Montag, 5. Januar 2015

929 פרק יב Gen. Kap.12

Eine neue Parasha beginnt, Lech Lecha, "Geh hinaus, aus deinem Land...." 
G-tt sagt zu Awram "Geh! Beweg dich... bleib nicht stehen, da wo du bist."

Liat Regev, im Gespraech mit Rav Benni Lau. Harav Benni erklaert, dass dieser Ruf eine Art Bauchgefuehl sein kann, das was wir im Allgemeinen "Intuition" nennen. Wer kennt es nicht? Das Gefuehl, dies oder das tun zu muessen, berufliche, private Veraendung oder was auch immer. 
Liat Regev wirft ein, dass jedes Mal, wenn sie auf ihr Bauchgefuehl gehoert hat, auch wenn sie nicht wusste, warum und es nicht rational erklaeren konnte, sich die Entscheidung spaeter als richtig erwies 

Meiner Meinung nach suchen wir Menschen um weitreichende Entscheidungen zu treffen rationale Begruendungen. Die Fakten zaehlen. Stimmen x, y, oder z? 
Aber oft sind die Fakten positiv und irgend etwas haelt uns dennoch ab, diese Entscheidung zu treffen. Eine innere Stimme sagt uns "nein" . Genauso umgekehrt. Ohne dass alle Fakten dafuer sprechen muessen, wissen wir oft innerlich, dass wir "es" tun sollten. 
Parashat Lech Lecha ist sicher eine meiner liebsten Parashot. Denn ich fuehlte mich auch angesprochen, zu gehen, und obwohl ich das Land doch irgendwie kannte, doch ins Ungewisse, was meine Situation betraf. Viele Menschen beispielsweise kannte ich nicht, als ich einwanderte, Freunde nur ein, zwei. 
Wieso ich es dennoch gewagt habe? Im Rueckblick weiss ich es wirklich nicht, denn nach den Fakten haette es auch schief gehen koennen. (Ich weiss, das kann es immer noch, aber im Hier und Jetzt habe ich ein Dach ueber dem Kopf, Arbeit, mit der ich mich ernaehren kann und eine Menge Freunde, die da sind wenn ich sie brauche)

Befehl, (Weisung), Bestimmung, und Segen gleichzeitig liegen im "Lech Lecha" verborgen
Der Befehl, "geh hinaus aus deinem Land.... in ein Land das ich dir zeigen werde"
Awram benoetigte also eine Menge Mut, um ins wirklich Unbekannte aufzubrechen. 
Die Bestimmung : er wird der Menschheit Segen bringen. "Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet sein..." 
Und der Segen: Das Wort Segen wird in den Psukim ב und  ג fuenfmal wiederholt.

Im ersten Teil geht es geographisch von Charan nach Cnaan, G-tt fuehrt Awram (der noch nicht Awraham heisst in dieser Phase) Saraj und Lot, den Neffen Awrams und deren gesamten Besitz. 
Im zweiten Teil uebergibt G-tt die "Navigation" in Awrams Haende, Awram bewegt sich im Bergland und geht vom Norden zum Sueden. Dann baut er einen Altar fuer G-tt und ruft den g-ttlichen Namen aus.
Im dritten Teil geschieht etwas Unvorhergesehenes. Es gibt eine Hungersnot, und Awram nimmt wieder die Verantwortung, "steigt ab" nach Aegypten, denn dort gibt es Essen. 
Dort verkomplizieren sich die Ereignisse, Saraj wird zu Pharao in den Palast genommen. 
Erst als G-tt sich "einmischt" und Plagen schickt, geht die Geschichte gut aus, ja, sie endet sogar damit, dass Awram mehr Besitz hat als vorher. 

Rav Joel Ben Nun zum Kapitel:
Terach, der Vater von Awram zieht bereits in Richtung Canaan, bevor Awram den Befehl von G-tt bekommt. Die Tora erzaehlt uns nicht warum. Ich denke, dass Terach und Awram aus einer reichen Handelsfamilie, sie suchten nun nach einem Ort, die Geschaefte weiter zu entwickeln, Terach gab sich mit Charan zufrieden, das im heutigen Sued-Westen der Tuerkei liegt. Dort erschien dem Awram G-tt, mit dem Befehl: "Geh aus deinem Land...." und Lot (Sohn des Bruders von Terach, der gestorben war) ging mit ihm.
Hat Awram die Wanderung von Terach nur weitergefuehrt? Viele antworten "nein". Und doch - die Tora sagt "ja". 
"Und Terach nahm....und sie wanderten miteinander aus Ur Chaldaea aus, um in das Land Canaan zu ziehen (Gen. 11,31)
"Und Awram nahm.....sie wanderten nach Canaan aus und kamen dort an.." (Gen. 12.5)
Aber Awram ging auch gemaess der Weisung von G-tt. Bei dem Befehl "Lech Lecha" ist Canaan nicht erwaehnt. Zu welchem Zweck also wurde Awram geschickt? Diese Frage wird sich erst in den naechsten Kapiteln klaeren. 
Lasst uns einen Moment Awram vorstellen, auf seiner Wanderung. Unterwegs trifft er auf verschiedene Mensschen. Einer davon ist ein entfernter Verwandter. Im Gespraech geht es um Srug und um Nachor, (der alte und der junge) danach stellt er sich vor als "Haendler" und es geht um seine erfolgreichen Geschaefte, sowie um die, die nicht erfolgreich waren. Der etwas merkwuerdige Mensch beginnt Fragen zu stellen, ueber Moral und Religion und Awram versinkt in einem Gespraech mit ihm ueber hoehere Welten und ueber den Weg G-ttes Gerechtigkeit zu ueben und Recht zu sprechen.
Lot geht mit Awram - aber ist Lot wirklich gleichwertiger Partner? Ging Lot nur als Familienangehoeriger mit Awram? Oder auch gemaess G-ttes Weisung? 
"..Awram geht, wie G-tt ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot." (Gen. 12.4)
Alle diese Fragen werden erst im naechsten Kapitel aufgeklaert.

Zum Text: 

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Gen 12,1 Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.
Gen 12,2 Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.
Gen 12,3 Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
Gen 12,4 Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog.
Gen 12,5 Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an.
Gen 12,6 Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land.
Gen 12,7 Der Herr erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Gen 12,8 Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein Zelt so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.
Gen 12,9 Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.

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Gen 12,10 Als über das Land eine Hungersnot kam, zog Abram nach Ägypten hinab, um dort zu bleiben; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land.
Gen 12,11 Als er sich Ägypten näherte, sagte er zu seiner Frau Sarai: Ich weiß, du bist eine schöne Frau.
Gen 12,12 Wenn dich die Ägypter sehen, werden sie sagen: Das ist seine Frau!, und sie werden mich erschlagen, dich aber am Leben lassen.
Gen 12,13 Sag doch, du seiest meine Schwester, damit es mir deinetwegen gut geht und ich um deinetwillen am Leben bleibe.
Gen 12,14 Als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, dass die Frau sehr schön war.
Gen 12,15 Die Beamten des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao. Da holte man die Frau in den Palast des Pharao.
Gen 12,16 Er behandelte Abram ihretwegen gut: Abram bekam Schafe und Ziegen, Rinder und Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.
Gen 12,17 Als aber der Herr wegen Sarai, der Frau Abrams, den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen schlug,
Gen 12,18 ließ der Pharao Abram rufen und sagte: Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir nicht gesagt, dass sie deine Frau ist?
Gen 12,19 Warum hast du behauptet, sie sei deine Schwester, sodass ich sie mir zur Frau nahm? Nun, da hast du deine Frau wieder, nimm sie und geh!
Gen 12,20 Dann ordnete der Pharao seinetwegen Leute ab, die ihn, seine Frau und alles, was ihm gehörte, fortgeleiten sollten.





















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