Freitag, 12. Juni 2015

Yahrzeit von Rav Mordechai Eliahu (זצוק"ל)

Heute abend beginnt die Yahrzeit (der Todestag) von Rav Mordechai Eliahu. 5 Jahre ist es her, seitdem er in "seine Welt" gegangen ist (wie es im Judentum ausgdrueckt wird) oder aber "er sich entfernt hat" (הסתלק)
Eine grosse Gedenkveranstaltung fand zu seinem Gedenken heute abend statt auf dem Har HaMenuchot, wo er begraben liegt.
Da ich mit Grossveranstaltungen meist so meine Probleme habe, da sie mir zu anstrengend sind, und es schwer ist, mittendrin zu gehen, wegen der Menge, war ich heute mittag schon dort, und habe an seinem Grab gebetet.
Aber bereits am Mittag waren viele Menschen dort, um zu beten. 
Nun ist es nicht so, dass man zu einem bekannten Rabbi oder einem Kabbalisten betet, denn im Judentum ist es verboten, einen Menschen anzubeten, zu ihm zu beten.
Man pilgert zu Graebern grosser Rabbiner, damit durch ihre Verdienste evtl. die eigenen Gebete erhoert werden moegen. Obwohl ich Rav Mordechai Eliahu nicht persoenlich kannte,was i
ich sehr bedaure, habe ich eine sehr eigene Beziehung zu ihm. 
Ich habe meine Geschichte schon ein paarmal hier in diesem Blog erzaehlt, und wer sie kennt, kann die folgenden Worte ueberschlagen. 
Als ich 2010 Im Shaarej Zedek-Hospital am Herzen operiert wurde, lag ich auf der Intensivstation. Irgendwann kam eine Schwester zu mir und sagte zu mir: "Weisst du eigentlich in welchem Bett du liegst?" Ich sah sie fragend an. "Nun, vor ein paar Tagen ist der Rav Mordechai Eliahu hier in diesem Bett gestorben. Danach bist du die erste, die in diesem Bett liegt." Ich erschrak und sagte: "Oh, je..". Die Schwester beruhigte mich. "Nein, nein, das ist ein gutes Zeichen. Es ist eine "S´chut", ein grosser Verdienst (Ehre) in diesem Bett zu liegen.Der Rav war ein ganz grosser Gelehrter und Kabbalist. Er mochte alle Menschen und hat bis zum Schluss hier auf der Intensivstation Menschen empfangen, die eine Bracha erbaten. (einen Segen). Und noch etwas..." sie sah mich laechelnd an. "Er hat viele Frauen empfangen, die Kummer hatten, z.B. weil sie kein Glueck in ihrem Leben hatten, oder keine Kinder bekamen... der Rav hat ihnen dann einen neuen Namen verliehen, um das Schicksal zu aendern.. abzuwenden. Oft gab er ihnen den Namen Noa. Und er gab immer folgende Erklaerung. Noa, das sind die Anfangsbuchstaben von ניסים ונפלאות עשה השם (Wunder und Wundertaten tat G-tt, der Herr) 

Seit diesem Tag habe ich eine innere Beziehung zu Rav Mordechai Eliahu. Er ist in dem Bett von dieser Welt gegangen, worin ich gesund wurde. 
Und hin und wieder wende auch ich mich mit einer Bitte an ihn, fahre zum Grab und hoffe, durch seine Verdienste werden auch meine Gebete erhoert.
יהי זכרו ברוך

Kommentare:

SH hat gesagt…

השם heisst "der Name" -
also ein in einem nicht genau definierten Bereich gelassener Begriff.
Auf keinen Fall "G'tt", und auf gar keinen Fall "der Herr". השם ist weder männlich noch weiblich. השם ist viel grösser.
Ich finde das ganz wichtig den Begriff genau zu übersetzen, um genau diese Grösse von השם nicht einzuschränken.
Wir haben andere Begriffe, Hilfsmittel, wo השם als "mein Herr" oder anderes bezeichnet wird (alles insgesamt schwierig genau zu interpretieren), aber השם ist wunderbarerweise ganz frei vom Konzept "männlich"/ "weiblich"/ oder Herrschaft.
Ich finde es sehr wichtig, das der - vor allem nichtjüdischen - Leserschaft darzustellen.

שבת שלום -

NOA hat gesagt…

Oh jaaa. das ist ein sehr grosses Thema fuer sich, worueber man sehr lange schreiben kann. Ich bin nicht sicher, ob man so tief eintauchen sollte, wenn man nicht juedisch ist.
Noa