Donnerstag, 1. Januar 2015

929 פרק י Genesis Kap. 10

 Eine Betrachtung des Kapitels von Dr. Gili Zivun, Kibbutz Saad, Dozentin im Mercaz Herzog

Das Kapitel berichtet uns von der Geschlechterfolge der Soehne Noachs, Shem Cham und Jafets. Viele Namen, die vielen wohl eher nicht so bekannt sind. Bis wir dann zu "Nimrod" kommen. Wir erfahren, dass Kush Nimrod zeugt. Und dass er der erste Held auf der Erde wurde. Ein tuechtiger Jaeger vor dem Herrn, soll er gewesen sein, laut Kap. 10. (meiner Meinung nach waere ein Wort wie "Jagender Held" besser oder wie auch immer es in euren Uebersetzungen steht..)
Nun, was macht Nimrod so besonders und erwaehnenswert? 
(Man pflegt zu sagen: ein tuechtiger Jaeger vor dem Herrn wie Nimrod, so erfahren wir im Kapitel)
Wer war Nimrod? Warum wird die Geschlechterfolge seinetwegen unterbrochen? Was war an seiner Art zu jagen so besonders, dass die Tora ihn dreimal als Held bezeichnet?
Und warum war er ein "Held vor dem Herrn?" . Hat er sich vielleicht in besonderer Weise der schwachen Tiere erbarmt? Oder war er vielleicht ein Jaeger, der nur zum Zwecke des Essens jagte, nicht aber aus "sportlichen" Gruenden? Oder sagt diese Hervorherbung etwas darueber aus, dass Menschen von seiner ausserordentlichen Kraft beeindruckt waren? Einer Kraft, die er evtl. als Geschenk von G-tt erhalten hat?
Ich habe auf all diese Fragen keine Antwort..
Unsere Weisen mochten Nimrod nicht, der doch in seinem Namen schon die Grundlage aller Rebellionen innehat. (Nimrod, die Wurzel des Wortes ist M-r-d, Mered, Rebellion) Und ganz im Gegensatz zu seiner Hervorhebung in der Schrift als "Jaeger vor dem Herrn" beschuldigen sie ihn als einer, der "gegen G-tt rebelliert", der versucht hat, Awraham in den Feuerofen zu werfen und damit nicht genug - man schreibt  ihm auch die Initiative des Turmbaus zu Babel zu. Wir sehen vor uns ein wunderbares Beispiel der Schrift, in der jemand im Laufe der Generationen zum absoluten Gegenteil dessen wird, wie er beschrieben ist, und zwar so extrem, dass g-ttesfuerchtige Juden vermeiden ihren Kindern den Namen "Nimrod" zu geben.
Es stellt sich die Frage, ob mit der Rueckkehr des Namens Nimrod auf die Namenslisten - vor allem zu Zeiten der Pioniere, waehrend das Land Israel aufgebaut wurde - man dem mysterioesen Helden Nimrod gerecht wurde?

Noch ein paar Gedanken zum Text von Drehbuchautor Gil Koptash

Es gibt eine gewisse Naehe der Geschichte von der Sintflut und dem Hintergrund des Chanukkafestes. Und im Grunde ist das Thema der zwei Geschichten nur eines. "Banu Choshech legaresh) (באנו חושך לגרש)
zu deutsch: wir kamen, um die Finsternis zu vertreiben.. 
Zur Erinnerung: In der Geschichte der Sintflut kommt die Taube mit einem Oelzweig zurueck, der das Ende der Flut symbolisiert, das Ende der Finsternis. Das gleiche Oel benutzen die Chashmonaim um den Leuchter, die Menorah im Beit haMikdash zu entzuenden. Die Menorah, die durch die Kraefte der Finsternis entweiht wurden - die Griechen. 
Der Oelzweig bringt Licht in die Welt in den Tagen Noachs. (Midrash Vajikra Raba lamed alef, jud)
Nachdem sie aus der Arche hinausgehen, segnet Noach Shem und Jafet. (Baruch Ad-naj, Elokej Shem," ברוך יהוה אלוקי שם..." )ט כו) ויפת אלוקים ליפת" ט כז) 
Jafet ist der Stammvater des griechischen Volkes, er beschaeftigt sich mit auesserer Schoenheit , mit Kunst, Aesthetik und Mathematik. 
Shem beschaeftigt sich mit G-tt. Oder - wenn man so will - mit innerer Weisheit und innerer Schoenheit, die in allem verborgen ist.  Und hier beginnt der Krieg der Kulturen zwischen dem Himmel (שמים) und dem Anti-Himmel (אנטי שמים) = Antishemim (Antisemitismus) 
Du bist jemand mit einer griechischen Weltanschauung, wenn du von der Weisheit und der Schoenheit in der Welt beeindruckt bist, und die Realitaet fuer vollkommen haeltst. 
Du bist Jude, wenn du verstehst, dass die Seelen der Menschen Lichter sind, die dunkle Ecken erleuchten und die Realitaet verbessern und reparieren koennen.


Der Text

Gen 10,1 Das ist die Geschlechterfolge nach den Söhnen Noachs, Sem, Ham und Jafet. Ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren.
Gen 10,2 Die Söhne Jafets sind Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras.
Gen 10,3 Die Söhne Gomers sind Aschkenas, Rifat und Togarma.
Gen 10,4 Die Söhne Jawans sind Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die Rodaniter.
Gen 10,5 Von ihnen zweigten sich die Inselvölker in ihren verschiedenen Ländern ab, jedes nach seiner Sprache und seinen Sippenverbänden in ihren Völkerschaften.
Gen 10,6 Die Söhne Hams sind Kusch, Ägypten, Put und Kanaan.
Gen 10,7 Die Söhne von Kusch sind Seba, Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha, und die Söhne Ragmas sind Saba und Dedan.
Gen 10,8 Kusch zeugte Nimrod; dieser wurde der erste Held auf der Erde.
Gen 10,9 Er war ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn. Deshalb pflegt man zu sagen: Ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod.
Gen 10,10 Kerngebiet seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Land Schinar.
Gen 10,11 Von diesem Land zog er nach Assur aus und erbaute Ninive, Rehobot-Ir, Kelach
Gen 10,12 sowie Resen, zwischen Ninive und Kelach, das ist die große Stadt.
Gen 10,13 Ägypten zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naftuhiter,
Gen 10,14 die Patrositer und die Kasluhiter, von denen die Philister abstammen, ferner die Kaftoriter.
Gen 10,15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het,
Gen 10,16 ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter,
Gen 10,17 die Hiwiter, die Arkiter, die Siniter,
Gen 10,18 die Arwaditer, die Zemariter und die Hamatiter. Später spalteten sich die Sippenverbände der Kanaaniter.
Gen 10,19 Das Gebiet der Kanaaniter reichte von Sidon, wenn man über Gerar kommt, bis Gaza, wenn man über Sodom, Gomorra, Adma und Zebojim kommt, bis Lescha.
Gen 10,20 Das waren die Söhne Hams nach ihren Sippenverbänden, nach ihren Sprachen in ihren Ländern und Völkerschaften.
Gen 10,21 Auch Sem wurden Kinder geboren. Er ist der Stammvater aller Söhne Ebers, der ältere Bruder Jafets.
Gen 10,22 Die Söhne Sems sind Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram.
Gen 10,23 Die Söhne Arams sind Uz, Hul, Geter und Masch.
Gen 10,24 Arpachschad zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber.
Gen 10,25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg (Teilung), denn zu seiner Zeit wurde das Land geteilt, und sein Bruder hieß Joktan.
Gen 10,26 Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach,
Gen 10,27 Hadoram, Usal, Dikla,
Gen 10,28 Obal, Abimaël, Scheba,
Gen 10,29 Ofir, Hawila und Jobab. Das alles sind Söhne Joktans.
Gen 10,30 Ihr Siedlungsgebiet reichte von Mescha, wenn man über Sefar kommt, bis ans Ostgebirge.
Gen 10,31 Das waren die Söhne Sems nach ihren Sippenverbänden, nach ihren Sprachen in ihren Ländern, nach ihren Völkern.
Gen 10,32 Das waren die Sippenverbände der Söhne Noachs nach ihrer Geschlechterfolge in ihren Völkern. Von ihnen zweigten sich nach der Flut die Völker der Erde ab.

Keine Kommentare: