Donnerstag, 16. Juli 2015

Alarm um 2h im Bereich Ashkelon

Eine Rakete wird um 2h nachts von Gaza aus nach Israel geschossen. Sie landet auf freiem Feld. Die Bewohner werden durch "zewa adom" -Alarm aus dem Schlaf gerissen und suchen die Schutzraeume auf. IDF reagiert und greift Terrorinfrastruktur  im Gazastreifen an. 
Morgen ist Ramadan-Ende und ich habe wirklich ein mulmiges Gefuehl. All die Jahre war immer hochgekochte Stimmung an diesem Tag. 
In diesem Jahr wurden schon einige Drohungen vorher ausgesprochen, die nichts Gutes versprechen. 

Zwi Jechezkeli - Journalist und Fachmann in Sachen arabische Bevoelkerung - hat sich im gesamten Monat Ramadan in und um die Mosheen herum aufgehalten, und die "Predigten" und Auslegungen anzuhoeren, die die geistlichen Oberhaeupter durch die Lautsprecher verteilen. 
15 Mosheen, vom Norden bis in den Sueden hat er sich "angesehen" und dabei musste er sich fuer viele nicht einmal verkleiden, um sich einzuschmuggeln, denn die meisten Predigten wurden durch Lautsprecher weitergegeben. (Zwi Jecheskeli schmuggelt sich haeufig mit Leichtigkeit in die arabische Bevoelkerung, um Stimmen einzufangen, und Stimmungen. Er hat ein sehr arabisches Aeusseres und spricht die Sprache perfekt und ohne Akzent. Seine Eltern sind Kurden, die aus dem Irak eingewandert waren. 
Die gestrige Reportage zeigt auf, wie viele geistliche Oberhaeupter die Predigten nutzen, um Stimmung und Hetze gegen den zionistischen Feind zu verbreiten. An vielen Mosheen wurde ganz offen aufgerufen, IS zu unterstuetzen gegen den gemeinsamen zionistischen Feind, gegen die Besetzung. 
Die extremistischsten Predigten wurden in Umm El Fachem im Norden und in der Al Akza in Jerusalem gehalten. An der Al Akza in Jerusalem auf dem Tempelberg wehen beim Freitagsgebet auch in der letzten Zeit mehr und mehr die schwarzen Fahnen des IS. 
Dort wurde sogar aufgerufen, Juden zu toeten. 
Die gemaessigten Predigten wurden ausgerechnet in Gaza gehoert, wo zu Frieden aufgerufen wurde. 
Das Resumme von Zwi Jecheskeli ist folgendes: wo vorher Chamassymphatisanten waren, wurde aufgerufen, sich IS anzuschliessen und sie zu unterstuetzen. Und in den Gegenden, wo bisher eher gemaessigte Kraefte vorherrschten, neigt man in der letzten Zeit dazu, mit Chamas zu symphatisieren.

Ich hoffe sehr, dass der morgige  Tag mit dem Rammadan-Ende ohne grosse Vorfaelle ablaeuft, erinnere mich aber sehr gut an die Zeit, als ich Volontaerin war und gegen ueber dem Damaskustor in Ostjerusalem untergebracht war. Dort konnte man zum Ramadan-ende - schon vor 10 Jahren - die aufgebrachte aggressive Stimmung deutlich spueren, die ganze Nacht ueber.. 
Angenehm ist das nicht. 

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