Mittwoch, 25. März 2015

Jahrestreffen der SozialarbeiterInnen - wirklich nicht mein Tag

Es war im Ganzen nicht mein Tag, obwohl ich mich im Grunde auf dieses Jahrestreffen mit einigen interessanten Vortraegen zum Thema "Lebensende" gefreut hatte. 
Es fing schon am Morgen damit an, dass die fuer uns Sozialarbeiter organisierten Mitfahrmoeglichkeiten um 7:30 am Stadteingang auf uns warten wollten. Wir 4 Sozialarbeiter, die recht nahe beieinander wohnen, wollte mit einem Taxi zu diesem Treffpunkt und da zwei nicht puenktlich waren, mussten wir in Eile in ein Taxi steigen, in dem der Fahrer geraucht hatte. 
Waere ich allein gewesen, waere ich nicht eingestiegen, denn meine asthmatischen Beschwerden stellten sich sofort ein. 
Kurz vor Tel Aviv, wo das Treffen stattfand standen wir im Stau und als wir endlich mit einer halben Stunde Verspaetung eintrafen hatten die Vortraege noch nicht begonnen. Es wurde Cafe, Tee und Gebaeck gereicht, wobei fuer Veganer natuerlich nichts dabei war, bzw. man nicht sagen konnte, ob das Gebaeck nun parwe oder chalawi (milchig) war. Einen Cafe wollte ich schon gern trinken, da es aber keine Sojamilch oder aehnliches gab, rannte ich erstmal los in das Einkaufszentrum in der Naehe. 
Die Vortraege waren interessant, die aeusseren Bedingungen im gebuchten Saal des Kulturzentrums sehr schlecht. 
Die Praesentationen der Vortragenden wurden auf dem Laptop einer Sozialarbeiterin gezeigt, wobei der Hintergrund so dunkel war, dass man die Schrift kaum lesen konnte. Das Problem wurde dahingehend "geloest", dass man den Raum abdunkelte, was zu einer mueden einschlaefernden Atmosphaere fuehrte. 
Ich glaube ich war die Einzige, die das enorm stoerte und meinen Genuss wirklich schmaelerte. 
Das, was dann als "Mittagessen" angesagt wurde, waren abgepackte Sandwiches - nur Kaese oder Ruehrei, also wieder nichts fuer Veganer - und das hiess wieder losrennen, sich etwas eigenes organisieren - und das in einer 20-minuetigen Pause. 
Der Nachmittag endete damit, dass uns eine andere Kollegin mit nach Jerusalem nahm, die in einem absolut halsbrecherischen Tempo nach Hause jagte, um ihre Kinder "rechtzeitig" abzuholen. Mein Kollege und ich standen Todesaengste aus, da sie auch noch staendig im Auto telefonierte - nicht etwa mit einer Freisprechanlage, sondern mit dem Hoerer am Ohr. 
Ich bin nun froh, zuhause zu sein und fand diesen Tag ziemlich anstrengend.

Kommentare:

Boff hat gesagt…

Also ich esse koscher und bin für die Arbeit oft in einem nicht-koscheren Umfeld. Deshalb verlasse ich das Haus nie ohne meine Picknick-tasche (mit essen für genügend Mahlzeiten, bis ich wieder nach Hause komme).

Eine ähnlliche Grundeinstellung würde ich auch einem Veganer empfehlen, der in einem nicht-veganen Milieu lebt/arbeitet.

Einfach ungerüstet aus dem Haus gehen und dann die Nase rümpfen, weil "die anderen nicht an die Veganer gedacht haben" finde ich daneben.

Oder, alternativ, könnte man auch mal fünfe gerade sein lassen und die Croissants essen auch wenn sie - gasp - Butter enthalten. Das wäre sowieso gesünder als 100% strikt vegan sein... (Die veganen Inder halten das nur deshalb so gut aus, weil sie gelegentlich auch etwas Ungeziefer mitessen...)

NOA hat gesagt…

Da hast du Recht und so halte ich es in der Regel auch. Z.B beim Shabbat-essen einladung) esse ich vorher schon, damit ich nicht zu sehr Hunger schiebe..
aber ich finde bei so einem grossen Rahmen (soz.arb. aus dem ganzen Land) muss man - nicht nur an veganer (wovon es uebrigens in Israel ungleich viele gibt) sondern auch an Menschen denken, die sich aufgrund von Cholesterin nicht mit Eiern ernaehren, (es gab viel Ei, Ruehrei-sandwich, Eisandwich usw) oder viele Leute haben eine Lactose-intoleranz.. es war halt insgesamt shclecht organisiert, man musste nach Wasser (ganz normales Wasser) fragen, bis es geholt wurde etc... daher mein "Meckern"
Noa

Boff hat gesagt…

Ich finde, wenn man Allergien, Intoleranzen oder Sonderwünsche bezüglich Ernährung hat, dann ist man selber dafür verantwortlich, und nicht der andere ist dafür verantwortlich, für alle Sonderwünsche etwas bereitzustellen.

Ich finde es sehr nett, dass immer mehr Restaurants und Veranstalter sich in dieser Hinsicht Mühe geben, aber es ist nichts, was man einfordern sollte, finde ich.

Wenn man in Europa jüdisch-orthodox aufwächst, lernt man schon als Kind, immer genügend Verpflegung mitzunehmen, wenn man aus dem Haus geht. Man muss sich halt einfach organisieren. Und ich würde vermuten, dass Menschen mit Zoeliakie o.ä. das genauso handhaben.

Man kann nicht immer allen anderen die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden aufhalsen...

NOA hat gesagt…

Was dachte ich, als ich deinen Kommentar las?
BOFFFF!!!!!!!
(da haste es mir aber gegeben... )
:-)
shabbat shalom