Mittwoch, 14. Januar 2015

929 Ein paar Anmerkungen zum Kapitel von Rav Benni und Rav Joel Ben Nun

Die Engel kommen auch zu Lot. Und da Lot im Haus von Awraham aufgewachsen ist, ist er "Hachnasat Orchim" (Gastfreundschaft) gewoehnt. 
Nur bei ihm schlaegt es in ein Extrem um und scheinbar ist er auch schon von den Menschen in Sdom, bei denen Vergewaltigung und unmoralische Taten an der Tagesordnung sind, beeinflusst, denn was tut er, als die Meute von Sdom ruft, er moege die Maenner, die bei ihm im Haus zu Gast sind herauslassen, damit sie wer weiss was mit ihnen machen koennen? 
Er schuetzt seine Gaeste und bietet dafuer - man kann es nicht fassen - seine jungfraeulichen Toechter der Meute an. "tut mit ihnen was ihr wollt, aber lasst die G-ttesmaenner in Ruhe..."
Die Moral von Lot scheint also ebenfalls erheblich gelitten zu haben.
Was spaeter aber passiert, so schlagen Rav Benni und Liat Regev die Bruecke - ist wohl ein kleiner "Tikkun", ein "Wieder zurecht ruecken". Die Toechter sehen sich nach der Vernichtung von Sodom und Amorrah mit ihrem Vater allein. Mutter ist zur Salzsaeule geworden, da sie nicht auf die Engel hoeren wollte, sie schaute zurueck. 
Da es nirgendwo Maenner gibt, mit denen Lots Toechter Kinder bekommen koennten, "benutzen" beide nun den Vater fuer ihre Plaene, machen ihn betrunken und schlafen mit ihm, ohne sein Wissen, vergewaltigen ihn gewissermassen.
So kommt die Bereitschaft Lots, die Toechter auszunutzen und vergewaltigen zu lassen, auf ihn zurueck, und nun wird Lot selbst, von den eigenen Toechtern vergewaltigt.  Beide werden schwanger vom Vater. 
Und als sei dies nicht genug - die Kinder von den Toechtern sind Moav und Ben Ami. 
Aus den Moabitern wird spaeter Ruth hervorgehen, und Oved, Ruths Sohn ist der Grossvater von Koenig David, aus dem spaeter der Mashiach hervorgehen wird.

Rav Joel Ben Nun (Tanach -dozent und -ausleger) zum Kapitel
Ich nenne das Kapitel "Lots Pessach". Lot bewirtet die Engel, macht ihnen ein Festmahl und backt Mazot. 
Der Rada"k sagt, Lot habe schnell etwas zubereiten muessen, und Mazot sind schnell fertig gebacken. 
Rashi hingegen sagt: "Es war Pessach"
In meiner Kindheit habe ich mich erstaunt gefragt: Wie kann es sein, dass Pessach war, bevor noch der Auszug aus Aegypten stattfand?
Erst Jahre spaeter las ich das Kapitel mit groesserer Aufmerksamkeit. 
Ein geschlossenes Haus. Engel am Tuereingang schuetzen die Bewohner und fuehren sie aus dem Haus heraus. Lot sagt zu seinen Schwiegersoehnen: "Steht auf, und verlasst diesen Ort, denn G-tt wird diese Stadt vernichten (Gen.19,14)
Diese Beschreibung ist absolut parallel zu dem was in Aegypten passiert. Es ist die Sprache des "Pessach" und Aegyptens. 
Verschlossene Haeuser, ein Engel, der die Menschen rettet (the Lord will pass over the door and will not allow the destroyer to enter your houses to strike you. Ex.12.23)
Das entscheidende seltene Schluesselwort heisst 

טז)וַיִּתְמַהְמָהּ וַיַּחֲזִיקוּ הָאֲנָשִׁים בְּיָדוֹ וּבְיַד-אִשְׁתּוֹ
 (Jitmahma, heisst soviel wie "sich verzoegern, zoegern"...) diese Stelle bei Lot. 

Parallele dazu bei den Kindern Israel beim Auszug aus Aegypten 


"ולא יכלו להִתמַהמֵהַּ" (שמות יב, לט
(auch hier: sie konnten nicht zoegern, .. Ex. 12.39)

Auch der Zeitplan ist derselbe Zeitplan wie beim Auszug aus Aegypten, vom Abend bis zum Morgen 
Der Auszug aus Sdom, die wundersame Rettung, die harten Schlaege gegen Sdom und die Rettung Lots und seiner Familie, dank der Gastfreundschaft Awrahams - und zwei Voelker, die dem Lot geboren werden aus dieser Rettung heraus. 
Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Geschichte Lots in der Tora als "Pessach" beschrieben wird. Ausser dem Lamm oder der Ziege, die es dort nicht gab, - stimmt alles andere ueberein. 
Das verschlossene Haus, die Matzot, die Engel, die wundersame Rettung. 
Der Midrash von Chazal und Rashi treffen es auf den Punkt. 
Weil die Voelker Amon und Moav, die Nachkommen von Lot, sich dem Volk Israel gegenueber, das aus Aegypten herauszog, nicht gemaess der Gastfreundschaft vom Hause Awrahams verhalten haben , faellt die Tora ihnen gegenueber das Urteil, sich niemals mit dem Volk Israel zu verheiraten.

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