Donnerstag, 21. Mai 2015

Shavuot steht vor der Tuer, das Fest der Uebergabe der Tora

Ja, eigentlich "unser" Fest, das Fest der Uebergabe der Tora. Das Fest aller Gerim, denn man sagt, jeder der Jude ist, und der irgendwann in seinem Leben mal uebertritt zum Judentum, seine Seele hat damals mit am Sinai gestanden, als die Tora uebergeben wurde. (nach Ueberwindung von Zeit und Raum). 
An Shavuot wird auch die Megillat Ruth gelesen, die Geschichte von Ruth, der Moabiterin, die sich dem Volk Israel aus freien Stuecken anschliesst und somit der Prototyp aller Gerim ist. 
"Dein G-tt sei mein G-tt und dein Volk sei mein Volk" sagt sie zu ihrer Schwiegermutter, die sie nicht verlaesst, auch nach dem Tod ihres Mannes nicht. 
Ich liebe dieses Fest und aergere mich ein wenig, dass es fuer mich persoenlich ueberschattet ist von koerperlichem Unwohlsein und innerlichem Druck auf das Ende des Monats zu. 
Arbeitsmaessig geht es am Ende des Monats (zwischen 20. und 31.) immer ziemlich heiss her bei uns. Nicht nur, dass alle Hausbesuche geschafft werden muessen, nein, man muss auch alle Berichte noch in den Computer eingeben. 
Normalerweise tut man gut daran, zwischendurch einmal die Woche im Buero Berichte zu schreiben, denn sonst sind es 100 am Ende des Monats. 
In diesem Monat wurde bei uns renoviert, so dass die meiste Zeit kein Computer zur Verfuegung stand, nur fuer die Angestellten im Buero, die dort jeden Tag sind. 
Die Sozialarbeiter haben nicht jeder einen eigenen Arbeitsplatz, Computer, da sie meistens draussen vor Ort sind. Das heisst jedes Mal am Ende des Monats um einen Computer "kaempfen",an dem man in Ruhe seine Berichte schreiben kann. 
In Ruhe ist auch stark uebertrieben, denn rundherum wird geschrien und geschimpft. Alles spielt sich in einem Grossraumbuero ab, wo es keine Trennwaende gibt. 
Alle Pflegerinnen, Foreign worker, die Angestellten, die Familien, die eine Pflegerin fuer die Eltern suchen, alle rufen, reden und - oft auch schreien - durcheinander. 
Konzentrieren ist da schwer. 
Ich muss heute noch einmal alles geben, um nicht mit noch groesserem Druck in die naechste, letzte Woche des Monats zu gehen. 
Und dann falle ich wahrscheinlich wieder wie tot auf meine Couch, um mich am Shabbat und an Shavuot zu erholen von der Arbeit und fuer die Arbeit. 

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