Sonntag, 12. April 2015

Erneute Suche nach Ruhe

Hektik in Jerusalem. Autos, hupen, Druck bei der Arbeit, Tempo. Im Buero wird geschrien, es wird ueberhaupt viel geschrien. 
Am Telefon vor allen Dingen, Patienten und ihren Familien schreien uns an, wenn sie Beschwerden haben. 
Die Woche von Chol haMoed - den Halbfeiertagen - war wunderbar. Auf den Strassen innerhalb der Stadt war nicht so viel los, die Kinder haben Ferien, das spuert man. Die Bahn und die Busse sind nicht so vollgestopft. 
Ich arbeite zurzeit wieder stark daran, Ausgleich und Ruhe zu finden. 
Das Meditieren tut mir gut. Und der Fernseher wird nach den Nachrichten auch abgeschaltet. 
Ich wuenschte, ich koennte meine Arbeit irgendwie ruhiger verbringen, es waere schon schoen, nicht nur von A nach B hasten zu muessen. 
Andererseits ist es im Sommer schoen, draussen zu sein, statt im Buero der Schreierei ausgesetzt zu sein. Der Druck dort ist um ein Mehrfaches hoeher.
Der Druck draussen ist ein indirekter, das Wissen, soundsoviele Besuche "schaffen" zu muessen bis zum soundsovielten des Monats. 
Im Buero sitzen einem die Patienten und deren Familien direkt im Nacken und man muss reagieren auf Geschrei und Beschwerden. 

Gibt es eine Arbeit, bei der man Ruhebeduerfnis UND Job verbinden kann? Ausser Meditationstrainer?

Heute morgen war ich wieder in der Schmerzambulanz des Hadassah-Hospitals. Dieses Mal habe ich sowohl eine Art Akupunktur (aber tiefer gehend) als auch Spritzen in den oberen Rueckenbereich bekommen. Danach stellt sich ein warmes wohliges Gefuehl ein. (Leider ist der naechste Termin wieder erst in 3 Monaten...)
Danach in den stroemenden Regen und Hagel hinaus - nicht sehr foerderlich. 

Es ist wirklich regelrechte Arbeit, fuer sich und sein Ruhebeduerfnis zu sorgen. 
Ich werde gleich schon ins Bett gehen, noch ein wenig lesen und das war es dann.

Kommentare:

Juna hat gesagt…

Auch als Meditationslehrer hast Du Stress, Du musst ja genügend Stunden zum Überleben schaffen.
Aber das, was Du dort beschreibst. Soviel meditieren kann man fast nicht. Das wäre auch der einzige Rat, den ich Dir geben würde.
Ich merke, ich muss in letzter Zeit immer mehr raus aus der Stadt und versuche das auch, zumindest am Sonntag zu schaffen. Das holt zumindest viel wieder rein - auch, wenn es jetzt erst nach und nach geht, bei dem Wetter hier. Pass also gut auf Dich auf.
Juna

NOA hat gesagt…

Danke, Juna. Lieb von dir.
Ja, ich merke auch, dass ein Kurzausflug in die Natur(RUHE) mir wirklich sehr sehr gut tut. Heute hab ich das auch getan, mich einfach nur hingesetzt und in die natur geschaut. das gibt wieder Erdung und Kraft fuers Weitermachen
Noa

Sh hat gesagt…

Natur ist wirklich soooo essentiell. Schwierig in Deutschlands Großstädten und auch schwierig in Jerusalem, da dran zu kommen, aber Du hast ja jetzt ein Auto... Aber wie das schaffen, wenn da Schabbat ist und kein Sonntag. Freitags?
Ich glaube fest daran: sich in einem Park - wenn die Natur zu weit weg ist - einfach mal auf die Wiese zu legen. Mir hilft das immer, egal ob bei körperlichen oder seelischen Problemchen. Wie Du sagst, die "Erdung" ist dann wieder da.

NOA hat gesagt…

doch, in jerusalem gibt es ja noch ein kerem.. das ist nur 5 min. busfahrt (oder auto) vom har herzl weg und doch wie eine andere welt. .. bisschen wie toscana.. und RUUUUHIG..
es gibt auch parks, die ruhiger sind.. oder z.B. mitten in der Stadt, eine halbe minute vom shuk.. nachlaot.. du gehst ins viertel hinein und - RUHHHE
ja, freitags mache ich viel.. und wenn ich bisschen mehr geld habe, dann kann ich freitags wegfahren.. auch weiter.. und dann irgendwo den shabbat ueber uebernachten.. auch am wahltag hab ich was gemacht (rosh hanikra) und am yom azmaut werde ich auch wieder was machen. demnaechst kommt meine tochter da fahren wir etwas rum.. und ich nehmen meinen unglaublich umfangreichen jahresurlaub (10 tage), aber auch nicht gesamt, denn ich muss mir noch was fuer die andere tochter ueberlassen
aber auch nach der arbeit wenn ich fruehr schluss mache, z.b. schon um 15h oder so.. kann ich noch nach Tel Aviv oder ans tote meer fahren.. ... oder einfach in die jerusalemer berge.. war mit kollegin an den pessach-halbfeiertagen in Beit Zayt und Beit Meir.. das ist pure Erholung..

Sh hat gesagt…

Ja, Nachlaot ist ruhig und hat viele schöne Ecken, aber leider auch keine Natur... Ein Kerem ist da schön besser. Dort ist es wirklich schön und auch in der näheren Umgebung. Aber man braucht halt ein Auto...
Gut "atmen" kann man auch in Ein Yael und im Zoo, finde ich.
Ich wünsche Dir so viel Ruhe und Erholung wie möglich!

Flamingo hat gesagt…

Schön dass deine Tochter kommt. Da werdet ihr bestimmt wieder viel erleben ihr beide. :)

NOA hat gesagt…

Fuer Ein Kerem brauchte ich kein Auto. Ich bin dort fast jeden Tag gewesen, in einer zeit wo ich dringend ruhe brauchte. Jeden Tag nach der Arbeit fuhr ich von Beit VeGan aus mit dem bus herunter, 5 min. Auf den Bus warten war das, was am meisten zeit in anspruch nahm.
Aber wenn ich einmal unten war - stand die Zeit still.
jetzt mit dem auto sind auch andere gegenden moeglich, z.b. Beyt Zait..
Noa