Freitag, 27. Februar 2015

Malkale - Shabbat shalom

Heute war ich am Vormittag bei meiner Malkale. Hier ein jiddisches Lied von Chava Alberstein fuer mein Malkale...
Shabbat shalom, Malkale, und an alle da draussen.

Mein Lied zum Shabbat - "Jachad" (zusammen!!!) - alle Staemme Israels zusammen

Einigkeit, zusammen stehen. Wir sind ALLE, und zwar alle das juedische Volk. Wenn schon wir untereinander nicht zusammen stehen, wie sollen wir gegen den Rest der Welt, und gegen den Antisemitismus, der uns lieber tot als lebendig sieht, ankommen? Vergesst eure Unterschiede, schiebt beiseite, ob ihr liberal, orthodox, Ger, Charedi, Soldat oder Nationalreligioes seid. Ein "Mit dem setze ich mich nicht an einen Tisch" ist der erste Schritt zu "Sin´at Chinam" (grundlosem Hass), der uns auseinander treibt. Dabei ist doch das, was uns vereint unsere "juedische Seele". Und zusammen haben wir eine gesamte juedische Seele, gemeinsam. "Am Echad im Lev Echad" (EIN Volk mit EINEM Herzen). So sollte es sich anfuehlen und da ist es unerheblich, was unser Nachbar in unseren Augen nicht richtig macht. Denn es kann sein, dass er dafuer etwas anderes tut, was wir nicht sehen, und was wir nicht beachten, was aber sehr wichtig ist. Jeder ist wichtig im Am Israel, jeder zaehlt, wie wir schon beim Lulaw zu Sukkot sagen: JEDER Jude ist wichtig, ein jeder hat seine Funktion, seine Aufgabe fuer unser Gemeinwohl. Wir sind Brueder und Schwestern. Wie es die Rabbiner bei meinem Beit Din sagten: 
"ברוכה הבאה בעם ישראל, אחותינו"
"Willkommen im Volk Israel, unsere Schwester!"

Mittwoch, 25. Februar 2015


Ofra Chaza - 15 Jahre nach ihrem Tod

(... Mishehu holech tamid iti. Jemand geht immer mit mir..)
unblocker HIER.

Montag, 23. Februar 2015

Gestern abend in Jerusalem - Messerattacke auf jungen Charedi

Gestern gegen 17:30h Naehe Platz Safra. Ein junger Palaestinenser aus Ramallah (ca. 19 Jahre alt), der sich illegal in Jerusalem aufhielt, sticht auf einen Charedi ein. Unser Buergermeister Barkat mit seinen Securities, die zufaellig in der Naehe sind, ueberwaeltigen den Taeter. Der Verletzte wird ins Krankenhaus Shaarej Zedek gebracht.
HIER koennt ihr das Video der Ueberwachungscameras ansehen.

Samstag, 21. Februar 2015

Gad Elbaz - Shir haMaalot

Psalm - Kapitel 121

Der Hüter Israels

1 Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen von welchen mir Hilfe kommt. 2 Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
   3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet schläft nicht. 4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
   5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, 6 daß dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
   7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; (4. Mose 6.24) 8 der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.
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Winterwochenende bei Esti

Drei Tage "Urlaub" bei meinen besten Freunden nur ein paar Strassen weiter haben mir gut getan. Die Heizung bullerte und wir hatten nur ein paar Stunden Stromausfall, kurz vor Shabbat. 
Ich hatte "mein" Zimmer und war nur gestern abend in der Synagoge (ein wenig abenteuerlich, der Weg dorthin, denn alles war sehr rutschig und eisig), ansonsten habe ich mich nicht vor die Tuer begeben. 
Der Vorteil bei diesen Freunden: Ich muss mich fuer nichts rechtfertigen, werde "in Ruhe" gelassen wenn ich will und habe Gesellschaft nach Beduerfnis. 
Am Shabbat merke ich immer, wie anstrengend die Woche war, denn am Shabbat-tisch Freitag-abend halte ich nicht so sehr lange durch. Gestern waren G-tt sei dank nur ein Ehepaar und der Enkel von Esti mit Ehefrau eingeladen, so dass es ein entspannter Shabbat war. 
Um etwa halb zehn war aber fuer mich innerlich Schluss. Gut, dass Shir haMaalot dann das Ende der Shabbatmahlzeit einlaeutete und ich ins Bett konnte. 
Die Nacht war kalt und draussen donnerte es die ganze Nacht ueber heftig. Grelle Blitze und Hagel - alles wurde aufgeboten.
Am Morgen bin ich dann laenger liegengeblieben habe viel gelesen und als Roni und Esti aus der Synagoge kamen, haben wir einen kleinen Kiddush gemacht und etwas gelernt ueber die Parasha. 
Anschliessend im sehr kleinen Rahmen gegessen. 
Wieder ausruhen und lesen, schlafen und lesen... 
So bin ich jetzt gerade recht erholt zuhause eingetrudelt und freue mich jetzt wieder auf mein eigenes Bett.
Ich wuensche allen Lesern in Deutschland einen schoenen gemuetlichen Sonntag und allen in Israel Shavua tov, eine gite Woch´!

Dienstag, 17. Februar 2015

Zama lecha Nafshi (צמאה לך נפשי) meine Seele duerstet nach dir...

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Wieder eine traurige Meldung

Die kleine Adel Biton wurde vor zwei Jahren lebensgefaehrlich verletzt, als ihre Mutter mit einem LKW zusammenstiess als Folge von einem Anschlag, bei dem Steine auf das Fahrzeug der Mutter geworfen wurden. 
Das war im Maerz 2013. Erst im September letztes Jahr konnte sie nach vielen Behandlungen wieder zurueck nach Hause in den Jeshuw Jakir entlassen werden. 
Heute starb sie, nachdem es Komplikationen gab, und die kleine Adel an einer Lungenentzuendung erkrankte. 
Meine Gedanken sind bei den Eltern, die Unfassbares geleistet haben, koerplich und seelisch, in den letzten Jahren. 
Kleine Adel, יהי זכרך ברוך

UNBLOCKER

Uri Orbach 1960-2015

Minister Uri Orbach erlag gestern seiner schweren Blutkrankheit. Er ging - wie es im hebr. heisst "in seine Welt" (הלך לעולמו halach leOlamo), ein sehr schoener Ausdruck, wie ich finde. 
Er ging in seine Welt, in eine Welt, von der wir (noch) keine Ahnung haben. 
Uri war erst 54 Jahre alt, und es scheint, als haben ihn alle geliebt, auch die mit seinen Einstellungen nicht konform gingen. Anscheinend kann man doch auch anders mit seiner Umwelt umgehen, als das, was wir gerade im Wahlkampf erleben. 
Uri scheint ein ruhiger, bescheidener und humorvoller Mensch gewesen zu sein. 
"Ish Shanun" (איש שנון) wurde er gestern genannt, ein geistreicher Mensch. 
Gegen Mittag ist er der Krankheit erlegen und am nachmittag fand seine Beerdigung in Modiin statt. Staatspraesident Rivlin musste bei seiner Grabrede mehrfach mit den Traenen kaempfen. 
"Jedid nefesh" (ידיד נפש ) Freund der Seele, Seelenfreund, nannte er Uri. 
Schade, dass ich nicht mehr von ihm wusste.
יהי זכרו ברוך

Montag, 16. Februar 2015

Wann wacht die Welt auf? Erst wenn jemand an die eigene Tuer klopft?

IS bringt 21 koptische Christen um. Es scheint ein neues Video zu geben,  "Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes" genannt.



Erst kamen sie fuer die Sozialisten
und ich habe nichts gesagt,
denn ich war kein Sozialist.

Dann kamen sie fuer die Gewerkschaftler
und ich habe nichts gesagt
denn ich war kein Gewerkschaftler.

Dann kamen sie fuer die Juden
und ich habe nichts gesagt,
denn ich war kein Jude.

Dann kamen sie fuer mich
und da gab es keinen Menschen,
der fuer mich etwas sagen konnte.

Pastor Martin Niemoeller
1890-1984
(KZ Dachau, 1937)

Sonntag, 15. Februar 2015

Eine gute Nacht

Mir wird das jetzt alles zuviel. Ich werde mich - mit meiner Waermflasche  - in mein Bett begeben und noch etwas lesen und dann versuchen zu schlafen. Es regnet weiter und mir graut ein wenig vor morgen.

Identitaet des Terroristen veroeffentlicht und neuer Antisemitismus aus Frankreich

Es ist Omer Al-Hussein, 22 Jahre alt, und in Daenemark geboren. Vor zwei Wochen wurde er aus der Haft entlassen.

Eine ganz frische Meldung aus Frankreich
Hunderte juedischer Graeber geschaendet.

Kein 929 zurzeit - mir fehlt Zeit und Kraft

Meine Kraefte sind zurzeit beschraenkt. Daher gibt es wohl erstmal kein 929 fuer euch. Ich habe auch meine Zweifel, ob diese Initiative so ankommt in Deutschland und gern gelesen wird. 
Es ist wohl doch mehr etwas fuer juedische Leser, die ja sicher bei meinem Blog in der Minderzahl sind. 
Die Auslegungen des Tanach sind vielen sicher befremdlich. 

Mir macht der anhaltende Winter zu schaffen, wobei man als in Deutschland Geborene sich hier nicht beklagen kann. 
Dennoch - wir haben einfach keine starken Heizungen und die Stromrechnungen steigen rasant an, wenn wir unsere Klimaanlagen auf warm stellen. Radiatoren sind noch teurer und so schleicht man sich durch die kalten Tage mit Waermflasche und dicken Decken. 
Wurde noch gestern gesagt, dass es nun Tag fuer Tag aufwaerts geht mit den Temperaturen, so heisst es nun, es wird kaelter, Regen und sogar Schnee fuer Donnerstag/Freitag sind vorhergesagt, auch fuer Jerusalem. 
Wer einen normalen Job hat, dem mag das nicht so zusetzen, aber ich arbeite "auf der Strasse" und das ist nicht einfach bei dem Wetter. 

Am Freitag war ich eingeladen wie so oft und kurz vor dem Kerzenzuenden, bevor ich mich auf den Weg zur Synagoge machen wollte, kam der grosse Regen. Es goss in Stroemen, was mich dazu veranlasste, das Haus nicht zu verlassen. Keine Synagoge - keine Einladung. Einfach zuhause, Bett, Buch und etwas essen. 
So verlief auch der Shabbat, denn obwohl es draussen trocken war, war es mir einfach zu kalt. 
Heute nachmittag fing es wieder an zu regnen und bis jetzt hat es nicht aufgehoert. 
Ich muss froh sein, Regen fuer unser Land ist eine Bracha!
Wenn es nur nicht so schwer waere... 

Ich weiss noch nicht ob und wieviel ich in der naechsten Zeit posten werde, aber fest steht, dass mir ein wenig Zeit und Kraft fehlt, um mit voller Kraft weiterzumachen.

Die Vorkommnisse in Daenemark machen mir in den letzten Stunden sehr zu schaffen und ich bin traurig. Heute morgen habe ich das ganze Geschehen wohl noch nicht so richtig verinnerlicht.

Juden aus Europa - nach Israel?

Der Aufruf, alle Juden aus Europa moegen nun nach Israel kommen, wird heute von Premierminister Netanyahu wiederholt, nachdem er dies schon beim Terroranschlag von Paris getan hat. 
Aber - was ziemlich traurig ist - heute wurde eine Umfrage veroeffentlicht, nach der 40 % der eingewanderten europaeischen Juden wieder das Land verlassen wollen. 
Warum?
Weil es sehr sehr schwierig ist, sich hier einzugliedern, eine Arbeit zu finden und eine Familie zu ernaehren. Ich bin fuer mich allein verantwortlich, das kann man nicht vergleichen. Aber wer Kinder hat - was soll der tun? 
Viele Menschen hier haben mehrere Jobs, um sich ueber Wasser zu halten. Dazu kommen Sprachprobleme. Man muesste neue Projekte aus dem Boden stampfen, Eingliederungshilfen bieten, um die kommenden Einwanderungswellen gebuehrend eingliedern zu koennen. 
Ich wage zu bezweifeln, dass dies in kurzer Zeit geplant und auch umgesetzt wird. 
Traurig, einfach nur traurig, wenn jemand mit seiner Familie aus Europa regelrecht "fluechtet" vor dem Antisemitismus, nun wieder in die Hoehle des Loewen zurueckmuss. 
Das ist furchtbar tragisch.

Inzwischen hat Daenemark auch den Namen des der Polizei bekannten Terroristen, der gebuertiger Daene ist, veroeffentlicht. 
Es ist ein arabischer Name. Ich habe nicht genau zugehoert, gerade bei den Nachrichten, es ist auch im Grunde egal. Koennte es ein Konvertit sein?

Dan Uzan, Finn Norgaard, Terroropfer in Kopenhagen

Der ermordete Wachmann vor der Synagoge in Kopenhagen ist Dan Uzan, 37 Jahre alt.
Er musste sterben, weil er eine Bat-Mizwa-Feier mit ca 80 Menschen beschuetzt hat. 

Der Ermordete beim Anschlag auf das Kulturcafe ist der 55-jährige Regisseur Finn Nørgaard
יהי זכרם ברוך

Alle Europaeer sind Juden?

Ob das, was in dem Artikel steht, wirklich alle Europaeer so sehen, sei dahingestellt, aber ich finde den Artikel in der WELT unglaublich gut. Mal ein Lichtblick zwischen all den judenfeindlichen und israel-boykottierenden Artikeln in der deutschen Medienlandschaft.
Bravo! Und danke!

Alle Europäer sind Juden, alle Juden sind Europäer

(Artikel und Foto in der WELT. )

Der islamistische Terror setzt seine Bluttaten fort. Er wird besiegt werden. Doch eines ist klar: Nur wer seine Gleichgültigkeit gegen den Judenhass überwindet, hilft dabei, die Demokratie zu schützen.
Von Chefkommentator
Als Dänemark im April 1940 ans Hakenkreuz geschlagen wurde, da schickten sich die Deutschen wie überall im besetzten Europa an, das kleine Land "judenfrei" zu machen. Wie in Frankreich, Belgien und Polen sollten auch in Dänemark die Juden vor ihrer Deportation gekennzeichnet werden. Doch der Plan scheiterte einer Legende zufolge an dem dänischen König. Christian X. trat mit einer gelben Armbinde auf die Straßen, gefolgt von Hunderten von Dänen, die es ihm nachtaten. Kein Deutscher sollte in Kopenhagen noch erkennen, wer Jude war und wer nicht.

Echo

Die alljaehrliche Echokardiogrammuntersuchung der neuen Herzklappe liegt wieder mal hinter mir. Hoffe dass der Kardiologe, der sich das Material morgen anschaut nichts Aussergewoehnliches entdeckt. Es ist immer wieder ein Wunder, zu sehen wie alles im Koerper so miteinander funktioniert.

Terror in Europa - zwei Tote?

Zwei Tote bei Terroranschlag auf ein Cafe und vor einer Synagoge in Kopenhagen.
Einer der Ermordeten ist ein juedischer Security der Synagoge.
Es soll nun einen weiteren Toten geben. Wo, ist mir nicht bekannt.

Terror in Europa

" Die Polizei weist die Buerger an in ihren Haeusern zu bleiben"
Eim Moshav im Umkreis von Gaza? Die Grenzgegend in der Naehe der libanesisch-syrischen Grenze?
Nein, die Rede ist von Kopenhagen. Europa.
Der Terror macht nicht halt an der Tuer Israels.

Freitag, 13. Februar 2015

Donnerstag, 12. Februar 2015

Nachtschicht bei Malka

So, bewaffnet mit Decke, Waermflasche, Zeitung und Laptop lege ich heute eine Nachtschicht bei meiner Malka ein. 
Die Philippinin ist so krank, dass sie heute nachmittag umgekippt ist und mich anrief. 
Wenn die Philippinin umkippt, ist es nicht weit, bis auch Malka umkippt - und das endet in einer Katastrophe. 
Malka muss jede Minute beaufsichtigt werden, denn wenn sie allein aufsteht, reicht das nur fuer ein paar Schritte, bis sie einknickt und sich langlegt...
Da ich ihr in diesem Moment nicht helfen konnte, es war ja erst Mittagszeit und ich war unterwegs zu Hausbesuchen - rief ich die Enkelin an. Die Tochter ist in den USA und vom Schwiegersohn hatte ich die nr. nicht. 
G-tt sei dank hat sich die Enkelin sofort gekuemmert und versucht, Ersatz und Verstaerkung fuer E. zu finden. Mein Angebot war dabei: Ich kann die Nacht machen, damit E. nicht aufstehen muss, aber dafuer muss ich um kurz vor 8h weg, denn ich habe leider an diesem Freitag Buerobereitschaft, von 8h bis 12h. 
Danach koennte ich wieder erscheinen bis eine Stunde vor Shabbat, damit ich noch ein wenig vorbereiten kann. 
Und so war es dann auch. Es wurde niemand gefunden und nun sitze ich im Wohnzimmer meiner Malka, die Philippinin kann ihr Glueck nicht fassen und wir haben Malka gemeinsam ins Bett gebracht, wie ein kleines Kind. 
Ich habe ihr ein Schlaflied gesungen und es war sehr suess. 
Ob es in der Nacht dann auch noch "suess" sein wird - wir werden sehen. 
Ich hoffe jedenfalls, ich werde ein paar gute Stunden schlafen koennen. 

929 פרק מ Genesis Kapitel 40

In diesem Kapitel zeigt sich, dass Josef nicht nur ein Traeumer ist, sondern auch ein Traumdeuter. Der Mundschenk und der Baecker, die mit ihm im Gefaengnis sitzen, traeumen eines Nachts einen Traum. Jeder einen anderen und doch gibt es Parallelen.
Josef, der sieht dass die beiden niemanden finden, der ihre Traeume auslegen kann, macht ihnen den Vorschlag, ihn einzubeziehen.
"Auslegen das gehoert zu G-tt, erzaehlt es mir doch..."(40.8)
Der Traum des Mundschenks ist verbunden mit den Aufgaben seines Jobs.
Ein Weinstock mit drei Reben und Trauben darauf, die der Mundschenk in den Becher Pharaos drueckt.
Josefs Auslegung hoert sich hoffnungsvoll an: In drei Tagen wird der Mundschenk wieder seine Aufgabe bei Pharao erfuellen.
Die positive Auslegung von Josef ermuntert den Backer, Josef ebenfalls zu seinem eigenen Traum zu befragen.
Auf seinem Kopf befinden sich drei Koerbe Im obersten Korb befinden sich gebackene Speisen fuer Pharao. Und Voegel essen aus dem Korb auf seinem Kopf.
Bedauerlicherweise ist die Bedeutung dieses Traumes diese, dass der Baecker in drei Tagen getoetet werden wird und die Voegel sein Fleisch essen werden.
Nach drei Tagen verwirklichen sich beide Traeume gemaess der Auslegung von Josef.
Und was verwirklicht sich NICHT?
Josef hatte den Mundschenk gebeten, fuer seine Freilassung aus dem Gefaengnis zu sorgen.
Aber - 
 der oberste Schenke gedachte nicht an Joseph, sondern vergaß ihn.(40.23)

1. Die Rollen im Kapitel
Der Baecker, der Mundschenk und der Kaemmerer. Der Baecker ist der Baecker des Pharao, der Mundschenk ist fuer die Getraenke zustaendig. Aber was macht der Kaemmerer und warum ist er der Verantwortliche im Gefaengnis? Es gibt da sehr interessante Auslegungen.

2. Wie deutet man einen Traum? 
Josef stellt fest, dass "das Auslegen G-ttes Ding ist", aber wenn man aufmerksam die Unterschiede in den Traeumen liest, nimmt man wahr, dass auch ein Mensch diese Traeume verstehen kann.

3. Josefs Hinweise
Josef gibt im Kapitel (40.15) laut sein Statement ueber sein doppeltes Leid kund:
Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen; dazu habe ich auch allhier nichts getan, daß sie mich hier in die Grube geworfen haben (40.15)

4. Das Hebraerland
So wird in dieser Geschichte das Land der Vorvaeter genannt. - und so wird auch Josef genannt - der Hebraeer. Auf diese Weise gesellt er sich zu Awraham, dem Hebraeer. (siehe Kap. 14.13)

5. Eine nette Geburtstagsfeier
(haengt davon ab fuer wen..)
Und es geschah des dritten Tages, da beging Pharao seinen Jahrestag; und er machte eine Mahlzeit allen seinen Knechten (40.20)
Es gibt eine Feier, eine Amnestie und eine Abrechnung.


Noch ein interessanter Beitrag zum Kapitel von Chaggai Misgav (Dozent fuer Talmud und Israel)
Chaggai erklaert uns, dass Josef anscheinend mit den aegyptischen Hieroglyphen vertraut war, "aegyptisch" sprechen und lesen konnte. Warum?
Nun - die Traeume zeigen, dass der Mundschenk in der Tat auf das Gute hofft, waehrend der Traum des Baeckers aufzeigt, dass er sich fuerchtet.
(an anderer Stelle wird erklaert, dass der, der nichts zu befuerchten hat, weil er immer aufrichtig war, auch in seinem Traum das Gute erhofft und erwartet, waehrend der, der unehrlich ist und zu recht im Gefaengnis sitzt, seine Schuld kennt und davon traeumt, dass es schlecht fuer ihn enden wird)

Und dabei gibt es einen sehr interessanten Hinweis. Denn das Wort fuer "Tod" in aegyptischen Hieroglyphen sieht so aus

Der Vogel ueber dem Laib Brot ist die Seele des Toten. Der Baecker hat also getraeumt dass er tot sei.
Interessant?

Der Text

1. Und es begab sich darnach, daß sich der Schenke des Königs in Ägypten und der Bäcker versündigten an ihrem Herrn, dem König von Ägypten.
2. Und Pharao ward zornig über seine beiden Kämmerer, über den Amtmann über die Schenken und über den Amtmann über die Bäcker,
3. und ließ sie setzen in des Hauptmanns Haus ins Gefängnis, da Joseph lag.
4. Und der Hauptmann setzte Joseph über sie, daß er ihnen diente; und sie saßen etliche Tage im Gefängnis.
5. Und es träumte ihnen beiden, dem Schenken und dem Bäcker des Königs von Ägypten, in einer Nacht einem jeglichen ein eigener Traum; und eines jeglichen Traum hatte seine Bedeutung.
6. Da nun des Morgens Joseph zu ihnen hereinkam und sah, daß sie traurig waren,
7. fragte er sie und sprach: Warum seid ihr heute so traurig?
8. Sie antworteten: Es hat uns geträumt, und wir haben niemand, der es uns auslege. Joseph sprach: Auslegen gehört Gott zu; doch erzählt mir's.
9. Da erzählte der oberste Schenke seinen Traum Joseph und sprach zu ihm: Mir hat geträumt, daß ein Weinstock vor mir wäre,
10. der hatte drei Reben, und er grünte, wuchs und blühte, und seine Trauben wurden reif;
11. und ich hatte den Becher Pharaos in meiner Hand und nahm die Beeren und zerdrückte sie in den Becher und gab den Becher Pharao in die Hand.
12. Joseph sprach zu ihm: Das ist seine Deutung. Drei Reben sind drei Tage.
13. Über drei Tage wird Pharao dein Haupt erheben und dich wieder an dein Amt stellen, daß du ihm den Becher in die Hand gebest nach der vorigen Weise, da du sein Schenke warst.
14. Aber gedenke meiner, wenn dir's wohl geht, und tue Barmherzigkeit an mir, daß du Pharao erinnerst, daß er mich aus diesem Hause führe.
15. Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen; dazu habe ich auch allhier nichts getan, daß sie mich eingesetzt haben.
16. Da der oberste Bäcker sah, daß die Deutung gut war, sprach er zu Joseph: Mir hat auch geträumt, ich trüge drei weiße Körbe auf meinem Haupt
17. und im obersten Korbe allerlei gebackene Speise für den Pharao; und die Vögel aßen aus dem Korbe auf meinem Haupt.
18. Joseph antwortete und sprach: Das ist seine Deutung. Drei Körbe sind drei Tage;
19. und nach drei Tagen wird dir Pharao dein Haupt erheben und dich an den Galgen hängen, und die Vögel werden dein Fleisch von dir essen.
20. Und es geschah des dritten Tages, da beging Pharao seinen Jahrestag; und er machte eine Mahlzeit allen seinen Knechten und erhob das Haupt des obersten Schenken und das Haupt des obersten Bäckers unter den Knechten,
21. und setzte den obersten Schenken wieder in sein Schenkamt, daß er den Becher reicht in Pharaos Hand;
22. aber den obersten Bäcker ließ er henken, wie ihnen Joseph gedeutet hatte.
23. Aber der oberste Schenke gedachte nicht an Joseph, sondern vergaß ihn.
(Genesis 40:1-23)

Mittwoch, 11. Februar 2015

Sturm und Sicht unter ein paar Metern

Der angekuendigte Sturm mit einer kleinen Chance auf Schnee und Regen macht sich seit gestern nachmittag breit.
Bloss das Fenster zulassen, am besten zuhause bleiben!
Jetzt ist es gemuetlich, wo ich zuhause bin, aber seit gestern mittag, wo es ganz langsam dunkler wurde am Himmel und man den Himmel im Grunde gar nicht sah, wird es schwerer zu atmen, drueckt einen nieder und laesst einen den Sand in Mund und Augen spueren. Igitt. 
Dichte Luftverschmutzung - so schlimm wie seit 5 Jahren nicht mehr, wie man sagt - laesst einen nicht weit schauen. 
Es wird gewarnt, dass Herz -und Asthmakranke lieber im Haus bleiben sollen und so bin auch ich Asthma-geschaedigte heute dann den ganzen Tag besser im Buero geblieben. Genug zu tun hatte ich sowieso, aber ich wollte eigentlich meine Hausbesuche fortfuehren. Naja, das war dann wohl nichts. 
Jetzt in diesen Minuten wird es draussen immer schlimmer, alles fliegt, die Baeume biegen sich und Zweige fliegen umher. Ein eiskalter Wind schneidet einem ins Gesicht, wenn man sich draussen aufhaelt. Manche laufen mit Masken vor Mund und Nase herum.
Gestern bin ich nur knapp einem herunterfallenden Palmen-ast entgangen. Ein Mann, der mir entgegen kam, schaute mich entgeistert an, als genau zwischen uns von einer ca. 15m hohen Palme etwas herunterschossen kam und auf dem Buergersteig landete. Das Teil war ziemlich schwer und haette mit Sicherheit wenn auch nicht jemanden erschlagen, so doch schwer verletzen koennen. 
Ein Dank an IHN dort oben - mal wieder g-ttlicher Schutz im Spiel gewesen. 

Wir warten im Grunde auf Regen, der dann die starke Luftverschmutzung wegspuelen koennte aber danach sieht es noch nicht aus. 
Auf dem Hermon und in Sfat faellt Schnee, in Eilat sind Inlandsfluege gestrichen worden, wegen der schlechten Sicht. 
Ich bin gespannt wie die Nacht wird und hoffe doch sehr, morgen wieder draussen unterwegs sein zu koennen. Einen weiteren Tag im Buero verschwenden wuerde mich enorm zurueckwerfen.

929 פרק לט Genesis Kapitel 39

In unserem Kapitel werden wir Zeugen der ersten "Falschanklage wegen sexueller Belaestigung". Die Frau von Potifar wirft ein Auge auf Josef und will ihn verfuehren. Josef aber ist loyal, er sieht, wieviel ihm Potifar gegeben hat und dass es nicht richtig ist, ihm seine Frau zu nehmen. 
Aber irgendwann ist auch Josef schwach geworden. 
Zumindest - so sagt Rav Benni - sollen verschiedene Auslegungen besagen, dass das Wort 
הַבַּיְתָה לַעֲשֹוֹת מְלַאכְתּוֹ 
.... dass Josef in das Haus ging, sein Geschaeft zu tun... (39.11)
eine Auslegung der Weisen besagt, es sei "eine normale Arbeit gewesen, der Josef nachging" (etwas reparieren im Haus?)
und eine andere sagt ...er ging in das Haus um bei ihr zu sein.."
Das bedeutet, er war in dieser Phase bereit, sich verfuehren zu lassen. Sie waren bereits "bei der Sache an sich." (so sagt der Midrash), als Josef ploetzlich das Gesicht seines Vaters vor sich sah. (Einige sagen, das seiner Mutter) und aufgeruettelt wird. Er sagt ihm: "Josef wohin gehoerst du?" 
Soll bedeuten, Gehoerst du in das Wertesystem der Aegypter, oder zu einem sehr anderen Wertesystem. Und entscheide dich jetzt!" Und da flieht Josef, weil er mit einem Male weiss, wohin er gehoert. 
Aber Potifars Frau erwischt sein Gewand und er zahlt einen hohen Preis fuer einen schwachen Moment. 
Aber in diesem Moment wird er auch in unserer Tradition zu "Josef dem Zaddik", der treu seiner Familie gegenueber ist, treu seinem Haus, treu seinem Herrn gegenueber und treu gegenueber G-tt.

Ich habe vor ein paar Wochen eine Auslegung ueber das Wort (Vajemaen) und das bizarre Zeichen darueber
So soll dieses Zeichen ueber dem Wort "er weigerte sich" (als Potifars Frau ihm sagte: "Schlaf bei mir.." (39.8) nach einer Auslegung bedeuten, dass das Weigern von Josef zu diesem Zeitpunkt ein Hin und Her der Gefuehle war. Er weigerte sich, ja, aber er stand nicht ganz hinter dieser Weigerung. 
Und erst spaeter, als es schon "zur Sache" geht, und ihm das Gesicht seines Vaters erscheint, trifft er eine wirklich klare Entscheidung. 


Der Text

1 Joseph ward hinab nach Ägypten geführt; und Potiphar, ein ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und Hauptmann, kaufte ihn von den Ismaeliten, die ihn hinabbrachten. (1. Mose 37.28) 2 Und der HERR war mit Joseph, daß er ein glücklicher Mann ward; und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause.
   3 Und sein Herr sah, daß der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat, dazu gab der HERR Glück durch ihn, 4 Also daß er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener ward. Der setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, tat er unter seine Hände. 5 Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HERR des Ägypters Haus um Josephs willen; und war eitel Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem Felde. (1. Mose 30.27) 6 Darum ließ er alles unter Josephs Händen, was er hatte, und nahm sich keines Dinges an, solange er ihn hatte, nur daß er aß und trank. Und Joseph war schön und hübsch von Angesicht.
   7 Und es begab sich nach dieser Geschichte, daß seines Herrn Weib ihre Augen auf Joseph warf und sprach: Schlafe bei mir! (Sprüche 5.3) 8 Er weigerte sich aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr nimmt sich keines Dinges an vor mir, was im Hause ist, und alles, was er hat, das hat er unter meine Hände getan, 9 und hat nichts so Großes in dem Hause, das er mir verhohlen habe, außer dir, indem du sein Weib bist. Wie sollte ich denn nun ein solch groß Übel tun und wider Gott sündigen? (2. Mose 20.14) 10 Und sie trieb solche Worte gegen Joseph täglich. Aber er gehorchte ihr nicht, daß er nahe bei ihr schliefe noch um sie wäre.
   11 Es begab sich eines Tages, daß Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei. 12 Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir! Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus. 13 Da sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh, 14 rief sie das Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat uns den hebräischen Mann hereingebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme. 15 Und da er hörte, daß ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und lief hinaus.
   16 Und sie legte sein Kleid neben sich, bis der Herr heimkam, 17 und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: Der hebräische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben. 18 Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus.

Josef im Gefängnis

19 Als sein Herr hörte die Rede seines Weibes, die sie ihm sagte und sprach: Also hat mir dein Knecht getan, ward er sehr zornig. 20 Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, darin des Königs Gefangene lagen; und er lag allda im Gefängnis. 21 Aber der HERR war mit ihm und neigte seine Huld zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis, 22 daß er ihm unter seine Hand befahl alle Gefangenen im Gefängnis, auf daß alles, was da geschah, durch ihn geschehen mußte. 23 Denn der Amtmann des Gefängnisses nahm sich keines Dinges an; denn der HERR war mit Joseph, und was er tat, dazu gab der HERR Glück

Shir haShavua - das Lied der Woche von Radio Jerushalaiym (Eden ben Zaken - "Mangina" (Melodie)

Dienstag, 10. Februar 2015

929 פרק לח Genesis Kapitel 38

Aus den Ausfuehrungen zum Text von Dr. Chaim Chiun, Dozent fuer Tora und israelische Kultur an der Kibbutz-akademie.

Josef wird nach Aegypten gebracht. So endet das gestrige Kapitel und beginnt das morgige. Dazwischen gibt es einen scheinbaren sehr auffaelligen Einschnitt - die Geschichte von Yehuda und Tamar.
Kein Zufall und keine Nachlaessigkeit, dass diese Geschichte die Geschichte von Josef unterbricht.
Denn wir sind eingeladen, die Parallelen und Zusammenhaenge zwischen den zwei Geschichten aufzudecken.
So werden wir im Laufe des Kapitels verstehen, dass Yehuda bestraft wird fuer das, was er seinem Vater Jakob angetan hat. 
Der Verantwortliche fuer das Leid und den Kummer Jakobs wird mit dem Tod zweier Soehne bestraft und mit der Sorge um das Leben des juengsten Sohnes. 
Die Sorge und Angst von Yehuda um Shela, den einzigen Sohn, der ihm geblieben ist, ist gleich der Sorge von Jakob um seinen juengsten Sohn Benjamin. 
Aber - das ist noch laengst nicht alles. 
Josefs "Hinabsteigen" nach Aegypten ist in mehrfacher Hinsicht bedeutungsvoll. Hier beginnt die Sklaverei in Aegypten. Holt doch Josef nach sich noch die gesamte Familie nach Aegypten, und das Ende ist die Sklaverei unter Pharao, Koenig von Aegypten. 
Am Ende unseres Kapitel wird Peretz geboren, Vater der Dynastie vom Hause David und daher auch der Vater des Mashiach (Messias), der in Zukunft erscheinen wird. 
Die Unterbrechung mitten in der Geschichte von Josef, der nach Aegypten verschleppt wird, soll also im Prinzip ein Zeichen des Trostes sein. 
Gleichzeitig mit dem "Absteigen" (Josefs) nach Aegypten, die den Beginn der Sklaverei uebermittelt, wird die Hoffnung auf eine bessere Zukunft geboren!
Und alles was ich hier geschrieben habe, ist bereits in den Worten der Weisen des folgenden Midrash angedeutet: 


שבטים היו עוסקים במכירתו של יוסף, ויעקב היה עוסק בשקו ובתעניתו, ויהודה עוסק לקחת אִשה, והקב"ה בורא אורו של מלך המשיח" (בראשית רבה פרשת וישב פ"ה).

(frei uebersetzt:  ganze Staemme waren damit beschaeftigt Josef zu verkaufen, und Jakob war mit Trauer und Fasten beschaeftigt und Jehuda ist beschaeftigt damit, eine Frau zu nehmen, und der Ewige, gelobt sei ER erschafft das Licht des Melech haMashiach (das Licht des Messias) (Bereshit Raba, Parashat Vajeshev

Der Beginn unserer Galut (Diaspora) und der Beginn unserer Erloesung liegen hier zusammen. 
Die Finsternis der Galut und das Licht des Messias.


(Hier in diesem Kapitel liegt uebrigens auch die Antwort auf die Frage woher das Wort "onanieren" kommt. 
Siehe 38.9. .... liess er´s (seinen Samen) auf die Erde fallen... )
Von diesem Kapitel nimmt die juedische Halacha das Verbot, "Samen zur Erde fallen zu lassen" .(איסור על הוצאת זרע לבטלה) Liat Regev fragt sich, ob G-tt Onan wirklich mit dem Tode bestraft hat, nur aufgrund dieser Handlung. Oder ob es evtl. um seine innere Einstellung ging.
Zu diesem Thema sagt Rav Benni Lau, dass es nicht nur um ein "Verbot dieser Taetigkeit per se" geht, sondern um die Einstellung, die dahinter steht. Das "auf die Erde fallen lassen des Samen" ist eine egoistische Einstellung - in diesem Falle von Onan, der mit seinem Samen der Tamar nicht ein Kind schenken will, das dann doch nicht sein eigenes ist, sondern als Kind des Bruders gelten wird. 
Onan sieht seinen Samen als sein Eigentum an, als etwas was ihm allein gehoert. Er will nicht mit diesem Samen Leben erzeugen. 
Das Verhaeltnis zum Samen soll heissen Leben erzeugen, nicht Leben zerstoeren.
Es gibt noch weitere, tiefere Bedeutungen und Erklaerungen zu diesem Thema und dem Verbot, auf die ich hier nicht naeher eingehen will. 
In jedem Falle sollte man sich klarmachen, dass das "Samen zur Erde fallen lassen" eine gegensaetzliche Handlung zur Mizwa "Pru urwu" (seid fruchtbar und mehret euch) ist.



Der Text

1 Es begab sich um dieselbe Zeit, daß Juda hinabzog von seinen Brüdern und tat sich zu einem Mann von Adullam, der hieß Hira. 2 Und Juda sah daselbst eines Kanaaniter-Mannes Tochter, der hieß Sua, und nahm sie. Und da er zu ihr einging, 3 ward sie schwanger und gebar einen Sohn, den hieß er Ger. 4 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn, den hieß sie Onan. 5 Sie gebar abermals einen Sohn, den hieß sie Sela; und er war zu Chesib, da sie ihn gebar.
   6 Und Juda gab seinem ersten Sohn, Ger, ein Weib, die hieß Thamar. 7 Aber Ger war böse vor dem HERRN; darum tötete ihn der HERR.
   8 Da sprach Juda zu Onan: Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe, daß du deinem Bruder Samen erweckest. 9 Aber da Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf daß er seinem Bruder nicht Samen gäbe. 10 Da gefiel dem HERRN übel, was er tat, und er tötete ihn auch.
   11 Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Thamar: Bleibe eine Witwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Sela groß wird. Denn er gedachte, vielleicht möchte er auch sterben wie seine Brüder. Also ging Thamar hin und blieb in ihres Vaters Hause.
   12 Da nun viele Tage verlaufen waren, starb des Sua Tochter, Juda's Weib. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf seine Schafe zu scheren, gen Thimnath mit seinem Freunde Hira von Adullam. 13 Da ward der Thamar angesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf gen Thimnath, seine Schafe zu scheren. 14 Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich mit einem Mantel und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enaim an dem Wege gen Thimnath; denn sie sah, daß Sela war groß geworden, und sie ward ihm nicht zum Weibe gegeben.
   15 Da sie nun Juda sah, meinte er, sie wäre eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt. 16 Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Laß mich doch zu dir kommen; denn er wußte nicht, daß es seine Schwiegertochter wäre. Sie antwortete: Was willst du mir geben, daß du zu mir kommst?  17 Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie antwortete: So gib mir ein Pfand, bis daß du mir's sendest. 18 Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir gebe? Sie antwortete: Deinen Ring und deine Schnur und deinen Stab, den du in den Händen hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm schwanger. 19 Und sie machte sich auf und ging hin und zog ihre Witwenkleider wieder an.
   20 Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund Adullam, daß er das Pfand wieder holte von dem Weibe; und er fand sie nicht. 21 Da fragte er die Leute: Wo ist die Hure, die zu Enaim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen. 22 Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; dazu sagen die Leute des Orts, es sei keine Hure da gewesen. 23 Juda sprach: Sie mag's behalten; sie kann uns doch nicht Schande nachsagen, denn ich habe den Bock gesandt, so hast du sie nicht gefunden.
   24 Über drei Monate ward Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Thamar hat gehurt; dazu siehe, ist sie von der Hurerei schwanger geworden. Juda spricht: Bringt sie hervor, daß sie verbrannt werde. 25 Und da man sie hervorbrachte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, des dies ist. Und sprach: Kennst du auch, wes dieser Ring und diese Schnur und dieser Stab ist? 26 Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie nicht gegeben meinen Sohn Sela. Doch erkannte er sie fürder nicht mehr.

27 Und da sie gebären sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leib gefunden. 28 Und als sie jetzt gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der wird zuerst herauskommen. 29 Da aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus; und sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riß gerissen? Und man hieß ihn Perez. 30 Darnach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand hatte. Und man hieß ihn Serah.




Montag, 9. Februar 2015

Et Achai anochi mevakesh, hagida na li eifo hem roim

der Satz ist aus unserem Kapitel entnommen

טז).. אֶת-אַחַי אָנֹכִי מְבַקֵּשׁ הַגִּידָה-נָּא לִי אֵיפֹה הֵם רֹעִים):

 Meine Brueder suche ich, sag mir doch wo sie hueten?

929 פרק לז Genesis Kapitel 37

Wow! Ein Gedanke, der mir noch nicht kam beim Lesen des Kapitels, wird deutlich im Gespraech von Rav Benni Lau und Liat Regev. 
Die Geschichte von Josef und seinen Bruedern ist eine Familiengeschichte. Der kleine Sohn - Liebling des Vaters - traeumt. Er traeumt unter anderem dass die Sonne und der Mond und 11 Sterne (Vater, Mutter und die Brueder) sich vor ihm verneigen.
Und er erzaehlt seine Traeume zu allem Ueberfluss auch noch seinen Bruedern.
Und der Vater "behielt diese Worte". (37.11)
Spaeter schickt der Vater Josef hinaus zu seinen Bruedern, obwohl er doch genau wissen muss, dass sie ihm nicht wohl gesonnen sind. 
Kann es sein, dass er seinem Sohn eine Lektion erteilen will? 
Rav Benni sieht in dieser Geschichte von Josef zwei Ebenen. 
Die eine ist die familiaere, die tragische Geschichte von Bevorzugung und Neid. Aber auch Josef, der sich in der Grube fragen muss, "warum schickte mich Vater allein zu meinen Bruedern?"

Die zweite Ebene ist die hoehere Ebene, die Ebene, in der alles gelenkt wird, und das Ganze sieht. Die g-ttliche Fuegung. 
Und da wird ein Mensche ploetzlich wichtig. Der Mann auf dem Feld, auf den Josef trifft. (37.15) Nur ein Mann, ohne Namen, der auf die Frage: "Ich suche meine Brueder, sag mir doch wo sie hueten..." (37.16) ihm den Weg weist. Der Mann kommt aus dem Nichts, und kehrt wieder ins Nichts zurueck, wir wissen nichts von ihm. 
Aber - er ist ein Shaliach (ein Gesandter), der den Weg weist, der Josef dahin schickt, wo seine Brueder sind. Ohne diesen Mann haette Josef sich nicht zurecht gefunden. 
Der Mann ist ein Shaliach ohne es zu wissen. 
Es gibt den Shaliach, den Gesandten, der voellig bewusst, sich als Gesandter sehend in die Welt geht und seine Mission erfuellt. 
Aber es gibt auch den Shaliach, der nichts weiss von seiner Bedeutung die er in diesem Moment fuer einen anderen Menschen hat. 
So wissen auch wir nicht, mit welchen Worten, welchem unserem Tun wir manchmal Shaliach sein koennen und bei anderen Menschen etwas ausloesen, das sie veranlasst bestimmte Dinge zu denken, zu tun. 

Ich persoenlich schaue auf meinen Weg zum Judentum zurueck und bin fest davon ueberzeugt, dass J. ein bis heute guter Freund, voellig saekular lebender Jude, der nichts im Sinn hatte von "Menschen zum Judentum zu fuehren.." ein Shaliach fuer mich war. 
Er hat mit mir ueber der Tora gesessen und mir den Unterschied zur deutschen Uebersetzung nahe gebracht. Er hat mir die ersten hebraeischen Buchstaben beigebracht und mir in muehevoller Kleinarbeit sogar Pfeile an die Buchstaben gemalt, damit ich lerne, in welche Richtung ich sie schreibe. 
Spaeter, als ich laengst im Unterricht beim Rav Avichai war, auf meinem Weg zum Giur, sagte J. "Naja, du musstest ja nicht gleich Giur machen!" 
Er war sich seines Shaliach-tums nicht bewusst, beabsichtigte dies auch gar nicht. Aber ich bin fest ueberzeugt, dass er eine wichtige - wenn nicht zu diesem Zeitpunkt die wichtigste - Figur war im hoeheren Plan...

Der Text

1 Jakob aber wohnte im Lande, darin sein Vater ein Fremdling gewesen war, im Lande Kanaan. 2 Und dies sind die Geschlechter Jakobs: Joseph war siebzehn Jahre alt, da er ein Hirte des Viehs ward mit seinen Brüdern; und der Knabe war bei den Kinder Bilhas und Silpas, der Weiber seines Vaters, und brachte vor ihren Vater, wo ein böses Geschrei wider sie war.
   3 Israel aber hatte Joseph lieber als alle seine Kinder, darum daß er ihn im Alter gezeugt hatte; und machte ihm einen bunten Rock. 4 Da nun seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle seine Brüder, waren sie ihm feind und konnten ihm kein freundlich Wort zusprechen. 5 Dazu hatte Joseph einmal einen Traum und sagte zu seinen Brüdern davon; da wurden sie ihm noch feinder. 6 Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat: 7 Mich deuchte, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und stand, und eure Garben umher neigten sich vor meiner Garbe. 8 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Solltest du unser König werden und über uns herrschen? und sie wurden ihm noch feinder um seines Traumes und seiner Rede willen.
   9 Und er hatte noch einen andern Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: Siehe, ich habe einen Traum gehabt: Mich deuchte, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir. 10 Und da das seinem Vater und seinen Brüdern gesagt ward, strafte ihn sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, der dir geträumt hat? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und vor dir niederfallen? 11 Und seine Brüder beneideten ihn. Aber sein Vater behielt diese Worte.
12 Da nun seine Brüder hingingen, zu weiden das Vieh ihres Vaters in Sichem, (1. Mose 33.18-19) 13 sprach Israel zu Joseph: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich. 14 Und er sprach: Gehe hin und sieh, ob's wohl stehe um deine Brüder und um das Vieh, und sage mir wieder Antwort. Und er sandte ihn aus dem Tal Hebron, daß er gen Sichem ginge. (1. Mose 35.27) 15 Da fand ihn ein Mann, daß er irreging auf dem Felde; der fragte ihn und sprach: Wen suchst du? 16 Er antwortete: Ich suche meine Brüder; sage mir doch an, wo sie hüten. 17 Der Mann sprach: Sie sind von dannen gezogen; denn ich hörte, daß sie sagten: Laßt uns gen Dothan gehen. Da folgte Joseph seinen Brüdern nach und fand sie zu Dothan.
   18 Als sie ihn nun sahen von ferne, ehe er denn nahe zu ihnen kam machten sie einen Anschlag, daß sie ihn töteten, 19 und sprachen untereinander: Seht, der Träumer kommt daher. 20 So kommt nun und laßt uns ihn erwürgen und in eine Grube werfen und sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen, so wird man sehen, was seine Träume sind.
   21 Da das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten, und sprach: Laßt uns ihn nicht töten. (1. Mose 42.22) 22 Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft ihn in die Grube, die in der Wüste ist, und legt die Hand nicht an ihn. Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten, daß er ihn seinem Vater wiederbrächte.
   23 Als nun Joseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock, den bunten Rock, aus, den er anhatte, (1. Mose 37.3) 24 und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und kein Wasser darin. (Jeremia 38.6) 25 Und setzten sich nieder, zu essen. Indes hoben sie ihre Augen auf und sahen einen Haufen Ismaeliter kommen von Gilead mit ihren Kamelen; die trugen Würze, Balsam und Myrrhe und zogen hinab nach Ägypten. 26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was hilft's uns, daß wir unseren Bruder erwürgen und sein Blut verbergen? 27 Kommt, laßt uns ihn den Ismaeliten verkaufen, daß sich unsre Hände nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut. Und sie gehorchten ihm. 28 Und da die Midianiter, die Kaufleute, vorüberreisten, zogen sie ihn heraus aus der Grube und verkauften ihn den Ismaeliten um zwanzig Silberlinge; die brachte ihn nach Ägypten. (1. Mose 25.2)
   29 Als nun Ruben wieder zur Grube kam und fand er Joseph nicht darin, zerriß er sein Kleid (1. Mose 44.13) (2. Samuel 1.11) 30 und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo soll ich hin?

Jakobs Trauer

31 Da nahmen sie Josephs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut 32 und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock sei oder nicht. 33 Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Joseph zerrissen. (1. Mose 37.20)
   34 Und Jakob zerriß sein Kleider und legte einen Sack um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit. (1. Mose 37.29) 35 Und alle seine Söhne und Töchter traten auf, daß sie ihn trösteten; aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid hinunterfahren in die Grube zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte ihn.
   36 Aber die Midianiter verkauften ihn in Ägypten dem Potiphar, des Pharao Kämmerer und Hauptmann der Leibwache.

Sonntag, 8. Februar 2015

929 ein weiterer Aspekt von Rav Ilai Ofran (Gen. Kapitel 36)

Rav Ilai Ofran, Rav Kvutzat Yavne mit seinen Ausfuehrungen zum Kapitel

Esau heiratet eine Kanaaniterin - Ada Tochter von Elon des Hetiters. 
Er beschliesst, sich zu assimilieren unter den Bewohnern des Landes. (uebrigens: faellt euch auf, dass nur ein Buchstabe ausgetauscht, das Wort lehitama (להיטמע) assimilieren, zu lehitama (להיטמא) verunreinigen, wird?)
Sein Vater, sowie sein Grossvater hingegen haben peinlich auf die familiaere Abstammung geachtet, als Fremde im Lande Kanaan zu leben, und sich nicht mit den Ansaessigen zu verheiraten. Aber Esau waehlt einen anderen Weg. Er heiratet eine Kanaaniterin, die ihm den Eliphaz gebiert. Die Familie von Esau wandert zum Har Seir. Und auch sein Sohn Eliphaz waehlt, sich mit den Einheimischen zu assimilieren. Er nimmt sich Timna, die Tochter von Seir, zur Geliebten. 
Generation um Generation - eine Familie von Fremden an einem neuen Ort. Generation fuer Generation waehlen die Nachkommen Esaus sich zu assimilieren mit den Ansaessigen, und die Toechter des Landes zu heiraten. 
Gegen den absoluten Willen von Awraham und ganz im Gegensatz dazu, was Isaak tut. 
Man kann Esau sogar verstehen, auch Eliphaz, das Leben eines Fremden ist schwer! Er scheint einsam und merkwuerdig, aussergewoehnlich und anders. Die Heirat mit einer Ansaessigen koennte ihn da aus seiner Fremdheit retten. 
Die naechste Generation der Assimliationsversuche heisst - Amalek! Amalek ist der Enkel von Esau mit seiner Frau, der Kanaaniterin, Sohn von Eliphaz und Timna aus Seir. 
Sein Vater und Grossvater haben mit aller Kraft versucht, keine Fremden zu sein, sich von der Identitaet einer neuen Welt zu befreien, der Randgruppen der Gesellschaft, merkwuerdig und schwach.
Nicht durch Zufall waechst dieser Sohn zu einem Archetypus von Fremdenfeindlichkeit heran - der Schwache ausnutzt, und ohne Gnade Sklaven schlagen wird, die aus Aegypten hinausziehen.
Von seinen Kindeskindern wird einige Generationen spaeter gesagt werden, 
"Da gibt es ein Volk, verstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Provinzen deines Königreiches! Und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden (Buch Esther 3.8)
Und der Vorschlag einer unheimlichen und beaengstigenden "Loesung"

Wenn es dem König gefällt, werde eine Anordnung geschrieben, dass man sie ausrotte.(3.9)
Und was faellt euch zu diesen letzten Saetzen ein?
Noch gar nicht so lange her, dass man an eine derartige "Endloesung" dachte und sie fleissig umsetzte...
Eine "Loesung" fuer ein schreckliches Problem, das alle zu stoeren scheint - die Juden!
Mir wird gerade ganz uebel....


929 פרק לו Genesis Kapitel 36

(Bild Zeev Engelmaier)
Das Kapitel 36 ist eine einzige Abstammungsliste, angehaengt finden wir Hinweise auf Ereignisse, die scheinbar auf den ersten Blick keinen Zusammenhang haben. 
Wer ist Ana, der die Jemim gefunden hat?  Und wer sind die Jemim? 
Und warum ist es wichtig, den Namen von Hadars Frau zu erwaehnen, so wie ihre Herkunft?
Und welche Bedeutung haben diese Listen ueberhaupt?

Aber der zweite Blick offenbart ein paar sehr interessante Dinge. Allein von der Abstammung erhalten wir Informationen ueber politische Fuehrung. Von zwei Fuehrungsebenen ist die Rede: Fuersten (Alufim) und Koenige (Melachim). Die anonymen Fuersten stellen Staemme dar und anscheinend Fuehrung der Stammesaeltesten von den Nachkommen Esaus. Dagegen stellen die Koenige eine Liste fuer sich dar, nicht chronologisch geordnet, auf der jeder Koenig in einer anderen Stadt herrscht, aehnlich wie die Liste der Richter, im Buch der Richter. (Sefer Shoftim) Diese handeln parallel zu den Staemmesaeltesten.
Wie dort ist dies eine Liste die eine sporadische Form der Herrschaft aufzeigt, keinen Stammbaum. 
Und wie dort ist es auch hier eine Epoche, die nach dem Krieg und der Eroberung des Landes (und teilweiser Vermischung) stattfindet. Die Chorim sind die ersten Bewohner des Landes.
Man darf vermuten, dass hier eine Art Epoche der Siedlung und der Richter von den Kindern Edoms beschrieben wird, die dem Entstehen von unabhaengigen Koenigreichen vorausging, bekannt durch unsere Koenigreiche und durch Quellen der Ashurim (der Assyrer).
Wenn dem so ist, ist es moeglich, dass die Geschichte von Ana und den Jemim eine Art Heldengeschichte ist, ueber einen dieser Richter. Aber die Schrift kuerzt diese ab, wegen fehlendem "oeffentlichem Interesse". 

Ebenfalls finden wir in diesem Kapitel die weibliche Abstammung, bis zur dritten Generation. 
Oholibama, Tochter von Ana, Tochter von Ziveon des Heviters, Mehetabeel, Tochter von Matred, Tochter von Mesahab.
Etwas derartiges gibt es an keiner anderen Stelle der Schrift! 
Und es ist durchaus moeglich, dass dies von Wichtigkeit der weiblichen Abstammung zeugt, zu Zeiten der fruehen Gesellschaft der Horiter-Heviter-Edomiter. 
Auch in dieser Hinsicht aehnelt die Gesellschaft der fruehen Edomiter der der Gesellschaft der Richter, in der Frauen zentrale Positionen ausfuellen! (Bei der Wahl des Nachlasses - Echsa Tochter von Kelev, bei religioesen Zeremonien - Mechulot und Tochter Jiftach, und sogar bei militaerischen Fuehrungen - Dvora.)
Mit dem Entstehen von Koenigreichen und dem Herauskristallisieren von staedtischen Gesellschaften - bei beiden Voelkern - verlieren die Frauen wieder an Bedeutung und werden an den Rand der Historie verdraengt. 
(Chaggai Misgav, Dozent der heiligen Schriften und des Landes Israel) 


Der Text

1. Das ist das Geschlecht Esaus, der da heißt Edom.
2. Esau nahm Weiber von den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter Elons, des Hethiters, und Oholibama, die Tochter des Ana, die Enkelin des Zibeons, des Heviters,
3. und Basmath, Ismaels Tochter, Nebajoths Schwester.
4. Und Ada gebar dem Esau Eliphas, aber Basmath gebar Reguel.
5. Oholibama gebar Jehus, Jaelam und Korah. Das sind Esaus Kinder, die ihm geboren sind im Lande Kanaan.
6. Und Esau nahm seine Weiber, Söhne und Töchter und alle Seelen seines Hauses, seine Habe und alles Vieh mit allen Gütern, so er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in ein ander Land, hinweg von seinem Bruder Jakob.
7. Denn ihre Habe war zu groß, daß sie nicht konnten beieinander wohnen; und das Land darin sie Fremdlinge waren, vermochte sie nicht zu ertragen vor der Menge ihres Viehs.
8. Also wohnte Esau auf dem Gebirge Seir. Und Esau ist der Edom.
9. Dies ist das Geschlecht Esaus, von dem die Edomiter herkommen, auf dem Gebirge Seir.
10. Und so heißen die Kinder Esaus: Eliphas, der Sohn Adas, Esaus Weibes; Reguel, der Sohn Basmaths, Esaus Weibes.
11. Des Eliphas Söhne aber waren diese: Theman, Omar, Zepho, Gaetham und Kenas.
12. Und Thimna war ein Kebsweib des Eliphas, Esaus Sohnes; die gebar ihm Amalek. Das sind die Kinder von Ada, Esaus Weib.
13. Die Kinder aber Reguels sind diese: Nahath, Serah, Samma, Missa. Das sind die Kinder von Basmath, Esaus Weib.
14. Die Kinder aber von Oholibama, Esaus Weib, der Tochter des Ana, der Enkelin Zibeons, sind diese, die sie dem Esau gebar: Jehus, Jaelam und Korah.
15. Das sind die Fürsten unter den Kindern Esaus. Die Kinder des Eliphas, des ersten Sohnes Esaus: der Fürst Theman, der Fürst Omar, der Fürst Zepho, der Fürst Kenas,
16. der Fürst Korah, der Fürst Gaetham, der Fürst Amalek. Das sind die Fürsten von Eliphas im Lande Edom und sind Kinder der Ada.
17. Und das sind die Kinder Reguels, Esaus Sohnes: der Fürst Nahath, der Fürst Serah, der Fürst Samma, der Fürst Missa. Das sind die Fürsten von Reguel im Lande der Edomiter und sind Kinder von der Basmath, Esaus Weib.
18. Das sind die Kinder Oholibamas, Esaus Weibes: der Fürst Jehus, der Fürst Jaelam, der Fürst Korah. Das sind die Fürsten von Oholibama, der Tochter des Ana, Esaus Weib.
19. Das sind die Kinder und ihre Fürsten. Er ist der Edom.
20. Die Kinder aber von Seir, dem Horiter, die im Lande wohnten, sind diese: Lotan, Sobal, Zibeon, Ana, Dison, Ezer und Disan.
21. Das sind die Fürsten der Horiter, Kinder des Seir, im Lande Edom.
22. Aber des Lotan Kinder waren diese: Hori, Heman; und Lotans Schwester hieß Thimna.
23. Die Kinder von Sobal waren diese: Alwan, Manahath, Ebal, Sepho und Onam.
24. Die Kinder von Zibeon waren diese: Aja und Ana. Das ist der Ana, der in der Wüste die warmen Quellen fand, da er seines Vaters Zibeon Esel hütete.
25. Die Kinder aber Anas waren: Dison und Oholibama, das ist die Tochter Anas.
26. Die Kinder Disons waren: Hemdan, Esban, Jethran und Cheran.
27. Die Kinder Ezers waren: Bilhan, Sawan und Akan.
28. Die Kinder Disans waren: Uz und Aran.
29. Dies sind die Fürsten der Horiter: der Fürst Lotan, der Fürst Sobal, der Fürst Zibeon, der Fürst Ana,
30. der Fürst Dison, der Fürst Ezer, der Fürst Disan. Das sind die Fürsten der Horiter, die regiert haben im Lande Seir.
31. Die Könige aber, die im Lande Edom regiert haben, ehe denn die Kinder Israel Könige hatten, sind diese:
32. Bela war König in Edom, ein Sohn Beors, und seine Stadt hieß Dinhaba.
33. Und da Bela starb, ward König an seiner Statt Jobab, ein Sohn Serahs von Bozra.
34. Da Jobab starb, ward an seiner Statt König Husam aus der Themaniter Lande.
35. Da Husam starb, ward König an seiner Statt Hadad, ein Sohn Bedads, der die Midianiter schlug auf der Moabiter Felde; und seine Stadt hieß Awith.
36. Da Hadad starb, regierte Samla von Masrek.
37. Da Samla starb, ward Saul König, von Rehoboth am Strom.
38. Da Saul starb, ward an seiner Statt König Baal-Hanan, der Sohn Achbors.
39. Da Baal-Hanan, Achbors Sohn, starb, ward an seiner Statt König Hadar; und seine Stadt hieß Pagu, und sein Weib Mehetabeel, eine Tochter Matreds, die Mesahabs Tochter war.
40. Also heißen die Fürsten von Esau in ihren Geschlechtern, Örtern und Namen: der Fürst Thimna, der Fürst Alwa, der Fürst Jetheth,
41. der Fürst Oholibama, der Fürst Ela, der Fürst Pinon,
42. der Fürst Kenas, der Fürst Theman, der Fürst Mibzar,
43. der Fürst Magdiel, der Fürst Iram. Das sind die Fürsten in Edom, wie sie gewohnt haben in ihrem Erblande. Das ist Esau, der Vater der Edomiter.
(Genesis 36:1-43)

Freitag, 6. Februar 2015

Al Taster Panejcha mimeni (Verbirg dein Angesicht nicht vor mir.. )




Shabbat shalom

Es war ein schoener Tag in Ein Kerem. Die Schoenheit der bluehenden Natur ist atemberaubend und man wird ruhig und geerdet. 
Morgen frueh werden wir in der Synagoge ueber Maamad Har Sinai lesen. Alle Juden, und alle, die irgendwann einmal Juden werden, - so sagen die Weisen - haben einmal - nach Ueberwindung von Zeit und Raum, dort gestanden, gemeinsam mit Am Israel und die 10 Gebote, die Asseret haDibrot gehoert, erfuerchtig und bebend... 
"KeIsh echad im Lev echad" wie ein Mensch mit einem einzigen Herzen. Alle vereint. Gemeinsam. 
So werden wir morgen in der Synagoge dann auch aufstehen, wenn die 10 Gebote gelesen werden, und jeder fuer sich wird sich vorstellen, dass er jetzt in diesem Augenblick die zehn Gebote hoert und dass er in diesem Augenblick am Berg Sinai steht. Gemeinsam mit Am Israel. 
Ein erhebender Augenblick. 
Und fuer mich ist wieder sehr sehr klar, dass ich nur diesen Weg gehen musste, denn er ist der richtige fuer mich. 
Ich bin dankbar und gehe mit freudigem Herzen in den Shabbat! 
Shabbat shalom, Am Israel!

Eine verrueckte Woche

Es war eine hektische Woche des Monatswechsels. Die neuen Patientenlisten fuer unsere Hausbesuche waren schon in unseren Faechern und die ersten Besuche mussten gemacht werden. Gleichzeitig hatte ich immer noch einige Erstberichte zu schreiben, von neuen Klienten, die ich besucht hatte. 
Wieder gleichzeitig sind die Monate Januar und Februar diejenigen, in denen die Berichte ueber Gastarbeiter geschrieben werden muessen - handschriftlich! 
Diese ca. 25 Berichte liegen ausgedruckt in meinem Fach und wollen in den naechsten Tagen geschrieben werden. Wahrscheinlich werde ich am Schluss welche mit nach Hause nehmen. 
Aber langsam langsam kehrt die normale Routine dennoch ein, ich sortiere die Patienten auf der Liste nach Terminen, in denen wir sie gesehen haben muessen, und nach Bezirk, damit ich nicht von Bayt vaGan nach Romema springe. 
Gestern und vorgestern hatte ich viel in Kyriat Moshe und Giv´at Shaul zu tun. Ich mag Giv´at Shaul ueberhaupt nicht, und das aus einem einfachen Grunde - es geht (steil!) berauf und bergab. Da wollen die Besuche genau geplant sein, um nicht am Ende wieder berauf zu hasten. 
Kyriat Moshe ist nett, da gibt es die Sderot haMeiri-strasse, die mit vielen Baeumen eine wirkliche Allee ist. Man kann - jetzt wo es waermer wurde - auf der Bank sitzen und die naechsten Besuche planen oder eine Ess-pause machen, verschnaufen. 
Naechste Woche ist auch wieder Bayt vaGan dran, auch ein netter Bezirk, aber auch da gilt es gut zu planen, denn steil geht es von der untersten Strasse Uziel ueber Bayt VaGan nach haPisga hoch.. 
Am schlauesten ist es daher, ganz oben zu beginnen, und sich langsam "nach unten" zu arbeiten. 
Zwei Patienten diesen Monat habe ich wieder in Ein Kerem - das ist dann eine willkommene Gelegenheit, dort unten Pause zu machen. 
Heute, am Freitag werde ich zu meiner alten Dame gehen und danach einen kleinen Abstecher vor Shabbat nach Ein Kerem machen. 
Es blueht und gruent, das muss man ausnutzen. Zu schnell ist diese Zeit dann wieder vorbei und alles wird trocken und braun.

Donnerstag, 5. Februar 2015


929 פרק לה Genesis Kapitel 35

Dr. Zachi Lev-Ran (aus seinen Ausfuehrungen zum Kapitel)
Die Geburten der 12 Kinder Jakobs nehmen ein (tragisches) Ende mit der Geburt von Benjamin, dem zweiten Kind von Rachel, und dem juengsten Sohn von Jakob. 
Rachel gibt ihrem Sohn kurz vor ihrem Tod den Namen der ihr Leid beschreibt. Ben-Oni (Sohn meines Leids).
"Ci Meta" (sie musste sterben, sie stirbt) scheint ein Schluesselausdruck zu sein fuer die Geburt von Benjamin. 
Rachel verlangt von ihrem Mann (Gen. 30.1) "Verschaff mir Soehne, wenn nicht sterbe ich.."
Sie fuehlt, dass sie ohne Kinder, ohne Soehne, sterben muss. Sie verlangt nicht EINEN Sohn, sondern Soehne. (und betet nicht zu G-tt um Kinder, wie Chana, die Frau von Elkana, sondern verlangt dies von ihrem Mann..)
Bei der Geburt von Josef sagt sie : "der Herr gebe mir noch einen anderen Sohn hinzu..." (Gen.30.24) und ihre Hebamme beruhigt sie in unserem kapitel: "Fuerchte dich nicht, denn diesen Sohn wirst du auch haben.." (35.17)
Aber Rachel versteht schon, dass ihr Tod nicht durch das "Fehlen von Soehnen" verursacht wird, sondern ausgerechnet durch die Geburt von Soehnen.
Durch einen doppelten Ausdruck wird dies in der Tora ausgedrueckt: 
Da ihr aber die Seele ausging, daß sie sterben mußte,...
(Genesis 35:18)
(ihre Seele ging aus, heisst ja bereits, dass sie stirbt, aber es wird noch einmal betont..."dass sie sterben musste")
Der Name Ben-Oni drueckt sehr viel mehr aus als ihre Geburtsschmerze und der nahende Tod, den sie fuehlt. 
Die Zusammensetzung von "Ben" (Sohn) und "On" (Leid) drueckt die ganze Tragoedie des Lebens und des Todes von Rachel aus, deren Sehnsucht nach Soehnen und ihr Tod untrennbar miteinander verbunden sind. 
Rachel hatte das Glueck, von ihrem Mann geliebt zu werden, auch ohne dass sie Kinder geboren haette. Doch findet sie in ihrem Leben keine Ruhe. 
Bevor sie geboren werden, fuehlt sie dass sie ohne Kinder sterben muss. 
Und nachdem sie sie geboren hat - stirbt sie. 
Jakob begreift die Bedeutung des Namens und da er nicht moechte, das sein kleiner Sohn die gesamte Tragoedie seiner Mutter traegt, aendert er diesen in einen optimistischeren Namen - gleichzeitig aber aehnlich dem Namen, den seine Mutter ihm geben wollte - Ben-jamin.(Sohn meiner Rechten (Hand))


Der Text

1. Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf und ziehe gen Beth-El und wohne daselbst und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschien, da du flohest vor deinem Bruder Esau.
2. Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut von euch fremde Götter, so unter euch sind, und reinigt euch und ändert eure Kleider
3. und laßt uns auf sein und gen Beth-El ziehen, daß ich daselbst einen Altar mache dem Gott, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und ist mit mir gewesen auf dem Wege, den ich gezogen bin.
4. Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die unter ihren Händen waren, und ihre Ohrenspangen; und er vergrub sie unter einer Eiche, die neben Sichem stand.
5. Und sie zogen aus. Und es kam die Furcht Gottes über die Städte, die um sie her lagen, daß sie den Söhnen Jakobs nicht nachjagten.
6. Also kam Jakob gen Lus im Lande Kanaan, das da Beth-El heißt, samt all dem Volk, das mit ihm war,
7. und baute daselbst einen Altar und hieß die Stätte El-Beth-El, darum daß ihm daselbst Gott offenbart war, da er floh vor seinem Bruder.
8. Da starb Debora, der Rebekka Amme, und ward begraben unterhalb Beth-El unter der Eiche; die ward genannt die Klageeiche.
9. Und Gott erschien Jakob abermals, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und segnete ihn
10. und sprach zu ihm: Du heißt Jakob; aber du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel sollst du heißen. Und also heißt man ihn Israel.
11. Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar und mehre dich; Völker und Völkerhaufen sollen von dir kommen, und Könige sollen aus deinen Lenden kommen;
12. und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir geben und will's deinem Samen nach dir geben.
13. Also fuhr Gott auf von ihm von dem Ort, da er mit ihm geredet hatte.
14. Jakob aber richtete ein steinernes Mal auf an dem Ort, da er mit ihm geredet hatte, und goß ein Trankopfer darauf und begoß es mit Öl.
15. Und Jakob hieß den Ort, da Gott mit ihm geredet hatte, Beth-El.
16. Und sie zogen von Beth-El. Und da noch ein Feld Weges war von Ephrath, da gebar Rahel.
17. Und es kam sie hart an über der Geburt. Da aber die Geburt so schwer ward, sprach die Wehmutter zu ihr: Fürchte dich nicht, denn diesen Sohn wirst du auch haben.
18. Da ihr aber die Seele ausging, daß sie sterben mußte, hieß sie ihn Ben-Oni; aber sein Vater hieß ihn Ben-Jamin.
19. Also starb Rahel und ward begraben an dem Wege gen Ephrath, das nun heißt Bethlehem.
20. Und Jakob richtete ein Mal auf über ihrem Grabe; dasselbe ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.
21. Und Israel zog aus und richtete seine Hütte auf jenseit des Turms Eder.
22. Und es begab sich, da Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und schlief bei Bilha, seines Vaters Kebsweib; und das kam vor Israel. Es hatte aber Jakob zwölf Söhne.
23. Die Söhne Leas waren diese: Ruben, der erstgeborene Sohn Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Isaschar und Sebulon;
24. die Söhne Rahel waren: Joseph und Benjamin;
25. die Söhne Bilhas, Rahels Magd: Dan und Naphthali;
26. die Söhne Silpas, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren sind in Mesopotamien.
27. Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak gen Mamre zu Kirjat-Arba, das da heißt Hebron, darin Abraham und Isaak Fremdlinge gewesen sind.
28. Und Isaak ward hundertundachtzig Jahre alt
29. und nahm ab und starb und ward versammelt zu seinem Volk, alt und des Lebens satt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.
(Genesis 35:1-29)