Donnerstag, 8. Januar 2015

929 פרק טו Gen. Kapitel 15

Eine eindrucksvolle Szene. G-tt verspricht Awra(ha)m, dass sein Lohn gross sein wird, und Awra(ha)m fragt was werden wird in punkto Nachkommen. Hat er doch keine. 
G-tt verspricht ihm eigene Nachkommen, obwohl er schon sehr alt ist, und das eigentlich nicht moeglich ist, nach menschlichem Ermessen. 
G-tt zeigt ihm die Sterne und sagt, so zahlreich wie die Sterne werden deine Nachkommen sein. 
Danach steht: "Awram glaubte dem Herrn und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an." Der Glaube von Awram scheint fest. Er zweifelt nicht. 
Dann aber - G-tt verspricht Awram das Land und betont vorher "ICH bin der Herr der dich aus Ur Chaldaea herausgefuehrt hat, um dir dieses Land zu eigen zu geben.(15.7)
Und ploetzlich fordert Awram einen "Beweis". Es ist fuer ihn nicht genug, dass G-tt zu ihm spricht.
Er fragt nach: "Woran soll ich erkennen, dass ich es zueigen bekomme?" 

Kein blindes Vertrauen mehr, und etwa auch kein fester Glaube?
Rav Benni im Gespraech mit Liat Regev: Gleichzeitig mit dieser wunderbaren Verheissung, Nachkommen, Land... verheisst G-tt auch eine Versklavung der Nachkommen fuer 400 Jahre.
Eine Strafe? Strafe fuer sein fehlendes Vertrauen? 
Liat Regev zieht die Parallele zu Moshe, der mit dem Felsen sprechen sollte, damit er Wasser gibt. G-tt wies in an, mit dem Fels zu sprechen, und Moshe tut etwas anderes, er schlaegt mit dem Stab auf den Felsen. 
Fuer dieses fehlende Vertrauen, die Anweisung von G-tt nicht genau zu befolgen wird Moshe ebenfalls bestraft. Er darf das Land Israel nicht betreten. 

Rav Benni zu Awrams fehlendem Vertrauen: G-tt sagt Awram zu dass die vierte Generation, seine Enkel und Urenkel hierher zurueck kommen werden. "Sie werden das Vertrauen haben. Aber du, Awram wirst hier mit deinen Zweifeln bleiben...."

Seien wir ehrlich, es geschieht uns doch auch sehr oft, dass uns - manchmal wie durch ein Wunder - geholfen wird und doch - sobald eine neue Situation entsteht, in der wir uns fuerchten, verlaesst uns manchmal sehr leicht der Glaube daran, dass "alles gut wird", dass jemand mit uns geht, der uns in ganz persoenlichem Schutz begleitet. Wo wir auch hinkommen, ist ER schon da. Und noch bevor ER uns eine Herausforderung schickt, eine scheinbar unloesbare Situation, hat ER schon sichergestellt, dass wir auch diese Lage meistern koennen. 
Aber fuer festen Glauben muss man oft einiges tun, er ist nicht immer naiv wie ein Kinderglaube... im Erwachsenenalter wird unser Glaube haeufig auf eine harte Probe gestellt. Vor allem, - das gilt vor allem fuer mich - wenn wir uns umschauen und das Boese sehen, was um uns herum geschieht. Wie koennen wir sicher sein, dass ER mit uns ist, ausgerechnet mit uns? Wie koennen wir vertrauen, wenn doch wahrscheinlich auch die Menschen vertraut haben, die soeben umgebracht wurden, denen Furchtbares angetan wurde? (Das habe ich mich insbesondere gefragt, als das Massaker in Har Nof an betenden Juden geschah. Sie, die sicher viel viel fester in ihrem Glauben waren als ich, die in diesem Moment vor G-tt standen, jeder ganz persoenlich und alle zusammen, bei der Amida, in der ein ganz intimes Zwiegespraech mit G-tt stattfindet? Wie kann es sein, dass sie dennoch grausam ermordet wurden, im Augenblick der groessten Naehe zu G-tt? Diese Fragen kann ich mir nicht beantworten. 

Der Text:

 
1. Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram geschah das Wort des HERRN im Gesicht und sprach: Fürchte dich nicht Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.
2. Abram sprach aber: HERR HERR, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder; und dieser Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen.
3. Und Abram sprach weiter: Mir hast du keinen Samen gegeben; und siehe, einer von meinem Gesinde soll mein Erbe sein.
4. Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leib kommen wird, der soll dein Erbe sein.
5. Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? und sprach zu ihm: Also soll dein Same werden.
6. Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.
7. Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich von Ur in Chaldäa ausgeführt hat, daß ich dir dies Land zu besitzen gebe.
8. Abram aber sprach: HERR HERR, woran soll ich merken, daß ich's besitzen werde?
9. Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube.
10. Und er brachte ihm solches alles und zerteilte es mitten voneinander und legte einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte er nicht.
11. Und die Raubvögel fielen auf die Aase; aber Abram scheuchte sie davon.
12. Da nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn.
13. Da sprach er zu Abram: Das sollst du wissen, daß dein Same wird fremd sein in einem Lande, das nicht sein ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.
14. Aber ich will richten das Volk, dem sie dienen müssen. Darnach sollen sie ausziehen mit großem Gut.
15. Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden.
16. Sie aber sollen nach vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.
17. Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da rauchte ein Ofen, und ein Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin.
18. An dem Tage machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben, von dem Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat:
19. die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter,
20. die Hethiter, die Pheresiter, die Riesen,
21. die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter.
(Genesis 15:1-21)

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