Montag, 12. Januar 2015

929 פרק יז Genesis Kapitel 17

 Blut Schweiss und Traenen
(Ein Beitrag von Rav Melamed, Rav des Jeshuws und Leiter der Jeshiwat Hesder Har Bracha)
 
Es ist kein Zufall, dass die erste Mizwa (das erste Gebot) die dem ersten Juden auf der Welt angewiesen wurde, die Brit Mila ist, die Beschneidung. 
Diese Tatsache soll uns den hohen Stellenwert lehren, den diese Mizwa innehat. Zwar wird  "Pru urvu.." (Seid fruchtbar und mehret euch) noch vor dieser Mizwa in der Tora erwaehnt, aber diese Mizwa ist nicht ausdruecklich dem Volk Israel gegeben worden, sondern sie ist allen Lebewesen, einschliesslich dem Menschen gegeben.. Brit Mila hingegen ist dem Volk Israel als erste Mizwa gegeben worden. Und da die erste Mizwa, die Awraham Awinu gegeben wurde, die Brit Mila ist, ist sie auch die erste Mizwa eines jeden Juden, wenn er 8 Tage alt geworden ist. Tatsaechlich symbolisiert diese Mizwa mehr als jede andere Mizwa die ewige Verbindung zwischen dem Volk Israel und seinem G-tt, eine Verbindung, die uns wirklich "ins Fleisch geschrieben" wurde. 
Mit der Brit Mila druecken wir im Grunde genommen aus, dass es nicht leicht ist, Jude zu sein, der "Preis" Jude zu sein wird gewissermassen mit Blut bezahlt. Wie der Abschnitt schon sagt, den wir bei der Brit Mila rezitieren: 

("וָאֹמַר לָךְ בְּדָמַיִךְ חֲיִי וָאֹמַר לָךְ בְּדָמַיִךְ חֲיִי" (יחזקאל טז, ו
  ... ich sage dir, in deinem Blut wirst du leben, 

Die ehrenvolle Bestimmung, die das Volk Israel auf sich nimmt, ist in einer Welt der Finsternis und Unglauben zu offenbaren, dass es einen Schoepfer und Herrscher der Welt gibt, den Voelkern der Welt, die von Mord und Zerstoerung durchdrungen ist, dass das Lebensziel, die Bestimmung ausgerechnet die Suche nach Gerechtigkeit und Guete ist. Und in einer Welt voller Luege und Heuchelei - ein Leben der Reinheit und Moral zu fuehren. All das ist nicht etwa leicht und die Aufgabe endet erst mit der Vollendung der "Tikkun Olam" (der Verbesserung der Welt) 
Dieser Weg ist gepflastert mit Schwierigkeiten und Opfern!

Das Entfernen der Vorhaut, das die moralischen Verfehlungen ausdruecken soll, die an der Welt haften, ist
 verbunden mit Schmerzen und Blut. 
Aber ein anderer Weg existiert nicht. Denn die zweite Moeglichkeit ist, Kompromisse einzugehen und in Unreinheit der anderen Voelker zu schwelgen, versunken in Mord und Zerstoerung, was den Verlust unserer Werte und unserer nationalen Identitaet bedeuten wuerde. 
Von jedem Blatt der juedischen Historie, von der Zerstoerung des Tempels bis zur Shoa koennen wir lernen, dass unsere Aufgabe schwer ist, und verbunden mit wahrhaftiger Hingabe unserer Seele, dies ist unser Schicksal und unsere Bestimmung. 
Mit der Brit Mila (Beschneidung) erklaeren wir, die ganze Welt auf uns zu nehmen und dass wir damit fortfahren werden an unserem Glauben zu haften, durch die Bereitschaft unsere Seele hinzugeben bis zur vollstaendigen Verwirklichung unseres Strebens nach einem guten und gerechten Volk Israel 

Eigene Anmerkung
Uebrigens beinhaltet ein Giur bei Maennern auch die Beschneidung, die die Aufnahme in den Bund zwischen G-tt und dem Volk Israel symbolisiert. 
Was in unserem Kapitel ebenfalls zur Sprache kommt, ist die Aenderung des Namens, bei Sara und Awraham. Auch jeder Ger aendert seinen Namen, da er nach dem Untertauchen in der Mikwe wie ein neugeborenes juedisches Kind gilt. Mit neuer Identitaet und neuen Eltern, Sara als Mutter und Awraham als Vater.
Der Giur ist wahrhaftig eine neue Identitaet, beinhaltet ein komplett anderes Leben zu fuehren, als man es bisher fuehrte und fuehrt zu einer Verbundenheit mit einem anderen Volk, dem Volk Israel. Giur heisst nicht nur einer anderen Religion anzugehoeren, sondern einem anderen Volk ebenfalls. 
Wie wir in der juengsten Zeit mehr und mehr wahrnehmen, ist es nicht nur nicht leicht, ein Jude zu sein und zum juedischen Volk zu gehoeren sondern kann auch "gefaehrlich" sein. Das Volk Israel ist nach wie vor, durch die ganze Geschichte ein ungeliebtes, gehasstes und verfolgtes Volk. 
Ein Ger sollte sich dies sehr genau vor Augen fuehren. Auch dafuer ist ein laengerer Giur-Prozess da, damit man nicht leichtfertig eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Dr. Gili Zivun, Kibbutz Saad, Dozentin Mercaz Herzog
Der Name drueckt das Wesen aus. Daher - wenn die Persoenlichkeit des Menschen eine bedeutende Veraenderung durchlaeuft,  aendert sich auch der Name.

Der Text

1 Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm. (1. Mose 35.11) (1. Mose 48.15) (2. Mose 6.3) 2 Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir machen und ich will dich gar sehr mehren.
   3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: 4 Siehe, ich bin's und habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden. 5 Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker (Römer 4.11) (Römer 4.17) 6 und will dich gar sehr fruchtbar machen und will von dir Völker machen, und sollen auch Könige von dir kommen. 7 Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir, bei ihren Nachkommen, daß es ein ewiger Bund sei, also daß ich dein Gott sei und deines Samens nach dir, 8 und ich will dir und deinem Samen nach dir geben das Land, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewiger Besitzung, und will ihr Gott sein. (1. Mose 23.4) (1. Mose 35.27) (Hebräer 11.9-16)
   9 Und Gott sprach zu Abraham: So halte nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, bei ihren Nachkommen. 10 Das ist aber mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. (3. Mose 12.3) (Apostelgeschichte 7.8) 11 Ihr sollt aber die Vorhaut an eurem Fleisch beschneiden. Das soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch. 12 Ein jegliches Knäblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen. 13 Beschnitten werden soll alles Gesinde, das dir daheim geboren oder erkauft ist. Und also soll mein Bund an eurem Fleisch sein zum ewigen Bund. 14 Und wo ein Mannsbild nicht wird beschnitten an der Vorhaut seines Fleisches, des Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, darum daß es meinen Bund unterlassen hat.
   15 Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst dein Weib Sarai nicht mehr Sarai heißen, sondern Sara soll ihr Name sein. 16 Denn ich will sie segnen, und auch von ihr will ich dir einen Sohn geben; denn ich will sie segnen, und Völker sollen aus ihr werden und Könige über viele Völker.
   17 Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte, und sprach in seinem Herzen: Soll mir, hundert Jahre alt, ein Kind geboren werden, und Sara, neunzig Jahre alt, gebären? (1. Mose 18.12) (1. Mose 21.6) (Lukas 1.18) 18 Und Abraham sprach zu Gott: Ach, daß Ismael leben sollte vor dir!
   19 Da sprach Gott: Ja, Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak heißen; denn mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Samen nach ihm. (1. Mose 26.3) 20 Dazu um Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und mehren gar sehr. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen. (1. Mose 16.10) (1. Mose 21.13) (1. Mose 21.18) (1. Mose 25.16) 21 Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären soll um diese Zeit im andern Jahr. 22 Und er hörte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham. (1. Mose 35.13)

Die Beschneidung

23 Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle Knechte, die daheim geboren, und alle, die erkauft, und alles, was männlich war in seinem Hause, und beschnitt die Vorhaut an ihrem Fleisch ebendesselben Tages, wie ihm Gott gesagt hatte. 24 Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, da er die Vorhaut an seinem Fleisch beschnitt. 25 Ismael aber, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, da seines Fleisches Vorhaut beschnitten ward. 26 Eben auf einen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham, sein Sohn Ismael, 27 und was männlich in seinem Hause war, daheim geboren und erkauft von Fremden; es ward alles mit ihm beschnitten.

ZUM INTERNETAUFTRITT VON 929

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