Mittwoch, 28. Januar 2015

929 פרק כט Genesis Kapitel 29

Aus den "2 Minuten ueber das Kapitel" (mit Rav Benni und Liat Regev)
Die wunderbare Liebesgeschichte. Jakob liebt Rachel so sehr, dass er bereit ist, 7 Jahre zu arbeiten, um sie zur Frau zu bekommen und spaeter noch weitere 7 Jahre. Doch hinter dieser romantischen Geschichte verbirgt sich ein grosses Problem. Die Symbolik. Ein Mann kann 2 Frauen haben, eine davon ist Lea, die Kinder bekommt, ein Familie aufbaut, die andere ist Rachel, die keine Kinder gebaeren kann, und sie ist die Angebetete von Jakob. Geniesst Jakob - wie viele Maenner - diese Phantasie zwei Frauen zu haben? 
Lea und Rachel jedenfalls leiden sehr darunter. 
Rav Benni: "Aber eines der wunderbarsten Dinge in der Tora ist, dass obwohl Jakob Lea nicht liebt, nur Rachel, wird sie doch Mutter sein. Mutter von allen, und vor allem Mutter eines Koenigreiches Es gibt kein Israel ohne Lea. Rachel bleibt "auf dem Weg" (wo sie dann auch stirbt und begraben wird) aber das Haus, die Familie gebaut, hat Lea. "
Liat Regev: "Ich denke, von dieser Idee waere Lea sicher fasziniert gewesen, und doch haette sie sich wie jede Frau wohl gewuenscht, geliebt zu werden, wenigstens so wie Rachel geliebt wurde. Ich habe ein paar interessante und spannende psychologische Erklaerungen fuer das Kapitel gelesen.
Ein Kind macht irgendwann einen Prozess der Abloesung von den Eltern durch. Und dies ist in der Hauptsache die Trennung von der Mutter, denn die Verbindung sowohl zur Tochter als auch zum Sohn, die in ihrem Bauch gewachsen sind, ist sehr viel tiefer und staerker als zum Vater. Nun kommt es zu einer Art emotionaler Trennung. Eine Tochter muss dabei, um sich von der Mutter zu loesen, eine absolute Trennung vollziehen, um eine eigenstaendige Frau zu werden. Sie kann nicht weiter ein Teil ihrer Mutter sein.
Der Sohn loest sich nicht. Das ist ein bekanntes Phaenomen. Der Mann bleibt in irgendeiner Weise immer an Mutter Schuerzenzipfel haengen. Also hat er zwei Frauen. 
Er hat seine Mutter - und er hat eine Rachel. "
Rav Benni: "Und wer hat den Ausdruck "das schwache Geschlecht" erfunden? (Eine Art Witz soll das sein)
Liat Regev: " Aber das ist gar nicht mal so witzig. Es ist eine Art Situation "Mutter gegenueber Frau" entstanden. 
Es gibt Kulturen, in denen es dem Mann erlaubt ist, zwei oder mehr Frauen zu haben. Wie sehr leiden diese Frauen? Wie sehr leidet eine Frau, die ihren Mann mit weiteren Frauen teilen muss? 
HaRav Benni: "In unserem Kapitel hoert man das heraus. Als Lea Kinder bekommt, nennt sie den ersten Sohn Reuven "nun wird mich mein Mann liebhaben". Shimon "der Herr hat gehoert, dass ich unwert bin..(vielleicht liebt er mich jetzt) Levi "nun wird mein Mann mir doch zugetan sein" .
Die ganze Zeit ueber denkt sie nur an ihn. Bis das 4. Kind geboren wird. Yehuda. Und sie sagt: Nun will ich dem Herrn danken. Und sie hoert auf zu gebaeren. 
Sie zaehlt nicht mehr auf Jakob sondern ist sich selbst sicher geworden. Sie hat eine Familie, ein Haus gebaut.


In einer weiteren Beschreibung werden wir auf die Parallelen des "Betruges" aufmerksam gemacht und es ist wirklich nicht zu uebersehen, dass "Bruder gegen Bruder" ausgetauscht wurde (Jakob sich fuer Esau ausgegeben hat) und hier im Kapitel "die eine Schwester mit der anderen vertauscht wird". Beides passiert im Schutz der "Dunkelheit" (bei Jakob und Esau durch den blinden Vater, bei Lavan in der Nacht)
Jakob zahlt hier den Preis fuer seinen Betrug.
"Mida keneged Mida" - Mass fuer Mass, mit gleicher Muenze wird sein Betrug heimgezahlt..... Wie tragisch.



Der Text

Da hob Jakob seine Füße auf und ging in das Land, das gegen Morgen liegt, 2 und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde, und siehe, drei Herden Schafe lagen dabei; denn von dem Brunnen pflegten sie die Herden zu tränken, und ein großer Stein lag vor dem Loch des Brunnens. 3 Und sie pflegten die Herden alle daselbst zu versammeln und den Stein von dem Brunnenloch zu wälzen und die Schafe zu tränken und taten alsdann den Stein wieder vor das Loch an seine Stätte.
   4 Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr her? Sie antworteten: Wir sind von Haran. 5 Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie antworteten: Wir kennen ihn wohl. 6 Er sprach: Geht es ihm auch wohl? Sie antworteten: Es geht ihm wohl; und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen. 7 Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit das Vieh einzutreiben; tränkt doch die Schafe und geht hin und weidet sie. 8 Sie antworteten: Wir können nicht, bis daß alle Herden zusammengebracht werden und wir den Stein von des Brunnens Loch wälzen und also die Schafe tränken.
   9 Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie hütete die Schafe. 10 Da aber Jakob sah Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. 11 Und er küßte Rahel und weinte laut 12 und sagte ihr an, daß er ihres Vaters Bruder wäre und Rebekkas Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater an.
   13 Da aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er dem Laban alle diese Sachen. 14 Da sprach Laban zu ihm: Wohlan, du bist mein Bein und mein Fleisch. Und da er einen Monat lang bei ihm gewesen war, 15 sprach Laban zu Jakob: Wiewohl du mein Bruder bist, solltest du mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein? 16 Laban aber hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea und die jüngere Rahel. 17 Aber Lea hatte ein blödes Gesicht, Rahel war hübsch und schön. 18 Und Jakob gewann die Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre um Rahel, deine jüngere Tochter, dienen. 19 Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern; bleibe bei mir.
   20 Also diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und sie deuchten ihn, als wären's einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
   21 Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun mein Weib, denn die Zeit ist hier, daß ich zu ihr gehe. 22 Da lud Laban alle Leute des Orts und machte ein Hochzeitsmahl. 23 Des Abends aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr. 24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd. 25 Des Morgens aber, siehe, da war es Lea. Und er sprach zu Laban: Warum hast du mir das getan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast du mich denn betrogen? 26 Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm lande, daß man die jüngere ausgebe vor der älteren. 27 Halte mit dieser die Woche aus, so will ich dir diese auch geben um den Dienst, den du bei mir noch andere sieben Jahre dienen sollst. 28 Jakob tat also und hielt die Woche aus. Da gab ihm Laban Rahel, seine Tochter, zum Weibe 29 und gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Magd. 30 Also ging er auch zu Rahel ein, und hatte Rahel lieber als Lea; und diente bei ihm fürder die andern sieben Jahre. (3. Mose 18.18)

31 Da aber der HERR sah, daß Lea unwert war, machte er sie fruchtbar; Rahel aber war unfruchtbar. 32 Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den hieß sie Ruben, und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann liebhaben. 33 Und ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der HERR hat gehört, daß ich unwert bin, und hat mir diesen auch gegeben. Und sie hieß ihn Simeon. 34 Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe ihm drei Söhne geboren. Darum hieß sie ihn Levi. 35 Zum vierten ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun will ich dem HERRN danken. Darum hieß sie ihn Juda. Und hörte auf, Kinder zu gebären.

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