Verletzte ist seinen Verletzungen erlegen)
Einer der Terroristen ist erschossen worden und so an weiteren Anschlaegen gehindert worden, der zweite wurde verhaftet.
Erste Untersuchungen ergeben, dass anscheinend die zwei Terroristen gemeinsam den Anschlag planten, einer schiesst, der andere sticht auf Passanten ein.

Jetzt werden Stimmen laut, wie es sein kann, dass zwei Attentaeter, bewaffnet mit Messer und Pistole ins Innere der Central Busstation kommen konnten, wo es doch Security am Eingang gibt.
Nachlaessigkeit?

Ein guter Freund: "Also, hier in Haifa, gibt es ein echtes Zusammenleben von Arabern, egal ob Christen oder Moslems, mit Juden, ob Charedim oder Chillonim... ich gehe nach wie vor ohne Angst durch die arabischen Viertel und esse meine Falafel. Es gab vor kurzem eine Art Anstachelung zur Demo, Menschen aus Um al Fachem und Nazrath kamen, sie wurden von den hier in Haifa lebenden Arabern verscheucht..."

Wir machen morgen, von der Firma aus einen Ausflug fuer Metaplot (Pflegerinnen) in eine Art Freizeitpark. Nun rufen schon seit Nachmittag arabische Pflegerinnen an, die sich sorgen, dass es zu Auseinandersetzungen mit den israelischen Pflegerinnen kommen koennte.
Ich hoffe mal, alles geht gut und friedliche ab. 

Samstag, 17. Oktober 2015

Shabbat - nicht ruhig

In Hebron wurde ein Soldat niedergestochen von einem Terroristen. Er ist leicht verletzt. 
In der Naehe von Kalandia wird ein Versuch eines Attentates verhindert. (Der Attentaeter wollte einen Polizisten niederstechen. Er wird ueberwaeltigt, zieht ein zweites Messer und versucht erneut, Menschen niederzustechen.
Den ganzen Tag ueber kreist ein Hubschrauber ueber Jerusalem.
Wer sich auf englisch informieren moechte, HIER bei Jerusalempost

Freitag, 16. Oktober 2015

Shabbat shalom und Frieden im Land


Verzweifelte Palaestinenser

Ich kann zu den Kommentaren, sowohl in meinem Blog als auch bei Tagesschau und Co. nichts mehr sagen, es wird mir einfach zuviel und es ist zu traurig. 
Da wird von Zwei.-Staatenlösung gesprochen, von Gerechtigkeit, von Besatzung, von den verzweifelten und perspektivlosen Palaestinensern, und ehrlich? Ich vermisse die Anteilnahme (natuerlich nicht bei allen, und fuer jede Anteilnahme danke ich euch) aber leider bei zu vielen Menschen, die nicht informiert sind ueber das was hier abgeht. 
Ich mag aber auch nicht mehr auf diese Art von Kommentaren antworten, denn sie sagen unterschwellig: da seid ihr selbst schuld, .... denn wuerdet ihr die Besatzung beenden, und wuerde es zwei Staaten geben, waere alles gut, die Palaestinenser haetten wieder Hoffnung und Perspektive, vor allem Arbeit, und wuerden uns in Ruhe lassen und in Frieden mit uns leben. 
Glaubt ihr das wirklich? Auch noch nach dem Rueckzug aus Gaza? Tut mir leid, ich glaube, dass das Gegenteil der Fall ist, und dass wir mehr denn je gefaehrdet waeren, ... aber ich muss auf meine Gesundheit - vor allem auf meine seelische - achten, daher koennt ihr kommentieren was ihr wollt, ich werde es euch nicht nehmen koennen, die Augen zu verschliessen. Wer kommt schon persoenlich her, um sich ein Bild zu machen? Die wenigsten von Euch. Die, die kommen, denen danke ich sehr. Denen, die mit uns fuehlen, und die mit uns weinen, danke ich. Denen, die ohne den Fingerzeig die schrecklichen Terrorangriffe verurteilen, denen danke ich. Seid gewiss, ich bin dankbar fuer jede Verurteilung dieser Gewalt, die nicht ein "aber.." nach sich zieht.
Denn es gibt kein ABER beim brutalen Abstechen von Menschen. Es sind eure Worte, dass Gewalt niemals eine Loesung sein kann. Scheinbar ist das anders, wenn es um Israel und die sogenannte Besatzung geht. Israel darf nicht gewaltsam reagieren, die Palaestinenser haben aber scheinbar einen Bonus...

Zur heutigen Lage: 
Heute nacht wurde das Josefgrab in Nablus angezuendet. 
Und soeben wird gemeldet, dass es einen Anschlag gab in der Naehe von Hebron, ein Soldat wurde verletzt, der Taeter unschaedlich gemacht. (ob er tot ist, weiss ich noch nicht)
Der Taeter hatte sich als Journalist verkleidet mit einem T-Shirt "Press", und stach zu 

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Jerusalem - schwer verletzt

Ich bin fuer das Wochenende nach jerusalem gefahren, zu meinen Freunden. Die sonst so pulsierende Emek Refaim ist fast leer, im Cafe Aroma um 17h sitzen 3-5 Gaeste. Die Bedienung sagt mir, das sei die ganze Woche so, und statt um 24h schliessen sie um 22h. Im Anise (einem Bioladen) greift die Verkaeuferin zum Pfefferspray, der junge Mann der gerade reinkommt, sieht arabisch aus, doch als er neben mir steht und den Mund aufmacht, stellt sich heraus, er ist Jude. Die Verkaeuferin erzaehlt mir, sie habe furchtbare Angst, so allein im Laden. Und das, obwohl sie in Ashdod aufwuchs, und einiges bereits mit erlebt hat. "Viele Naechte habe ich nicht geschlafen, der Alarm, das Rennen von der dritten Etage hinunter in den Schutzraum, es zermuerbt, macht schreckhaft! "
Eine Kundin erzaehlt, sie schaue sich starndig auf der Strasse um, wer hinter ihr hergeht, und an der Bushaltestelle setzt sie sich in die Ecke,  "ich will nicht dass man mich schon von weitem warten sieht."
Die Stimmung ist angespannt und laut TV sind die Gassen der Altstadt leer, wenige gehen zur Kotel, der Westmauer.
Heute war ein Tag ohne schlimme Zwischenfaelle, bis jetzt, 21:48h. G-tt lob keine Horrornachrichten und Anschuldigungen aus den USA dass Istarl uebertriebene Gewalt ausuebt bei seinen Reaktionen. Fuer Morgen rufen die Moslems einen "Tag des Zorns" aus. Gebe G-tt dass es ihnen nicht gelingt ihre. Mordplaene umzusetzen.
Betet fuer Jerusalem, das schwer verletzt blutet und weint. Jerusalem, sowie ganz Israel ist schockiert und einsam, kaempft einen schwierigen Kampf, den die Welt nicht wahrnehmen will. Israel soll die andere Wange hinhalten, wenn es geschlagen wird, so wie es die Christen tun wuerden. Tun sie das wirklich?
Wie soll das kleine Israel eure Meinung nach auf Terroranschlaege "adaequat und angemessen" reagieren?
Wenn ihr herkommt schaut in unsere Gesichter! Wir wollen leben!


Mittwoch, 14. Oktober 2015

Ein lesenswerter Artikel von Ulrich Sahm

Mal wieder ein Beitrag von mir, den manche wohl völlig falsch verstehen werden. Aber gerade in dieser Zeit, wo alles auf den Kopf gestellt wird, muss man auch mal richtig reinschlagen dürfen. Sonst ist dieser Zustand hier nicht auszuhalten.

So kündigt Ulrich Sahm seinen Artikel an. 
Und so beginnt er.

Dienstag, der 13. Oktober 2015. Der Tag beginnt mit ohrenbetäubenden Sirenen von Polizei und Krankenwagen. Messerstechereien in Raanana und Cholon.
Im Jerusalemer Viertel Armon Hanatziv 16 Opfer, darunter ein Toter in einem Bus der Linie 78, durch Schüsse und Messerstiche von 2 Terroristen. Ein Toter und Schwerverletzte bei einem Auto-Überfahr-Anschlag in der Nachbarstrasse. 10:20 Uhr ein weiterer Überfahranschlag in einem orthodoxen Viertel mit einem Toten und 2 Verletzten. 10:35 Uhr ein zweiter Anschlag in Raanana mit einem Toten und 4 Verletzten durch Messerstiche.
“Israel reagiert auf die zunehmenden Attacken zumeist junger oder jugendlicher Palästinenser, die mit Steinen oder Messern bewaffnet sind, mit scharfen Polizeikontrollen und militärischem Druck. Gut ausgebildete Soldaten und Polizeikräfte gegen Teenager mit Küchenmessern und selbst gebauten Brandsätzen – es ist eine Spirale der Gewalt mit ungleich verteilten Mitteln.” (Der Spiegel 11.10.2015)
Wer Lust hat weiterzulesen, kann die HIER tun... (ist wirklich lesenswert... und SEHR zynisch... aber wahr...

Behandlung eines Terroristen - Habt ihr schon mal daran gedacht...

Habt ihr schon mal darueber nachgedacht, wer die angeschossenen verletzten Terroristen behandeln und pflegen muss?
Ich gebe zu, dass ich mir darueber in der letzten Zeit wenig Gedanken gemacht habe, aber heute erzaehlte mir meine Freundin, dass ihre Schwiegertochter als Krankenschwester auf der Intensivstation der Herz-Thorax-Station arbeitet und in der gestrigen Nacht ein Terrorist, der vorher auf Menschen eingestochen hatte, eingeliefert wurde. 
Natuerlich faellt es allen schwer, und niemand will gerne diese Arbeit machen, aber sie musste sich um den Terroristen kuemmern. 
Sie erzaehlte meiner Freundin danach, sie habe sich wie ein Roboter bewegt, alles getan, was getan werden muss, um die Pflege des schwer verletzten Terroristen zu gewaehrleisten, als sie jedoch dann am Ende der Schicht nach Hause wollte, habe sie sich die Seele aus dem Leib gekotzt. 

Genauso geht es den Sanitaeterin von MDA wohl, (ein Pendent zum Roten Kreuz, "Roter Davidstern")
Sie sind verpfichtet, sich am Terrorort um den am schwersten verletzten Menschen zuerst zu kuemmern, selbstverstaendlich auch dann, wenn es der Terrorist selbst ist, der kurz vorher Menschen niedergestochen hat, in der Absicht sie umzubringen. 
Stellt euch vor, eure verletzten "Brueder" liegen blutend vor euch, aber ihr muesst erst die Erstversorgung des Terroristen sicherstellen. 
Ich kann nur sagen, Hut ab, ich bin nicht sicher, ob ich das koennte.

Ein guter Freund, der bei MDA arbeitet, berichtet mir ueber ein weiteres Dilemma, welchem die Sanitaeter ausgesetzt sind.
Ein Terrorist, ein Attentaeter, der schwer verletzt am Boden liegt, darf solange nicht angefasst werden, bis eine Sicherheitskraft - meist ein Bombenentschaerfer - sichergestellt hat, dass dieser Terrorist keinen Sprengstoffguertel traegt. Die Sicherheit des Sanitaeters geht in diesem Falle also vor. Bis die Sicherheistkraft feststellt, dass der verletzte Attentaeter keinen Sprengstoffguertel traegt, "darf" ein anderer Verletzter unter den Opfern behandelt werden. Natuerlich wiederum der, der dann am zweitschwersten verletzt ist.
Sobald der Terrorist gecheckt wurde, und er keinen Sprengstoffguertel traegt, muss er wieder Prioritaet haben in der Behandlung (falls er am schwersten verletzt wurde, und die Chance besteht, dass er durch die Behandlung ueberlebt.
Dies sind klare Anweisungen bei MDA.

Nach einem recht ruhigen Tag - ein Terroranschlag und ein Versuch eines Anschlags....

Es waer ja auch zu schoen gewesen, wenn der Tag ohne Vorkommnisse vergangen waere. 
Ich habe wie gesagt, wenig Zeit, viel viel Arbeit im neuen Job und bin ausgelaugt wie lange nicht mehr. Dennoch kann ich nicht zusehen, wie wenig informiert ihr werdet durch die deutschen Medien. 
Daher ein update, was heute passiert ist, bitte um Verzeihung, wenn dies oft im Telegrammstil geschieht. 

Heute um kurz nach 4 Uhr nachmittags, ein Versuch eines Terroranschlags mit Messer am Damaskustor wird verhindert, bevor der Attentaeter Unheil anrichten kann. 

Um etwa 18.30h Central Bus Station in Jerusalem:
Ein Terrorist sticht eine 50 jaehrige Frau nieder (gerade wird berichtigt 70 Jahre alte Frau) , die nun mittel-bis schwerverletzt  behandelt wird. 
Er will weitermachen, springt mit dem Messer auf einen Bus auf, wird aber G-tt sei dank von Sicherheitskraeften im Eingang des Busses erschossen. 

Ich kann vom heutigen Tag nur berichten, dass die Strassen so leer sind wie nie, die Menschen haben Angst auf die Strasse zu gehen. 
Ich musste auf einer kleinen Messe im Rahmen des Monats "des alten Menschen" an einem Messestand fuer unsere Firma werben. Wir wurden schwer bewacht von Sicherheitskraeften und es kamen wenige Leute. Ein flaues Gefuehl hatte jeder, der hinter einem solchen Stand stand.

Dienstag, 13. Oktober 2015


Betet fuer Israel

Ein Albtraum-Tag voller Blut, Gewalt, Messer, Hass und Panik, Traurigkeit und Angst.
Das juedische Volk, ein gehasstes und verfolgtes Volk ueber Jahrtausende. Warum?

Heute 5 Terrorattentate - 3 Tote und mehr als 20 Verletzte

Wer haette das gedacht, dass das verschlafene Raanana, wo ich zurzeit wohne, auch ein Teil der "Front" wird, wie meine Freundin es ausdrueckte?
Die erste Meldung die mir heute morgen bei einem Hausbesuch aufs Handy kam lautete "Terror in Raanana", Ein Attentaeter greift mit einem Messer - wie es jetzt so Mode ist - einen Mann an einer Haltestelle an, mitten in Raanana, auf der Haupteinkaufsstrasse Achuza. 
Nur eine knappe Stunde spaeter oben am Park in Raanana sticht ein Mann auf Passanten ein. 
Im ersten Fall gibt es einen beherzten Anwohner, der keine Waffe besitzt, sich aber seinen Schirm schnappt und auf den Attentaeter einschlaegt, bis der unschaedlich gemacht ist. 
Im zweiten Falle - auch ein Passant, der keine Waffe besitzt, nimmt seinen Motorradhelm und schlaegt dem Terroristen ins Gesicht auf den Hals, wohin er nur kann, bis dieser nicht mehr seinen Angriff fortsetzen kann. 

Gleichzeitig kommt die naechste Meldung aus Jerusalem, Attentat in einem Bus, Linie 78 nach Armon haNaziv. Zwei Terroristen steigen ein, der erste sagt zum Fahrer, er wuerde an der naechsten Haltestelle zahlen koennen, dann wuerde ein Bekannter einsteigen. Der zweite steigt ein paar Haltestellen spaeter ein, sagt ebenfalls zum Fahrer, er zahle spaeter. Beide sitzen nebeneinander. 
Dann steht einer der Terroristen auf, mit einer Pistole schiesst er wahllos um sich, der zweite sticht zeitgleich auf die Fahrgaeste ein. 
Der Busfahrer dreht sich bei den ersten Schuessen um macht schnell alle Tueren auf und fluechtet aus dem Bus. (Nun fragen sich einige, warum der Busfahrer den Bus verlassen hat. Aber wer will ihn richten, einen 60 jaehrigen Mann, der in Panik ist? Niemand von uns hat eine solche Situation je erlebt, man kann es ihm nicht verdenken.)
Bei diesem Attentat werden 17 Menschen verletzt, und es gibt 2 Tote. 

Fast zeitgleich geht die naechste Meldung auf meinem Handy ein, nur zehn Minuten spaeter. Wieder Tatort Jerusalem. An der Malchej Israel Str. in Geula. Mein G-tt, das war mein Bezirk, dort wohnen meine frueheren Klienten. 
Ein Mann ueberfaehrt absichtlich Menschen, die an der Haltestelle stehen, steigt aus und sticht dann auf sie ein. Was fuer eine feige erbaermliche Tat. 
Ein Mann erliegt seinen schweren Verletzungen. 

Der Terror geht weiter. Cholon, ein Mann sticht auf Passanten ein. 

Die Bilanz des heutigen Tages: mehr als 20 Verletzte, und drei Tote. 
Beim Attentat von Raanana scheint es eine Planung gegeben zu haben. Die zwei Terroristen kamen aus Ostjerusalem - wie fast alle Terroristen der letzten Wochen - und wurden in einem Auto gemeinsam von jemandem nach Raanana gefahren. 
Der eine wurde an der Bushaltestelle in Raanana, Achuza-Street abgeladen, der zweite oben am Park. Einer der Terroristen war Unternehmer im Krankenhaus Levinstein, in Raanana. 
EIner der Terroristen in Jerusalem war Mitarbeiter von Bezeq, einer Kabelgesellschaft, (sowas wie die Telekom in Dtland)

Nur Polizeipraesenz, viele Hubschrauber auf meinem Weg von Hod haSharon nach Herzliya zum Strand. Auch am Strand - in der Naehe einer Moschee bei Sidna Ali - stehen auf dem Parkplatz, wo ich hinunter zum Strand gehe, Polizeiautos. 

Nun wurde vom Kabinett folgende Massnahmen beschlossen. 
1. Eine Art Sperre zwichen Ostjerusalem und Westjerusalem, Ausgangssperre wird es wohl nicht geben, aber mehrere Checkpoints, denn alle Attentaeter kamen aus Ostjerusalem. 
2. Den Familien von Terroristen soll die Staatsbuergerschaft entzogen werden, somit werden sie auch nicht in den vollen Genuss aller Sozialleistungen kommen, die sie ja alle sehr gern in Anspruch nehmen, gleichzeitg aber den Staat hassen und Juden toeten wollen. (Selbstverstaendlich nicht alle, aber auch Terroristenfamilien kassieren Kindergeld und volle Sozialleistungen bisher)
3. Das Abreissen der Haeuser von Terroristen soll schneller beschlossen werden. Wer nun schreit: Israel agiert gemaess Auge um Auge und ist nur auf Rache aus, der soll sich mal vorstellen, dass es schon ein wenig abschreckend sein kann fuer einen Attentaeter, dass seine Familie nach seiner Tat ohne Dach ueber dem Kopf dasteht. 
4. Mehr Praesenz von Soldaten udn Polizei in den Staedten. 
Es wird auch wieder ueber Security-Begleitung in den Bussen nachgedacht. Ich erinnere mich an das Jahr 2004 als ich zum ersten Mal nach Jerusalem kam, da gab es noch Securities, die jeden Fahrgast begutachteten, der in den Bus stieg. 

In Ramat HaSharon, Hod Hasharon, Tel Aviv und raanan blieben die Parks und Spielplaetze am Nachmittag leer. Viele haben Angst, Unsere Pflegerinnen sind in Panik und trauen sich kaum aus dem Haus. 
In Tel Aviv haben einige Eltern die Initiative ergriffen und eine eigene Security ins Leben gerufen, um den Kindern nicht den Nachmittags-Spielplatz-Spass zu nehmen. 
So wachen bewaffnete Eltern ueber ihre spielenden Kinder auf dem Spielplatz. 

Nun werdet ihr sicherlich schon heute abend in den deutschen Medien lesen, wie grausam Israel doch ist, dass es die Palaestinenser einsperren will in Ostjerusalem, und dass es wieder einmal ueberzoegen reagiert. Und dass alles ja nur durch die Perspektivlosigkeit und die fehlende Hoffnung der Araber herruehrt. 

Uebrigens ist die Grenze zu Gaza auch nicht ruhig. Immer wieder dringen mehrere Dutzend - oder heute sogar 100 Gazaner auf israelischen Boden ein und werfen Steine und Molotowcocktails auf Sicherheitsjeeps, Grenzkontrollen. 
Wuerden sie dies an der Grenze zu Aegypten tun - es waere ein glattes Todesurteil. Dort wird naemlich sofort geschossen. 
Es werden uns noch mehr und noch schlimmere Attentate angekuendigt und in den Facebook seiten wird gezeigt, wie man am sichersten und wirksamsten Juden absticht. 

(Uebrigens kam es heute noch zu einem grotesken Vorfall, ein Jude sticht einen Juden nieder, als Racheakt. er hatte sich vertan, und gedacht, vor ihm steht ein Araber. 
In der letzten Woche passierte dies umgekehrt, ein Araber greift einen Araber an, in der Annahme es handele sich um einen Juden. Daher konzentrieren sich zurzeit viele der Terroristen auf die Juden, die man sicher erkennt, Orthodoxe Juden oder Soldaten.)
In der letzten Woche war auch wieder oefter "Zewa-Adon-Alarm" im Umkreis von Gaza und Raketen wurden auf Israel geschossen. Daraufhin bombardierte die IDF Ziele im Gazastreifen.

Montag, 12. Oktober 2015

Es reicht!!! Cry no more, Jerushalaiym

Ihr wisst leider nicht, was sich hier gerade abspielt, jeden Tag 3-4 Anschlaege, mit Messer wird auf Juden eingestochen, im Facebook werden Beitraege veroeffentlicht, wie man am besten einen Juden absticht, usw.. Ihr wisst das alles nicht, da eure Medien es nicht fuer wichtig halten. Wir muessen auch wieder Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hinnehmen, aber leider erst wenn Israel reagiert, seht ihr, was passiert. 
Ich kann euch leider nicht updaten, weil ich keine Kraft habe zurzeit zum berichten. Das ist schade, denn am liebsten wuerde ich euch jeden Anschlag sofort weitergeben. 
Heute z.B gab es 4 Anschlaege in Jerusalem, bei einem davon wurden zwei junge Menschen schwer verletzt. Beim letzten Anschlag auf Hoehe der Saitenbruecke in Jerusalem sticht ein Araber auf zwei Menschen in einem Autobus ein, einer davon Soldat. Er traegt eine Waffe, die will ihm der Terrorist abnehmen, um zu toeten. G-tt sei dank wird er ueberwaeltigt.
Der aelteste Attentaeter am heutigen Tag war 18 Jahre alt. Unter anderem hat ein 13 jaehriger Attentaeter sein 13 jaehriges Opfer niedergestochen.
Das ist nur ein kleiner Auszug aus dem, was gerade hier passiert. Es sind Einzeltaeter, man weiss nicht woher die Gefahr kommt, weiss nicht, wie man sich in Sicherheit bringen soll, wie man "auf sich auspassen soll", vor allem nicht WOHER die Gefahr kommt, und wann. Jeder kann der naechste sein. 
Wenn man euch in den dt. Medien erzaehlt, wie Israel ueberzogen reagiert, dann versucht bitte, euch ueber englisch sprachige Medien aus Israel genau zu informieren.

Sonntag, 27. September 2015

CHAG SUKKOT SAMEACH . ein froehliches Laubhuettenfest

Den ersten Tag des sieben Tage dauernden Laubhuettenfestes werde ich leider allein bei mir zuhause verbringen, vorwiegend wohl im Bett. 
Ich bin stark erkaeltet mit Fieber und Gliederschmerzen, und musste meine Einladung fuer heute abend, in die Sukka, absagen. 
Dafuer werde ich etwas essen, mich auskurieren, und auf die naechsten Tage hoffen, es gibt ja noch ein wenig Gelegenheit, in der Sukka zu sitzen. 
ALLEN CHAG SAMEACH!!!

Freitag, 25. September 2015

Moti Kirschenbaum ist tot - einen Tag nach Yom Kippur, einen Tag nach seinem Geburtstag

Schockierend, die Nachricht ueber den Tod von Moti Kirschenbaum, der soviel mehr war als ein Fernsehmoderator. (Wer nachlesen will, wer Moti war, HIER)
Motis Tod wurde heute morgen bekannt. Er kollabierte bei sich zuhause und nach erfolglosen Widerbelebungsversuchen musste sein Tod festgestellt werden. 
76 Jahre - zu jung, zu ploetzlich. 
Nach unserem grossen "Gerichtstag", Yom Kippur erschuettert mich die Nachricht auch von einer anderen Seite. 
HKB"H, G-tt, hat beschlossen, besiegelt und unser Urteil unterschrieben. Wir haben uns eine "gute Unterschrift" gewuenscht, gebetet, dass G-tt uns ins Buch des Lebens einschreibt, am Yom Kippur, am Tag, an dem G-tt Gericht haelt ueber alle Menschen. 
Und G-tt hat beschlossen, dass Moti einen Tag spaeter, einen Tag nach Yom Kippur, im Neuen Jahr, gehen muss. "In seine Welt", so sagt man auf hebraeisch, "er ist in seine Welt gegangen.." (הלך לעולמו) . Ich mag diesen Ausdruck. Wir kennen diese Welt nicht, noch nicht. 
Aber was hat HKB"H fuer uns in diesem Jahr beschlossen? Werden wir leben? Das ganze kommende Jahr? Oder ist etwas anderes besiegelt? Nicht weil WIR wollen, sondern weil HaShem es so will, er fuer uns die Zeiten bestimmt, die wir nicht kennen, die uns verborgen bleiben. Auch das "warum" bleibt uns verborgen, im Nebel. 
Ein Gefuehl macht sich in mir breit, dass wir nichts in der Hand haben, auch wenn wir uns gut ernaehren, vorsichtig fahren, immer unser Auto ueberpruefen lassen, damit uns nichts "Schlimmes" passiert durch Nachlaessigkeit. Auch wenn wir links und rechts schauen, vor dem Ueberqueren der Strasse, und uns fernhalten von Menschenansammlungen wegen Terrorgefahr, all das nuetzt uns wenig, wenn etwas anderes fuer uns bestimmt wurde. 
Es gibt jemanden der fuer uns bestimmt, der den Grund kennt, der weiss, was fuer uns das "Richtige" ist. Wir kennen seine Rechnungen und seine Urteile nicht. Muessen sie nur annehmen. 
Doch das ist schwer. 

Gleichzeitig ist es an uns, zu vertrauen, dass wir eine schuetzende Hand ueber uns haben. Was sich wie ein Widerspruch anhoert, ist eine grosse Herausforderung, die - wie ich zugeben muss - mir sehr oft zu gross ist. Es kann morgen vorbei sein, nein heute, heute abend, oder gleich, in einer Minute, in diesem Moment. 
Auch ich kann zusammenbrechen. Aus. 
Nicht weil ich es will. 
Nicht weil ich die Macht habe. 
Wie kann ich die Kraft finden, mich sicher zu fuehlen, in der Hand des grossen, maechtigen Allmaechtigen, wie kann ich genug vertrauen? 
Ich habe heute ein Lied gehoert, was in diesem Zusammenhang sehr zu mir spricht. "Mishehu doeg li sham lemala" (מישהו דואג לי שם למעלה) Jemand dort oben passt auf mich auf, sorgt fuer mich.... 
Sorgt er fuer mich? Passt er auf? 
Ich moechte das immer spueren duerfen und nie einen Zweifel haben. 
Sehr nachdenklich gehe ich in diesen Shabbat, den Shabbat nach Yom Kippur und vor Sukkot, das Moti nicht mehr erleben darf. 
Moti, wir werden dich vermissen. 
יהי זכרו ברוך
ברוך דיין אמת