Donnerstag, 23. April 2015

Wunderschoener Independence-Day

Ich habe heute alles richtig gemacht. Glaube ich. 
In vielen Gegenden hat es geregnet und war kalt. Ich dachte mir schon bei der Vorhersage, dass ich unbedingt ans Tote Meer fahren muss, denn da ist es meist warm. 
Und so war es. Ich hatte einen heissen, fast wolkenlosen Tag und bin viel gewandert, jetzt totmuede und zufrieden. 
Schon frueh am morgen bin ich im Nachal (Wadi) David gelandet, und dort eine kleine Runde gedreht bis zum Wasserfall. 
Anschliessend wollte ich noch zum Nachal (Wadi) Arugot, denn dort war ich wohl fast 10 Jahre nicht mehr. Ich hatte fast vergessen, wie majestaetisch sich dort die Wuestenfelsmassive erheben rechts und links vom Weg, der bis zum grossen Wasserfall ca. eine Stunde dauert. 
Wow! Wirklich eine starke Atmosphaere. Worauf man nur streng achten sollte ist, genug Fluessigkeit mitzunehmen. Der Mann am Eingang zum Nationalpark sagte jedem "Eine grosse Flasche pro Person" (1 1/2 l). Eine Stunde hin, dort etwas Zeit verbringen und nochmal eine zurueck. 
Als ein Mann ihm sagte, er habe nur kleine Flaschen, gab er ihm den strengen Hinweis: "Sobald ihr die Haelfte leergetrunken habt, UMKEHREN!" 
Bei mir kam es tatsaechlich genau hin, was er empfahl. 
Nach dem Spaziergang im Wadi Arugot wollte ich unbedingt Ein Gedi Kibbutz noch einen Besuch abstatten, denn auch dort war ich zuletzt 2004. Es gibt dort ein Kibbitz-guesthouse, wo ich damals 4 Naechte verbracht habe, und einen schoenen Botanischen Garten. 
Ein Gedi Kibbutz liegt auf einem Felsmassiv hoch ueber dem Toten Meer und bietet einen unvergleichlichen Ausblick auf die Umgebung, die hohen Felsmassive. 
Die verschiedenen Straende, wie der frei zugaengliche Strand von Ein Gedi und Mineral beach sind gesperrt, die Strasse wird kurz vor Ein Gedi umgeleitet, denn es wurden einige grosse Loecher festgestellt, die vom Wasser unterspuelt und sich in Bewegung gesetzt haben. All das muss nun "repariert" werden und kann Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern. 
"Das tote Meer wird nicht mehr so sein wie vorher" meinte eine Frau aus Ein Gedi Kibbutz. "Es ist eine Katastrophe fuer den Tourismus. G-tt sei dank ist in Ein Gedi Spa (auch einem Zugang zum Strand) noch alles relativ in Ordnung, man kann dort baden. (Aber mit einem Eintritt von ca. 80-95 Shekel)
Mein Tag war wunderbar und heiss, und als ich wieder hoch nach Jerusalem fuhr spuerte ich schon den eiskalten Wind, der einem zurzeit um die Nase weht.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Was die Löcher betrifft habe ich wohl Glück gehabt, dass ich letztes Jahr noch 1x da war. Der Katastrophe blickt man schon jahrelang offenen Auges entgegen. Die Proteste der wenigen Anwohner bleiben ungehört und der Tourismus ist anscheinend eine zu vernachlässigende Größe. Die Ursache liegt zum einen in den Dead Sea Works, die im übrigen mit VW einen langjährigen Vertrag abgeschlossen haben, und die langsam aber sicher das ganze Wasser verdampfen lassen und zum anderen im fehlenden Zufluss durch den Yordan. Alles bekannt, geschehen tut nichts. Ich war letztes Jahr erschrocken, wie tief mittlerweile das Wasser im Toten Meer steht.
Yoni