Dienstag, 10. Februar 2015

929 פרק לח Genesis Kapitel 38

Aus den Ausfuehrungen zum Text von Dr. Chaim Chiun, Dozent fuer Tora und israelische Kultur an der Kibbutz-akademie.

Josef wird nach Aegypten gebracht. So endet das gestrige Kapitel und beginnt das morgige. Dazwischen gibt es einen scheinbaren sehr auffaelligen Einschnitt - die Geschichte von Yehuda und Tamar.
Kein Zufall und keine Nachlaessigkeit, dass diese Geschichte die Geschichte von Josef unterbricht.
Denn wir sind eingeladen, die Parallelen und Zusammenhaenge zwischen den zwei Geschichten aufzudecken.
So werden wir im Laufe des Kapitels verstehen, dass Yehuda bestraft wird fuer das, was er seinem Vater Jakob angetan hat. 
Der Verantwortliche fuer das Leid und den Kummer Jakobs wird mit dem Tod zweier Soehne bestraft und mit der Sorge um das Leben des juengsten Sohnes. 
Die Sorge und Angst von Yehuda um Shela, den einzigen Sohn, der ihm geblieben ist, ist gleich der Sorge von Jakob um seinen juengsten Sohn Benjamin. 
Aber - das ist noch laengst nicht alles. 
Josefs "Hinabsteigen" nach Aegypten ist in mehrfacher Hinsicht bedeutungsvoll. Hier beginnt die Sklaverei in Aegypten. Holt doch Josef nach sich noch die gesamte Familie nach Aegypten, und das Ende ist die Sklaverei unter Pharao, Koenig von Aegypten. 
Am Ende unseres Kapitel wird Peretz geboren, Vater der Dynastie vom Hause David und daher auch der Vater des Mashiach (Messias), der in Zukunft erscheinen wird. 
Die Unterbrechung mitten in der Geschichte von Josef, der nach Aegypten verschleppt wird, soll also im Prinzip ein Zeichen des Trostes sein. 
Gleichzeitig mit dem "Absteigen" (Josefs) nach Aegypten, die den Beginn der Sklaverei uebermittelt, wird die Hoffnung auf eine bessere Zukunft geboren!
Und alles was ich hier geschrieben habe, ist bereits in den Worten der Weisen des folgenden Midrash angedeutet: 


שבטים היו עוסקים במכירתו של יוסף, ויעקב היה עוסק בשקו ובתעניתו, ויהודה עוסק לקחת אִשה, והקב"ה בורא אורו של מלך המשיח" (בראשית רבה פרשת וישב פ"ה).

(frei uebersetzt:  ganze Staemme waren damit beschaeftigt Josef zu verkaufen, und Jakob war mit Trauer und Fasten beschaeftigt und Jehuda ist beschaeftigt damit, eine Frau zu nehmen, und der Ewige, gelobt sei ER erschafft das Licht des Melech haMashiach (das Licht des Messias) (Bereshit Raba, Parashat Vajeshev

Der Beginn unserer Galut (Diaspora) und der Beginn unserer Erloesung liegen hier zusammen. 
Die Finsternis der Galut und das Licht des Messias.


(Hier in diesem Kapitel liegt uebrigens auch die Antwort auf die Frage woher das Wort "onanieren" kommt. 
Siehe 38.9. .... liess er´s (seinen Samen) auf die Erde fallen... )
Von diesem Kapitel nimmt die juedische Halacha das Verbot, "Samen zur Erde fallen zu lassen" .(איסור על הוצאת זרע לבטלה) Liat Regev fragt sich, ob G-tt Onan wirklich mit dem Tode bestraft hat, nur aufgrund dieser Handlung. Oder ob es evtl. um seine innere Einstellung ging.
Zu diesem Thema sagt Rav Benni Lau, dass es nicht nur um ein "Verbot dieser Taetigkeit per se" geht, sondern um die Einstellung, die dahinter steht. Das "auf die Erde fallen lassen des Samen" ist eine egoistische Einstellung - in diesem Falle von Onan, der mit seinem Samen der Tamar nicht ein Kind schenken will, das dann doch nicht sein eigenes ist, sondern als Kind des Bruders gelten wird. 
Onan sieht seinen Samen als sein Eigentum an, als etwas was ihm allein gehoert. Er will nicht mit diesem Samen Leben erzeugen. 
Das Verhaeltnis zum Samen soll heissen Leben erzeugen, nicht Leben zerstoeren.
Es gibt noch weitere, tiefere Bedeutungen und Erklaerungen zu diesem Thema und dem Verbot, auf die ich hier nicht naeher eingehen will. 
In jedem Falle sollte man sich klarmachen, dass das "Samen zur Erde fallen lassen" eine gegensaetzliche Handlung zur Mizwa "Pru urwu" (seid fruchtbar und mehret euch) ist.



Der Text

1 Es begab sich um dieselbe Zeit, daß Juda hinabzog von seinen Brüdern und tat sich zu einem Mann von Adullam, der hieß Hira. 2 Und Juda sah daselbst eines Kanaaniter-Mannes Tochter, der hieß Sua, und nahm sie. Und da er zu ihr einging, 3 ward sie schwanger und gebar einen Sohn, den hieß er Ger. 4 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn, den hieß sie Onan. 5 Sie gebar abermals einen Sohn, den hieß sie Sela; und er war zu Chesib, da sie ihn gebar.
   6 Und Juda gab seinem ersten Sohn, Ger, ein Weib, die hieß Thamar. 7 Aber Ger war böse vor dem HERRN; darum tötete ihn der HERR.
   8 Da sprach Juda zu Onan: Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe, daß du deinem Bruder Samen erweckest. 9 Aber da Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf daß er seinem Bruder nicht Samen gäbe. 10 Da gefiel dem HERRN übel, was er tat, und er tötete ihn auch.
   11 Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Thamar: Bleibe eine Witwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Sela groß wird. Denn er gedachte, vielleicht möchte er auch sterben wie seine Brüder. Also ging Thamar hin und blieb in ihres Vaters Hause.
   12 Da nun viele Tage verlaufen waren, starb des Sua Tochter, Juda's Weib. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf seine Schafe zu scheren, gen Thimnath mit seinem Freunde Hira von Adullam. 13 Da ward der Thamar angesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf gen Thimnath, seine Schafe zu scheren. 14 Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich mit einem Mantel und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enaim an dem Wege gen Thimnath; denn sie sah, daß Sela war groß geworden, und sie ward ihm nicht zum Weibe gegeben.
   15 Da sie nun Juda sah, meinte er, sie wäre eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt. 16 Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Laß mich doch zu dir kommen; denn er wußte nicht, daß es seine Schwiegertochter wäre. Sie antwortete: Was willst du mir geben, daß du zu mir kommst?  17 Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie antwortete: So gib mir ein Pfand, bis daß du mir's sendest. 18 Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir gebe? Sie antwortete: Deinen Ring und deine Schnur und deinen Stab, den du in den Händen hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm schwanger. 19 Und sie machte sich auf und ging hin und zog ihre Witwenkleider wieder an.
   20 Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund Adullam, daß er das Pfand wieder holte von dem Weibe; und er fand sie nicht. 21 Da fragte er die Leute: Wo ist die Hure, die zu Enaim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen. 22 Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; dazu sagen die Leute des Orts, es sei keine Hure da gewesen. 23 Juda sprach: Sie mag's behalten; sie kann uns doch nicht Schande nachsagen, denn ich habe den Bock gesandt, so hast du sie nicht gefunden.
   24 Über drei Monate ward Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Thamar hat gehurt; dazu siehe, ist sie von der Hurerei schwanger geworden. Juda spricht: Bringt sie hervor, daß sie verbrannt werde. 25 Und da man sie hervorbrachte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, des dies ist. Und sprach: Kennst du auch, wes dieser Ring und diese Schnur und dieser Stab ist? 26 Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie nicht gegeben meinen Sohn Sela. Doch erkannte er sie fürder nicht mehr.

27 Und da sie gebären sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leib gefunden. 28 Und als sie jetzt gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der wird zuerst herauskommen. 29 Da aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus; und sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riß gerissen? Und man hieß ihn Perez. 30 Darnach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand hatte. Und man hieß ihn Serah.



Kommentare:

Fragliich hat gesagt…

Diese Einstellungen (Verbot sera levatala) ist aus verschiedenen Gründen problematisch.

erstens ist physiologisch erwiesen dass die Samenproduktion verkümmert, wenn sie nicht benützt wird. D.h. ein lediger Mann reduziert seine Fruchtbarkeit, wenn er sich an dieses Verbot hält.

Zweitens gibt es manchmal in Paaren Spannungen, wo die Frau keinen Sex haben möchte, der Mann aber schon. Mit zera levatala könnte man das Problem lösen. Rabbiner & Ehemänner & Kallah-teachers tendieren dazu, der Frau einzureden, dass sie immer wollen muss, damit der Mann "sich erleichtern" kann. das ist sehr, sehr problematisch.

Drittens macht es jungen Männern unnötige Gewissensnöte.

NOA hat gesagt…

Ich habe die auslegungen wiedergegeben .nicht meine eigene einstellung.