Montag, 22. Juni 2015

Gewaltsame Zusammenstoesse in der Stadt

Seit dem Messerangriff gestern am Damaskustor auf einen Grenzsoldaten, gibt es zunehmend gewaltsame Zusammenstoesse in der Stadt. 
Unter anderem wurden Steine auf Sicherheitskraefte geworfen, in der Naehe des Damaskustors und Molotowcocktails. Molotowcocktails wurden auch auf dem Oelberg geworfen.

Ich muss mich an eine Freundin aus Deutschland wenden, die auf facebook zu Beginn des Ramadan schrieb "Dann ist wenigstens weniger Energie fuer Terrorangriffe da."
Ich wollte es nicht so deutlich sagen, aber es ist in der Tat genau umgekehrt. 
Beim Ramadan liegen die Nerven blank, sind die Aggressionen hoeher als sonst im Jahr. 
Ich habe es selbst bei einem mir bekannten Araber gesehen (israelischer Araber, der in der Jerusalemer Altstadt wohnt). Es war gegen Ende des Ramadan, und ich wurde damals von ihm vom Flughafen abgeholt, um gegenueber des Damaskustore, im Paulushaus (beliebtes Guesthouse fuer Deutsche und auch Platz fuer Volontaere) mein Volontariat zu machen. Wir naeherten uns der Stadt, letzter Tag Ramadan, Araber reiten vor dem Damaskustor auf Pferden auf und ab, schreien etwas, was ich nicht verstehe. Die Stimmung scheint aufgeheizt, sieht aus wie ausser Kontrolle, Tumulte. 
Mein Fahrer bekommt ein hasserfuelltes Gesicht, das ich vorher nie sah. Er erzaehlt mir von "den Juden", wie schrecklich sie sind, wie sehr man unter ihnen leidet als Araber. Er erzaehlt nicht, er schreit fast. Und ich werde immer kleiner auf dem Beifahrersitz, bin froh als wir ankommen und ich aussteigen kann. 

An einem anderen Tag hatte er mir erzaehlt, warum er leicht hinkt, wie er in der Altstadt von einer Bombe getroffen wurde, die in einem Brot deponiert war und direkt neben ihm explodierte, als er vorbeiging. 
Er geht nach Westjerusalem zu einem juedischen Arzt zur Behandlung. 

1 Kommentar:

Flamingo hat gesagt…

Das ist ja alles furchtbar!!