Samstag, 31. Januar 2015

Etwas ueber Mitzwot, G-ttesnaehe und Chassidut - von Arthur Green

Arthur Green, Biograph von Rabbi Nachmann miBreslav, schreibt in der Shabbatausgabe von Makor Rishon ueber seine Sicht auf das Judentum. 
Er wuchs in einem voellig saekularen juedisch-amerikanischen Elternhaus auf. Ein Buch von Rabbi Zeitlin ueber Chassidut veraenderte sein Leben. 
Statt den "G-tt im Himmel" fand er den "G-tt auf Erden, bei uns" und er lebt seither in einem staendigen "Zusammentreffen" mit IHM.
Arthur Green erzaehlt, dass er vor einigen Jahren zu einem religionsuebergreifenden Abend eingeladen war, bei dem er eine Rede halten sollte ueber Feste im Judentum.  Mit ihm auf der Buehne sassen ein katholischer Pfarrer, ein Guru der integralen Yogabewegung und der Leiter des Zen-Zentrums New York. 
Er erzaehlt:
Ich berichtete ueber die Feste des Herbstes und des Fruehlings im Judentum und ueber den ganz persoenlichen "Maamad am Har Sinai" (man sagt, dass jeder Jude, und jeder der einmal zum Juden wird, gemeinsam mit dem ganzen Volk Israel am Sinai gestanden hat und die Tora empfing), sowie den persoenlicher Auszug aus Aegypten in mir. 
Am Ende des Vortrages stand ein junger Mann auf, der wie ein Schueler des Guru angezogen war, und sagte: "Alles was du da erzaehlst vom Berg Sinai und deinem inneren Aegypten, ist gut und schoen, aber das Judentum ist nicht so. Der G-tt des Judentums ist ein G-tt der im Himmel sitzt und jede deiner Suenden und deiner Gebote notiert und dich bestraft fuer deine Suenden."
Ich dachte bei mir: "Hier, noch ein Jude, der durch die "Hebrew-school" verdorben wurde."
"Hoer zu, " sagte ich zu ihm. "die meisten von uns beenden ihre juedische Erziehung im Alter von 13 Jahren. Und unsere Lehrer verstehen nicht so genau, was das Judentum bedeutet. Man muss im Grunde genommen, neu anfangen zu lernen, im Erwachsenenalter."
Am Ende kam der junge Mann zu mir, und erzaehlte mir, dass er die Jeshiwa kurz vor der Smicha zum Rabbiner verlassen hat. Dort lehrte man ihn, dass G-tt im Himmel sitzt und Suenden notiert. 
Den G-tt der im Himmel sitzt und Suenden notiert, verliess Arthur Green im Alter von 18 Jahren und seither ist er auf der Suche nach einem anderen G-tt. 
Heute, im Alter von 73 ist er einer der wichtigsten juedischen Theologen in der Welt. Forscher der Chassidut und der Kabbala, herausragende Figur der Neo-Chassidut in den USA, sowie geistiger Lehrer fuer viele Mesnchen.
Green ist Rektor des Beit Midrash fuer Rabbanim an der hebr. Akademie in Boston. Er ist in Israel bekannt durch die Monografie ueber Rabbi Nachmann.
Green, der in seinen Buechern ueber den G-tt spricht, der uns an jedem Ort begegnet, in der taeglichen Routine, ueberall, wird gefragt, ob das nicht ein wenig schwierig ist, wo doch oft G-tt so weit weg erscheint. 
Er antwortet, dass diese Auffassung sicher ein wenig schwierig ist, aber dass G-tt keine Auffassung ist, sondern es geht um ein Erlebnis. G-tt ist keine Idee. G-tt ist Realitaet und es ist an uns, zu lernen, wie wir uns zu dieser Realitaet hin entwickeln. Manchmal - so sagt er, spricht er mit Menschen, die bereit sind, ihr Herz zu oeffnen. und sie erzaehlen oft, dass sie einmal ein starkes erhebendes Erlebnis hatten- die Geburt eines Kindes, den Blick von einem hohen Berg, oder einen Sonnenuntergang. Sehr viele Menschen koennen ueber derartige Momente berichten, aber sie wissen dennoch nicht, wie sie diese Momente in ihren Lebensweg integrieren sollen. Wie kann ein so erhebendes Gefuehl das taegliche Leben beeinflussen, an einem Dienstagnachmittag, oder wenn die Kinder schreien?
Ich bin davon ueberzeugt, dass dafuer die Religion geschaffen wurde. Die Religion erinnert uns daran, dass wir einst am Berg Sinai gestanden haben, dass es diese Momente gibt, die dem gesamten Volk passieren oder auch dem Einzelnen. Aber die entscheidende Frage ist, wie kann man lernen, die Religion dafuer zu nutzen. 
"Das Judentum ist wie eine Kiste mit Arbeitsmitteln" pflegte Rev Zalman zu sagen, "jeder von uns hat eine solche schoene Kiste, aber wenn wir nicht wissen, wie wir diese Mittel nutzen koennen, ist sie nicht viel wert.Was machst du mit diesen Mitteln? Wie nutzt du sie richtig? Wie benutzt du sie, um dein Herz zu oeffnen? Ein inneres Leben voll von Werten zu leben? Das ist doch die Frage..."

"Meiner Ansicht nach", sagt Arthur Green, muss jeder Mensch seinen eigenen Weg formen, lernen, wie er mit seinen zur Verfuegung stehenden Mitteln arbeiten kann. Es ist moeglich, dies selbststaendig zu lernen, mit Versuch und Irrtum. Oder auch mit Hilfe der Meditation und Betrachtung, ein Leben auf einem anderen Level von Tempo und Schnelligkeit zu fuehren. Dazu gehoert auch eine Gesellschaft mit der man gemeinsam sich "erheben" kann auf ein anderes Level, ohne dass man Angst haben muss, andere halten einen fuer verrueckt. 

Ich sehe sehr viele Menschen, die so viele "Arbeitsmittel" zur Verfuegung haben, aber nichts mit ihnen anfangen koennen, oder sie nicht richtig einsetzen. Der Baal Shem Tov lehrte uns, wie wir sie richtig benutzen. 

Arthur Green wird gefragt, wo er die Mitzwot - die Gebote - in seiner Auffassung von Religion ansiedelt. Und er antwortet: Fuer mich sind die Mitzwot spiritueller Ausdruck des Lebensstils und kein Gerichtssystem oder Erloesungssystem, eine Gelegenheit, zusammen zu sein mit G-tt. 
Nach unserer Tradition ist G-tt an jedem Ort in jedem Augenblick, aber es gibt Zimzum (den Rueckzug) Die Mizwa ist eine Art besondere Energie die in diesem Moment und bei diesen Taten vorherrscht. Von diesem Moment aus kann man sich weiter entwickeln und mehr finden... 
Das Schuetteln des Lulaw, das Shofar blasen, all das sind Gelegenheiten, G-tt nahe zu sein. 
Alles was die Gebote zwischen dem Menschen und G-tt (bein Adam laMakom) betrifft, gibt es meiner Meinung nach keine Kategorien von "Suende" - sondern von verpassten Gelegenheiten. 
Hast du gestern nicht Aravit gebetet - hast du eine Gelegenheit verpasst, aber es ist nicht so, dass du deswegen eine Suende traegst. 
Ich entwickle mich weiter gemaess der Auffassung des Baal Shem Tov, der sagt, dass das Nicht-einhalten von Geboten eine List des Satans ist, uns von G-tt zu entfernen. 
Ich persoenlich halte die Mitzwot heute auf eine ganz natuerliche Art. Ich liebe diese Welt. Aber ich stelle keine halachischen Fragen. Und ich berate mich nicht mit Rabbanim, und schlage auch nicht im Shulchan Aruch nach. Ich sehe mich als Jude, der Mitzwot haelt, ja. Aber ich denke nicht in halachischen Kategorien. Ich sorge mich nicht, "habe ich diese Mitzwot gehalten, oder halachisch erfuellt?" 
Sondern - ueber die Mitzwot druecke ich aus, was in meiner Seele ist. 

Der groesste Gegner der Chassidischen Bewegung sind wohl die Rituale, die Routine. Auch Chazal - unser Weisen - haben sich schon mit dieser Schwierigkeit beschaeftigt und haben eine wunderbare Loesung gefunden. 100 Segenssprueche pro Tag - und so wird G-tt in jedem Moment gegenwaertig sein. 

Wir Juden sind ein schlaues Volk, und es hat 1500 Jahre gedauert, bis wir lernten, wie man 100 Brachot pro Tag zusammen bekommt und DABEI AN G-TT NICHT EIN EINZIGES MAL ZU DENKEN!!
Die Chassidut hat versucht, die abgestorbenen Merkmale wieder zu beleben. Die Tradition lebendig zu machen, und nicht zu einem Automatismus werden zu lassen. 
Die Disziplin aber ist wichtig, um dein Herz zu trainieren, offener zu sein. 

In unserem schnellen hektischen Leben hat das Herz wenig Gelegenheit sich zu oeffnen daher bedarf es viel Training. Daher glaube ich an die Regelmaessigkeit der Mitzwot. Jeder Mensch muss seine eigene Ausgeglichenheit in diesem Punkt finden. Denn die Regelmaessigkeit kann auch zur Degeneration fuehren. 
Jeder Mensch ist fuer sein spirituelles Weiterkommen selbst verantwortlich. Nicht der Rabbi, nicht die Gemeinde und niemand anderer kann das fuer einen Menschen uebernehmen. 
Der erwachsene Mensch muss fuer sein Innenleben Verantwortung uebernehmen. Was tue ich und warum? Ist das gut oder gesund? Mit all diesen Fragen sollte er sehr offen umgehen. 
Awraham Joshua Heshel sagte einmal: "Wie viele Antworten gibt es auf die Frage: Darf man einen Kuehlschrank am Shabbat oeffnen? und wieviele Antworten gibt es auf die Frage: ist es erlaubt, an einem Atomkrieg teilzunehmen?" Er verstand, dass das Gewicht der Welt der Halacha einfach verrueckt ist.... einfach verrueckt.."

"Was mich berueht am Chassidismus", so sagt Arthur Green, "ist das Gefuehl, dass das Leben eine Art spirituelles Abenteuer ist, in dem es moeglich ist, G-tt an jedem Ort zu finden, Funken der Heiligkeit an jeder Ecke des Lebens zu suchen und sie zu "erheben". 

Der Artikel und die Worte von Arthur Green haben mich sehr angesprochen, denn oft spuere ich, dass es ein intensiveres und ehrlicheres Erleben ist, wenn ich - z.B. in der Synagoge beim Gebet - mich in einen Satz vertiefe, statt im Tempo der anderen mitzuhasten. 
Das bezieht sich uebrigens auch auf das taegliche Stress-tempo. Um mitzuhalten und gleichzeitig G-ttesnaehe zu spueren muss man sich Augenblicke des Innehaltens schenken, still stehen. Spueren. 
Das ist nicht einfach, in unserer schnelllebigen Zeit, wo man hier und dorthin gezerrt wird, jeden Shiur mitnehmen "sollte" und obwohl ich viele Shiurim sehr gerne auch "mitnehmen" wuerde, spuere ich doch immer mehr auch meine Begrenztheit, diese tatsaechlich zu "er-leben" und nicht nur technisch aufzunehmen. 

Es bringt mir mehr, mich manchmal allein in einen Artikel oder einen Satz der Tora zu vertiefen, darueber nachzulesen und nicht sofort der naechsten Taetigkeit nachzugehen. Das, was Arthur Green als "Herz oeffnen" bezeichnet, ist mir wohl bekannt, doch um das zu erreichen, muss ich Zeit und Ruhe haben. 
Auch die Mitzwot gehoeren dazu, besonders die, die mir ebenfalls Zeit lassen, mich zu vertiefen, wie etwa das Zuenden der Shabbatkerzen. In diesem Moment kann man - wenn man sich Zeit und Ruhe nimmt - viel G-ttesnaehe spueren und das Herz weit oeffnen fuer dieses Erlebnis.

Freitag, 30. Januar 2015

SHABBAT SHALOM!

unblocker

929 eine psychologische Sicht

Von Moshe Ofir, Schriftsteller und Dozent fuer Judentum und Psychologie, erfahren wir seine Sicht auf das Kapitel 30. 
Eine kleine Zusammenfassung frei uebersetzt:
Warum wollen wir Kinder? 
Eine ehrliche Antwort hoeren wir in diesem und im letzten Kapitel anhand der Namen, die den Kindern gegeben werden. 
Dass Kinder nicht aus Guete Liebe und Altruismus geboren werden, ist ein Geheimnis und verboten darueber zu reden.
Ausgerechnet von den heiligen Schriften koennten wir dies erwarten. 
Der Mensch bringt Kinder zur Welt - in dem er an SIE denkt, sich um sie kuemmert. 
Es scheint so, als wuerden die Muetter dieses und des letzten Kapitels sich mehr um sich selbst kuemmert und sorgen. 
Im letzten Kapitel hofft Lea, die "Gehasste", dass mit der Geburt eines Kindes 
... nun wird mich mein Mann lieben...(29.32)
....der Herr hat gehoert, dass ich unwert bin...(29.33)
... nun wird mein Mann mir doch zugetan sein..(29.34)
entsprechend Reuven, Shim´on Levi.

Auch Rachel gibt ihren Kindern und denen ihrer Magd Bilha Namen, die von ihrem Leid und ihrer Not erzaehlen, oder eine Art Macht, die durch die Geburt der Kinder einhergeht. 
...G-tt hat es gewandt (Naftul-Kruemmung, Naftulim-Konflikte) mit mir und meiner Schwester und ich werde es ihr zuvortun..(30.8)
... G-tt hat meine Schmach (Schande) von mir genommen
... der Herr wolle mir noch einen Sohn dazugeben...(30.23-24) (Lehosif = hinzufuegen)
entsprechend Naftali und Josef.

Der Tanach gibt selbst unseren grossen Figuren keinen Kredit!

Wenn wir Eltern erzaehlen wuerden, dass ihr Wunsch nach Kindern nicht etwa aus dem Gebot "Seid fruchtbar und mehret euch.." entsteht, sondern aus egoistischen Gruenden, - sicher waere die Antwort Entruestung. 
Auf der anderen Seite legt aber die Tora hier die menschlichsten archaischsten und tiefsten Beduerfnisse offen.
Die Tora sagt, dass durch Kinder auch - und vielleicht sogar hauptsaechlich - eine Art Tikkun (Zurechtrueckung, Verbesserung) des seelischen und gesellschaftlichen Standes der Eltern entsteht.
Und das verkleinert nicht die Bedeutung des neugeborenen Wesens. 
... G-tt segnete sie...
G-tt hat niemals vom Menschen verlangt, dass er das Gebot "seid fruchtbar und mehret euch" um seiner selbst willen befolgt..



Donnerstag, 29. Januar 2015

929 פרק ל Genesis Kapitel 30

Ich werde erst morgen etwas aus 929 heraussuchen, um es euch zu uebersetzen. 
Was mir persoenlich auffaellt beim Lesen des Kapitels, ist die Passivitaet von Jakob. Eine einzige Frau liebt er, das ist Rachel. Aber in der Tat hat er ohne es zu wollen 4 Frauen. Lea, Rachel und die zwei Maegde. 
Und seine Frauen sagen ihm was er tun soll, bei wem er schlafen soll. Es ist geradezu zum Kopf schuetteln, wie er all das mitmacht, was man ihm sagt, ohne Aufzumurren und scheinbar ohne eigenen Willen. 

 
Der Text

1. Da Rahel sah, daß sie dem Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich.
2. Jakob aber ward sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.
3. Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; gehe zu ihr, daß sie auf meinen Schoß gebäre und ich doch durch sie aufgebaut werde.
4. Und sie gab ihm also Bilha, ihre Magd, zum Weibe, und Jakob ging zu ihr.
5. Also ward Bilha schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
6. Da sprach Rahel: Gott hat meine Sache gerichtet und meine Stimme erhört und mir einen Sohn gegeben. Darum hieß sie ihn Dan.
7. Abermals ward Bilha, Rahels Magd, schwanger und gebar Jakob den andern Sohn.
8. Da sprach Rahel: Gott hat es gewandt mit mir und meiner Schwester, und ich werde es ihr zuvortun. Und hieß ihn Naphthali.
9. Da nun Lea sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe.
10. Also gebar Silpa, Leas Magd, Jakob einen Sohn.
11. Da sprach Lea: Rüstig! Und hieß ihn Gad.
12. Darnach gebar Silpa, Leas Magd, Jakob den andern Sohn.
13. Da sprach Lea: Wohl mir! denn mich werden selig preisen die Töchter. Und hieß ihn Asser.
14. Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie heim seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir von den Liebesäpfeln deines Sohnes einen Teil.
15. Sie antwortete: Hast du nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen hast, und willst auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Rahel sprach: Wohlan, laß ihn diese Nacht bei dir schlafen um die Liebesäpfel deines Sohnes.
16. Da nun Jakob des Abends vom Felde kam, ging ihm Lea hinaus entgegen und sprach: Zu mir sollst du kommen; denn ich habe dich erkauft um die Liebesäpfel meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr.
17. Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob den fünften Sohn
18. und sprach Gott hat mir gelohnt, daß ich meine Magd meinem Manne gegeben habe. Und hieß ihn Isaschar.
19. Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob den sechsten Sohn,
20. und sprach: Gott hat mich wohl beraten; nun wird mein Mann doch bei mir wohnen, denn ich habe ihm sechs Söhne geboren. Und hieß ihn Sebulon.
21. Darnach gebar sie eine Tochter, die hieß sie Dina.
22. Gott gedachte aber an Rahel und erhörte sie und machte sie fruchtbar.
23. Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat meine Schmach von mir genommen.
24. Und hieß ihn Joseph und sprach: Der HERR wolle mir noch einen Sohn dazugeben!
25. Da nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Laß mich ziehen und reisen an meinen Ort in mein Land.
26. Gib mir meine Weiber und meine Kinder um die ich dir gedient habe, daß ich ziehe; denn du weißt, wie ich dir gedient habe.
27. Laban sprach zu ihm: Laß mich Gnade vor deinen Augen finden. Ich spüre, daß mich der HERR segnet um deinetwillen;
28. bestimme den Lohn, den ich dir geben soll.
29. Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient habe und was du für Vieh hast unter mir.
30. Du hattest wenig, ehe ich her kam, nun aber ist's ausgebreitet in die Menge, und der HERR hat dich gesegnet durch meinen Fuß. Und nun, wann soll ich auch mein Haus versorgen?
31. Er aber sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob sprach: Du sollst mir nichts geben; sondern so du mir tun willst, was ich sage, so will ich wiederum weiden und hüten deine Schafe.
32. Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe und die bunten und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und gefleckt fallen wird, das soll mein Lohn sein.
33. So wird meine Gerechtigkeit zeugen heute oder morgen, wenn es kommt, daß ich meinen Lohn von dir nehmen soll; also daß, was nicht gefleckt oder bunt unter den Ziegen und nicht schwarz sein wird unter den Lämmern, das sei ein Diebstahl bei mir.
34. Da sprach Laban: Siehe da, es sei, wie du gesagt hast.
35. Und sonderte des Tages die sprenkligen und bunten Böcke und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur was Weißes daran war, und alles, was schwarz war unter den Lämmern, und tat's unter die Hand seiner Kinder
36. und machte Raum drei Tagereisen weit zwischen sich und Jakob. Also weidete Jakob die übrigen Herden Labans.
37. Jakob aber nahm Stäbe von grünen Pappelbäumen, Haseln und Kastanien und schälte weiße Streifen daran, daß an den Stäben das Weiß bloß ward,
38. und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen vor die Herden, die kommen mußten, zu trinken, daß sie da empfangen sollten, wenn sie zu trinken kämen.
39. Also empfingen die Herden über den Stäben und brachten Sprenklinge, Gefleckte und Bunte.
40. Da schied Jakob die Lämmer und richtete die Herde mit dem Angesicht gegen die Gefleckten und Schwarzen in der Herde Labans und machte sich eine eigene Herde, die tat er nicht zu der Herde Labans.
41. Wenn aber der Lauf der Frühling-Herde war, legte er die Stäbe in die Rinnen vor die Augen der Herde, daß sie über den Stäben empfingen;
42. aber in der Spätlinge Lauf legte er sie nicht hinein. Also wurden die Spätlinge des Laban, aber die Frühlinge des Jakob.
43. Daher ward der Mann über die Maßen reich, daß er viele Schafe, Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.
(Genesis 30:1-43)

Im Sueden tut sich auch was...

Vor ein paar Minuten sollen zwei Palaestinenser aus dem Gazastreifen mit Handgranaten auf israelisches Gebiet eingedrungen sein. Die Suchen nach ihnen ist in vollem Gang. 
Was sie vorhatten, ist noch nicht klar.

Im Norden ging heute die Suche nach eventuellen Tunneln weiter.

Ruhige Nacht im Norden

Die Nacht war ruhig, und es wurde beschlossen, nicht noch heftiger auf das gestrige "Ereignis" zu reagieren, bei dem zwei Soldaten umkamen, die heute beerdigt werden. 
Ein spanischer Unifil-soldaten kam bei diesem Vorfall ebenfalls ums Leben. Er soll durch die Reaktion Israels getoetet worden sein, als zurueck geschossen wurde. Ich weiss nicht sicher, ob dies bestaetigt wurde. 
In jedem Falle macht Spanien Israel dafuer verantwortlich.
Wir hoffen auf einen ruhigen Tag.

Mittwoch, 28. Januar 2015

929 פרק כט Genesis Kapitel 29

Aus den "2 Minuten ueber das Kapitel" (mit Rav Benni und Liat Regev)
Die wunderbare Liebesgeschichte. Jakob liebt Rachel so sehr, dass er bereit ist, 7 Jahre zu arbeiten, um sie zur Frau zu bekommen und spaeter noch weitere 7 Jahre. Doch hinter dieser romantischen Geschichte verbirgt sich ein grosses Problem. Die Symbolik. Ein Mann kann 2 Frauen haben, eine davon ist Lea, die Kinder bekommt, ein Familie aufbaut, die andere ist Rachel, die keine Kinder gebaeren kann, und sie ist die Angebetete von Jakob. Geniesst Jakob - wie viele Maenner - diese Phantasie zwei Frauen zu haben? 
Lea und Rachel jedenfalls leiden sehr darunter. 
Rav Benni: "Aber eines der wunderbarsten Dinge in der Tora ist, dass obwohl Jakob Lea nicht liebt, nur Rachel, wird sie doch Mutter sein. Mutter von allen, und vor allem Mutter eines Koenigreiches Es gibt kein Israel ohne Lea. Rachel bleibt "auf dem Weg" (wo sie dann auch stirbt und begraben wird) aber das Haus, die Familie gebaut, hat Lea. "
Liat Regev: "Ich denke, von dieser Idee waere Lea sicher fasziniert gewesen, und doch haette sie sich wie jede Frau wohl gewuenscht, geliebt zu werden, wenigstens so wie Rachel geliebt wurde. Ich habe ein paar interessante und spannende psychologische Erklaerungen fuer das Kapitel gelesen.
Ein Kind macht irgendwann einen Prozess der Abloesung von den Eltern durch. Und dies ist in der Hauptsache die Trennung von der Mutter, denn die Verbindung sowohl zur Tochter als auch zum Sohn, die in ihrem Bauch gewachsen sind, ist sehr viel tiefer und staerker als zum Vater. Nun kommt es zu einer Art emotionaler Trennung. Eine Tochter muss dabei, um sich von der Mutter zu loesen, eine absolute Trennung vollziehen, um eine eigenstaendige Frau zu werden. Sie kann nicht weiter ein Teil ihrer Mutter sein.
Der Sohn loest sich nicht. Das ist ein bekanntes Phaenomen. Der Mann bleibt in irgendeiner Weise immer an Mutter Schuerzenzipfel haengen. Also hat er zwei Frauen. 
Er hat seine Mutter - und er hat eine Rachel. "
Rav Benni: "Und wer hat den Ausdruck "das schwache Geschlecht" erfunden? (Eine Art Witz soll das sein)
Liat Regev: " Aber das ist gar nicht mal so witzig. Es ist eine Art Situation "Mutter gegenueber Frau" entstanden. 
Es gibt Kulturen, in denen es dem Mann erlaubt ist, zwei oder mehr Frauen zu haben. Wie sehr leiden diese Frauen? Wie sehr leidet eine Frau, die ihren Mann mit weiteren Frauen teilen muss? 
HaRav Benni: "In unserem Kapitel hoert man das heraus. Als Lea Kinder bekommt, nennt sie den ersten Sohn Reuven "nun wird mich mein Mann liebhaben". Shimon "der Herr hat gehoert, dass ich unwert bin..(vielleicht liebt er mich jetzt) Levi "nun wird mein Mann mir doch zugetan sein" .
Die ganze Zeit ueber denkt sie nur an ihn. Bis das 4. Kind geboren wird. Yehuda. Und sie sagt: Nun will ich dem Herrn danken. Und sie hoert auf zu gebaeren. 
Sie zaehlt nicht mehr auf Jakob sondern ist sich selbst sicher geworden. Sie hat eine Familie, ein Haus gebaut.


In einer weiteren Beschreibung werden wir auf die Parallelen des "Betruges" aufmerksam gemacht und es ist wirklich nicht zu uebersehen, dass "Bruder gegen Bruder" ausgetauscht wurde (Jakob sich fuer Esau ausgegeben hat) und hier im Kapitel "die eine Schwester mit der anderen vertauscht wird". Beides passiert im Schutz der "Dunkelheit" (bei Jakob und Esau durch den blinden Vater, bei Lavan in der Nacht)
Jakob zahlt hier den Preis fuer seinen Betrug.
"Mida keneged Mida" - Mass fuer Mass, mit gleicher Muenze wird sein Betrug heimgezahlt..... Wie tragisch.



Der Text

Da hob Jakob seine Füße auf und ging in das Land, das gegen Morgen liegt, 2 und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde, und siehe, drei Herden Schafe lagen dabei; denn von dem Brunnen pflegten sie die Herden zu tränken, und ein großer Stein lag vor dem Loch des Brunnens. 3 Und sie pflegten die Herden alle daselbst zu versammeln und den Stein von dem Brunnenloch zu wälzen und die Schafe zu tränken und taten alsdann den Stein wieder vor das Loch an seine Stätte.
   4 Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr her? Sie antworteten: Wir sind von Haran. 5 Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie antworteten: Wir kennen ihn wohl. 6 Er sprach: Geht es ihm auch wohl? Sie antworteten: Es geht ihm wohl; und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen. 7 Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit das Vieh einzutreiben; tränkt doch die Schafe und geht hin und weidet sie. 8 Sie antworteten: Wir können nicht, bis daß alle Herden zusammengebracht werden und wir den Stein von des Brunnens Loch wälzen und also die Schafe tränken.
   9 Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie hütete die Schafe. 10 Da aber Jakob sah Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. 11 Und er küßte Rahel und weinte laut 12 und sagte ihr an, daß er ihres Vaters Bruder wäre und Rebekkas Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater an.
   13 Da aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er dem Laban alle diese Sachen. 14 Da sprach Laban zu ihm: Wohlan, du bist mein Bein und mein Fleisch. Und da er einen Monat lang bei ihm gewesen war, 15 sprach Laban zu Jakob: Wiewohl du mein Bruder bist, solltest du mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein? 16 Laban aber hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea und die jüngere Rahel. 17 Aber Lea hatte ein blödes Gesicht, Rahel war hübsch und schön. 18 Und Jakob gewann die Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre um Rahel, deine jüngere Tochter, dienen. 19 Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern; bleibe bei mir.
   20 Also diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und sie deuchten ihn, als wären's einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
   21 Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun mein Weib, denn die Zeit ist hier, daß ich zu ihr gehe. 22 Da lud Laban alle Leute des Orts und machte ein Hochzeitsmahl. 23 Des Abends aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr. 24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd. 25 Des Morgens aber, siehe, da war es Lea. Und er sprach zu Laban: Warum hast du mir das getan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast du mich denn betrogen? 26 Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm lande, daß man die jüngere ausgebe vor der älteren. 27 Halte mit dieser die Woche aus, so will ich dir diese auch geben um den Dienst, den du bei mir noch andere sieben Jahre dienen sollst. 28 Jakob tat also und hielt die Woche aus. Da gab ihm Laban Rahel, seine Tochter, zum Weibe 29 und gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Magd. 30 Also ging er auch zu Rahel ein, und hatte Rahel lieber als Lea; und diente bei ihm fürder die andern sieben Jahre. (3. Mose 18.18)

31 Da aber der HERR sah, daß Lea unwert war, machte er sie fruchtbar; Rahel aber war unfruchtbar. 32 Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den hieß sie Ruben, und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann liebhaben. 33 Und ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der HERR hat gehört, daß ich unwert bin, und hat mir diesen auch gegeben. Und sie hieß ihn Simeon. 34 Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe ihm drei Söhne geboren. Darum hieß sie ihn Levi. 35 Zum vierten ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun will ich dem HERRN danken. Darum hieß sie ihn Juda. Und hörte auf, Kinder zu gebären.

Die Fakten der Eskalation



(Quelle: Ynet)

Eskalation an der Grenze zum Libanon - 2 tote Soldaten

Das war ein schwieriger Tag. Eine Grenzpatrouille wurde an der Grenze zum Libanon am Har Dov von der Hisbollah mit Anti-tank-missiles beschossen, 2 verletzte Soldaten sind inzwischen ihren Verletzungen erlegen. Baruch Dayan haEmet. Weitere 7 sind noch im Krankenhaus mit leichten und mittelschweren Verletzungen. Die israelische Luftwaffe griff daraufhin Ziele im Sueden des Libanon an. 
Die Soldaten im Fahrzeug konnten sich im letzten Augenblick aus dem in Flammen aufgehenden Fahrzeug retten. 
Der Hermon wurde wieder evakuiert, sowie die Naturschutzgebiete Dan, Banyas und Nimrod gesperrt. In Zfat wurden die oeffentlichen Schutzraeume geoeffnet. 
Wer auf englisch weitere Details nachlesen moechte, hier ist die Internetseite von Ynet.
Die Namen der getoeteten Soldaten wurden inzwischen auch zur Veroeffentlichung freigegeben. 
Es sind
Captain Jochai Kalangel (25 Jahre alt)
Sergeant Dor Nini (20 Jahre alt)
יהי זכרם ברוך

Die israelische Luftwaffe greift am spaeten Abend Ziele in Syrien an

Als Antwort auf den gestrigen Raketenbeschuss im Golan, greift die israelische Luftwaffe Ziele in Syrien an, von wo aus die Raketen abgeschossen wurden. 
Wenig spaeter - so sehe ich auf meiner "Zewa-Adom-App" - gibt es Alarm im Golan. Mit grosser Wahrscheinlichkeit war das Falschalarm. Baruch HaSham!
Wir werden sehen, wie der heutige Tag verlaeuft.

Dienstag, 27. Januar 2015

929 פרק כח Genesis Kapitel 28

Wir sind bei der wunderbaren Geschichte von Jakobs Traum. Die Leiter Jakobs, deren Spitze an den Himmel stoesst und die auf der Erde steht. 
Engel steigen auf und nieder an dieser Leiter. Wir hoeren haeufig von der Bedeutung, den Himmel mit der Erde zu verbinden, das Spirituelle mit dem Realen, Materiellen. 
Im Gespraech mit Rav Benni Lau erzaehlt Liat Regev, wie Minister Shai Peron die Geschichte sieht:
Im Passuk steht: HaSulam mutzav Artza ( וְהִנֵּה סֻלָּם מֻצָּב אַרְצָה) genau genommen heisst dies "die Leiter ist ZUR ERDE HIN gelegt" . Es stellt sich die Frage, wo sind die Fuesse und wo der Kopf, wo ist oben und unten, all das ist nicht sehr klar. Wo fangen wir an und wo gehen wir weiter? Eine ausgezeichnete Frage...
Rav Benni antwortet: "Shai Peron nimmt die Geschichte zu einem ueberraschenden Ort. Er sagt: Die Ideen, die Inspirationen sozusagen kommen vom Himmel - die Erde ist der Platz der Realisierung, der Umsetzung. Die Leiter soll Jakob eigentlich sagen, "du sollst dein ganzes Leben lang Bewegung erzeugen, die den Himmel mit der Erde verbindet. Es soll niemals ein Zustand der Unterbrechung, der Trennung entstehen."
Liat Regev: "Im Grunde ist das eine Idee, die haeufig im Judentum auftaucht, sie besagt "Du kannst nicht die ganze Zeit in Spiritualitaet leben, nur in hoeheren Sphaeren wandeln, abgeschnitten von der Realitaet um dich herum, alle Fuelle die du vom Himmel bekommst, Ideen, Erfindungen in unterschiedlichen Bereichen, wissenschaftlich oder geistig - du musst staendig alles ins Hier und Jetzt bringen - musst die Dinge erden, etwas fuer die Oeffentlichkeit beitragen."
Rav Benni: "Die Leiter als Ausdruck genau dieser Idee der Verbindung von Himmel und Erde fuehrt alle Welten des Judentums, die der Kabbala, der Chassidut und auch die einfache Auslegung, die besagt, es geht darum, wie wir diese Bewegung erzeugen koennen. Einmal willst du zum Himmel gelangen und  - dann zieht man dich mit Macht zurueck zur Erde. Man lehrt dich, dass du dich nicht vollstaendig trennen kannst und diese Bewegung des Hin und Hers ist in meinen Augen eines der groessten Wunder durch die der Mensch handelt und wirkt."
Liat R.: "Ich finde, dass dieses Hin und Zurueck an den Herzschlag erinnert. Wie der Mensch stroemt, und dann wieder zu sich zurueck kehrt, du stroemst - und kehrst wieder zurueck zu dir... 
Das ist das eigentliche Leben, wie die Verbindung von Mann und Frau, es gibt Annaeherung und dann wieder ein sich entfernen, wieder Annaeherung und wieder ein sich entfernen voneinander - das ist die Bedeutung des Lebens - du gehst zurueck und du kommst wieder, laedtst dich mit neuer Kraft auf und gehst wieder zurueck in die Situation."
Rav Benni: "Das ist eines der interessantesten Phaenomene. Du gehst... und willst eigentlich noch ein wenig weiter gehen. Und ploetzlich zieht dich etwas mit Macht zurueck um dir zu sagen: "Nein! Man steigt auf - aber dann wieder hinab, steigt auf - und wieder hinab. Manchmal ist der Wunsch, sich vollstaendig zu trennen so stark, aber man sagt dir: deine Verpflichtung ist es, hier auf der Erde zu sein. 
Wenn du dich aber ausschliesslich auf der Erde befindest, dann verpasst du etwas. Also lauf, lauf weiter, versuch etwas, wo du ueber dich selbst hinaus gehst - und so lebst du in dieser Spannung zwischen dem Wunsch geerdet zu sein, und dem Streben nach einem hoeheren Ort, einer hoeheren geistigen Ebene - und so sind wir staendig in einem Zustand von Auf und Ab, Spiritualitaet und Geerdet sein."

Wer sich das Gespraech auf hebr. anhoeren moechte:

Meine Gedanken dazu: 
Zunaechst einmal muss ich zugeben, dass mich das Gespraech sehr anspricht. Ich nehme diesen Anstoss mit in meine kleine Welt hier vor Ort. Wie oft passiert es, dass durch irgendeinen Anlass (ein Shiur, das Lesen einer Auslegung, Gedankenanstoesse) ich ploetzlich das Gefuehl habe mich zu entfernen von der Erde, ein wenig auf der Leiter emporzusteigen und die Realitaet zu verlassen. 
Wenn dies in einem Shiur passiert, der einen sehr weit "nach oben" traegt, eine Art philosophischer Aufstieg, dann passiert es sehr oft, dass man sich erst einmal wieder "erden" muss, das Gehoerte verdauen muss, evtl sogar fuer sich sein muss, um all das sacken zu lassen, es nachklingen zu lassen. Wenn es einigermassen verdaut ist, kann man sich wieder dem Spirituellen naehern, weiter lernen, weiter "abheben". 
Wisst ihr, was ich meine, oder druecke ich mich wieder zu umstaendlich aus?
Zum Beispiel jetzt in diesem Augenblick. Ich wollte mir mehrere Auslegungen dieses Kapitels anhoeren und durchlesen, aber nach dem Video von Rav Benni hoere ich auf. Es ist genug. Ich bin angesprochen und moechte an diesem Ort bleiben, darueber nachdenken und damit schlafen gehen. Jeder weitere Artikel wuerde mich wieder wegbringen von diesen Gedanken, die mich sehr inspirieren und waere mehr "Konsum" als Lernen.

Der Text

1. Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm nicht ein Weib von den Töchtern Kanaans;
2. sondern mache dich auf und ziehe nach Mesopotamien zum Hause Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir ein Weib daselbst von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter.
3. Aber der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du werdest ein Haufe Völker,
4. und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, daß du besitzest das Land, darin du ein Fremdling bist, das Gott Abraham gegeben hat.
5. Also fertigte Isaak den Jakob ab, daß er nach Mesopotamien zog zu Laban, Bethuels Sohn, in Syrien, dem Bruder Rebekkas, seiner und Esaus Mutter.
6. Als nun Esau sah, daß Isaak Jakob gesegnet hatte und abgefertigt nach Mesopotamien, daß er daselbst ein Weib nähme, und daß er, indem er ihn segnete, ihm gebot und sprach: Du sollst nicht ein Weib nehmen von den Töchtern Kanaans,
7. und daß Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorchte und nach Mesopotamien zog,
8. sah auch, daß Isaak, sein Vater, nicht gerne sah die Töchter Kanaans:
9. ging er hin zu Ismael und nahm zu den Weibern, die er zuvor hatte, Mahalath, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths, zum Weibe.
10. Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran
11. und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen.
12. Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder;
13. und der HERR stand obendarauf und sprach: Ich bin der HERR, Abrahams, deines Vaters, Gott und Isaaks Gott; das Land darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben.
14. Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.
15. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht lassen, bis daß ich tue alles, was ich dir geredet habe.
16. Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiß ist der HERR an diesem Ort, und ich wußte es nicht;
17. und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
18. Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal und goß Öl obendarauf
19. und hieß die Stätte Beth-El; zuvor aber hieß die Stadt Lus.
20. Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen
21. und mich in Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein;
22. und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.
(Genesis 28:1-22)

2 Raketen auf Israel - Alarm im Golan

Vor etwa einer Stunde sind zwei Raketen aus Syrien auf Israel geschossen worden. Zahal hat zurueck geschossen
Der Hermon wird gesperrt fuer Besucher

Zum Holocaust-Gedenktag

Es wird viel ueber das Vergessen gesprochen. Dass wir nicht vergessen duerfen, und dass es noch "Ueberlebende" gibt, aber diese werden in einigen Jahren auch nicht mehr leben, um erzaehlen zu koennen. Dann muessen die Kinder dieser Menschen weitertragen, was sie von ihren Eltern gehoert haben - ueber das Schrecklichste, was man sich vorstellen kann. 
Eine Vernichtungs-maschinerie, die ausgekluegelt hat, wie man am effektivsten moeglichst viele Menschen auf einmal umbringen kann. Dieser Gedanke hat mich immer schon in grosses Entsetzen gestuerzt. Die Maschinerie, die dahinter steckte, das "systematische" Morden. 
Warum? 
Nicht, weil man etwas Schlimmes getan hatte, sondern weil man als Jude geboren war. Einfach so. Egal, ob alte Menschen oder Kinder. Wer Jude war - auf die Todesseite, in das Lager, das dazu errichtet wurde, Menschen zu quaelen, zu versklaven, und auszuhungern, und zum Schluss - oder gleich am Anfang, wenn es beliebte - in die Gaskammer zu schicken, mit Genickschuss zu toeten oder "einfach so" aus Lust und Laune umzubringen, nicht bevor man jeglichen Besitz dieser Menschen "enteignete". 
Zerstoerung, Vernichtung, Mord, Vergewaltigung. Nicht "lebenswertes" Leben, weil Menschen - bestimmte Menschen - beschlossen haben, wer es nicht wert ist zu leben. G-tt hat uns dieses Leben gegeben und der Mensch beschliesst, dass man nicht wert ist zu leben. 
Wie immer sind meine Gedanken unsortiert, vor allem bei diesem Thema. 
"Die Vorstellungskraft und leider auch kein einziger Film ueber den Holocaust reichen aus, um sich vorzustellen, was damals geschah" sagen meine Patienten, die erlebt haben, was wir hoeren, lesen und versuchen, zu begreifen. 
Ich habe Patienten, die auch heute noch nicht ohne Schlaftabletten schlafen koennen, die Bilder und Erinnerungen verfolgen ein ganzes Leben lang. 
Die Demuetigung - so schreibt Rav Israel Meir Lau, der mit seinem Bruder Naftali Lavi-Lau Buchenwald ueberlebte- sie war viel schlimmer als Schlaege, Hunger und Kaelte. 
Eine meiner Patientinnen sagte mir erst vor ein paar Wochen, dass sie das Bild ihres Opas nicht los wird, dem die Nazis seinen langen Bart in Brand steckten und sich darueber lustig machten. 
Und wer glaubt, mit der Flucht oder Einwanderung nach Israel war alles gut, der taeuscht sich. Wer nach Israel kam, hat nicht selten erst einmal geschwiegen, aus "Scham", denn von den Menschen ausserhalb Europas kamen Vorwuerfe. "Wie konntet ihr euch nur wie Schafe auf die Schlachtbank fuehren lassen?" 
Erst nach und nach erzaehlten einige - viele Jahre spaeter - was wirklich geschah und dass es sehr wohl Widerstaende gab. 

Es gibt viele Volontaere aus Deutschland, die etwas "ausgleichen" wollen, was damals in Europa passierte. "Wiedergutmachung" ist in diesem Zusammenhang ein Wort, was mir nicht so ohne weiteres ueber die Lippen kommt, denn wie auch? Wie soll man ein fabrikmaessiges Massenmorden, was Kinder, Frauen, alte Menschen einschloss "wieder gut machen"? 
Ist es wieder gut, wenn Menschen ein Volontariat machen und sich um alte Menschen kuemmern? Ist dann alles wieder gut? Abgehakt? Ausgewischt? 
Wer sich entscheidet, eine Zeitlang in Israel zu verbringen, um Menschen zu pflegen, die damals in Deutschland in einem Lager waren, die vielleicht ihre gesamte Familie verloren haben, der sollte nicht den Fehler machen, zu denken, es sei leicht. 
Nicht immer sind Ueberlebende der Shoa liebe freundliche "arme alte Menschen", die man in den Arm nehmen kann und troesten moechte fuer das, was ihnen geschah. 
Viele sind ueberhaupt nicht einfach im Umgang, sind verbittert und oft gar aggressiv. Hat man vor, solch eine Arbeit zu tun, sollte man eine sehr stabile Persoenlichkeit sein und sich auf Probleme und Schwierigkeiten einstellen. 
Ich habe eine Patienten, die mir zu diesem Thema einfaellt, die ich so gut wie nie lachen oder laecheln sehe. Sie hat eine Frau aus der Tschechoslowakei, die seit 15 Jahren als foreign worker bei ihr wohnt. 
15 Jahre, ohne einen einzigen Tag frei, nicht einmal ein paar Stunden. Wenn sie einkauft, sagt sie einer Nachbarin bescheid, denn Frau F. kann nicht allein bleiben, da sie an Panik-attacken leidet. 
(15 Jahre an der Seite einer verbitterten, gebrochenen Frau. Wie diese junge Frau das schafft, weiss ich nicht, denn es ist schon eine Art "Eingesperrtsein". Aber die Fremdarbeiter, die ins Land kommen, wollen Geld verdienen, um ihren Familien ein besseres Leben zu ermoeglichen, Geld nach Hause schicken, damit die Kinder etwas lernen koennen. 
Sie opfern ihr eigenes Leben, um dieses Ziel zu erreichen). 

Mit jedem Zeitzeugen, der stirbt, wird die Chance geringer, aus erster Hand zu hoeren, was damals geschah. Und ueberhaupt - gibt es Menschen, die ihr Leben lang nicht sprechen. Nicht jeder laesst sich im TV interviewen und ist bereit zu berichten. 
Ein guter Freund von mir sagte: "Meine Eltern waren beide in Ausschwitz. Sie haben es ueberlebt und mir das Leben geschenkt. Aber gesprochen - gesprochen wurde in unserem Haus nicht darueber. Wir Kinder haben auch nicht gefragt, denn es war ein unausgesprochenes Gesetz - nicht fragen!"
So haben beide Eltern das mit ins Grab genommen, was sie erlebt haben. 

Was man hier in Israel aber weniger erlebt, ist Schuldzuweisung an jeden, der aus Deutschland kommt. Diese Vorstellung gibt es in Deutschland und manche fragen, wie sich denn "die Juden den Deutschen gegenueber verhalten?" 
Ich kann nur sagen - ganz normal. Die meisten Menschen, die ich kenne, moegen Deutschland, fahren auch dorthin, denn manche sind ja dort geboren oder die Vorfahren kamen aus Deutschland. 
Die Deutschen, die nach Israel kommen, werden nicht angeklagt oder beschuldigt. Manchmal hoert man die Frage: "Was haben deine Eltern im Krieg gemacht?" 
Diese Frage muss man verstehen und sich wohl auch gefallen lassen. 
Aber eine pauschale Schuldzuweisung an alle Deutschen gibt es so gut wie nicht. 

Was es gibt, ist die Verweigerung Deutsch sprechen zu wollen. Manche Menschen moechten niemals nach Deutschland fliegen, zu sehr fuerchten sie sich vor dem Schmerz, vor der Angst, die wieder hochkommen wuerde.
Andere wiederum moegen Deutschland und sprechen gern Deutsch, ihre Enkel machen in Austauschprogrammen mit und korrespondieren mit deutschen Schuelern. 
Der Wunsch, Deutsch zu lernen, ist gerade in der letzten Zeit wieder vermehrt zu hoeren. 

Wovor ich Angst habe? 
Vor dem Tag, an dem der letzte Ueberlebende der Shoa unsere Welt verlaesst. 

Montag, 26. Januar 2015

Aus den Ausfuehrungen von Rav Joel Bin Nun zum Text

HaRav Joel Bin Nun gibt zu bedenken, dass Jakob fuer seinen Betrug bezahlt. (einen Betrug, den er gar nicht selbst wollte) er findet sich 20 Jahre lang auf dem Feld mit Ziegenbockfellen, bis diese ihm zur eigenen Haut werden, ein Teil von ihm werden. 
Mit schwerer Arbeit und Qual und mit der staendigen Konfrontation der Betruegereien von Laban erwirbt Jakob den Segen seines Vaters. 
Aber Ish Zaid, "Jaeger",  ist ein Ausdruck fuer einen Kaempfer.  Isaak mochte Esav so sehr, weil er wusste, dass dieser mit dem Schwert umgehen kann. Und Jakob? Jakob hat niemals gekaempft und niemals ein Schwert in der Hand gehalten. 
"Ein einfacher Mann, der in seinen Zelten sitzt.." .. und der bei jeder Gefahrensituation flieht. 
Erst als Jakob im Morgengrauen mit dem wundersamen Mann (Engel, G-tt) kaempfen wird, und so beweist, dass er kaempfen kann, wenn ihm keine andere Wahl bleibt, erst dann verdient er den Namen "Israel" und erwirbt den Segen seines Vaters. Denn es wird ein Volk erstehen, das "die Stimme Jakobs und die Haende Esavs" hat, und dieses wird des Segens wuerdig sein.

Die Stimme ist Jakobs Stimme - aber die Haende sind die Haende von Esav


929 פרק כז Genesis Kapitel 27

Isaak plant, Esav, seinem geliebten Sohn, eine Bracha (einen Segensspruch) mit auf den Weg zu geben, bevor er stirbt. 
Rebecca (Rivka) hoert die Plaene ihres Mannes und versucht, den Sohn, den sie liebt an Stelle des anderen Sohnes zu schicken. 
(Schliesslich hat Rivka bereits in der Schwangerschaft die Prophezeiung gehoert : der Aeltere wird dem Juengeren dienen". Sie verlaesst sich auf ihre innere Stimme. 
Wie plant Rivka diesen "Betrug"? 
Mit Hilfe von (fast) allen Sinnen (Isaaks Sinne).
(...als Isaak alt geworden, seine Augen erloschen waren, so dass er nicht mehr sehen konnte...) 
Sein Sehvermoegen war also mehr als schwach. Er schickt seinen Sohn hinaus, um ein Wild zu jagen, davon ein Mahl zuzubereiten und danach wird er wuerdig fuer den Segen sein.
Rivka, die plant, Jakob statt Esav zu schicken, bereitet ein gutes Mahl vor von der Herde die sich auf dem Grundstueck befindet. 
Aufgrund des erloschenen Sehvermoegens kann Isaak nicht pruefen, wer ihm das Mahl bringt. 
Jakob gibt zu bedenken, dass der Tastsinn von Isaak die ganze Geschichte auffliegen koennte. 
"... Mein Bruder Esav ist aber behaart und ich habe eine glatte Haut. Vielleicht betastet mich mein Vater, dann koennte er meinen, ich hielte ihn zum besten, und ich braechte Fluch ueber mich statt Segen..."(27.12)
Auch dafuer hat Rivka eine Loesung. Sie zieht Jakob Esavs Kleidung an und an den glatten Stellen an Hand und Hals befestigt sie Felle von Ziegenboeckchen. 
Als Jakob dann zu Isaak hineingeht, kommt auch der Hoersinn ins Spiel und konfrontiert sich mit dem Tastsinn 
 ..."die Stimme ist zwar Jakobs Stimme aber die Haende sind Esavs Haende.." (27.22)
Nachdem Isaak in einem Gespraech versucht, die Identitaet des Sohnes herauszubekommen, riecht er. Und mit dem Geruch kommt der Segensspruch einher. 
..."Isaak roch den Duft seiner Kleider (die Kleider von Esav, die Jakob nun traegt), er segnete ihn und sagte: Ja, mein Sohn duftet wie das Feld, dass der Herr gesegnet hat.." (27.27)
Der Betrug ist gelungen!
Jakob bekommt die Bracha (den Segen) und als Esav zu Isaak kommt bleibt ihm nur zu schreien, einen bitteren und heftigen Schrei. 
...."schrie er heftig auf, aufs Aeusserste verbittert.." (27.34)
Das Ergebnis von dem gestohlenen Segen, das anscheinend unvermeidlich ist - Esav will Jakob umbringen. 

(Abschn. 27.41)
Wieder hat Rebacca einen Plan. Jakob soll fliehen, zum Haus ihres Bruders in Charan, solange, bis der Zorn von Esav verraucht ist. 
Achtung: Rivka schaetzt, dass der Zorn von Esav schnell vergehen wird. Und dass Jakob schnell wieder zurueck kommen wird. (27.41 - 45)

Worauf sollen wir achten?

1.   Die Aktivitaet von Rivka, die sich sehr sicher ist und fest entschlossen ihren Plan durchzieht (27.5-17)
      Im Gegensatz zu ihr ist Jakob ziemlich zoegerlich und passiv. 
2. Es gibt einen Kuss vor dem Segen fuer Jakob (der als Esav verkleidet ist) (27.26-27)
3. Wie ist der Inhalt des Segens? Es lohnt sich, nachzuschauen in Abschn. 27.28-30. Ist es ein "Awrahams-  Segen"? d.h. ein Segen fuer den Sohn der die Vaeterliche Seite der Familie weiterfuehrt? Eine gute Frage. 
4. Isaaks Panik, als er den Betrug feststellt, ist fast genauso heftig, wie der schmerzliche Schrei von Esav. 
     "da ueberkam Isaak ein heftiges Zittern." (27.33) 
     "...schrie er heftig auf, aufs Aeusserste verbittert...(27.34)
5. Jakob ist Jakob, nicht erst seit heute, wie man so schoen sagt. Und wie auch Esav sagt im Abschn. 36 
    ".... hat man ihn nicht Jakob (betrueger) genannt? Er hat mich jetzt schon zweimal betrogen mein Erstgeburtsrecht hat er mir genommen und jetzt nimmt er mir auch noch den Segen.."

Der Text

 1. Und es begab sich, da Isaak alt war geworden und seine Augen dunkel wurden zu sehen, rief er Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich.
2. Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiß nicht, wann ich sterben soll.
3. So nimm nun dein Geräte, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und fange mir ein Wildbret
4. und mache mir ein Essen, wie ich's gern habe, und bringe mir's herein, daß ich esse, daß dich meine Seele segne, ehe ich sterbe.
5. Rebekka aber hörte solche Worte, die Isaak zu seinem Sohn Esau sagte. Und Esau ging hin aufs Feld, daß er ein Wildbret jagte und heimbrächte.
6. Da sprach Rebekka zu Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich habe gehört deinen Vater reden mit Esau, deinem Bruder, und sagen:
7. Bringe mir ein Wildbret und mache mir ein Essen, daß ich esse und dich segne vor dem HERRN, ehe ich sterbe.
8. So höre nun, mein Sohn, meine Stimme, was ich dich heiße.
9. Gehe hin zur Herde und hole mir zwei gute Böcklein, daß ich deinem Vater ein Essen davon mache, wie er's gerne hat.
10. Das sollst du deinem Vater hineintragen, daß er esse, auf daß er dich segne vor seinem Tode.
11. Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau ist rauh, und ich glatt;
12. so möchte vielleicht mein Vater mich betasten, und ich würde vor ihm geachtet, als ob ich ihn betrügen wollte, und brächte über mich einen Fluch und nicht einen Segen.
13. Da sprach seine Mutter zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn; gehorche nur meiner Stimme, gehe und hole mir.
14. Da ging er hin und holte und brachte es seiner Mutter. Da machte seine Mutter ein Essen, wie es sein Vater gern hatte,
15. und nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, köstliche Kleider, die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem jüngeren Sohn;
16. aber die Felle von den Böcklein tat sie um seine Hände, und wo er glatt war am Halse,
17. und gab also das Essen mit Brot, wie sie es gemacht hatte, in Jakobs Hand, ihres Sohnes.
18. Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?
19. Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Steh auf, setze dich und iß von meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele segne.
20. Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Mein Sohn, wie hast du so bald gefunden? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, bescherte mir's.
21. Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, daß ich dich betaste, ob du mein Sohn Esau seiest oder nicht.
22. Also trat Jakob zu seinem Vater Isaak; und da er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände.
23. Und er kannte ihn nicht; denn seine Hände waren rauh wie Esaus, seines Bruders, Hände. Und er segnete ihn
24. und sprach zu ihm: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin's.
25. Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, zu essen von deinem Wildbret, daß dich meine Seele segne. Da brachte er's ihm, und er aß, und trug ihm auch Wein hinein, und er trank.
26. Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein Sohn.
27. Er trat hinzu und küßte ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie ein Geruch des Feldes, das der HERR gesegnet hat.
28. Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und Korn und Wein die Fülle.
29. Völker müssen dir dienen, und Leute müssen dir zu Fuße fallen. Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Kinder müssen dir zu Fuße fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet.
30. Als nun Isaak vollendet hatte den Segen über Jakob, und Jakob kaum hinausgegangen war von seinem Vater Isaak, da kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd
31. und machte auch ein Essen und trug's hinein zu seinem Vater und sprach zu ihm: Steh auf, mein Vater, und iß von dem Wildbret deines Sohnes, daß mich deine Seele segne.
32. Da antwortete ihm Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er sprach: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn.
33. Da entsetzte sich Isaak über die Maßen sehr und sprach: Wer ist denn der Jäger, der mir gebracht hat, und ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet? Er wird auch gesegnet bleiben.
34. Als Esau diese Rede seines Vaters hörte, schrie er laut und ward über die Maßen sehr betrübt und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater!
35. Er aber sprach: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat deinen Segen hinweg.
36. Da sprach er: Er heißt wohl Jakob; denn er hat mich nun zweimal überlistet. Meine Erstgeburt hat er dahin; und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen. Und sprach: Hast du mir denn keinen Segen vorbehalten?
37. Isaak antwortete und sprach zu ihm: Ich habe ihn zu Herrn über dich gesetzt, und alle seine Brüder habe ich ihm zu Knechten gemacht, mit Korn und Wein habe ich ihn versehen; was soll ich doch dir nun tun, mein Sohn?
38. Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater! und hob auf seine Stimme und weinte.
39. Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe da, du wirst eine Wohnung haben ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von obenher.
40. Von deinem Schwerte wirst du dich nähren und deinem Bruder dienen. Und es wird geschehen, daß du auch ein Herr sein und sein Joch von deinem Halse reißen wirst.
41. Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird die Zeit bald kommen, da man um meinen Vater Leid tragen muß; dann will ich meinen Bruder Jakob erwürgen.
42. Da wurden Rebekka angesagt diese Worte ihres älteren Sohnes Esau; und sie schickte hin und ließ Jakob, ihren jüngeren Sohn, rufen und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht dir, daß er dich erwürgen will.
43. Und nun höre meine Stimme, mein Sohn: Mache dich auf und fliehe zu meinem Bruder Laban gen Haran
44. und bleib eine Weile bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders legt
45. und bis sich sein Zorn wider dich von dir wendet und er vergißt, was du an ihm getan hast; so will ich darnach schicken und dich von dannen holen lassen. Warum sollte ich euer beider beraubt werden auf einen Tag?
46. Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdrießt, zu leben vor den Töchter Heth. Wo Jakob ein Weib nimmt von den Töchter Heth wie diese, von den Töchtern des Landes, was soll mir das Leben?
(Genesis 27:1-46)

929 פרק כו Gen. Kapitel 26

Isaak hatte Herden und Viehbesitz, genau wie Awraham. Aber er saete auch und war Landwirt. Das kennen wir weder von Awraham noch von Jakob. 
Als G-tt Isaak anweist, nicht nach Aegypten hinunterzugehen, haelt er am Land fest und verbindet sich mit ihm durch die Erde. und so spiegelt er die 2. Generation wieder, die ins Land kamen und die sich bemuehten, ihr Brot aus der Erde hervorzubringen. 
Es gab Jahre des Segens "hundertfaeltig" (Mea Shearim, Abschn. 12) aber auch grosse Schwierigkeiten. Die Plishtim verdraengen Isaak von Ort zu Ort, von Brunnen zu Brunnen. Jedes Mal, wenn sie sich ansiedeln wollten, stehen ihre Feinde gegen sie auf und versuchen, dies zu verhindern.
Und hier ist auch der Grund, warum Isaak den Esau so liebte. Er war ein Mann des Feldes und ein Jaeger. Er ist faehig, eine Armee aufzustellen, um die Felder und den Besitz von Isaak zu verteidigen. Jakob dagegen ist ein einfacher Mann, der in seinen Zelten sitzt - er ist solch einer Aufgabe nicht gewachsen. 
Das Wandern in Karawanen ueberliess Isaak den Soehnen von Jishmael und den Midianitern. Er selbst versuchte, sich im Land fest anzusiedeln. Aber das hiess auch, dass er sich mit den Philistern auseinandersetzen musste.
Die Philister sagten nicht: "Der Brunnen, den du gegraben hast, gehoert uns!"
Sie sagen: "Uns gehoert das Wasser!" (Abschn. 20) - Grundwasser! Und dein Brunnen nimmt von unseren Brunnen Wasser fort. Derjenige, der ueber das Grundwasser herrscht,ist auch Herr ueber die Landwirtschaft in der Umgebung.
Daher musste Isaak sich weit genug entfernen um einen "unabhaengigen" Brunnen zu graben, von dem aus sich alles weiter entwickeln kann ohne "Esek" und "Sitna". Nach Rechovot und Beer Sheva. 
Isaak, der gerettet wurde vor dem Tod in der Akeda (Bindung von Isaak) ist im Land geboren, hat es nie verlassen und grub einen Brunnen nach dem anderen. 
Er begann, sich im Land als Landwirt anzusiedeln. 
(Worte von Rav Joel Bin Nun)



Worauf sollten wir achten, beim gestrigen Kapitel?

1. Verschiedene Einzelheiten in der Geschichte Isaaks wiederholen sich aus der Geschichte von Awraham. Aber im Abschnitt 2 sehen wir auch Unterschiede. Es gibt wieder eine Hungersnot, aber Isaak wird, im Gegensatz zu Awraham, angewiesen NICHT das Land zu verlassen, sondern in Pleschet, Grar zu bleiben.
2. Finde die Ausdruecke, die viele viele Jahr spaeter zu Namen wurden (Abschnitt 10: Achad haAm, Abschnitt 12 Mea Shearim)
3. Essen und Versoehnung passen meist gut zusammen. (Abschnitt 30,31)
30. Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.
......, und sie zogen von ihm mit Frieden.
(Genesis 26:30,31)

4. Am Ende des Kapitels heiratet Esau (Esav) , zweimal sogar. Aber Isaak und Rebecca sind nicht so begeistert. (34.35)

Der Text

1. Es kam aber eine Teuerung ins Land nach der vorigen, so zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, der Philister König, zu Gerar.
2. Da erschien ihm der HERR und sprach: Ziehe nicht hinab nach Ägypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage.
3. Sei ein Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich alle diese Länder geben und will meinen Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe,
4. und will deinem Samen mehren wie die Sterne am Himmel und will deinem Samen alle diese Länder geben. Und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden,
5. darum daß Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und hat gehalten meine Rechte, meine Gebote, meine Weise und mein Gesetz.
6. Also wohnte Isaak zu Gerar.
7. Und wenn die Leute an demselben Ort fragten nach seinem Weibe, so sprach er: Sie ist meine Schwester. Denn er fürchtete sich zu sagen: Sie ist mein Weib; sie möchten mich erwürgen um Rebekkas willen, denn sie war schön von Angesicht.
8. Als er nun eine Zeitlang da war, sah Abimelech, der Philister König, durchs Fenster und ward gewahr, daß Isaak scherzte mit seinem Weibe Rebekka.
9. Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist dein Weib. Wie hast du denn gesagt: Sie ist meine Schwester? Isaak antwortete ihm: Ich gedachte, ich möchte vielleicht sterben müssen um ihretwillen.
10. Abimelech sprach: Warum hast du das getan? Es wäre leicht geschehen, daß jemand vom Volk sich zu deinem Weibe gelegt hätte, und hättest also eine Schuld auf uns gebracht.
11. Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder sein Weib antastet, der soll des Todes sterben.
12. Und Isaak säte in dem Lande und erntete desselben Jahres hundertfältig; denn der HERR segnete ihn.
13. Und er ward ein großer Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr groß ward,
14. daß er viel Gut hatte an kleinem und großem Vieh und ein großes Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister
15. und verstopften alle Brunnen, die seines Vaters Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und füllten sie mit Erde;
16. daß auch Abimelech zu ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden.
17. Da zog Isaak von dannen und schlug sein Gezelt auf im Grunde Gerar und wohnte allda
18. und ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zu Abrahams, seines Vaters, Zeiten gegraben hatten, welche die Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit demselben Namen mit denen sie sein Vater genannt hatte.
19. Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers.
20. Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser ist unser. Da hieß er den Brunnen Esek, darum daß sie ihm unrecht getan hatten.
21. Da gruben sie einen andern Brunnen. Darüber zankten sie auch, darum hieß er ihn Sitna.
22. Da machte er sich von dannen und grub einen andern Brunnen. Darüber zankten sie sich nicht; darum hieß er ihn Rehoboth und sprach: Nun hat uns der HERR Raum gemacht und uns wachsen lassen im Lande.
23. Darnach zog er von dannen gen Beer-Seba.
24. Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin deines Vaters Abrahams Gott. Fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir und will dich segnen und deinen Samen mehren um meines Knechtes Abraham willen.
25. Da baute er einen Altar daselbst und predigte von dem Namen des HERRN und richtete daselbst seine Hütte auf, und seine Knechte gruben daselbst einen Brunnen.
26. Und Abimelech ging zu ihm von Gerar, und Ahussat, sein Freund, und Phichol, sein Feldhauptmann.
27. Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Haßt ihr mich doch und habt mich von euch getrieben.
28. Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, daß der HERR mit dir ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir wollen einen Bund mit dir machen,
29. daß du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dir nichts denn alles Gute getan haben und dich mit Frieden haben ziehen lassen. Du aber bist nun der Gesegnete des HERRN.
30. Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.
31. Und des Morgens früh standen sie auf und schwur einer dem andern; und Isaak ließ sie gehen, und sie zogen von ihm mit Frieden.
32. Desselben Tages aber kamen Isaaks Knechte und sagten ihm an von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden.
33. Und er nannte ihn Seba; daher heißt die Stadt Beer-Seba bis auf den heutigen Tag.
34. Da Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zum Weibe Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hethiters.
35. Die machten beide Isaak und Rebekka eitel Herzeleid.
(Genesis 26:1-35)

Sonntag, 25. Januar 2015

Sof tov - Ende gut alles gut

Es gibt doch Gerechte in Sodom
Der Busfahrer hat das Portmonnaie gefunden und in der Busgesellschaft abgegeben
Freundin Shifra hat es mit Vollmacht von mir abgeholt und ich bin schon wieder auf dem Weg nach Raanana
morgen frueh dann werde ich zurueck nach Jerusalem kommen
Ich brauche die Rav kav dringend. Das ist eine persoenliche Fahrkarte die man aufladen kann zum Beispiel mit einer Monatskarte
Ohne sie kann man nicht mal umsteigen und muss jede Fahrt einzeln bezahlen.
Eine neue Rav kav kriege ich ohne Teudat Sehut nicht. (I.D)
Daher brauche ich vor morgen frueh das Portmonnaie dringend.

Schrecken kurz vor Shabbat

Am Freitag nachmittag fuhr ich nach Raanana. An der Kreuzung Raanana nahm ich den Bus zu meiner Freundin, die im Altenheim Achuzat Bayt wohnt. 
Kurz vor dem Ziel noch stieg ein Fahrkartenkontrolleur zu und bat um die Fahrscheine. Ich kramte in meiner wie immer unorganisierten Tasche herum, holte mein Portemonnaie heraus, suchte, fand ihn nicht. legte das Portemonnaie beiseite und kramte in der Tasche. Schliesslich fand ich den Fahrschein, musste aber relativ schnell aussteigen danach. Mit mir sass nur noch ein anderer aelterer Herr im Bus, der nach Herzliya fuhr. 
Kurz nachdem ich ausstieg und meine Freundin traf, wollte ich uns einen Cafe ausgeben im Cafe Aroma, was gleich an der Ecke war. 
Ich lief ins Aroma und bestellte, kramte in meiner Tasche nach dem Geld und - das Portemonnaie war weg. 
So ein ..... !!!
Mein Portemonnai mit einer Kreditkarte von American Express, einer Bankkarte von meiner Bank, meiner Krankenkassenkarte, meiner Rav Kard (die Fahrkarte mit der Monatskarte darauf), einem Organspendeausweis und - meiner nagelneuen Teudat Sehut, faelschungssicher mit Fingerabdruck. 
Nachdem ich ein klein wenig durchgedreht bin, konnten wir doch noch jemanden erreichen, um die Geldkarten zumindest zu sperren, und die nette Dame am Telefon konnte mir sogar die letzte Geldtransaktion nennen, die mit der Karte getaetigt wurde. 
Meine zwei grossen Probleme sind nun die Beschaffung der Teudat Sehut und meine Rav Kard, denn auf der war eine Monatskarte aufgeladen. Gut, dass wir fast Ende des Monats haben, aber dennoch muss ich noch etliche Hausbesuche taetigen bis Ende der Woche, so dass ich mir 1. bei Egged eine  neue Karte holen muss und 2. diese dann mit einer Zehner-karte aufladen muss. (oder aber, falls das nicht reicht, mit 2 Zehnerkarten), was mir gar nicht in den Kram passt. 
Ein Gutes an all dem Missgeschick: Waere ich nicht so scharf auf Cafe hafuch gewesen, (denn meine Freundin draengte, dass ich doch lieber bei ihr oben Cafe trinken solle), haette ich wohl evtl erst nach Shabbat wieder in meine Tasche geschaut und den Verlust erst dann gemerkt. 
Das haette bedeutet, man haette froehlich auf meine Kreditkarte einkaufen koennen, den gestrigen abend und heute am gesamten Shabbat. Furchtbare Vorstellung!

Nun, was ich in meiner Naivitaet doch hoffe ist, dass der Fahrer nach der Fahrt im Bus einen Kontrollgang gemacht hat und das Portemonnaie abgegeben hat. 
Morgen frueh werde ich mehr wissen. 
Warum bin ich aber auch so schusselig?

Freitag, 23. Januar 2015

Awraham Tal und haDag Nachash

Mit einem neuen Song von Awraham Tal und Hadag Nachash verabschiede ich mich ins Wochenende. Gleich werde ich zu einer Freundin nach Raanan fahren und dort den Shabbat verbringen. Bei ihr habe ich die ersten zwei Monate gewohnt, als ich wieder von Deutschland nach Israel kam, das war im April 2012. Ich freue mich auf unser Wiedersehen.Shabbat shalom an Alle!

Donnerstag, 22. Januar 2015


929 פרק כה Genesis Kapitel 25

Rav Joel Ben Nun zur Frage "Warum gibt es von Awraham kein Stammbuch, (Generationenfolge)?"

Von Parashat Noach bis bis Ende der Parasha Chajej Sarah gibt es nur eine einzige lange Geschichte der Familie Terach. 
Ueber Awraham, ueber Lot, ueber die Soehne Nachor und Milkas, ueber Lot und seine Kinder die sich von Awraham trennen, ueber Jismael, der geboren wird, und ueber Jitzchak, der geboren wird.
Der Hoehepunkt der Geschichte ist die Hochzeit von Jitzchak ben Awraham ben Terach mit Rivka bat Betuel ben Nachor ben Terach. Und nun - 6 Soehne, die dem Awraham von Ktura geboren werden. Ende des Lebens von Awraham - und nun kommen schon die Generationen von Jismael. 
Warum erzaehlt uns die Tora dies in solch einer Form? Warum gibt es keine Toldot Awraham (Generationen von Awrahm, ein Stammbuch)
In Sefer Bereshit gibt es eine Generationenfolge von Adam und von Noach, von den Soehnen Noach und von Shem, von Terach und von Jismael, von Jitzchak und von Esau sowie Toldot Jakob. 
Keine von Awraham. 
Awraham gilt als Av hamon Goim. (Vater einer Menge Voelker). Haette es ein Sefer Toldot fuer Awraham gegeben, eine Generationenfolge, ein Stammbuch, dann haette es vielleicht keine Moeglichkeit gegeben, sich "zu diesem dazuzufuegen". 
Jeder Mensch auf der ganzen Welt, der kommt um Giur zu machen, wird zu einem Sohn von Awraham. (ben Awraham)
Es gibt eine Unmenge an Toldot Awraham, Generationen ohne Ende - Awraham ist offen. Die Geschichte Awrahams wird erzaehlt in der Generationenfolge von Terach.  Die grosse Familie Terach, die auch die Gechichte von Awraham enthaelt, von Nachor, von Lot und auch die von Jitzchak und Rivka - sie sind die Fruechte des Lobpreises von dieser Familie. 
Aber ein Generationbuch von Awraham - das vermeidet die Tora. - und so ist es fuer jeden Menschen jeder Generation moeglich, sich dazuzufinden, zum Samen von Awraham Awinu. 
(Ist das nicht absolut wunderbar?)


Der Text

1. Abraham nahm wieder ein Weib, die hieß Ketura.
2. Die gebar ihm Simran und Joksan, Medan und Midian, Jesbak und Suah.
3. Joksan aber zeugte Saba und Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren: die Assuriter, die Letusiter und die Leumiter.
4. Die Kinder Midians waren: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Kinder der Ketura.
5. Und Abraham gab all sein Gut Isaak.
6. Aber den Kindern, die er von den Kebsweibern hatte, gab er Geschenke und ließ sie von seinen Sohn Isaak ziehen, dieweil er noch lebte, gegen Aufgang in das Morgenland.
7. Das aber ist Abrahams Alter, das er gelebt hat: hundertfünfundsiebzig Jahre.
8. Und er nahm ab und starb in einem ruhigen Alter, da er alt und lebenssatt war, und ward zu seinem Volk gesammelt.
9. Und es begruben ihn die Söhne Isaak und Ismael in der zwiefachen Höhle auf dem Acker Ephrons, des Sohnes Zohars, des Hethiters, die da liegt Mamre gegenüber,
10. in dem Felde, das Abraham von den Kindern Heth gekauft hatte. Da ist Abraham begraben mit Sara, seinem Weibe.
11. Und nach dem Tode Abrahams segnete Gott Isaak, seinen Sohn. Und er wohnte bei dem Brunnen des Lebendigen und Sehenden.
12. Dies ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm Hagar gebar, die Magd Saras aus Ägypten;
13. und das sind die Namen der Kinder Ismaels, davon ihre Geschlechter genannt sind: der erstgeborene Sohn Ismaels, Nebajoth, -Kedar, Abdeel, Mibsam,
14. Misma, Duma, Massa,
15. Hadar, Thema, Jetur, Naphis und Kedma.
16. Dies sind die Kinder Ismaels mit ihren Namen in ihren Höfen und Zeltdörfern, zwölf Fürsten über ihre Leute.
17. Und das ist das Alter Ismaels: hundert und siebenunddreißig Jahre. Und er nahm ab und starb und ward gesammelt zu seinem Volk.
18. Und sie wohnten von Hevila an bis gen Sur vor Ägypten und bis wo man nach Assyrien geht. Er ließ sich aber nieder gegen alle seine Brüder.
19. Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Isaak.
20. Isaak aber war vierzig Jahre alt, da er Rebekka zum Weibe nahm, die Tochter Bethuels, des Syrers, von Mesopotamien, Labans, des Syrers Schwester.
21. Isaak aber bat den HERRN für sein Weib, denn sie war unfruchtbar. Und der HERR ließ sich erbitten, und Rebekka, sein Weib, ward schwanger.
22. Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leibe. Da sprach sie: Da mir's also sollte gehen, warum bin ich schwanger geworden? und sie ging hin, den HERRN zu fragen.
23. Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zweierlei Leute werden sich scheiden aus deinem Leibe; und ein Volk wird dem andern Überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.
24. Da nun die Zeit kam, daß sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe.
25. Der erste, der herauskam, war rötlich, ganz rauh wie ein Fell; und sie nannten ihn Esau.
26. Darnach kam heraus sein Bruder, der hielt mit seiner Hand die Ferse des Esau; und sie hießen ihn Jakob. Sechzig Jahre alt war Isaak, da sie geboren wurden.
27. Und da nun die Knaben groß wurden, ward Esau ein Jäger und streifte auf dem Felde, Jakob aber ein sanfter Mann und blieb in seinen Hütten.
28. Und Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem Weidwerk; Rebekka aber hatte Jakob lieb.
29. Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Felde und war müde
30. und sprach zu Jakob: Laß mich kosten das rote Gericht; denn ich bin müde. Daher heißt er Edom.
31. Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt.
32. Esau antwortete: Siehe, ich muß doch sterben; was soll mir denn die Erstgeburt?
33. Jakob sprach: So schwöre mir heute. Und er schwur ihm und verkaufte also Jakob seine Erstgeburt.
34. Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und stand auf und ging davon. Also verachtete Esau seine Erstgeburt.
(Genesis 25:1-34)

Noch in Lebensgefahr!

Herzl Biton, der Busfahrer der Linie 40 in Tel Aviv, der gestern schwer verletzt wurde, kaempfte mit dem Terroristen. Jetzt kaempft er um sein Leben, da er dreimal in den Bauch gestochen wurde, es wurden innere Organe schwer verletzt. Leider finde ich nirgendwo den Namen seiner Mutter. Die Familie bittet, fuer ihn zu beten. 
Gleichfalls eine Frau, die noch in Lebensgefahr ist. 
Weiter zwei mittelschwer Verletzte vom gestrigen Terroranschlag sind noch im Krankenhaus.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Doku ueber Rav Avichai Apel und seine Familie - Nahaufnahme: In Deutschland zuhause Reportage der TV-Lehrredaktion do1 an der Technischen Universität Dortmund

Ach ich mag meinen Rabbiner aus Dortmund furchtbar gern. Er hat mich in meinem Giur-prozess so liebevoll begleitet und ist einfach ein wunderbarer sehr inspirierender Mensch und war mir ueber die gesamte Zeit ein sehr starkes Vorbild.
Hier koennt ihr euch die Doku ansehen, von NRwision in der Mediathek, die Rav Avichai heute in Facebook gepostet hat.
HIER

Bewohner des Nordens bestellen finnlaendische Firma

Wow, die Bewohner des Nordens warten nicht mehr darauf, dass das Militaer sich der "Tunnelangelegenheit im Norden" annimmt. 
Seit Jahren behaupten auch die Bewohner an der Nordgrenze, dass sie Grabe-geraeusche hoeren. Man nimmt das nicht so ernst von offizieller Seite, denn das Gebiet dort oben soll schwer zu untergraben sein. Zu felsig ist der Grund. Anders als um den Gazastreifen herum, scheint es dort fast unmoeglich einen Tunnel zu graben. 
Die Bewohner geben sich aber mit diesem "wahrscheinlich" nicht zufrieden. Sie sorgen sich und sie wissen, was sie hoeren. 
Daher ergreifen sie nun die Initiative und bestellen eine international bekannte Firma aus Finnland, die bereit ist, im Norden zu pruefen ob es Tunnelsysteme gibt. Die Firma ist spezialisiert auf Tunnel.
Das, was die Bewohner bisher als Video aufgenommen haben, um zu beweisen, wovon sie sprechen, hoert sich jedenfalls sehr sehr merkwuerdig und unheimlich an. Grabegeraeusche, die durch den Abfluss im Waschbecken und in der Dusche deutlich hoerbar sind!
Schon in den naechsten Tagen soll eine finnische Delegation dieser Firma pruefen, ob es Hisbollah tatsaechlich gelungen sein koennte, Terrortunnel zu graben. 
HIER ist die Internetseite von 929 vom heutigen Tag.

Und hier ein kurzes Gespraech zwischen Rav Benni und Liat Regev ueber das Kapitel

(Trink  - und auch deinen Kamelen werde ich zu trinken geben...)

929 פרק כד Genesis Kapitel 24

 Wie wird die ideale Frau fuer Isaak ausgesucht?

Das Kapitel gibt zwei Antworten
1. Awraham laesst seinen Knecht Eliezer schwoeren, fuer eine geeignete Frau fuer seinen Sohn Isaak zu sorgen. "Nur keine der Toechter der Kanaaniter.."
Daher wird der Knecht bis nach Charan geschickt zur entfernteren Familie von Awraham, um dort nach einer Braut zu suchen. 
2. Die zweite Antwort auf die Frage, wer ist eine geeignete Braut fuer Isaak, gibt uns Eliezer, der Knecht. Er kommt zum Brunnen in Charan und fragt sich "und jetzt?" Er sucht nicht die Familie Awrahams auf, sondern betet. Und in seinem Gebet bittet er G-tt, mit ihm zusammenzuarbeiten, bei dem folgenden Test:

Wenn nun eine Dirne kommt, zu der ich spreche: Neige deinen Krug, und laß mich trinken, und sie sprechen wird: Trinke, ich will deine Kamele auch tränken: das sei die, die du deinem Diener Isaak beschert hast (24.14)

 Diese Pruefung testet auf "Guete dem Fremden gegeneuber". Guete ueber alle Massen. 
Und Rivka antwortet auf alle Kriterien. Sie ist von der Familie von Awraham und verhaelt sich Eliezer gegenueber genauso, wie er es sich fuer eine wuerdige Braucht vorstellt. 
Was bleibt? Geschenke, die Familie kennenlernen, Erlaubnis der Familie ... und es geht los auf den Weg zu Isaak. 
Das emotionale Treffen zwischen Isaak und Rivka persoenlich findet auf dem Feld statt. 
Worauf sollen wir achten?

1. Finde die Unterschiede! Der Knecht erzaehlt der Familie, was sich am Brunnen ereignet hat. (42-48) aber mit einigen Unterschieden - und das nicht per Zufall.
2. Der Knecht bittet um die Erlaubis der Erwachsenen (Bruder und Mutter von Rivka), aber sie ueberlassen das letzte Wort dem jungen Maedchen, Rivka.
Laßt uns die Dirne rufen und fragen, was sie dazu sagt. (24.57)
3. Der schoene Segensspruch der Familie fuer Rivka. 
Du bist unsre Schwester; wachse in vieltausendmal tausend, und dein Same besitze die Tore seiner Feinde.(60)
4. Seit der Schoepung des Menschen, seit mehr als zehn Generationen zum ersten Mal ist die Rede von  Liebe zwischen einem Mann und einer Frau (24.67)

Der Text

1. Abraham ward alt und wohl betagt, und der HERR hatte ihn gesegnet allenthalben.
2. Und er sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses, der allen seinen Gütern vorstand: Lege deine Hand unter meine Hüfte
3. und schwöre mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohn kein Weib nehmest von den Töchtern der Kanaaniter, unter welchen ich wohne,
4. sondern daß du ziehst in mein Vaterland und zu meiner Freundschaft und nehmest meinem Sohn Isaak ein Weib.
5. Der Knecht sprach: Wie, wenn das Weib mir nicht wollte folgen in dies Land, soll ich dann deinen Sohn wiederbringen in jenes Land, daraus du gezogen bist?
6. Abraham sprach zu ihm: Davor hüte dich, daß du meinen Sohn nicht wieder dahin bringst.
7. Der HERR, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause genommen hat und von meiner Heimat, der mir geredet hat und mir auch geschworen hat und gesagt: Dies Land will ich deinem Samen geben, der wird seine Engel vor dir her senden, daß du meinem Sohn daselbst ein Weib nehmest.
8. So aber das Weib dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides quitt. Allein bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin.
9. Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm solches.
10. Also nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog hin und hatte mit sich allerlei Güter seines Herrn und machte sich auf und zog nach Mesopotamien zu der Stadt Nahors.
11. Da ließ er die Kamele sich lagern draußen vor der Stadt bei einem Wasserbrunnen, des Abends um die Zeit, wo die Weiber pflegten herauszugehen und Wasser zu schöpfen,
12. und sprach: HERR, du Gott meines Herrn Abraham, begegne mir heute und tue Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham!
13. Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und der Leute Töchter in dieser Stadt werden herauskommen, Wasser zu schöpfen.
14. Wenn nun ein Maedchen kommt, zu der ich spreche: Neige deinen Krug, und laß mich trinken, und sie sprechen wird: Trinke, ich will deine Kamele auch tränken: das sei die, die du deinem Diener Isaak beschert hast, und daran werde ich erkennen, daß du Barmherzigkeit an meinem Herrn getan habest.
15. Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus Rebekka, Bethuels Tochter, der ein Sohn der Milka war, welche Nahors, Abrahams Bruders, Weib war, und trug einen Krug auf ihrer Achsel.
16. Und sie war ein sehr schoenes Maedchen von Angesicht, noch eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Die stieg hinab zum Brunnen und füllte den Krug und stieg herauf.
17. Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Laß mich ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken.
18. Und sie sprach: Trinke, mein Herr! und eilend ließ sie den Krug hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken.
19. Und da sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will deinen Kamelen auch schöpfen, bis sie alle getrunken haben.
20. Und eilte und goß den Krug aus in die Tränke und lief abermals zum Brunnen, zu schöpfen, und schöpfte allen seinen Kamelen.
21. Der Mann aber wunderte sich ihrer und schwieg still, bis er erkennete, ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben hätte oder nicht.
22. Da nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er einen goldenen Reif, ein halbes Lot schwer, und zwei Armringe an ihre Hände, zehn Lot Goldes schwer,
23. und sprach: Wes Tochter bist du? das sage mir doch. Haben wir Raum in deines Vaters Hause, zu beherbergen?
24. Sie sprach zu ihm: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Milkas, den sie dem Nahor geboren hat,
25. und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns und Raum genug, zu beherbergen.
26. Da neigte sich der Mann und betete den HERRN an
27. und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit nicht verlassen hat an meinem Herrn; denn der HERR hat mich den Weg geführt zum Hause des Bruders meines Herrn.
28. Und das Maedchen lief und sagte solches alles an in ihrer Mutter Hause.
29. Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieß Laban; und Laban lief zu dem Mann draußen bei dem Brunnen.
30. Und als er sah den Reif und die Armringe an seiner Schwester Händen und hörte die Worte Rebekkas, seiner Schwester, daß sie sprach: Also hat mir der Mann gesagt, kam er zu dem Mann, und siehe, er stand bei den Kamelen am Brunnen.
31. Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draußen? Ich habe das Haus geräumt und für die Kamele auch Raum gemacht.
32. Also führte er den Mann ins Haus und zäumte die Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter und Wasser, zu waschen seine Füße und die Füße der Männer, die mit ihm waren,
33. und setzte ihnen Essen vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen, bis daß ich zuvor meine Sache vorgebracht habe. Sie antworteten: Sage an!
34. Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht.
35. Und der HERR hat meinen Herrn reichlich gesegnet, daß er groß geworden ist, und hat ihm Schafe und Ochsen, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben.
36. Dazu hat Sara, meines Herrn Weib, einen Sohn geboren meinem Herrn in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er hat.
37. Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst meinem Sohn kein Weib nehmen von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne,
38. sondern ziehe hin zu meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht; daselbst nimm meinem Sohn ein Weib.
39. Ich aber sprach zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Weib nicht folgen will?
40. Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, daß du meinem Sohn ein Weib nehmest von meiner Freundschaft und meines Vaters Hause.
41. Alsdann sollst du meines Eides quitt sein, wenn du zu meiner Freundschaft kommst; geben sie dir sie nicht, so bist du meines Eides quitt.
42. Also kam ich heute zum Brunnen und sprach: HERR, Gott meines Herrn Abraham, hast du Gnade zu meiner Reise gegeben, auf der ich bin,
43. siehe, so stehe ich hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun eine Jungfrau herauskommt, zu schöpfen, und ich zu ihr spreche: Gib mir ein wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug,
44. und sie wird sagen: Trinke du, ich will deinen Kamelen auch schöpfen: die sei das Weib, das der HERR meines Herrn Sohne beschert hat.
45. Ehe ich nun solche Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Achsel und geht hinab zum Brunnen und schöpft. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu trinken.
46. Und sie nahm eilend den Krug von ihrer Achsel und sprach: Trinke, und deine Kamele will ich auch tränken. Also trank ich, und sie tränkte die Kamele auch.
47. Und ich fragte sie und sprach: Wes Tochter bist du? Sie antwortete: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich einen Reif an ihre Stirn und Armringe an ihre Hände
48. und neigte mich und betete den HERRN an und lobte den HERRN, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hat, daß ich seinem Sohn die Tochter nehme des Bruders meines Herrn.
49. Seid ihr nun die, so an meinem Herrn Freundschaft und Treue beweisen wollen, so sagt mir's; wo nicht, so sagt mir's auch, daß ich mich wende zur Rechten oder zur Linken.
50. Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Das kommt vom HERRN; darum können wir nicht wider dich reden, weder Böses noch Gutes;
51. da ist Rebekka vor dir, nimm sie und zieh hin, daß sie das Weib sei des Sohnes deines Herrn, wie der HERR geredet hat.
52. Da diese Worte hörte Abrahams Knecht, bückte er sich vor dem Herrn zur Erde
53. und zog hervor silberne und goldene Kleinode und Kleider und gab sie Rebekka; aber ihrem Bruder und der Mutter gab er Würze.
54. Da aß und trank er samt den Männern, die mit ihm waren, und blieb über Nacht allda. Des Morgens aber stand er auf und sprach: Laß mich ziehen zu meinem Herrn.
55. Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Laß doch das Maedchen einen Tag oder zehn bei uns bleiben; darnach sollst du ziehen.
56. Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf; denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Laßt mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe.
57. Da sprachen sie: Laßt uns das Maedchen rufen und fragen, was sie dazu sagt.
58. Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm.
59. Also ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme samt Abrahams Knecht und seinen Leuten.
60. Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du bist unsre Schwester; wachse in vieltausendmal tausend, und dein Same besitze die Tore seiner Feinde.
61. Also machte sich Rebekka auf mit ihren Maegden, und setzten sich auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und zog hin.
62. Isaak aber kam vom Brunnen des Lebendigen und Sehenden (denn er wohnte im Lande gegen Mittag)
63. und war ausgegangen, zu beten auf dem Felde um den Abend, und hob seine Augen auf und sah, daß Kamele daherkamen.
64. Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilend vom Kamel
65. und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Mantel und verhüllte sich.
66. Und der Knecht erzählte Isaak alle Sachen, die er ausgerichtet hatte.
67. Da führte sie Isaak in die Hütte seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka und sie war sein Weib, und er gewann sie lieb. Also ward Isaak getröstet über seine Mutter.
(Genesis 24:1-67)