Samstag, 30. Mai 2015


Zu spaet

Da ich in den letzten zwei Wochen so mit Arbeit zugeschuettet war, hatte ich mich nicht ausreichend darum gekuemmert, was mit dem schwer kranken Mann meiner Bekannten ist. 
Und heute wollte ich Versaeumtes nachholen, machte mich mit Rucksack und einer Flasche Wasser auf den Weg ins Shaarej Zedek Hospital, um ihn dort zu besuchen. 
Zu spaet, wie sich herausstellte. 
Ich kam zur Krebs-Abteilung, dort fand ihn die Aushilfe nicht im Computer, sie schickte mich zur Info gegenueber dem Emergency Room in der 2. Etage.
Der Mann dort sagte, "er muesste auf der 7. Etage sein, Krebsstation.."
"Aber die schicken mich herunter, finden ihn nicht..."
"Entschuldigung, wer sind Sie fuer ihn?" fragt mich der freundliche Mitarbeiter. 
Ich sage: "Er ist der Mann einer Freundin. Jetzt sagen Sie bitte nicht, er ist verstorben..?"
Er nickt. "Doch. Gestern."

Amos war vor einem Jahr an Darmkrebs erkrankt. Wohl schon viel eher, aber entdeckt wurde der grosse Tumor im Dickdarm erst im letzten Jahr. Dann ging es schnell bergab. 
Der grosse schwere Mann wurde in den letzten Monaten nur noch zu einem Schatten seiner selbst und seit ein paar Wochen war er auf einer Station im Shaarej Zedek Hospital. 
Er hatte starke Schmerzen, der Krebs breitete sich wahnsinnig schnell im Koerper aus und war nicht fuer Chemotherapie empfaenglich. 
Nun war es sicher ein Segen fuer ihn, dass er doch zum Schluss recht ploetzlich friedlich eingeschlafen ist, wie mir seine Frau heute nachmittag erzaehlte. 

Ich kannte Amos gar nicht so gut, aber ein Erlebnis werde ich wohl nie vergesssen und bin ihm dafuer sehr dankbar. 
Wir waren bei gemeinsamen Freunden eingeladen und man stellte mich am Shabbat-tisch vor: "Dies ist Noa, Gioret, aus Deutschland eingewandert. .... "
Wir sprachen nett miteinander und am Ende des Abends, als wir uns im Flur an der Tuer verabschiedeten sagte Amos: 
"Wirklich nett, dich kennen gelernt zu haben. Interessant, deine Geschichte. Aber weisst du, was mich unglaublich stoert?"
Ich war gespannt. 
"Ich kann das nicht mehr hoeren, Gioret hin, Gioret her... Fuer mich bist du einfach eine Juedin. Alles andere ist ueberfluessig. Basta!"
Mir war ploetzlich so warm uns Herz. 
Das war fuer mich wirklich echte Akzeptanz, ohne Wenn und Aber und Uebertritt oder nicht. Ich kann mich nicht beklagen, denn ich werde vollstaendig akzeptiert, habe auch keine Probleme damit, zu meinem Giur zu stehen.
Aber solche Worte hatte ich irgendwie noch nie gehoert. 
Selbstverstaendlich hat er mich auch nie gefragt wie ich vorher hiess. Ich danke dir, Amos.
Amos ben Zahava ging in seine Welt. 
יהי זכרו ברוך

Freitag, 29. Mai 2015

Shabbat Shalom!

Das Schiff mit den Horrormeldungen und Bedrohungen, den Aengsten und Sorgen, dem Kummer und den Sehnsuechten faehrt langsam vorbei und laesst dem Shabbat Platz, einzuziehen.. in unsere Herzen, unsere Seelen..
Frei von Sorgen und Angst werden wir eintauchen in die Besonderheit und die Suesse dieses 7. Tages. Alles ist, als sei es vollstaendig, nichts muss mehr erledigt werden, alles ist getan.
In diesem Sinne wuensche ich euch Shabbat Shalom.
יהי שלום בחילך שלוה בארמנותיך...


Donnerstag, 28. Mai 2015

Islamischer Staat droht mit "Mega-terrorangriff" auf den Hafen von Eilat

Das hoeren wir heute ueberraschenderweise. Naeheres werde ich berichten. Der Terroranschlag soll in den naechsten Tagen stattfinden.  
Soweit ich das verstanden habe, ist es eine Terrororganisation im Sinai, die sich mit IS identifiziert und IS im Gazastreifen zur Zusammenarbeit aufruft. 
Es geht ihnen in erster Linie darum, Aegypten zu schaden und die Chamas zu bekaempfen, die nach ihrer Einstellung mit Israel kooperiert. Dass man ja nicht auf die Idee kommt, es ist so einfach... 
Die Bedrohung wird sehr ernst genommen. Man rechnet mit mehreren Angriffen gleichzeitig. Die Frage scheint nicht zu sein, OB so ein Szenario stattfindet, sondern WANN.

Wooow, ein kuehler Wind

Herrlich, ein kuehler Wind weht. 22h ....
Fenster weit auf und atmen.... atmen... atmen..
Die naechste Nacht verspricht grosse Erleichterung im Gegensatz zur letzten.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Jerusalem, Mittwoch, 27. Mai 2015, 23:25 Uhr , 34 Grad

Die hoechsten Werte seit 1973 werden zurzeit gemessen.
Heute war es in Jerusalem 38 Grad, in Sderot 44.
Tel Aviv 42.
Mit Nachtwerten um die 30 Grad wird es wohl keine so angenehme Nacht werden.
Morgen soll der Sharav im Laufe des Vormittages brechen. D.h. dann wird es um einige Grade angenehmer.

Reaktion der IDF

Heute in der Nacht gab es, als Reaktion auf die Rakete aus dem Gazastreifen, Luftschlaege der IDF.

Dienstag, 26. Mai 2015

Meine Raketen-app sprang an, vor ein paar Minuten Alarm im Sueden

In der Naehe Ashdod gab es Alarm. Meine app sprang an und ich hab mich bisschen erschrocken
Fehlalarm?
Nein.
Tatsaechlich sind 3-4 Raketen von gaza aus abgeschossen worden in Richtung Ashdod.
Uff... das katapultiert einen doch glatt wieder ein Jahr zurueck....
Hoffe nicht...

Update
es waren 4 Gratraketen.

Die Armen in Ashdod. Mussten nach "langer" Zeit wieder in die Schutzraeume rasen. 

Letztes Update, es war nur eine Rakete.

Chamas und andere Organisationen haben KEINE Verantwortung uebernommen. Man geht davon aus, dass eine kleinere Organisation dahintersteckt, die der Chamas schaden will.
(bisschen grotesk, oder?)

Montag, 25. Mai 2015

Ein eindrucksvolles Shavuot fuer mich

Wider Erwarten, habe ich wohl das groesste spirituelle Erlebnis der letzten Jahre gehabt. 
War ich noch am Freitag irgendwie gar nicht richtig "vorbereitet" fuer das Fest der Tora-uebergabe am Sinai, weder koerperlich noch seelisch auf der Hoehe, Lichtjahre von einer Feiertagsstimmung entfernt, so begann im Grunde schon am Shabbat abend in der Synagoge eine seltsame Wandlung mit mir. 
Ich war irgendie sehr empfaenglich fuer das, was um ich herum geschah und nahm wahr, dass ploetzlich ein guter Freund, der sonst ein recht "trockener" Beter ist, und keinesfalls lange Gebete mit Gesang (wie in der Jakar) liebt, in der Ramban-Synagoge ploetzlich anfing zu wippen beim Lecha Dodi. Ich konnte ihn von oben von der Frauen-galerie aus sehen und war ziemlich gefangen von seinem Anblick. Ich meinte zu sehen, wie er weint, und das passte doch so gar nicht zu ihm. Spaeter, als wir aufstanden, und uns umdrehten, bei der letzten Strophe des Lecha Dodi, sah ich wie er ein Taschentuch zueckte und sich ueber die Augen wischte. Ich hatte also richtig gesehen. 
Ein anderer Mann, etwas aelter als ich, den ich auch vom Sehen kenne, hatte schon die gesamte Zeit gestanden, als Einziger, und mit offenen Armen und geschlossenen Augen inbruenstig den Shabbat willkommen geheissen. 
Ich war fit. Komischerweise war ich fit und fuehlte mich nicht grossartig muede.
Und ich fuehlte eine seltsame Stimmung in mir, die auf etwas anderes hindeutete, als in den letzten Jahren zu Shavuot. 
In der Shabbat nacht war ich allein, weil es mir nicht so gut ging vom Magen her und ich nicht alles essen konnte, so dass ich meine Einladungen absagte. 
Und ich spuerte schon, obwohl es erst Shabbat war, einen ausserordentlichen Drang, dieses Mal endlich zum Sonnenaufgang zur Kotel zu gehen, was ich noch nie geschafft habe. 
Immer war ich muede und kaputt von der Woche, aber vielleicht wuerde es dieses Mal klappen, wenn ich mich nur gut am Shabbat ausruhen wuerde?
Andererseits wollte ich auch zu den Shiurim, die ueberall angeboten werden in der Shavuot-nacht. 

Am Beginn des Chag, also gestern abend, hatte ich mich recht gut erholt und war fit, immer noch in dieser besonderen Stimmung. Ein erhebendes Gefuehl, das ich nicht beschreiben kann. 
Vor dem Abendgebet, war ein interessanter Shiur in der Jehuda-haLevi-Synagoge ueber die zehn Gebote und was das Volk Israel am Berg Sinai hoerte. 
Danach blieb ich zum Abendgebet und rannte schnell nach Hause um die Kerzen zu zuenden. Anschliessend ass ich etwas und ging dann zu einem anderen Shiur in die Yael-Gemeinde, zum Thema Naasse veNishma. 
Zu diesem Thema koennte ich auch eine Menge erzaehlen, aber das vorrangige Gefuehl war dieser Drang und das Beduerfnis, zur Kotel zu gehen. 
Ich fragte saemtliche Leute, aber niemand wollte mit mir gehen und da ich nicht wusste, ob viele Leute diesen Gang zur Kotel machen, hatte ich ein wenig Angst, ich wuerde auf dem Weg niemanden treffen und dann doch zurueckkehren muessen, denn das waere mir zu unheimlich. 

Aber es kam ganz anders und ich danke G-tt fuer dieses Erlebnis. 
Um halb zwei kam ich nach Hause und legte mich hin, aber ohne richtig gut einzuschlafen, schliesslich wollte ich schon in etwas mehr als zwei Stunden wieder aufstehen, und losgehen. Ich war aufgeregt und hoerte vor meiner Tuer, dass Menschen unterwegs waren zu Fuss. 
Um vier Uhr dann, ohne grosse Probleme zog ich mich etwas waermer an, da es in Jerusalem nachts doch kalt ist, und ging los. 
Ich kann nicht beschreiben was auf den Strassen los war und wurde von einer derartigen Hochstimmung ergriffen, dass ich schon auf dem Weg weinen musste. 
Die Verse des Psalmes קכב 122) stiegen in meinem Innern auf. 

"שמחתי באומרים לי, בית ה" נלך" (Ich freute mich, ueber die mir sagten, lasst uns zum Hause des Herrn gehen."
Ja, so fuehlte ich mich. Wir gingen zum Hause des Herrn, auf den Har haBait zu. So mussten sich die Wallfahrer gefuehlt haben. Wie aufregend. Wir gehen zum Hause des Herrn!

"עומדות היו רגלינו בשעריך ירושלים" (unsere Fuesse stehen in deinen Toren, Jerusalem.)

Ich konnte es kaum fassen. Ich hab es geschafft, ich gehe zur Kotel. Mitten in der Nacht. Ich werde die Sonne aufgehen sehen, dort, ganz nahe beim Haus des Herrn, wo der Tempel stand. 
Massen an Menschen waren unterwegs und stroemten zielstrebig in nur eine Richtung. Ich musste weinen. Hatte Gaensehaut und ging immer schneller. 
Und als wir die Steigung zum Shaar Zion (Zionstor) hochgingen fuehlte ich noch etwas anderes in mir. So muss es gewesen sein, als die Menschen endlich endlich 1967, nach fast 20 Jahren wieder an der Kotel beten durften, am dem Tag haben viele geweint vor Glueck und Aufregung. 

Durch das Zionstor weiter, hinunter zum Parkplatz und an der Hurva-Synaoge vorbei, wo auf dem grossen Platz die Menschen an jeder Ecke standen. 
Als ich dann die Treppen hinunter zur Kotel ging, und an der Jeshiwa Ben Porat Josef vorbeikam, sah ich schon auf dem Vorplatz der Kotel und an der Kotel Tausende von Menschen, wirklich Tausende, so wie beim Birkat haKohanim zu Sukkot und Pessach am Tag. Aber es war noch dunkel. 
Ich entschloss mich, zunaechst auf dem kleinen Vorplatz hoch ueber der Kotel zu bleiben, wo die grosse Nachbildung der goldenen Menora steht. 
Von da aus konnte ich gen Osten schauen zum Oelberg und etwas mehr rechts in Richtung Judaeische Wueste, totes Meer. 
Dort stand ich mit einigen Menschen. Die Voegel stimmten in einem Baum ein lautes Konzert an. 
Und ueber dem Oelberg hob sich ganz langsam ein wenig Licht, nur ein kleiner Streifen, der langsam heller wurde. Das Tageslicht. (Alot HaShachar)
Und als ich noch haderte, ob ich nicht doch herunter an die Kotel gehen soll, kam von oben singend ein Rav mit seinen Jeshiwa-studenten auf den Vorplatz, wo ich mich befand. 
Ich war ploetzlich sicher, den bestern Platz zu haben, den man sich vorstellen kann fuer einen solchen Morgen. 
Die Menschen um die Jeshiwaschueler und auch ich gesellten sich zum Gebet. Und das Tageslicht wurde heller ueber dem Berg. Ich konnte meinen Blick kaum abwenden. 
Sie sangen und tanzten und hakten sich beim Rav unter, der sich nicht so bewegen konnte wie sie. Er stand wie ein Fels in der Brandung und betete. Sang. 
Um mich herum waren viele "verzueckt", beruehrt, aufgeregt. Ich war nicht allein mit meinen Gefuehlen. 

Schliesslich kam der grosse ueberwaeltigende Augenblick und Anblick. 
Direkt zu "Gaal Israel", der letzten Bracha vor dem Shmone-Esre-Gebet lugte die rote Sonne ueber dem Oelberg hervor. (Beten mit Netz hachama)
Ich muss schon wieder weinen, wenn ich davon schreibe. Wie ergreifend doch dieser Morgen war. Und wie tief man sich mit der Natur verbinden kann, mit den Tageszeiten, dem beginnenden noch ganz jungen Tag. 
Ich konnte auch die Jeshivastudenten in ihrer Euphorie verstehen. Sie lagen sich in den Armen und waren in einer anderen Welt. Gemeinsam. 
Wir alle waren in einer anderen hoehren Welt und doch ganz hier. 
Und beim Shmone-Esre war alles still. Die Sonne. Und wir. Und unser Gebet, das zum Himmel aufstieg. Die tiefen Emotionen und unsere Traenen. 
Seelen die verbunden sind. 
..... und schliesslich, das Hallel. Grosser Lobpreis, tiefe Dankbarkeit, Liebe und neue Hoffnung.
אנא ה' הושיע נא
אנא ה' הצליחה נא
G-tt, hilf uns!
G-tt, lass es gelingen!

Nach dem Gebet stieg ich herunter zur Kotel. Wenigstens wollte ich einmal die Steine beruehren und ein paar Worte sprechen. 
Es war gar nicht so einfach, sich ihr zu naehern, denn alles war voller Menschen. 
Die Schwalben zogen ihre Kreise ueber den Gebeten der Menschen und alles war irgendwie anders. Die Welt erwacht zum Leben. 

Spaeter wurden auf dem Vorplatz kleine Paeckchen mit einer kleinen Flasche Wasser und 2 Muffins verteilt. Staerkung nach einem anstrengenden, die Seele und den Koerper erfuellenden Erlebnis. 
Ich habe noch nie so etwas Schoenes erlebt. 
Danke, dass du mir die Kraft gegeben hast, den Shavuot-Morgen so zu beginnen.


Freitag, 22. Mai 2015

Shabbat shalom, Chag Shavuot Sameach und frohe Pfingsten!


Als der Dalai Lama gefragt wurde, was das erstaunlichste Ding der Menschheit ist, antwortete er:
Der Mensch. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Und dann - opfert er sein Geld um die Gesundheit wieder herzustellen. Und dann - hat er solche Angst vor der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht geniessen kann. Das Ergebnis ist, dass er sowohl die Gegenwart, als auch die Zukunft nicht richtig leben kann, er lebt, als ob er niemals sterben wird und stirbt, dann, als ob er niemals gelebt hat..."

Eine Bitte an die Menschen

Mensch, lass deinen Mitmensch ein eigener Mensch sein. Lass ihm seine Entscheidungen und seine Plaene, auch wenn du selbst sie nicht verstehst. 
Lass den Mitmenschen anders sein als du, denn das macht ihn aus, das Anderssein. Die Vielfaeltigkeit ist es, die uns Menschen so bunt macht, nicht das Gleichsein. 
Versuch nicht, ihn, den Anderen, gleichzumachen, um jeden Preis. Uebe keinen Druck aus und entscheide nicht fuer Andere. Vertraue darauf, dass der Andere weiss und fuehlt, was fuer ihn gut ist, nicht du. 
Lass dem Anderen die Freiheit, Freiheit auch "nein" zu sagen. Denn ein "nein" ist nicht gegen dich, sondern fuer das Wohl des Anderen. 
Deine Grenzen sind nicht seine Grenzen und deine Kraft ist nicht seine. 
Dein Empfinden ist nicht sein Empfinden deine Haut ist nicht wie seine. 
Du musst es nicht verstehen, oder nachfuehlen, denn das kannst du nicht. Du bist ja nicht Er. Du musst es nur akzeptieren, ohne Draengeln, ohne Druck auszuueben und ohne Fragen nach Rechtfertigung. 
Denn es gibt keine Rechtfertigung, die du verstehen koenntest, du bist ja nicht Er. Also versuch es erst gar nicht zu verstehen. Akzeptiere es. Lass es so stehen. Fuer den anderen. Nicht gegen dich. 
Sei weiter im Kontakt und sei nicht beleidigt. Denn es gibt keinen Grund dafuer.
Versuche du, deine Grenzen zu fuehlen und zu achten, und ueberrenne sie nicht aus falscher Angst vor Verlust oder gar aus Pflichtgefuehl. 
Deine Pflicht ist, auf dich zu achten und die Signale deiner Seele und deines Koerpers nicht zu ueberhoeren, denn wenn du sie missachtest, werden sie staerker und lauter, bis du endlich hinhoerst 
Denk daran, dass du in deinem Leben - auf deiner Lebensbuehne - der wichtigste Mensch bist. Geh gut mit dir um und wahre deine Grenzen. 
Der Andere muss nicht verstehen, nur zu deinem Wohl akzeptieren, ohne Druck, ohne Forderungen. 
Und du musst nicht ueber deine Kraefte gehen, nur hoeren und fuehlen und das Boot so gut es geht steuern, so dass es nicht untergeht im stuermischen Meer des Lebens. 
Chag Sameach

Donnerstag, 21. Mai 2015

Chag Shavuot Sameach

(foto: fb-seiten vom Temple Institut)

Shavuot steht vor der Tuer, das Fest der Uebergabe der Tora

Ja, eigentlich "unser" Fest, das Fest der Uebergabe der Tora. Das Fest aller Gerim, denn man sagt, jeder der Jude ist, und der irgendwann in seinem Leben mal uebertritt zum Judentum, seine Seele hat damals mit am Sinai gestanden, als die Tora uebergeben wurde. (nach Ueberwindung von Zeit und Raum). 
An Shavuot wird auch die Megillat Ruth gelesen, die Geschichte von Ruth, der Moabiterin, die sich dem Volk Israel aus freien Stuecken anschliesst und somit der Prototyp aller Gerim ist. 
"Dein G-tt sei mein G-tt und dein Volk sei mein Volk" sagt sie zu ihrer Schwiegermutter, die sie nicht verlaesst, auch nach dem Tod ihres Mannes nicht. 
Ich liebe dieses Fest und aergere mich ein wenig, dass es fuer mich persoenlich ueberschattet ist von koerperlichem Unwohlsein und innerlichem Druck auf das Ende des Monats zu. 
Arbeitsmaessig geht es am Ende des Monats (zwischen 20. und 31.) immer ziemlich heiss her bei uns. Nicht nur, dass alle Hausbesuche geschafft werden muessen, nein, man muss auch alle Berichte noch in den Computer eingeben. 
Normalerweise tut man gut daran, zwischendurch einmal die Woche im Buero Berichte zu schreiben, denn sonst sind es 100 am Ende des Monats. 
In diesem Monat wurde bei uns renoviert, so dass die meiste Zeit kein Computer zur Verfuegung stand, nur fuer die Angestellten im Buero, die dort jeden Tag sind. 
Die Sozialarbeiter haben nicht jeder einen eigenen Arbeitsplatz, Computer, da sie meistens draussen vor Ort sind. Das heisst jedes Mal am Ende des Monats um einen Computer "kaempfen",an dem man in Ruhe seine Berichte schreiben kann. 
In Ruhe ist auch stark uebertrieben, denn rundherum wird geschrien und geschimpft. Alles spielt sich in einem Grossraumbuero ab, wo es keine Trennwaende gibt. 
Alle Pflegerinnen, Foreign worker, die Angestellten, die Familien, die eine Pflegerin fuer die Eltern suchen, alle rufen, reden und - oft auch schreien - durcheinander. 
Konzentrieren ist da schwer. 
Ich muss heute noch einmal alles geben, um nicht mit noch groesserem Druck in die naechste, letzte Woche des Monats zu gehen. 
Und dann falle ich wahrscheinlich wieder wie tot auf meine Couch, um mich am Shabbat und an Shavuot zu erholen von der Arbeit und fuer die Arbeit. 

Mittwoch, 20. Mai 2015

Wieder "gesund"? oder wieder bei der Arbeit?

Ihr werdet es vielleicht nicht ganz glauben, aber ich habe heute wieder angefangen, Hausbesuche zu machen und mich zurueck bei der Arbeit gemeldet. 
Gesund ist das nicht, und richtig fit habe ich mich nicht gefuehlt. 
Aber warum mache ich sowas dann, wenn ich doch 3 Tage krank geschrieben bin?
Nun, ich habe schon einmal darueber berichtet, dass es in IL dem Arbeitgeber per Gesetz freigestellt ist, ob er dem AN die ersten drei Krankheitstage zahlt. 
Viele Firmen nutzen diese Chance und zahlen NICHT. 
So auch meine Firma. 
Das bedeutet im Klartext: der erste Krankheitstag wird komplett NICHT bezahlt. 
Der zweite nur zu 50% und erst der dritte voll. 

In meiner Gehaltskategorie sind das ca. 500-600 Shekel, die am Ende des Monats fehlen. 100-120 EUR. Hoert sich fuer euch sicher wenig an, aber fuer uns hier ist es recht viel
Jeder, der in einer solchen Firma arbeitet, ueberlegt sich also dreimal bevor er "krank feiert". Und wenn, dann ist das sicherlich keine "Feier", denn man muss mit den Konsequenzen leben. 
Die naechsten Konsequenzen - oder Strafen fuers Kranksein - sind mehr Hausbesuche, fuer die Zeit wo man keine machen konnte. Denn die Arbeit wird ja nicht spontan von anderen Kollegen uebernommen. 
Also doppelt gestraft.
Tja.. ich haette Lust, mal der Regierung zu schreiben, wie krank diese Regelung des Gesetzgebers doch ist. und wie kurzsichtig. Denn die Arbeitskraft des Arbeitnehmers erhaelt man so natuerlich nicht. 
Aber was ich festgestellt habe: Das ist auch gar nicht wichtig, denn es gibt ja jede Menge Ersatz. Wenn ein Sozialarbeiter verschlissen ist, stellt man eben einen anderen ein. Genug Arbeitssuchende gibt es ja. 
Auch hier in Israel.

Musik heilt und macht (manchmal) fuer ein paar Minuten frei

Geht es euch auch so? Manche Musik kann heilen und frei machen, und einen in eine andere Welt tragen.
So geht es mir mit Matanot ktanot (kleine Geschenke) von Rami Kleinstein
Und hier koennt ihr sogar mitsingen, falls ihr hebr. lesen koennt.

Fuer Brigitte... und alle, die Awraham Tal moegen (schau mal was ich gefunden habe)


Krank im Bett

In den letzten 4 Naechten bin ich gegen Morgen immer mit einem Uebelkeitsgefuehl und Druck in der Magengegend aufgewacht. 
Es legte sich danach und morgens nach dem Fruehstueck war es weg. 
Aber in der Nacht auf gestern liess es nicht nach, die Schmerzen waren staerker, gleichzeitig hatte ich Gliederschmerzen, als habe ich Fieber und absolut keinen Appetit. Mein geliebtes selbst zusammengestelltes Muesli wanderte in den Abfall, statt Cafe trank ich Tee und ein paar Stunden spaeter sass ich bei meiner Aerztin. 
Ich hatte schon ueberlegt, dass Nuechtern-schmerz auf ein Ulcus hindeuten koennte und ein Stress-ulcus wuerde absolut zu meiner Situation passen. 
Der Druck ist nicht nur in der Magengegend, er ist in meinem Job zurzeit immer da, so dass man sehr auf sich aufpassen muss. 
Hausbesuche, Hausbesuche, Hausbesuche.. und dann noch unter Termindruck. 
Ich habe jetzt ein Auto, aber wenn ich es fuer die HB benutze, bekomme ich keinen Shekel fuer Sprit, geschweige denn dass die Firma sich an den Haltungskosten beteiligt. 
(Wir bekommen das Geld fuer die Monatsfahrkarte, das ist alles. Und mit dem Bus und zu Fuss, sind manche Gegenden wirklich schlecht erreichbar, besonders wenn man die Wartezeiten an den Haltestellen einrechnet ist es regelrechte Zeitverschwendung.)
Daher hatte ich in der letzten Zeit entschieden, zwar auf meine Kosten aber dennoch ab und zu mit dem Auto zu fahren. 
Man glaubt nicht, was fuer eine grosse Erleichterung das ist und wieviel mehr man schaffen kann, ohne abends voellig kaputt und durchgedreht zu sein. 
Nun hatte die Chefin mir auch noch zusaetzliche HB aufgedrueckt, wegen Personalmangel, diese zwar gegen Extrageld, aber.... Geld hin, Geld her, ich kann es wirklich gut gebrauchen, nur, der Druck waechst damit noch mehr. 
(Uebrigens gibt es Firmen, die verstanden haben, dass ein Auto nicht nur dem Mitarbeiter Erleichterung bringt, sondern auch die Arbeitskraft schont und auf lange Zeit mehr Arbeit zu schaffen ist..)

Auch privat muss ich daher achten, das zu tun, was mir gut tut, was nicht zuviel ist fuer mich. 
Ich habe schon ein paarmal darueber berichtet, dass die Menschen hier SEHR viel unternehmen, in ihrer Freizeit, 
Am Jerusalem-tag, den ich wirklich ueber alles liebe, schlug meine Freundin mir vor, zur offiziellen Veranstaltung auf dem Givat haTachmoschet zu gehen, aber es war mir zuviel. Am Vorabend hatte ich an einem Abend in der Yakar teilgenommen, Lieder und Geschichten zum Thema Jerusalem. Das war in einem Rahmen, den ich gut aushalten konnte, mehr privat und intim, als laut. 
Auch an den Shabbatot bin ich in letzter Zeit so kaputt, dass ich oft nur abends zum Gebet ging, in die Ramba´n Synagoge die gleich in der Naehe ist. Am Shabbatmorgen blieb ich zuhause, fruehstueckte ganz in Ruhe und genoss das Voegelgezwitscher bei mir am Haus. Einfach nur dasitzen, ohne Zeitdruck... das tat meinem Koerper gut. 
Ich habe mir fuer Anfang Juni ein Hostelzimmer in Tel Aviv gebucht, fuer einen Tag. Am Meer sein, ohne Zeidruck zurueckzufahren, einfach abschalten. 
Meine Freundin hatte mir daraufhin fast ein wenig "vorwurfsvoll" gesagt, sie koenne es nicht verstehen, wie ich Geld fuer ein Zimmer ausgebe, und gleichzeitig zum "Shabbat Kehilla" (zum Gemeindeshabbat der Beit Knesset Yehuda haLevi, wo ich viele Menschen kenne) nicht mitfahren will. 
Dieser Gemeindeshabbat beginnt immer an einem Freitag morgen. Man faehrt los mit dem Bus, hat einen Reisefuehrer gebucht und auf dem Weg zum eigentlichen Ziel (dieses Mal hoch im Norden) haelt man an interessanten Stellen an und hoert etwas ueber den Ort. Freitag nachmittag werden in der Jugendherberge die Zimmer bezogen und es geht zur Synagoge, anschliessend gemeinsames Essen. 
Man uebernachtet in Zweibett-zimmern, da der Preis durch den Reisefuehrer schon recht hoch ist. 
Am Shabbatmorgen, Gebet und Essen. Am Nachmittag sprechen einzelne Gemeindemitglieder ueber ihre Arbeit, meist sehr interessante Geschichten. 
ABER: Ich bin schon ein paarmal mitgefahren, und im Moment kann ich mir leider nicht vorstellen, mein Zimmer zu teilen. Ich brauche das Abschalten, die Ruhe. 
Ich kann das viele stundenlange gemeinsame Essen zurzeit nicht aushalten, den Laerm im grossen Saal nicht ertragen , wenn mehr als 100 Menschen zusammen sitzen
Und schon gar nicht das "volle Programm". Auch wenn 2 Stunden Ruhe ist zwischen Essen und Vortragsnachmittag.. das ist mir zu wenig. 
Ich denke, jeder muss fuer sich achten, was ihm gut tut. Nicht jede Lebenssituation erfordert das gleiche Ruhebeduerfnis. 
Was man jedoch sagen muss, es ist nicht immer einfach, sich da durchzusetzen und manchmal wuensche ich mir einfach, dass ein "Nein, danke" reicht und nicht noch ein paarmal versucht wird, mich zu ueberreden/ueberzeugen.
Alles in allem wuensche ich mir zurzeit einen Job, der mir weniger Termindruck/Zeitdruck auferlegt und bei dem man den Mitarbeiter, wenn er krank ist, nicht fragt: Wieviel kannst du dennoch schaffen?
So hilfsbereit und menschlich die unmittelbare Umgebung ist, die Freunde, Bekannte... so knallhart ist doch manchmal hier das Arbeitsleben. 
Soweit ich mich umhoere, sind die Jobs, die ein wenig menschenfreundlicher sind, sehr rar.

Sonntag, 17. Mai 2015


Yom Yerushalaiym Sameach!

Heute feiern wir Yom Yerushalaiym. Die Befreiung Ostjerusalems (die Wiedervereinigung) am 28. Ijjar im Jahre 1967, im Sechs-Tage-Krieg. 
Menschen erzaehlen, wie es fuer sie war, nachdem man ploetzlich an der Kotel beten durfte. 
Es muss ein unglaubliches Gluecksgefuehl gewesen sein. 
Zur Erinnerung: Vorher war Jerusalem geteilt, die Kotel (Westmauer), sowie Ostjerusalem war unter Jordanischer Herrschaft. (seit dem Unabhaengigkeitskrieg 1948). 
Es ist kein offizieller Feiertag, daher habe ich ein technisches Problem heute. Ich werde mich durch die uebervolle Stadt kaempfen muessen, denn im Laufe des Tages wird es noch einen Umzug mit Fahnen geben. 
Aus dem ganzen Land werden heute Menschen nach Jerusalem "hinauf"-stroemen. 
Chag Sameach!

Freitag, 15. Mai 2015

Shabbat Shalom!

Traurig, und gleichzeitig dankbar. Dankbar fuer die schoene Zeit mit meiner Tochter. Und traurig, dass sie vorbei ist. Wehmuetig, wenn ich an die gemeinsamen Augenblicke, Minuten und Stunden denke, den Austausch, die Gefuehle, die wir fuer dieses Land offenbar teilen. 
Ich singe ein Dankeslied, (Psalm 100), Tehillim ק
Und Ihr? Wofuer koennt ihr danken?
Und wuensche euch Shabbat shalom!

Mittwoch, 6. Mai 2015

Ein wunderschoener Tag im Nachal Arugot

In Ein Gedi gibt es zwei Wadis (Nechalim). Wadi (Nachal) Daviv und Wadi (Nachal) Arugot.
Wadi David ist ein wenig leichter zu laufen, als Wadi Arugot. Im Wadi Arugot gibt es zwei Pfade, den blauen und den roten (nach den Kennzeichnungen)
Der blaue fuehrt unten entlang, und man muss einen Grossteil der Strecke durchs Wasser gehen, mehr als knoecheltief geht es nicht.
Der rote fuehrt oberhalb des Wadis, und bietet einen wunderschoenen Blick von oben.
Beide fuehren am Schluss zum versteckten Wasserfall (the hidden waterfall), der kaltes frisches Wasser bietet und nach einem Marsch von etwa einer Stunde fuer Abkuehlung sorgt.
Pflicht ist fuer jede Person, eine grosser Flasche Wasser mitzunehmen. (1 1/2 l), die man am Eingang auffuellen kann. Sollte man weniger mitnehmen, so lautet der dringende Rat: Wenn die Haelfte des Wassers getrunken ist, MUSS umgekehrt werden.
Letztes Mal habe ein einen Steinbock gesehen, heute waren eher
viele rote und blaue Libellen unterwegs und die wunderschoenen Tristrammiot (Tristramstare), die einen rot-orangenen Streifen am Fluegel haben und sehr schoen und melodisch pfeifen. Sie kommen recht nahe, wenn man Essen auspackt. Auch am Toten Meer sind sie oft zu hoeren.
























































Dienstag, 5. Mai 2015

Koffer endlich da. Die Laune ist entspannt. G-tt sei dank


Morgens um kurz nach halb neun wurde meine Anfrage wegen der Koffer dahingehend beantwortet, dass nun auch der 2. Koffer in Israel eingetroffen sei. Man wuerde sich mit uns in Verbindung setzen, und zwischen 13 und 15h die Koffer liefern. Kurz vor halb drei war es dann auch so, dass sie endlich hier eintrafen. Man muss dazu sagen, dass dieser Tag heute im Grunde also auch ein wenig "verloren" war, denn vor 3 konnte man nicht viel machen.
Dafuer hatten wir danach in Ein Kerem einen wunderschoenen Gang hoch zum Grundstueck der russischen Kirche. Die Aussicht war fast klar, der Himmel blau und "mein" Ein Kerem, hat den beiden auch gefallen. Anschliessend auf dem Shuk Machane Yehuda noch eingekauft fuer morgen, denn dann soll es zum Toten Meer gehen, Wanderung im Nachal Arugot mit anschliessendem Bad in Ein Gedi Spa im toten Meer.



















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Montag, 4. Mai 2015

Ein Koffer ist am Flughafen Ben Gurion

Soeben sagte die automatische Beantwortung von El Al, dass EIN Koffer angekommen ist. 
Anschliessend konnte ich mich - endlich! - mit einer Mitarbeiterin verbinden lassen und die sagte, dass der 2. koffer im Grunde auch von Zürich nach Israel geschickt werden sollte, aber eben nicht mit ankam. 
Dieser koennte dann noch in der Nacht kommen, im besten Falle. 
Wir werden morgen frueh dann daruber informiert werden, wann uns der Koffer - oder die Koffer gebracht werden. 
Die Auslieferung findet meist zwischen 9 und 14h statt. 

Aufenthalt ein wenig ueberschattet - Koffer weg

Ein einziger Alptraum - um es vielleicht etwas uebertrieben zu sagen - war der Flug (die Fluege) meiner Tochter mit ihrem Partner nach Israel. 
Sie waren um 3 Uhr aufgestanden, um dann um 4h abgeholt zu werden zum Duesseldorfer Flughafen. Mit Swiss-Air sollte es nach Zürich, und von da aus nach Tel Aviv gehen. 
Es ging nicht mit Swiss-Air nach Zuerich, sondern mit Germanwings. Das wurde mal eben 24 Stunden vor dem Flug beschlossen. 
Ist ja nicht schlimm. 
Sie sassen im Flugzeug um 7h morgens, als der Captain durchgab, alle muessen wieder aussteigen, das Flugzeug muss gewechselt werden. Die Tuer geht nicht zu. 
Das hiess aber auch, dass der Anschlussflug in Zuerich nicht erreicht werden konnte. Wie sollte es nach Israel weiter gehen und vor allem - wann?
Das konnte man zunaechst den beiden nicht sagen. 
Irgendwann ging es dann nach Zuerich mit einem Flugzeug, bei dem man die Tuer verschliessen konnte, und in Zuerich standen die zwei dann da, und warteten auf eine Loesung. 
Diese kam dann. Man koenne ihnen anbieten, mit El Al um 14h weiterzufliegen. Auch dieser Flug war verschoben worden aber zumindest wuerden sie am selben Tag (Abend) noch ankommen. 
Ich verfolgte im Internet die Flugplaene und nachdem sie dann endlich am Flughafen Ben Gurion um 19:30 ankamen, waren sie - wie man befuerchten konnte - ohne Gepaeck. 
Sie mussten ein Formular ausfuellen fuer den Zoll und nun heisst es warten. 
Kostbare Zeit des Urlaubs, ein paar schoene Tage in Jerusalem, dann Tel Aviv, sind - zurzeit jedenfalls - irgendwie ueberschattet. Keine frische Kleidung, keine persoenlichen Sachen, und dazu noch erreichbar sein, was heisst - keine grossen Ausfluege zurzeit. 
Wir wollten sowieso in Jerusalem bleiben am ersten Tag, da der Partner meiner Tochter noch nie in Israel war, aber es ist schon ziemlich aergerlich, vor allem haben wir so unsere Zweifel, dass das Gespaeck schnell kommt. 
Denn schliesslich war es nicht nur El Al, sondern auch andere Fluggesellschaften waren beteiligt an ihrem Flug nach Israel. 
Gestern abend dann erstmal zu Freunden, T-Shirts ausleihen, die nun am Partner meiner Tochter schlabberig herunterhaengen. Das traegt nicht gerade zu guter Laune bei. 
Ich kann gleich um 8:30 bei El Al anrufen, und falls sich die Koffer auffinden, wird man sie uns sogar vorbeibringen. 
Es ist sicher nicht das Schlimmste, was passieren konnte, aber es ueberschattet schon sehr unsere Laune. 
Falls wir uns entschliessen, zum Canyon Malcha zu fahren um Kleidung zu kaufen, waere das auch ein verlorener Tag. (oder ein paar verlorene Stunden)
Ich hoffe auf ein Wunder, dass das Telefon gleich klingelt und man uns schon am Morgen die Koffer bringt. Meine Wuensche sind immer ein wenig zu gross, oder?