Donnerstag, 23. Juli 2015

Raanana/Hod haSharon - ein neuer Abschnitt beginnt

Eine aufregende Zeit liegt hinter mir - und eine noch aufregendere Zeit vor mir. 
Nun ist es fest. Ich werde nur noch einen Monat bei meiner derzeitigen Arbeitsstelle sein und dann geht es nach Hod Hasharon, zur Konkurrenzfirma (im Grunde aber auch wieder nicht, da unsere Firma in Hod Hasharon keine Filiale hat). 
Wieder eine Firma, die sich mit den Pflegekraeften fuer eine Hilfe zuhause bei alten Menschen beschaeftigt, mit israelischen oder Fremd-arbeitern und mit der Bituach Leumi (der Sozialversicherungsgesellschaft) zusammenarbeitet, die die Stunden bewilligen muss. 
Diese Firma hat aber Filialen im gesamten Land, was bedeutet, dass man auch innerhalb der Firma - auf Wunsch - wechseln kann (etwa bei einem Umzug usw.)
Ich habe das Angebot einer 75% Stelle angenommen, wo ich dann genausoviel verdienen werde wie auf einer vollen Stelle bei meiner jetzigen Arbeit. 
Weiter ist die Stelle auf ein halbes Jahr begrenzt, was aber nicht sehr schlimm ist, weil es wie gesagt einige Filialen gibt, wohin man ausweichen kann, falls man nicht in eine volle Stelle umwandeln kann. 

Dennoch werde ich mir auch dort einen kleinen Nebenjob suchen muessen, ich werde von 8 bis 14h Uhr arbeiten, da ist Zeit genug fuer eine zweite Stelle. 
Meine Malka kann ich ja dann leider nicht mehr besuchen. Hod Hasharon und Jerusalem liegen zu weit auseinander. 

Die Chefin ist informiert - grosse Dramen gab es nicht, eher Ignoranz - und das, obwohl wir schon lange nach noch einer Sozialarbeiterin suchen, die sich nicht findet. Nun sind es schon zwei und im Grunde noch eine halbe Stelle, da eine Kollegin reduziert hat, sonst waere sie wohl vor Ueberlastung zusammengebrochen. 

Jetzt heisst es Wohnung suchen, moeglichst schnell und auch ebenso schnell einen Nachmieter finden fuer meine Wohnung. Das setzt ein wenig unter Stress, denn ich kann es mir nicht leisten zwei Mieten zu zahlen, also will alles sehr gut koordiniert werden, was bei Wohnungswechsel ja bekannterweise nicht immer so klappt wie man es sich vorstellt. 

Da ich mir Tel Aviv "abgeschminkt" habe, - es ist dort einfach zu teuer leider, bin ich auf Raanana gekommen, denn zu keiner anderen Stadt im zentrum der Sharon-ebene habe ich einen Bezug oder Freunde. 
Wer meinen Blog schon laenger liest, wird sich vielleicht an die Zeit erinnern, als ich zum zweiten Mal wieder nach Israel kam. Ich hatte von Deutschland aus einen Job in Raanana gefunden, bei einer Firma in Raanana. Gewohnt habe ich damals in der ersten Zeit bei Shifra, die ihren Mann gerade verloren hatte, und froh war, nicht allein im Haus zu sein. 
Die Raanana-Zeit damals ist ziemlich "in die Hose gegangen". Der Boss war ein cholerischer Mann, der mit hochrotem Kopf ziemlich viel herumschrie, jeden Tag. 
Nach einem Monat dann bin ich dort regelrecht gefluechtet, nach Jerusalem, zu meinen Freunden. Von dort aus suchte ich mir dann etwas Neues. 

Zu Shifra habe ich aber immer noch Kontakt und sie hilft mir gerade SEHR aktiv, bei der Wohnungssuche, spricht jeden an, den sie kennt - und sie kennt SEHR viele Menschen - und schaut auch in die Inserate. 
Ein wahrer Engel, meine Shifra. 
Morgen werde ich mir eine Wohnung ansehen, ziemlich teuer, aber das ist nicht zu aendern, denn die billigeren Wohnungen sind irgendwie alle ein wenig heruntergekommen, oder so winzig, dass man sich nicht darin bewegen kann. 
Trotzdem - die Mietpreise sind unverschaemt hoch. Vermieter verlangen fuer ein Zimmer mit Dusch-bad, ohne eine Kueche (nur mit einer kleinen Kochplatte auf einem Teewagen, und Minikuehlschrank) eine Miete von 2800 Shekel, das sind ca. 700 EUR beim heutigen Kurs des Euro. 
Das kann alles gar nicht wahr sein. 
Eine bessere Wohnung, ordentlich und sauber mit Kueche und einem Schlafzimmer kostet dann schon mehr als 3000 Shekel, bis 3500. (800 EUR)

In Israel gibt man nicht selten die Haelfte seines Einkommens fuer Mieten aus. 
Nun bin ich gespannt auf morgen. 

Tisha beAw steht vor der Tuer, am Sonntag (der Shabbat schiebt den Termin um einen Tag weiter nach hinten). Am 9. Aw wird gefastet, und um die Zerstoerung des 1. und 2. Tempels getrauert. 
Ich bin so gar nicht bei der Sache und mit voellig anderen Dingen beschaeftigt, das aergert mich gerade ein wenig. 
Aber es ist nicht zu aendern, ich muss das Beste daraus machen, und habe in diesem Jahr ein wenig Angst vor dem Fasten. Es ist sehr heiss, und ich bekomme keinen Urlaubstag (nur wenn ich von meinen Rest-urlaubstagen einen opfern wuerde). In der letzten Zeit ueberfaellt mich aber bei Essens-entzug eine Schwaeche, die erst mit einer kleinen Mahlzeit wieder verschwindet. 
Wie das werden soll am Sonntag, weiss ich noch nicht. Ich werde mein Bestes tun.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wichtig ist auch, die Verkehrsflüsse zu beobachten, wenn man eine Wohnung sucht, damit man nicht jeden morgen und jeden Abend im Stau steht...

NOA hat gesagt…

daher auch Raanana, denn es ist 5 km von Hod Hasharon mit dem auto entfernt

Flamingo hat gesagt…

Ich hoffe sehr dass du bald eine geeignete Wohnung findest.

Anonym hat gesagt…

Hast du im Internet gesucht? Es kommen jetzt jeden Tag neue Angebote,Auf userfreundlichen Sites kannst du Vorgaben machen - Zahl der Zimmer, Höchstpreis, Stockwerk. Oft sind sogar Bilder dabei.

Wie gut, dass T.A. nicht in Frage kommt. Bald fangen dort die Bauarbeiten für die S-Bahn an -noch längere Staus, Umleitungen...uff! Nerventötend.In Raanana - Hod Hasharon - Kfar Saba findest du eher etwas Ruhiges.

Zum Fasten: Hat der Arzt es erlaubt? Du weisst, deine Gesundheit gefährden sollst du nicht. Wenn du merkst, dass dir übel wird, wenigstens trinken.Und wenn nötig auch etwas zu dir nehmen.

Zu guter Letzt: Kühlen Kopf und kühles Wetter für den Umzug.


NOA hat gesagt…

Ja, natuerlich, die internetseiten kenne ich und habe auch schon einiges darueber angesehen.
das Fasten ist erlaubt.. und ich muss schauen, wie es morgen mit dem Trinken klappt.. klar, falls es nicht geht, trinke ich. es ist sehr heiss.
Noa
danke fuer die guten Wuensche!

Inga hat gesagt…

Liebe Noa,
ich bin schon lange stille Leserin Ihres Blogs und freu mich für Sie dass Sie eine neue Arbeitsstelle gefunden haben. Nun drücke feste die Daumen dass Sie auch schnell eine schöne und bezahlbare Wohnung finden.
Liebe Grüße,
Inga

NOA hat gesagt…

Liebe Inga,
ich freue mich ueber Ihre (Deine) guten Wuensche und danke Ihnen fuer den Kommentar, fuer mich ist es immer sehr erfreulich, wenn sich ab und zu auch die stillen Leser mal melden, dann hab ich Motivation zum Weitermachen. Denn oft denke ich: Ach, wen interessiert das ueberhaupt noch??.
danke.
Noa

Inga hat gesagt…

Liebe Noa,
ich hoffe, noch für lange Zeit Ihre Blogeinträge lesen zu können. Leider habe ich bisher keine Gelegenheit gehabt nach Israel zu reisen. Bin beruflich und privat sehr eingespannt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!

So freue ich mich, auf diesem Wege mehr über Israel zu erfahren. Es ist ja schon etwas anderes, Zeitungsberichte zu lesen oder aber, wie hier, Berichte aus persönlichem Erleben zu lesen und so einen Eindruck zu bekommen wie es wirklich ausschaut. Deshalb hoffe ich, dass Sie nie Ihre Motivation verlieren hier zu berichten und mich....und sicherlich auch viele andere....über das Leben in Israel zu informieren.
Liebe Grüße,
Inga