Mittwoch, 4. Februar 2015

929 פרק לד Genesis Kapitel 34

Jakob hat, wie es scheint, nur eine einzige Tochter, Dina. 
Diese wird von Sch´chem (Sichem), Sohn von Chamor (Hemor) - ein maechtiger Mann des Landes - vergewaltigt 
Dann verliebt er sich in Dina und erwartet von seinem Vater, dass der dafuer sorgt, dass er sie heiraten kann. Ganz schoen feige, oder? 
Erst eine schwache Frau vergewaltigen und dann nicht mal selbst den Mumm haben, beim Vater der Frau nachzufragen, ob er sie heiraten darf. Da wird dann der eigene Vater, Chamor (Hemor) vorgeschickt. 
Chamor (Hemor) fragt nicht nur nach der Tochter von Jakob, sondern macht sogar den Vorschlag, die Toechter des Volkes mit den Soehnen der Cheviter zu verheiraten. 
Diese sind aber keine Juden, also verlangen die Soehne Jakobs augenscheinlich, dass die Maenner von Hemor konvertieren, sich beschneiden lassen. 
Diese sind sogar einverstanden und fallen auf die Falle herein. 
Am dritten Tag nach der Beschneidung, als sie am schwaechsten sind, fallen  Shimon und Levi ueber die Maenner her und toeten sie. Scheinbar haben sie leichtes Spiel, denn diese sind geschwaecht und koennen sich nicht gut wehren. 
In den Augen Jakobs findet das keinen Gefallen. 

Im Gespraech mit Rav Benni und Liat Regev fiel mir auf, wie oft Liat Regev sich doch fragt, warum nun ALLE Maenner daran glauben muessen, wenn doch nur einer, Sichem, Dina vergewaltigt hat. 
Rav Benni gibt zu bedenken, dass man im Grunde mit einer westlichen Erziehung immer auf der Seite der "armen Maenner" ist, die ermordet werden. 
Aber dass man sich doch bitte ein einziges Mal vorstellen soll, wie sich Shimon und Levi fuehlen. Ihre Schwester ist vergewaltigt worden, und nun kommt der Vergewaltiger daher und will sie heiraten. 
Aber ihr Blut kocht, sie koennen es nicht einfach so hinnehmen, dass ihrer Schwester ein Leid angetan wurde. Sie haben eine Verantwortung fuer die Familie. 
Liat Regev wirft wieder ein, dass sie sich fragt, warum denn ALLE Maenner der Stadt getoetet werden muessen fuer einen einzigen, der vergewaltigt hat. 
Und im Grunde genommen nimmt Rav Benni wieder die Position von Shimon und Levi ein, verteidigt die Familie, die geschaedigt wurde, und die nun auf Rache sinnt. 
Ich kann - ganz ehrlich gesagt - auch die beiden Brueder verstehen, wenn auch nicht ganz das Ausmass der Rache. 
Interessant ist noch der Einwand von Liat Regev, dass Dina im Grunde genommen ueberhaupt nicht gefragt wird, weder ob sie ueberhaupt heiraten will (was sicher nicht der Fall sein duerfte, nach einer Vergewaltigung) noch, wie sie die Sache sieht. Jegliche Diskussion und Verhandlung spielt sich nur unter Maennern ab.

 Der Text

1 Dina aber, Leas Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging heraus, die Töchter des Landes zu sehen. (1. Mose 30.21) 2 Da die sah Sichem, Hemors Sohn, des Heviters, der des Landes Herr war, nahm er sie und lag bei ihr und schwächte sie. 3 Und sein Herz hing an ihr, und er hatte die Dirne lieb und redete freundlich mit ihr. 4 Und Sichem sprach zu seinem Vater Hemor: Nimm mir das Mägdlein zum Weibe.
   5 Und Jakob erfuhr, daß seine Tochter Dina geschändet war; und seine Söhne waren mit dem Vieh auf dem Felde, und Jakob schwieg bis daß sie kamen. 6 Da ging Hemor, Sichems Vater, heraus zu Jakob, mit ihm zu reden. 7 Indes kamen die Söhne Jakobs vom Felde. Und da sie es hörten, verdroß es die Männer, und sie wurden sehr zornig, daß er eine Torheit an Israel begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte, denn so sollte es nicht sein. (5. Mose 22.21)
   8 Da redete Hemor mit ihnen und sprach: Meines Sohnes Sichem Herz sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zum Weibe. 9 Befreundet euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere Töchter 10 und wohnt bei uns.Das Land soll euch offen sein; wohnt und werbet und gewinnet darin. 11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und ihren Brüdern: Laßt uns Gnade bei euch finden; was ihr mir sagt, das will ich euch geben. 12 Fordert nur getrost von mir Morgengabe und Geschenk, ich will's geben, wie ihr heischt; gebt mir nur die Dirne zum Weibe. (2. Mose 22.15)
   13 Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und seinem Vater Hemor betrüglich, darum daß ihre Schwester Dina geschändet war, 14 und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, daß wir unsere Schwester einem unbeschnittenem Mann geben; denn das wäre uns eine Schande. 15 Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, so ihr uns gleich werdet und alles, was männlich unter euch ist, beschnitten werde; 16 dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen und bei euch wohnen und ein Volk sein. 17 Wo ihr aber nicht darein willigen wollt, euch zu beschneiden, so wollen wir unsere Tochter nehmen und davonziehen. 18 Die Rede gefiel Hemor und seinem Sohn wohl. 19 Und der Jüngling verzog nicht, solches zu tun; denn er hatte Lust zu der Tochter Jakobs. Und er war herrlich gehalten über alle in seines Vaters Hause.
   20 Da kamen sie nun, Hemor und sein Sohn Sichem, unter der Stadt Tor und redeten mit den Bürgern der Stadt und sprachen: 21 Diese Leute sind friedsam bei uns und wollen im Lande wohnen und werben; so ist nun das Land weit genug für sie. Wir wollen uns ihre Töchter zu Weibern nehmen und ihnen unser Töchter geben. 22 Aber dann wollen sie uns zu Willen sein, daß sie bei uns wohnen und ein Volk mit uns werden, wo wir alles, was männlich unter uns ist, beschneiden, gleich wie sie beschnitten sind. 23 Ihr Vieh und ihre Güter und alles, was sie haben, wird unser sein, so wir nur ihnen zu Willen werden, daß sie bei uns wohnen. 24 Und sie gehorchten dem Hemor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen, und beschnitten alles, was männlich war, das zu dieser Stadt aus und ein ging.
25 Und am dritten Tage, da sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne Jakobs, Simeon und Levi, der Dina Brüder, ein jeglicher sein Schwert und gingen kühn in die Stadt und erwürgten alles, was männlich war. (1. Mose 49.5-7) 26 und erwürgten auch Hemor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon. 27 Da kamen die Söhne Jakobs über die erschlagenen und plünderten die Stadt, darum daß sie hatten ihre Schwester geschändet. 28 Und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf dem Felde war 29 und alle ihre Habe; alle Kinder und Weiber nahmen sie gefangen, und plünderten alles, was in den Häusern war.
   30 Und Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mir Unglück zugerichtet und mich stinkend gemacht vor den Einwohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Pheresitern; und ich bin ein geringer Haufe. Wenn sie sich nun versammeln über mich, so werden sie mich schlagen. Also werde ich vertilgt samt meinem Hause. (2. Mose 5.21) 31 Sie antworteten aber: Sollten sie denn mit unsrer Schwester wie mit einer Hure handeln? vorheriges Kapitel

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