Dienstag, 6. Januar 2015

929 פרק יג Gen.Kapitel 13

 Awram und Lot ziehen von Aegypten fort, beide mit viel Besitz. Und ploetzlich "ist das Land zu klein, beide tragen zu koennen", die Hirten von Awram streiten mit den Hirten von Lot.
Da macht Awram einen revolutionaeren Vorschlag. Er gibt zu bedenken: Wir sind doch Brueder! Also lass uns trennen. Schau dich um, in diesem schoenen Land, und waehle, wo du dich ansiedeln willst. Wenn du rechts waehlt, gehe ich nach links, und wenn du links waehlst, gehe ich nach rechts. 
Ist das die Loesung?
Rav Benni meint in seinem Gespraech mit Liat Regev, dass dies zwar eine einfache Loesung ist, aber im Grunde traurig. Bau eine Trennlinie, so dass wir uns nicht streiten. Aber ich habe auch nichts mit dir zu tun. Ich sehe dich nicht, weiss nichts von deinem Leben. 
Unter Nachbarn, die nicht miteinander auskommen ist das noch irgendwie o.k., aber innerhalb der Familie? Was ist mit den kommenden Generationen? Auch sie werden evtl. nichts miteinander zu tun haben, nichts voneinander wissen. Die Familie im Grossen ist getrennt. 

Kommentar von Rav Joel Ben Nun
Das letzte Kapitel endet, ein neues beginnt, und Awram zieht von Aegypten fort, noch ist Lot "mit ihm" (עמו) 
In Kapitel 12 verspricht G-tt, den "Nachkommen Awrams dieses Land zu geben" (לְזַרְעֲךָ אֶתֵּן אֶת-הָאָרֶץ הַזֹּאת" (בראשית יב, ז) 
Er sagt nicht לך, dir, sondern nur deinen Nachkommen. 
Der Streit zwischen den Hirten, als Lot selbst reich wird, fuehrt zur Trennung. Dies ist auch ein ethischer Streit. Wer denkt, dass alles "sein" ist (wie die Hirten von Lot) ist auch faehig, auf den Feldern von anderen seine Schafe hueten zu lassen, in dem Fall auf den Feldern von Awram. (dies sind die Auslegungen von Rashi zum Passuk 13.7). 
Zwar uebernimmt Lot von Awram die Eigenschaft der Gastfreundschaft, aber sie trennen sich voneinander. 
Fuer Awram ist diese Trennung schwer, er schlaegt einen Kompromiss vor, den Berg zwischen links (Nord)  und rechts (Sueden) aufzuteilen.
Doch was macht Lot? Er waehlt, sich komplett in jeder Hinsicht von Awram zu trennen. er wendet sich Richtung  Kikar haJarden, der Jordangegend, bis nach Sodom. 

וַה' אָמַר אֶל-אַבְרָם אַחֲרֵי הִפָּרֶד-לוֹט מֵעִמּוֹ – שָׂא נָא עֵינֶיךָ וּרְאֵה מִן-הַמָּקוֹם אֲשֶׁר-אַתָּה שָׁם צָפֹנָה וָנֶגְבָּה וָקֵדְמָה וָיָמָּה, כִּי אֶת-כָּל-הָאָרֶץ אֲשֶׁר-אַתָּה רֹאֶה לְךָ אֶתְּנֶנָּה וּלְזַרְעֲךָ עַד-עוֹלָם" (יג, יד-טו)
Nachdem sich Lot von Awram getrennt hatte, sprach der Herr : blick auf und schau von der Stelle an der du stehst nach Norden und Sueden, nach Osten und Westen. Das ganze Land naemlich, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen fuer immer geben. ((Gen. 13.14)

Erst jetzt "Dir und deinen Nachkommen" - aber ohne Lot. Werden werden aber seine Nachkommen sein, hat doch Awram keine Kinder? "Mach dich auf und durchziehe das Land in seiner Laenge und Breite ,denn dir werde ich es geben." (13.17). Das klingt sehr schoen, aber wo sind die Nachkommen? Diese Frage haengt in der Luft bis zu den naechsten Kapiteln.

Der Text:
1. Also zog Abram herauf aus Ägypten mit seinem Weibe und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm, ins Mittagsland.
2. Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.
3. Und er zog immer fort von Mittag bis gen Beth-El, an die Stätte, da am ersten seine Hütte war, zwischen Beth-El und Ai,
4. eben an den Ort, da er zuvor den Altar gemacht hatte. Und er predigte allda den Namen des HERRN.
5. Lot aber, der mit Abram zog, der hatte auch Schafe und Rinder und Hütten.
6. Und das Land konnte es nicht ertragen, daß sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß, und konnten nicht beieinander wohnen.
7. Und es war immer Zank zwischen den Hirten über Abrams Vieh und zwischen den Hirten über Lots Vieh. So wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Pheresiter im Lande.
8. Da sprach Abram zu Lot: Laß doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Gebrüder.
9. Steht dir nicht alles Land offen? Scheide dich doch von mir. Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.
10. Da hob Lot sein Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra verderbte, war sie wasserreich, bis man gen Zoar kommt, als ein Garten des HERRN, gleichwie Ägyptenland.
11. Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog gegen Morgen. Also schied sich ein Bruder von dem andern,
12. daß Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten der Jordangegend und setzte seine Hütte gen Sodom.
13. Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den HERRN.
14. Da nun Lot sich von Abram geschieden hatte, sprach der HERR zu Abram: Hebe dein Augen auf und siehe von der Stätte an, da du wohnst, gegen Mittag, gegen Morgen und gegen Abend.
15. Denn alles Land, das du siehst, will ich dir geben und deinem Samen ewiglich;
16. und ich will deinen Samen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deinen Samen zählen.
17. Darum so mache dich auf und ziehe durch das Land in die Länge und Breite; denn dir will ich's geben.
18. Also erhob Abram sein Hütte, kam und wohnte im Hain Mamre, der zu Hebron ist, und baute daselbst dem HERRN einen Altar.
(Genesis 13:1-18)

Keine Kommentare: