Dienstag, 6. Januar 2015

Du bist nicht einsam - Awraham war einsam!

Immer wenn ich an Awraham denke, faellt mir mein Giurprozess ein. Damals, in Dortmund, fuehlte ich mich oft allein, vor allem, wenn ich mal wieder aus Israel zurueck kam. In Israel schien alles leichter, ich war keine Ausnahme, sondern Eine unter Vielen. Kosher einkaufen, viele Synagogen an jeder Ecke eine, die meisten Menschen um mich herum hielten Shabbat, wie wohltuend und selbstverstaendlich war das. 
Dagegen in Dortmund zurueck - allein am Shabbat, zuhause am Tisch, Kiddush, Lieder, fast immer allein. Und doch wusste ich, ich bin nicht allein, ich habe ja den allerhoechsten Ehrengast, den man sich wuenschen kann. ER ist ja bei mir, mit mir. Ich singe mit IHM, ich singe vor IHM. Ich verbinde mich durch meine zusaetzliche Seele, die uns am Shabbat gegeben ist, mit IHM. 
Aber meine Umwelt verstand mich nicht, fand sicher merkwuerdig, was ich da ploetzlich tat. Erklaerungen stossen an ihre Grenzen fuer Menschen, die von diesem Leben nichts wissen. 
Manchmal klagte ich bei Rabbiner Avichai darueber, wie schwer es doch ist, sich in Dortmund so allein zu fuehlen mit seinem Glauben, mit dem neuen Weg. 
Da sagte er einmal zu mir: Du bist nicht allein. Schau mal - Awraham, der war wirklich mutterseelenallein. Er musste gegen ALLE Welt ankaempfen. Niemand glaubte an den EINEN und EINZIGEN G-tt. Um ihn herum nur Goetzenanbeter. Awraham, ja der war wahrhaft allein. 

Diese Worte waren immer Trost fuer mich. Und noch etwas weiss ich im Rueckblick. Dass diese Zeit sehr wichtig fuer mich war. Die Zeit, in der ich mich "allein gegen die Umwelt um ich herum" fuehlte, hatte mich unglaublich gestaerkt, mich sehr sicher gemacht in dem, was ich tat, und wo ich hin wollte. Sicher, dass dieser Weg mein Weg war. Egal was um mich herum passiert.

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