Montag, 9. Februar 2015

929 פרק לז Genesis Kapitel 37

Wow! Ein Gedanke, der mir noch nicht kam beim Lesen des Kapitels, wird deutlich im Gespraech von Rav Benni Lau und Liat Regev. 
Die Geschichte von Josef und seinen Bruedern ist eine Familiengeschichte. Der kleine Sohn - Liebling des Vaters - traeumt. Er traeumt unter anderem dass die Sonne und der Mond und 11 Sterne (Vater, Mutter und die Brueder) sich vor ihm verneigen.
Und er erzaehlt seine Traeume zu allem Ueberfluss auch noch seinen Bruedern.
Und der Vater "behielt diese Worte". (37.11)
Spaeter schickt der Vater Josef hinaus zu seinen Bruedern, obwohl er doch genau wissen muss, dass sie ihm nicht wohl gesonnen sind. 
Kann es sein, dass er seinem Sohn eine Lektion erteilen will? 
Rav Benni sieht in dieser Geschichte von Josef zwei Ebenen. 
Die eine ist die familiaere, die tragische Geschichte von Bevorzugung und Neid. Aber auch Josef, der sich in der Grube fragen muss, "warum schickte mich Vater allein zu meinen Bruedern?"

Die zweite Ebene ist die hoehere Ebene, die Ebene, in der alles gelenkt wird, und das Ganze sieht. Die g-ttliche Fuegung. 
Und da wird ein Mensche ploetzlich wichtig. Der Mann auf dem Feld, auf den Josef trifft. (37.15) Nur ein Mann, ohne Namen, der auf die Frage: "Ich suche meine Brueder, sag mir doch wo sie hueten..." (37.16) ihm den Weg weist. Der Mann kommt aus dem Nichts, und kehrt wieder ins Nichts zurueck, wir wissen nichts von ihm. 
Aber - er ist ein Shaliach (ein Gesandter), der den Weg weist, der Josef dahin schickt, wo seine Brueder sind. Ohne diesen Mann haette Josef sich nicht zurecht gefunden. 
Der Mann ist ein Shaliach ohne es zu wissen. 
Es gibt den Shaliach, den Gesandten, der voellig bewusst, sich als Gesandter sehend in die Welt geht und seine Mission erfuellt. 
Aber es gibt auch den Shaliach, der nichts weiss von seiner Bedeutung die er in diesem Moment fuer einen anderen Menschen hat. 
So wissen auch wir nicht, mit welchen Worten, welchem unserem Tun wir manchmal Shaliach sein koennen und bei anderen Menschen etwas ausloesen, das sie veranlasst bestimmte Dinge zu denken, zu tun. 

Ich persoenlich schaue auf meinen Weg zum Judentum zurueck und bin fest davon ueberzeugt, dass J. ein bis heute guter Freund, voellig saekular lebender Jude, der nichts im Sinn hatte von "Menschen zum Judentum zu fuehren.." ein Shaliach fuer mich war. 
Er hat mit mir ueber der Tora gesessen und mir den Unterschied zur deutschen Uebersetzung nahe gebracht. Er hat mir die ersten hebraeischen Buchstaben beigebracht und mir in muehevoller Kleinarbeit sogar Pfeile an die Buchstaben gemalt, damit ich lerne, in welche Richtung ich sie schreibe. 
Spaeter, als ich laengst im Unterricht beim Rav Avichai war, auf meinem Weg zum Giur, sagte J. "Naja, du musstest ja nicht gleich Giur machen!" 
Er war sich seines Shaliach-tums nicht bewusst, beabsichtigte dies auch gar nicht. Aber ich bin fest ueberzeugt, dass er eine wichtige - wenn nicht zu diesem Zeitpunkt die wichtigste - Figur war im hoeheren Plan...

Der Text

1 Jakob aber wohnte im Lande, darin sein Vater ein Fremdling gewesen war, im Lande Kanaan. 2 Und dies sind die Geschlechter Jakobs: Joseph war siebzehn Jahre alt, da er ein Hirte des Viehs ward mit seinen Brüdern; und der Knabe war bei den Kinder Bilhas und Silpas, der Weiber seines Vaters, und brachte vor ihren Vater, wo ein böses Geschrei wider sie war.
   3 Israel aber hatte Joseph lieber als alle seine Kinder, darum daß er ihn im Alter gezeugt hatte; und machte ihm einen bunten Rock. 4 Da nun seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle seine Brüder, waren sie ihm feind und konnten ihm kein freundlich Wort zusprechen. 5 Dazu hatte Joseph einmal einen Traum und sagte zu seinen Brüdern davon; da wurden sie ihm noch feinder. 6 Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat: 7 Mich deuchte, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und stand, und eure Garben umher neigten sich vor meiner Garbe. 8 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Solltest du unser König werden und über uns herrschen? und sie wurden ihm noch feinder um seines Traumes und seiner Rede willen.
   9 Und er hatte noch einen andern Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: Siehe, ich habe einen Traum gehabt: Mich deuchte, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir. 10 Und da das seinem Vater und seinen Brüdern gesagt ward, strafte ihn sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, der dir geträumt hat? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und vor dir niederfallen? 11 Und seine Brüder beneideten ihn. Aber sein Vater behielt diese Worte.
12 Da nun seine Brüder hingingen, zu weiden das Vieh ihres Vaters in Sichem, (1. Mose 33.18-19) 13 sprach Israel zu Joseph: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich. 14 Und er sprach: Gehe hin und sieh, ob's wohl stehe um deine Brüder und um das Vieh, und sage mir wieder Antwort. Und er sandte ihn aus dem Tal Hebron, daß er gen Sichem ginge. (1. Mose 35.27) 15 Da fand ihn ein Mann, daß er irreging auf dem Felde; der fragte ihn und sprach: Wen suchst du? 16 Er antwortete: Ich suche meine Brüder; sage mir doch an, wo sie hüten. 17 Der Mann sprach: Sie sind von dannen gezogen; denn ich hörte, daß sie sagten: Laßt uns gen Dothan gehen. Da folgte Joseph seinen Brüdern nach und fand sie zu Dothan.
   18 Als sie ihn nun sahen von ferne, ehe er denn nahe zu ihnen kam machten sie einen Anschlag, daß sie ihn töteten, 19 und sprachen untereinander: Seht, der Träumer kommt daher. 20 So kommt nun und laßt uns ihn erwürgen und in eine Grube werfen und sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen, so wird man sehen, was seine Träume sind.
   21 Da das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten, und sprach: Laßt uns ihn nicht töten. (1. Mose 42.22) 22 Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft ihn in die Grube, die in der Wüste ist, und legt die Hand nicht an ihn. Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten, daß er ihn seinem Vater wiederbrächte.
   23 Als nun Joseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock, den bunten Rock, aus, den er anhatte, (1. Mose 37.3) 24 und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und kein Wasser darin. (Jeremia 38.6) 25 Und setzten sich nieder, zu essen. Indes hoben sie ihre Augen auf und sahen einen Haufen Ismaeliter kommen von Gilead mit ihren Kamelen; die trugen Würze, Balsam und Myrrhe und zogen hinab nach Ägypten. 26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was hilft's uns, daß wir unseren Bruder erwürgen und sein Blut verbergen? 27 Kommt, laßt uns ihn den Ismaeliten verkaufen, daß sich unsre Hände nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut. Und sie gehorchten ihm. 28 Und da die Midianiter, die Kaufleute, vorüberreisten, zogen sie ihn heraus aus der Grube und verkauften ihn den Ismaeliten um zwanzig Silberlinge; die brachte ihn nach Ägypten. (1. Mose 25.2)
   29 Als nun Ruben wieder zur Grube kam und fand er Joseph nicht darin, zerriß er sein Kleid (1. Mose 44.13) (2. Samuel 1.11) 30 und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo soll ich hin?

Jakobs Trauer

31 Da nahmen sie Josephs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut 32 und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock sei oder nicht. 33 Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Joseph zerrissen. (1. Mose 37.20)
   34 Und Jakob zerriß sein Kleider und legte einen Sack um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit. (1. Mose 37.29) 35 Und alle seine Söhne und Töchter traten auf, daß sie ihn trösteten; aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid hinunterfahren in die Grube zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte ihn.
   36 Aber die Midianiter verkauften ihn in Ägypten dem Potiphar, des Pharao Kämmerer und Hauptmann der Leibwache.

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