Donnerstag, 8. Januar 2015

Wie "spricht" G-tt mit uns?

In unserem Kapitel spricht G-tt mit Awram, direkt und persoenlich. Das fing mit "Lech Lecha.." an, einem Befehl, das Vaterland zu verlassen, die Ursprungsfamilie... und ins Ungewisse zu starten. 
Ich kann von mir nicht behaupten, dass G-tt mit mir gesprochen hat, aber vielleicht doch? 
Wie spricht G-tt eigentlich mit uns? 
In einer tiefen Grossvaterstimme, die fuer uns deutlich hoerbar ist?
Oder schickt er Zeichen?

Beim Zwiegespraech von Moshe mit G-tt (am Dornbusch) (Ex. 3.14) in der Parasha dieser Woche, sagt G-tt, dass er der "Ich-Bin-Da" ist. 
Bei Buber Rosenzweig las ich, dass dieses "Ich werde da sein, als der ich da sein werde" אהיה אשר אהיה" . 
Was bedeutet, dass ER, G-tt sich uns in vielen Arten offenbaren kann. 
Fuer jeden kann das eine andere Situation sein, ein anderes "Zeichen", das kein anderer versteht. 
Z.B. kann ER sich in anderen Menschen offenbaren und mit uns "sprechen", damit wir IHN verstehen. Oft werden uns Menschen auf den Weg geschickt, und wir reagieren manchmal auf einen Satz, ein Wort von ihnen das uns ploetzlich anspricht, zu uns spricht. 
Wie oft sind wir schon durch vermeintliche  "Zufaelle" unseren Weg weiter gegangen. 
Oder aber das Gegenteil. Manchmal sehen wir am Beispiel anderer, wie unser Weg NICHT sein kann, wie er fuer uns NICHT passt. Auch das ist ein Zeichen, kann ein Zeichen sein. 
Ich kann natuerlich nicht fuer G-tt sprechen, denn fuer mich ist er viel zu gross und unbeschreibbar, als dass ich wuesste, was er "bezweckt". Aber mit unserem kleinen Geist ist ein Zeichen durch unsere Umwelt, einen Satz, den wir im Vorbeigehen hoeren, einen Mitmenschen, ein Shiur, besser anzunehmen, als wenn sich der grosse G-tt uns direkt offenbaren koennte. Das koennten wir sicher nicht "unbeschadet" ueberstehen. 

Mich spricht dieses אהיה אשר אהיה sehr an, denn heisst es doch, dass ER schon weiss, in welcher Form er mir etwas uebermitteln will. 
Nur - das Einzige was wir tun muessen ist - hinhoeren! Und das ist gar nicht so einfach. Wie viele Eindruecke gibt es am Tag, wie viel Laerm ist um uns herum. Wie viel ueberhoeren wir, weil wir gar nicht alles aufnehmen koennen. 
Da ist es nicht leicht, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen, zu Selektieren, was uns wirklich betrifft. 
Aber nicht selten, werden wir auf dem Weg mehrfach auf etwas gestossen, so dass wir darueber nachdenken koennen, ob uns das vielleicht "etwas sagen soll", ob ER uns vielleicht etwas sagen will.

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