Freitag, 2. Januar 2015

Shabbat Shalom

Ein paar Worte zur Parasha von Rav Benni Lau

Jakob verabschiedet sich von dieser Welt, hochbetagt. Alle seine Kinder stehen um sein Bett herum. Die Weisen beschreiben den Moment indem die Kinder gemeinsam sagen: "Hoere Israel (hoere Jakob!...) Der Herr ist unser G-tt, der Herr ist EINZIG. (EINS)." und seine zitternden Lippen, die antworten: Gesegnet sei der geheilige Name SEINER Herrschaft, fuer immer und ewig..."
Streit in der Familie ist keine seltene Sache. Das grosse Drama geschieht ausgerechnet bei der Versoehnung. Hierin liegt das Geheimnis. 
Die Versoehnung entsteht immer von einem Ort der Aufgabe (im Sinne von Verzicht) und Sich-Zurueckziehen des eigenen Egos. 
An einem Ort, wo es keinen Rueckzug des ICHs gibt, gibt es keinen Platz fuer das "DU", erst recht nicht fuer das "ER". 
Die Reise von 929 machte sich gerade erst "auf den Weg", und schon gibt es Streit. Von linker und rechter Seite (politisch) gibt es Aufregung. 
X sagt, ICH finde ...., und Y sagt "nur was ICH finde..Z sagt, "nur nach MEINER Meinung!"
Die Antwort ist: Dieser Pfad (929, gemeinsam Tanach lernen) ist nicht aus einer politischen Richtung geboren und auch aus keiner bestimmten Stroemung. Die Initiative war von Anfang an offen und bleibt offen, fuer alle die, die teilnehmen wollen. Ich habe Dutzende von Menschen eingeladen, an dieser Sache teilzunehmen und allen habe ich eines gesagt. 
Dieser Weg, dieser Pfad gehoert ALLEN. Ein Zeichen dafuer findet sich gleich am Anfang. 
"Hier beschreitest du den Weg von uns allen. Verhalte dich bitte passend und entsprechend!"
Dies verpflichtet einen jeden von uns, sich selbst ein klein wenig einzuschraenken, und zurueckzunehmen und sich dem Naechsten gegenueber mit Achtung zu naehern. 
Wenn jemand in "sauberer" Sprache Kritik an der Schrift und der Auslegung aeussert, dann beschreitet er diesen Pfad mit Ehre. (und Respekt) 
Wenn jemand diesen Pfad beschreitet mit aggressiven verletzenden, und verachtenden Worten, wird er gebeten, sich respektvoll an diesem Ort zu verhalten. 
Das Gesamtbild einer Familie, die sich um das Bett des alten Vaters versammeln, erfuellt mit grosser Hoffnung. Chazak chazak venitchazek. 

Und ich moechte hinzufuegen: וכל נתיבותיה שלום ( und alle ihre Wege (die Wege der Tora) sind Shalom, Frieden...)
Shabbat shalom. 

Keine Kommentare: